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Landratsamt Böblingen Führungsfortbildung 2015. Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr.

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1 Landratsamt Böblingen Führungsfortbildung 2015

2 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

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4 Themen, die uns beschäftigen müssen :

5 -Keine neue Erfindung. Erste Hochhäuser mit Einführung der Stahlskelettbauweise um Flatiron um 1902, Empire State um 1936 Bauzeit 14 Monate 102 Etagen, 381 m Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Jena: 1915 erstes „solitäres“ Hochhaus in Deutschland 11Etagen, H 43m Einleitung

6 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einleitung Brandschutz Vorbeugender Brandschutz Abwehrender Brandschutz Feuerwehr organisatorischer Brandschutz anlagentechnischer Brandschutz baulicher Brandschutz BetreiberBaurechtsamt Gemeinde

7 - Es gibt Baurichtlinien für diese Sonderbauten. - Bei uns im § 38 LBO als Sonderbau klassifiziert. - In anderen Bundesländern gab es bereits 1955 Richtlinien für den HH-Bau - Im Jahr 1981gab es eine Überarbeitung der MHHR, diese wurde in Bayern 1983 verbindlich eingeführt In BW : Fehlanzeige ! Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einleitung

8 In der LBO im § 15 heißt es : …. der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. Die Aufgabe der MHHR DAS ZUSAMMENSPIEL ZWISCHEN vorbeugendem Brandschutz und abwehrendem Brandschutz denn Hochhausbrandbekämpfung ist eine besonders schwierige Aufgabe für alle Rettungskräfte Schutzzielbetrachtung Betrachten wir einmal das Schutzziel Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

9 Hierfür müssen Voraussetzungen gegeben sein: 1. Bei der Entstehung eines Brandes, - Bauteilanforderungen bis 60 m : F 90A über 60 m : F 120A 2. Der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorzubeugen durch - sicherheitstechnischer Gebäudeausrüstung ( Rauchableitung, SÜLA, Feuerlöschanlage, BMA ) Schutzzielbetrachtung und deren Lösung Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

10 Hierfür müssen Voraussetzungen gegeben sein: 3. Bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren ermöglichen durch - Führung von Rettungswegen (Notwendige Treppenräume, Sicherheitstreppenräume, Notwendige Flure) schnelle Selbstrettung aus dem Gebäude über bauliche Rettungswege 4. Wirksame Löscharbeiten ermöglichen - Zufahrten, Steigleitungen Schutzzielbetrachtung und deren Lösung Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

11 Merke : Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

12 Grundsätzliches zum VB Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

13 Einstieg in den VB Einige Anforderungen laut MHHR 2008: - Jedes Hochhaus muss einen Feuerwehraufzug mit Vorraum haben - Höhe < 60m zwei Treppenräume oder ein Sicherheitstreppenraum - Höhe >60m zwei Sicherheitstreppenräume - nasse Steigleitungen in jedem Geschoss mit Wandhydranten, Leistung 4,5-8 bar bei 3x 200l/min Entnahme - fällt die aut. Löschanlage in einem Stock aus, dürfen in anderen Stockwerke die Wirksamkeit nicht beeinträchtigt werden. - min. feuerhemmende Türen von den Fluren in die Treppenräume Was treffen wir an: - Einen „normalen“ Aufzug ohne Vorraum - keinen Sicherheitstreppenraum - trockene Steigleitungen - Drahtgitterglas als feuerhemmendes Element - nicht dichtschließende Türen - Abschlüsse die nicht fachgerecht verschlossen sind Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

14 Andere gebäudespezifische Eigenschaften haben andere Sicherheitsprobleme und erfordern deshalb auch andere Sicherheitskonzepte. Hochhäuser sind gekennzeichnet durch: - eine große Zahl von Geschossen auf relativ kleiner Grundfläche, - eine große Zahl von Personen im Gebäude, - die vertikale Haupterschließung. Deutlich mehr Gefahren und Probleme für den ´abwehrenden Brandschutz ` !!! Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einstieg in den VB,… die Schutzzielbetrachtung

15 Der Betreiber ist verantwortlich eine Selbstrettung der Bewohner zu ermöglichen z.Bsp durch : - Frühstmögliche Branderkennung durch technischen Brandschutz oder / und - Verweilprinzip durch hohe Bauteilanforderungen sowie - Anlagentechnischer Brandschutz auch für die Feuerwehr (Entrauchung, Löschwassereinspeisung, Flucht – und Rettungswege, Feuerwehraufzug, Notstromversorgung… ) Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einstieg in den VB,… die Schutzzielbetrachtung

16 Sicherheitstreppenräume im Grundriss „Sicherheitstreppenraum“ Sicherheitstreppenraum Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr NEIN JA Schutzzielbetrachtung und deren Lösung

17 Grundsätzliches gemäß aktuellem Stand der Technik von 2008 gilt: -Hochhäuser müssen Feuerwehraufzüge haben -In die separaten Fahrschächte dürfen Feuer und Rauch nicht eindringen können. - Es muss ein Vorraum vor jeder Fahrschachttür vorhanden sein. Auch hier gilt: Feuer und Rauch dürfen nicht eindringen können. Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Feuerwehraufzug

18 WDVS -- ein politisch bewußt ausgeblendetes Problem > Risiko Vollwärmeschutz < Dieses Material hat eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und ist schwerentflammbar !! Eine „neue“ Gefahr als Beispiel: Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

19 Video wurde entfernt. Zum Ansehen im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=1o34slPoa-8

20 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr WDVS -- ein politisch bewußt ausgeblendetes Problem Video wurde entfernt. Zum Ansehen im Internet: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2012/panorama4099.html

21 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

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23 Grundsätzlich ist besonders hier der Auftragstaktik der Vorzug zu geben. Warum ?  Auftragstaktik wird bei komplexen Lagen gemäß FWDV 100 empfohlen.  Lässt Handlungsspielräume, somit kann schnell und flexibel auf Veränderungen reagiert werden  Das Ziel steht im Vordergrund  Wirkt motivierender als Befehlstaktik  Fördert die kreative Lösungsfindung Einsatztaktik

24 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Die Aufträge und das Ziel müssen klar mitgeteilt werden  Das Ziel muß auch erreichbar sein  Gewissenhafte Pflichterfüllung  Kommunikation muss fehlerfrei funktionieren  Gegenseitiges Vertrauen  Verantwortung übernehmen  Kreatives, eigenverantwortliches Handeln >>> Ergebnis orientiert  Der EL muss auch mit Fehlern seiner Auftragsempfänger leben können ! Einsatztaktik

25 Welche Kriterien können wir nicht beeinflussen ? Wetter Winddruck Feuerwehraufzüge ? Tiefgarage ? Komplexe Grundrisse oder Gebäudestrukturen Wasserdruck der nassen Steigleitungen? Löschanlage betriebsbereit ? Notstromversorgung ? Außenangriff möglich ? Leiterrettung möglich ? Rettungs – und Fluchtwege-Konzept bekannt ? Herabfallendes Glas oder Fassadenteile Viele Schaulustige, …. Presse, Medien, etc. Oft sozialer Brennpunkt Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einsatztaktik

26 Welche Kriterien können wir beeinflussen ? Reaktionszeit, …. Aufstieg, Entwicklung des Angriffs, Veränderungen Personalintensität Einsatzerfolg, immer aber abhängig von der Einsatztaktik Nachforderungen von Fachberatern Informationspolitik ab Konsolidierungsphase und danach Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einsatztaktik

27 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Winddruck Dickeres Glas Wind facht Feuer an Bei einem Brand wurde das Fenster zerstört, der Wind drückte das Feuer in die Wohnung zurück. Mit dem Öffnen der Wohnungstür wurde das Feuer und die heißen Brandgase schlagartig in den notwendigen Flur getrieben. Die Einsatzkräfte befanden sich nun mitten im verrauchten Bereich und hatten einen längeren (Zeit) Rückzugsweg (HH-Brand in Stuttgart). Der Einsatz von Überdrucklüftern ist in HH sehr problematisch. Der positive Nutzen kann schnell zu einer Verrauchung des Gebäudes und damit zu einer Gefahr aller Bewohner führen. Daher muss eine Absprache zwischen dem A- Trupp und der Inbetriebnahme des Lüfters erfolgen. Ein Einschlagen der Fenster ist oft sehr schwierig da, je nach Höhe, deutlich dickeres Glas verwendet wird. Einsatztaktik

28 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Wasserdruck zu niedrig Ab 65 m ist lt. DVGW eine Druckerhöhungsanlage notwendig kein Wandhydrant F Komplexe Bauweise Stromausfall Wandhydrant FWandhydrant S Einsatztaktik

29 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Eigentlich eine Frage, die sich bei Hochhäusern nicht stellen kann. weil: - Keine Aufstellflächen vorgeschrieben sind Einsatztaktik

30 Ist ein Feuerwehraufzug vorhanden: JA Ist ein Feuerwehraufzug vorhanden: JA Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Feuerwehraufzug Im Brandfall für die Bewohner ein klares NEIN ! Im Brandfall für die Bewohner ein klares NEIN ! Im Brandfall für die Feuerwehr ein klares VIELLEICHT ! Im Brandfall für die Feuerwehr ein klares VIELLEICHT !

31 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Ist kein Feuerwehraufzug vorhanden, ist der Aufstieg zu Fuß vorzunehmen ! Das Material kann und sollte aber allein nach oben in ein zwingend einzurichtendes Depotgeschoss gefahren werden ! Aber Achtung: Nicht alles auf einmal, denn der Aufzug könnte durch Brandeinwirkung versagen. Das bringt uns zum nächsten Punkt Einsatztaktik

32 Feuerwehraufzug Ist kein Feuerwehraufzug vorhanden, ist der Aufstieg zu Fuß vorzunehmen ! Nach einem Aufstieg über Treppen höher als 9 Stockwerke in voller Ausrüstung ist der Trupp für eine effektive Brandbekämpfung nicht mehr einzusetzen ! Ausrüstungsgewicht : ca. 30 kg Extreme Herzfrequenz Extreme Atemfrequenz Starker Anstieg der Körpertemperatur Hoher Flüssigkeitsverlust Nasse Schutzkleidung Hohe Blutdruckwerte Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

33 Das alles vor dem Hintergrund: Die normale Brandbekämpfung fordert bereits eine vergleichbare Konstitution wie die eines sehr gut trainierten Sportlers. Hz Fq von 190 – 220 bpm Blutdruckwerte von bis zu 230/120 rr Einsatztaktik

34 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr  Depotgeschoss einrichten !  Gerät mit dem Aufzug hierher fahren !  Leichtes Marschgepäck für den Trupp auf dem Weg nach oben !  Den A-Trupp sofort 3 – fach besetzen !  Zugführer sofort ins Depotgeschoss !  Mind. eine notfallmed. Komponente sofort ins Depotgeschoss !  Atemschutzeinsatzüberwachung im Depotgeschoss stationieren !  Gezielt mobile Rauchverschlüsse einsetzen… nicht nur zur Brandwohnung Einsatztaktik

35 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Standard-Einsatz-Regeln sind ein Hilfsmittel für die Anfangsphase. Ab einer entsprechenden Einsatzgröße sind detaillierte Vorgaben meist nicht mehr sinnvoll. Lediglich in der Phase 1 sind sie unerlässlich um ein schnelles Vorgehen zu ermöglichen. Denn es sind noch wenig Führungskräfte am Einsatzort welche die verschiedenen Aufgaben sich teilen können. Meist liegt alles in der Hand eines ZF. Der Einsatzleiter hat dann im weiteren Verlauf des gesamten Einsatzes die Verantwortung. Er kann diese aber nur sinnvoll übernehmen wenn er auf die Arbeit der ersten Kräfte aufbauen kann. Diese müssen von Anfang an richtig, strukturiert und sinnvoll sein ! Einsatztaktik

36 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr  SER beschreiben die Verantwortung jeder einzelnen Funktion und ihr Wirken auf das Erreichen des Gesamtziels !  Auch wenn der EL noch nicht vor Ort ist, weiß jeder was zu tun ist >>> Überlandhilfe !  Einfaches Handeln, folgerichtig durchführen bringt den gewünschten Erfolg  Klare und einfache Aufgabenteilung  Nicht Innen und Außen, >>> zu wenig Führungskräfte sondern Aufgabenteilung ( Brandbekämpfung, Kontrolle der Wohnungen, Wasserversorgung, Belüftung, Menschenrettung, Räumung, usw )  Jede vorgeplante und vororganisierte Maßnahme muß nicht mehr an der EST geplant werden >>> mehr Handlungsfreiheit und Flexibilität für Erkundung und Überblick Einsatztaktik

37 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Einsatztaktik

38 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Innen BrandbekämpfungWasserversorgungMenschenrettungBelüftung Außen BrandbekämpfungWasserversorgungAbsperrenMenschenrettung  Nicht Innen und Außen, >>> zu wenig Führungskräfte sondern Aufgabenteilung ( Brandbekämpfung, Kontrolle der Wohnungen, Wasserversorgung, Belüftung, Menschenrettung, Räumung, usw ) ?? GF Komm ZF ?? ZF Einsatztaktik

39 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Reihenfolge:  zuerst das Ereignisgeschoss  dann Geschoss(e) darüber, >>> in der Regel max. 4  Geschoss unter Ereignisgeschoss, hier Depotgeschoss einrichten  Weitere kritische Bereiche, wie Ladenzeile, Kita´s usw.  Für alle anderen Geschosse gilt das „Verweilprinzip“, >>>  aber kontrollieren !!  betroffene Personen können von Polizei oder vom Rettungsdienst an Sammelplatz gebracht werden Einsatztaktik

40 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr  Personen, die vom Schadensereignis betroffen sind, z.B. Löschwasserschaden, vorsorgliche Räumung, Stromausfall, usw. >>> Jedoch Keine Verletzten !  Personen, die nach gesicherten Erkenntnissen wirklich verletzt sind !  Die reine Vermutung es könnten sich in den zu räumenden Geschossen durchweg um verletzte Personen handeln, ist falsch ! Folge Das muß nicht sein ! Einsatztaktik

41 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Warum ???? Die eingesetzten Trupps haben diese Infos zuerst ! Erst danach werden die wirklich benötigten Rettungsmittel ggfs. nachalarmiert Einsatztaktik

42 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr  Alle Personen werden ins Freie begleitet. >>> Hoher Personalansatz (Polizei und RD einbinden)  Fluchtweg ist gleichzeitig auch Angriffsweg  Personen und Wohnungserfassung  Geräumte Wohnungen eindeutig kennzeichnen  Kontrollierte Wohnungen eindeutig aber anders kennzeichnen  Kennzeichnungen der EL bekannt geben. Einsatztaktik

43 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Rote Kurve: Lageentwicklung Schwarze Kurve: Einsatzkräfte Grüne Kurve: Handlungsdruck Blaue Kurve: Information über die Lage Einsatztaktik

44 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Anmerkung: Nach wieviel Minuten beginnt in einer Wohnung im HH im 9.OG die Brandbekämpfung ?  Notruf geht bei der Leitstelle ein: Zeit = 00  Bearbeitung des Notrufs und auslösen des Alarms: Zeit = + 2 min2  Ausrücken des Löschzuges, ELW, HLF 1, HLF 2, DL: Zeit = + 8 min10  Anfahrt zur Einsatzstelle: Zeit = + 5 min15  Ausrüsten und mit Aufzug in das 8.OG: Zeit = + 4 min19  Hoch ins 9.OG, Wandhydrant nutzen, zur Whg. vorgehen: Zeit = + 2 min21 Ohne FW-Aufzug + ? min Schlauchleitung selbst hoch verlegen + ? Min Komplexe Bauweise + ? min Wie hat sich das Feuer bis dahin entwickelt ? Einsatztaktik

45 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Phase 1: Stabilisierungsphase  Primäre Erkundung  Menschenrettung  Stabilisierung der Lage Charakteristik: Schnelle Entwicklung der Lage, wenig Informationen, großer Zeitdruck und Handlungsbedarf, wenig Einsatzkräfte, unübersichtliche Lage. Es werden Informationen über das Gebäude und die Nutzung benötigt. Personen wollen noch ins Gebäude, Schaulustige wollen möglichst nah an das Geschehen. Gefahr: Falsche Einschätzung der Lage. Einsatztaktik

46 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Phase 2: Aufwuchsphase  Gezieltes Heranführen von Kräften,  Gliederung der Einsatzstelle  Logistik Charakteristik: Lage entwickelt sich nur noch langsam oder konnte stabilisiert werden, erste Erfolge sind zu verzeichnen, es kann ein Lagebild gezeichnet werden, ein Einschätzen der Lage ist möglich. Weitere Einsatzkräfte sind eingetroffen, Führungskräfte übernehmen Teilaufgaben. Erster Zugführer übernimmt Brandbekämpfung und begibt sich ins Depotgeschoss. Er beginnt mit mehreren Trupps eine aggressive Brandbekämpfung um schnellen Erfolg zu haben. Erste Kräfte werden ausgetauscht. Führungsgruppe / -stab bildet sich. Fachberater/ -kräfte werden angefordert. Logistik wird aufgebaut. Gefahr: Aufbau v Parallelstrukturen, zu früh begonnene Offensive ohne genügend Kräfte. Einsatztaktik

47 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Phase 3: Offensive  Offensives Abarbeiten mit den eingetroffenen Ressourcen Charakteristik: Es stehen ausreichend Kräfte zur Verfügung, um die Schadenlage offensiv zu bekämpfen. Ein umfassendes Lagebild steht zur Verfügung. Reserven können gezielt und ausreichend gebildet werden. Führungsgruppe/ -stab hat Führung übernommen. Weitere Kräfte müssen ausgetauscht werden. Gefahr: erschöpfte Kräfte, zu späte und unzureichende Versrgung mit Nachschub, Aufbau einer Infrastruktur und Logistik wird versäumt Einsatztaktik

48 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Phase 4: Konsolidierungsphase  Rückkehr zur Normalität Charakteristik: Wiedererrichten verloren gegangener Infrastruktur, Aufbau einer Ersatzversorgung und Unterbringung Betroffener, psychosoziale Betreuung von Betroffenen, Angehörigen und Einsatzkräften, kriminalpolizeiliche Ermittlungstätigkeit, Dokumentation und Auswertung. Entsprechende Fachkräfte nehmen Arbeit auf, Betroffene werden zur Wohnung begleitet oder von der Stadtverwaltung untergebracht. Einsatzkräfte der FW werden betreut. Gefahr: Nachbereitung und Auswertung der Lage und des Ereignisses findet nicht statt. Einsatztaktik

49 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr Hochhausbrände stellen höchste Anforderungen an das Rettungspersonal ! Der Kräfteansatz ist sehr hoch ! Als Grundschutz gilt mindestens 4-5 Staffel LF ! (2 St BK u. Depot, 1 St Belü. u Kontr., 1 St Wasser, 1 St Räum) Es werden speziell ausgebildete Führungskräfte benötigt ! Die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen muß speziell geübt werden ! Gezielte und abgestimmte Maßnahmen ergreifen ! SER sind dringend erforderlich ! Sinnvoll räumen und betreuen ! aggressive Brandbekämpfung mit dem Willen zum schnellen Erfolg ! Einsturzgefahr ist sehr unwahrscheinlich ! Komplexe Winddruckverhältnisse erfordern regelmäßig ein Belüftungsgesamtkonzept und eine entsprechende Ausbildung !

50 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr  Einsatzabschnitte bilden: Brandbekä., Entrauchung u Kontrolle, Wasservers., Räumung  Nicht innen und außen, sondern nach Aufgaben  Depotgeschoss einrichten ! Zugführer sofort ins Depotgeschoss !  Mind. eine notfallmed. Komponente sofort ins Depotgeschoss !  Den A-Trupp sofort 3 – fach besetzen und hoch ins Depotgeschoss! 2x BK, 1x R-Trupp  Atemschutzeinsatzüberwachung im Depotgeschoss stationieren !  Gerät mit dem Aufzug hierher fahren !  Leichtes Marschgepäck für den Trupp auf dem Weg nach oben ! Trupps rüsten sich erst oben aus !!!  Auf dem Weg nach oben Steigleitungen kontrollieren.  Gezielt mobile Rauchverschlüsse einsetzen… nicht nur zur Brandwohnung  Jeder Einsatzabschnitt handelt eigenverantwortlich  Nur leistungsfähige Löschfahrzeugpumpen verwenden !  Zweifach Einspeisung wenn möglich  Drehleitereinsatz ab 8. OG sinnlos >>>> Nicht in Stellung bringen, Personal nutzen.  Bereitstellungsraum ?  Reihenfolge Räumung : Ereignisgeschoss, darüber (max.4 Etagen), darunter (max. 1 Etage)  Alle anderen Etagen darüber und max. 3 darunter kontrollieren, >> Verweilprinzip Einsatztaktik

51 Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr

52 Quellenangabe FwDv 100 Hochhausbrandbekämpfung Kohlhammer Verlag Musterbauordnung Musterhochhausrichtlinie Dipl.-Ing. G. Plischek, -- Hochhausproblematik für die Feuerwehr


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