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Vorlesung:Einführung in die Sozialstrukturanalyse * Institut für Soziologie * Universität Erlangen-Nürnberg * Sommersemester 2007 * PD Dr. J. Renn * 3.

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1 Vorlesung:Einführung in die Sozialstrukturanalyse * Institut für Soziologie * Universität Erlangen-Nürnberg * Sommersemester 2007 * PD Dr. J. Renn * 3. Sitzung 8. Mai 1. Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II

2 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Soziostrukturelle Folgen der Modernisierung / Phasen und Pfade in die Industriegesellschaft und aus ihr hinaus… Fragen zur heutigen Vorlesung (Literatur: Häußermann/Siebel – Reader): 1. Worin besteht die Enttraditionalisierung subjektiver Orientierungen? 2. Wie lassen sich Sektoren voneinander unterscheiden, und bedeuten solche Unterscheidungsweisen für die Deutung der Tertiarisierung? 3. Worin unterschieden sich die Sektorstrukturen Deutschland und Schweden (bis 1990), und was bedeutet dieser Unterschied? 1. Erinnerung: Zirkel: Suche und Deutung der Daten im Lichte der Theorien, die als Auswertung der Daten gelten. Erklären wir die Bedeutung oder die Ursachen von Modernisierung? Positionen (aufsteigende Anonymität): Nationalistische Geschichtsschreibung (große Männer/Völker als historische Subjekte) Mikrosozial fundierte Aggregationen (Rational Choice) Konflikttheorien (Dahrendorf, Neohistorische Soziologie, Neofunktionalisten, Kriegsfolgen) Emanzipationsgeschichten: Marx bis Habermas (Projekt der Moderne) Evolutionstheorien (Spencer, Comte bis zu Luhmann) Dispositivgenealogie (Foucault) Problem Analyse und Struktur: (Beispiel: Theorien der Tertiarisierung Kategorien, die theoretisch bestimmt sind (was ist eine Dienstleistung ?) & z.B. ökomomische Dogmen - empirischer Befunde Theorie (Modelle der Tertiarisierung, etc.)

3 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II 2. Erinnerung: Strukturen und doppelte Hermeneutik: Problem der kulturellen Innenperspektive des Strukturwandels (soziologische und soziale Strukturdeutung): Zwischenspiel: die lebensweltliche Seite: Strukturelle Modernisierung heißt auch mentale Enttraditionalisierung (doppelte Befreiung – Folge und Grundlage von Mobilität, Wandel der Erwerbs- und Familienstruktur, Geschlechterverhältnisse, Auflösung tradierter Bindungen und Identitäten.) 1. Rationale Lebensführung (Weber) Bsp.: zum traditionalistischen Umgang mit Lohnanreizen in der Landwirtschaft (Ernteeinsatz) in Der Geist des Kapitalismus, S. 49f.): Die Heraufsetzung der Akkordsätze bewirkte auffallend oft nicht etwa dass mehr, sondern dass weniger an Arbeitsleistung in der gleichen Zeitspanne erzielt wurde, weil die Arbeiter die Akkorderhöhung nicht mit Herauf-, sondern mit Herabsetzung der Tagesleistung beantworteten. (…). Der Mehrverdienst reizte (…) weniger als die Minderarbeit. (Motiv: Deckung traditioneller Bedürfnisse)

4 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II 2. Kontingenzerfahrung (Karl Mannheim): Für einen Bauernsohn, der in die Stadt wandert und sich allmählich der Weise des Städters anpaßt, hört die dörfliche Weise des Denkens und Lebens auf, etwas Selbstverständliches zu sein. Er hat Distanz zu ihr gewonnen und unterscheidet jetzt vielleicht sogar mit aller Bewußtheit Denkweise und Gehalte, die er als dörflich bezeichnet, von solchen, die er als städtisch kennt. (…) erster Ansatz zu jener Haltung, die die Wissenssoziologie voll auszubilden trachtet. (Ideologie und Utopie, S. 241) 3. Rationalisierung der Lebenswelt (Habermas): Der Übergang von traditionaler zu moderner Gesellschaft bedeutet u. a., dass - Wirtschaft und Verwaltung zu Systemen werden (Entkoppelung) - kulturelles Wissen professionalisiert und fragmentiert wird - soziale Normen begründungsbedürftig werden und soziale Akteure berechtigte Autonomieansprüche stellen können.

5 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Aus der klassischen Industriegesellschaft hinaus: vom Phänomen der Dienstleistung zum Postfordismus und einer reflexiven Moderne Von der lebensweltlichen Seite zur Sektorstruktur: Strukturelle Verschiebungen zwischen den Produktion- und Erwerbsformen oder - feldern: Entstehung neuer (typischer) Arbeitsverhältnisse (white collar), Geschlechterverhältnisse (Tippse), Familienformen, Lebenslaufmuster (…) und entsprechender mentaler Orientierungen (Postmaterialistische Werte – Partizipations- und Emanzipationsansprüche). Siegfried Kracauer, Eine Angestellten-Kultur (1930) (Kulturindustrie): Die Behauptung ist kaum zu gewagt, dass sich in Berlin ein Angestelltentypus herausgebildet, der sich in der Richtung auf die erstrebte Hautfarbe [ein Herr von der Personalabteilung: angenehmes Äußeres: moralisch rosa Hautfarbe] hin uniformiert. Sprache, Kleider, Gebärden und Physiognomien gleichen sich an. (…) Eine Zuchtwahl, die sich unter dem Druck der sozialen Verhältnisse vollzieht und zwangsläufig durch die Weckung entsprechender Konsumentenbedürfnisse von der Wirtschaft unterstützt wird. (Die Angestellten, S. 25)

6 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Sektorendifferenzierung: Jean Fourastié: Die große Hoffnung) Tertiarisierung: Zunahme des Anteils des dritten Sektors (Dienstleistungen) an Gesamt- Beschäftigung und -Konsum Fourastié: Stabilisierung und Zivilisierung: Ende der für die Industriegesellschaft typischen Krisen Die Unterscheidung von Sektoren der gesellschaftlichen Produktion/Arbeit kann unterschiedlichen Kriterien folgen: Bedürfnishierarchie oder Produktivitäts- Steigerungs-Potential Primärer Sektor Landwirt., Forstwirt. Fischerei Sekundärer Sektor Industrie, Handwerk, Bergbau Tertiärer Sektor Handel, Verkehr, Verwaltung, Bildung, Wissenschaft, Sozial- und Gesundheitswesen Colin Clark (Fisher), The Condition of Economic Progress, 1940 Lebens- notwen- dige Güter Nachrangig notwend. Güter Luxusgüter Jean Fourastié, Le Grand Espoir Du XXe Siècle, 1949 Mittlere Produktivi- tätssteig. Hohe Produktivitäts- steigerung Kaum/Keine Produktivitäts- steigerung

7 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Sektorendifferenzierung: Fourastié bleibt trotz des Produktivitätskriteriums bei der Sektorzählweise, weil für ihn.. die Dominanz der jeweiligen Sektoren aufeinanderfolgende historische Phasen bestimmt: Auf die (sehr lang andauernden) traditionellen Zivilisation folgt nach dem Übergang der industriellen Gesellschaft die tertiäre Zivilisation Steigerungsfähigkeit innerhalb der Sektoren: Produktivität, Nachfrage, Zivilisiertheit (Raffinement) Fourastié: allgem./notwend. Melioration (Daniel Bell: postmaterielle Werte und Wissenselite – Wissensgesellschaft) William Baumol: Skepsis gegenüber der Meliorationsannahme: Kostenkrankheit (keine Produktiv.steig. aber Lohnkostenorientierung an prim.- Sekt.)

8 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung, 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Was sagt der faktische Verlauf? - Frage: was sind Dienstleistungen? Deutschland, U.S.A. und Schweden im Vergleich (Häußermann, Siebel – siehe Reader): schwacher Dienstleistungsanteil in D.? Abhängigkeit von der Kategorisierung: Differenz konsum- und produktions- orientierte Dienstleistungen. Unten: Erwerbstätige im Tert. Sektor: Oben-rechts: Erwerbstät. Im güterorient.Bereich (Altersgruppe 15-64):

9 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung, 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Pfadabhängigkeit: wohlfahrtsstaatl. Traditionen prägen die spezifische Entwicklung der Sektorenverteilung: Anteil des öffentl. Dienstes an Dienstleistungen Steuerpolitik – Transferleistungen (Lohnergänzung /-ersatz) Lohnniveau – Gewerkschaften summa: keine automat. Entwicklung zur Tertiarisierung Personal des öff. Dienstes in Deutschl. in % aller Erwerbstätigen:

10 Einführung in die Sozialstrukturanalyse Sitzung 8. Mai: Modernisierung (Industrialisierung, Tertiarisierung etc.) Teil II Vorläufiges Resümee: 1. Die postindustrielle Gesellschaft läßt sich u. a. charakterisieren durch die Zunahme des relativen Gewichts des dritten Sektors. 2. Die Identifizierung und die Deutung dieser Tendenz ist abhängig von theoretischen Kategorien und Paradigmen des sozialen Wandels (diese sind abhängig von den empirischen Phänomen etc. ad infinitum?). 3. Zur objektiven Transformation der Sozialstruktur gehört der Wandel von Werten, der subjektiven Seite der Deutung der Sozialstruktur, und zwar auf Seiten des Objekts (soziale Akteure) und der Soziologie (horizontabhängige Auslegung von Daten). Literatur im Reader: 1. * Hradil, Stefan (2001): Modernisierung moderner Gesellschaften. Trends gesellschaftlicher Entwicklung und ihre modernisierungstheoretische Einordnung, in: Hermann Hill (Hg.), Modernisierung – Prozess oder Entwicklungsstrategie, Frankfurt/M., New York: Campus S * Häußermann, Hartmut, Walter Siebel (1995): Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft und Internationaler Vergleich: Der schwedische, der amerikanische und der westdeutsche Weg, in: dies., Dienstleistungsgesellschaften, Ffm.: Suhrkamp, S


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