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Die 5. Sprachfähigkeit: Die Rolle soziokulturellenWissens und Könnens im Fremdsprachenerwerb Arizona AATG Tagung Flagstaff, Arizona 6. September 2014 Renate.

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1 Die 5. Sprachfähigkeit: Die Rolle soziokulturellenWissens und Könnens im Fremdsprachenerwerb Arizona AATG Tagung Flagstaff, Arizona 6. September 2014 Renate A. Schulz, Ph.D. Professor Emerita, University of Arizona

2 Übersicht: Hauptziel des Fremdsprachenunterrichts? Definitionen: Interkulturelle Kompetenz? Kultur? Interkulturelle Kommunikation? “Kultur” im Sprachgebrauch? Soziokulturelles Wissen? Warum ist “Kultur”--also das sozio-kulturelle Wissen und Können-- für das Sprachenlernen und für den Sprachgebrauch wichtig? 5 Lernziele mit Vorschlägen zur Kultur-Didaktik

3 Hauptziel des FU = interkulturelle Kommunikation Ziel der interkulturellen Kommunikation = gegenseitige Verständigung von Menschen verschiedener kultureller Gruppen

4 Interkulturelle Kommunikation benötigt interkulturelle Kompetenz ” intercultural competence” is comprised of the knowledge, experiences, behaviors, skills and attitudes that enable individuals to communicate effectively and appropriately in intercultural situations – i.e., in a setting where individuals of two or more cultural backgrounds interact and try to communicate, such as Germans and Mexicans. (Schulz, 2007) [Interkulturelle Kompetenz" besteht aus dem Wissen, den Erfahrungen, Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Einstellungen, die es ermöglichen, sich in interkulturellen Kontexten (also in Situationen, wo Personen aus zwei oder mehreren verschiedenen Kulturen interagieren) effektiv und angemessen miteinander zu verständigen, wie z.B. Deutsche und Mexikaner.]

5 Definitionen Was ist “Kultur”? Ergebnis einer Google-Suche?

6 Was ist “Kultur”? #1 Cultures are structured systems of patterned behavior…/that/… have form, meaning and distribution. (Robert Lado, 1971, in Heusinkveld, 1997, S. 40, 41). Strukturierte Systeme von Verhaltensmuster Handlungen mit erkennbarer Form und Bedeutung Bestimmt vom Kontext

7 Beispiele: Was sagt man zu wem und in welchem Kontext? Bei der Hochzeitsfeier des Chefs? des Bruders? Als Entschuldigung für eine versäumte Verabredung mit der Mutter? Der Chefin? Der Professorin? Bei einer Beschwerde im Hotel (z.B., kein heisses Wasser)? Wie gratuliert man zum Schulabschluss, zur Kommunion/Konfirmation/Bar mitzvah? Form? Meaning? Distribution?

8 Was ist “Kultur”? #2 Culture is comprised of the COMMON PRODUCTS, PRACTICES AND PERSPECTIVES of a GROUP of people. (Standards for Foreign Language Learning in the 21 st Century, 2005). Kultur besteht aus den gemeinsamen Produkten, Verhaltensweisen und Perspektiven (Überzeugungen/Wertsysteme) einer Gruppe

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10 Kulturgeprägte Perspektiven Importance of time/punctuality (time is a non-renewable resource) vs. importance of human interaction Materialism vs. thriftiness (frugality) Equality of opportunity vs. opportunity determined by caste or class membership Matriarchy vs. patriarchy vs. equality Free market economy (capitalism) vs. socialism (ownership and control of economy by state) Competitiveness vs. collaboration Age vs. youth Optimism (in the future things will change for the better) vs. pessimism (the best times are gone) Adapted from Gary Althen (2003). American Ways: A Guide for Foreigners in the United States, sec. ed.

11 Welche Aspekte einer Kultur sind sichtbar? Welche sind unsichtbar aber trotzdem geprägt von bestimmten Einstellungen, Überzeugungen oder Wertsystemen (Perspektiven)? Identitätsbegriff Religiöse Ritualien Religiöse ÜberzeugungenUmgangsformen beim Essen Verständnis von Zeit, ZeitkonzepteBedeutung von Freundschaft Wertstellung der FamilieLiterarische Werke ReinlichkeitsverständnisErziehungsmethoden FesttagstraditionenGerechtigkeitsbegriff (Was ist fair?) Konzept von SchönheitRespektsbezeugungen JugendmodeSchamgefühl

12 Was ist “Kultur”? #3 [Culture is an] integrated pattern of human behavior that includes thoughts, communications, language[s], practices, beliefs, values, customs, courtesies, rituals, manners of interacting and roles, relationships and expected behaviors of a racial, ethnic, religious or social group; and the ability to transmit the above to succeeding generations. (Goode, Sockalingam, Brown, and Jones, quoted in Peterson and Coltrane, 2003, p. 1) [Kultur ist ein] integriertes Muster des menschlichen Verhaltens, das Gedanken,, Informationen, Sprache[n], Verhaltensweisen, Überzeugungen, Werte, Bräuche, Höflichkeiten, Rituale, Interaktionsregeln enthält, sowohl als Rollenmuster, Beziehungen und erwartete Verhaltensweisen einer rassischen, ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppe, und die Fähigkeit, die oben genannten Werte an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.]

13 Was ist “Kultur” Im Kontext des Fremdsprachenunterrichts? Begrenzung der anthropologischen Definition: Welche Aspekte einer “Kultur” sind wichtig für den Sprachgebrauch (d.h. für die Kommunikation)? Welche Produkte? welche Verhaltensweisen? welche Perspektiven? Welche Aspekte sind lehrbar oder lernbar?

14 Wichtige Prinzipien für den Kulturunterricht: 1. Kulturgeprägtes Verhalten bestimmt was für eine Gruppe als “normal” akzeptiert wird. Musik und Tanz im Friedhof? Sie tragenTennisschuhe bei einer Beerdigung? Selbstbedienung am Kühlschrank? (als Gast) Mittagessen um 16 Uhr?

15 2. Wichtig! Verhaltensweisen können unterschiedlich sein, je nach Alter Geschlecht Rasse/EthnizitätBildungsniveau ReligionSoziale Position (“power”, Einkommen) Ort/Herkunft (geographische Region und Sprachvariante, Stadt vs. Land, geographische/historische oder psychologische Nähe zu einer anderen Kultur, z.B. Mexiko – USA; Deutschland – Österreich; } Zeitpunkt (Vergangenheit oder Gegenwart)

16 3. Wichtig! Zeitliche Faktoren: “Kultur” ist dynamisch und ändert sich laufend. Beispiele: Produkte ? (z.B. Sprache? Sprachgebrauch? Formen der Kommunikation? “typische” Gerichte? Mode/Kleidung?). Verhaltensformen? (Rolle der Frau? Rolle des Mannes? Kindererziehung? wie man sich benimmt? Geschäftsöffnungszeiten? Einkaufsmöglichkeiten?) Perspektiven? (“uneheliche” Kinder? “House husbands”? Rolle des Staates? Ehe? Selbstbestimmung? Zeit ist Geld!

17 Kultur im Sprachunterricht Warum ist Kultur-- also, das sozio-kulturelle Wissen und Können, für das Sprachenlernen und für den Sprachgebrauch wichtig?

18 Sprache, Kultur und Kommunikation It’s almost impossible to send a message that does not have at least some cultural content, whether it’s in the words themselves, in the way they are said, or in the nonverbal signals that accompany them. And even if it were possible to send a message without any cultural content, it’s not possible to receive one without passing it through the filter of one’s own cultural conditioning. All of which means that host country people may not interpret everything you say the way you meant it. And vice versa. (Culture Matters: The Peace Corps Cross-Cultural Handbook, not dated, p. 75)

19 Die 4 Sprachfertigkeiten sind ungenügend für die effektive interkulturelle Kommunikation Kommunikation ist nicht das Aneinanderreihen -- nach bestimmten grammatischen Regeln -- von Wörtern, die man im Wörterbuch findet! z.B., Mensch, die spinnt!Das ist aber ein Warmduscher. Mein Lehrer hat ‘nen Vogel. Bei dem piepst es wohl. Um uns gebührend zu verständigen brauchen wir nicht nur sprachliche Kompetenz (also eine verständliche Aussprache, ein ausreichendes Vokabular, grammatisches und syntaktisches Wissen und Können), wir müssen auch wissen, was man zu wem, wo, wann, wie und unter welchen Umständen sagen kann, und wie man sich in bestimmten Umständen gebührend benimmt.

20 Zum Beispiel: Was sind Tabu Themen in deutschsprachigen Ländern? In USA? Was bezeugt Höflichkeit? Die Sprache der Höflichkeit? Wann fühlt sich ein Deutscher/Amerikaner beleidigt? Schimpfwörter (welche sind akzeptabel in welchem Kontext?) Wie begrüßen sich junge Leute? Ältere Leute? Familienmitglieder? Freunde? Frauen? Männer? Personen in verschiedenen Macht- oder Autoritätspositionen?

21 Kulturelle Komponente im kommunikativen Akt Kontext Wer? (Personen) Wo? (Ort und Kommunikationsmedium) Warum? (Grund/Ziel der Interaktion) Handlung Form Was? (Inhalt) Wie? (Kommunikationsmittel: Sprachlich/Gestik/Augenkontakt/Intonation/Lautstärke, Schweigen, Körperkontakt, Zeitverstndnis, Kleidung, Haltung, formell/informell, usw.) Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx FILTER DER EIGENEN KULTUR Verstaendnis Outcome Bedeutung/Deutung Resultat

22 Geschriebene/sichtbare Kommunikation rhetorische Konventionen, Formalität, Textorganisation, Satzlänge, usw. Bildsprache/Symbolik: z.B., internationale Symbole? kulturspezifische Bilder/Symbole?

23 Die Rolle der Lehrenden in der Entwicklung interkultureller Kompetenz? Pädagogische Ziele: Bewusstsein der Lernenden erwecken für die kontextuelle Rolle in Interaktion und Kommunikation: Machtverhältnisse, Altersunterschiede, Geschlecht, Bildung, sozio-ökonomischer Status, geografische Region, Sprachvariante Bewusstsein erwecken für Relativität kultureller Aspekte Bewusstsein erwecken dass sich kulturelle Phänomene mit der Zeit ändern können Blickpunkt nicht nur auf sprachliche (grammatische) Richtigkeit sondern auf Angemessenheit im interkuturellen Sprachgebrauch Verminderung stereotypischer Generalisationen durch Beweiserbringung Entwicklung einer global(er)en Perspektive

24 Kulturelles Lernen als dynamischer Prozess ‘culture learning’ is: The process of acquiring the culture-specific and culture-general knowledge, skills, and attitudes required for effective communication and interaction with individuals from other cultures. It is a dynamic, developmental, and ongoing process which engages the learner cognitively, behaviorally, and affectively (Paige et al., 2003, p. 177). [Bei kulturellem Lernen handelt es sich also nicht hauptsächlich um das Erlernen von Fakten, sondern es ist ein dynamischer Entwicklungsprozess mit kognitiven (Wissens) und psychologischen Komponenten (Einstellungen) und Verhaltensweisen/Handlungen (Können).]

25 Welches Wissen erleichtert die interkulturelle Kommunikation? Kulturspezifische Produkte (z.B. Sprache, Literatur/Kunst, Mode/Kleidung, Symbole, Nahrungsmittel, usw.) Kulturspezifische Verhaltensweisen/Umgangsformen (z.B. Soziolinguistische/soziokulturelle Faktoren: Was man zu wem in welchem Kontext sagen kann/darf/sollte. Wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte.) Kulturspezifische Perspektiven (Wertsysteme und deren Ursprung) Das “warum” der Produkte und Verhaltensweisen. z.B. Akzeptanz von “government regulations” im deutschen und amerikanischen Kulturgebiet? Bedeutung von persönlicher Freiheit? Einstellung gegenüber Jugendlichen und Alkoholkonsum?

26 Prinzip der Kulturpädagogik: Entwicklung einer global(er)en Perspektive durch Vergleiche, Reflektion, kritisches Denken Vergleiche machen zwischen Heim- und Zielkultur: Das ist genau so wie bei uns. Das ist ähnlich wie bei uns. Das ist anders als bei uns. Hypothesen zu dem möglichen “warum” (den möglichen Gründen) für die Unterschiede. (Achtung! Die Begründing für kulturelle Unterschiede ist oft sehr komplex! Wichtig ist die Einsicht, dass es Gründe gibt.) Meinungen/Hypothesen mit Beobachtungen/Beweisen/Daten unterstützen. Meinung/Hypothese revidieren, wenn notwendig.

27 Lernziel #1 Deutschlernende erkennen Stereotype und Verallgemeinerungen über die Heim- und Zielkultur(en) und beurteilen diese in Bezug auf ‚Beweise’ (Beobachtungen), d.h. die Menge und Validität vorhandener Daten. Die Deutschen sind (essen, sagen, meinen….) …. In Mexico kann man….. Die Amerikaner glauben…. Lateinamerikaner ….

28 “According to a 2013 BBC poll, Germany is the most positively viewed country on earth. Indeed, Germany today is a far cry from the lederhosen-and bratwurst caricature of yesteryear and further still from its midcentury legacy of persecution and genocide. Americans see today’s Deutschland as a bastion of environmentalism, cutting-edge architecture, efficient public transportation, bike paths that actually work, effortlessly cool haircuts, relaxation about public nudity, and a general standard of living that is higher than most of ours… Oh, and Bier. Lots and lots of Bier.” (Rebecca Schuman, The Chronicle of Higher Education, August 21, 2013, chronicle.com/article/Dot-Ditch-Deutsch/141201/).

29 Yang Liu Iconography: Deutschland & China Stereotype oder Wirklichkeit? Vergangenheit oder Gegenwart? Beweise?

30 Kulturelle Vergleiche: Size of individual’s ego (Yang Liu iconography )

31 Complexity of self expression (Rhethorischer Stil/Handlungsweise)

32 How Germans and Chinese see one another

33 Lifestyle: Independent vs. dependent: (Individuum vs. Gemeinschaft)

34 Problem solving approach

35 The volume of sound in a restaurant (Lautstärke)

36 How to stand in line (zielgerichtete Ordnung)

37 Attitude toward punctuality: Zeitverständnis

38 The evolution of transportation over the last three decades (Transportentwicklung)

39 Wie kann man Stereotype verhindern??? oder vermindern? Bewusstsein erwecken: In wie fern ist die Person (benimmt sich “der/die Andere”) wie die meisten anderen Menschen auf der Welt? D.h. in wie fern ist das Benehmen/ die Handlungsweise einer Person universal? In wie fern ist die Person (benimmt sich “der/die Andere”) wie viele andere Menschen der “fremden” Kultur? D.h. in wie fern ist das Benehmen/die Handlung kultur-spezifisch? In wie fern ist die Person (benimmt sich “der/die Andere”) wie sonst wenig andere? D.h. in wie weit ist die Handlungsweise ideosynkratisch?

40 Lernaktivität: Stereotype - Fakten vs. Meinungen Lernende sammel stereotypische Behauptungen über die eigene und andere Kulturen in Interviews oder Umfragen. Ist die Behauptung eine Tatsache oder eine Meinung? Wahr, oder nicht wahr (belegbar durch Fakten)? Wenn die Behauptung nicht richtig ist, machen Sie Korrekturen. Unterstützen Sie Ihre Meinung mit Beweisen. Amerikaner sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die deutschsprachigen Länder sind reiche Länder. Die Bevölkerung Deutschlands ist sehr homogen, d.h. außer Touristen und reisende Geschäftsleute gibt es kaum Menschen verschiedener Ethnizität oder Sprachen. In Deutschland gibt es keine Korruption Mexikaner sind korrupt. Die Deutschen sind unpersönlich. Deutsche Frauen haben genau die gleichen Rechte und Verantwortungen wie deutsche Männer. Der 2. Weltkrieg war ausschlaggebend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Deutschlands. Das deutsche Bildungssystem ist das Beste in der Welt. Das Nationalmenu der Amis besteht aus Hamburger. Bier ist das Nationalgetränk Deutschlands.

41 Lernziel #2 Deutschlernende entwickeln und demonstrieren ein Bewusstsein dafür, dass situative Variablen (z.B. kontext- und rollenverhältnisbezogene Erwartungen, einschließlich unterschiedlicher Machtverhältnisse, und soziale Variablen wie u.a. Alter, Geschlecht, Bildung, soziale Klasse, Religion, Ethnizität und Wohnort) kommunikative Interaktion (verbal, nonverbal und paralinguistisch) sowie Verhaltensweisen auf entscheidende Weise prägen.

42 Beispiele: kontext- und rollenverhältnisbezogene Erwartungen Unterschiedliche Status/Machtverhältnisse? Alter? Geschlecht? Bildung/ soziale Klasse? Religion? Ethnizität? Wohnort? Zeitliche Faktoren?

43 Alles ist relativ!? Benutzen Sie eine Skala von 1 (untypisch) bis 5 (völlig zutreffend), und kreuzen Sie auf dieser Skala an, welche Überzeugungen und Werte Sie für repräsentativ (zutreffend) für Teenager aus der Mittelklasse Ihrer eigenen Kultur halten, und welche Sie für repräsentativ für Teenager aus der Mittelklasse der deutschsprachigen Kultur(en) halten. Vergleichen Sie Ihre Einschätzungen mit denen der anderen Kursteilnehmer. Gibt es große Unterschiede (z.B. von mehr als einem Punkt) bei den Bewertungen? Versuchen Sie Gründe für diese Unterschiede zu finden. Vergleichen Sie Ihre Einschätzungen mit denen Ihrer Eltern und anderer Erwachsener. Diskutieren Sie Beispiele, wie sich z. B. Patriotismus oder Tierliebe in der eigenen und in den deutsch-sprachigen Kulturen manifestieren. Werte der Zielkultur(en) und der eigenen (Sub-)Kultur(en): D = Deutschland; A = USA _________________________________________________________________________________ untypisch völlig zutreffend

44 Beispiele kulturgeprägter Perspektiven die unsere Handlungen beeinflussen: Individualismus vs. Kollektivismus Selbständigkeit vs. Vertrauen auf Gruppe Formell vs. informell Vergangenheitsorientiert vs. zukunftsorientiert? Indirekter vs. direkter Kommunikationsstil? Theoretisch vs. prakisch-orientiert? “task”-orientiert vs. personenorientiert?” “low-power” Distanz vs. “high power” Distanz

45 Lernziel #3 Lernziel IV: Deutschlernende entwickeln und demonstrieren ein Bewusstsein dafür, dass jede Sprache und Kultur kulturabhängige Symbole, Bilder, Ikone und kulturspezifische Konnotationen und Assoziazionen (Metaphern), zu manchen Wörtern, Sprichwörtern, idiomatischen Wendungen und Gesten hat.

46 Beispiele? kulturgeprägte Symbole? Deutschland?USA?Mexiko? Ikone? kulturspezifische Konnotationen und Assoziazionen (Metaphern), Sprichwörter, idiomatische Wendungen? Gesten?

47 Lernaktivität: Transkulturelle Symbole Mit Hilfe von Zeitschriften und Internet entwickeln Lernende Bildlisten von transkulturellen Symbolen mit Erklärungen. z.B. der deutsche Michel, die Mauer, Brandenburger Tor, Neuschwanstein, Mercedes Stern, Blumensymbolik, Hakenkreuz Mikey Maus, Freiheitsstatue, Uncle Sam, MacDonald Don Quijote, Moctezuma, Maispflanze, Chacmul, Pyramide del Sol Eiffelturm, Mona Lisa Kreuz, Davidstern, Mondsichel, Buddha

48 Lernaktivität: Globale kulturelle Ikone Mit Hilfe von Medien, Familienmitglieder, Nachrichten, Textbücher usw., Lernende machen Listen von kulturellen Ikonen und erklären deren Rolle in Kultur, Geschichte, Politik, Sport, usw. Klassen mit social media Kontakten in deutschsprachigen Ländern sammeln Listen oder Fotos von “kulturellen Ikonen” in der eigenen Kultur (oder international) und tauschen diese mit ihren “pen pals” aus. z.B. Karl Marx, Martin Luther, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Jr., Sigmund Freud, Beethoven, Abraham Lincoln, Louis Armstrong, Botero, Picasso, Hidalgo, Juarez, Frida Kahlo, Elvis Presley, Kleopatra, Bin Laden,

49 Beispiele: Kulturspezifische Konnotationen und Assoziazionen (Metaphern), Sprichwörter, idiomatische Wendungen? Gemütlichkeit, Kaffeefahrt, Weltschmerz, Autobahn, Blitzkrieg Sprache kann als politisches Mittel dienen. So z.B. gibt es viele Beispiele der DDR Sprache: Anti-faschistischer Schutzwall. Niethose (Siehe: Weitgehend ausgestorben: DDR Sprache; DW Audio 5.23) Assoziazionen: 1968, 1914, 1945, 1989 Konnotationen: Positiv oder negativ? Fuchs, Kuh, Kamel, Esel, Ochs, Maus, Schlange, Totenkopf, “Made in Germany” Methaphern: Deutschenschwemme, Warmduscher, Beckenrandschwimmer, politischer Erdrutsch Sprichwörter: Zeit ist Geld. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Ordnung muss sein. Morgenstund hat Gold im Mund.

50 Lernziel #4 Deutschlernende entwickeln und demonstrieren ein Bewusstsein für mögliche Anlässe und Gründe (linguistische und nichtlinguistische), die zu interkulturellen Missverständnissen zwischen Mitgliedern verschiedener kulturellen Gruppen führen können.

51 Beispiele Sie sprechen den Mann Ihrer Chefin mit “du” an. Sie fragen Ihre Professorin oder Ihren Professor nach ihrer/seiner Religion? Ihrem/seinem Alter? Ihrem/seinem Einkommen? Ihrer/seiner sexuellen Preferenz? “Ich liebe dich.” “Ich komme mit meinem Freund.” vs. “Ich komme mit einem Freund.” Sie bringen den Hund Ihres Gastgebers mit ins (amerikanische) Restaurant. Zeitbegriffe? Tabu Themen unter Freunden? In der Familie? Im Lift?

52 Lernziel #5 Deutschlernende entwickeln und demonstrieren ein Bewusstsein dafür, dass geografisch/wirtschaftliche, historisch/politische, sozial/religiöse Faktoren, sowohl als auch transkulturelle Faktoren (d.h., der Einfluss anderer Kulturen auf die Zielkultur) einen Einfluss auf Produkte, Handlungsweisen (einschließlich des Sprachgebrauchs und Kommunikationsstils) und Einstellungen einer kulturellen Gruppe haben.

53 bilden Grundlage kultureller Phaenomenne Geographie & Geschiche determinieren moegliche Weltanschauung Werte Einstellungen Ueberzeugungen Kulturgepraegte Produkte & Praktiken Einfuss auf Perspektive von Geographie und/oder Geschichte einer kulturellen Gruppe

54 Einfluss geografisch/wirtschaflicher Faktoren auf (Sprach)“Kultur” Geografie = Lage, Grenzen, Klima, Bevölkerung, Rohstoffe/Agrarprodukte, Industrie, Import/Export, GNP USA?Deutschsprachige Länder?

55 Einfluss historisch/politischer Faktoren auf “Kultur” Wichtige Ereignisse, Personen, Schauplätze der Vergangenheit, die zur kulturellen Identität beigetragen haben USA?Deutschsprachige Länder? z.B. Kulturelle Identität

56 Einfluss sozial/religiöser Faktoren auf Kultur USA?Deutschsprachige Länder? z.B. Familiengröße Lebenserwartung Mobilität Soziale Versorgung Bildungssystem Fest- und Feiertage

57 Einfluss transkultureller Faktoren auf “Kultur” In Sprache: z.B. Kindergarten, Sauerkraut, Weltschmerz, Tannenbaum, Angst, Blitzkrieg, Bratwurst, etc. mañana, machismo, siesta, guerrilla, basta, adios, mucho, fiesta, taco, torero, amigo, ay caramba, mi casa es su casa, etc. Political correctness, bowling, internet, T-shirt, hit parade, marketing, lap top, software, internet, modem, fitness, marketing, recycling, ketchup, sandwich, pullover, feedback, texting, download, hardware, check (checkear, checken), cinema, test, etc. Transkultureller Einfluss auf Jugendsprache? Auf Verhaltensweisen? auf Kleidung? Auf Nahrung? Auf Unterhaltung? Pop-Kultur? (Musik? Tanz? Sport? Usw.)

58 Zusammenfassung Hauptprinzipien der Kulturpädagogik – Kritisches Denken durch Vergleiche der Heim- & Zielkultur(en)– einschl. Sprache(n) -- mit Beweiserbringung (Beobachtungen/Datensammlung) und Reflektion --aktive Mitarbeit der Lernenden (individuell und als Gruppe)

59 Kulturvergleiche: Beispiele von Materialien NationalhymneTouristenbroschüren KinderliteraturLiteratur (Märchen, Geschichten, Gediche) SpeisekartenFilme, TV Serien FahrpläneNachrichten WerbetexteWohnkultur (z.B. mit Katalogen) KatalogeStadtbilder (Häuser/Monumente) Ratschläge (advice columns)Statistisches Bundesamt GesetzeKnigge “Wie man sich benimmt” Stadtpläne, Landkartenusw. TelefonbücherWas ist wie bei uns? PosterWas ist ähnlich? Straßenkunst (Graffiti)Was ist anders? Erklärbare Gründe? Themen und Melodien der Pop-Musik

60 Beispiele: Lernaktivitäten im interkulturellen FU – Interaktion/Kollaboration/Diskussion Beobachtungen (Internetsuche, Filme, Interviews, Dokumente, Medien usw.), Reflektion (Hypothesen erstellen – warum?) Vergleiche machen (intra- & interkultuelle z.B. mit Statistiken) Hypothesen erstellen – Beweise suchen -- Hypothesen revidieren Meinungsumfragen, Interviews Listen erstellen (z. B., Internationalismen, Sprichwörter, Symbole, historische Personen) Datensammlung: z.B. Internetsuche, Statistiken, Interviews, Meinungsumfragen, Exploration mit literarischen, journalitischen, und Werbetexten, Poster, politischen Karikaturen, Listen von Sprichwörtern, Metaphern, Internationalismen, usw. Berichte, Diskussionen, Ausstellungen, Portfolios Simulationen/Rollenspiele/critical incidents; discourse completion tasks Social media Austausche

61 Fragen? Kommentar? Vielen Dank!

62 Literatur Althen, G. (2003). American Ways: A Guide for Foreigners in the United States, sec. ed. Byram, M. (1997). Teaching and assessing intercultural communicative competence. Clevedon, GB: Multilingual Matters. Byram, M. & Zarate, G., eds. (1997). The sociocultural and intercultural dimension of language learning and teaching. Strasbourg: Council of Europe Publishing. DeCapua, A. & Wintergerst, A. C. (2004). Crossing cultures in the language classroom. Ann Arbor: University of Michigan Press. Culture Matters The Peace Corps Cross-Cultural Handbook (not-dated). Information Collection and Exchange #T0087; ISBN Goode, T., Sockalingam,S., Brown, M. & Jones, W. (28 October 2003). A planner's guide... infusing principles content and themes related to cultural and linguistic competence into meetings and conferences. Washington, DC: Georgetown University Center for Child and Human Development, National Center for Cultural Competence. (www.georgetown.edu/research/gucdc/nccc/ncccplannersguide.html)www.georgetown.edu/research/gucdc/nccc/ncccplannersguide.html Hall, E. T. (1959). The silent language. New York: Fawcett World Library. Kramsch, C. (1993). Context and culture in language teaching. Oxford: Oxford University Press. Heusinkveld, P. R., ed. (1997). Pathways to Culture. Yarmouth, ME: Intercultural Press. Lado, R. (1971). How to compare two cultures. In Linguistics across cultures. Ann Arbor: University of Michigan Press. Reprinted in Heusinkveld, 1997, 39 – 56. Liu, Yang. East meets West: An infographic portrait by Maria Popova, “German punctuality, Western ego and how to stand in line like a Chinese” Paige, R. M., Jorstad, H. L., Siaya, L., Klein, F., & Colby, J. (2003). Culture learning in language education: A review of the literature. In D. L. Lange & R. M. Paige (Eds.), 2003, 173 – 236. Schulz, R. A. (2013). “Vorschläge zu Lernzielen und zur Evaluierung interkulturellen Lernens im Kontext DAF.” Verbum et Lingua, 1, 1. Revista academica del Departamento de Lenguas Modernas, Universidad Autonoma de Guadalajara. URL: Schulz, R. A. (2008). Interkulturelle Kompetenz: Auf der Suche nach messbaren Zielen und Bewertungsformen“ Eds. Renate A. Schulz and Erwin Tschirner. Communicating across Borders: Developing Intercultural Competence in German as a Foreign Language. Munich: Iudicium, 2008, pp Schulz, R. A. (2007). The challenge of assessing cultural understanding in the context of foreign language instruction. Foreign Language Annals 40, 1, S. 9 – 26. Schulz, R. A. (2013). The 5 th skill in language learning: Socio-cultural appropriateness in communication. ” EXPO LELI Universidad Autonoma del Estado de Hidalgo, Instituto de Ciencias Sociales y Humanidades. May 8, 2013, Pachuca, HGO. Standards for foreign language learning in the 21 st century (1999). Lawrence, KS: Allen Press.


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