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Jugendliches Leben in Deutschland Freiräume – Grenzen und ganz viel „dazwischen“ Dr. Kathrin Klein-Zimmer, DJI München Fachtagung „Aufwachsen auf der Überholspur.

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Präsentation zum Thema: "Jugendliches Leben in Deutschland Freiräume – Grenzen und ganz viel „dazwischen“ Dr. Kathrin Klein-Zimmer, DJI München Fachtagung „Aufwachsen auf der Überholspur."—  Präsentation transkript:

1 Jugendliches Leben in Deutschland Freiräume – Grenzen und ganz viel „dazwischen“ Dr. Kathrin Klein-Zimmer, DJI München Fachtagung „Aufwachsen auf der Überholspur. Kinder und Jugendliche zwischen WhatsApp und Ganztagschule, Marpingen-Alsweiler,

2 2 Annäherungen 1. Über wen sprechen wir – Jugend als eigenständige Lebensphase 2. Jugend in veränderten Verhältnissen – Jugendliche als Grenzbearbeiter_innen 3. Jugend  politik – aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

3 3 Sozialwissenschaftliche Perspektiven Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

4 4 ÜBER WEN SPRECHEN WIR? Jugend als eigenständige Lebensphase Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, oder doch lieber X, Z oder R?

5 5 Jugend als eigenständige Lebensphase l Jugendphase nach Alterszuschneidungen l Institutionelle Regelungen (z.B. Jugendschutzgesetze)  Verschiebungen nach unten und oben l Vielfalt an Begrifflichkeiten und Alterseinteilungen Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

6 6 Jugendphase nach Alterseinteilung Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Jugendliche: Jahre emerging adulthood 18-Mitte/Ende 20 Frühe Jugendphase: Jahre mittlere Jugendphase: Jahre Junge Volljährige: Jahre späte Jugendphase: Jahre Frühe Jugendphase: Jahre mittlere Jugendphase: Jahre junge Erwachsene: Jahre Junge Erwachsene Jahre KJHG/JuSchG Arnett (2000) Hurrelmann (2007) Schäfer/Scherr (2005) Stauber (2008) adolescence

7 7 Jugend als eigenständige Lebensphase l Abgrenzung zu Kindheit und Erwachsen-Sein, Jugend im Generationenkontext l Phase der partiellen Verselbstständigung l Adoleszenz / Pubertät l Entwicklungs(psychologische) Aufgaben (Fend 2003, aber auch Havighurst 1972 oder Hurrelmann 2007): l den Körper bewohnen lernen, Umgang mit Sexualität l Umbau der sozialen Beziehungen l Umgang mit der Schule und Berufswahl l Medienkompetenz, … l  Identitätsarbeit/-suche: Grenzen erfahren, erproben, in Frage stellen l Soziale Statusübergänge Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

8 8 Jugend als eigenständige Lebensphase l Sozialwissenschaftliche Zeitdiagnosen: l Destandardisierung/Pluralisierung und Individualisierung (8. KJB, 1990); l Entgrenzung (Schröer 2004) l Fließende Übergänge und Ungleichzeitigkeiten l „Teenies“ – „Jugendliche“ – „Junge Erwachsene“ l Nicht-Linearität von Übergängen/ „YoYo-Übergänge (Stauber et al. 2007)

9 9 Jugendliche und junge Erwachsene l Jugendliche ungefähr zwischen Eintritt in die Sekundarstufe und Verlassen der allgemein bildenden Schule und l junge Erwachsene zwischen Ende der allgemeinbildenden Schule und Beginn der Erwerbsarbeit und/oder Familiengründung l Ausdifferenzierung der Jugendphase im Übergang zum Erwachsenenalter  emerging adulthood (Arnett 2000, 2014)  „Junge Erwachsene“ (Stauber et al. 2008)  Junge Erwachsene als „eigene Lebensphase im Übergang“ (14. KJB) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

10 10 JUGEND IN VERÄNDERTEN VERHÄLTNISSEN – JUGENDLICHE ALS GRENZBEARBEITER_INNEN Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

11 11 Jugend in „veränderten“ Verhältnissen l Demographische Veränderungen – „wir sind dann mal weg“? l Heterogenisierung – multiple Zugehörigkeiten l Institutionalisierung/Verschulung l Verdichtung  Be- und Entschleunigungen l Mediatisierung l Migration/Mobilität Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

12 12 DEMOGRAPHISCHE VERÄNDERUNGEN Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

13 13 Regionale Verteilung junger Erwachsener in Deutschland %-Anteil jähriger an der Gesamtbevölkerung Ende 2012 Quelle: DJI-Regionaldatenbank auf der Basis der Daten der statistischen Landesämter Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Berlin Hamburg Frankfurt Köln München

14 14 HETEROGENISIERUNG/ MULTIPLE ZUGEHÖRIGKEITEN Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

15 15 Heterogenisierung l Unterschiedlichkeit der Lebenssituationen, abhängig von: l Geschlecht, Bildung, Migrationserfahrungen, sozioökonomischer Herkunft, Region, Behinderung, sexueller Orientierung l  zentrale Ungleichheitsdimensionen l Jugenden – Lebenslagen – vielfältige Lebensentwürfe Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

16 16 Multiple Zugehörigkeiten und Orientierungen l Vielfalt an Jugendkulturen (u.a. Punks, Raver, Gamer, Ultras, Ökos, Hipster, Gothics, Veganismus, etc.) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

17 17 Multiple Zugehörigkeiten u. Lebenslagen l Vielfältige religiöse Zugehörigkeiten, Bezeichnung als areligiös l Zugehörigkeit zu ungleichen sozialen „Schichten“ l Beteiligung an Jugendverbänden: Freiwillige Feuerwehr, Pfadfinderschaft, Naturschutzjugend oder Jugendorganisation einer politischen Partei l Vielfalt sexueller Orientierungen u. geschlechtlicher Identitäten (Lebenssituationen von LSBT*Jugendlichen) l Multiple natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeiten als junger Menschen mit Migrationserfahrungen l Jugendlichen mit verschiedenen Formen von Behinderungen (Sinnesbehinderungen, körperlicher Behinderung, Lernbeeinträchtigung/geistiger Behinderung, psychischer/seelischer Behinderung, Sprachbehinderung, Mehrfachbehinderung) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

18 18 INSTITUTIONALISIERUNG/ VERDICHTUNG – WO SIND DIE FREIRÄUME? Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

19 19 Institutionalisierung/Verschulung + Verdichtung l Institutionalisierung + Verschulung des Jugendalters Ausdehnung der wöchentlichen Schulzeit (auch durch den Ausbau der Ganztagsschule); differenziertes Übergangssystem l Verdichtung – Beschleunigungstendenzen verkürzte Schulzeiten (z.B. früheres Einschulungsalter, verkürztes Gymnasium (G8), kürzere Studiengänge durch Bachelor/Master) und Wegfall des Wehr- und Zivildienstes Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

20 20 Verdichtung von Leistungsanforderungen – Intensivierung der Lebenssituation Schüler_in-Sein l Gestiegene Bedeutung von Bildungsabschlüssen: l Betrachtet man alle Absolvent_innen und Schulabgänger_innen an allgemeinbildenden Schulen, lag der Abiturientenanteil im Jahr 2013 bei 36 %. Im Jahr 2003 hatten nur 23 % der Absolventen Abitur l Anteil der Absolvent_innen mit Hauptschulabschluss gesunken (2003: 26%, 2013: 17%) u. ohne Abschluss ebenfalls abgenommen (2003: 9%, 2013: 5%) (Quelle: Stat. Bundesamt 2015) l Inflation an Bildungszertifikaten l Weiterhin starke Abhängigkeit von sozialer Herkunft (Migration, Geschlecht, sozioökonomischer Status) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

21 21 Schule als „Lern- und Lebensort“? – Ausbau Ganztagsschule und Bedeutung für die Lebensphase Jugend l 59% aller Schulen sind Ganztagsschulen l 36% aller Schüler_innen als Ganztagschüler_innen (KMK 2015) Aber: l Große Schwankungen zwischen den Ländern l Kein einheitliches Konzept von GTS, unterschiedliche Formen/Angebote, unterschiedliche Begriffsverwendungen l Primär freiwillige Teilnahme – mit höherer Jahrgangsstufe sinken die Teilnehmer_innenzahlen in der Sekundarstufe I (ab Kl. 7/8) l Mehrheit der Ganztagsschüler_innen besucht Ganztagsangebote nur an 1-2 Tagen pro Woche Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

22 22 … aber auch Entschleunigungen l Entschleunigungen u.a. durch l Einschieben von bildungsbiographischen Zwischenstationen (u.a. schulische Weiterqualifikationen, FSJ, FÖJ, Auslandsjahr) l abhängig vom „Bildungsmilieu der Familie“: Bildungsbiographieverzögerer, Bildungsbiografiebeschleuniger, risikoreiche Bildungs- und Ausbildungsbiografie Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

23 23 Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Quelle: AID:A II, 2014/15, Berechnungen Böwing-Schmalenbrock/Lex

24 24 Freiwilligendienste Teilnehmerzahlen 2010/2011 l Freiwilliges Soziales Jahr FSJ: ca l Freiwilliges Ökologisches Jahr FÖJ: ca l Bundesfreiwilligendienst BFD (ca. 3/4 unter 27 Jahre): ca l Internationaler JFD des BMFSFJ: ca l Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“: ca l Freiwilligendienst „Kulturweit“: ca. 400 l EU-Programm Jugend in Aktion: ca. 700 (Quelle: 14. KJB 2013) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

25 25 Alter beim ersten Erreichen verschiedener Lebensereignisse junger Erwachsener (in Jahren) nach dem angestrebten bzw. erreichten Schulabschluss Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Quelle: DJI-Survey AID:A II 2014/15; n = – 9.412; Zielpersonen: 18- bis 32-Jährige; Kaplan-Meier-Schätzer, ungewichtete Daten; Berechnungen Anne Berngruber

26 26 MEDIATISIERUNG DES JUGENDALTERS „das Smartphone ist das halbe Leben“ (Süddeutsche Zeitung) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

27 27 Jugendliche als „digitale Grenzbearbeiterinnen“ l Ort des Grenzüberschreitenden einerseits: l Gleichzeitigkeiten: online/offline; keine Abgrenzungen mehr, fließende Übergänge; „Online-Offline-Hybridität“ (Hugger 2009)  ersetzt keinesfalls face-to-face Beziehungen l Internet-Communities als Orte „natio-ethno-kultureller Hybrididentitäten“ (Hugger 2009) l Grenzsetzungen andererseits: l Digitale Ungleichheit l Bearbeitung intergenerationaler Grenzen, Wissensvorsprung vor älterer Generation l Rechtliche Beschränkungen/Zugangsbarrieren - Jugendmedienschutz Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

28 28 MOBILITÄT/MIGRATION  TRANSNATIONALISIERUNG JUGENDLICHER LEBENSENTWÜRFE Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

29 29 Transnational unterwegs sein l Veralltäglichung nationaler Grenzüberschreitungen (Mau 2007), insbesondere im Jugendalter (Smith 2002) l Vielfalt an Formen: l Soziale Kontakte ins Ausland (facebook; skype als Hilfsmittel der grenzüberschreitenden Kommunikation) l Mobilitätsformen (Bildungsmobilitäten wie Schüler_innenaustausch, Freiwilligendienste, Erasmus, Praktika im Ausland, Ausbildungsmobilitäten, Aupairdienst, intensivpäd. Auslandsmaßnahmen; Migrationsbewegungen (Bildungs-, Arbeits-, Fluchtmigration) l Aufwachsen in der Migrationsgesellschaft als transnationaler Erfahrungsraum Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

30 30 Aufwachsen in der Migrationsgesellschaft l 2014: 20,3 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Anteil Jugendlicher (15-19 Jahre) und junger Erwachsener (20 bis 34 Jahre) mit Migrationshintergrund an allen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, Quelle: Statistisches Bundesamt, Reihe Migration in Deutschland, Jahrgänge seit 2005

31 31 Transnationalisierungen „wir sind auch oft nach Indien geflogen in der Schulzeit sehr oft hatten ja viermal glaub ich Ferien Ostern Sommer und Herbst und Winter ne sind wir mindestens zweimal auch nach Indien geflogen haben wir schon gemacht gehabt (.) ja das war meinem Vater auch sehr wichtig gewesen und (.) im Nachhinein find ich das auch sehr gut weil man dadurch ist die Verbindung nach Indien noch sehr gut geblieben weil man dann so regelmäßig in Indien war also die Großeltern wiedergesehen und auch die Tanten und Onkels und (.) die Cousinen und so“ (Priya) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

32 32 Transnationalisierungen „Ich bin (.) wir nennen das YIC Jugend der Indischen Gemeinde in B- Stadt. Wir (.) treffen uns mindestens einmal im Monat für, ne Messe und daneben organisieren wir verschiedene Veranstaltungen Basketballturniere, Tagungen (.), was noch? (.) Diskussionsrunden (2) Ach Verschiedenes. Grillabende“ (Joju) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

33 33 Transnationalisierung – nur für Privilegierte? l Teilnahme an Schüler_innenaustauschen, Internationalen Freiwilligendiensten überwiegend durch höher Qualifizierte l Mehrsprachigkeit bei Migrant_innen als Barriere bzw. unterschiedliche Bewertung von migrantischen Sprachen l Austauschprogramme für benachteiligte Jugendliche als „letzte Chance“ (z.B. Programm „Integration durch Austausch“, „Fit in Europe“) + transnationale Praktiken gehen mit Perspektiven- und Ressourcenerweiterungen, identifikativen Grenzerfahrungen einher + „Fremd(e)verstehen“, Anerkennung von Vielfalt - Verstärkung von Stereotypen, Dichotomien (weiß/schwarz) kolonialisierender Blick Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

34 34 HERAUSFORDERUNG FÜR JUGEND  POLITIK UND PÄDAGOGISCHE FACHPRAXIS Jugendliche als Grenzbearbeiter_innen Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

35 35 Jugendliche als Grenzbearbeiter_innen l durch Vielzahl von Spannungsverhältnissen, Widersprüchlichkeiten, Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten charakterisiert l Vielfalt an Grenzziehungen (Generation, Geschlecht, Alter, Nation) l Vielfalt an Optionen – Restriktionen, Kontrolle l verdichtete Lebensphase der Grenzerfahrungen l Jugendliche zentrale Akteure ihrer Jugendphase l Aushandlung der Spannungsverhältnisse l Positionieren – positioniert werden l Strukturelle Rahmenbedingungen – eigene Handlungsmächtigkeit l Grenzen werden wahrgenommen, überschritten, verhandelt, in Frage gestellt und somit in unterschiedlicher Weise „bearbeitet“ l  Handlungsspielräume – Gefahr des Scheiterns l Jugend – Jugenden – Jugendliche/junge Erwachsene Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

36 36 Jugend wird zu einem politischen Thema l Verstärkte jugendpolitische Maßnahmen auf EU-Ebene, von Seiten der Bundesregierung und innerhalb der Kommunen l Beispiele l EU-Jugendstrategie 2010 – 2018: "Think European – act local“ (http://www.jugendpolitikineuropa.de)http://www.jugendpolitikineuropa.de l Eigenständige Jugendpolitik, Koordinierungsstelle Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft, (https://www.jugendgerecht.de)https://www.jugendgerecht.de l Umsetzung z.B. über einen „Jugend-Check“, Modellprojekt: „Jugendgerechte Kommunen“ l  weiterhin ausbaufähig (z.B. eigenständige jugendpolitische Strategien in den Regionen) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

37 37 Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe l Diversitätssensibler Blick auf Lebenslage Jugendlicher  diversitätssensible Jugendforschung l Diversitätsdimensionen: gender/sexueller Identität, Migration, sozio-ökonomischer Herkunft, Behinderung und Region des Aufwachsens l (Frei)Räume schaffen für ein Aushandeln des „In-Between“ l Ressourcenorientierter Blick auf transnationale Lebensentwürfe Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

38 38 Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe l Eigenwert von Jugend anerkennen l Eröffnen von Räumen zum austesten, ausprobieren und experimentieren l Durchsetzen für ein „Recht auf Jugend“, „protected autonomy“ (European Youth Forum 2005) Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

39 39 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dr. Kathrin Klein-Zimmer Deutsches Jugendinstitut Nockherstr München

40 40 Demografische Entwicklung: Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener an der Gesamtbevölkerung Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Quelle: DJI-Regionaldatenbank auf Basis der Daten des Stat. Bundesamtes zur Bevölkerungsfortschreibung

41 41 Prognose: Anteil Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Quelle: DJI-Regionaldatenbank auf Basis der Daten des stat. Bundesamtes zur Bevölkerungsfortschreibung und zur 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung

42 42 Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler, Häufigkeit der Ausübung von Freizeitaktivitäten im Altersverlauf von Jahren Quelle: AID:A II, 2014/15, Berechnungen Boris Geier

43 43 Engagement – neue Formen l Politisches Engagement jenseits von Parteien (Demonstrationen, Flash Mobs, Peditionen, etc.) l Stabilität bis leichte Steigerung des politischen Interesses (Shell 2015: 41%, %) l Relativ stabiles Engagement in Vereinen (2009: 66%; 2014/15: 61%), Rückgang beim Engagement in Sportvereinen l Freiwilligendienste ( Engagierte), überwiegend Abiturient_innen l Ziel: Erfahrungen sammeln, Spaß haben, Berufsorientierung, Freundschaften schließen Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

44 44 SOZIALE BEZIEHUNGEN Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel – Peers Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

45 45 Familiale Lebensformen l Großfamilie mit Großeltern, Kleinfamilie, Patchwork-Familien, Gleichgeschlechtliche Ehen/Partnerschaften, Alleinerziehende, WG-Leben l Hohe Bedeutung der Familie (76%)  „emotionaler Heimathafen“, eigene Familiengründung weniger erforderlich (63%), eigener Kinderwunsch (64%) (Shell 2015) l Familie als „Bildungsort“ (Ecarius 2012) – Bildung wird vom familialen Milieu und den jeweiligen Ressourcen beeinflusst l Familie als Akteurin im jugendlichen Grenzbearbeitungsraum Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

46 46 „Allianz mit den Eltern“ – „wenn ich jetzt hier nicht rauskomme“ l 90% gutes Verhältnis zu Eltern (Shell 2015) l Zeitliche Ausdehnung des Zusammenlebens l Emotionale Verbundenheit l Zentrale Ansprechpartner bei Problemen (Unterschiede nach Schichtzugehörigkeit) l  gleichzeitig ambivalente Interaktionsbeziehungen (Ecarius 2012) – richtige Nähe und Distanz (Selbstentfaltung und Rückversicherung)  familiale Grenzarbeit  „veränderte Vernabelung (Friebertshäuser 2009)“ Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,

47 47 PEERS – intragenerationale Vergemeinschaftungen Einerseits l Gleichaltrigeninteraktionen als eigener Raum der Grenzbearbeitung – Handlungs- und Erfahrungskontext – Rückzugsort – Freiräume l Unterstützung im Eingehen von Paarbeziehungen (z.B. als Ressource beim „Coming-Out“) l Peers und Paarbeziehungen als Aushandlungsorte von Geschlechterverhältnissen Andererseits l Exklusionsmechanism, „falsche Freunde“, Institutionen erzwingen Peer-Konstellationen l Gruppenzugehörigkeit als Norm jugendlichen Handelns, aber wird keinesfalls von allen Jugendlichen gelebt Klein-Zimmer, Marpingen-Alsweiler,


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