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Islamic Finance – Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 22. September 2011 Dr. Leila Momen & Zaid El-Mogaddedi.

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Präsentation zum Thema: "Islamic Finance – Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 22. September 2011 Dr. Leila Momen & Zaid El-Mogaddedi."—  Präsentation transkript:

1 Islamic Finance – Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 22. September 2011 Dr. Leila Momen & Zaid El-Mogaddedi

2 Seite 2 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 7.Ansprechpartner

3 Seite 3 22. September 2011 1. Einleitung Aktualität von Islamic Finance Islamic Finance – shariakonforme Finanzierungen und Finanzanlagen Ein (immer wieder) aktuelles Thema Auch und gerade vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise(n) Zusammenhang zwischen Islamic Finance und Finanz- und Wirtschaftskrise(n)? Vermeidung einer Finanzkrise durch Islamic Finance? Islamic Finance als Alheilmittel? Alternative zu konventionellen Finanzierungen und Finanzanlagen

4 Seite 4 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 7.Ansprechpartner

5 Seite 5 22. September 2011 2. Marktüberblick Volumen des Islamic Finance-Marktes (Global) Vermögenswerte der Top 500 islamischen Banken (Quelle: Standard & Poors, Islamic Finance Outlook 2010) 822 Mrd. USD Ende 2009, Anstieg um 29% (639 Mrd. USD in 2008) Weitere islamische Vermögenswerte Sharia konforme Fonds, in der Mehrzahl Aktienfonds Gesamtvolumen 52,3 Mrd. USD Ende 2009 (Quelle: Ernst & Young, Islamic Funds & Investment Report 2010) Sukuk(s) (Islamische Anleihen) stellen mit einem (kumulierten) 116Mrd. USD-Anteil Ende 2010 10% des globalen Islamic Finance-Marktes dar (Quelle: Standard & Poors, Islamic Finance Outlook 2010) Takaful (islamische Versicherungen) weltweite Versicherungsbeiträge sollten 2010 8,9 Mrd. USD erreicht haben (Quelle: Ernst & Young, The World Takaful Report 2010) Investmentgesellschaften (inkl. Private Equity) steigende Zahl von islamischen Investmentgesellschaften, das Volumen der islamischen PE-Branche soll bis 2011 auf 40 Mrd. USD anwachsen (Quelle: Islamic Investment Banking 2009, yasaar media, S. 12) 1) Quelle: Standard & Poors, Islamic Finance Outlook 2010 Der aktuelle Islamic Finance-Markt wird auf 1 Bill. USD beziffert, mit weiter steigender Tendenz 1

6 Seite 6 22. September 2011 2. Marktüberblick Volumen des Islamic Finance-Marktes (Global) Sukuk Marktdaten Während in 2009 insgesamt Sukuk(s) im Gesamtwert von ca. 34 Mrd. US-Dollar emittiert wurden, waren es in 2010 insgesamt 50,6 Mrd. US-Dollar. Die Anzahl der corporate Sukuk(s) stieg um 138% von 82 Emissionen auf insgesamt 195 in 2010 (in 2009 waren es insgesamt 131). Nach Ländern hatten Malaysia (54,1%), Indonesien und an 3. Stelle Saudi Arabien (KSA) den größten Anteil an Sukuk-Emissionen. Die wichtigsten Sukuk Emissionen in KSA waren: Saudi Electricity Company (SEC) mit 7 Mrd. SR Islamic Development Bank (IDB) mit 500 Mio. US-Dollar Dar Al-Arkan (DAAR) mit 450 Mio. US-Dollar Saudi Bin Ladin (SBG) mit 187 Mio. SR Spread der Ausschüttungen lag zwischen IDB 1.7% und DAAR mit 10,75% 1) Quelle: IFIBAF Research 2011 Der aktuelle Islamic Finance-Markt wird auf 1 Bill. USD beziffert, mit weiter steigender Tendenz

7 Seite 7 22. September 2011 2. Marktüberblick Volumen des Islamic Finance-Marktes – GCC und Asien Marktanteil islamischer Bank-Assets in den GCC-Staaten beträgt 26% innerhalb der Golfregion besitzt Saudi-Arabien den größten Anteil mit 37% 24 islamische Banken in fünf GCC-Staaten Ende 2008 ( Saudi Arabien, VAE, Kuwait, Qatar und Bahrain) Malaysia ist auch das global führende Islamic Banking Zentrum mit 30 islamischen Banken und 9 Takaful Unternehmen (Quelle: Standard & Poors, Islamic Finance Outlook 2010) Angebot von islamischen Finanzdienstleistungen nicht nur in den GCC-Staaten (bzw. MENA-Region) und Südostasien (Malaysia), sondern auch in den USA, Kanada, Australien und innerhalb Europas, insbesondere in Großbritannien, in der Schweiz, in Luxemburg, zuletzt auch in Frankreich Angebot von islamischen Finanzdienstleistungen nicht nur in der GCC/MENA- Region und Südostasien, sondern auch in Europa

8 Seite 8 22. September 2011 2. Marktüberblick Muslime in Europa 0,33 0,35 1 1 1,1 1,5 4,3 5,5 5,9 25 Österreich Schweiz Italien Niederlande Bulgarien Großbritannien Deutschland Frankreich Europäischer Anteil der Türkei Russland Anzahl der Muslime in der Welt: 1.600 Mio. in Europa: 54 Mio. in der EU: 16 Mio. in Deutschland: 4,3 Mio. Anzahl der Muslime in der Welt: 1.600 Mio. in Europa: 54 Mio. in der EU: 16 Mio. in Deutschland: 4,3 Mio. 27 % der Muslime innerhalb der EU leben in Deutschland Quelle: www.remid.de

9 Seite 9 2. Marktüberblick Islamic Finance in Deutschland Bafin-Konferenz am 29.10.2009, Frankfurt und Islamic Finance Conference am 18.11.2010, Frankfurt Schaffung eines regulatorischen Rahmens für Islamic Finance in Deutschland Ziel 1 Der muslimischen Bevölkerung in Deutschland sollen Finanzprodukte angeboten werden können, die ihren religiösen Vorschriften entsprechen Ziel 2 Lenkung zusätzlicher Kapitalströme Richtung Deutschland Erste Initiativen in Deutschland Eröffnung der ersten teil-lizenzierten islamischen Bank in Baden-Württemberg Erster aktiv gemanagter islamischer Aktienfonds für deutsche Privatkunden Anlagebedarf des Islamic Finance Marktes und Kapitalbedarf in der deutschen Realwirtschaft 22. September 2011 Marktpotenzial für Islamic Finance auch in Deutschland, jedoch bislang kein (bzw. kaum) Angebot

10 Seite 10 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 7.Ansprechpartner

11 Seite 11 22. September 2011 11 3. Islamic Finance Grundlagen Religiöser Hintergrund von Islamic Finance Aqida (Glaubensgrundsätze) Islam Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Research IFIBAF Sharia (Normensystem/ Rechtsrahmen) Akhlaq (Moral & Ethik) Ibada (Mensch-Gott-Beziehung) (beinhaltet z.B. Gebet, Zakat, Hadsch) Fiqh ul Muamalat (Mensch-Mensch-Beziehung) Soziale Aktivitäten Ökonomische AktivitätenPolitische Aktivitäten

12 Seite 12 22. September 2011 Die Grundlagen von Islamic Finance richten sich nach der Sharia 1) und der daraus abgeleiteten Rechtsprechung (Fiqh), welche auf folgenden Primärquellen basieren Quran Das vom Schöpfer offenbarte Wort an den Propheten Mohammad Sunna Das überlieferte und beispielhafte Verhalten des Propheten Die Sunna dient als Vorbild für das Handeln der Muslime und ist die praktische Umsetzung der quranischen Aussagen 1) Shariah ist das Islamische Normensystem mit klaren Zielen (Maqasid al-Shariah), wörtlich bedeutet Sharia der Weg zur Tränke 12 3. Islamic Finance Grundlagen Religiöser Hintergrund von Islamic Finance

13 Seite 13 22. September 2011 Weitere anerkannte Quellen zur Rechtsfindung Al-Idschma Juristischer Konsens der muslimischen Gelehrten in der Zeit nach dem Propheten Al-Qijas der Analogieschluss Al-Ischtihad Umfassende geistige Auseinandersetzung eines Gelehrten, um die Shariah-Norm zu erkennen Historisch bedingt haben sich 4 große sunnitische Fiqh-Meinungen (Rechtsschulen) entwickelt: Hanafitische Denkschule nach Abu Hanafi Malikitische Denkschule nach Malik ibn Anas Schafiitische Denkschule nach Al Shafi´s ibn Mohammad Idris Hanbalitische Denkschule nach Ahmad ibn Hanbal 13 3. Islamic Finance Grundlagen Religiöser Hintergrund von Islamic Finance

14 Seite 14 3. Islamic Finance Grundlagen Religiöser Hintergrund von Islamic Finance Islamic Finance ist nichts Exotisches und steht im Trend der Zeit! Grundgedanken des Islamic Finance sind in allen Religionen, insbesondere den monotheistischen Religionen enthalten Grundprinzip der Gerechtigkeit, auch im Wirtschaftsleben Fairer Ausgleich (von Chancen und Risiken) Keine Ausbeutung bzw. keine Übervorteilung anderer Daraus abgeleitete Kernelemente Zins- und Wucherverbot Prinzip der Gewinn- und Verlustteilung Verbot von Unsicherheit und Spekulation Verbot von Glücksspiel Verbot des Hortens von Geld 22. September 2011

15 Seite 15 22. September 2011 15 Verbot der Investition in ethisch unerwünschte Branchen (industry screening) Alkohohl Tabak Drogen Schweinefleisch Rüstung Pornographie Glücksspiel Unternehmen, die große Teile ihrer Gewinne aus Geldzinsen erwirtschaften (Banken, Finanzdienstleister, Versicherungen) Industry- Screening Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Research IFIBAF 3. Islamic Finance Grundlagen Industry-Screening, Financial-Ratio Screening, Quality Screening Islamisch-konforme Produkte kommen einem ethischen oder nachhaltigem Investment sehr nahe Islamisch-konforme Investments müssen einem Industry-, Financial-Ratio- und Quality-Screening unterzogen werden

16 Seite 16 22. September 2011 16 Financial Ratio- Screening Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Research IFIBAF Förderung des Allgemeinwohles Prüfung ethischer Grundprinzipien (Verbot von Kinderarbeit, faire Löhne/Verträge, Umweltrichtlinien) Quality- Screening Ausschluss aller Unternehmen mit einem Verschuldungsgrad von 33% und mehr; deren Summe an liquiden Mitteln sowie zinsbasierten Wertpapieren 33% und mehr übersteigen; deren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 45% und mehr übersteigen; deren Zinseinnahmen über 5% liegen Islamisch-konforme Produkte kommen einem ethischen oder nachhaltigem Investment sehr nahe 3. Islamic Finance Grundlagen Industry-Screening, Financial-Ratio Screening, Quality Screening

17 Seite 17 22. September 2011 3. Islamic Finance Grundlagen Scharia-Board (Ethik Kommission) – Aufbau und Funktionen Beratung Prüfung / Zertifizierung Überwachung Scharia Board Beratung der Finanz- institution (Bank, Versicherung, Fonds) bei Investitionsvorhaben Prüfung von Finanzprodukten / Transaktionen auf Schariakonformität Erstellung von Rechtsgutachten (Fatwa) Zertifizierung dient als Nachweis für Sharia- konformität Laufende Unterrichtung des Shariah-Boards durch das Management über die Geschäfts- prozesse und Anlage- entscheidungen Laufende Überwachung von Transaktionen / Finanzprodukten zum Kundenschutz Mindestens drei Gelehrte, die über Expertise im islamischen Wirtschaftsrecht verfügen Sehr aufwendige Ausbildung zum so genannten Scharia Scholar Zusammensetzung Das Shariah-Board ist ein Gremium von islamischen Gelehrten, das die Funktion eines Advisory-Boards (religiöser Aufsichtsrat) übernimmt Sämtliche schariakonforme Finanzdienstleistungen und -produkte bedürfen der Überprüfung und Zertifizierung durch ein Scharia Board. Funktion / Notwendigkeit Das Scharia-Board ist ein notwendiges Element des Islamic Finance, ein über- geordnetes suprantionales Shariah-Board wird vor allem aus Gründen der Vereinheitlichung von Fatwas diskutiert Quelle: Eigene Darstellung

18 Seite 18 22. September 2011 18 Organisationen Gründung der Accounting und Auditing Organisation for Islamic Financial Institutions (AAOIFI) 1991, Sitz in Bahrain Standardisierungsinstitution für islamische Finanzdienstleister Hat seit Gründung 70 Standards erlassen in den Bereichen interner und externer Rechnungslegung, Corporate Governance und ethischer Aspekte von islamischen Finanzinstitutionen Mitglieder sind 180 islamische Finanzdienstleister aus über 46 Ländern Gründung des Islamic Financial Services Board (IFSB) 2002, Sitz in Kuala Lumpur Die IFSB soll die Stabilität und Zuverlässigkeit der islamischen Finanzindustrie erhöhen Fokussierung auf die Gestaltung der Regulierungs- und Aufsichtssysteme für den Kapitalmarkt 164 Mitglieder, davon 41 Regulierungs- und Aufsichtsbehörden 3. Islamic Finance Grundlagen Wichtige Organisationen Die beiden Organisationen tragen wesentlich zur Harmonisierung der Standards bei

19 Seite 19 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeit(en) für Unternehmen 7.Ansprechpartner

20 Seite 20 22. September 2011 4. Islamic Finance Vertragsmodelle Überblick Islamic Finance Vertragsmodelle Eigenkapitalbasierte Modelle Strukturierte Modelle Musharaka Mudaraba Murabaha Tawarruq … Sukuk Sukuk-al-Ijara … Fremdkapitalbasierte Modelle

21 Seite 21 22. September 2011 Eigenkapitalbasierte Modelle Beteiligungsfinanzierungen Unternehmerisches Engagement der Partner sowie Einbringung von Risikokapital in die Partnerschaft Musharaka und Mudaraba und Mischformen Anwendungsbeispiele Asset Management: Venture Capital und Private Equity Fonds (auch in Form von Immobilienfonds) Eigenkapitalbasierte Finanzierungen: Diminishing Musharaka bei privater Baufinanzierung, Mudaraba-basiertes Takaful-Modell 4. Islamic Finance Vertragsmodelle Überblick

22 Seite 22 22. September 2011 4. Islamic Finance Vertragsmodelle Überblick Fremdkapitalbasierte Modelle Vereinbarungen, die keine unternehmerische Initiative des Kapitalgebers/der Bank erfordern Sachmittelkredite statt Geldmittelkredite Geschäftliche Transaktionen, die an die Anschaffung und Veräußerung einer Ware geknüpft sind Vereinbarung eines festen Gewinnaufschlags anstelle eines Zinses Murabaha und Tawarruq zur Finanzierung von Produktions- bzw. Konsumgütern Einsatz auch bei Projekt- und Akquisitionsfinanzierungen

23 Seite 23 22. September 2011 4. Islamic Finance Vertragsmodelle Überblick Strukturierte Finanzierungen Eigenkapital- und fremdkapitalbasierte Techniken werden miteinander kombiniert (hybride Instrumente) Strukturierte Finanzierungen i.e.S. insbesondere in Form von Sukuk Insbesondere zur Finanzierung von Projekten Stets große Investitionssummen Verschiedene Sukuk-Formen, z.B. Sukuk-al-ijara, Verwendung dieser Sukuk-Form beim Sachsen-Anhalt-Sukuk Je nach Grundgeschäft eher eigenkapitalbasiert oder fremdkapitalbasiert

24 Seite 24 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeit(en) für Unternehmen 7.Ansprechpartner

25 Seite 25 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Musharaka – Grundmodell (Islamische) Bank (Partner / Sharik) Unternehmer (Partner / Sharik) Gewinn- und Verlustbeteiligung Bar-/ Sacheinlage Musharaka Gesellschaft / Partnerschaft Bar-/Sacheinlage

26 Seite 26 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Musharaka – Sharia-Rahmenbedingungen Partnerschaft zwischen der Bank und einem Unternehmer Beide Parteien bringen Kapital (einschließlich Sachgüter) ein Beide Parteien sind grundsätzlich zur Geschäftsführung berechtigt Aufteilung des Gewinns nach einem im voraus festgelegten Verteilungsschlüssel Verluste werden von den Parteien im Verhältnis zu den gehaltenen (Kapital)Anteilen getragen Keine Haftungsbegrenzung auf die Kapitaleinlage (beide Parteien haften unbegrenzt persönlich und gesamtschuldnerisch) Verschiedene Unterformen, z.B. Permanent Musharaka und Diminishing Musharaka Musharaka wird in der Regel zur Durchführung von Joint Ventures eingesetzt

27 Seite 27 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Mudaraba – Grundmodell (Islamische) Bank (Kapitalgeber / Rabb-ul-mal) Unternehmer (Manager / Mudarib) Mudaraba stille Gesellschaft Gewinn- und Verlustbeteiligung Einbringung Geschäftsidee und Managementkenntnisse Einbringung von Kapital Gewinnbeteiligung

28 Seite 28 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Mudaraba – Islamische Rahmenbedingungen Vertrag zwischen Unternehmer und Bank, die sich als stiller Gesellschafter (an einem Investitionsprojekt) beteiligt Die Bank als Kapitalgeber (Rabb-ul-mal) reicht das benötigte Kapital an den Unternehmer aus Der Unternehmer (Mudarib) bringt seine Kenntnisse ein Verteilung der Gewinne gemäß einem vereinbarten Verteilungsschlüssel Verluste werden grundsätzlich von der Bank alleine getragen (bis zur Höhe der Einlage) Im Verlustfall erhält der Unternehmer grundsätzlich keine Vergütung für seine Tätigkeit Bei Beendigung des Mudaraba-Vertrags erhält die Bank neben der Rückzahlung des eingezahlten Kapitals idR auch einen Anteil am Ertrag der unternehmerischen Aktivität Bei der Mudaraba ist die Bank bzw. der Kapitalgeber stiller Gesellschafter

29 Seite 29 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele Anwendungsbeispiele - Venture Capital und Private Equity Fonds-Struktur GmbH & Co. KG (Initiator-KG) VC/PE Fonds Fondsmanager Kommanditist/en angestellt GmbH Management- gesellschaft Komplementär 0 % Kommanditist/en1 % (Veräußerungsgewinn carried interest 20 %) Kommanditist/en 99 % Investoren (Veräußerungsgewinn 80 %) Managementvertrag

30 Seite 30 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele Anwendungsbeispiele - Venture Capital und Private Equity Fonds-Struktur Zur Errichtung einer shariakonformen Personengesellschaft mit sowohl unbeschränkt als auch beschränkt haftenden Gesellschaftern (KG) muss auf eine Musharaka/Mudaraba-Mischform zurückgegriffen werden GmbH & Co. KG vorstellbar, bei der der unbeschränkt haftende Gesellschafter eine GmbH ist (also der Sharik, der auch Geschäftsführungsbefugnis hat, somit auch Mudarib ist), die restlichen beschränkt haftenden Gesellschafter (Kommanditisten) sind Geldgeber bzw. Investoren (Rabb-ul-mals) Auch der carry ist shariahkonform (die Vertragsparteien können den Gewinnverteilungsschlüssel frei bestimmen, so dass überproportionale (Veräußerungs)Gewinnbeteiligungen möglich sind) Venture Capital und PE Fonds-Strukturen sind shariakonform

31 Seite 31 22. September 2011 Bank (Kapitalgeber) Kunde (Unternehmer / Privatperson) Verkäufer Zahlung des Kaufpreises 1. Verkauf der Ware Zahlung des Kaufpreises zuzügl. Gewinnaufschlag (in Raten / am Ende der Laufzeit) 2. Verkauf der Ware 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Murabaha – Grundstruktur

32 Seite 32 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle - Beispiele Murabaha – islamische Rahmenbedingungen Vertragsform, in der die Bank eine Ware zunächst für sich auf Veranlassung des Kunden kauft Der Kunde erwirbt dann aufgrund eines zweiten Vertrags die Ware von der Bank und erstattet der Bank den Betrag zuzüglich einer Profitmarge zurück Der Gewinn der Bank ergibt sich damit aus dem Weiterverkauf des Gutes und nicht aus der Überlassung des Kapitals Dem Kunden wird kein Geld für den Erwerb eines Wirtschaftsgutes zur Verfügung gestellt, sondern die Bank erwirbt die Ware und wird im ersten Schritt Eigentümer einschl. der damit verbundenen Risiken Die Zahlung des Kunden an die Bank kann zu einem späteren Zeitpunkt in Summe oder auch in Raten erfolgen Durch eine Murabaha-Konstruktion soll shariahkonform Fremdkapital zur Verfügung gestellt werden, es wird ein Kreditsurrogat geschaffen

33 Seite 33 22. September 2011 6. Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele Sukuk – Islamische Rahmenbedingungen Sukuk (im Singular Sakk)werden oft als shariakonforme Anleihen bezeichnet Sie verbriefen jedoch kein Schuldverhältnis, sondern sollen Miteigentum an einem oder mehreren konkret spezifizierten Vermögensgegenständen verkörpern Sukuk basieren auf shariah-konformen Grundmodellen AAOIFI hat in ihren Standards insgesamt 14 Formen definiert, z.B. Sukuk al-Ijara Sukuk al-Musharaka Sukuk al-Mudaraba Sukuk al-Murabaha Durch die Emission der Sukuk refinanziert der Emittent seine Zahlungsverpflichtungen aus dem Grundgeschäft Der Sakk steht zwischen Anleihe und Beteiligung (hybrides Instrument)

34 Seite 34 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 7.Ansprechpartner

35 Seite 35 22. September 2011 6. Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten Deutsch-Islamischer Mittelstandsfonds Attraktiv sind Unternehmen aus folgenden Branchen: Biotechnologie Raumfahrt Erneuerbare Energien Telekommunikation Transport (Luftfahrt, Schifffahrt, Schiene) Besonders interessant sind Unternehmen, die nicht ausschließlich am Export, sondern auch an lokalen Engagements (z.B. in Form von Joint Ventures) in islamischen Ländern interessiert sind Unternehmen aus einigen Branchen sind aus religiösen Gründen ausgeschlossen (z.B. Rüstung, Spiel & Wette, Alkohol etc.) Die Möglichkeiten, Islamic Finance anzubieten, werden fast kaum genutzt

36 Seite 36 22. September 2011 6. Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten Deutsch-Islamischer Mittelstandsfonds Mögliche Interessenten für Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen Staatsfonds Pensionsfonds Versicherungen Family Offices aber auch Einzelpersonen aus islamischen Ländern stellen eine zunehmend interessante (und interessierte) Investorenbasis für deutsche mittelständische Unternehmen dar Finanzierung durch hybride Kapitalinstrumente Mezzanine-Kapital (z.B. Genussscheine) Anforderungen einer shariakonformen Mudaraba-Struktur werden erfüllt Das GCC-Investorenverhalten ist heute geprägt von aktiver Beteiligung

37 Seite 37 22. September 2011 Agenda 1.Einleitung 2.Marktüberblick 3.Islamic Finance Grundlagen 4.Islamic Finance Vertragsmodelle - Überblick 5.Islamic Finance Vertragsmodelle – Beispiele 6.Konkrete alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen 7.Ansprechpartner

38 Seite 38 22. September 2011 7. Ansprechpartner Dr. Leila Momen Diplom-Kauffrau Steuerberaterin Senior Manager National Office Tax Tel.: +49 (6196) 996 10933 Mobil:+49 (160) 939 10933 Email: leila.momen@de.ey.com Zaid el-Mogaddedi Founder & Managing Director Rheinstr. 21, 60 325 Frankfurt, Germany Fon: +49 (0)69-7430 6847 Fax: +49 (0)3212-1038752 Mail: zaid.el-mogaddedi@ifibaf.com Web: www.ifibaf.com

39 Seite 39 22. September 2011 Hinweise zu dieser Präsentation Die im Rahmen dieser Präsentation zur Verfügung gestellten Informationen können naturgemäß weder allumfassend noch auf die speziellen Bedürfnisse eines bestimmten Einzelfalls zugeschnitten sein. Sie begründen keine Beratung, keine andere Form rechtsverbindlicher Auskünfte oder ein rechtsverbindliches Angebot unsererseits. Diese Präsentation gibt unsere Interpretation der relevanten gesetzlichen Bestimmungen und die hierzu ergangene Rechtsprechung wieder. Diese Präsentation beruht auf dem Rechtsstand zum Zeitpunkt des Datums dieser Präsentation. Im Zeitablauf treten Änderungen bei Gesetzen, der Interpretation von Rechtsquellen sowie in der Rechtsprechung ein. Derartige Änderungen können eine Fortschreibung dieser Präsentation erforderlich machen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir ohne gesonderten Auftrag nicht verpflichtet sind, diese Präsentation auf Grund einer Änderung der zu Grunde liegenden Fakten bzw. Annahmen oder Änderungen in der Gesetzgebung oder Rechtsprechung zu überprüfen und gegebenenfalls fortzuschreiben. Wir übernehmen keine Gewährleistung oder Garantie für Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte dieser Präsentation. Soweit gesetzlich zulässig, übernehmen wir keine Haftung für ein Tun oder Unterlassen, das Sie allein auf Informationen aus dieser Präsentation gestützt haben. Dies gilt auch dann, wenn diese Informationen ungenau oder unrichtig gewesen sein sollten.


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