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27/10/15 | © FH Osnabrück | WISO - ELP | Prof. Dr. phil. Klaus D. Joswig 7. Drei-Länder-Ergotherapiekongress in Kloster Irsee 2015.

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1 27/10/15 | © FH Osnabrück | WISO - ELP | Prof. Dr. phil. Klaus D. Joswig 7. Drei-Länder-Ergotherapiekongress in Kloster Irsee 2015

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3 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Gliederung 1.Begriffliche Einführung 2.Ethiksysteme 3.Diskurs – Utilitarismus oder das kleinere Übel 4.Erstes Fazit 5.Angewandte Ethik 6.Angewandte Ethik in der Ergotherapie- Ethikkodex 7.Einschätzung zum Themenkreis Ethik in der ET 8.Ethische Grundprinzipien 9.Proklamation - Ausblick

4 Was ist Ethik ? Eine philosophische Auseinandersetzung mit dem richtigen und guten Handeln, thematisiert Handlungsgrundsätze und fördert die Reflexion über menschliche Normen & Werte 27/10/15 | © FH Osnabrück | WISO - ELP | Prof. Dr. phil. Klaus D. Joswig

5 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Begriffe Ethik und Moral Die Ethik (griechisch ἠ θική ( ἐ πιστήμη) ēthikē (epistēmē) „das sittliche (Verständnis)“griechisch Ethik = Disziplin der Philosophie Wissenschaft vom moralischen Handeln Moral = Werte, Normen, Modelle Ethik & Moral = umgangssprachlich synonym

6 Menschliches Handeln hat eine ethische Dimension 27/10/15 | © FH Osnabrück | WISO - ELP | Prof. Dr. phil. Klaus D. Joswig

7 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Ethiksysteme I Deontologische Gesinnungsethik (griech. von deon „das Erforderliche“ Pflicht) Es geht um die moralische Handlung an sich, zunächst unabhängig von den Folgen oder Konsequenzen einer Handlung. Z.B. Prinzipienethik nach Kant

8 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Ethiksysteme II Utilitarismus (lat. Utilis = Nutzen, was hilft, ist gut) Grundzüge 1.Utilitätsprinzip: Nutzen für das in sich Gute 2.Konsequenzprinzip: Konsequenzen einer Handlung 3.Sozialprinzip: Es geht nicht um das Glück von einzelnen, sondern um das Glück von allen

9 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Ethiksysteme III Diskursethik von Habermas (1983) als Prozedur kommunikativer Übereinkünfte. Herrschaftsfreier Diskurs nach Habermas

10 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Diskurs - Utilitarismus Ethik – das kleinere Übel Drei Faktoren entscheiden darüber, wie Menschen moralische Dilemmas meistern

11 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Einführung Moralische Dilemmas: Zweigliedrige Annahme – eine Zwickmühle ! Es gibt mehrere Entscheidungsmöglichkeiten, und jede ist falsch ! Welche Wahl man trifft, hat viel mit Moral zu tun. Aber auch mit emotionaler Distanz ! Entscheidungen hängen vor allem von drei Faktoren ab! Was meinen Sie ? >

12 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Drei Faktoren 1.Muss ich selber aktiv eingreifen, oder lasse ich nur gewähren? 2. Welche Konsequenzen hat das eigene Handeln, und zwar beabsichtigte wie auch unbeabsichtigte? 3.Welche gesellschaftlichen Vorstellungen gibt es, wozu ist man moralisch verpflichtet – und was ist tabu?

13 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Beispiel: Trolley-Dilemma

14 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Fragestellung Ein Straßenbahn ist außer Kontrolle und rast auf fünf nichtsahnende Bahnarbeiter zu. Sie können eine Weiche umlegen und den Wagen auf ein anderes Gleis leiten, auf dem aber ein Bahnarbeiter steht. Würden Sie fünf Menschenleben retten, aber eines opfern? Würden Sie den dicken Mann von der Brücke werfen, um mit ihm den Zug zu stoppen – und fünf Menschen zu retten ?

15 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Hintergrund Etwa 80 % würden den Hebel umlegen (sagt eine Forschungsgruppe von der Universität Barcelona) Die Vorstellung, aktiv an der Tötung eines Menschen beteiligt zu sein, erzeugte Abwehr und starkes moralisches Unbehagen. Menschen sind aber risikobereiter und weniger emotional, wenn sie in einer Fremdsprache denken. Jetzt würden 44% den dicken Mann von der Brücke schubsen.

16 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Schlussfolgerungen Emotionale Distanz ändert die Bewertung moralischer Dilemmas ! Diese Ergebnisse gelten nur für westliche Kulturen. Im ostasiatischen Raum würden sich Menschen fast nie dazu entscheiden, in solche Situationen einzugreifen. Annahme: Konsequenzen sind für Menschen nicht überschaubar (Chinesischer Taoismus).

17 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Erstes Fazit Deontologische Ethik (Gesinnung, Demokratischer Mehrheitsentscheid) Utilitarismus (Nutzen, Frage nach den Konsequenzen) Diskursethik (der kleineste gemeinsame Nenner bringt Konsens) dienen der Erarbeitung von (allgemein gültigen) Normen und Werten in der Gesellschaft. Kennen Sie Beispiele?

18 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik Bereichsethiken - Wissenschaftsethik Menschenwürde und Menschenrechte gehören zum Kern forschungsethischer Prinzipien und sind in Deutschland gesetzlich konkret formuliert: 1.Persönlichkeitsentfaltung (GG, Art.2) 2.Unversehrtheit 3.Gleichberechtigung (GG, Art.3) 4.Freiheit und Sicherheit (GG, Art.5

19 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik Berufs- oder Professionsethiken Etablierte Professionen haben eine Berufsethik und / oder eine Ethikkommission. Kennen Sie Beispiele ?

20 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik Ansatz zu einer Berufsethik der Ergotherapie „Ethikkodex und Standards zur beruflichen Praxis der Ergotherapie“ (1994, aktualisiert DVE 2005 vgl. WFOT ) Text Persönlichkeitsmerkmale professioneller ET werden aufgelistet. Als Dienstleister im Gesundheitswesen sind Ergotherapeuten für „Dokumentation und Berichte, (…), Förderung des Berufes, Vertretung des Berufsstandes…“ (Müller H.: Et Reha 51 Jg., 2012, Nr.6: 18-23

21 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik in der ET Eine Einschätzung: „Aus meiner Sicht stecken die berufsethischen Reflexionen in der Ergotherapie in Deutschland trotz rhythmisch wieder- kehrender Anstöße zur Auseinandersetzung noch in den Kinderschuhen,“ (Stubner, in Müller, H. ebd. 2012)

22 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik in der ET Aktuelle Überlegungen bzw. Prinzipien einer ergo- therapeutischen Berufsethik: 1.Das Prinzip der menschlichen Autonomie Das menschliche Individuum stellt wie jedes andere Lebewesen ein autonomes System dar. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung zum Respekt gegenüber den individuellen menschlichen Bedürfnissen und Werten unter Berücksichtigung der jeweiligen Kontextbedingungen. JOSWIG, K.D. (2007): Der systemisch-ökologische Orientierungsansatz Otto Specks in der Heilpädagogik.

23 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik in der ET Aktuelle Überlegungen bzw. Prinzipien einer ergo- therapeutischen Berufsethik: 2. Das Prinzip der Ganzheitlichkeit Körper und Geist ; Menschen in ihren Kontexten ; ganzheitliches Bewusstsein 3. Das Prinzip der Vernunft Die Möglichkeit des Menschen die Vernunft zu verwirklichen JOSWIG, K.D. (2007): Der systemisch-ökologische Orientierungsansatz Otto Specks in der Heilpädagogik.

24 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik in der ET Aktuelle Überlegungen bzw. Prinzipien einer ergo- therapeutischen Berufsethik: 4. Das Prinzip der Fürsorge ET arbeiten zum Wohl der Klienten / Patienten 5. Das Prinzip der Schadensvermeidung Unterlassung von schädlichen Therapiemaßnahmen 6. Das Prinzip der Gerechtigkeit Prinzip einer gerechteten Verteilung von Gesundheitsleistungen Vgl. Hack 2004 in Müller 2012 in EtReha 51.Jg. Nr.6, DVE.

25 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Angewandte Ethik in der ET Weitere aktuelle Überlegungen bzw. Prinzipien einer ergo- therapeutischen Berufsethik: 7. Das Prinzip der INTERDISZIPLINARITÄT(Joachim Haag) 8. Das Prinzip der ENT-STIGMATISIERUNG (Birgit Matter) 9. Das Prinzip der NEUTRALITÄT (Christian Eßrich) 10. Das Prinzip der SELBSTREFLEXION (Marja Grunert) 11. Das Prinzip der FORT- und WEITERBILDUNG (alle) 12. Das Prinzip

26 27/10/15 | WiSo Prof. Dr. Klaus Dieter Joswig Proklamation Jeder Klient ist ein autonomes menschliches System. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung zum Respekt gegenüber den individuellen menschlichen Bedürfnissen und Werten des Klienten unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebensbedingungen. Ergotherapeutinnen arbeiten nach den therapeutischen Prinzipien Autonomie, Ganzheitlichkeit, Vernunft, Fürsorge, Schadensvermeidung und Gerechtigkeit. Wir fordern vor dem aktuellen Hintergrund der „Flüchtlingsproblematik“ die „Unantastbarkeit der Menschenwürde“ als ethisches Fundament in unserer Zivilgesellschaft auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu verankern und mit Leben zu erfüllen.

27 Literatur Auslage zur Ansicht im Workshop 27/10/15 | © FH Osnabrück | WISO - ELP | Prof. Dr. phil. Klaus D. Joswig


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