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Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./21.10.2008 PflegenomadInnen in Österreich legale und nichtlegale haushaltsunterstützende Betreuungsleistungen.

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1 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ PflegenomadInnen in Österreich legale und nichtlegale haushaltsunterstützende Betreuungsleistungen Dr. Tom Schmid FH St. Pölten / Sozialökonomische Forschungsstelle

2 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

3 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Ausgangslage Zahl der alten Menschen wird in Zukunft wachsen Spitze der Alterspyramide wird um 2050 erreicht werden Auswirkungen auf: Arbeitsmarkt Pensionssystem Gesundheitswesen Pflege Bildungssystem…

4 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Problem Multimorbidität Hohe Multimorbidität im Alter Z.B. Alzheimer- und Demenzinzidenz nach Alter 70 Jahre: 5% 80 Jahre: 10% 90+Jahre: 45% (Zahlen für Österreich 2001) Derzeit geringe Forschungsaktivitäten in diesem Bereich zu beobachten Rasch wachsender Pflegebedarf zu erwarten Mehr pflegebedürftige Menschen Längere Pflegeperioden im Leben der Menschen

5 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ PflegegeldbezieherInnen (1) Stufe zusammen in % 20,135,017,514,88,22,81,8 kumuliert 20,1 %55,1 %72,6 %87,4 %95,6 %98,4 %100 % Männer Frauen PflegegeldbezieherInnen nach Pflegestufen,

6 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ PflegegeldbezieherInnen (2) BezieherInnen am : Personen Davon rund im Ausland Rund Fälle zusätzlich ruhen (z.B. wegen Spitalaufenthalt) AlterMännerFrauenZusammen 0 – – – – Summe

7 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ /3 der BezieherInnen sind Frauen, 1/3 sind Männer 82% der BezieherInnen sind älter als 60 Jahre 47% der BezieherInnen sind älter als 80 Jahre das Pflegegeld kommt vor allem alten Menschen zugute und hilft, so lange wie möglich in der gewohnten Lebensumgebung zu bleiben Pflegegeld im Überblick

8 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Pflege und Hilfe rund PflegegeldbezieherInnen rund in Pflegeheimen Nur 1/3 der in Privathaushalten lebenden PG-BezieherInnen der Stufe 3 – 7 (etwa Personen) verfügen über Soziale Dienste Personen ( Vollzeit- Äquivalente) in Mobiler Pflege tätig 56 % HH, 22 % DKGP, 21 % APH

9 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Illegale BetreuerInnen Unklare Datenlage Schätzungen gehen von bis (aktuell bereits) Personen Hochrechnung: rund Personen (= Haushalte in Österreich) Realistischer Schätzwert: wir gehen von – ausländischen 24-Stundenkräften aus bei 2 Betreuungskräften pro Familie = – betroffene Haushalte / Familien Rund 1/3 Haushalte hat eine/n, BetreuerIn, 2/3 hat zwei oder mehr (Befragungsergebnis)

10 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Weitere HaushaltsarbeiterInnen Vergleichbare Bandbreite: Schätzungen ausländischer Putzfrauen: Bandbreite von bis (Profil ) Rund Au-pair in Österreich

11 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

12 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Das Pflegegeld hat den Zweck, in Form eines Beitrages pflegebedingte Mehraufwendungen pauschaliert abzugelten, um pflegebedürftigen Personen so weit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern sowie die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen Pflegegeldgesetz, § 1

13 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gleichlautendes Gesetz des Bundes und der neun Bundesländer Föderalismus Gleichbehandlung aller Betroffenen Leistungen sind einkommensunabhängig, steuerfrei und unabhängig vom jeweiligen Erwerbs- und Familienstatus finale und nicht kausale Leistung Rechtsanspruch und Klagerecht Vertragliche Verpflichtung der Länder, bis 2010 flächendeckend soziale Dienste auszubauen Begleitende Qualitätssicherung Gilt seit Pflegegeld im Überblick (1)

14 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ pauschalierte monatliche Leistung abhängig vom Pflegebedarf steuerfrei geht direkt an den pflegebedürftigen Menschen kann bei Missbrauch (Verwahrlosung) durch Sachleistung ersetzt werden Anspruch ab 3. Lebensjahr, unter Umständen früher ruht bei stationärem Aufenthalt (Spital) Taschengeld bei Heimaufenthalt Pflegegeld im Überblick (2)

15 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Qualitätssicherung und begleitende Qualitätskontrolle ist Bestandteil der Pflegesicherung Eine Stichprobe (1997, 10 % der BezieherInnen) ergab: Die Pflege ist ausreichend96,6% Die Pflege ist mangelhaft 3,4% Zusätzliche Hilfe empfohlen 6,7% Informationen empfohlen 5,6 % In der Regel wird das Pflegegeld nicht missbräuchlich verwendet! Qualitätssicherung

16 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ In Bezug auf pflegende Angehörige sind folgende Probleme zu erkennen und bedürfen einer Weiterentwicklung Informationsmangel (noch) mangelhafter Ausbau sozialer Dienste Keine erschwingliche (legale) 24-Stunden-Betreuung Mangelnde Erholungs- und Vertretungsmöglichkeit für die Pflegeperson(en) Mangelnde flexible Angebote für spezielle Betreuungsbedürfnisse Qualitätsentwicklung

17 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gemeinsam mit dem Pflegegeld wurde 1993 ein flächendeckender Ausbau Sozialer Dienste beschlossen Trägermix: Nonprofit-Organisationen, Öffentliche Hand und Marktbetriebe Grundlage des Ausbaues ist eine Bedarfs- und Entwicklungsplanung Qualitätssicherung durch die Öffentliche Hand Soziale Dienste (1)

18 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Ausgebaut werden in einem Gesamtplan: Mobile Dienste Stationäre Dienste (Pflegeheime) Dienste für Menschen mit Behinderungen Soziale Dienste (2)

19 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Versicherung - StaatsbürgerInnenleistung Vorteile der Versicherung Versicherungsleistungen sind kürzungsresistenter als steuerfinanzierte Leistungen Eine neue Versicherung schafft mehr Geld in den Topf Nachteile der Versicherung Sie erhöht die Lohnnebenkosten Sie schafft Exklusionsprobleme (Unversicherte?) einkommensunabhängige Geldleistungen mit dem Versicherungsprinzip nicht vereinbar Neue Versicherung – neue Bürokratie? Pflegebedarf als nahezu sicheres Ereignis ist nicht versicherbar Conclusio: Ausbau der StaatsbürgerInnenleistung statt (neuer) Versicherung

20 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Aktuelle Fragen Pflegesicherung 1993: Nur Pflege, aber nicht Betreuung (auch Betreuung wäre 1993 nicht möglich gewesen!) Sinkender Aufwand – steigender Bedarf Zuschuss bei 3,- pro Stunde Sozialhilfe ungeeignet für die (teilweise) Abdeckung der stationären Pflege Mobile Pflege: Tatsächlich 2010 Vollausbau? Wahlfreiheit würde (tendenzielles) Überangebot erfordern Mobile Betreuung nur für Minderheit geregelt (Legalisierung) Geringe Trennschärfe Betreuung – Pflege Offene Frage: Diejenigen, die sich das illegale Modell auch nicht leisten konnten

21 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Pflegegeld erfordert eine zusätzliche materielle Grundsicherung der Pflegegeld-EmpfängerInnen (z.B. Pension) Pflegegeld erfordert flächendeckende Versorgung mit sozialen Diensten Wahlfreiheit der User erfordert, dass es eine größere Kapazität der Dienste gibt, als dem Bedarf entspricht sonst ist keine echte Auswahl möglich! Schlussfolgerung (1)

22 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Flächendeckender Ausbau mit Diensten kann nicht allein über den Markt erfolgen, wenn Gleichbehandlung angestrebt wird In dünn besiedelten Gebieten ist die Einsatzstunde viel teurer als in Städten (= höherer Anteil von Fahrzeiten!) Wenn Wahlfreiheit Überkapazitäten erfordert, muss diese öffentlich finanziert werden Geldleistungen (Pflegegeld) können öffentliche Leistungen an Dienste nicht ersetzen, nur ergänzen! Schlussfolgerung (2)

23 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

24 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Probleme (1) Pflegesicherung deckt nur medizinisch- pflegerische Grundbedürfnisse warm, satt, sauber Ein Großteil der BezieherInnen leben an oder knapp über der Armutsgrenze Mehr als Grundpflege nicht erschwinglich Etwa rund 4 Stunden / Tag Abnehmende Familienkapazitäten (längere) Berufstätigkeit von Frauen Längere Pflegefrequenzen

25 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Probleme (2) Zu wenig qualifiziertes Personal Rasche Spitalsentlassungen (DRG) Personalengpässe in der stationären Pflege Wenig Personal in der mobilen Betreuung Klar aufgefächerte / abgegrenzte Professionen HH = HaushaltshelferInnen DGKS = Diplomiertes Personal AFB = Alten(fach)BetreuerInnen

26 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Probleme (3) In der mobilen Pflege / Betreuung bedeutet das Pflegekräfte haben kaum Zeit Viele unterschiedliche Professionen = viele unterschiedliche Personen Häufig wechselndes Personal Für die Betroffenen heißt das Keine über Pflege hinausgehende Betreuung KAUM Zeit Wechselnde Personen (Problem bei Demenz)

27 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

28 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Unterschiedliche Situation und Probleme Im Beruf Volle Beschäftigung Reduzierte Arbeitszeit Beendigung des Dienstverhältnisses (Nicht mehr) im Beruf Soziale Absicherung, SV-Schutz Wiedereinstieg Unterschiedliche Familiensituation Gender-Probleme (80% der pflegenden Angehörigen sind Frauen) Pflegende Angehörige (1)

29 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Belastungen Umfassender Hilfebedarf Mehrfachbelastung (auch andere Verpflichtungen) Körperliche Belastungen Organisation umfassender Hilfe Allein-Sein Schnittstellenprobleme zu stationärer Pflege und Dienste Informationsbedarf Informationen über Sozialleistungen und Unterstützungen Information über richtige Pflege Pflegende Angehörige (2)

30 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Informelle Hilfen Nachbarschaft Ausländische Pflegekräfte Vielfältige und variierende Strukturen und Formen familiärer Pflege und Hilfe In der Regel wollen die Menschen ihren Angehörigen helfen, benötigen aber ein Mehr an Unterstützung, Information und Hilfe Pflegende Angehörige (3)

31 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Menschen, davon rund in Heimen und Spitälern Selbstbestimmt leben Was wollen und brauchen die Betroffenen? So lange wie möglich zu Hause Einstufungen und Leistungen (umfassende Interessen?) Geld- oder Sachleistungen Gender 2/3 der Pflegegeldbezieher/innen sind Frauen Alter Überwiegende Zahl der PflegegeldbezieherInnen sind alt Pflegebedürftige Personen (1)

32 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Probleme Selbstbestimmung Einstufungen Information Dienste und Einsatzzeiten Familiäre Belastungen / Konflikte Alternativen Nicht vorstellbar (z.B. Ausweitung der Heim-Pflege) Herausforderungen Demografische Entwicklung Zukünftige Familienentwicklung Entwicklungen bei Versorgung und Personal Pflegebedürftige Personen (2)

33 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Berufliche Differenzierung Diplomiertes Personal Nicht diplomiertes Gesundheitspersonal Hilfe und Unterstützung (z.B. Heimhilfe) Integrationsfachkräfte Ausbildung Bundesweit uneinheitlich Oft nur trägerbezogen Abstimmung durch Art. 15a-Vereinbarung in die Wege geleitet Ehrenamtlichkeit Schnittstellenproblem In der Pflege Beschäftigte (1)

34 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Probleme Ungedeckter Personalbedarf Starke Fluktuation Herausforderung: Steigender Bedarf Belastung durch Personalmangel Übergangsmanagement fehlt oft Belastungen Veränderbare Belastungen Aus Organisation, Arbeitszeit, Einteilung, Finanzierung Kaum veränderbare Belastungen Arbeitsbelastungen, Umgang mit Leid, Sterben,.. Wissen und Information In der Pflege Beschäftigte (2)

35 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gender überwiegender Frauenberuf oft Beruf des Wiedereinstieges geringe Aufstiegsmöglichkeiten Leitungen oft männlich Stellung im Beruf Entlohnungssystem (BAGS-KV) Qualifikationsbilanz Tatsächliche Qualifikation oft höher als formale Interessensvertretung Gewerkschaften und Arbeiterkammern In der Pflege Beschäftigte (3)

36 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

37 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Ausländische Pflegekräfte Überwiegend aus SK (auch Ru, H, Pl, tw. auch CZ) über in- und ausländische Agenturen Aus Ungarn im Direkt-Kontakt (Adressenbörse) Rechtlicher Grauraum Rahmen Die BetreuerIn wird von der Agentur vermittelt (rasch! – d.h. max. 72 h Wartezeit) Er/Sie steht in der Regel 14 Tage in der Wohnung zur Verfügung (wenn nötig rund um die Uhr) Etwa 1/3 in längeren Perioden Danach Ablöse für wieder 14 Tage Ausmaß

38 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Schätzung: 50 /Tag – Mittelwert 1.500,- im Monat Pflegekräfte /Tag Volumen 182,5 Mill. / Jahr Vergleich – Pflegegeldvolumen (2003) gesamt: 1,7 Mrd. ca. 11% des PG-Volumens würden demnach in die ausländische 24-Stundenpflege gehen Finanzieller Rahmen

39 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Abdeckung eines tatsächlichen Bedarfes Fehlende rechtliche Absicherung Anti-Dumping-Schutz (Kostendruck auf legale Pflege!) Steuer, Sozialversicherung Qualitätssicherung Sicherheit für alle Beteiligte Information Breites Angebot legaler Pflege nötig Entlastung der Angehörigen zentral Probleme

40 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Bis 2004 überwiegend gut ausgebildete Kräfte Seit EU-Erweiterung zunehmend schlechter ausgebildete Personen aus CZ und SK gut ausgebildete arbeiten in EU-Staaten ohne Übergangsregelungen (GB, Irland, Schweden), aber auch im Mittleren Osten Zunehmend Pflegeersatz in hohen Pflegestufen (heimersetzend) Aktuelle Entwicklung

41 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Wenn die Übergangsbestimmungen am Arbeitsmarkt (spätestens am ) fallen, werden viele Pflegekräfte aus neuen EU-Staaten in legalen Arbeitsverhältnissen (stationär oder mobil) tätig sein Zahlreiche Familien werden (plötzlich) ohne Pflegekräfte sein Ohne rechtzeitigem Gegensteuern würde das den Druck auf Frauen verschärfen, aus dem Arbeitsmarkt auszusteigen Mögliche Trends

42 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

43 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Ziele der Legalisierung Rechtssicherheit.. …für die Haushalte …für die BetreuerInnen Qualitätssicherung Schutz und Solidarität Sozialversicherungsschutz Beitragssolidarität Leistbar Rechtsfrieden

44 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Novelle HausgehilfInnengesetz und Gewerbeordnung trat am in Kraft Inhalte 3 Möglichkeiten Angestellt im Haushalt Angestellt bei NPOs Selbständig Unselbständig: HausgehilfInnengesetz, 168 Stunden Arbeit im Monat, 48 Stunden Arbeit im Monat Nur ab PG-Stufe 3 (Demenz auch 1 und 2) Eigenes Zimmer im Haushalt muss möglich sein Rechtlicher Rahmen

45 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Finanzielle Absicherung: Sozialministerium und Länder Haushalte von Pflegebedürftigen (ab Stufe 3) erhalten 80 % der durch die Sozialversicherungspflicht entstehenden Mehrkosten (ab 11/2008: 100 %) ersetzt Bei selbständigen HausbetreuerInnen Derzeit 225,- Zukünftig 500,- Bei unselbständigen BetreuerInnen Derzeit 700,- Zukünftig 1.200,- Förderung (bei zwei BetreuerInnen im Monat)

46 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Ergebnisse Rasche Legalisierung… …bereits gewerbliche… …und rund 500 angestellte HausbetreuerInnen legalisiert (Stand Juli 2008) Nicht legalisieren wollen jene,… …die zu Hause Transferleistung beziehen …die immer noch Angst vor Bürokratie haben …die sich nur passager fühlen

47 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Gliederung Zahlen Pflegegeldregelung (top-down) Pflege und Betreuung (bottom up) Drei betroffene Gruppen (illegale) Hausbetreuung Legalisierungs-Policy Was bleibt? Literatur

48 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Was bleibt? Extramurale Pflege und Betreuung nach wie vor prekär Pflege weitgehend abgesichert, Betreuung nur für Wenige Umfassende Pflege- und Betreuung am legalen Arbeitsmarkt nicht absicherbar (zu hoher Bedarf) Zahl der DienstleistungsnomadInnen geht zurück (wieder) steigende Belastung für die Frauen der Familien?

49 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ DANKE für die AUFMERKSAMKEIT! Favoritenstrasse 35/ Wien Tel.: +43/1/ Handy: +43/664/ Fax.: 01/ /3

50 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (1) Badelt, Christoph/Holzmann-Jenkins, Andrea/Matul, Christian/Österle, August (1997): Analyse der Auswirkungen des Pflegevorsorgesystems. Wien Bahr, Christine / Leichsenring, Kai / Strümpel, Charlotte (1996): Mitsprache – Bedarfsfelder für politische Mitsprache älterer Menschen in Österreich, Wien Behning, Ute (1999): Zum Wandel der Geschlechterrepräsentation in der Sozialpolitik. Ein policy-analytischer Vergleich der Politikprozesse zum österreichischen Bundespflegegeldgesetz und zum bundesdeutschen Pflege-Versicherungsgesetz, Opladen Bobens, Claudia (2005): Personalentwicklung in der Pflege – Antwort auf den Pflegenotstand? Am Beispiel von drei ausgewählten niederösterreichischen Krankenanstalten. Diplomarbeit am IMC Krems, FH-Studiengang Gesundheitsmanagement (unveröffentlicht) Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.) (2004): Ausbau der Dienste und Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen in Österreich. Zwischenbilanz 2003, Wien Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Konsumentenschutz (2008): Bericht des Arbeitskreises für Pflegevorsorge Wien

51 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (2) Exner, Andreas / Rätz, Werner / Zenker, Birgit (Hrg.) (2007): Grundeinkommen. Soziale Sicherheit ohne Arbeit. Wien Fürstl-Graser, Margarete / Ostermeyer, Erich / Rubisch, Max / Schuster, Susanne (1989): Das österreichische System der Pflegevorsorge. In: BMAGS (Hrg.): Sozialbericht für S. 127 – 151 Gendera, Sandra (2007): Transnational Care Space Zentaleuropa. Arbeits- und Lebensbedingungen von irregulär beschäftigten Migrantinnen in der häuslichen Pflege. Wien. Diplomarbeit an der Universität Wien. Gruber, Gerd / Pallinger, Manfred (2003): 10 Jahre Pflegevorsorge – Rückblick und Standortbestimmung; in: Soziale Sicherheit 5/2003, Wien Hovorka, Hans / Sigot, Marion (Hrsg.) (2000): Integration(spädagogik) am Prüfstand. Menschen mit Behinderungen außerhalb von Schule, Innsbruck-Wien-München Huainigg, Franz Josef (1999): O du mein behindertes Österreich, Klagenfurt/Celovec

52 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (3) Hummel, Konrad (1991): Freiheit statt Fürsorge. Vernetzung als Instrument zur Reform kommunaler Altenhilfe, Hannover Kytir, Josef / Münz, Reiner (Hrsg.) (1992): Alter und Pflege. Argumente für eine soziale Absicherung des Pflegerisikos, Berlin Lutz, Helma (2007): Vom Weltmarkt zum Privathaushalt. Die neuen Dienstmädchen im Zeitalter der Globalisierung. Opladen & Farmington Hills Marschitz, Walter (2007): Hausbetreuungsgesetz. Kostenrechnung auf Basis Hausbetreuungsgesetz, Hausangestelltengesetz, BAGS- Kollekitvvertrag. Wien (Manuskript) Mazal, Wolfgang (2007): Hausbetreuung – kritische Aspekte. In Ecolex August 2007, S. 580 – 583. Wien Münz, Reiner (2004): Neue demographische Herausforderungen und Rahmenbedingungen für das Management in den Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialsystems. Referatsunterlage (Handout). Wien Österreichsicher Seniorenrat (Hrg.): Pflege und Betreuung. Enquete. Wien Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG)/Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (BMSG) (2004): Ausbau der Dienste und Einrichtungen für Pflegebedürftige Menschen in Österreich. Wien

53 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (4) Österreichisches Komitee für Sozialarbeit - ÖKSA (Hrsg.) (2006): 24- Stundenbetreuung. Wien (Tagungsdokumentation) Pacolet, Jozef (Hrsg.) (1998): Sozialschutz bei Pflegebedürftigkeit im Alter in den 15 EU-Mitgliedsstaaten und in Norwegen, Luxemburg Pfeil, Walter (1994): Neuregelung der Pflegevorsorge in Österreich, Wien. Pfeil, Walter (Hrg.) (2007): Zukunft der Pflege und Betreuung in Österreich. Wien. Pfeil, Walter (2008): Arbeitszeitrechtliche Probleme der Pflege und Betreuung,. In: Rechs, Reinhard (Hrg.): Das neue Arbeitszeitrecht. Wien. S. 69 – 104 Prochazkova, Lucie/Schmid, Tom (2005): Pflege im Spannungsfeld zwischen Angehörigen und Beschäftigung. Wien (Unveröffentlichter Projektendbericht) Prochazkova, Lucie (2006): Gesundheitspersonal in ausgewählten neuen EU-Ländern. In: ÖKSA (Hrsg.): 24-Stundenbetreuung. Wien (Tagungsdokumentation). Ohne Seiten

54 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (5) Prochazkova, Lucie/Schmid, Tom (2006): 24-Stundenbetreuung – Qualitätssicherung. In: ÖKSA (Hrsg.) 24-Stundenbetreuung. Wien (Tagungsdokumentation) Prochazkova, Lucie / Schmid, Tom (2006a): Pflege und Betreuung im Spannungsfeld zwischen Nötigem, Wünschenswertem und Finanzierbarem. In: Soziale Sicherheit 11/2006. Wien. S Prochazkova, Lucie / Schmid, Tom (2007): Pflege und Betreuung zu Hause. In: Pfeil, Walter (Hrg.): Zukunft der Pflege und Betreuung in Österreich. Wien. S. 139 – 162 Ringel, Erwin (1993): das Alter wagen, Wien, 1993 Rudda, Johannes / Fürstl-Grasser, Margarethe / Rubisch, Max (2008): Neue Tendenzen in der Pflegevorsorge in Österreich, In: Soziale Sicherheit Juni Wien. S Rupp, Bernhard / Schmid, Tom (2007): Die Bis-zu-24-Stunden- Betreuung aus rechtlicher Sicht. In: Soziale Sicherheit 12/2007, S. 586 – 598 Rupp, Bernhard (2007): Demenz und Demenz-Prävalenz. Wien. Manuskript.

55 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (6) Schmid, Heinrich (2000): Pflegesicherung zwischen Armutsvermeidung und selbstbestimmtem Leben. In: Sallmutter, Hans (Hrsg.): Mut zum Träumen - Bestandsaufnahme und Perspektiven des Wohlfahrtsstaates, Wien Schmid, Tom (1997): Ordnungspolitische Maßnahmen der Budgetkonsolidierung am Beispiel der Pflegegeld-Änderungen. In: Kurswechsel 1/1997, Wien Schmid, Tom (1999): Die Pflegesicherung in ihrem gesellschaftlichen Umfeld. In: ÖKSA (Hrsg.), Pflegevorsorge in Österreich – Erfahrungen und Perspektiven. Wien, S Schmid, Tom (2000): Zwischen Einkommensersatz und Armutsvermeidung – die doppelte Aufgabe gesellschaftlicher Sozialpolitik. In Sallmutter, Hans (Hrg.): Mut zum Träumen – Bestandsaufnahme und Perspektiven des Wohlfahrtsstaates, Wien. S Schmid, Tom (2006): Zur Mobilität von Gesundheitspersonal. Fallbeispiel Mobile Pflege. In: Burger, Renate/Wieland, Martin (Eds.): Healthregio – Economic and Socialpolitical Perspectives for Health Services in Central Europa. Report. Wien, S Schmid, Tom (2008): Regress in der niederösterreichischen Sozialhilfe. Wien (SFS-Studie)

56 Häusliche Betreuung und Pflege Uni Frankfurt/Main, 20./ Literatur (7) Schmid, Tom (2008a): Armut und Behinderung. In: Knapp, Gerald / Pichler, Heinz (Hrg.): Armut, Gesellschaft und Soziale Arbeit. Perspektiven gegen Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich. Klagenfurt/Celovec. S. 536 – 554 Schneider, Viktor A. (2004): Auswirkungen der Pflegemigration auf den Pflege- und Gesundheitsbereich in ausgewählten neuen EU- Mitgliedsstaaten. In: Volkshilfe Österreich (Hrsg.): Grenzenlose Pflege. Wien (Tagungsdokumentation); S. 12 – 17 Schön, Rosemarie / Sperlich, Elisabeth / Neumann, Thomas / Somlyay, Michael (2008): Betreuung daheim. Schritt für Schritt zur legalen Pflege. Wien. Sommerer, Renata (2006): Ausländische Krankenpflege in Österreich. Nichtveröffentlichte Diplomarbeit am Studiengang Sozialarbeit der Fachhochschule St. Pölten Streissler, Agnes (2003): Frauen als Leistungsträger des Gesundheitswesens; in: Wirtschaft und Gesellschaft 2/03, Wien Volkshilfe Österreich (Hrsg.) (2004): Grenzenlose Pflege. Wien. Zwierlein, Eduard (Hrsg.) (1996): Integration und Ausgrenzung, Neuwied/Kriftel/Berlin


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