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Dynamik Flächenverbrauch

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Präsentation zum Thema: "Dynamik Flächenverbrauch"—  Präsentation transkript:

1 Dynamik Flächenverbrauch
1. Ursachen 2. Trends 1 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

2 Ursachen (Nachfrageseite)
Wieviel Hektar werden pro Tag umgewandelt? 1. Einkommensentwicklung (zusätzlich Förderung/Subvention: Eigenheimpauschale, Entfernungspauschale, Dienstwagensteuer) 2. Individualisierung 3. Motorisierung 4. Bevölkerungswachstum 5. Wirtschaftswachstum, Preiswettbewerb 105 ha x 365 Tage = 383 km² (43 % der Stadtfläche Berlins) 1,4 Fußballplätze = 1 Hektar 2 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

3 Ursachen (Angebotsseite)
„Bürgermeisterwettbewerb“ bei Baulandbereitstellung Lohn- und Einkommenssteuer (Steueranteil: 43,8 %) Gewerbesteuer (Steueranteil: 31,3 %) Baulandparadoxon Grundsteuer-Fehlallokation: Ertragswert (Realwert) statt Bodenwert (Potentialwert) (Steueranteil: 19,9 %) Verkehrsinfrastruktur Ausbau Straßen = Abbau Raumwiderstand Radiuserweiterung Aktionsraum (Stadtregion = Stundenraum, je geringer Raumwiderstand - Bsp. Ortsumgehungen, Autobahnnähe - desto größer Stundenraum) Subventionen (Eigenheimzulage, Entfernungspauschale, Dienstwagensteuer) Kommunale Baulandbereitstellung (Bürgermeisterwettbewerb): Gewerbesteuer-, Lohn- und Einkommenssteuermaximierung Gewerbesteuer Anteil 2003 an -      Gemeindesteuern: 31,3 % -      Gesamteinnahmen: 10,3 % Lohn- und Einkommenssteuer, Anteil 2003 an -      Gemeindesteuern: 43,8 % -      Gesamteinnahmen: 14,4 % Fehlallokation durch Grundsteuer: Ertragswertverfahren statt Bodenwertverfahren zur Berechnung der Steuer begünstigt Unterausnutzung und Siedlungsbrache. Folge: zusätzlichen Baulandbedarf Anteil 2003 an -           Gemeindesteuern: 19,9 % -           Gesamteinnahmen: 6,5 % Baulandparadoxon aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, SucheDer Begriff des Baulandparadoxons wurde erstmals 1996 von B. Davy verwendet und beschreibt die paradoxe Situation, dass die Mehrzahl der Gemeinden rein rechnerisch ihren Baulandbedarf an Wohn- und besonders an Gewerbeflächen im Innenbereich (auf wiedernutzbaren Flächen) decken könnte, jedoch weiterhin der Trend zum Bauen „auf der grünen Wiese“ dominiert. Örtlich auftretende Baulandknappheit beruht daher weniger auf der Summe fehlender Bauflächen, als vielmehr auf der mangelnden Verfügbarkeit bedarfsadäquater Bauflächen (Einig et. al 2001: 72 nach Davy 1996). Gründe für diese Situation sind in dem auf dem Prinzip der Angebotsplanung beruhenden deutschen Planungssystem zu suchen. Baurechte werden verliehen, ohne damit Baupflichten zu verbinden. Dies führt zu einem Verhalten privater Bodenmarktteilnehmer, das bei fehlenden Investitions- oder Verkaufsabsichten keine oder nur eingeschränkte Regelmöglichkeiten vorsieht (z.B. Baugebot). Hinzu kommt der interkommunale Wettbewerb um Haushalte und Unternehmen. So ist es aus Sicht der einzelnen Gemeinde rational, den Präferenzen privater Haushalte und Unternehmen entsprechend Bauland im Außenbereich auszuweisen, um dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Handelt allerdings jede Gemeinde einer Region auf diese Weise, hebt sich der Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Gemeinden wieder auf. In der Folge gestaltet es sich zunehmend schwieriger, die vorhanden innerstädtischen Baulandpotentiale zu vermarkten. Diese Situation wird auch als „Baulanddilemma“ bezeichnet (Einig et. al 2001: 73, Siedentop 2002): Das langfristige Resultat sind hohe Kosten für die Errichtung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur sowie die Herausbildung disperser Siedlungsstrukturen. Literatur [Bearbeiten] Davy, B. (1996): Baulandsicherung: Ursache oder Lösung eines raumordnungspolitischen Paradoxons Einig, K. (2003): Baulandpolitik und Siedlungsflächenentwicklung durch regionales Flächenmanagement. In: BBR: Bauland- und Immobilienbericht Bonn Siedentop, S. (2002): Ist eine Umkehr fortschreitender Zersiedelung realistisch? Vortrag auf der Werkstatt „Flächenverbrauch in der Metropolregion Hamburg“, 04.Nov.2002, Lauenburg/Elbe Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Baulandparadoxon“ 3 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

4 Steuer, -vergünstigung, Subvention
Konzentration: Mineralölsteuergesetz; Ökosteuer Dispersion: Steuervergünstigung Fördergebietsgesetz bis 1996 (Sonderabschreibung Gewerbe, Mietwohnungsbau, Nach-Wende-Suburbanisierung im Osten/Stadtumban) Entfernungspauschale (Werbungskosten nach EkStG) alte Regelung 0,36/040 EUR/km: AN, 80 km, EUR/Jahr: EUR; Benzin: EUR Dienstwagensteuer (35-45 % Anteil Dienstwagen) Subvention: Eigenheimzulage (Familie, 2 Kinder: €) Bürgermeisterwettbewerb: Gewerbesteuer Anteil Steuern: 31,3 % Anteil Einnahmen: 10,3 % Lohn- und Einkommenssteuer Anteil St.: 43,8 %, Anteil Einn. 14,4 % Baulandüberangebot, Brache, Unterausnutzung: Grundsteuer Anteil Steuern: 19,9 % Anteil Einnahmen: 6,5 % Fördergebietsgesetz § 3 Baumaßnahmen Begünstigt sind die Anschaffung und die Herstellung von abnutzbaren unbeweglichen Wirtschaftsgütern sowie Modernisierungsmaßnahmen und andere nachträgliche Herstellungsarbeiten an abnutzbaren unbeweglichen Wirtschaftsgütern. Die Anschaffung eines abnutzbaren unbeweglichen Wirtschaftsguts ist nur begünstigt, wenn das Wirtschaftsgut bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft worden ist und für das Wirtschaftsgut weder Absetzungen für Abnutzung nach § 7 Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes noch erhöhte Absetzungen oder Sonderabschreibungen in Anspruch genommen worden sind oder das Wirtschaftsgut beim Erwerber zu einem Betriebsvermögen gehört, nach dem Jahr der Fertigstellung und a) vor dem 1. Januar 1994 angeschafft worden ist oder b) nach dem 31. Dezember 1993 angeschafft worden ist und mindestens fünf Jahre nach seiner Anschaffung zu eigenbetrieblichen Zwecken verwendet wird oder 3. das Wirtschaftsgut nach dem Jahr der Fertigstellung und aufgrund eines nach dem 31. Dezember 1991 rechtswirksam abgeschlossenen obligatorischen Vertrags oder gleichstehenden Rechtsakts angeschafft worden ist, soweit Modernisierungsmaßnahmen und andere nachträgliche Herstellungsarbeiten nach dem Abschluß dieses Vertrags oder Rechtsakts durchgeführt worden sind. Dienstwagen: Wir leben inzwischen in einer Dienstwagengesellschaft. Zwischen 35 und 45 Prozent aller verkauften Fahrzeuge sind als Dienst- bzw. Firmenwagen angemeldet. Der Steuervorteil für die Firmen und die geringe Besteuerung von Privatfahrten ihrer Arbeitnehmer schafft eine Mobilitätssymbiose rund um das Auto, die Individualverkehr erzeugt, statt zu vermeiden. Dienstwagensteuer: § 6 Einkommenssteuergesetz Vom Arbeitgeber bereit gestellter Wagen. Für Dienstfahrten: keine Versteuerung für Arbeitnehmer. Für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Steuerpflicht, da "Naturalbezug" des Arbeitnehmers, der als Teil des Entgelts behandelt wird und somit auch der Lohnsteuer unterliegt. Pro Monat ein Prozent des Brutto-Listenpreises (pro Jahr: 12 %. Zum Vergleich: Irland: 25 %, Großbritannien 35 %) plus 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer. Listenpreis PKW bei Erstzulassung (inkl. Extras und Umsatzsteuer): €. Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: 10 km. Geldwerter Vorteil bisher: Privatfahrten: 1% x €: € Bürofahrten: 0,03% x € x 10 km: 69 € monatlich zu versteuern: € jährlich zu versteuern: € Geldwerter Vorteil ab 1. Januar 2003 (geplant lt. rot-grünem Koalitionsvertrag) Privatfahrten: 1,5% x €: € Bürofahrten: 0,03% x € x 10 km: € monatlich zu versteuern : € jährlich zu versteuern: € Laut rot-grünen Koalitionsvertrag soll die Besteuerung von Dienstwagen ab 2003 von 1auf 1,5 % angehoben werden. Der Bund rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von 435 Mio. € in 2003 bis zu 500 Mio. € in 2005 Quelle: Steuervorteil für Firma: Körperschaftssteuer: Kaufpreis, Leasingkosten und Betriebskosten können vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen werden. Mehrwertsteuer auf Kauf oder Leasing eines Firmenwagens kann als Vorsteuer abgezogen werden. Anteil Firmenwagen: Auf den wichtigsten EU-Märkten waren 1999 zwischen 35 % und 45 % aller verkauften Fahrzeuge Firmenwagen (neu und gebraucht). Vgl. EU-Kommission , KOM(2002) 431 -   Lohn- und Einkommenssteuer, Anteil 2003 an -      Gemeindesteuern: 43,8 % -      Gesamteinnahmen: 14,4 % 4 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

5 Grundsteuer Eine der ältesten direkten Steuern (Antike; Grundzehnt)
1891/93: Miquelsche Steuerreform (in Preußen Gemeinden überlassen) 1951 bundeseinheitliches Grundsteuergesetz Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) Grundsteuer B (Grundstücke) 1961/62 Typ C (Baulandsteuer) (unbebaute, baureife Grundstücke) Aufkommen 2003: Grundsteuer A Mio. Euro Grundsteuer B Mio. Euro Anteil Gemeindesteuern: 19,9 % Anteil Gesamteinnahmen: 6,5 % Typ C (Baulandsteuer) der unbebaute, aber baureife Grundstücke stärker belastete, um ein erhöhtes Angebot an Bauland zu bewirken. 5 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

6 Baulandmobilisierung: Grundsteuer
Bisher: Einheitswert: Gebäudewert (Sachwert/Ertragswert), Grundstückswert (3,5 von Tausend der Einheitswerte von 1964) Problem: Horten unbebauter Grundstücke, Baulücken, (Spekulation, Kapitalanlage, keine Baugebotsanordnung nach § 176 BauGB) Reformvorschlag (Baulandmobilisierung, Siedlungsflächenbegrenzung) Bodenwertsteuer (Einpreisung GFZ, GRZ, Infrastruktur: sichere Erwartungen, Besteuerung des Potentials, von Realsteuer zu Potentialsteuer) Bodenwertsteuer (Mobilisierung) + Flächensteuer (gegen Flächenverbrauch) aufkommensneutral, u.a. SRL-Position 6 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

7 Baulandmobilisierung: Grundsteuer
„Grundsätzlich: Hohe Grundstückspreise bewirken eine bessere Ausnutzung des Grundstücks, führen aber zugleich zur Verdrängung von z.B. Wohnnutzung in periphere Bereiche und damit zu weiterem Flächenverbrauch. Geringe Steuern und Abgaben auf unbebaute Grundstücke fördern das Brachliegenlassen von Bauflächen. Komplizierte und teure Planungsvorgänge bei innerstädtischen Brachflächen führen zum Ausweichen von Investoren auf neuerschlossene Flächen. Mangelndes Wissen von Bauwilligen über Bauflächenreserven im Bestand verhindern deren Ausnutzung.“ In den Niederlanden erfolgt die Erschließung von Bauland zu über 75 % durch Zwischenerwerb der Gemeinden, die in etwa den 2-3-fachen Agrarlandpreis bezahlt. Die Grundstücke werden verhältnismäßig klein (Durchschnitt: ca. 250 qm) parzelliert, die Erschließungskosten durch den Weiterverkauf an Bauwillige erwirtschaftet. Beim Kauf von Bauland besteht eine Baupflicht, daher keine Spekulation. Durch Ausgleich von Angebot und Nachfrage liegen die Preise niedrig. Die Grundsteuer wird auf Basis des Marktwerts berechnet. In Dänemark wird bei Umwandlung von "Landzone" in "Bauzone" eine Einmalzahlung verlangt, die den Eigentümer meist zur Bebauung oder zum Verkauf bewegt. Steuern für Wohngrundstücke werden auf den Bodenwert - nicht Gebäudewert (ca. 30 Promille des Marktwerts, d.h. jährlich ca. 3,4 % des Verkehrswerts) erhoben, Wertermittlung alle 4 Jahre. Baulandausweisung erfolgt nur, wenn die Nachfrage im Bestand nicht befriedigt werden kann. Jeder darf nur eine Wohnung bewohnen. In Frankreich erfolgt die Wohnbaulanderschließung durch private "Lotisseure", die das Gelände erwerben, parzellieren und inclusive Baugenehmigung weiterverkaufen, Gewerbebauland erschließen meist die Gemeinden. Vorhandene Regionalpläne sind eher wirtschaftsbezogen. Die Gemeinde kann die Bebauung nur durch Erteilen oder Verweigern der Baugenehmigung oder durch Inanspruchnahme ihres Vorkaufsrechts beeinflussen. Daher ist der Bodenverbrauch verhältnismäßig hoch und orientiert sich an den Interessen der Bauwilligen. Für Großprojekte und innerstädtische Bachflächen gibt es das Entwicklungsinstrument "ZAC" (Zones d`Aménagement Concerté), bei dem private und öffentliche Bau- und Erschließungsträger eng kooperieren. In Italien werden Baugebiete meist durch Privatleute beplant und erschlossen. Die Gemeinden steuern die Bebauung nur durch Erteilen oder Verweigern der Baugenehmigung. Der Bodenverbrauch verhältnismäßig hoch und orientiert sich an den Interessen der Bauwilligen (im Rahmen überregionaler Planvorgaben). In Großbritannien erschließen und beplanen private Developer sämtliche Grundstücke (bis auf innerstädtische Brachflächen und sozialen Wohnungsbau) und bebauen sie auch gleich. Die Gemeinde kann die Planung durch Auflagen bei Erteilung der Planungsgenehmigung beeinflussen. Die Bodenpreise sind marktbestimmt, unbebaute Grundstücke werden kaum gehandelt. Es gibt keine rechtsverbindliche übergeordnete Planung, die Abwägung erfolgt erst bei der Baugenehmigung, dadurch kaum planungsbedingte Wertsteigerung im Vorfeld, erst bei Erteilung der "Planning Permission". Die Kommune kann für die Erteilung der Genehmigung bestimmte Gegenleistungen (Infrastruktur etc.) aushandeln ("Planning Gain"). Es gibt keine Grunderwerbssteuer, dafür eine Nutzerbesteuerung (Grundsteuer zum Marktwert). Dies führt zu höherer Grundstücksmobilität,und insgesamt höherer Besteuerung von Immobilienbesitz. Nachteil: passive Rolle der öffentlichen Planung, wenig räumliche Steuerungsmöglichkeit, Vorteil: Nutzungen orientieren sich an abschöpfbarer Grundrente und meiden damit unnötige Erschließungskosten und Unternutzung. Literatur: Funktionsweise städtischer Bodenmärkte in Mitgliedsstaaten der europäischen Gemeinschaft - ein Systemvergleich, Dransfeld/Voß/Dieterich, Universität Dortmund, im Auftrag des BM für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 1993 Boden - Wem nutzt er? Wen stützt er? Neue Perspektiven des Bodenrechts, B. u. H. Dieterich, Braunschweig/Wiesbaden, Vieweg 1997 Bauleitplanung und Genehmigung in der europäischen Union, Hrsg. G. Schmidt-Eichstädt, Deutscher Gemeindeverlag Köln, W. Kohlhammer 1995 BBR: Land use (Linksammlung) 7 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

8 Trends Einkommen/Kaufkraft Individualisierung Motorisierung Wohnkosten
Globalisierung Siedlungs- und Verkehrsflächen 8 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

9 Trend Einkommen/Kaufkraft
von 1950 bis 1999 stieg Netto-Lohn von 213 DM auf 2710 DM auf das 13fache Kaufkraft um das 3,2fache Wohnflächen um das 2,8fache pro Kopf von 14 m² auf 39 m² 10 % mehr Kaufkraft werden in 9 % mehr Wohnfläche umgesetzt Statistisches Bundesamt, 25. Mai 2000 9 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

10 Trend Individualisierung
Wohlstand fördert Individualisierung Immer mehr, immer kleinere Haushalte, 1959: 3 EW/WE 1991: 2,27 EW/WE 2001: 2,15 EW/WE Unterschied 1991/2001: 2 Mio. WE (ohne EW-Zuwachs) Einpersonenhaushalte 1991/2001 Mikrozensus 2001, eigene Berechnung 10 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

11 Trend Individualisierung
Abnehmende Bindungskräfte: (Einkommen, Bildung, Rolle der Frau) Auflösung Großfamilie Familiengründung nicht aus Elternhaus heraus Verzögerte Familiengründung: Erstgeburtsalter, Heiratsalter (verlängerte Jugend, Post-Adoleszenz vor allem ausbildungsbedingt) Stabilität von Paarbeziehungen: Zunahme Alleinerziehende; Singles, Living-apart-together, Heiratshäufigkeit, Scheidungsrate, Nichteheliche Lebensgemeinschaften eigene vier Wände (Wohnung, Zimmer): Werkstatt für Selbstverwirklichung eigene Wohnung statt Untermiete (Azubis/Studis/Alleinerziehende/junge Familien) Familienwohnen: jedem sein Zimmer größere Wohnungen trotz kleinerer Haushalte Remanenzeffekt steigende Lebenserwartung; Frauen 7 Jahre länger Familiengründung nicht aus dem Elternhaus heraus: vgl. Neues Testament, Evangelium nach Markus: 10,7 „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, 10,8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch 10,9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Wie war es bei den eigenen Eltern? Nadine Kinne, Stabilität Paarbezíehungen: Bildungsexpansion und Frauenerwerbstätigkeit Vorübergehend gesunken sind die Scheidungszahlen in den Jahren 1977 und 1978 durch den rechtlichen Übergang vom Verschuldungs- zum Zerrüttungsprinzip, wodurch sich die Scheidungsverfahren zum Teil erheblich verzögerten (Peuckert 1999, S. 144f). Heute wird durchschnittlich ungefähr ein Drittel aller Ehen, in Großstädten sogar die Hälfte, geschieden. Wahrscheinlichkeit einer Eheauflösung von 1950 bis heute ungefähr verdreifacht. Scheidungsanträge im früheren Bundesgebiet zu 60 Prozent, in Ostdeutschland zu 72 Prozent von Frauen (Daten von 1997, vgl. Peuckert 1999, S. 144). Im früheren Bundesgebiet waren in 54 Prozent der Scheidungen minderjährige Kinder betroffen, in den neuen Bundesländern 69 Prozent (Peuckert 1999, S. 144). Die meisten Paare trennen sich bereits nach zwei bis drei Ehejahren. Auffällig ist, dass der Anteil an Spätscheidungen zugenommen hat. So wurden Prozent aller geschiedenen Ehen nach dem 20. Ehejahr aufgelöst (Geißler 1996, S. 314f)4. Die DDR gehörte vor der politischen Wende zu den Ländern mit der höchsten Scheidungsneigung. (Frauenerwerbstätigkeit, Kinderbetreuung, Staatliche Familienpolitik:Für die Hochzeit gab es den Ehekredit von 4000 Mark, der sich nach Geburt des ersten Kindes in einen Zuschuss verwandelte. Außerdem den Anspruch auf die 2 ½-Raum-Wohnung. Mit dem ersten Kind gab es ein bezahltes Babyjahr und nach der Rückkehr in den Betrieb einen bezahlten Haushaltstag pro Monat für die Mutter. Krippe und Kita waren kostenlos) Bei Geschiedenen eine schwächere Familienorientierung zu verzeichnen. Sie verbinden Kinder häufig mit Sorgen und Problemen. Eine Untersuchung ergab, dass geschiedene Männer freizeitorientierter, geschiedene Frauen konsumorientierter als die Partner in einer stabilen Ehe sind. Ansprüche an ein selbstbestimmtes Leben sind gestiegen, Männer wie Frauen haben höhere persönliche Glückserwartungen. erhöhtes Ehescheidungsrisiko durch Wandel der Rolle der Frau: Ebenso gut gebildet wie Männer besitzen Frauen heute bessere Chancen, einen guten Arbeitsplatz zu bekommen und unabhängig vom Mann zu leben. „Scheidungswaisen“ vor allem im Kleinkindalter mit doppelt so hohem späteren Scheidungsrisiko, als wenn man aus einer „vollständigen“ Familie kommt. Frühehen besonders scheidungsgefährdet Scheidungsziffern in Großstädten fast doppelt so hoch wie auf dem Land: Die norddeutschen „Stadtstaaten“ Berlin, Hamburg und Bremen weisen die höchsten Raten auf. Zurückführen kann man diese Tatsache u. a. darauf, dass in Süddeutschland ein höherer Anteil an Katholiken lebt (Schmidt 2002, S. 327). Zudem sind die Verwandtschaftsbeziehungen auf dem Land intensiver, die soziale Kontrolle durch die Nachbarschaft höher. Geschiedene werden in der Stadt weniger stigmatisiert. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass in Großstädten weniger traditionelle Einstellungen hinsichtlich Scheidung vertreten werden (Wagner 1997, S. 298). konfessionslose Männer und Frauen aller westdeutschen Jahrgänge – dies gilt sowohl für kinderlose Ehen als auch für Verbindungen mit Kindern - je nach Ehejahrgang zwei- bis fünffach höheres Scheidungsrisiko als bei Angehörigen der evangelischen Kirche (dito Katholische Kirche, nur bei den Ehen niedriger, die zwischen 1936 und 1948 geschlossen wurden). Kinderlose Paare weisen eine ungefähr 50 Prozent höhere Scheidungsrate auf. Ein Grund dafür ist, dass in einem Haushalt mit Kindern die Arbeitsteilung erhöht und damit die gegenseitige Abhängigkeit der Ehepartner verstärkt wird12. (Insbesondere nicht-schulpflichtige Kinder, Scheidungshäufigkeit bei Eltern mit älteren Kindern steigt hingegen wieder an.) Ehen, in denen beide Partner erwerbstätig sind, werden signifikant häufiger geschieden als Ehen, in denen die Frau zu Hause bleibt. Zurückzuführen ist diese Tatsache darauf, dass für Frauen, die ihrem Beruf nachgehen, keine wirtschaftliche Notwendigkeit besteht, in einer unbefriedigenden Beziehung zu verbleiben (Peuckert 1999, S. 152f). Scheidungsfördernd wirkt, dass die Arbeitsteilung innerhalb der Familie grundsätzlich zur Disposition steht, was wiederum partnerschaftliche Probleme zur Folge hat (Schmidt 2002, S. 331). Bildungsniveau: Nach Peuckert (1999, S. 153) hat das Bildungsniveau von Männern keinen nennenswerten Einfluss auf das Ehescheidungsrisiko. Während in der Vergangenheit das Scheidungsrisiko von Frauen mit mittleren und höheren Bildungsabschlüssen extrem hoch war, sind nun Ehen, in denen die Frau über einen niedrigen Bildungsabschluss verfügt, am stärksten gefährdet. Weist die Frau ein höheres Bildungsniveau auf als der Mann, so ist die Ehe einem höheren Scheidungsrisiko ausgesetzt als wenn der Mann eine mindestens gleichwertige Bildung hat. religiöse Praxis des Ehepartners (Atheisten dreimal so häufig geschieden), Protestanten scheiden häufiger als Katholiken; Scheidung am häufigsten nach drei bis sechs Ehejahren, danach nimmt Scheidungsziffer ab. Persönliche Gefühle ausschlaggebend: «Ich liebe dich weniger, also verlasse ich dich» (L’Hebdo, Nr. 21, 1995). Teilweise Aufschieben der Scheidung wg. der Kinder. Es sei darauf hingewiesen, dass eine nicht erwerbstätige Frau mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit eine Direktehe eingeht wie eine erwerbstätige Frau. Scheidungskinder scheiden sich selbst eher; Scheidungsrisiko bei Frauen, die ein Kind in die Ehe mitbrachten, dreimal grösser; Frauen, die in erster Ehe einen Mann heiraten, der bereits verheiratet war, mit höherem Scheidungsrisiko als jene, die ledigen Partner heiraten; junges Heiratsalter (Frauen < 23 Jahre; Männer < 30 Jahre) erhöht Scheidungshäufigkeit. eigene Wohnung statt Untermiete (Azubis): Pfeiffer in der Feuerzangenbowle Immer größere Wohnungen 1987: 81,4 m², 4,3 Räume/WE, 1,8 Räume/EW 2001: 84,8 m², 4,4 Räume/WE, 2,0 Räume/EW 60er Jahre: Stockbetten 90er Jahre: Jedes Kind sein eigenes Zimmer Steigende Lebenserwartung: verlängert Umlaufzeit der Wohnungen. (theoretisch um Faktor 0,3 % = WE/Jahr) Abschwächung durch spätere Familiengründung, Heiratsalter, Erstgeburtsalter der Frau Wohnflächenvergleich Seniorenhaushalte zu den übrigen Haushalten in Deutschland 1998 Wohnfläche[1] m²/EW Haushalte gesamt 39,4 dar. 1-Personen-Haushalte 64,1 dar. 2-Personen-Haushalte 44,6 dar. 1-Personen-Haushalte > 65 Jahre 70,0 dar. 2-Personen-Haushalte > 65 Jahre 45,1 Quelle: Sonderauswertung Mikrozensus 1998, Stat. Bundesamt 2002 [1] ohne Haushalte in Wohnheimen und ständig bewohnten Unterkünften. Individualisierung: Es kann das eigene Kinderzimmer, der eigene Arbeitsraum, vielleicht auch ein eigenes Schlafzimmer im Rahmen des Familienwohnens sein, zu dem jetzt das Geld reicht. Es ist die räumliche Trennung von der Großelterngeneration, die Kleinfamilie. Es ist der frühe Auszug aus dem Elternhaus („Nestflüchter“). Aber auch die Auflöslichkeit der Ehe in Zeiten wirtschaftlicher Unabhängigkeit: Das zunehmende Alleinerziehen,[1] das Living-apart-together und Single-Dasein.[2] Notgeborene Zweckbündnisse, das vom Mangel verwaltete soziale Bindegewebe, wie auch Untervermietungen, bei denen sich mehrere Haushalte eine Wohnung teilen, lösen sich unter immer weiterer Wohnungsnachfrage auf. Die Bevölkerung stagniert, aber die Zahl und die Größe der Wohnungen wächst, weil die Haushalte immer kleiner werden oder einen größeren Flächenkomfort anstreben. [1] Die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter stieg von um 13 %. Insgesamt waren im April ,7 Mio. Personen allein Erziehende mit Kindern (7 % der Einwohner Deutschlands). Ergebnisse Mikrozensus 2001, Pressemitteilung vom 3. Mai 2002, Statistisches Bundesamt, [2] Die Zahl der allein Lebenden im Alter von 25 bis unter 45 Jahren hat sich seit 1961 mehr als verfünffacht und betrug im Mai ,6 Mio. Personen, der Anteil an den Einpersonenhaushalten stieg von 17 auf 32 % (Mikrozensus 2001, Statistisches Bundesamt 4/2001). „Seit Anfang der siebziger Jahre kam es zu einer gravierenden Trendwende. Die Phase der Familienlebenszeit schrumpfte. Nichtfamiliale Lebensweisen wurden für die individuelle Lebensplanung zeitlich und räumlich immer bedeutender. Zudem wurde die postadoleszente Phase des Lebens ausgedehnt, in der man sich nicht festlegen (lassen) will: Es ist die Zeit individueller Experimente mit Ausbildung, Jobs, Karriere, Partnerschaften und Wohnformen, in der Kinder und Bindungen meist als einschränkend empfunden werden und zumindest zeitlich verschoben werden.“ Christine Hannemann, Historischer Abriss zu wesentlichen Entwicklungslinien städtischen Wohnens in Deutschland seit 1945, S. 14, www2.rz.hu-berlin.de/stadtsoz/Veroeffentlichungen/ wohngeschichte%5B1%5D.pdf.pdf. Remanenzeffekt: nur jeder 2. Mieter- und 4. Eigentümerhaushalt zieht nach dem 55. Lebensjahr noch um Heinze 1997, Neue Wohnung im Alter, Schader Stiftung Darmstadt „Über 5 Mio. Wohnungen, die prinzipiell von Größe und Zuschnitt her zur Versorgung von Familien geeignet wären (min. 70 qm und 3,5 Zimmer), werden von älteren Kleinhaushalten bewohnt. Dabei handelt es sich überwiegend um preiswerte Bestandswohnungen, die von Ausstattung, Lage und Wohnumfeld her nicht gewährleisten können, was sich ältere Menschen in der Mehrzahl wünschen: eine Wohnsituation, die ihnen ein selbständiges Leben im Alter ermöglicht.“ „Es herrschte noch die Überzeugung vor, "ein alter Baum dürfe nicht verpflanzt werden", doch empirisch fundierte Kenntnisse der Umzugswünsche und Umzugsmöglichkeiten älterer Menschen fehlten.“ „Die Wohnmobilität älterer Menschen wird bislang unterschätzt. Zwar ist die Umzugsneigung älterer Haushalte um den Faktor drei geringer als bei jüngeren Haushalten. Dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) zufolge ziehen p.a. 3,6 % der Mieter- und 1 % der Eigentümerhaushalte in Westdeutschland nach dem 55. Lebensjahr um. Rechnet man diese Zahlen hoch und betrachtet die Wahrscheinlichkeit eines heute 55jährigen Menschen, bis zum 75. Lebensjahr noch einmal einen Wohnungswechsel vorzunehmen, dann liegt die Umzugswahrscheinlichkeit bei erstaunlichen 52,23 % für einen Mieter- oder bei 23,48 % für einen Eigentümerhaushalt: Zwischen dem 55. Und 75. Lebensjahr wird jeder zweite Mieter- und jeder vierte Eigentümerhaushalt mindestens noch einmal umziehen.“ 11 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

12 Trend Individualisierung
Empirica-Prognose Westdeutschland 2030: Sinkende EW-Zahl (von 66 auf 63 Mio.) Anstieg um 3 Mio. HH (30,5 Mio. auf 33,3 Mio. Haushalte) Wohnfläche/EW steigt von 42 m² auf 52 m² Vgl. Harald Simons, Perspektiven des westdeutschen Wohnungs- und Büromarktes bis 2030, S. 1, 7f Wohnflächenentwicklung in Deutschland Immer größere Wohnungen 1987: 81,4 m², 4,3 Räume/WE, 1,8 Räume/EW 2001: 84,8 m², 4,4 Räume/WE, 2,0 Räume/EW 60er Jahre: Stockbetten 90er Jahre: Jedes Kind sein eigenes Zimmer Steigende Lebenserwartung: verlängert Umlaufzeit der Wohnungen. (theoretisch um Faktor 0,3 % = WE/Jahr) Abschwächung durch spätere Familiengründung, Heiratsalter, Erstgeburtsalter der Frau Wohnflächenvergleich Seniorenhaushalte zu den übrigen Haushalten in Deutschland 1998 Wohnfläche[1] m²/EW Haushalte gesamt 39,4 dar. 1-Personen-Haushalte 64,1 dar. 2-Personen-Haushalte 44,6 dar. 1-Personen-Haushalte > 65 Jahre 70,0 dar. 2-Personen-Haushalte > 65 Jahre 45,1 Quelle: Sonderauswertung Mikrozensus 1998, Stat. Bundesamt 2002 [1] ohne Haushalte in Wohnheimen und ständig bewohnten Unterkünften. Individualisierung: Es kann das eigene Kinderzimmer, der eigene Arbeitsraum, vielleicht auch ein eigenes Schlafzimmer im Rahmen des Familienwohnens sein, zu dem jetzt das Geld reicht. Es ist die räumliche Trennung von der Großelterngeneration, die Kleinfamilie. Es ist der frühe Auszug aus dem Elternhaus („Nestflüchter“). Aber auch die Auflöslichkeit der Ehe in Zeiten wirtschaftlicher Unabhängigkeit: Das zunehmende Alleinerziehen,[1] das Living-apart-together und Single-Dasein.[2] Notgeborene Zweckbündnisse, das vom Mangel verwaltete soziale Bindegewebe, wie auch Untervermietungen, bei denen sich mehrere Haushalte eine Wohnung teilen, lösen sich unter immer weiterer Wohnungsnachfrage auf. Die Bevölkerung stagniert, aber die Zahl und die Größe der Wohnungen wächst, weil die Haushalte immer kleiner werden oder einen größeren Flächenkomfort anstreben. [1] Die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter stieg von um 13 %. Insgesamt waren im April ,7 Mio. Personen allein Erziehende mit Kindern (7 % der Einwohner Deutschlands). Ergebnisse Mikrozensus 2001, Pressemitteilung vom 3. Mai 2002, Statistisches Bundesamt, [2] Die Zahl der allein Lebenden im Alter von 25 bis unter 45 Jahren hat sich seit 1961 mehr als verfünffacht und betrug im Mai ,6 Mio. Personen, der Anteil an den Einpersonenhaushalten stieg von 17 auf 32 % (Mikrozensus 2001, Statistisches Bundesamt 4/2001). „Seit Anfang der siebziger Jahre kam es zu einer gravierenden Trendwende. Die Phase der Familienlebenszeit schrumpfte. Nichtfamiliale Lebensweisen wurden für die individuelle Lebensplanung zeitlich und räumlich immer bedeutender. Zudem wurde die postadoleszente Phase des Lebens ausgedehnt, in der man sich nicht festlegen (lassen) will: Es ist die Zeit individueller Experimente mit Ausbildung, Jobs, Karriere, Partnerschaften und Wohnformen, in der Kinder und Bindungen meist als einschränkend empfunden werden und zumindest zeitlich verschoben werden.“ Christine Hannemann, Historischer Abriss zu wesentlichen Entwicklungslinien städtischen Wohnens in Deutschland seit 1945, S. 14, www2.rz.hu-berlin.de/stadtsoz/Veroeffentlichungen/ wohngeschichte%5B1%5D.pdf.pdf. Pro Jahr +0,35 m²/EW Roland Stimpel,  Weniger wohnen, Deutsches Architektenblatt 03/12, S. 14 12 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

13 Trend Motorisierung 13 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

14 Trend Wohnkosten Wohnkosten steigen schneller als Mobilitätskosten
14 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

15 Stadt-Land-Rutschbahn
Mieten- und Bodenpreisgefälle Wohnflächenzuwachs über Rutschbahn Was zum Wohlstand fehlt, treibt heraus Staatliche Anreize: Geld und Asphalt Aktionsraumvergrößerung (Stadtregionen sind „Stundenräume“) Investionskosten: Eigenheimzulage Wegekosten: Entfernungspauschale (wie andere Steuererleichterungen: vor der Steuer vom Jahresbrutto abzuziehen) Zum 1. Januar 2004 hat die Pauschale jedoch einiges an steuerlicher Bedeutung verloren. Nunmehr beträgt Sie nur noch 30 Cent pro Entfernungskilometer - anstatt ehemals 36/40 Cent bis zum Die alten Grundsätze gelten jedoch nach wie vor. Anteil der Benzinkosten am Einkommen seit den 60er Jahren (Ausnahme Ölkrise) stetig gesunken. s. Graphik, Dienstwagensteuer Zeitkosten: Straßenbau (Abbau von Raumwiderstand schafft Zeitvorteile, die in Entfernung umgesetzt werden, Vergrößerung der Aktionsräume, Halb-Stunden-Pendel-Distanz, Stadtregionen=Stundenräume) Gesetz von der Konstanz der Reisezeiten o       Bundesverkehrswegeplan 2003: 300 Ortsumgehungen, neue Autobahnen Verkehrsprojekte, Straßenausbau, Umgehungsstraßen 15 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

16 Flächenfraß durch Suburbanisierung
16 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

17 Wachsende Pendelentfernungen
17 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

18 18 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“
18 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

19 Trend Globalisierung (Europäisierung)
Gewerbesuburbanisierung Optimierung Betriebsablauf: ebenerdige Produktion Flächenbedarf, Miet-/Grundstückspreise, Bodenpreisgefälle, GSt-Hebesatz Abbau von Lagerhaltung - (just-in-time) Senken der Fertigungstiefe – Spezialisierung/ Outsourcing Kostensenkung durch weltweite Beschaffung (Global Sourcing) Umsatzsteigerung durch weltweiten Absatz (Selling) Folge: überregionale Verkehrsabhängigkeit LKW-optimale Standorte (Nähe Autobahnauffahrt) Thüringen: 2/3 aller Industrieflächen im 5 km-Radius zur Autobahnauffahrt 19 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

20 Trend Siedlungs- und Verkehrsflächen
+ Zuwachs Wohnbauflächen Gewerbeflächen Handel + Dienstleistungen (Kaufkraft/Konsum, Tertiärisierung) Freizeit-, Erholungsflächen (Wochenendhaus, Ferienhaus, Camping) Straßen, Flughäfen, Wasserstraßen Abnahme Militärflächen Bahnflächen (Rückzug aus der Fläche, Güterbahn) Industrieflächen (Altindustrie) 20 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

21 Ergebnis: Flächenverbrauch
105 ha / Tag = 143 Fußballfelder Individualisierung und Globalisierung = Suburbanisierung Fußballfeld: 105m*68-70m (üblich) = m² 1,4 Fußballfelder = 1 Hektar 21 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“

22 Nachhaltigkeitsziel Bundesregierung
2020: Flächenverbrauch 30 ha/Tag „Gefordert sind in erster Linie Landes- und Bauleitplanung“ Quelle: Die Bundesregierung, Perspektiven für Deutschland, unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, S.99 22 TU Berlin, ISR SoSe 2004 „Bodennutzungsplanung II“


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