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Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Lernerfolge durch Individualisierung: Lernende lernen (mehr) Lehrende sind zufrieden(er) 26.03.2014Elisabeth Kossmeier, PH OÖ1.

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1 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Lernerfolge durch Individualisierung: Lernende lernen (mehr) Lehrende sind zufrieden(er) Elisabeth Kossmeier, PH OÖ1

2 Relevanz für den Religionsunterricht? Fragen & Thesen: Geht es im R- Unterricht schon von der Thematik her nicht prinzipiell um das Individuum? Interessieren sich R-Lehrer/innen mehr als andere L/L für die einzelnen Schüler/innen und ihre Befindlichkeiten? (Kummertanten und –onkeln) R-Lehrer/innen holen die Schüler/innen in ihrer jeweiligen Lebenswelt ab (Wahl der Lerninhalte) R-L/L haben wie alle anderen L/L Lerninhalte zu vermitteln, zu prüfen, Matura anzunehmen, Noten zu geben! Wie kann das gehen? R-Lehrer/innen sind mehr als andere L/L auf intrinsische Motivation der Sch/Sch angewiesen! (Nähe nimmt Angst? Fach genießt wenig Respekt?) R-Lehrer/innen geben der persönlichen Beziehungskultur zu den einzelnen Sch/Sch viel Raum

3 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Erstüberlegung in Bezug auf die Relevanz von Individualisierung im R-Unterricht Was tun wir als Religionslehrer/innen sowieso? Was können wir gut? Worin liegt unsere Stärke als R-Lehrer/innen in Bezug auf Individualisierung? Was möchten wir besser können? Wo sehen wir für uns mehr Weiterbildungsbedarf? Kartenmoderation auf 2 Stellwänden

4 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Worin unterscheiden sich Lernende? Herkunft Kultur, soziale Schicht Lebensalter Geschlecht Kognitive Fähigkeiten Vorkenntnisse Lernstile und Arbeitstempo Persönliche Motivation und Willenshaltung Elisabeth Kossmeier, PH OÖ4

5 James Webb (2002) (...) we concentrate our time and resources on students who conform and make our school system look good (...) Hans Jörg Herber (1983) : Ob ein bestimmter Schüler Erfolg oder Misserfolg bei einer bestimmten Aufgabe haben wird, hängt wesentlich davon ab, inwieweit sein Schaltplan als Lernvoraussetzung mit dem Schaltplan des Lehrers oder Lehrbuchautors als Lehrvoraussetzung übereinstimmt oder nicht. Lehrbuch und Lehrer/in machen oft gute bzw. schlechte Schüler/innen! Elisabeth Kossmeier, PH OÖ5

6 Der konstruktivistische Lernbegriff Elisabeth Kossmeier, PH OÖ6

7 Der konstruktivistische Lernbegriff Förster, 1985: Schwarze Kisten Elisabeth Kossmeier, PH OÖ7 INPUT OUTPUT Förster: Nach dem wenn –dann – Prinzip funktionieren nur Trivialmaschinen Verarbeitung oder sonstiger Umgang mit dem Input – Lernen als höchst individueller Prozess – als persönliches Konstrukt

8 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Trivialmaschine (A.Müller: mehr ausbrüten, weniger gackern hep 08) Elisabeth Kossmeier, PH OÖ8

9 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ9 Didaktische Wende 1 Von Angebotsorientierung zu Nutzungsorientierung These: Unterricht hat im Normalfall eine hohe Angebotsqualität. Will man die Wirksamkeit von Unterricht erhöhen, muss man die Nutzungsqualität steigern (50:50!!) –Weg vom Vortragen hin zum Fragen und Zuhören –Weg vom Auswendiglernen hin zum Konstruieren und Generieren von Wissen durch gute Aufgaben –Auf individuelle Unterschiede wird durch entsprechende Wahl- und Pflichtaufgaben Rücksicht genommen

10 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Didaktische Wende 2 Von Kontrollorientierung zu Autonomieförderung L/L verbringen mehr Zeit mit Zuhören L/L bieten flexible Lernumgebungen und Wahlmöglichkeiten an. L/L bieten lösungsorientierte Hilfe in Form von Fragen an (was ist dein Problem? Welche Ideen hast du?) L/L loben die Qualität der Leistungen vergleichsweise öfter Elisabeth Kossmeier, PH OÖ10

11 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ11 Aus: Andreas Müller: mehr ausbrüten, weniger gackern, hep-verlag 2008

12 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Warum tendieren L/L eher zu Kontrolle? Elisabeth Kossmeier, PH OÖ12

13 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Konsequenzen für den Unterricht Elisabeth Kossmeier, PH OÖ13

14 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 14 ICH-Bezüge Frage nach den individuellen Stärken Lernstandserhebung Kernidee /der persönliche Angelpunkt Meine Fragen, mein Interessensschwerpunkt... – Ich Bezüge in Arbeitsaufträgen Selbstentscheidung bezüglich des Produktes Reflexion über den Lernzuwachs

15 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Von Stärken ausgehen!

16 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ16 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 17./ St.Pölten

17 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 17 Vorschläge für Ich-Bezüge in Arbeitsaufträgen Wie stellt sich für dich als jungen Menschen das Thema dar? Wo und wie siehst du dich in deinem Leben damit konfrontiert? Was weißt du schon darüber? Welche Position zur Themenstellung nimmst du ein? Was interessiert dich an deinem Thema am meisten? Worüber möchtest du in erster Linie mehr als bisher erfahren, lernen? Versuche Menschen, denen du eine Expertise oder eine interessante Einstellung zum Thema zutraust, zu deinem Thema zu befragen (Interview). Nach der Arbeit: Schreibe eine Reflexion: Was war beim Arbeiten deine beste Erfahrung? Welche Gewinn siehst du für dich? In welchem Verhältnis stand für dich der Aufwand zum Profit? Was hat dir weniger gebracht? Wo fandest du die Hilfe, die du brauchtest?

18 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ18 Lernen ist Dialog Lernende mit sich selbst Lernende mit dem Lernstoff Lernende mit anderen Lernenden Lernende mit Lehrenden Lehrende mit sich selbst Lehrende mit dem Lernstoff Lehrende mit Lehrenden Kernidee Sinnstiftendes Kommunizieren ICH – Bezüge !!!

19 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ19 Übung Singuläre Dimension des Lernens: Was klingt in mir nach von diesem Vortrag? Was ist das mir Wesentliche, das mich in irgendeiner Form, aus irgendeinem Grund bewegt? Schreiben Sie in einigen Sätzen auf, was Ihnen persönlich zu der letzten Stunde einfällt! Was ist Ihnen persönlich wichtig und wesentlich? Was war für sie wertvoll? – warum? Was denken Sie? (Einzelarbeit, 3 Minuten) PS: Schreiben Sie bitte leserlich

20 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ20 Methode Sesseltanz Legen Sie Ihren Text auf Ihren Platz und gehen Sie herum, lesen Sie mindestens 3 Texte Ihrer Kolleg/innen. Finden Sie einen Satz, eine Wendung, im fremden Text, der Ihnen besonders gut gefällt – unterstreichen Sie ihn und erklären Sie (schriftlich), was Ihnen gefällt und warum – und was Sie denken. (10 Minuten) Kehren Sie zu Ihrem eigenen Text zurück, schließen Sie sich mit noch 5 anderen Kolleg/innen zusammen und fertigen Sie aus den unterstrichenen Textteilen einen gemeinsamen assoziativen Text zum Thema! ( 5 Min.) Lesen Sie diesen Text vor! (5 Minuten)

21 Einstieg Theseninterview Selbstwirksamkeitserleben Selbstattribuierung Gewissheitsorientierte versus Ungewissheitsorientierte Erlernte Hilflosigkeit Misserfolgsängstliche versus Erfolgszuversichtliche Underachiever Elisabeth Kossmeier, PH OÖ21

22 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Das dialogische Lernen (Urs Ruf / Peter Gallin, Uni Zürich) Die singuläre und die reguläre Dimension des Lernens Die Kernidee Ich – Bezüge in Arbeitsaufträgen Das Lernjournal / Portfolio Elisabeth Kossmeier, PH OÖ22

23 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 23 Die Kernidee Lehrende finden heraus, was sie individuell an einer Thematik oder einem Lernstoff am meisten bewegt und antreibt, was für sie die Quintessenz des Ganzen ist. Daraus lässt sich dann unschwer ein geeigneter Einstieg in das Thema finden, der große Chancen auf Erfolg bei den Lernenden hat: Was (auch emotional) die Person der/des Lehrenden bewegt, kann leichter als Funke auf Lernende überspringen

24 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Das dialogische Lernen betont zwei gleichwertige Dimensionen des Lernens Die singuläre Dimension des Lernens: Was denke ich, fühle ich, will ich, weiß ich, möchte ich wissen. Wie siehst du die Sache, was ist uns in der Klasse von Bedeutung. Die Dimension richtig/falsch gibt es nicht. Die reguläre Dimension des Lernens: das Erlernen fachwissenschaftlich fundierter Lerninhalte. Richtig/falsch - Dimension Beide Dimensionen sind gleich wichtig. Beide werden in die Leistungsbewertung mit einbezogen! dialogisches Lernen am WRG Wels

25 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Ich iI Du iI Wir iI Lösung Fragen Treiber! Waagrechte Dimension: Dimension des Regulären (Defizitperspektive, Instruktionskonzept, Noten, ) die Sprache des Verstandenen (Wagenschein) Senkrechte Dimension: Dimension des Singulären, Entwicklungsperspektive, Dialogisches Konzept, Lehrer bewertet die Auseinandersetzung und stellt weiterführende Fragen. Die Sprache des Verstehens (Wagenschein) LösungWirIchDu

26 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ26 … innehalten und nachdenken … Die singuläre Dimension des Lernens Was ist mir am Stoff wichtig? was denkst du? was alles können wir lernen? Ständiges Nachdenken über den eigenen Lernprozess (Lernjournal): –Was brauche ich noch? –Was interessiert mich am meisten? –Wo sehe ich meine Stärken? –Wo meine Probleme?

27 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Eine Handreichung für Lehrer/innen mit vielen praktischen Beispielen und Anregungen für den Unterricht. Zielpublikum sind Lehrer/innen aller Schulformen und Fächer. Selbstkostenpreis: 5 zu bestellen bei der Autorin: Elisabeth Kossmeier, PH OÖ27

28 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Elisabeth Kossmeier, PH OÖ28 Die fünf Meilensteine der Individualisierung

29 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Der Blick auf die Schwierigen Underachiever Misserfolgsängstliche versus Erfolgzuversichtliche Gewissheitsorientierte versus Ungewissheitsorientierte Erlernte Hilflosigkeit Fähigkeitsselbstkonzept und Selbstattribuierung Elisabeth Kossmeier, PH OÖ29

30 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Neue Aufgabenstellung Die Bedeutung des Lernprozesses Standards und Individualisierung treffen einander im Kompetenzen-orientierten Unterricht Die Bedeutung innerer Differenzierung durch Wahl- und Pflichtaufgaben, durch Aufgaben für unterschiedliche Intelligenzen, unterschiedliche Denkmodalitäten, unterschiedliche Komplexitätsgrade usw Elisabeth Kossmeier, PH OÖ30

31 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Leistungsbewertung ENDPRÜFUNGEN (SUMMATIVE BEWERTUNGEN) haben schwer wiegende Rückwirkungen auf das Lernen, u.a. - learning and teaching to the test, -Der Blick richtet sich auf das Produkt, nicht auf die Leistung! - die Note ist wichtig und muss nicht mit der Leistung zusammen passen! - geringere intrinsische Motivation, - minimalistische Lernstrategien, - Prüfungsangst und kleineres Selbstwertgefühl, v.a. bei lernschwachen S/S (Th. Stern: Förderliche Leistungsbewertung. Wien ÖZEPS-Handreichung) Forschungen zeigen: Leistungsbewertung kann kontraproduktiv sein und das Lernen behindern.. 31

32 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ Leistungsbewertung LERNDIAGNOSE (FORMATIVE BEWERTUNG) und kontinuierliches Feedback führen zu höherer Motivation und Lernerfolgen – auch bei lernschwachen S/S, – insbesondere wenn auch Partner- und Selbstbewertung einbezogen werden (Th. Stern: Förderliche Leistungsbewertung. Wien 2008 ) - Die Leistung tritt in den Mittelpunkt - Lernende erleben Eigenverantwortung - Selbstwirksamkeitserleben und damit auch besseres Selbstbewusstsein wird möglich Forschungen zeigen aber auch: Leistungsbewertung kann das Lernen wirkungsvoll unterstützen! 32

33 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 6. überprüfen, was wichtig ist, nicht das, was leicht zu überprüfen ist Didaktische Wende: überprüft werden soll in erster Linie das KÖNNEN, nicht das WISSEN – Kompetenzenorientierter Unterricht. Stern, S.34 ff Es ist sinnvoll, auch Fortschritte bei Planungs-, Organisations- und Rechercheleistungen, Teamkooperation, Diskussionsbeiträgen, Argumentieren, Aufbau von Selbstvertrauen und Werthaltungen zu überprüfen und in jedem Fach als Leistungen anzuerkennen. 33

34 Elisabeth Kossmeier, PH OÖ 26. März Kompetenzenraster für alle Fächer und alle Arbeiten (www.thillm.de) Ziel:


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