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Andreas Kösters, M.A. Diskriminierung durch PID? Auswirkungen der Präimplantationsdiagnostik auf Menschen mit Behinderungen – medizinethische Aspekte.

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Präsentation zum Thema: "Andreas Kösters, M.A. Diskriminierung durch PID? Auswirkungen der Präimplantationsdiagnostik auf Menschen mit Behinderungen – medizinethische Aspekte."—  Präsentation transkript:

1 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierung durch PID? Auswirkungen der Präimplantationsdiagnostik auf Menschen mit Behinderungen – medizinethische Aspekte

2 Andreas Kösters, M.A Gliederung I.Einleitung II.Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen III.Diskriminierungs-Argumente IV.Fazit

3 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen SKIP-Argumente Spezies-Argument Kontinuums-Argument Identitäts-Argument Potentialitäts-Argument Meistgebrauchte Argumente zur Rechtfertigung eines vollen moralischen Status menschlicher Embryonen

4 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Spezies-Argument (nach Damschen/Schönecker 2002) P1: Jedes Mitglied der Spezies Mensch hat vollen moralischen Status P2: Jeder menschliche Embryo ist Mitglied der Spezies Mensch C: Jeder Menschliche Embryo hat vollen moralischen Status Sein-Sollen-Fehlschluss Spezieszismus Würde des Embryos = Gattungswürde?

5 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Kontinuums-Argument P1: Jedes menschliche Wesen, das aktual Φ ist, hat vollen moralischen Status P2: Jeder menschliche Embryo wird sich, unter normalen Bedingungen, kontinuierlich zu einem menschlichen Wesen entwickeln, das aktual Φ ist. C: Jeder menschliche Embryo hat vollen moralischen Status Moralrelevante Einschnitte möglich? Sorites-Paradoxon

6 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Identitäts-Argument P1: Jedes menschliche Wesen, das aktual Φ ist, hat vollen moralischen Status P2: Jeder geborene Mensch ist mit einem Embryo identisch, aus dem er sich entwickelt hat. P3: Wenn irgendein menschlicher Embryo vollen moralischen Status hat, dann muss dies auch für alle anderen gelten C: Jeder menschliche Embryo hat vollen moralischen Status Nur schwer auf frühe Embryonen anwendbar (Zwillingsbildung!) Welche Form der Identität? Warum moralisch relevant?

7 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Potentialitäts-Argument P1: Jedes menschliche Wesen, das potentiell Φ ist, hat vollen moralischen Status P2: Jeder menschliche Embryo ist ein Wesen, das potentiell Φ ist C: Jeder menschliche Embryo hat vollen moralischen Status Abgrenzungsproblem Welche Form der Potentialität? Warum moralisch relevant? (Kronprinzen-Argument)

8 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Liberale Ansätze argumentieren meist vorrangig negativ Soll positiv gezeigt werden, warum irgendwann voller moralischer Status einsetzt, so stehen diese Ansätze für gewöhnlich vor ähnlichen Problemen wie konservative Ansätze

9 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Gradualistische Ansätze: moralischer Status steigt mit der Entwicklung des Embryos an Kompromiss-Position Deckt sich mit weithin geteilten moralischen Intuitionen Argumentativ mit den gleichen Problemen konfrontiert wie konservativer und liberaler Ansatz

10 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – moralischer Status menschlicher Embryonen Faktum des Dissenses (Bayertz) => politische Lösung nötig Raum für weitere Argumente

11 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – reproduktive Autonomie Selbstbestimmung = zentraler Wert in westlichen Gesellschaften Wann sind Entscheidungen selbstbestimmt? (Beauchamp/Childress 2009): Kompetenz Absichtlichkeit Hinreichendes Verständnis Abwesenheit von Zwang Empirische Daten zur Pränataldiagnostik deuten darauf hin, dass bzgl. der letzten beiden Bedingungen bisweilen erhebliche Defizite bestehen => Wenn Respekt vor reproduktiver Autonomie als Argument für liberale Regelung der PID angeführt werden soll müssen diese Defizite beseitigt werden

12 Andreas Kösters, M.A. Moralische Probleme der PID ohne Bezug auf Menschen mit Behinderungen – kindliche Interessen Direkte Schädigungen der nach PID geborenen Kinder durch das Verfahren der PID sind bisher nicht belegt Ob mittelbar das Selbstverständnis der Menschen dadurch beschädigt wird, dass sie durch PID ausgewählt wurden sollte weiter beobachtet werden. Bisher deutet jedoch nichts darauf hin. Dass im Interesse der potentiellen Kinder eine PID durchgeführt wurde, kann – wenn überhaupt – nur bei schwersten Behinderungen (wrongful life) begründet werden (Parfit: non-identity-problem)

13 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Begriffliche Schwierigkeiten Diskriminierung Vielzahl unterschiedlicher Begriffe Alltagssprachlicher Begriff: (ungerechtfertigte) Herabsetzung, Benachteiligung, Zurücksetzung => normativer Begriff

14 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Begriffliche Schwierigkeiten Behinderung Disability Studies unterscheiden zwei Modelle von Behinderung: Medizinisches / individuelles Modell Soziales Modell Impairment = individuelle Beeinträchtigungen Disability = soziale Ausgrenzung

15 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Diskriminierung von Embryonen Die nach PID verworfenen Embryonen werden diskriminiert Der spezielle Bezug des Arguments auf Menschen mit Behinderungen geht verloren Argument kollabiert in die Statusdebatte Diskriminierung ist nicht das eigentliche Problem

16 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument expressivist objection (Buchanan 1996), bezieht sich ursprünglich auf Präntaldiagnostik PID impliziert eine Herabwürdigung von Menschen mit Behinderungen Es werden ganz erhebliche Aufwendungen getätigt, um nicht nur die Behinderung zu verhindern, sondern den Behinderten gleich mit ihr

17 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument As with discrimination more generally, with prenatal diagnosis, a single trait stands in for the whole, the trait obliterates the whole. With both discrimination and prenatal diagnosis, nobody finds out about the rest. The tests send the message that theres no need to find out about the rest. Asch 2000 The message at the heart of widespread selective abortion on the basis of prenatal diagnosis is the greatest insult: some of us are too flawed in our very DNA to exist; we are unworthy of being born … Saxton

18 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument Mögliche Rechtfertigungen des Verwerfens bestimmter Embryonen nach PID (Birnbacher 2006): 1.weil es sich um einen Menschen mit Behinderung handelt. 2.weil es sich um einen Embryo handelt. 3.weil es sich um einen Embryo mit Behinderung handelt. Nur 1. impliziert Herabwürdigung Behinderter!

19 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument PID impliziert Unwerturteil über Behinderung Behinderung wird (fälschlicherweise?) mit Leid assoziiert, viele Betroffene widersprechen dem Einige Behinderungen/chronische Krankheiten sind unweigerlich mit Leid verbunden Individuelle Unwerturteile sind allgegenwärtig und häufig unproblematisch

20 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument Tatsächliche Gründe für PID sind häufig komplex: Lebensqualität des Kindes Auswirkungen auf Familie Wirtschaftliche/soziale Situation Individuelle Lebenspläne Etc

21 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Expressionsargument Nicht individuelles Verhalten problematisch, sondern Praxis der PID insgesamt Möglichkeit führt zu Erwartungshaltung PID auch anzunehmen => Entscheidung nicht selbstbestimmt Unwerturteil von staatlicher Seite nicht tolerabel Eine Entscheidung mag in gewissen Fällen mittlerweile tatsächlich unumgänglich sein. Diese Entscheidung mag durchaus belastend sein. In einigen Fällen bietet die Möglichkeit zur PID aber auch durchaus Vorzüge

22 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Folgenbasierte Argumente Zulassung der PID führt zu einer Schlechterstellung Behinderter, weil dadurch die Zahl der Behinderten sinkt. Auswirkungen der PID auf Zahl der Behinderten insgesamt marginal: 8,7 Millionen Menschen mit Behinderung in BRD (2010) Bruchteil davon besteht vorgeburtlich Bruchteil davon über PID feststellbar

23 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Folgenbasierte Argumente Mögliche diskriminierende Folgen einer Ausweitung der PID (van den Daele 2005, Untersuchung empirischer Indikatoren seit Einführung der Pränataldiagnostik): Abbau von Rechtspositionen Gesellschaftliches Klima der Stigmatisierung/Diskriminierung Befürwortung von Maßnahmen, die der sozialen Integration Behinderter entgegenstehen Betonung der Belastung durch Behinderte Kontaktvermeidung Keine dieser Entwicklungen ist zu beobachten. => Hohe Akzeptanzraten der Pränataldiagnostik sind also mit hoher Akzeptanz (geborener) Behinderter vereinbar

24 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Folgenbasierte Argumente Bei konkreten Diagnosen lassen sich deutlich verringerte Fallzahlen beobachten Ob dadurch die Versorgung für die Betroffenen schlechter wird ist bisher nur unzureichend erforscht. Aber: selbst wenn dem so wäre folgt daraus normativ nicht, dass es mehr Betroffene geben sollte!

25 Andreas Kösters, M.A. Diskriminierungs-Argumente – Das Kränkungsargument Es gibt Behinderte, die sich durch PID gekränkt fühlen Ceteris paribus sind Kränkungen zu vermeiden Ceteris paribus-Klausel nicht erfüllt PID-Verbot bedeutet Freiheitseinschränkung Soweit möglich sollten Kränkungen vermieden werden, gegebenenfalls müssen jedoch Abwägungsentscheidungen getroffen und gewisse Kränkungen hingenommen werden

26 Andreas Kösters, M.A. Fazit PID impliziert nicht notwendig eine Herabwürdigung von Behinderten Empirische Daten deuten auf keine Verschlechterung der Situation von Behinderten durch PID hin. Gesellschaftliche Entwicklungen sollten weiter beobachtet und untersucht werden Beratungen bei PID sollten umfassend auch die Perspektive Behinderter mitbehandeln

27 Andreas Kösters, M.A. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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