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Peter Richter2 Warum braucht der chinesische Kalender keinen 29. Februar? Die Erde dreht sich 365 Tage lang jedes Jahr. Alle vier Jahre braucht sie dazu.

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2 Peter Richter2 Warum braucht der chinesische Kalender keinen 29. Februar? Die Erde dreht sich 365 Tage lang jedes Jahr. Alle vier Jahre braucht sie dazu einen Tag länger, und das ausgerechnet immer im Februar. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil es im Februar immer so kalt ist und es deswegen ein bisschen schwerer geht. Vortrag im Haus der Wissenschaft Bremen 29. Februar 2008 Wäre das so, dann bräuchte auch der chinesische Kalender einen 29. Februar Christoph Clavius ( ) Adam Schall von Bell ( ) Matteo Ricci ( ) Xu Guangqi ( )

3 Peter Richter3 Die Aufgaben der Kalendermacher Der Himmel regiert das Leben auf der Erde; wir sollen uns danach richten Die Sonne regiert –den Tageslauf: Morgen, Mittag, Abend, Nacht; wir wollen Auf- und Untergangszeiten wissen –die Jahreszeiten und damit die (Land-)Wirtschaft: der Kalender soll Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen (Äquinoktien) vorhersagen Der Mond regiert –die Daten der Feste und Riten, denn er gibt nächtliches Licht zum Feiern: der Kalender soll Neumond und Vollmond (die Syzygien) vorhersagen Lunisolare Kalender verzahnen den Lauf von Sonne und Mond –im Westen (von Babylon bis Rom) auf mathematische Art durch Berechnung –im Osten (China) auf astronomische Art durch Beobachtung Sonnen- und Mondfinsternisse? Planeten? Wettervorhersage?

4 Peter Richter4 Sonne und Mond unter den Sternen Schauen wir zuerst dem Sonnen- und Mondlauf durch das Jahr zu –im kopernikanischen Bild –im Bild des Ptolemäus oder Tycho Probleme 1 –was soll ein Jahr überhaupt sein? Für den Kalender nehmen wir das tropische –das tropische Jahr schwankt, wenn auch mäßig, in seiner Länge ( 8 Minuten) –was soll ein Monat sein? natürlich ist der synodische (Neumond zu Neumond) –die Länge des synodischen Monats schwankt um 4 Stunden Probleme 2 –das Jahr hat keine ganze Zahl von Tagen (schön wären exakt 365 Tage) –der Mondmonat hat keine ganze Zahl von Tagen (schön wären exakt 30 Tage) –das Jahr hat auch keine ganze Zahl von Monaten (schön wären exakt 12 Monate) Probleme 3 –Sonnen- und Mondlauf sind auf ihren Bahnen mal schneller, mal langsamer –die Bahnen von Sonne und Mond sind gegeneinander geneigt –unsere Monate erinnern nur noch entfernt an den synodischen Mondlauf

5 Peter Richter5 Wie lang sind denn nun das Jahr, der Monat? mittlere Länge des Sonnenjahrs –J = … Tage mittlerer synodischer Monat –M = … Tage –N = J / M = … ist die Zahl der Monate pro Jahr westliche Kalender definieren J, M und N als rationale Zahlen –altes Ägypten: J = 365, aufgeteilt in (schlechter Sonnenkalender) –Rom nach Cäsar: J = 1461/4 = , aufgeteilt in 12 Monate, Beginn 1. Januar –der christlich-julianische Kalender: J = und N = 235/19 = … als Basis, woraus sich M = … für die Berechnung des Osterdatums ergibt; er übernimmt die römischen 12 Monate und den Jahresbeginn 1. Januar. Als Frühlingsanfang wird der 21. März definiert, Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. –Der Gregorianische Kalender korrigiert die Werte zu J = und N = 235/19 – 43/ = …, und damit wird M = …

6 Peter Richter6 Der Gregorianische Kalender von 1582 Sonnenjahr –J = statt J = … Kopplung von Sonne und Mond –N = 235/19 – 43/ = … statt N = … synodischer Monat –M = J / N = … statt M = … Schaltregeln –in 400 Jahren 100 – 3 = 97 Schalttage: alle vier Jahre außer bei 100ern, die nicht durch 400 teilbar sind. (225 – 7 = 218 Schalttage in 900 Jahren wären besser) –in Jahren 43 = 75 – 32 Rückwärtsschaltungen des Mondalters. (46 wären besser) Erfolg –statt in 128 Jahren wie beim julianischen Kalender verschiebt sich der kalendarische Frühlingsanfang erst in 3200 Jahren um einen Tag in Richtung des wahren Sommers; das kalendarische Mondalter driftet ähnlich langsam, aber jetzt in die andere Richtung.

7 Peter Richter7 Wo wird der Schalttag eingefügt? Ägyptische Tradition Einteilung des Jahres von 365 Tagen in 1230 Tage plus 5 Feiertage am Ende der schlechten Jahreslänge entsprach eine noch schlechtere Monatslänge Römische Tradition vor Cäsar –12 Monate pro Jahr, das mit dem 1. März beginnt: Martius (31), Aprilis (29), Maius (31), Junius (29), Quintilis (31), Sextilis (29), September (29), October (31), November (29), December (29), Januarius (29), Februarius (28) (zusammen 355 Tage) + alle zwei Jahre 22 Tage Intercalarius/Mercedonius nach dem 7. Tag vor den Calendae Martius (Feier der Terminalia, Jahresende). Rom nach Cäsar –Julianisches Sonnenjahr Tage, beginnend am 1. Januarius. Monate mit Längen, wie wir sie noch heute haben, nur dass Quintilis Julius (44 BC) und Sextilis Augustus (8 BC) umbenannt wurden. Schaltregel –anstelle des früheren Intercalarius wurde ein ante diem sexto calendas Martius eingeschoben, der 24. Februar als bissexto calendas Martius verdoppelt. Namenstage ab dem 24. Februar werden deshalb in Schaltjahren um 1 verschoben, z.B. St. Leander vom 27. auf den 28. Februar. Das wird allerdings nach und nach vergessen, so dass der 29. Februar als Schalttag aufgefasst wird.

8 Peter Richter8 Xiyang Xinfa Lishu von 1645 Sonnenjahr von einer Wintersonnenwende zur nächsten -365 oder 366 Tage je nach dem Datum der Sonnenwende am Meridian von Beijing -24 Sonnenstationen alle 15 Grad entlang der Ekliptik, jede zweite ein Mondjahr von einem Neujahr zum nächsten -Monate beginnen jeweils mit Neumond; sie haben 29 Tage ( ) oder 30 Tage ( ) -normale Jahre haben 12 Monate, lange Jahre haben 13, darunter 1 Schaltmonat Kopplung von Sonnenjahr und Mondjahr -die Wintersonnenwende liegt per Definition im 11ten Monat -der Schaltmonat eines langen Jahres ist dadurch ausgezeichnet, dass er keine der Haupt-Sonnenstationen ; er bekommt die Nummer des Vormonats -Daraus folgt, dass Neujahr auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende fällt. Zyklische Vorstellung von der Zeit -Himmlische Stämme -Irdische Äste

9 Peter Richter9 Geschichte der beiden Kalenderreformen Gregorianische Reform 1582 seit dem Konstanzer Konzil im Gespräch Vorarbeiten Luigi Giglio (Perugia) Christoph Clavius (Bamberg, ) Brücke nach China: Jesuiten –Matteo Ricci ( ) –Xu Guangqi ( ) –Nicolas Trigault ( ) –Johannes Schreck ( ) –Adam Schall von Bell ( ) –Ferdinand Verbiest ( ) Chinesische Kalenderreform 1634/1645 –Sonnenfinsternisse 1610, 1629, 1644 –Chongzhen Almanach 1634 –Xiyang Xinfa Lishu 1645

10 Peter Richter Ferdinand Verbiest ( )

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13 Peter Richter13 The heavenly stems and their associations in astrology 1 jia 3 mu 4 wood fir Jupiter blue/gree n 2 yi 3 bamboo 3 bing 3 huo 3 fire flame Marsred 4 ding 1 lamp 5 wu 4 tu 3 earth hill Saturnyellow 6 ji 3 plane 7 geng 1 jin 1 meta l weapon Venuswhite 8 xin 1 kettle 9 ren 2 shui 3 wate r waves Mercuryblack 10 gui 3 brook

14 Peter Richter14 The 12 earthly branches of the counting cycle zi 3 chou 3 yin 2 mao 3 chen 2 si 4 wu 3 wei 3 shen 1 you 3 xu 1 hai 4 shu 3 niu 2 hu 3 tu 4 long 2 she 2 ma 3 yang 2 hou 2 ji 1 gou 3 zhu 1 RatOxTigerRabbitDragonSnakeHorseSheepMonkeyChickDogPig AriesTaurusGeminiCancerLeoVirgoLibraScorpioSagittarCapricoAquariuPisces


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