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Exkurs Postwachstumsökonomie Bernd Winkelmann Stand 15.1. 2014 Akademie Solidarische Ökonomie Die hier vorgestellte Powerpointshow ist eine Kurzfassung.

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Präsentation zum Thema: "Exkurs Postwachstumsökonomie Bernd Winkelmann Stand 15.1. 2014 Akademie Solidarische Ökonomie Die hier vorgestellte Powerpointshow ist eine Kurzfassung."—  Präsentation transkript:

1 Exkurs Postwachstumsökonomie Bernd Winkelmann Stand Akademie Solidarische Ökonomie Die hier vorgestellte Powerpointshow ist eine Kurzfassung längerer Arbeitspapiere und Aufsätze zu „Wirtschaftswachstum“ und Möglicheinten einer „Postwachstumsökonomie“. Die grundlegenden Inhalte sind in der Akademie Solidarische Ökonomie erarbeitet worden. Sie wurden hier von Bernd Winkelmann in Varianten und Einzelaspekten weiterentwickelt bzw. konkretisiert. Diese Kurzfassung kann mit PP-Shows ergänzt werden durch a) vier Einzelbausteine: 1. Grundparadoxien unserer Zivilisation; 2. Menschenbild und Lebensverständnis; 3. Markt und Unternehmertum; b) durch eine Langfassung, in der die Einzelbausteine u.a. eingearbeitet wurden. Zum Vortrag mit diesen Folien sind genauere Kenntnisse einer alternativen Ökonomie Voraussetzung. Diese können in sonstigen erarbeiteten Arbeitspapieren ersehen werden, zu finden auf der Homepage der der Akademie Solidarische Ökonomie oder auf meiner eigenen Homepage, siehe: Achtung! Diese Darstellung wird ständig überarbeitet, darum immer auf den jüngsten Bearbeitungsstand achten. Für inhaltliche Anregungen, Ergänzungen, kritische Anfragen, auch Schreibfehler-korrekturen bin ich sehr dankbar. Schicken an Mail:

2 2 Wachstum und Wachstumsfelder Offene Wachstumsfelder Bevölkerungswachstum Ungesättigte Märkte Neue Aufbauphasen Unbegrenzte Ressourcen Wirtschaftswachstum Kein Bevölker- rungswachstum Beendete Aufbauphase Gesättigte Markte Begrenzte Ressourcen Krise Wirtschaftswachstum, Wachstumsfalle Quantitatives Wachstum ist nur möglich, wenn Wachstumsfelder offen sind. Geschlossene Wachstumsfelder Bei nahezu geschlossenen Wachstumsfelder führt weiteres erzwungenes Wachstum zum Druck nach innen (Verdrängungskampf, Sozialabbau u.a.) – oder zur Expansion nach außen (neoliberale Globalisierung).

3 3 1. Denkfehler: 3 Das Bemessen des Wachstums in Prozenten führt zum exponentiellen Wachstum, d.h. zu ständig steigenden Wachstumsgrößen (Stückzahl). Drei Wachstumskurven: a) lineares Wachstum: gleichbleibender Zuwachs (gleiche Wachstumsgröße) b) exponentielles Wachstum: jährl. prozentuelles Wachsen (Wachstumsrate), d.h. Zuwächse gehen ein in Sockelbetrag des Folgejahres (Verdoppelungseffekt) Beispiel: Wenn heute in Deutschland in einem Jahr Autos produziert werden, sind das bei 6% Wachstum in 12 Jahren Autos in einem Jahr. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Kenneth E. Boulding, USA: „Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“ c) natürliches Wachstum: hört bei einem Optimum auf zu wachsen und stabilisiert sich.

4 4 2. Denkfehler Das Bemessen von Wirtschaftswachstum nach dem Bruttoinlandprodukt (BIP): es misst rein quantitativ die wirtschaftlichen Umsätze in Geldwerten. Z.B.: > Aufbau nach Zerstörungen als BIP-Wachstum; > material- und energiesparende Effizienz als rückläufiges Mengen-Wachstum; > die qualitative Entwicklungen der Gesellschaft wird nicht gemessen. Die „Glücksforschung“ zeigt: BIP und Lebenszufriedenheit laufen nicht zusammen ● Studie 2009: Die größte Lebenszufriedenheit in Ländern mit mittlerem Durchschnittseinkommen: - Costa Rica, Dänemark, Skandinavien, Island; - Deutschland an 30.Stelle, Simbabwe an letzter. ● Ab / Dollar Jahreseinkommen steigt der Glückspegel kaum noch. Grafik aus „Zukunftsfähiges Deutschland“ S. 122 ● Seit 1990 fordert UNO die Bemessung der Entwicklung mit ganzheitlichen Indizes (z.B. „Neuer Wohlfahrtsindex“, Human Development Index). ● Bisher hat nur der Himalaja-Staat Bhutan an Stelle des BIP das „Brutto-Sozialglück“ gesetzt: Ökologie, Kultur, Gesundheit, Bildung, Lebensstandart, Gemeinschaft, Zeitnutzung...

5 5 3. Denkfehler 5  Man könnte mit weiterem BIP-Wachstum die ökonomischen und sozialen Probleme lösen (z.B. Arbeitslosigkeit)  Man könne durch grüne Technologien („Green New Deal“) Umweltverbrauch vom Wachstum entkoppeln. Tatsächlich überwindet dies nicht die ökologische, die soziale, ökonomische Crash-Tendenzen der Wachstumsökonomie. 1. Ökologischer Crashtendenz: „Grüner Technologien“ bringen kurzzeitig neues Wirtschaftswachstum: je Stück geringere Umweltbelastung, aber in der Summe Rebount-Effekt“ (Rückschlageffekt) : Zunahme der Menge wiegt den Einspareffekt wieder auf ( z.B. Autos, Flugzeuge, Elektrogeräte u.ä.). 2. Soziale und ökonomische Crashentwicklung: In den hochindustrialisierten Ländern mit annähernd gesättigten Märkten und Überangebot ist weiteres Wachstum nur noch mit weiterer Rationalisierung, Arbeitsplatzabbau, Lohnsenkung, Arbeitsplatzverlagerung zu erreichen. Das treibt die untere Hälfte in Armut und Präkarisierung, somit in eine wachsende Schere zwischen Überangebot und Unterkonsum = eine sich verstärkende Wachstumsfalle. (Radermacher: „Kannibalisierung“ der Wirtschaft, „Brasilianisierung“ der Gesellschaft)

6 6 Ökologische Crashentwicklung ● Ökologischer Fußabdruck in Deutschland bei dem 3-4 Fachen des verträglichen Maßes ● Ökologischer Fußabdruck in den USA bei dem 10 Fachen 2011 bei 1,5 ● 2 Grad-Ziel erreichbar, wenn in Jahren der CO2-pro-Kopf-Ausstoß in D von 11 t auf 2 t, in den USA von 19 t auf 2t abgesenkt wird. ● Herrmann Scheer, Al Gore: Wissen und Technologie dafür sind vorhanden. Doch bisher weiterer Anstieg CO2 Ausstoß ( entgegen dem Kiotoprotokoll und Folgebeschlüsse).

7 3 – 6 Erden

8 8 Wiedergewinnen einer Gleichgewichtsökonomie Exponentielle Wachstumsphase Reifezeit Langsame Keimzeit Natürliches Wachstum - Vorbild auch für die Wirtschaft? Abnehmendes Wachstum

9 9 Funktion einer Gleichgewichtsökonomie Gleichgewichtsökonomie anstelle einer Wachstumsökonomie heißt: Dies geschieht in einer ständigen dynamisch sich einpendelnden Sinusbewegung - sowohl für einzelne Güter wie für die gesamtökonomische Entwicklung. Diese Entwicklung bleibt unter dem maximal ökologisch-sozial verträglichen Maß von Faktor 1 (auch ökologischer Fußabdruck) Die Wirtschaft wächst quantitativ nur in bes. Aufbauphasen. Bei Erreichen eines Sättigungsgrades geht das Wachsen zunehmend in qualitative Entwicklung über: Qualitätsprodukte; Wachsen kultureller, Lebensqualitäten, des ökonomisch sozialen Gleichgewichts – dabei Schrumpfen des materiellen Verbrauchs. Damit wird die ökonomische und soziale Crashentwicklung der Wachstumsökonomie überwunden und eine Postwachstumsökonomie wird möglich.

10 10 Voraussetzungen einer Postwachstums- und Gleichgewichtsökonomie 5. Zusammenwirken von: a) Konsistenzstrategie ( ökologische Anpassung), b) Effizienzstrategie (ökologische Technologien), c) Suffizienzstrategie („Mit weniger besser leben“) 2. Herausnehmen der wachstumstreibenden Abschöpfungs- und Bereicherungs- mechanismen kapitalistischer Wirtschaftsweise; Installation kooperativer, partizipatorischer, demokratischer Wirtschaftsstrukturen 3. Drastisches Zurückfahren des gegenwärtigen Material- und Energiedurchsatzes (Schrumpfungsökonomie, Regionalisierung der Wirtschaft...) 1. Überwindung des materialistischen Grundirrtums und kapitalistischer Leitvorstellung. These: Eine Postwachstumsökonomie kann nur eine postkapitalistische Ökonomie sein. 4. Entwicklung einer modernen regionalen Subsistenzwirtschaft


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