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Der Dritte Sektor und die ehrenamtliche Tätigkeit

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Präsentation zum Thema: "Der Dritte Sektor und die ehrenamtliche Tätigkeit"—  Präsentation transkript:

1 Der Dritte Sektor und die ehrenamtliche Tätigkeit

2 Der Dritte Sektor 5-Sektorenmodell
Das 5-Sektorenmodell teilt die Gesamtwirtschaft in den Haushaltssektor, den For-Profit Sektor, den Non-Profit bzw. Dritten Sektor, sowie den öffentlichen Sektor - Staat und den illegalen-kriminellen Sektor. Dies ist eine Erweiterung des allgemeinen Wirtschaftsmodells und weist neben den Akteuren Haushalte, Unternehmen und Staat, zusätzlich den Non-Profit sowie den illegalen-kriminellen Sektor auf, welche ebenfalls einen beträchtlichen Einfluss auf die Zusammenhänge der Volkswirtschaft haben. Aus diesem Grund werden wir uns in weiterer Folge mit der Rolle des Dritten Sektors beschäftigen. Novy, Traude: Erweitertes Ökonomieverständnis – 5-Sektorenmodell der Gesamtwirtschaft. In: Verein Joan Robinson (Hg): Wirtschaft anders denken. Feministische Wirtschaftsalphabetisierung. – Wien: Eigenverlag, 2010, S. 35

3 Der Dritte Sektor „Der Dritte Sektor wird auch Non-Profit Sektor oder Sektor zwischen Staat und Markt genannt. Das heißt, er umfasst alle wirtschaftlich handelnden als auch nicht-wirtschaftlich handelnden Organisationen und deren Tätigkeiten zwischen diesen beiden Polen. Charakteristische Bereiche im Dritten Sektor sind beispielsweise Vorsorge, Fürsorge oder Solidarität, was somit illegale Aktivitäten ausschließt.“ Der Dritte Sektor wird auch Non-Profit Sektor oder Sektor zwischen Staat und Markt genannt. Das heißt, er umfasst alle wirtschaftlich handelnden als auch nicht-wirtschaftlich handelnden Organisationen und deren Tätigkeiten zwischen diesen beiden Polen. Charakteristische Bereiche im Dritten Sektor sind beispielsweise Vorsorge, Fürsorge oder Solidarität, was somit illegale Aktivitäten ausschließt. Im Dritten Sektor werden nicht nur Wohlfahrtsleistungen und Sozialmaßnahmen umgesetzt, auch die Demokratiefunktion spielt eine entscheidende Rolle. So sagt zum Beispiel der französische Publizist und Politiker Alexis Toqueville, dass die freiwilligen Vereinigungen und das bürgerschaftliche Engagement, die Grundpfeiler einer Demokratie seien und somit würde, durch ein System von Macht und Gegenmacht, eine Diktatur verhindert werden.

4 Ehrenamtliche Tätigkeit
„Eine Arbeitsleistung, die freiwillig (d.h. ohne gesetzliche Verpflichtung) geleistet wird, der kein monetärer Gegenfluss gegenübersteht (die also unbezahlt geleistet wird) und deren Ergebnis Personen außerhalb des eigenen Haushaltes zufließt.“ More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009, S. 6

5 Ehrenamtliche Tätigkeit
formelle informelle Formelle Freiwilligenarbeit wird im Kontext einer Organisation, einer Institution oder eines Vereines erbracht, wie beispielsweise gemeinnützige Arbeit bei Greenpeace, WWF oder Amnesty International. Von informeller Freiwilligenarbeit spricht man, wenn Leistungen, ohne institutionellen Rahmen einer Organisation oder eines Vereines und außerhalb des eigenen Haushaltes erbracht werden. Somit entsteht ein direkter Austausch von Leistung zwischen freiwillig Engagierten und Leistungsempfängern auf privater Basis. Ein Beispiel hierfür ist Nachbarschaftshilfe. Freiwilligenarbeit

6 Zahlen zur Freiwilligenarbeit
Im Jahr 2006 wurde eine Mikrozensus-Zusatzerhebung von Statistik Austria, im Auftrag des Sozialministeriums und in Kooperation mit dem Institut für interdisziplinäre Non-Profit Forschung der WU, durchgeführt. Dabei wurde eine Gesamtheit von Personen über 15 Jahren, bezüglich Freiwilligenarbeit, befragt. Das Ergebnis dieser Auswertung zeigt, dass sich insgesamt 43,8% der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren, freiwillig engagieren. Davon sind 27,9% formell freiwillig tätig und 27,1% informell engagiert. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

7 Zahlen zur Freiwilligenarbeit
Die folgende Grafik zeigt die Erhebung die Bereiche in denen Freiwilligenarbeit am häufigsten geleistet wird. Man kann also entnehmen, dass Kultur, Sport, Religion, sowie Katastrophenhilfe, die Tätigkeitsfelder mit der höchsten freiwilligen Beteiligung sind. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

8 Einflussfaktoren auf Freiwilligenarbeit

9 Einflussfaktoren auf Freiwilligenarbeit
Stadt-Land Gefälle Regionale Unterschiede Formelles Engagement in Europa nach Gemeindegröße (in %) Gemeinden Einwohner 32% Bildungsniveau Städte über Einwohner Erwerbsstatus 15% Ein ausschlaggebender Einflussfaktor auf Freiwilligenarbeit ist das sogenannte „Stadt-Land Gefälle“. Dies bedeutet, dass in ländlichen Gebieten mehr Freiwilligenarbeit geleistet wird, als in großen Städten. Dies hängt damit zusammen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in kleinen Gemeinden einen größeren Wert hat, als in Großstädten, was man beispielsweise an Organisationen wie der Freiwilligen Feuerwehr oder Sportvereinen erkennen kann. Das heißt also, im urbanisierten Raum, gibt es eine deutlich niedrigere Zahl an Freiwilligen, was wiederum meist daran liegt, dass man in Städten mehr Möglichkeiten hat seine Freizeit zu gestalten und es keinen gesellschaftlichen Druck gibt, sich zu engagieren. Quelle: European Value Survey 2008

10 Einflussfaktoren auf Freiwilligenarbeit
Nord-West nach Süd-Ost Gefälle Regionale Unterschiede Bildungsniveau Erwerbsstatus Ein weiterer regionaler Unterschied ist das Nord-West nach Süd-Ost Gefälle, welches sich hinsichtlich Freiwilligenarbeit in Europa abzeichnet, wie eine Zusatzerhebung zum European Social Survey zeigt. Das bedeutet, dass vor allem europäische „Staaten mit einem starken Sozialsystem, hohem Staatsanteil und größerem Wohlstand, […] ein hohes Niveau an zivilgesellschaftlichen Engagement“ haben. So sind es zum Beispiel die skandinavischen Staaten und die BENELUX-Länder die eine besonders hohe Engagement-Quote aufweisen, wohingegen Länder wie Portugal, Spanien, Italien und Griechenland im Süden Europas und die ehemaligen Ost-Block Staaten, nur einen sehr geringen Anteil an Freiwilligen haben. Somit befinden sich Länder wie Frankreich, Deutschland und Österreich eher im Mittelfeld was das freiwillige Engagement betrifft. Ein möglicher Grund für dieses regionale Phänomen ist die unterschiedliche Bildung und das Schulsystem in skandinavischen Ländern, da diese eine beträchtliche Auswirkung auf das freiwillige Engagement haben. Aber auch die staatliche Unterstützung der Bürger und Bürgerinnen was die aktive Zivilbürgerschaft betrifft spielt eine entscheidende Rolle. Somit leisten Menschen in Ländern mit einen starken Sozialsystem am häufigsten freiwilligen Dienst in der Gesellschaft.

11 Einflussfaktoren auf Freiwilligenarbeit
Regionale Unterschiede Bildungsniveau Erwerbsstatus Betrachtet man den Bildungsstatus der Ehrenamtlichen, so kann man erkennen, dass je höher der Bildungsgrad eines Menschen ist, desto höher ist auch die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu betätigen. Die höchste Beteiligungsquote von 44,9% weisen Absolventen und Absolventinnen einer Fachhochschule bzw. Universität auf. Am geringsten beteiligen sich Pflichtschulabsolventen und Pflichtschulabsolventinnen mit einer Quote von 19,4%. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

12 Einflussfaktoren auf Freiwilligenarbeit
Regionale Unterschiede Bildungsniveau Erwerbsstatus Hinsichtlich des Erwerbsstatus zeigt die Mikrozensus-Zusatzerhebung, dass sich großteils berufstätige Personen ehrenamtlich engagieren, vor allem Vertragsbedienstete und freie DienstnehmerInnen. Arbeitslose engagieren sich dahingegen mit einer nur sehr geringen Quote von 17,1%, was wiederum auf den Bildungsgrad zurückzuführen ist. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

13 Motive für Ehrenamt Wie die von Statistik Austria durchgeführte Mikrozensus-Zusatzerhebung (2006) außerdem zeigt, sind die Motive für ehrenamtliches Engagement sehr unterschiedlich. 64% der Befragten gaben an Spaß am Ehrenamt zu haben und 58% der ÖsterreicherInnen engagieren sich, um anderen Menschen zu helfen. Aber auch die Werte „Menschen treffen“ und „neue Freunde gewinnen“, sowie „eigene Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen“, sind ausschlaggebende Motive. Im Gegensatz dazu, begründen nur 3% der Befragten ihr Engagement damit, dass sie dadurch Vorteile haben, einen bezahlten Job zu finden und weitere 9% erhoffen sich auf Grund der freiwilligen Tätigkeit eine persönliche Bereicherung, die ihrem Berufsleben zu Gute kommt. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

14 Freiwilliges, soziales Jahr

15 Forschungsfrage Was spricht für und gegen die Einführung eines freiwilligen, sozialen Jahres im Falle einer Abschaffung der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes in Österreich? Wie soll dieser freiwillige Dienst organisiert sein und welche gesellschaftlichen Folgen ergeben sich? Untersucht am Vorbild Deutschland.

16 Status Quo

17 Bundesheer Status Quo 14.300 Berufs- und ZeitsoldatInnen
Zivildienst Nach Artikel 9a, Absatz 3 des Bundes-Verfassungsgesetzes ist jeder männliche, österreichische Staatsbürger nach Vollendung des 18. Lebensjahres wehrpflichtig. Das heutige Bundesheer besteht laut Angaben des Verteidigungsministeriums aus ca Berufs- und Zeitsoldaten und Soldatinnen, Milizsoldaten und Milizsoldatinnen und ca Grundwehdienern. Der Wehrdienst beträgt 6 Monate. Die Aufgaben des Bundesheeres sind die militärische Landesverteidigung, der Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihrer Handlungsfähigkeit und der demokratischen Freiheiten der Einwohner, die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren Österreichs, die Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges, die Hilfeleistung im Ausland bei Maßnahmen der Friedenssicherung, der humanitären Hilfe und der Katastrophenhilfe sowie der Such-und Rettungsdienst. Landes-Medienzentrum Salzburg (Hg.): Informationen zu Volksbefragung 20. Jänner Berufsheer und bezahltes Sozialjahr oder Wehrpflicht und Zivildienst. – Salzburg, , S. 8 §2 WG Aufgaben des Bundesheeres, Berufs- und ZeitsoldatInnen MilizsoldatInnen Grundwehrdiener

18 Zivildienst Status Quo 13.500 Zivildiener Bundesheer Zivildienst
Alle österreichischen, männlichen Staatsbürger, welche die Wehrpflicht verweigern oder sie aus bestimmten Gründen nicht verrichten können, haben die Pflicht einen Ersatzdienst (Zivildienst) zu verrichten. Die Dauer des Zivildienstes beträgt jedoch 9 Monate. Laut Innenministerium werden rund Zivildiener den verschiedensten Organisationen zugeteilt. Sollten man bei der Rüstung als untauglich eingestuft werden, so muss man auch keinen Zivildienst verrichten. Die Aufgabenbereiche des Zivildienstes sind Arbeiten in Krankenanstalten, Rettungswesen, Sozialhilfe, Behindertenhilfe, landwirtschaftliche Betriebshilfe, Altenbetreuung, Betreuung Drogenabhängiger, Arbeiten in Justizanstalten, Katastrophenhilfe und Zivilschutz, Zivile Landesverteidigung, Arbeiten bei inländischen Gedenkstätten, Umweltschutz, Jugendarbeit und Kinderbetreuung. Zivildiener

19 Berufsheer statt Bundesheer
Das vom Verteidigungsministerium entwickelte Berufsheermodell soll ab 2014 ein Freiwilligen- bzw. Berufsheer sein. Somit werden keine Grundwehrdiener einberufen. Das Berufsheer soll die Kernaufgaben, sprich die Landesverteidigung, Katastrophenhilfe sowie Luftraumüberwachung übernehmen. Ebenfalls werden Soldaten und Soldatinnen für Auslandseinsätze und Soldaten und Soldatinnen im Falle einer Mobilmachung zur Verfügung stehen. Dienste, wie zum Beispiel Chauffeurdienste werden nicht vom Berufsheer übernommen.

20 Berufsheer statt Bundesheer
Verpflegung 200 Mio. € Pensionsbeiträge 70 Mio. € Ausfall LST + SV 160 Mio. € Prämie 46,5 Mio. € Entlohnung 13 Mio. € 430 Mio. € 530 Mio. € Der Grundwehrdienst kostet pro Jahr insgesamt mindestens 430 Mio. Euro im Jahr. Diese Kosten sind in 200 Mio. Euro für Verpflegung, Sold, Unterkunft und Ausbildung der Grundwehrdiener plus 70 Mio. Euro für deren Pensionsbeiträge sowie 160 Mio. Euro an Ausfällen bei Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben einzuteilen. Ein Berufsheer würde voraussichtlich 100 Mio. Euro mehr kosten als das Bundesheer. „46,5 Mio. Euro kostet alleine die jährliche Anerkennungsprämie von Euro. Dienstgradzulagen, Monatsgelder und Milizprämien während der Übungen verursachen weitere Kosten von rund 13 Mio. Euro pro Jahr. Hinzu kommen Kosten für die Vor- und Nachbereitung dieser Übungen, Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Flurschäden, Munition, Fahrkostenersatz und dergleichen. Dazugerechnet werden müssten zudem Ausgaben für Werbemaßnahmen, für die Eignungsüberprüfungen, für die Ausbildung sowie für die Schaffung der nötigen Rahmenbedingungen, damit sich Freiwillige melden. Jedoch muss ich bemerken, dass die tatsächlichen Kosten bzw. eine Auflistung der Kosten sehr schwer zu finden war. Dies muss ich der Regierung vorhalten, da in diesem Punkt der Bevölkerung ein wichtiger Punkt vorenthalten wurde bzw. wenig Transparenz gegeben war. Auch kann man sich nicht sicher sein, ob die Kosten wirklich stimmen, denn bei jeder TV-Debatte wurden andere Zahlen genannt. So wurde z.B. erwähnt, dass ein Berufsheer doch über eine Milliarde Euro kosten würde. Im Internet, selbstverständlich auf seriösen Quellen, findet man jedoch wiederum andere Zahlen (die hier genannten Zahlen).

21 Freiwilliges, soziales Jahr
Im Falle der Abschaffung der Wehrpflicht fällt auch der Zivildienst weg. Für diesen wurde als Ersatzmodell das freiwillige, soziale Jahr entwickelt, welches für Männer und Frauen sowie für jede Altersgruppe zugänglich ist. Die Dauer des freiwilligen, sozialen Jahres beträgt ein Jahr.

22 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Wie auch schon beim Zivildienst, wird beim freiwilligen, sozialen Jahr eine Agentur Personen an die Organisationen vermitteln und weiterleiten. Sollten zu wenig „Freiwillige“ zur Verfügung stehen, so kann die Agentur nachhelfen. Doch es liegt auch bei den Organisationen selbst Werbung zu betreiben und auf sich aufmerksam zu machen. Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra BMASK (Hg.): Ablauf Administration Soziales Jahr. Soziales Jahr, November 2012

23 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Vermittlung Lohnverrechnung Abwicklung der Förderungen Kontrolle der Förderabwicklungen Gewährleistung von Hilfestellung Zertifizierung Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Weitere Aufgaben der Agentur sind die Lohnverrechnung, die Abwicklung der Förderungen für das freiwillige, soziale Jahr an die Organisationen, die Kontrolle der Förderbedingungen (z.B. Ausbildungen) sowie auch die Gewährleistung von Hilfestellung bei der Organisation der Ausbildungen, aber auch die Zertifizierung der Tätigkeit der Zivildienstersatzausführende für die weitere Verwertbarkeit des sozialen Jahres. Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

24 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Für das freiwillige, soziale Jahr stehen Arbeitsplätze pro Jahr zur Verfügung. Diese sollten problemlos besetzt werden, denn allein im Jahr 2011 ergriffen unselbstständig Beschäftigte einen Beruf im Gesundheits- und Sozialbereich neu auf. Somit kann ein Mangel an Zivildienstersatzausführende ausgeschlossen werden. Der Zivildienstersatz ist zugänglich für Männer und Frauen. Außerdem können Personen jeder Altersgruppe, vorausgesetzt sie haben das 18. Lebensjahr erfüllt und keinen Pensionsbezug in Anspruch nehmen, dieses Jahr absolvieren. Diese sollten entsprechend qualifiziert sein, dennoch brauchen sie vor Antritt des freiwilligen, sozialen Jahres keine Ausbildung im Gesundheits- und Sozialwesen. 18. Lebensjahr Ausnahme > Pensionsbezug Spezifische Ausbildung vor FSJ nicht nötig Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

25 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Personen, welche ein freiwilliges, soziales Jahr ausführen, arbeiten in einem Beschäftigungsverhältnis mit einer Entlohnung von Euro brutto. Zusätzlich bietet das freiwillige, soziale Jahr allen Ausführenden eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung. FSJ ≠ Ehrenamt Beschäftigungsverhältnis Sozialversicherungsrechtliche Absicherung Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

26 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Während des freiwilligen, sozialen Jahr bezieht jede Ausführende und jeder Ausführender ein Bruttogehalt von Euro welches 14-mal, umgelegt auf 12 Monate, ausgezahlt wird. Dies entspricht einem Nettogehalt von Euro. 14 x € brutto  € netto Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

27 Land- & Forstwirtschaft
Freiwilliges, soziales Jahr Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Altenpflege Behindertenpflege Krankenanstalten Entlohnung Aufgabenbereiche Land- & Forstwirtschaft Bildungsförderungs- programm Katastrophenschutz Rettungsdienst Grundsätzlich sollen die Aufgabenbereiche übernommen werden, welche bereits vom Zivildienst abgedeckt werden. Diese sind das Rettungswesen, die Alten- und Krankenbetreuung, die Behinderten- und Sozialhilfe, die Arbeit in Krankenanstalten sowie der Katastrophen- und Zivilschutz. Kleinere Aufgabengebiete wie z.B. die Schulwegsicherung oder auch die landwirtschaftliche Betriebshilfe werden durch das freiwillige, soziale Jahr nicht mehr abgedeckt. Diese Gebiete müssen sich nach einer Abschaffung des Zivildienstes selbst organisieren, da sie überschaubarer sind als z.B. das Rettungswesen und die Abdeckung dieser Gebiete weniger essentiell sind als die Abdeckung großer Aufgabengebiete (Vergleich jetziger Aufgabenbereiche von Zivildienern: Rettungswesen 43,9% - landwirtschaftliche Betriebshilfe 1%). Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

28 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Der Zivildienstersatz gilt ebenfalls als Förderungsprogramm, da Organisationen zur Weiterbildung der Angestellten verpflichtet sind, welche sie selbst finanzieren. Die Intention der Weiterbildung ist die Verwertbarkeit der Ausbildung in der Zukunft, vor allem für junge Menschen, welche eine zusätzliche Ausbildung gegen Bezahlung erhalten. Aber auch für BerufsumteigerInnen ist das freiwillige, soziale Jahr eine Chance. Denn sollte man nicht mehr mit dem derzeitigen Berufsfeld zufrieden sein, so kann man den Zivildienstersatz als Umschulung für den Sozialbereich nutzen. Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

29 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Zivildienst FSJ Direkte Kosten Mio. € Indirekte Kosten Mio. € Förderanteil Mio. € Lohnsteuer ,6 Mio. € Trägeranteil Mio. € Gesamt Mio. € Gesamt Mio. € Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Dem Zivildienstersatz würden jährliche Kosten von 211 Mio. zugeschrieben werden. Somit würden zusätzlich 3 Mio. Euro Budgetkosten anfallen als bisher, da der Zivildienst Kosten von 208 Mio. Euro verursacht. Die Gesamtkosten des freiwilligen, sozialen Jahres (211 Mio. Euro) teilen sich in folgende Kosten auf: Der Förderanteil des Bundes beträgt 171 Mio. Euro inkl. Der Lohnsteuer von 5,6 Mio. Euro. Die restlichen 40 Mio. Euro sind der Trägeranteil der verschiedenen Organisationen. Dieser besteht aus Ausbildungskosten und allfälligen Kosten wie z.B. für Bekleidung sowie einem Beitrag an die Agentur. Die Kosten des Zivildienstes sind in direkte und indirekte Kosten zu teilen. Die direkten Kosten tragen das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, das Bundesministerium für Inneres und die Träger selbst. Diese betragen insgesamt 142 Mio. Euro. Doch man muss auch die indirekten Kosten bedenken, welche 66 Mio. Euro betragen. Diese sind jene Kosten, die durch das Nichtzahlen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, welche Zivildiener während dieser Zeit nicht zahlen, entstehen. Hierbei sind die indirekten Kosten, verursacht von einem Zivildiener, zu bedenken. Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

30 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Die monatlichen Kosten eines Zivildieners sind im Vergleich zu den Kosten von einem Zivildienstersatzausführendem oder einer Zivildienstersatzausführenden. Die Kosten eines Zivildieners belaufen sich auf 1.799,90 Euro im Monat, wobei die Kosten pro Person, welche ein freiwilliges, soziales Jahr durchführen um 397,77 Euro höher sind (monatl. Kosten – 2.197,67 Euro / Person). Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra BMASK (Hg.): Monatliche Kosten eines Zivildieners. Soziales Jahr, November 2012

31 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Die Kosten eines/r Beschäftigten im FSJ sind zwar mit einem Betrag von 2.197,67 € höher, jedoch fallen keine indirekten Kosten an. Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra BMASK (Hg.): Monatliche Kosten einer/s Beschäftigten im Sozialen Jahr. Soziales Jahr, November 2012

32 Freiwilliges, soziales Jahr
Agentur Ausführende Arbeitsverhältnis Entlohnung Aufgabenbereiche Bildungsförderungs- programm Vergleich mit Zivildienst Pro & Contra

33 Pro und Contra Gesellschaft Organisation
Aufgrund der genannten Daten und Fakten können daraus Vorteile sowie Nachteile für das freiwillige, soziale Jahr gezogen werden. Hierbei muss man zwischen Vor- und Nachteilen für die Gesellschaft und für die Organisation, welche die Zivildienstersatzausführende vermittelt, unterscheiden. Beginnen wir mit den Vor- und Nachteile für die Gesellschaft. Aufgrund der demographischen Veränderung gilt die stetige Verringerung der Zivildiener. Dies ist auf die sinkende Geburtenrate zurückzuführen. Vergleicht man die Geburtenanzahl junger Männer in den Jahren 1994 und 1999 so ist ein Rückgang von Personen festzustellen (1994: ca ; 1999: ca ) . In Zukunft kann der Zivildienst nur schwer von jungen Männern abgedeckt werden. Das freiwillige, soziale Jahr ist eine Alternative, welche auch in Zukunft die Abdeckung der Sozialbereiche, in welchen derzeit Zivildiener eingesetzt werden, garantiert, da nicht nur junge Männer, sondern auch Frauen und Personen jeden Alters zugelassen sind. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache der Ausbildung mit Verwertbarkeit. Mit Verwertbarkeit ist die Anrechnung von Modulen für die weitere Berufsausbildung, die Anrechnung auf geforderte Praxiszeiten in einer weiteren Ausbildung, Zusatzpunkte bei Aufnahmetests in Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie die Anrechnung als Vordienstzeit im Öffentlichen Dienst gemeint. Außerdem werden diverse mögliche Ausbildungen geboten, z.B. ein Fahrsicherheitstraining, ein Erste-Hilfe-Kurs, die Ausbildung zum Rettungssanitäter und zur Rettungssanitäterin, eine Heimhelfer- und Heimhelferinnenausbildung uvm. Da keine Ausbildung im Gesundheits- und Sozialwesen vor Antritt des Zivildienstersatzes verlangt ist, können viele Menschen, welche nicht mehr zufrieden mit ihrer derzeit ausgeführten Tätigkeit sind, etwas Neues ausprobieren. Auch für junge Menschen bietet der Zivildienstersatz eine Möglichkeit, ein neues Arbeitsfeld zu erforschen. Der große Vorteil daran ist die relativ gute Bezahlung und die Sozialversicherung. Doch es gibt auch einige Bedenken bzgl. des FSJ. Kann man sich denn überhaupt sicher sein, dass es Freiwillige geben wird? Auch wenn das Innenministerium mit ca NeuanfängerInnen im Sozial- und Gesundheitsbereich argumentiert, kann man nicht sicher prognostizieren, ob sich genug Menschen für ein FSJ melden werden. Sollte dies der Fall sein, so besteht ein Personalmangel und es können nicht alle Bereiche abgedeckt werden, was v.a. tragisch im Gesundheitswesen wäre. Sollten doch alle Plätze belegt werden können, so bleiben trotzdem Bedenken bzgl. der Anzahl der Ausführenden. Reichen Personen aus, um den Sozialbedarf zu decken? Aufgrund der demographischen Entwicklung wird es in Zukunft eine Überalterung der österreichischen Bevölkerung geben und somit steigt der Sozialbedarf. Ein weiteres Problem könnte eine Unstimmigkeit innerhalb des Systems sein. Das FSJ wird als „freiwillig“ vorgestellt und bekommt somit das Image als Ehrenamt. Jedoch wird dieses System (sehr gut) entlohnt. Es könnte sein, dass sich dadurch viele Personen, welche sich ehrenamtlich OHNE Entlohnung engagieren, vernachlässigt bzw. übergangen fühlen. Denn auch sie arbeiten freiwillig und bekommen nichts dafür. Man sollte die Bezahlung nicht als Hauptargument sehen, da Personen, welche eine ehrenamtliche Tätigkeit ausführen, nicht aus finanziellen Gründen machen, sondern weil sie sich für die Gesellschaft engagieren wollen, doch die Gefahr besteht. Das größte Problem ist die Ungewissheit, welche mit diesem System verbunden ist. Man weiß eben nicht, ob es funktionieren würde. Laut Regierung würde es 100% funktionieren und deshalb gibt es keinen Plan B, also ein weiteres Konzept zur Absicherung.

34 Pro und Contra Gesellschaft Organisation
Das Ersatzmodell bietet aber auch einige Vorteile für die Organisationen. Zunächst wäre eine administrative Erleichterung für die Organisationen gegeben, da die Lohnverrechnung und die Abwicklung der Sozialversicherungsbeiträge und der Förderungen von der Agentur verwaltet werden. Zusätzlich wird es keine große Systemumstellung für die Organisationen geben, da dieses dem System des Zivildienstes sehr ähnlich ist. Weitere Vorteile sind Lebens- und berufserfahrenes Personal sowie Planungssicherheit. Da nicht nur junge Männer zugelassen werden, würde es keine schwankenden Zahlen mehr geben, sowie derzeit bei den Zivildienern. Durch die Aufhebung der Einschränkung der Auswahl von Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen würde einem Personalmangel vorgebeugt bzw. entgegengewirkt werden.

35 Bundesfreiwilligendienst
In Deutschland wurde der Zivildienst bereits durch den Bundesfreiwilligendienst im Jahr 2011 ersetzt. „Der Bundesfreiwilligendienst in Deutschland, abgekürzt BFD, ergänzt die bisherigen auf Länderebene bestehenden Freiwilligendienste, das freiwillige soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).“

36 Bundesfreiwilligendienst
geförderte Plätze 1 Jahr Taschengeld Freiwilliges Engagement Sozialversicherung > Ausbildungsverhältnis Pflichtseminare In Deutschland fördert die Bundesregierung jährlich Plätze für den Bundesfreiwilligendienst. Diesen Dienst können Frauen sowie Männer absolvieren. Bei dem Zivilersatzdienst ist kein Höchstalter und auch kein Mindestalter vorgesehen. Dennoch ist die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht Voraussetzung. Die Nachfrage des Bundesfreiwilligendienstes steigt kontinuierlich. So konnte das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bis April Vereinbarungen zum Bundesfreiwilligendienst registrieren. (hier die nächste Folie einblenden um dies zu vernaschaulichen) Im Normalfall dauert der Bundesfreiwilligendienst 1 Jahr. Es sind aber auch Einsätze mit einer Dauer von 6 Monaten, 18 Monaten oder 2 Jahren möglich. Eine Entgeltzahlung gibt es während des Bundesfreiwilligendienstes nicht, da dieser auf ehrenamtlichem Engagement basiert. Die freiwillig Tätigen in Deutschland erhalten jedoch ein Taschengeld von max. 336 Euro, welches von der jeweiligen Organisation gezahlt wird. Verschiedene Organisationen bieten auch Unterkünfte und Verpflegung gratis an, welches nicht verpflichtend ist. Der Bundesfreiwilligendienst basiert auf freiwilligem Engagement. Bei der Sozialversicherung ist der Bundesfreiwilligendient einem Ausbildungsverhältnis gleichzustellen , d.h. die Freiwilligen zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge. Die gesamten Kosten, also Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Unfallversicherung, trägt die jeweilige Organisation, bei welcher die Freiwilligen eingesetzt sind. Der Bundesfreiwilligendienst kann in den verschiedensten Bereichen absolviert werden. Zu diesen Bereichen zählen der Zivil- und Katastrophenschutz, Umwelt- und Naturschutz, der Sportbereich, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung sowie der Sozialbereich. Zu dem Sozialbereich zählen die Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege sowie Behindertenhilfe. Für alle Ausführenden des Bundesfreiwilligendienstes besteht die Pflicht zur Absolvierung eines Seminars, welches sie auf den Dienst vorbereitet. Eine pädagogische Begleitung unterstützt die Bundesfreiwilligendiener (Bufdis) während des Dienstes.

37 Bundesfreiwilligendienst
Bundesland Frauen Männer Gesamt Gesamt in % Schleswig-Holstein 563 782 1.347 3,19 % Hamburg 491 489 980 2,32 % Niedersachsen 1.634 1.993 3.627 8,59 % Bremen 137 124 261 0,62 % Nordrhein-Westfalen 4.033 4.898 8.931 21,14 % Hessen 864 1.146 2.010 4,76 % Rheinland-Pfalz 642 678 1.320 3,12 % Baden-Württemberg 2.237 2.845 5.082 12, 03 % Bayern 1.629 2.217 3.846 9,10 % Saarland 217 199 416 0,98 % Berlin 548 715 1.263 2,99 % Brandenburg 930 801 1.731 4,10 % Mecklenburg-Vorpommern 432 636 1.068 2,53 % Sachsen 3.090 2.475 5.565 13,17 % Sachsen-Anhalt 1.091 897 1.988 4,71 % Thüringen 1.471 1.335 2.806 6,64 % Bund gesamt 20.009 22.232 42.241 100 % Übersicht über die Anzahl der Vereinbarungen für den BFD nach Ländern und Geschlecht (http://www.bundes-freiwilligendienst.de/bfd/)

38 Gegenüberstellung FSJ & BFD
In Österreich werden, wie jetzt auch beim Zivildienst, Stellen von einer Agentur vermittelt und Personen, mit Berücksichtigung der persönlichen Wünsche, auf verschiedenen Organisationen zugeteilt. In Deutschland gibt es keine Agentur, welche Freiwillige an Organisationen vermittelt und zuteilt. Die Organisationen müssen selbst aktiv Werbung betreiben und Freiwillige anwerben. In Anbetracht der Bezahlung gibt es enorme Unterschiede zwischen dem österreichischen freiwilligen, sozialen Jahr und dem deutschen Bundesfreiwilligendienst. Zivildienstersatzausführende in Österreich erhalten 14 Mal ein Monatsbruttogehalt von Euro. Von diesem Betrag werden Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitrag abgezogen. Somit erhält jeder ein Nettogehalt von 1.284,75 Euro. Zivildienstersatzausführende in Deutschland erhalten nur ein Taschengeld. Dieses darf maximal 336 Euro betragen. Die Sozialversicherung wird jedoch nicht von diesem Betrag abgezogen, da die Organisationen für diese Kosten aufkommen. In Österreich wird das freiwillige, soziale Jahr innerhalb eines Arbeitsverhältnisses absolviert. Im Gegensatz dazu basiert der Bundesfreiwilligendienst in Deutschland auf freiwilligen bzw. ehrenamtlichen Engagement. Beim österreichischen freiwilligen, sozialen Jahr werden die Ausführenden gezielt auf Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen geschult und ausgebildet, damit diese Ausbildung in Zukunft in diesem Bereich verwertet werden kann. In Deutschland hingegen werden Ausführende für ihr ehrenamtliches Jahr geschult ohne Intention der Verwertbarkeit für das weitere Berufsleben. Dennoch wird in beiden Systemen die Persönlichkeitsentwicklung gefördert und unterstützt.

39 Fazit

40 Freiwilligenarbeit aus Genderperspektive
Heutzutage spricht man ständig von Gender und Geschlechtergerechtigkeit, von der Gleichberechtigung von Männern und Frauen beispielsweise in der Arbeit, bei den Gehältern aber auch hier in der Schule, was die gendergerechte Sprache betrifft. Aber noch nie habe ich etwas über die Situation von Männern und Frauen in der Freiwilligenarbeit gehört. Aus diesem Grund habe ich mir die Frage gestellt, ob auch in der Freiwilligenarbeit solch Diskriminierungen zwischen den Geschlechtern vorherrschen, wie das generell oft in Österreich der Fall ist. Deshalb lautet meine Forschungsrage auch: …

41 Forschungsfrage Was sind die Ursachen und Hintergründe für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich Motiven, Form, Art und Ausmaß der Beteiligung im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit?

42 Ungleiche Beteiligung
Nun möchte ich die ungleiche Beteiligung der Geschlechter in der Freiwilligenarbeit anhand von verschiedenen, konkreten Zahlen präsentieren.

43 Ungleiche Beteiligung
Beteiligungsquote Bereiche Arbeitsvolumen Form der Beteiligung Mit 47% engagieren sich grundsätzlich mehr Männer als Frauen, deren Beteiligungsquote bei 41% liegt. Dies zeigt die im Jahr 2006 durchgeführte Mikrozensus-Zusatzerhebung der Statistik Austria, im Auftrag des Sozialministeriums und in Kooperation mit dem Institut für interdisziplinäre Non-Profit Forschung der WU. Betrachtet man nun die Unterschiede in der formellen und informellen Freiwilligenarbeit, so kann man erkennen, dass die Unterschiede hauptsächlich im Bereich der formellen Tätigkeit liegen, denn dort engagieren sich Frauen mit 23% und Männer mit 33%. Im Gegensatz dazu ist der Unterschied von 1%-Punkt bei der informellen Freiwilligenarbeit nur marginal. More-Hollerweger, Eva; Sprajcer, Selma: Freiwilliges Engagement in Österreich. – Wien, Juni 2009

44 Ungleiche Beteiligung
Beteiligungsquote Bereiche Arbeitsvolumen Form der Beteiligung Die wirklichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind erst bei genauerer Betrachtung der Beteiligungsstruktur in den verschiedenen Bereichen zu erkennen. Auffallend hierbei ist, dass sich Männer vorwiegend in den Bereichen Katastrophenhilfe, Politik und Sport engagieren und die Tätigkeitsbereiche der Frauen vor allem Religion, Bildung und Soziales sind, wie die Grafik zeigt. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

45 Ungleiche Beteiligung
Beteiligungsquote Bereiche Arbeitsvolumen Form der Beteiligung Betrachtet man nun die Unterschiede was das Arbeitsvolumen zwischen den Geschlechtern betrifft so sieht man deutlich, dass das Geschlechterverhältnis insgesamt ziemlich ausgeglichen ist. Demnach sind Frauen mit 47% des wöchentlichen Arbeitsvolumens kaum weniger engagiert als Männer mit 53%. Splittet man das gesamte Arbeitsvolumen allerdings in formelle und informelle Freiwilligenarbeit auf, so kann man erkennen, dass Männer überwiegend in der formellen Freiwilligenarbeit tätig sind. Im Gegensatz dazu Frauen hauptsächlich informell. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

46 Ungleiche Beteiligung
Beteiligungsquote Bereiche Arbeitsvolumen Form der Beteiligung Form der Beteiligung bedeutet in diesem Zusammenhang die Verteilung von Männern und Frauen hinsichtlich leitender bzw. ausführender Tätigkeiten in freiwilligen Organisationen. Man spricht also von einer sogenannten „vertikalen Segregation“, da es mit über 70% großteils Männer sind, die leitende Tätigkeiten inne haben und somit Frauen mit ca. 30% deutlich weniger Leitungsfunktionen besetzen. Diese Verteilung spiegelt sich in fast allen Bereichen der formellen Freiwilligenarbeit wieder. Lediglich in den Bereichen Religion und Bildung sind mehr Frauen als Männer leitend tätig, allerdings sind Frauen in diesen Bereichen generell stärker vertreten. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

47 Ursachen für die ungleiche Beteiligung der Geschlechter
Für die ungleiche Beteiligung von Männern und Frauen in der Freiwilligenarbeit gibt es natürlich verschiedenen Ursachen und mögliche Gründe, die ich nun näher erklären möchte.

48 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Historische Hintergründe Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit griechische & römische Antike Mittelalter 19. Jahrhundert Geschlechter-verhältnis Um die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in der Freiwilligenarbeit erklären zu können ist ein Blick in die Vergangenheit nötig, denn durch die geschichtliche Entwicklung des Ehrenamts lässt sich ein Zusammenhang zur heutigen Situation herstellen. Ehrenämter gab es immer schon. Eigentlich schon so lange, solange es auch schon bezahlte Arbeit gibt. Im antiken Griechenland und im Römischen Reich beispielsweise wurden das Beamtentum und andere staatliche Ämter und das damit verbundene Engagement dem Gemeinwohl gegenüber, als Ehrenämter bezeichnet. Im Mittelalter entwickelten sich durch die religiöse Tradition stark beeinflusst, die Armenhilfe und die Versorgung der Notleidenden, was ebenfalls unter ein Ehrenamt fiel und mit tatsächlichem Erwerb von Ehre in Verbindung stand. Der Begriff „Ehrenamt“ hat seinen Ursprung allerdings im 19. Jahrhundert und wurde zu dieser Zeit bereits genau definiert. Das Ehrenamt bezeichnete sowohl administrative, politische Ämter, die von Bürgern übernommen werden konnten und eine große Ehre für diese darstellten, als auch kirchlich, religiöse Bereiche wie Hilfstätigkeiten für Arme und Bedürftige. Und auch Organisationen und Vereine wurden zu dieser Zeit erstmals gegründet. Politische Ehrenämter waren allerdings ausschließlich Männern vorbehalten und die religiösen, ehrenamtlichen Tätigkeiten wurden überwiegend von Frauen ausgeführt. Darin könnte ein möglicher Grund für die geschlechterspezifischen Unterschiede heute, liegen. Später während des ersten Weltkriegs veränderte sich die Situation vor allem für Frauen. Durch den Arbeitskräftemangel im und nach dem Krieg und der hohen Anzahl Bedürftiger, leisteten die Frauen immer mehr Freiwilligenarbeit und engagierten sich ehrenamtlich für die Armenhilfe. Mit dem zweiten Weltkrieg änderte sich die Lage bezüglich Freiwilligenarbeit allerdings erneut. Durch das nationalsozialistische Regime wurden Freiwilligenorganisationen verboten und neue Organisationen wie die „Hitlerjungend“ bzw. „Der Bund deutscher Mädel“, in denen sich alle deutschen Jugendlichen zwangsweise engagieren mussten, wurden eingeführt. Erst nach dem Ende des Krieges entwickelte sich rasch eine neue Bewegung des bürgerschaftlichen Engagements. Ein Teil der Wiederaufbautätigkeiten wurde von sogenannten „Trümmerfrauen“ erledigt und auch die Versorgung der „Kriegsbeschädigten“ war Aufgabe von Freiwilligen. Erster Weltkrieg Zweiter Weltkrieg nach dem Zweiten Weltkrieg

49 Ursachen für ungleiche Beteiligung
aktuelle Situation Historische Hintergründe Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit Geschlechter-verhältnis Man kann also deutlich erkennen, dass sich das Ehrenamt im Laufe der Zeit sehr verändert hat. Heute kann man beispielsweise wieder einen neuen Trend feststellen. Denn mittlerweile ist es oft nicht mehr so, dass sich Menschen ein Leben lang in bzw. für eine Organisation engagieren, vielmehr führen, besonders junge Menschen, kurze, projektbezogene Freiwilligenarbeit aus. Ein Beispiel wäre Entwicklungshilfe oder Umwelt- bzw. Tierschutz im Ausland. Schlussfolgerung – historische Hintergründe: Betrachtet man nun diese gewachsene traditionelle Aufgabenverteilung zwischen Frauen und Männer, so lassen sich einige Zusammenhänge zur heutigen Situation und zu den Unterschieden zwischen Männern und Frauen in den verschiedenen Bereichen, herstellen. Männer waren schon immer für die politischen Bereiche und Frauen für die sozialen Bereiche zuständig und genau dieses Phänomen spiegelt sich heute sowohl in der Freiwilligenarbeit, als auch in der Erwerbsarbeit und Hausarbeit immer noch wieder. Frauen sind neben den freiwilligen Tätigkeiten im sozialen Bereich auch häufiger in Berufen der sogenannten „Carearbeit“ tätig und haben den Großteil der Hausarbeit zu leisten. Freiwilligenarbeit wird sich aber auch in Zukunft noch weiter verändern. Denn auch die stetige Weiterentwicklung der Erwerbsarbeit hat Einfluss auf das freiwillige Engagement der Menschen. lebenslanges Engagement in Organisationen neuer Trend: kurze, projektbezogene Freiwilligenarbeit

50 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Historische Hintergründe Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit Geschlechter-verhältnis „Mechanismus der Zeitkonkurrenz“ Eine weitere mögliche Erklärung wären die geschlechterspezifischen Unterschiede in der Freiwilligenarbeit als Folge ungleicher Verteilung von Erwerbsarbeit sowie Haus- und Familienarbeit. Das bedeutet, dass Männer und Frauen unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben, die wiederum unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen und somit unterschiedlich viel Freizeit für ehrenamtliche Tätigkeiten lassen. Man spricht hier also von einem sogenannten „Mechanismus der Zeitkonkurrenz“. Die Grafik zeigt die Verteilung der Arbeitszeiten sehr genau und man kann deutlich erkennen, dass Frauen einer weitaus höheren zeitlichen Belastung ausgesetzt sind als Männer. Dies trifft sowohl auf die Arbeitszeit im Haushalt, als auch auf die Zeit für Kinderbetreuung zu. Lediglich die Erwerbsarbeitszeit überwiegt bei Männern. Was die Grafik nicht zeigt, aber zusätzlich einen weiteren Einfluss auf die zeitliche Beanspruchung hat, ist die Verpflegung und Betreuung von älteren Angehörigen, was ebenfalls vorwiegend von Frauen geleistet wird. Ein wichtiger Punkt den man hier außerdem berücksichtigen sollte ist, dass sich die Freiwilligenarbeit hinsichtlich des Grades der Freiwilligenarbeit stark unterscheidet. Das heißt, dass man frei darüber entscheiden kann ob und wie lange man sich freiwillig engagiert. Hat man jedoch Haus- und Familienarbeit zu leisten, dann kann man sich nicht aussuchen, ob man Lust dazu hat oder nicht, denn man ist schließlich dazu verpflichtet. Schlussfolgerung: Das heißt also, dass Frauen eindeutig mehr Zeit für Haus- und Familienarbeit aufwenden müssen und deshalb schlicht weniger Zeit haben sich freiwillig zu betätigen. Männer hingegen nehmen das Problem der Zeitkonkurrenz nicht so stark wahr und können ihre Freizeit deshalb mit Freiwilligenarbeit ausfüllen. Diese Zusammenhänge könnten die Unterschiede im freiwillig geleisteten Arbeitsvolumen zwischen Männern und Frauen erklären. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

51 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Historische Hintergründe Erwerbstätigenquote „ Anteil aller Erwerbstätigen im Alter von Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung.“ Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit Geschlechter-verhältnis gesamt 72% Frauen 67% Männer 78% Um die Unterschiede und die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in der Freiwilligenarbeit besser verstehen zu können ist es auch notwendig, die generelle Situation des Geschlechterverhältnisses am österreichischen Arbeitsmarkt zu betrachten, weshalb ich im Folgenden näher auf die wichtigsten Indikatoren zur Messung der Gender-Ungleichheiten beschreiben werden. (Erwerbstätigenquote, Gender Pay Gap, Frauen in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat) Die Erwerbstätigenquote, also der Anteil aller Erwerbstätigen im Alter von Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung, betrug im Jahr %. Die Erwerbstätigenquote der Frauen war 67% und die der Männer 78%. 2011 vgl. Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst im Bundeskanzleramt Österreich (Hg.); Stockinger, Sieglinde: Gender Index Frauen und Männer in Österreich. Geschlechterspezifische Statistiken. - Wien, 2012, S. 33

52 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Historische Hintergründe Unbereinigter Gender Pay Gap „Die Differenz der durchschnittlichen Stundenlöhne zwischen männlichen und weiblichen Arbeitskräften in Prozent.“ Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit Geschlechter-verhältnis Österreich 25,4% Der Gender Pay Gap bezeichnet die geschlechterspezifischen Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. In der folgenden Abbildung sieht man also den unbereinigten Gender Pay Gap, das heißt die Differenz der durchschnittlichen Stundenlöhne zwischen männlichen und weiblichen Arbeitskräften in Prozent. Dieser Indikator liegt in Österreich derzeit (2009) bei 25,4%. 2009 statistics#Source_data_for_tables.2C_figures_and_maps_on_this_page_.28MS_Excel.29,

53 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Historische Hintergründe Unbereinigter Gender Pay Gap (2009) Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit Geschlechter-verhältnis Österreich belegt somit, verglichen mit dem EU-27 Durchschnitt (17,1%), den drittletzten Platz und ist EU-weit gemeinsam mit der Tschechischen Republik und Estland ein sehr schlechtes Beispiel für gerecht verteilte Einkommen zwischen Männern und Frauen, wie man auf dieser Grafik von Eurostat aus dem Jahr 2008 sehen kann. statistics#Source_data_for_tables.2C_figures_and_maps_on_this_page_.28MS_Excel.29,

54 Ursachen für ungleiche Beteiligung
Frauen in Geschäftsführung und Aufsichtsrat Historische Hintergründe Top 200 Unternehmen Österreichs Anteil an Frauen im Aufsichtsrat Erwerbs-, Haus- & Familienarbeit 11,2% Geschlechter-verhältnis 2012 Aus einer Studie der Arbeiterkammer Österreich aus dem Jahr 2012, bei der die Anteile der Frauen in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat der österreichischen Top 200 Unternehmen analysiert wurden geht hervor, dass sowohl in der Geschäftsführung als auch im Aufsichtsrat männliche Personen dominieren. Der Frauenanteil in der Geschäftsführung der Top 200 Unternehmen in Österreich liegt nämlich lediglich bei 5,1%, wie die Grafik veranschaulicht, aber auch der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat beträgt nur 11,2% (im Jahr 2012). Schlussfolgerung: Wenn es um Verantwortung, viel Geld (Erwerbstätigkeit, Einkommen) oder Machtpositionen (Leitungsfunktionen) geht, dann ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern stark von Männern dominiert. Geht es allerdings um wenig Geld oder niedrige Positionen, dann sind Frauen verhältnismäßig in der Überzahl und betreiben fast so viel Zeitaufwand wie Männer, obwohl Frauen generell einer wesentlich größeren zeitlichen Belastung ausgesetzt sind, wie vorhin bereits erläutert wurde. Die eben beschriebenen Indikatoren lassen also erkennen, dass die Situation der Geschlechter in der Freiwilligenarbeit ein Spiegelbild der generellen Situation am Arbeitsmarkt darstellt. Männer weisen in Österreich eine höhere Erwerbstätigenquote als Frauen auf und sind auch in der Freiwilligenabreit vermehrt tätig. Die Leitungspositionen in der Privatwirtschaft sind ebenfalls mehrheitlich von Männern besetzt was sich so auch in freiwilligen Organisationen zeigt. Und der Gender Pay Gap ist noch eine zusätzliche Möglichkeit die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu beschreiben, wie sie eben auch in der Freiwilligenarbeit vorherrschen. Ahmad, Soma; Hudelist, Simone; Wieser, Christina: Frauen.Management.Report Frauen in Geschäftsführung & Aufsichtsrat in den Top 200 und börsenorientierten Unternehmen. - März, 2012

55 Motive & Hinderungsgründe
Natürlich gibt es auch verschiedene Motive und Hinderungsgründe dafür, warum sich Menschen freiwillig engagieren bzw. warum sie das nicht tun.

56 Motive & Hinderungsgründe
Die Motive für freiwilliges Engagement sind vielfältig. Die Mikrozensus Zusatzerhebung der Statistik Austria zeigt, dass von Männern und Frauen gleichermaßen, die folgenden Gründe für freiwilliges Engagement genannt werden: „Spaß haben“, „anderen helfen“, sowie „Menschen treffen und neue Freunde gewinnen“. Die einzigen Motive die für männliche Freiwillige etwas wichtiger sind, sind die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen und seine eigenen Fähigkeiten einbringen zu können, sowie die gesellschaftliche Anerkennung, die Freiwilligenarbeit mit sich bringt. Generell kann man aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich der Motive erkennen, wie die Grafik zeigt. Das heißt also, dass Frauen und Männer von Grund auf eigentlich keine Unterschiede aufweisen, weshalb sie sich freiwillig betätigen. Die unterschiedlichen Motive entstehen erst im Laufe der Zeit, durch die Prägung des sozialen Umfelds, der Belastungen im Alltag sowie der Arbeitsbelastung, die die Menschen beeinflussen. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

57 Motive & Hinderungsgründe
Bezüglich der verschiedenen Hinderungsgründe ergibt sich allerdings ein etwas anderes Bild. Man kann hier nämlich einen deutlichen Unterscheid zwischen Männern und Frauen erkennen. Der am häufigsten genannte Hinderungsgrund bei Frauen, mit 73,4% ist der, dass Frauen meist durch familiäre Aufgaben erfüllt sind und sich deshalb nicht bzw. weniger engagieren. Betrachtet man nun aber die Antworten der männlichen Befragten, so kann man erkennen, dass die zeitliche Unvereinbarkeit mit dem Beruf, mit 53,0%, der ausschlaggebendste Hinderungsgrund bei Männern ist. More-Hollerweger; Sprajcer, 2009

58 Einfluss von Gesellschaft & Sozialisation
Der Einfluss der Gesellschaft und Sozialisation eines Menschen spielt eine besonders wichtige Rolle, ob sich Menschen freiwillig betätigen oder eben nicht. Vor allem der Einfluss der Familie, der Schule aber auch der Zivildienst sind wichtige Einflussfaktoren.

59 Einfluss von Gesellschaft & Sozialisation
Familie Schule & Bildung Zivildienst Die Sozialisation hat generell einen starken Einfluss auf das ehrenamtliche Engagement eines Menschen. Denn vor allem der Einfluss des Elternhauses spielt eine sehr wichtige Rolle. Entscheidend sind die Werte und Grundsätze, welche Eltern ihren Kindern mitgeben und welche das ganze weitere Leben beeinflussen. Kinder und Jugendliche lernen schon früh am Modell ihrer Eltern und setzten ihre, durch Vorbilder geprägten, Einstellungen in die Tat um. So ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Kinder, deren Eltern Freiwilligenarbeit geleistet haben bzw. immer noch leisten, ebenfalls für das Gemeinwohl der Menschen einsetzen werden. (Ein Beispiel, das vor allem früher sehr weit verbreitet war und möglicherweise auch heute noch ist, ist die Freiwillige Feuerwehr. An diesem Beispiel kann man die Beeinflussung durch traditionelle Werte ganz deutlich erkennen. Eine Familie am Land, deren Generationen schon etliche Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr vertreten waren, wird immer stolz darauf sein, behaupten zu können, dass vom Ururgroßvater an, jede Generation freiwillig engagiert war und so wird sich die Tradition und die damit verbundene Sozialisation immer weiter fortsetzten.) Weitergabe von Werten „Lernen am Modell der Eltern“

60 Einfluss von Gesellschaft & Sozialisation
Familie Schule & Bildung Zivildienst Aber natürlich hinterlässt auch die Schule und Bildung einen bleibenden Eindruck bei Kindern und Jugendlichen. Wenn junge Menschen schon früh auf die Bedeutung von Freiwilligenarbeit aufmerksam gemacht werden, so ist es naheliegend, dass diese Werte später leichter umgesetzt werden. Schule und Bildung ist deshalb auch ein wichtiger Punkt, bei dem Verbesserungsmöglichkeiten angesetzt werden sollten, wie ich später noch näher erläutern werde. Bewusstseinsbildung zukünftige Umsetzung

61 Einfluss von Gesellschaft & Sozialisation
Familie Schule & Bildung Zivildienst Außerdem stellt auch der Zivildienst einen wichtigen Zusammenhang zur Freiwilligenarbeit dar. In Organisationen in denen Zivildienst geleistet werden kann zeigt sich oftmals, dass Zivildiener über ihre Pflichtzeit hinaus freiwillig tätig bleiben. Denn oft sammeln sie neue Erfahrungen und Eindrücke was die Zusammenarbeit mit anderen Menschen betrifft und finden Gefallen daran. Die Berufe, die Zivildiener dann meist ausüben, sind überwiegend im Sozialbereich. Das heißt auch Männer engagieren sich während ihrer Zivildienstzeit in Bereichen wie Kindererziehung oder Altenpflege, also Berufe, die sie normalerweise eher weniger ausüben. Darüber hinaus verfügen Zivildiener nach geleistetem Dienst oftmals über bestimmte Ausbildungen, die für bestimmte Bereiche der Freiwilligenarbeit nötig sind und müssen sich diese nicht noch zusätzlich aneignen. Somit ist also der Zivildienst ebenfalls ein wichtiger Einflussfaktor auf das Engagement von jungen Bürgern und Bürgerinnen. Engagement nach Pflichtzeit soziale Bereiche Zusatzausbildungen

62 Verbesserungsmöglichkeiten
Am Ende möchte ich gerne noch die verschiedenen Verbesserungsmöglichkeiten vorstellen, um das Geschlechterverhältnis in der Freiwilligenarbeit zu verbessern.

63 Verbesserungsmöglichkeiten
Schule & Bildung Selbstverpflichtung Frauenquote Wie schon in vorhin kurz angesprochen spielt die Sozialisation eines Menschen eine entscheidende Rolle wenn es um die Entwicklung von sozialem Engagement geht. Deshalb ist es besonders wichtig auch hier mit Verbesserungen zu beginnen. Kinder und Jugendliche sollten schon so früh wie möglich über Freiwilligenarbeit aufgeklärt werden. Sie sollten verstehen lernen wie soziale Hilfsbereitschaft funktioniert und was man dadurch in der Gesellschaft verbessern kann bzw. welchen Beitrag man dazu leistet. Außerdem sollte man Kinder und Jugendliche inspirieren und Interesse wecken, damit diese sich später einmal freiwillig engagieren wollen. Konkret könnte man Mädchen, die Bereiche in denen sich hauptsächlich Männer engagieren „schmackhaft machen“, indem man ihnen zeigt, dass auch diese Berufe und Tätigkeiten Spaß machen und dass auch Mädchen dafür geeignet sind. Man sollte jungen Mädchen außerdem klar machen, dass sie nicht dafür verurteilt oder verspottet werden würden, sollten sie sich für „Männer Domänen“ interessieren. Umgekehrt gilt das natürlich auch für Burschen. Auch ihnen sollte man die typischen „Frauenberufe“ näherbringen und sie dafür begeistern, sodass sie sich später vielleicht sogar hauptberuflich dafür entscheiden. Sozialisation Aufklärung über Freiwilligenarbeit Wecken von Interesse

64 Verbesserungsmöglichkeiten
Schule & Bildung Selbstverpflichtung Frauenquote Ein besonders wichtiger Punkt zur Verbesserung ist allerdings die Selbstverpflichtung der Organisationen, sich für Gendergerechtigkeit einzusetzen. Das heißt also, dass Organisationen und Vereine selber die Initiative ergreifen müssen und ihre Anliegen zur Verbesserung des Geschlechterverhältnisses zu einem Teil ihres Selbstverständnisses machen müssen, zum Beispiel indem sie diesbezügliche Anstrengungen in ihr Leitbild aufnehmen. Es sollten also bestimmte Grundwerte formuliert und verinnerlicht werden, die vom obersten Leitungsteam bis hin zu allen Mitgliedern einer Organisation weitergegeben werden müssen. Zur zusätzlichen Verbesserung, Steuerung und Kontrolle wäre auch eine spezielle Steuergruppe von Vorteil, die sich sowohl aus Männern und auch Frauen zusammen setzt, um gendergerechte Gedanken in die Handlungen der Organisation zu integrieren und Auswirkungen bzw. Ergebnisse in weiterer Folge zu analysieren und kontrollieren. Gendergerechtigkeit = Selbstverständnis Verinnerlichung bestimmter Werte Steuergruppe  Kontrolle & Verbesserung

65 Verbesserungsmöglichkeiten
Schule & Bildung „Mit der Frauenquote wird eine bestimmte Geschlechterverteilung bei der Besetzung von Stellen oder Führungspositionen bezeichnet. Als Zweck wird die Gleichstellung von Mann und Frau verfolgt. […]“ Selbstverpflichtung Frauenquote Einführung : gesetzliche Verpflichtung? Macht eine Frauenquote in freiwilligen Organisationen Sinn? Um diese Frage zu beantworten und als möglichen Verbesserungsvorschlag anzudenken, sollte man sich die generelle Definition der Frauenquote genauer ansehen: „Mit der Frauenquote wird eine bestimmte Geschlechterverteilung bei der Besetzung von Stellen oder Führungspositionen bezeichnet. Als Zweck wird die Gleichstellung von Mann und Frau verfolgt. […]“ Nun gibt es verschiedene Standpunkte zur Einführung einer gesetzlichen Verpflichtung der Frauenquote: Einerseits ist auch die Frauenquote eine Entscheidung, die jede freiwillige Organisation selber treffen muss. Der Staat kann NGO’s gesetzlich nicht dazu verpflichten ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen in Leitungspositionen anzustreben, denn der Staat stellt immer einen gewissen Gegenpol zum Dritten Sektor und der ehrenamtlichen Tätigkeit dar und sollte sich nicht in die Angelegenheiten dieses Sektors einmischen. Somit liegt es an den Organisationen selber, sich für eine Frauenquote einzusetzen und diese mit bestimmten und gezielten Strategien umzusetzen. Ein gegenteiliger Standpunkt wäre aber eine gesetzliche Regelung, die freiwillige Organisationen dazu verpflichtet eine Frauenquote einzuhalten, um so das Geschlechterverhältnis zu verbessern. Ist es dem Staat Österreich ein großes Anliegen das Geschlechterverhältnis zu verbessern, dann sollte er sich sehr wohl für eine Frauenquote in Freiwilligenorganisationen einsetzten.


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