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Sozialepidemiologie Die soziale Epidemiologie befaßt sich mit der Entstehung, der Auslösung und dem Verlauf von Krankheiten in Abhängigkeit von sozialen.

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Präsentation zum Thema: "Sozialepidemiologie Die soziale Epidemiologie befaßt sich mit der Entstehung, der Auslösung und dem Verlauf von Krankheiten in Abhängigkeit von sozialen."—  Präsentation transkript:

1 Sozialepidemiologie Die soziale Epidemiologie befaßt sich mit der Entstehung, der Auslösung und dem Verlauf von Krankheiten in Abhängigkeit von sozialen Variablen (Pflanz 1967)...the branch of Epidemiology that studies the social distribution and social determinants of health (Berkam/Kawachi 2000)

2 2 Sozialepidemiologie Die Sozialepidemiologie befaßt sich als wissenschaftliche Disziplin mit den Auswirkungen horizontaler und vertikaler sozialer Ungleichheiten (Waller 2001) Wissenschaftliche Analyse zur Beschreibung, Erklärung und Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit mit den Methoden der Epidemiologie (Mielck/Bloomfield 2001)

3 Themen der Sozialepidemiologie (Auswahl Waller 1997) Soziale Schichtung Arbeit Arbeitslosigkeit Migration Geschlechtsrollen Familienrollen

4 4 Arbeit: Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbs- und Berufsunfähigkeit nach Diagnosen 1999 Männer Frauen Rang 1: Krankheiten des Skeletts,Rang 1: psychische Krankheiten der Muskeln und des Bindegewebes (26,7%)(30,5%) Rang 2: Herz-Kreislaufkrankheiten (früher Rang 1) psychische Krankheiten Neubildungen EU/BU-Anteil (Frühverrentungen wegen Erwerbsunfähigkeit (EU) und/oder Berufsunfähigkeit (BU) als Indikator für verschleißende Arbeitsbedingungen?) bei Arbeitern höher als bei Angestellten bei Männern höher als bei Frauen Durchschnittliches Zugangsalter bei Rentenbeginn wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in allen Rentenversicherungszweigen bei Frauen stärker fallend als bei Männern seit Jahren um ca. zwei Jahre niedriger, am ausgeprägtesten in der Angestelltenversicherung

5 Arbeit: Berufskrankheiten Liste der Berufskrankheiten in der Fassung der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) vom 31.Oktober 1997 § 9 Abs. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII): "Berufskrankheiten sind Krankheiten, die die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates als Berufskrankheiten bezeichnet und die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach den §§ 2, 3 oder §6 begründenden Tätigkeit erleiden. Die Bundesregierung wird ermächtigt, in der Rechtsverordnung solche Krankheiten als Berufskrankheiten zu bezeichnen, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind; sie kann dabei bestimmen, daß die Krankheiten nur dann Berufskrankheiten sind, wenn sie durch Tätigkeiten in bestimmten Gefährdungsbereichen verursacht worden sind oder wenn sie zur Unterlassung aller Tätigkeiten geführt haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können."

6 6 Arbeit Berufskrankheiten: Aufnahme in Berufskrankheitenverordnung, Anerkennungsverfahren, Entschädigungspflicht 1999: den Unfallversicherungsträgern angezeigte Fälle: als Berufskrankheit anerkannte Fälle: Neue Renten: Entschädigung nur bei mindestens 20% Grad der Erwerbsminderung (MdE) im Zeitverlauf deutliche Strukturveränderungen früher Silikose (Quarzstaublunge) Rang 1 (1950: 3/4 der gemeldeten Fälle) Lärmschwerhörigkeit Hauterkrankungen (Anerkennungsquote jedoch geringer als bei Lärm-schwerhörigkeit Anzeigen zu zum neu in die BKV aufgenommenen bandscheiben-bedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule (Bk-Ziffern 2108 bis 2110) sind anteilsmäßig mittlerweile etwas rückläufig (1993: ca. 25%, 1999: 18,5%). (Neuaufnahme gewisse Flexibilisierung des Monokausalitätsprinzips, traditionelle Restriktivität im Feststellungsverfahren blieb jedoch bestehen

7 Arbeit Berufskrankheiten Naturwissenschaftlich- technische Einzelfaktoren; monokausales Ätiologiekonzept; quantitative Meßbarkeit; Nachweiskriterien entsprechend versicherungsrechtlicher Haftung; traditionelle professionelle Handlungsorientierungen der Akteure und Institutionen im klassischen Arbeitsschutz Arbeitsbedingte Erkrankungen Gesamtheit durch die Arbeit (mit)bedingter bzw. im Verlauf beeinflußter gesundheitlicher Beeinträchtigungen und (chronischer) Krankheiten; multikausales Ätiologiekonzept; neue professionelle Handlungsorientierungen der Akteure und Institutionen Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren Gesamtheit arbeitsbedingter (nicht akzeptierter) Risiken multikausales Ätiologiekonzept; neue professionelle Handlungsorientierungen der Akteure und Institutionen

8 Arbeit und Gesundheit: Belastungsstrukturwandel Selected Classes of Working Conditions and Strong Subjective Stress (in %) ________________________________________________________________________ Type of working conditionsTotalFrequency of Strong Subjective Stress Frequency ________________________________________________________________________ Physical Stress, Stress due to environmental conditions Physically heavy work379 Unpleasant or one-sided physical stress, posture4613 Noise4413 Heat, Cold, Moisture4511 Working hours, rhythm of work Over time, long working days6216 Fast rhythm of work, time pressure6624 Psycho-social Stress/Autonomy Strong mental concentration6818 High responsibility for people4915

9 Arbeit und Gesundheit Gesundheitsrisiken Gesundheitspotentiale Physische Psychische Soziale Belastungen Soziale Ressourcen Prävention Gesundheitsförderung

10 Gesundheitliche Ungleichheit nach Mielck/Bloomfield (2001) Zusammenhang zweier Themen: Soziale Ungleichheit, d.h.Unterschiede nach Bildung, Status, Einkommen und Vermögen (vertikale Ungleichheit) und Unterschiede nach Geschlecht, Familienstand, Nationalität etc. (horizontale Ungleichheit) Gesundheit, d.h. Mortalität, Morbidität wie auch gesundheitsfördernde bzw. - gefährdende Faktoren

11 health inequalities - health inequities health inequalities: alle sozialen Unterschiede im Gesundheitszustand health inequities: als ungerecht empfundene soziale Unterschiede im Gesundheitszustand Soziale und gesundheitliche Ungleichheit: Legitimationsproblem

12 Soziale Indikatoren = soziale Variablen? Die klassischen Indikatoren der Sozialepidemiologie sind quantitative Indikatoren für soziale Lagen und nutzen häufig vorgefundene statistische Merkmale: Bildung Beruflicher Status Einkommen Zusammenfassende Indices für Soziale Schicht Legitimationsproblem

13 13 Befunde der Sozialepidemiologie Vielfältige Befunde aus dem Aus- und Inland zeigen: Der Gesundheitszustand ist - auch in entwickelten Gesellschaften, z.T. zunehmend, sozial ungleich verteilt; Morbidität und Mortalität sind bei Personen mit geringerem sozioökonomischen Status in der Regel größer als bei Personen mit höherem sozioökonomischen Status Absolute - relative Deprivation Legitimationsproblem

14 14 Deprivation lat.: Beraubung, psychol. Bezeichnung für einen psych. Zustand der Entbehrung dadurch, daß das Individuum seine... Bedürfnisse nicht oder nicht ausreichend befriedigen kann In Sozialpsych. umschreibt der Begriff das Phänomen, daß sich Menschen im gesamten Statuswettbewerb gegenüber anderen benachteiligt, geschädigt fühlen. Maßstab für solche Deprivationsgefühle von Bezugsgruppen abgeleitet

15 Erklärungen der Befunde der Sozialepidemiologie Klassisches Interpretations- und Diskussionsschema ist der Black Report (1980): Mortalität nimmt mit abnehmendem sozioökonomischen Status zumeist zu

16 16 Black Report (1980) Wichtigste Datenquelle: die seit 1921 ca. alle 10 Jahre publizierten Berichte zur Mortalität nach Berufsklassen (social class). Todesbescheinigungen enthalten Beruf des Verstorbenen. ca. alle 10 Jahre Bevölkerungsbefragungen (vgl. Mikrozensus in Deutschland): Gesamt- zahl der Beschäftigten pro Berufsklasse ermittelt, so daß Mortalitätsraten pro Berufsklasse berechnet werden können.

17 6 social class in Großritannien I ("Professionals", z.B. Ärzte und Rechtsanwälte), II ("Intermediate", z.B. Lehrer und Krankenschwestern), III n ("Skilled non-manual", z.B. Sekretärinnen und Verkäufer), III m ("Skilled manual", z.B. Busfahrer und Schlachter), IV ("Partly skilled", z.B. Schaffner und Postboten), V ("Unskilled", z.B. Putzfrauen und ungelernte Arbeiter).

18 4 Interpretationen zum Black Report Erklärung durch Artefakte (artefact explanation) Erklärung durch soziale Selektion (social selection explanation) Erklärung durch Kultur und Verhalten (cultural/behavioural explanation) Erklärung durch materielle Bedingungen (materialist/structuralist explanation)

19 Erklärung durch Artefakte (artefact explanation) Hypothese: in Wahrheit bestehen gar keine (größeren) Unterschiede im Gesundheits- zustand. Mögliche Verzerrung: Zähler (Anzahl der Todesfälle nach Berufsgruppe) und Nenner (Anzahl Personen in der Berufsgruppe) stammen aus verschiedenen Datenquellen Aber: Verzerrung klein bzw. eher sogar Unterschätzung

20 20 Erklärung durch soziale Selektion Hypothese gesundheitsbedingter sozialer Mobi- lität: Kranke steigen sozial ab (Drift-Hypothese) Mielck (2000): soz. Aufstieg für Gesunde eher möglich, soz. Abstieg für Kranke eher wahrscheinlich; empirisch aber wohl kleiner Effekt Blane et al. (1993): wenig Anhaltspunkte für direkten Effekt auf Schichtgradienten.Logisch unterschiedliche Idee indirekter Selektion durch Akkumulation von Vor- und Nachteilen im Lebenslauf hingegen nützlich

21 21 Erklärung durch Kultur und Verhalten Hypothese: statusspezifische Unterschiede im Gesundheitszustand durch Unterschiede im Gesundheitsverhalten Mielck (2000): In der Tat gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen in unteren Statusgruppen zumeist weiter verbreitet Empirisch: auch bei statistischer Kontrolle des Gesundheitsverhaltens/Risikofaktoren weiter große gesundheitliche Ungleichheiten beobachtbar

22 Erklärung durch materielle Bedingungen Hypothese: Ursachen in statusspezifischen Lebensbedingungen zu suchen, vor allem Arbeits- und Wohnbedingungen Haupterklärung in Diskussion um Black Report und Nachfolgestudien in Großbritannien Ansätze in deutscher Literatur zumindest bis ca. 1990: überwiegend der Erklärung durch materielle Bedingungen zuzuordnen; hervorgehoben: Stellung im Arbeitsprozeß und hieraus resultierende Belastungen

23 Diskussionen im Anschluß an Black Report, u.a.: Ansatz materielle Lebensbedingungen zu unpräzise Besser wäre, Armut, Arbeitsbedingungen, Ausbildung zu unterscheiden und als eigenständige Erklärungsansätze zu behandeln Potentieller Erklärungsansatz Verfügbarkeit über gesundheitsfördernde Ressourcen vernachlässigt (materielle und immaterielle Ressourcen wie verfügbares Einkommen, soziale Unterstützung, Optimismus u.a.)


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