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Angeborenes Sprachwissen Julian Böhm – Abdullah Tezcan Orientiert an Stefan Müllers Buch "Grammatiktheorie" (2005)

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Präsentation zum Thema: "Angeborenes Sprachwissen Julian Böhm – Abdullah Tezcan Orientiert an Stefan Müllers Buch "Grammatiktheorie" (2005)"—  Präsentation transkript:

1 Angeborenes Sprachwissen Julian Böhm – Abdullah Tezcan Orientiert an Stefan Müllers Buch "Grammatiktheorie" (2005)

2 Gram. Morpheme für Tempus, Modus, und Aspekt Wortarten Rekursion und Unendlichkeit Geschwindigkeit des Spracherwerbs Kritische Periode des Spracherwerbs Kein Spracherwerb von Menschenprimaten Kreolsprachen und Gebärdensprache Lokalisierung bestimmter Gehirnareale Verschiedenheit von Sprachen und allgemeiner Kognition Williams Syndrom KE-Familie und das FOX-P2 Gen Inhaltskompass 1 Der Kopfstellungsparameter X-Bar-Strukturen Grammatische Funktionen wie Subjekt und Objekt Bindungsprinzipien Eigenschaften von Fernabhängigkeiten

3 Der Kopfstellungsparameter 4 Orientiert sich an der Rektionsrichtung der Verben und der dazugehörigen Adpositionen in einer Sprache Sprachen wie Türkisch, Japanisch etc. → Postpositionen und haben eine SOV Grundwortstellung Sprachen wie Englisch, Französisch etc. → Präpositionen und haben eine SVO Grundwortstellung Das Persische bricht jedoch die Regelmäßigkeit → da Präpositionen obwohl eine SOV Grundwortstellung vorliegt

4 Der Kopfstellungsparameter 6 Rektionsrichtung wird an den syntaktischen Kategorien festgemacht → Verfeinerung des Zeichens (P) vorgenommen: um PräP und PostP -Chomsky (2005), Gibson und Wexler (1994) statt 4 ab sofort 8 lexikal. Kategorien für Generalisierung in der Kreuzklassifikation Pinker (1994) stuft Kopfstellungsparameter nicht mehr als Allaussage, da Sprachen existieren, die nicht in dieses Schema passen Folge: Kopfstellungsparameter als Tendenz angeführt, dass Pinker zum angeborenen sprachspezifischen Wissen hinzuzählt

5 Die 4 Kreuzklassifikationen 6.1. Seite, 68 V = Verb N = Nomen A = Adjektiv P = Präposition (Adv = Adverb) Tabelle 3.1.: Darstellung: Vier lexikalische Kategorien durch binär Merkmalsystem geordnet Adverbien werden als intransitive Präpositionen angesehen und durch Zerlegung in der obigen Tabelle erfasst Alle lexikalischen Kategorien,die [ + V] sind, sind entweder Adjektive oder Verben Von [ + N]-Kategorien kann man sagen, dass sie Kasus tragen können.

6 X-Bar-Strukturen 8 Die Annahme: Alle natürlichen Sprachen haben syntaktische Strukturen, die X-Bar- Schema entsprechen (Jackendoff 1977) Dyirbal, Tagalog, Ungarisch etc. sind Sprachen für die das Konzept des X-Bar- Schemas → nicht sinnvoll ist und die durch die Regel (1) erklärt werden (1) S -> C* /C*: beliebige Folge von Konstituenten ohne phrasenregierenden Kopf/

7 X-Bar-Strukturen 9 Kornai und Pollum (1990) sagen, dass Beschränkung der möglichen Grammatikken nicht vorgenommen wird, wenn man zu viele leere Köpfe annimmt In der GB-Theorie und im Minimalistischen Programm gibt es inflationär viele leere Köpfe, weshalb die Regel (2) eingeführt wurde (2) V´ -> V 0 C* V 0 repräsentiert hier leere Köpfe und V´ kann durch die optional verstandenen Spezifikatoren nun auf die VP projiziert werden

8 X-Bar-Strukturen 13 Hydrasätze stellen Problem für die X-Bar-Theorie dar, da Relativsätze in (4) auf eine Gruppe von Referenten beziehen >Können jedoch nur auf das Ergebnis der Koordination beziehen Die gesamte Koordination ist aber eine NP und Adjunkte sollten eigentlich auf der X- Bar-Ebene angeschlossen werden (4) [[der Kater] und [die Katze]], die einander lieben (Müller, Stefan (S. 288) ) oder [[the boy] and [the girl]] who dated each other are friends of mine → Mann kann Anbindung von Spezifikatoren und Adjunkten nicht auf Projektionsstufen beschränken, und die Existenz sogenannter nicht-konfigurationaler Sprachen (bspw. Persisch) zeigt, dass die Zwischenstufen-Annahmen nicht für alle Sprachen sinnvoll ist (siehe Müller, Stefan (289)

9 Grammatische Funktionen wie Subjekt und Objekt 15 Bresnan und Kaplan (1982), Pinker (1994, 236–237), Baker (2003, 349) → In allen Sprachen existieren Subjekte und Objekte Nicht für alle Sprachen (speziell für nicht-europäische) ist Identifikation mancher Wörter als Subjekt oder als Objekt empfehlenswert In der GB-Theorie und in der Kategorialgrammatik sind /Gegensatz zur LFG/ grammatische Funktionen irrelevant In der GB → grammatische Funktionen durch Baumstrukturen repräsentiert, wobei Subjekte durch die Phrase der Spezifikatorposition der IP dargstellt werden (Müller, Stefan (289290)) HPSG formuliert Folgendes: Das am wenigste oblique Element mit strukturellem Kasus bezieht den Status SUBJ - (allgemein theoretische Erwägung)

10 Grammatische Funktionen wie Subjekt und Objekt 16 In der EPP (Extended Projection Principle (Chomsky, 1982) der GB-Theorie und in der LFG (Subject Condition) wird angenommen, dass in jedem Satz ein Subjekt enthalten sein muss und dass dieses durch eine gram. Funktion repräsentiert wird, dass die Spezifikator-Position in der SpecIP besetzt

11 Bindungsprinzipien 19 Die Bindung von Pronomen werden als Prinzip zur Universalgrammatik gezählt (Chomsky, 1998) Zum Bindungsprinzip gibt es in der GB-Theorie 3 Prinzipien: Prinzip 1: Ein Reflexivum (...sich) muss auf ein Koargument in der Bindungsdomäne referieren (B.domäne: reicht bis zu einem Satzzeichen) Bsp.: Ralf sagt, dass Kristina sich parfümiert hat. Prinzip 2: Ein Personalpronomen darf sich nicht auf Elemente innerhalb der B.domäne beziehen Bsp.: Ralf sagt, dass Kristina ihn parfümiert hat Prinzip 3: Regelt worauf sich andere referentiellen Ausdrücke beziehen können Nach Prinzip3 darf sich ein Ausdruck A1 nicht auf einen anderen Ausdruck A2 beziehen, wenn A2 den Ausdruck A1 c-kommandiert. Zitat mit Eigenbeispiel nach Müller, Stefan (S. 291)

12 Bindungsprinzipien 21 Evans und Levinson (2009b, 483) merken an, dass bezüglich des Prinzip C es um eine starke Tendenz in den Sprachen der Welt handelt, aber auch hier Ausnahmen gibt. Beispiel: Die reziproken (wechselseitigen) Ausdrücke in Abaza, wo Affixe, die einander entsprechen, statt in der Objektposition in der Subjektposition stehen Fanselow (1992b, 351) nennt das Beispiel in (13), das zeigt, dass das Prinzip C der Bindungstheorie nicht gut für ein syntaktisches Prinzip geeignet ist: (13) (auf Seite 292, Müller, Stefan nachschlagbar) a. Mord ist ein Verbrechen. b. Ein gutes Gespräch hilft Probleme überwinden.

13 Bindungsprinzipien 22 Folgendes Prinzip scheint hier zu wirken: Argumentstellen eines Prädikats sind disjunkt (anders)zu interpretieren, solange sprachliche Mittel nicht explizit die Identität von Argumenten zum Ausdruck bringen Explizites Beispiel: Ich verstehe die Strukturen und Regeln des menschlichen Miteinanders oder das Gespräch nicht mehr und erfahre dadurch Verwirrung Unexplizit aber so eingebürgert: Ich verstehe die Welt nicht mehr/ Ich verstehe nur Bahnhof → Insgesamt muss man sagen, dass es in den Bindungstheorien viele ungelöste Probleme gibt

14 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 23 Fernabhängigkeiten unterliegen gewis. Beschränkungen Beispiel aus dem Englischen: Sätzen in einer Nominalphrase kann nichts vorangestellt werden, was Ross (1967) Complex NP Constraint nannte Diese Beschränkung wurde versucht mit anderen Beschränkungen zusammen (Bsp.: ebenfalls von Ross: Right Roof Constraint) zu einer Universalregel auszuarbeiten → Folge: Subjazenz-Prinzip Die Subjazenz-Beschränkungen besagen, dass Bewegungen höchstens einen Grenzknoten kreuzen dürfen, wobei sprachabhängig, welche Kategorien Grenzknoten sind (Baltin: 1981, 262; 2006; Rizzi: 1982, 57; Chomsky: 1986a, 38–40) Es gibt zwei Bewegungsrichtungen: Die nach links nennt man Extraktion, und die nach rechts nennt man Extraposition

15 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 24 EXTRAPOSITION: Hier w. angenommen, dass NP, PP, VP und AP (im Englischen) Grenzknoten für die Bewegung nach rechts sind und die entspr. Lesart durch das Subjazenz-Prinzip ausgeschlossen ist (Baltin: 1981,262) Bei guter Auswahl der Nomina kann man Beispiele wie die in (16) konstruieren, die zeigen, dass Extraposition über beliebig viele NP-Knoten erfolgen kann: (16) a. Karl hat mir [ein Bild [einer Frau _i]] gegeben, [die schon lange tot ist] b. Karl hat mir [eine Fälschung [des Bildes [einer Frau _i]]] gegeben, [die schon lange tot ist] c. Karl hat mir [eine Kopie [einer Fälschung [des Bildes [einer Frau _i]]]] gegeben, [die schon lange tot ist]

16 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 27 S. 295 Beispiel Die syntaktische Kategorie des nachgestellten Elements muss der des vom Nomen Verlangten entsprechen Es gibt somit im Idealfall eine syntaktische Beziehung zwischen regierendem Nomen und extraponierten Element (18) a. Der 43jährige will nach eigener Darstellung damit [NP den Weg [PP für [NP eine Diskussion [PP über [NP den künftigen Kurs [NP der stärksten Oppositionsgruppierung]]]]]] freimachen, [die aber mit 10,4 Prozent der Stimmen bei der Wahl im Oktober weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war].

17 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten (nach Müller, Stefan, S. 269) 28 Subjazenz- Beschränkungen für die Bewegung nach rechts weder für das Deutsche noch für das Englische gelten -> Deshalb keine Universalität zu vermuten Annahme, dass NP und PP weder im Deutschen noch im Englischen zu den Grenzknoten gehören Damit stellt die Extrapositionsdaten kein Problem mehr für Theorien dar, die Subjazenz Beschränkungen annehmen

18 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 29 EXTRAKTION Ross (1967): Bewegung nach Links ist aus best. Konstituenten ausgeschlossen-> Das sind die sog. Extraktionsinseln Ross formuliert, dass das Complex NP Constraint solche Konstruktionen (aus kompl. Nominalphrasen ist nicht zu extrahieren) unterbindet Bsp.: * Who did he just read [NP the report [S that was about _i]?

19 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 30 Die Beschränkungen der CNPC, welche in das Subjazenz-Prinzip integriert wurden, zeigen: keine universelle Gültigkeit Es sei denn man behauptet, dass NP keine Grenzkategorie in der betreffenden Sprache ist Die Mehrzahl der Sprachen erlauben keine Extraktion aus komplexen Nominalphrasen Hawkins Aussage: Eine zu schwere Verarbeitbarkeit solcher Strukturen

20 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 32 Stowell behandelt die Satzargumente von Verben, die die Art des Sprechens bezeichnen, als Adjunkte. Da Adjunktsätze nach Annahme Extraktionsinseln sind, wäre auf diese Weise die Markiertheit von (23a) erklärt Mit der Analyse als Adjunkt ist die Tatsache kompatibel, dass die Satzargumente weggelassen werden können: (23) a. Whoi did she mumble that he saw _i? b. Whoi did she realize that he saw _i? Beispiel und Text auf Seite 297, Müller, Stefan

21 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 35 Goldberg (2006,Abschnitt7.2) nimmt mit Erteschik-Shir (1981), Erteschik-Shirund Lappin (1979),Takami (1988) und van Valin (1998) an, dass die Lücke sich in einem Teil der Äußerung befinden muss, die potentiell den Fokus der Äußerung bilden kann Das heißt, dieser Teil darf nicht präsupponiert sein (29) a.komplexe NP She didn’t see the report that was about him. → The report was about him b. Komplement eines Verbs zur Beschreibung der Art der Äußerung She didn’t wisper that he left. → He left c. Faktives Verb She didn’t realize that he left. → He left nach Müller, Stefan, S. 298

22 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten 36 (Backgrounded constructions are islands (BCI)) - von Goldberg angenommener Informationshintergrund = Insel → wenn Konstituente Eine Bestätigung dieser Annahme erfolgte durch Ambridge und Goldberg (2008) mittels Vergleiche mit reinsyntaktischen Subjezenz-Ansätzen → Informationsstruktureigenschaften spielen eine wesentliche Rolle bei Extrahiertheit von Elementen Dabei unterscheiden sich Sprachen, wie stark Sie die Konstituenten zum Hintergrundwissen hinzuzählen, um eine Extraktion auszuschließen Man sollte keinesfalls an dieser Stelle die Extraktion aus Adjunkten ausschließen, denn das Dänische bspw. liefert die Möglichkeit der Extraktion aus dem Relativsatz

23 Eigenschaften von Fernabhängigkeiten- lil conclusion 38 Da Subjazenz-Beschränkungen im Bereich der Extraposition nicht für das Deutsche noch für das Englische anwendbar sind sowie Extraktionsbeschränkungen im Hinblick auf die Informationsstruktur und auf Verarbeitungsphänomene besser als mit dem Subjazenz-Prinzip erklären kann → ist es unlogisch anzunehmen, dass diese Phänomene den Status einer universellen Kompetenzgrammatik inne haben sollten

24 Grammatische Morpheme Laut Pinker beinhalten alle Sprachen grammatische Morpheme für 1.Tempus 2.Modus 3.Aspekt Diese Morpheme treten in fast allen Sprachen auf, da sie zur Informationsübermittlung notwendig sind und daher wiederholt Benutzung finden.

25 Wortarten Kategorien und fixe syntaktische Strukturen sind beides Teile der Universalgrammatik (UG) +400 funktionale Kategorien alle lexikalischen Wortarten gehören zur UG Verb und Nomen = Prädikat und Argument weitere Wortarten (z.B. Ideophon, Positional, Koverh, Klassifikator) möglich  Sprachen wählen aus einem bestimmten Inventar an Möglichkeiten (toolkit = Werkzeugkasten), müssen dieses aber nicht zwingend ausschöpfen

26 Rekursion Chomsky, Fitch und Hauser behaupteten, dass Rekursion, also die Selbsteinbettung in der Sprache, die einzige Universalie ist, die durchweg in jeder Sprache vorzufinden ist. Formale Probleme:  Es ist uns auf Grund von beschränkter Hirnkapazität nicht möglich, endlos lange Sätze bzw. Sätze mit unendlich vielen Einbettungen zu produzieren.  Durch die Unterscheidung zwischen Kompetenz und Performanz wissen wir, dass nicht alle produzierten Sätze wohlgeformt sind. Empirische Probleme:  Sprachen, wie z.B. Pirahã, Walpiri, Akkadisch, Dyirbal und das Proto-Uralische lassen keine Rekursion zu. andere Kognitive Bereiche:  Navigation  Familienbeziehung  Zahlensysteme

27 Fazit der Universalien Es gibt keine linguistischen Universalien, durch die eindeutig anzunehmen ist, dass sprachliches Wissen eine angeborene Eigenschaft ist. Sogar solche Eigenschaften, die scheinbar alle Sprachen miteinander teilen, müssen nicht zwangsläufig auf eine Angeborenheit des Sprachwissens hindeuten; dies kann durchaus andere Gründe haben. "Sprachen müssen zu unseren Gehirnen passen und da sich unsere Gehirne ähneln, ähneln sich Sprachen auf gewisse Weise (siehe auch Kluender: 1992, 251)."

28 Geschwindigkeit des Spracherwerbs Trotz eines insgesamt mehrjährig andauernden Spracherwerbs erlernen Kinder eine Sprache erfahrungsgemäß ausgesprochen schnell. Dies spricht dafür, dass sie bereits über ein angeborenes sprachliches Vorwissen verfügen.  kein Erlernen der Sprache durch "brief exposure" Kinder im Alter von sechs Jahren verstehen bereits verschiedene Wörter und benutzen etwa 5000  im Schnitt innerhalb von viereinhalb Jahren 14 Wörter täglich Der Erstsprachenerwerb geschieht nicht schneller als der Zweitsprachenerwerb.

29 Kritische Periode für den Spracherwerb bestimmte Entwicklungsphasen: essenziell für die Entwicklung der Sprache Sprachfähigkeit kann in gewissem Zeitraum nur erfolgen, wenn Lerner bestimmtem Input ausgesetzt ist  kritische Periode Dauer: 5, 6, 12 oder auch 15 Jahre kontinuierliche Abnahme der Fähigkeit zum Spracherwerb mit zunehmendem Alter → Vergleich Erlernen des Autofahrens in hohem Alter Zweitsprachenerwerb baut auf kritischer Periode auf Wolfskind Genie  in Isolation und ohne sprachlichen Input aufgewachsen

30 Primaten können keine natürlichen Sprachen erlernen  Beweis für genetische Verankerung des Sprachvermögens sowie genetische Unterschiede humanspezifische Kompetenz Zeigegesten als weiteres unterscheidendes Merkmal Vermögen, sich in Kommunikationspartner hineinzuversetzen  gemeinsame Ziele und Vorstellungen entwickeln Kein Spracherwerb bei nichtmenschlichen Primaten

31 Kreol- und Gebärdensprachen Pidgin- und Kreolsprachen sind durch angeborene UG beschränkt Kreolsprachen enthalten Elemente, die Sprachlerner nicht aus dem Input der Pidginsprachen erworben haben Kinder regularisieren Sprachen stärker als Erwachsene  geringere Gehirnkapazität Probability Matching Erwerb von Gebärdensprache fällt Kindern leichter; weniger Fehler sowie mehr obligatorische Bewegungen  Kinder lernen selektiv

32 Lokalisierung in speziellen Gehirnbereichen Broca- und Wernicke-Zentrum als verantwortliche Stellen für die Sprachproduktion und –verarbeitung im Gehirn Chomsky: Sprachzentrum mit Organ Lokalisierung der Bereiche soll auf angeborene Basis für sprachliches Wissen schließen  aber: man könnte ebenso von einer angeborenen Lesefähigkeit ausgehen, da hier ebenfalls bestimmte Gehirnbereiche aktiviert würden Sprachverarbeitung geschieht nicht ausschließlich in o.g. Stellen

33 Verschiedenheit von Sprache und allgemeiner Kognition Sprache kann mit allgemeinen kognitiven Mitteln erworben werden Sprachfähigkeit vs. Kognitionsvermögen

34 Williams-Syndrom Menschen mit geringerem IQ, die trotzdem grammatischen Äußerungen formulieren können  auch Menschen mit Williams Syndrom Annahme von separatem Grammatikmodul, das unabhängig von der restlichen Intelligenz funktioniert Kinder mit Williams-Syndrom sind in sprachlicher Entwicklung zurückgeblieben: sprachliches Niveau eines Teenagers entspricht dem eines vier bis sechsjährigen

35 KE-Familie und FoxP2-Mutation KE-Familie: Probleme in sprachlichem Bereich  genetischer Defekt: Mutation des Gens Forkhead-Box P2, kurz FoxP2 Existenz eines womöglichen „Sprachgens“, das für ein bestimmtes Grammatikmodul verantwortlich ist, wird angenommen Sprachschwierigkeiten in der Familie sind auch auf motorische Probleme zurückzuführen  Produktions- und Verständnisprobleme

36 KE-Familie und FoxP2-Mutation Sprachdefizite können nicht direkt mit FoxP2 in Verbindung gebracht werden, da durch die Mutation mehrere Fähigkeiten/Eigenschaften beeinträchtigt werden: Aussprache, Morphologie, Syntax nicht-verbale IQ Motorik/Gesichtsmuskulatur nicht-linguistische Aufgaben FoxP2 auch in anderen Geweben vorhanden: verantwortlich für Entwicklung von Lunge, Herz, Darm und verschiedener Gehirnregionen (nicht direkt verantwortlich; steuert andere Gene)

37 KE-Familie und FoxP2-Mutation FoxP2 ist somit nicht das „Sprachgen“, sondern ein Gen, das auf eine komplizierte Art mit anderen Genen zusammenspielt.  wichtig für die Entwicklung des Sprachvermögens vererbte Muskelerkrankungen könnten ebenso wenig mit einem womöglichen „Laufgen“ in Verbindung gebracht werden, wie man bei einem genetische Defektein den Härchen im Ohr von einem „Hörgen“ sprechen könnte


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