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Die Transnationalisierung der Gewerkschaften Eine empirische Untersuchung am Beispiel der IG Metall Disputationsvortrag von Stefan Rüb Universität Kassel,

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Präsentation zum Thema: "Die Transnationalisierung der Gewerkschaften Eine empirische Untersuchung am Beispiel der IG Metall Disputationsvortrag von Stefan Rüb Universität Kassel,"—  Präsentation transkript:

1 Die Transnationalisierung der Gewerkschaften Eine empirische Untersuchung am Beispiel der IG Metall Disputationsvortrag von Stefan Rüb Universität Kassel, 29. April 2009

2 Gliederung des Vortrags 1 Untersuchungsansatz 2 Prozessdynamik der Transnationalisierung der IG Metall 3 Exkurs: wettbewerbsorientierte Tarifpolitik der IG Metall? 4 Nutzen und Grenzen der Untersuchung

3 Problem- und Fragestellung 1 Ausgangsprämisse Gestiegener transnationaler Handlungs- und Problösungsbedarf der Gewerkschaften im Zuge fortschreitender Globalisierung und EU-Integration seit Beginn der 1990er Jahre 2 Untersuchungsfragestellung Frage nach - der Qualität des mit der Transnationalisierung von Gewerkschaften verbundenen Organisations- und Politikwandels und - den diesem zugrunde liegenden Prozessen

4 Stand der Forschung und methodische Konsequenzen Doppelte Forschungslücke : empirisch und theoretisch-konzeptionell explorativer Charakter der Untersuchung 2 Vorantreiben des theoretisch angeleiteten Untersuchungskonzepts und der Interpretation der Empirie in enger gegenseitiger Wechselwirkung 1 Rückgriff auf qualitative Erhebungs- und Auswertungsverfahren - Problemzentrierte, leitfadengestützte Interviews - Sekundärauswertung von Interviewprotokollen - Dokumentenanalyse - teilnehmende Beobachtungen und informelle Gespräche

5 Arbeitshypothesen 1. Der gestiegene transnationale Handlungs- und Problemlösungsbedarf der Gewerkschaften schlägt sich in einer neuen Dynamik und Qualität der Transnationalisierung von Gewerkschaften nieder. 2. Die Transnationalisierung von Gewerkschaften stellt sich als ein gradueller, komplexer, widersprüchlicher und insoweit ergebnisoffener Veränderungsprozess gewerkschaftlicher Organisation und Politik dar.

6 Bausteine des Untersuchungskonzept Strukturations- und organisationstheoretische Fundierung Gewerkschafts- forschung Governance- forschung Institutionalismus- forschung Konzept der Gewerkschafts- identität Konzept transnationaler gewerkschaftlicher Mehrebenenpolitik Konzept organisationalen Wandels

7 Gewerkschafts- identität Nationale, europäische und globale Arbeitsbeziehungen Rekurs auf Identitäts- momente Das die Transnationalisierung nationaler Gewerkschaften verändernde organisationale Handeln Reflexion ermöglichender / restringierender Bedingungen Reproduktion / Modifikation Bedingungen und Modi der Mehrebenenpolitik Nationale Gewerkschaftsorganisation Transnationale gewerkschaftliche Mehrebenenorganisation Gewerkschaftliches Handlungsumfeld Untersuchungskonzept Reproduktion / Modifikation Reflexion ermöglichender / restringierender Bedingungen

8 Prozessdynamik der Transnationalisierung der IG Metall 1 drift-Vermeidung Dreischritt von 2 schwacher transnationaler Pfadkreation 3 umkämpfter innerorganisatorischer Diffusion = zentraler Mechanismus der Transnationalisierung der IG Metall

9 1. Befund: drift-Vermeidung Strategische Antwort: drift-Vermeidung 2 Entwicklung realisierbarer Handlungsperspektiven zur Anpassung der unternehmens- und tarifpolitischen Praktiken an das veränderte nationale und transnationale Handlungsumfeld Wahrnehmung bereits sichtbarer oder zukünftig möglicher Disfunktionalitäten der bisherigen unternehmens- und tarifpolitischen Praktiken 1 Möglichkeit einer drift

10 Modi der Mehrebenenpolitik (1)konkurrenzielle gegenseitige Anpassung (2)verständigungsorientierte Annäherung (3)transnationale Aushandlung unverbindlicher Standards (4)transnationale Aushandlung verbindlicher Standards (5)hierarchische Leitung 2. Befund: Schwache transnationale Pfadkreation Trans- nationale Pfad- kreation (3)transnationale Aushandlung unverbindlicher Standards (4)transnationale Aushandlung verbindlicher Standards (5)hierarchische Leitung Mehrebenen- politik der IG Metall

11 Mehrebenenpolitik der IG Metall Koordinierung durch auf transnationaler Verbandsebene ausgehandelter Absprachen 1 Absprachen formal verbindlich, aber faktisch unverbindlich (Modus 3) Unterfüttert durch Prozesse der transnationalen Kommunikation 2 Verständigungsorientierte Annäherung (Modus 2) Soziale Kontrolle (in der Grauzone zwischen Modus 3 und 4)

12 Modi der Mehrebenenpolitik (1)konkurrenzielle gegenseitige Anpassung (2)verständigungsorientierte Annäherung (3)transnationale Aushandlung unverbindlicher Standards (4)transnationale Aushandlung verbindlicher Standards (5)hierarchische Leitung Fazit: Schwache transnationale Pfadkreation Trans- nationale Pfad- kreation (3)transnationale Aushandlung unverbindlicher Standards (4)transnationale Aushandlung verbindlicher Standards (5)hierarchische Leitung Mehrebenen- politik der IG Metall

13 3. Befund: Umkämpfte Diffusion Modi der Mehrebenenpolitik als in den transnationalen Pfad eingebaute Mechanismen der Diffusion 1 - Verdichtung der transnationalen Interaktion und Kommunikation Transnationale Sozialisierung: Lern- und verständigungsorientierte Annäherungsprozesse - Transnationale Standardsetzung Diffusionswirkung (i.S.d. Veränderung nationaler Praktiken) abhängig davon, wie Standards beschaffen sind und wo sie wirken Vermittelt durch Diffusionspolitik 2

14 Diffusionspolitik der IG Metall Prozess- und akzeptanzorientierte Diffusionspolitik, die die bestehenden innerorganisatorischen Kräfteverhältnisse unberührt lässt 2 Zuständigkeit der Umsetzung der transnationalen Absprachen liegt bei Unternehmens- und Tarifpolitikern der IG Metall 1 Längerfristiger Prozess behutsamer struktureller und prozeduraler Veränderungen und der innerorganisatorischen Vermittlung der neuen Handlungserfordernisse Zuständige Experten im zentralen Apparat in Rolle von schwachen Diffundeuren 3

15 Diffusionswirkung der Standards Politikfeld der Internationalen Rahmenvereinbarungen Politikfeld der Europäischen Betriebsräte Politikfeld der europäischen Tarifkoordinierung nationale Unternehmens- politik globale Unternehmens- politik (IRV) nationale Unternehmens -politik europäische Unternehmens- politik (EBR) europäische Koordinierung der nationalen Tarifpolitik weitgehend abgegrenzt, aber: nicht konfliktfrei Übergreifen der europäischen Koordinierungslogik auf nationale Unternehmenspolitik Widerstreitende Handlungslogiken existieren parallel und kommen fallweise zur Anwendung Europäische Koordinierungs- logik zielt auf Neuausrichtung der nationalen tarifpolitischen Praktiken aber: weitgehend friedliche Koexistenz der nationalen und europäischen Handlungslogik

16 Fazit: Umkämpfte Diffusion Nationale und transnationale Handlungslogiken, Praktiken und Handlungsanforderungen existieren parallel und prallen aufeinander 1 Widersprüchlicher und umkämpfter Prozess der Transnationalisierung der IG Metall Keine systematische innerorganisatorische Vermittlung und Verankerung der aus den transnationalen Absprachen erwachsenen Handlungsanforderungen 2

17 Gewerkschafts- identität Nationale, europäische und globale Arbeitsbeziehungen Das die Transnationalisierung nationaler Gewerkschaften verändernde organisationale Handeln Bedingungen und Modi der Mehrebenenpolitik Nationale Gewerkschaftsorganisation Transnationale gewerkschaftliche Mehrebenenorganisation Gewerkschaftliches Handlungsumfeld Untersuchungskonzept Nationale Praktiken Umkämpfte Diffusion Akzeptanzorientierte Diffusionspolitik Transnationale Standards und Praktiken Schwache transnationale Pfadkreation Drift- Vermeidung

18 Exkurs zur Wettbewerbsorientierung der Tarifpolitik der IG Metall (Replik auf Gutachtenkritik) Die auf die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie abzielende Tarifpolitik der IGM hat in den letzten Jahren zu einer Lohnstückkostenentwicklung in der deutschen Metallindustrie geführt, die deutlich unter der der europäischen Nachbarländer liegt. (…) Wie soll eine internationale Solidarität gelingen, wenn die größte Metallgewerkschaft Europas in ihrem Tarifbereich eine Lohnstückkostenentwicklung duldet, die die anderen europäischen Metall verarbeitenden Betriebe in ihrer Substanz gefährdet. (Auszug aus Gutachten)

19 Exkurs zur Wettbewerbsorientierung der Tarifpolitik der IG Metall (Replik auf Gutachtenkritik) Diesbezüglich vorsichtig argumentiert, da: 1Programmatisch: produktivitätsorientierte Tarifpolitik und damit keine Differenz zur europäischen Koordinierungsregel 2Kein Beleg für Abweichung der Ergebnisse der Flächentarifverträge von der Koordinierungsformel über den Konjunkturzyklus hinweg sowohl IG Metall und EMB als auch wissenschaftliche Beobachter (Schulten, Gollbach) sehen keine Abweichungen 3Aber: Problem der negativen Lohn- und Arbeitszeitdrift auf Unternehmensebene Lohnstückkostenentwicklung ist vor allem Ausdruck der tarifpolitischen Handlungsschwäche der IG Metall (und nicht einer bewussten tarifpolitischen Wettbewerbsorientierung)

20 Nutzen und Grenzen der Untersuchung 1 Erstmalig empirisch fundierte Analyse der Transnationalisierung der IG Metall als eines organisationalen Veränderungsprozesses 2 Untersuchungskonzept ist in der Lage, die Mehrdimensionalität, Komplexität und Widersprüchlichkeit dieses organisationalen Veränderungsprozesses zu fassen 3 Aber: exemplarische Einzelfallstudie Test der Anwendbarkeit des Untersuchungskonzepts und der Generalisierbarkeit der Ergebnisse im Hinblick auf andere Länder und Gewerkschaften steht aus


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