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Warum Globalisierung? Was steckt dahinter? Eine Einführung in die Grundkategorien unseres Entwicklungsmodells Der (sonderbare) Blick der Ökonomie auf die.

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Präsentation zum Thema: "Warum Globalisierung? Was steckt dahinter? Eine Einführung in die Grundkategorien unseres Entwicklungsmodells Der (sonderbare) Blick der Ökonomie auf die."—  Präsentation transkript:

1 Warum Globalisierung? Was steckt dahinter? Eine Einführung in die Grundkategorien unseres Entwicklungsmodells Der (sonderbare) Blick der Ökonomie auf die Welt Wachstum, Wachstum über alles Warumfragen und Betrachtungsebenen Grundkategorien Ware und Äquivalententausch am Beispiel Wasser, Gesundheit und Bildung Die Folgen: Beispiele für Kaufkraft, Konkurrenz, Arbeit, Bedürfnisse Wachstumszwang und äußere Schranken Innere Schranken: Falsche Bilder und ein Gedankenexperiment Der Ausweg: Globalisierung und Liberalisierung Der Wettbewerbsstaat (Beispiel Strategie von Lissabon) Aufbrechen - Perspektiven

2 Europa (incl. Russland, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika (incl. Mexiko) Afrika Ein – ökonomischer – Blick auf die Welt

3 Was sehen wir? Was sehen wir nicht? Europa (incl. RL, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika Afrika 1. Ungleichheit innerhalb der Regionen nach Ländern 2. Verteilung nach Klassen / Schichten EU-15: 47% EU-15: 83% Japan: 4% Asiens Japan: 44% Asiens

4 Was sehen wir? Was sehen wir nicht? Europa (incl. RL, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika Afrika 3. Es ist nicht alles Gold, was glänzt 1. Ungleichheit innerhalb der Regionen nach Ländern 2. Verteilung nach Klassen / Schichten Der Reichtum und seine Kosten Beispiel BRD (alte Bundesländer). Nach: Richard Douthwaite, Hans Tiefenbacher, Jenseits der Globalisierung (Mainz 1998), S. 43

5 Was sehen wir? Was sehen wir nicht? Europa (incl. RL, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika Afrika 4. Wovon leben die sog. Armen eigentlich? 3. Es ist nicht alles Gold, was glänzt 1. Ungleichheit innerhalb der Regionen nach Ländern 2. Verteilung nach Klassen / Schichten

6 Scheinwerfer der Ökonomie

7 Was sehen wir? Was sehen wir nicht? Europa (incl. RL, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika Afrika 4. Wovon leben die sog. Armen eigentlich? 3. Es ist nicht alles Gold, was glänzt 1. Ungleichheit innerhalb der Regionen nach Ländern 2. Verteilung nach Klassen / Schichten

8 Was sehen wir? Was sehen wir nicht? Europa (incl. RL, Türkei) Nordamerika Asien Lateinamerika Afrika 4. Wovon leben die sog. Armen eigentlich? 3. Es ist nicht alles Gold, was glänzt 1. Ungleichheit innerhalb der Regionen nach Ländern 5. Wie viele Erden brauchen wir, wenn alle nach unserem Modell leben? 2. Verteilung nach Klassen / Schichten 6. Was bedeutet das alles vor dem Hinter- grund, dass wir angeblich ständiges Wirtschaftswachstum brauchen, damit es uns nicht schlechter geht?

9 Wachstum, Wachstum über alles

10 Beispiel Lissabonziel Zielgröße: 3 % Wachstum der Wirtschaft im Schnitt

11 Beispiel Global Marshall Plan: bis Mitte des Jahrhunderts Vervierfachung des BIP im Norden und 34-faches BIP im Süden Beispiel Grüne: Nur durch die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch kann es langfristig gelingen, die Trendwende zu schaffen. ( )

12 Enttäuschung 1: Spinnen die Römer? (frei nach Asterix) Spinnen die in Brüssel? Spinnen die da oben? Jetzt auch die Grünen? Haben wirs nicht schon immer gewusst – wenn sie einmal am Futtertrog sind …. Wer oder was spinnt? Spinnen wir alle zusammen? WARUM?

13 Warumfragen und Betrachtungsebenen

14 Warum? Betrachtungsebenen Persönliches Verhalten in einem bestimmten Feld (Moral …) Soziologische Ebenen (Macht, Interessen, Klassen, Hegemonie …) Systemebene (Struktur, Rahmen, stumme Zwang der Verhältnisse …)

15 Warum? Bild Kapitalismus als rationales Verhältnis Als Entzauberung der (mystischen) Welt Aufklärung Einsicht in die Notwendigkeit In einer rauen Wettbewerbswelt hört man Klassen-Vokabular wie gerechtere Verteilung des Wohlstands" gern. Als Kanzler wird Gusenbauer sagen müssen, wie das geht. Er wird die Einsicht in das Notwendige lehren müssen, auch nach Innen. Hubert Patterer, 2. Okt Daher: Gürtel enger schnallen

16 Thesen Wir haben es NICHT NUR mit einem Versagen der politischen Steuerung des Systems zu tun, … … sondern das System stößt an äußere und innere Grenzen. Insofern scheitert es nicht an seinem Misserfolg (etwas, was halt durch entsprechendes Feintuning zu korrigieren wäre), sondern die grundlegenden Fundamente von dem, was wir als ENTWICKELT definieren, haben in eine Sackgasse geführt. Finanzmarktkrise, Privatisierungen, Sozialabbau, Verelendung … sind insofern nur Symptome.

17 Grundkategorien Ware und Äquivalententausch am Beispiel der Wasserflasche, von Bildung und Gesundheit

18 Waren als Folge gesellschaftlicher Beziehungen / unseres Tuns: des Äquivalenten-Tauschs Geld Ware ArbeitskraftWare Äquivalenten-Tausch: Ich bekomme nur, wenn ich etwas im gleichen Wert (gesellsch. Durchschnitt gleiche Arbeitszeit) gebe Konkurrenz

19 Waren als Folge gesellschaftlicher Beziehungen / unseres Tuns, des Äquivalenten-Tauschs - FOLGEN Geld WareWare Arbeitskraft Äquivalenten-Tausch: Ich bekomme nur, wenn ich etwas im gleichen Wert (gesellsch. Durchschnitt gleiche Arbeitszeit) gebe Konkurrenz Bedürfnisse schaffen Nachfrage (Kaufkraft zählt) Jede/r muss was anbieten (Arbeitskraft) Inhalt (Nutzen) tendenziell egal Verkettung über Geld Betriebswirtschaftliche Effizienz, Wachstum Wirtschaftseinheit als Kampfeinheit auch nach Innen MONADEN auf sich bezogene Wesenheiten Nicht Empathie und Ausreden, langfristiger Austausch Nicht Befehl

20 Folge: Kaufkraft statt Bedürfnisse

21 Belieferungsbedürftige Mängelwesen Marianne Gronemeyer Der satte Kunde hat noch Appetit Marktforscher analysiert: Gesellschaft sieht Konsum als Glücksdroge. Die Gesellschaft sei zwar satt, aber je größer der Bauch, desto größer ist der Hunger, analysiert Werner Beutelmeyer vom Market-Institut Linz die Konsumbereitschaft der Österreicher bei einem Vortrag im Marketing Club Kärnten..... Der Konsum ist laut Beutelmeyer eine Glücksdroge: Wenn wir nichts mehr kaufen sind wir unglücklich. Das Glück sei in anderen Bereichen nämlich immer schwerer zu erreichen. Einerseits gäbe es bei Partnerschaft, Familie, Gesundheit und Beruf zwar immens hohe Ansprüche, erfüllen könne diese aber fast niemand. Also eine Kritik am Konsumwahn? Den Hunger zu wecken erfordert aber geeignete Mittel. Denn die Zeiten der Nachkriegsversorgungs-Gesellschaft, die auf ein Riesenschnitzel, das über den Tellerrand hängt, bestand, seien vorbei, so Beutelmeyer. Heute sucht die Erlebnisgesellschaft die gelungene Inszenierung..... Der Kunde wolle nicht mit Massenprodukten zufrieden gestellt werden, sondern überrascht und begeistert werden. Kleine Zeitung 17. Oktober 2003, S. 32

22 Äquivalententausch Bruch Produktion – Konsum: Veredelung

23 Versicherung kündigt Frau

24 Folge: Konkurrenz-LOGIK

25 Äquivalententausch Bruch zwischen den Produzent/innen Wettbewerb = Konkurrenz

26 Äquivalententausch Bruch zwischen den Produzent/innen Wettbewerb = Konkurrenz = Ausrichtung am Kriterium betrieblicher Effizienz

27 Paketd ienst

28 Vermarktwirtschaft- lichung der Universitäten Wie sich Institutionen verhalten, ist nicht davon abhängig, ob sie privat oder öffentlich sind, sondern davon, wie sie finanziert werden [Stich- wort: Autonomie!!]. Der Übergang von dem detaillierten Finanzierungs- system und der Kontrolle der Ausgaben zur konditionalen Finanzierung über Leistungsvereinbarungen und Globalbudgetzuweisungen ändert den "genetischen Code" einer Institution. Wir werden uns verändern: aus der gemütlichen, selbstzufriedenen Person mittleren Alters wird ein aggressiver Jugendlicher, wettbewerbsorientiert, kampfbereit und voller Energie. Wir werden unsere Ressourcen verteidigen, Mitbewerber ausstechen und uns selbst reflektieren müssen. Schmerz und Leidens- druck werden diesen Veränderungsprozess begleiten. Der Dekan der Stern School an der New Yorker University, der einen bemerkenswerten Turnaround seiner Institution in weniger als 5 Jahren leitete, verwendete für seine Personalpolitik eine wesentliche Frage, die er allen Mit- arbeitern stellte: "Welchen Beitrag leisten Sie in Lehre, Forschung und Entwicklung unserer Institution?" Wesentlich war also nicht die Wissenschaft, die Gesellschaft, die Person selbst und auch nicht deren Kollegen, sondern vorwiegend die Institution. Und dies ist der richtige Ausdruck der "akademischen Freiheit": jeder kann tun, was er will, forschen, lehren... solange sie oder er beweisen kann, dass die Institution davon profitiert..... Die Funktion des Rektors wird durch die volle Budgetautonomie und dem Wegfallen des Konzepts der Planstellen im Vergleich zu heute noch bedeutender." Soweit der Verfechter dessen, was man unter "New Public Management" versteht. (aus UNISONO, der Zeitschrift der Universität Klagenfurt, Nr. 55, S. 7)

29 Werbung und Bildung

30 Effizienz - Verwaltungsaufwand Private VersichererGebietskrankenkasse Über 15 %Unter 3 %

31 Folge: Arbeit haben müssen

32 Wovon reden wir, wenn wir z.B. von Arbeit sprechen?

33 Tätigsein oder Arbeit? Tätigsein, etwas, das fein ist, wenn es erledigt ist. Bedürfnisse und Abhängigkeiten zu schaffen ist systemisch kontraproduktiv Größeres Arbeitspotenzial und Produktivität sind Hilfe Arbeit als Erwerbsarbeit. Ich muss Arbeit haben, damit ich Geld habe und damit was eintauschen kann. Zusätzliche Arbeitspotenzial ist Bedrohung - Konkurrenz Bedürfnisse schaffen, Arbeit darf nie ausgehen Produktivität als Bedrohung Ich darf nur arbeiten, wenn ich Profit erwirtschafte Ich darf nur arbeiten, wenn mein Gegenüber Kaufkraft hat

34 Folge: Bedürfnisse schaffen

35 Belieferungsbedürftige Mängelwesen – The Swan

36 Kärntner Monat - Ärzteführer

37 Die äußere Schranke: Wachstumszwang

38 Der Fluch des Midas: Geldwirtschaft & Wachstum …immer mehr und schneller… immer weiter… immer neue Bereiche Wachstumszwang Konkurrenz Wachstumsdrang Mehr als Zweck InvestitionenArbeitsplätzeSteuereinnahmen / HandlungsfähigkeitSozialstaat Arbeitslosigkeit – brechende Geldketten – Steuerausfälle – Chaos …

39 Die inneren Schranken: Falsche Bilder und ein Gedankenexperiment

40 Es war einmal: Die Geschichte vom guten Kapitalismus Konsens über wichtige wirtschaftspolitische Ziele Starke Gewerkschaften Druck von Außen Keynesianische Notenbankpolitik Bretton-Woodssystem: festgeschriebene Wechselkurse Ausbau des Sozialsystems Ausbau der Infrastruktur - Bildungsbereich Expansive Budgetpolitik hohe Besteuerung Lohnsteigerungen um die Rate der Produktivitäts- steigerung herum Arbeitszeitverkürzung Normalarbeitsverhältnisse Vollbeschäftigung Binnenexpansion Starke Gewerkschaften Attraktivität des Sozialdemokratischen Modells Produktivität – Lohnentwicklung - Wachstum Warum zu Ende? Was ist eigentlich genau zu Ende?

41 Enttäuschung 2 Heuschrecken, Bilderberger, gierige Manager und andere … Wer hat uns verraten? – Sozialdemokraaaaten Die EU, ihre Lobbyisten (ERT …) Der Klassenfeind Machtübernahme durch neoliberale Think-Tanks (Mont Pelerin Society), langfristig als hegemoniales Projekt angelegt und durch Thatcher, Reagan zum Durchbruch gekommen …

42 1. Nadelöhr: Aus Kapital MUSS mehr Kapital werden Profit Die Arbeit Lohn Arbeit als Erwerbsarbeit. Ich muss Arbeit haben, damit ich Geld habe und damit was eintauschen kann. Ich darf nur arbeiten, wenn mein Gegenüber Kaufkraft hat Bedürfnisse schaffen, Arbeit darf nie ausgehen Zusätzliches Arbeitspotenzial ist Bedrohung – Konkurrenz Produktivität ist Bedrohung Ich darf nur arbeiten, wenn ich Profit erwirtschafte

43 2. Nadelöhr: Bedürfnisse Geld - Kaufkraft Ware Ungesellschaftliche Gesellschaftlichkeit Ich darf dir nur etwas geben, wenn du mir im gleichen Wert was gibst. Damit das geschieht, musst du a. Bedürfnisse haben b. Musst du Kaufkraft haben

44 Grundmerkmale FREIE Unternehmen treffen aufeinander Keine Absprachen zwischen Beteiligten Sie ringen um den Konsum der mit Geld gesegneten Was ist mit denen ohne Geld? Bedürfnisse werden erzeugt, kurzfristige Befriedigung – Loslösung vom Anbieter kontraproduktiv Das betriebswirtschaftlich effizientere Unternehmen (mit den höchsten Profiten) geht im Konkurrenzkampf als Sieger hervor Motivverschiebung bei den Leistungserbringern – permanentes Wachstum des Kapitals, Outputorientierung innerhalb der Einheiten – Disziplinierung Verlierer/innen gelingt es entweder, sich anzupassen oder sie gehen unter Konkurrenz auf allen Ebenen: Standort – Unternehmen – Lohnabhängigen

45 Die inneren Schranken Beim folgenden Gedankenexperiment zu beachten: Übermäßig hohes Wachstum, um Tendenz herauszuarbeiten Zeigt, was passiert, wenn nichts passiert Das alles gilt nur für eine Form des Wirtschaftens, in dem folgende Kriterien gelten: Ich darf wirtschaftlich nur tätig sein, wenn sich das (also das Kapital), was ich hineinstecke (=investiere), vermehrt Ich darf dir nur geben, wenn du mir auch entsprechend Wertvolles gibst (Äquivalenten-Tausch)

46 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock

47 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock % +20%

48 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock % +20% 7,2 +20% 23,2 +45%

49 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock % +20% 7,2 +20% 23,2 +45%+20% 8,6 +37% 31,8

50 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock % +20% 7,2 +20% 23,2 +45%+20% 8,6 +37% 31,8 +20% 10,4 42,2 +33%

51 Brutto-Inlands-Produkt (BIP)Kapitalstock % +20% 7,2 +20% 23,2 +45% +20% 8,6 +37% 31,8 +20% 10,4 42,2 +33% 1. Gleichbleibende Steigerungsrate = exponentielles Wachstum 2. Gleichbleibende Lohnquote (hier: 50%) = produktivitätsorientierte Lohnerhöhungen 3. Immer rascher wachsende Kapitalmasse 4. Sinkende Profitraten!

52 Historische Entwicklung 1 Ab etwa 1968 – 73: Sinkende Profitraten Überakkumulation von Kapital - Sinkende Wachstumsraten - Steigende Arbeitslosenraten - Sinkende Steuereinnahmen bei steigenden Ausgaben Schematik Anwachsen der Eurodollar- und später Petrodollarmärkte

53 Der Ausweg: Globalisierung und Liberalisierung

54 Die Probleme des Systems und seine Lösungen Profitrate erhöhenKosten senken Lohnnebenkosten = Sozialausgaben senken Staatsausgaben senken – Infrastruktur! Entkoppelung Lohn- und Produktivitäts- entwicklung Neue Produktionstechniken (Erhöhung des relativen Mehrwerts) Globalisierung (der Produktionsketten) Problem: Wer soll noch kaufen? Wie das akkumulierte Kapital sinnvoll (= mit Profit) anlegen? Überakkumulationskrise Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge Neue Investitionsfelder (Saatgut …) Defizitfinanzierte Nachfrage (privat, öffentlich), v.a. USA (hält Realwirtschaft am Laufen und verspricht Gewinne aus Finanzmärkten: Pyramidenspiel

55 Globalisierung als Krise der ungesellschaftlichen Gesellschaftlichkeit Bestand an Auslandsdirektinvestitionen D (in )Welt ($)IN China 19601, , , , , ,0 Quellen: Deutsche Bundesbank, UNCTAD, zit. nach: Robert Kurz, Das Weltkapital, S. 164, 173, 181 Entbettung (Polanyi); Tiger frisst Reiter Durchsetzung des absoluten Eigentums (Duchrow) Weltweite Konkurrenzstandards (Mahnkopf / Altvater)

56 Liberalisierung Grundprinzip der EU, von NAFTA, WTO... Marktwirtschaft: Freie – also private – Unternehmen nur wer Geld hat, bekommt – und Bedürftigkeit muss aufrecht erhalten bleiben das betriebswirtschaftlich effizientere Unternehmen (mit den höchsten Profiten) geht im Konkurrenzkampf als Sieger hervor Verlierern gelingt es entweder, sich anzupassen oder sie gehen unter Das Marktwirtschaftsprinzip wird in immer mehr Bereichen tendenziell unumkehrbar (weil über Verfassung stehend) zur einzig zulässigen Wirtschaftsform erhoben. Vorschriften sind als nichttarifäre Handelshemmnisse, indirekte Enteignungen... tendenziell unzulässig. Andere Formen der Leistungserbringung (gemeinnützig, staatlich, kommunal...) werden zwar kaum offiziell verboten, aber als Diskriminierung, Marktverzerrung... de facto verunmöglicht. Wo diese urspr. anderen Wirtschaftsformen weiter bestehen, gleichen sie sich unter dem Druck der Vorschriften an, werden vermarktwirtschaftlicht.

57 Globalisierung Bestand an Auslandsdirektinvestitionen D (in )Welt ($)IN China 19601, , , , , ,0 Quellen: Deutsche Bundesbank, UNCTAD, zit. nach: Robert Kurz, Das Weltkapital, S. 164, 173, 181 Entbettung (Polanyi) Durchsetzung des absoluten Eigentums (Duchrow) Weltweite Konkurrenzstandards (Mahnkopf / Altvater) Seit 1948 GATT: Handel -> seit 1995 WTO Ausweitung Richtung DL (GATS); geistiges Eigentum (TRIPS); öffentliches Beschaffungswesen, Investitionen … 80er Jahre in EG Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse – mit Verwirklichung des Binnenmarktes wird seitdem ernst gemacht EWR (1992, gilt ab ): 4 Freiheiten, 1995: EU-Beitritt Liberalisierungen in EU bei Strom, Telekommunikation, Post … OECD-Vorstoß zur radikalen Liberalisierung der Investitionen (MAI)

58 WTO

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60 Die Probleme des Systems und seine Lösungen Profitrate erhöhenKosten senken Lohnnebenkosten = Sozialausgaben senken Staatsausgaben senken – Infrastruktur! Entkoppelung Lohn- und Produktivitäts- entwicklung Neue Produktionstechniken (Erhöhung des relativen Mehrwerts) Globalisierung (der Produktionsketten) Problem: Wer soll noch kaufen? Wie das akkumulierte Kapital sinnvoll (= mit Profit) anlegen? Überakkumulationskrise Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge Neue Investitionsfelder (Saatgut …) Defizitfinanzierte Nachfrage (privat, öffentlich), v.a. USA (hält Realwirtschaft am Laufen und verspricht Gewinne aus Finanzmärkten: Pyramidenspiel

61 Finanzmärkte und Finanzpolitik 1973 – 1981: Verschuldung 3. Welt, Realsozialismus, bei uns Kreisky 1970erJahre: Ende von Bretton Woods: 1973 Flexible Wechselkurse, 1979 Ende der Niedrigzinspolitik 80er Jahr Ende der Kapitalverkehrskontrollen 1982 – 1991: US-Zwillingsdefizit Haushalt und Außenhandel, Zusammenbruch des Realsozialismus 1992 – 2000: Phase der New Economy Maastrichtkriterien 1991 (Ziel: ausgeglichenes Budget durch Sparen bei Ausgaben) -> 1997 Stabilitätspakt -> ab 1999 qualitative Budgetpolitik 2001 – 2008: Phase der Immobilienspekulation

62 Wettbewerbsstaat und Standortwahn

63 Die andere Seite der Globalisierung Standort-Nationalismus Den Ausbau des Elektonik- Clusters wollen wir jetzt zum nationalen Anliegen unserer Stadt machen" Bgm. Manzenreiter in: Villach: 10/1998 S. 4

64 Das Kippen zum Wettbewerbsstaat Garantie der Ordnung Durch Zwang (Innen, Außen) Durch ideologischen Konsens Über materielle Zugeständnisse Nachkriegszeitheute Kalter Krieg Neointerventionismus, Antiterrorkampf, MAI, WTO, … Konsumismus, Antikomm. Kampf der Kulturen, solidarische Hochleistungsgesellschaft Sozialstaat, Bildung … Infrastruktur Massiv ausgebautSelektiv, massiv, Geschäftsfeld Förderung der Marktsubjekte Bedeutungsgewinn bei eingeschränkten Finanzen, Selektivität, Bildung Wenig aktive AMP; Regio Ausgleichzahlungen Steuern Kaum ProblemeSteuerdumping, ausgabenseitige Einsparungen Wirtschaftspolitik Finanzpolitik Handelspolitik Autom. StabilisatorenBedeutungsverlust plus Rüstungskeynesianismus und Defizitkreisläufe (Deregulierung) Kapitalverkehrskontrollen … Zunehmender Freihandel bei allen Widersprüchen

65 Die Strategie von Lissabon 2000 Ausbau der Internetindustrie Ausbau der EU-Finanzmärkte Deregulierung / Liberalisierung Ausbau des Dienstleistungssektors – Beschäftigung der Modernisierungsverlierer/innen – Niedriglohnsektors – Flexibilisierung der Arbeitsmärkte Stabilitätspolitik – Budgetüberschüsse Modernisierung der Sozialsysteme zur Budgetentlastung: Pensionsfonds, Wettbewerb im Gesundheitssystem, aktivierende und sozialinvestive Politikansätze Erschließung des Humankapitals (LLL, frühkindliche Bildung – Investition in Humankapital der Kinder …) Wettbewerbsfähigster, dynamischster wissensbasierter Wirtschaftsraum der Welt Markus Koza, Nur eine Pensionsreform? In: Die Alternative 2003; Anette Groth, Griff nach dem Humankapital; Klaus Dräger, Hintergründe der Lissabon-Strategie;

66 Aufbrechen

67 Was tun? Nachdenken, heilige Kühe hinterfragen, Innehalten Mama, der Kaiser ist ja nackt! Absurde Widersprüche ansprechen statt sich der herrschenden Vernunft (Einsicht in die Notwendigkeit) beugen Eintreten für das, was man braucht (öffentlicher Sektor!) Taktisches Verhältnis zur formalen Politik Aufpassen vor dem Besser-machen-wollen, was sind tatsächlich HUMANE Reformen? Räume, die von Profit- und Wachstumszwang halbwegs frei waren, bewahren Alte / neue Formen des Wirtschaftens und Lebens probieren (Solidarökonomie …) Theorie Denken Politik Reform Andere Praxis

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69 Beispiel Baumwolle Ein 1. Blick: Der über die Börse festgelegte Preis lässt den Bauern in Burkina Faso trotz ausgezeichneter Qualität durch Handpflückung ihrer Baumwolle keine Chance, obwohl sie dreimal billiger Baumwolle produzieren als die US-Bauern. Für Baumwollbauern rund um die Welt ist das so, als habe ihnen eine ominöse, höhere Macht ihr Einkommen halbiert. Nur die Baumwollfarmer in den USA müssen sich nicht sorgen. Zwar haben sie durch das Überangebot den Preisverfall an der Börse maßgeblich verursacht. Aber obwohl sie weltweit zu den ineffizientesten Produzenten gehören, haben sie unter ihm nicht zu leiden, denn sie bekommen ihr Geld vom Staat. Im Jahr 2002 waren es 3,9 Milliarden Dollar, doppelt so viel wie 1992, dreimal so viel wie die gesamte amerikanische Entwicklungshilfe für 500 Millionen Afrikaner. So gesehen sät der Norden den Hunger.*) *) Zitate aus: Wolfgang Uchatius, Der Norden sät den Hunger. In: Die Zeit, 34/2003 Weg mit den Subventionen? Die preiswerteste landwirtschaftliche Maschine ist immer noch der Mensch, jedenfalls, wenn er zum Arbeiten nichts braucht als ein, zwei Schälchen Mais am Tag*) Eine Perspektive? Was passiert in Entwicklungs-L, wenn BW-Anbau rentabler wird? Folgen für Eigenversorgung? Böden? Familienstruktur? Arbeitsabläufe? Besitzstruktur – Kleinbauern? Bedürfnisse / Mode – Umweltverbrauch

70 Clean Clothes

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72 Aus dem Griff der Zange Politik der leer(gemacht)en Kassen Besteuerung oder was? Standortwettkampf oder solidarische Lösungen Stammtisch oder neoliberale Ideologie hinterfragen Gesellschaft als Investor oder solidarische Lösungen Privatisierungen / Krankschrumpfung Liberalisierungsvorschriften (WTO, EU …)

73 Warum? Bild Kapitalismus als rationales Verhältnis Als Entzauberung der (mystischen) Welt Aufklärung Einsicht in die Notwendigkeit In einer rauen Wettbewerbswelt hört man Klassen-Vokabular wie gerechtere Verteilung des Wohlstands" gern. Als Kanzler wird Gusenbauer sagen müssen, wie das geht. Er wird die Einsicht in das Notwendige lehren müssen, auch nach Innen. Hubert Patterer, 2. Okt Daher: Gürtel enger schnallen

74 Kontakt, weitere Informationen: Walther Schütz ÖIE-Kärnten / Bündnis für Eine Welt, Für die Präsentation gilt COPYLEFT, d.h. sie darf unter Angabe der Quelle frei verwendet und weitergeleitet werden. Über Rückmeldung bzw. Angabe der Art der Verwendung wäre der Autor dankbar, entsprechende Mails bitte an o.a. -Adresse

75 Zusatzmaterial zu Staat und Demokratie

76 Ungesellschaftliche Gesellschaftlichkeit Bedürfnisse Geld - Kaufkraft Ware

77 und vermittelte Gesellschaftlichkeit Unbezahlter / abgespaltener Bereich (Frauen, Natur, Subsistenz …) Der – moderne – Staat Vater Staat: Gewaltmonopol - Garantie der Verträge unter formell gleichen Staatsbürgern Nährmutter Staat springt ein, wo Markt versagt Zivil- gesell- schaft

78 Bedingungen und Funktion von Staat Abhängig von gelingender Kapitalverwertung zuständig für: Gewinne Absatz – Kaufkraft – Geldflüsse Materielle Voraussetzungen (Infrastruktur bis hin zu Clusterbildung) Soziale Voraussetzungen Rechtssicherheit Legitimation des Systems Interessensvertretung gegenüber anderen Akkumulationsräumen Adolph Wagner: Gesetz der steigenden Staatsquote


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