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Prof. Dr. Werner Baur Hintergründe Entstehungsprozess

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Präsentation zum Thema: "Prof. Dr. Werner Baur Hintergründe Entstehungsprozess"—  Präsentation transkript:

1 Prof. Dr. Werner Baur Hintergründe Entstehungsprozess Fachtag E Freiburg Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe Grundhaltungen Begrüßung der TN, Dank für Einladung an Fr. Neidhardt und H. Friedemann Zum Programm des Vortrags PPT Zum Stichwort „Hintergründe“ zunächst einige Fakten zum System schulischer Erziehungshilfe in Baden-Württemberg, zu den in diesem und durch dieses System betreuten Kindern und Jugendlichen sowie zu der Frage, ob es eines spezifischen Bildungsplans für die Schule für Erziehungshilfe überhaupt bedarf und wenn ja, für welche Schulen und für welche Schülerinnen und Schüler er Gültigkeit haben sollte. PPT Hernach ein kurzer Abriss zur Entstehungsgeschichte der nun vorliegenden Anhörungsfassung des Bildungsplans sowie PPT Einige Ausführungen zu den Grundhaltungen, die den Bildungsplan prägen, vor allem zum Verständnis der Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf im Bereich ihrer emotionalen Entwicklung und ihres sozialen Handelns. PPT Im Anschluss daran möchte ich Ihnen die Inhalte des Plans näher bringen und die Aufgaben und Ziele, die er der Schule für Erziehungshilfe zuschreibt, umreißen. PPT Ähnlich wie bereits der Bildungsplan der Förderschule unterscheidet auch der Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe verschiedene Bildungsbereiche, über die ich Ihnen einen Überblich geben möchte. Nun ist Zeit für Rückfragen aber auch für Diskussionen in kleinen Gruppen zu der Frage, ob und wenn ja, welchen Nutzen die Anwenderinnen und Anwender aus dem vorgelegten Bildungsplan „E“ ziehen könnten, WIE und WOZU Sie gedenken, den Bildungsplan einzusetzen. PPT Sollten Sie dann noch Interesse haben, würde ich gerne noch einige Ausführungen machen zum Begriff der Kompetenz, wie er im Bildungsplan E verwendet wird sowie PPT Zu unserem Verständnis der durch den Plan eingeforderten Verbindlichkeiten, die die Schulen einzuhalten haben. PPT Ferner könnte ich an einem Beispiel aufzeigen, wie der Plan im schulischen Rahmen konkret eingesetzt und erwendet werden kann. PPT Abschließend dann einige Hinweise zur Implementierung des Plans und PPT Gelegenheit, offen gebliebene Fragen zu diskutieren. Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

2 Die Schulen für Erziehungshilfe in Baden-Württemberg
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Am System der schulischen Erziehungshilfe in Baden-Württemberg fällt zunächst auf, dass es insbesondere durch Schulen in freier Trägerschaft getragen wird: 8 öffentlichen stehen 78 Schulen in freier Trägerschaft gegenüber, wenn ich richtig gezählt habe. Bei den freien E-Schulen wiederum handelt es sich zum großen Teil um Schulen am Heim, bzw. um Schulen an differenzierten Jugendhilfeeinrichtungen, wie man heute wohl richtiger Weise sagen müsste. Im Gegensatz etwa zu der Situation vor zwanzig Jahren, als an den Schulen für Erziehungshilfe am Heim in der Regel nur Kinder und Jugendliche unerrichtet wurden, die gleichzeitig teilstationäre oder stationäre erzieherische Hilfen erhielten, nehmen die E-Schulen nun auch sogenannte externe Schüler auf, die keine oder allenfalls ambulante Erziehungshilfen erhalten. Das Bild der Schulen für Erziehungshilfe ist mittlerweile ein äußerst differenziertes: Neben den klassischen Schulen am Heim gibt es Schulen ohne angegliederte stationäre Jugendhilfe, neben Schulen, die Kinder nur mit begleitenden Jugendhilfemaßnahmen aufnehmen, gibt es E-Schulen, deren Schüler nur in Ausnahmefällen erzieherische Hilfen erhalten, neben den Stammschulen haben sich eine Vielzahl unterschiedlich konzipierter Außenstellen entwickelt, die teilweise nur ein sehr spezifisches Klientel aufnehmen, z.B. intensiv förderbedürftige Schüler, schulverweigernde Jugendliche oder Schüler mit autistischen Störungen. PPT Die Schulen für Erziehungshilfe haben sich ferner auf den Weg gemacht, integrative Angebote unter dem Dach allgemeiner Schulen aufzubauen.  Außenklassen (derzeit: 36 Außenklassen mit 226 Schülern) Unterschiedliche Verteilung in den vier Regierungsbezirken Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

3 Schüler mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Seit gut 10 Jahren wurde ferner der Ausbau des Sonderpädagogischen Dienstes forciert. Über ein Drittel der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung wird heute bereits durch entsprechend qualifizierte Lehrkräfte der E-Schulen an allgemeinen Schulen unterstützt mit dem Ziel, eine Umschulung an die Sonderschule zu vermeiden bzw. eine Rückschulung zu begleiten und immer auch mit der Vision, die Tragfähigkeit der allgemeinen Schulen für Schüler mit Verhaltensbesonderheiten und besonderen Förderbedarfen zu erhöhen  Stichwort: Kompetenztransfer. Problematisch erscheint mir, dass trotz steigender Fallzahlen die entsprechenden Lehrerressourcen seit 2001 nicht mehr erhöht wurden. Bezogen auf die freien E-Schulen in Baden-Württemberg ist die Kapazität im Sonderpädagogischen Dienst landesweit auf 50 Stellen gedeckelt. Hier stellt sich die Frage, ob im Zuge einer Ausweitung Inklusiver Angebote nicht umgesteuert werden muss in Richtung einer deutlichen Ausweitung der Ressourcen für sonderpädagogische Unterstützungsleistungen an allgemeinen Schulen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass eine Erhöhung des Anteils an E-Schülern, die integrativ unterstützt werden, zu einer Verdichtung der Unterstützungsbedarfe der an den E-Schulen unterrichteten Kinder führt. Werden wir hier künftig nur noch Intensivklassen haben??? PPT Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

4 Problembelastung von E-Schülern
Hintergründe Angaben in Prozent N = 573 18% Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Kommen wir nun zu der Problembelastung der an den Schule für Erziehungshilfe geförderten Kinder und Jugendlichen. Meine diesbezüglichen Ausführungen stützen sich auf eine in 2007 publizierte Erhebung von Marc Schmid, die sich auf die Datenbasis eines Samples baden-württembergischer Schulen für Erziehungshilfe bezieht. --> auffallend: hohe Zahl der Schulwechsel der betroffenen Schüler, schon bevor sie an die E-Schule aufgenommen werden, d.h. viele Abbrüche, wohl auch viele Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Beziehungsverluste. Das einzige, was für diese Schüler verlässlich ist, ist die Unvorhersehbarkeit und Unzuverlässigkeit der Verhältnisse. PPT Implementierung ? ? ? Marc Schmid 2007 Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

5 Problembelastung von E-Schülern
Hintergründe Problembelastung von Schülern an Schulen für Erziehungshilfe in Baden-Württemberg Über 75% der Schüler erreichen in der TRF klinisch auffällige, 28% klinisch hochauffällige Testergebnisse (>Prozentrang 98). Im SDQ lagen über 84% der Schüler im grenzwertigen Bereich und davon 56% der Schüler im klinisch auffälligen Bereich. Externalisierende Probleme und komorbide Symptome sind vorherrschend. Es zeigt sich auch ein erhebliches aggressiv-dissoziales Verhaltenspotential in den E-Schulen. Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen PPT Über 75% der Schüler erreichen in der TRF klinisch auffällige, 28% klinisch hochauffällige Testergebnisse (>Prozentrang 98). Im SDQ lagen über 84% der Schüler im grenzwertigen Bereich und davon 56% der Schüler im klinisch auffälligen Bereich. Externalisierende Probleme und komorbide Symptome sind vorherrschend. Es zeigt sich auch ein erhebliches aggressiv-dissoziales Verhaltenspotential in den E-Schulen. TRF: Teacher Report-Form: Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen SDQ: Strengths and Difficulties Questionniare ist ein Verhaltens-Screening über Fragebogenerhebungen bezogen auf 3-16 Jährige Komorbidität: ein oder mehrere zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegende, diagnostisch abgrenzbare Krankheits- oder Störungsbilder Implementierung ? ? ? Marc Schmid 2007 Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

6 Problembelastung von E-Schülern
Dissoziales Verhalten im Lehrerurteil 35% bedrohen Lehrer % bedrohen Schüler. 43% haben körperliche Auseinandersetzung. 8% haben schon einmal jemanden ernsthaft verletzt. 12% haben schon einmal einen Lehrer körperlich angegriffen (1% häufiger). 20% zerstörten mutwillig Schuleigentum. 15% „ziehen andere Jugendliche ab“. 4% kamen schon einmal mit einer Waffe in der Schule. 6% zeigen sexuell belästigendes Verhalten. 2% davon häufig. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen PPT 35% bedrohen Lehrer % bedrohen Schüler. 43% haben körperliche Auseinandersetzung. 8% haben schon einmal jemanden ernsthaft verletzt. 12% haben schon einmal einen Lehrer körperlich angegriffen (1% häufiger). 20% zerstörten mutwillig Schuleigentum. 15% „ziehen andere Jugendliche ab“. 4% kamen schon einmal mit einer Waffe in der Schule. 6% zeigen sexuell belästigendes Verhalten. 2% davon häufig. Implementierung ? ? ? Marc Schmid 2007 Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

7 Wozu bedarf es eines eigenen Bildungsplans der E-Schule?
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele bei … Persönlichkeitsentwicklung Handlungsfähigkeit Teilhabe an Gemeinschaften Rahmenplan (z.B. BP SfE 1996) Aufgaben und Ziele Aussagen zu den SchülerInnen Grundsätze der Unterrichtsgestaltung Ausgestaltung des pädagogischen Settings an der E-Schule Bildungsbereiche Zunächst stellt sich die Frage, ob die Schule für Erziehungshilfe überhaupt eines eigenen Bildungsplans bedarf. Über ein Drittel der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung besucht in Baden-Württemberg eine allgemeine Schule und wird hier sonderpädagogisch gefördert. Für diese Schüler gelten die Bildungspläne der Schulart, die sie besuchen: Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien. Aber auch für die Schüler, die an den Schulen für Erziehungshilfe unterrichtet werden, orientiert sich der Unterricht nach den Referenzplänen der allgemeinen Schule, hier der Grundschule, der Hauptschule bzw. Werkrealschule, der Förder- und der Realschule. Auch die Abschlüsse, die an den E-Schulen erzielt werden können, entsprechen jenen der allgemeinen Schulen. Wozu also ein eigener Bildungsplan. PPT Und wenn schon: Würde dann nicht ein Rahmenplan genügen, der etwa dem derzeit gültigen Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe aus dem Jahr 1996 ähnelt und (PPT) die Aufgaben und Ziele sonderpädagogischer Förderung bei Kindern mit Förderbedarf im Bereich des emotionalen Erlebens und sozialen Handelns beschreibt, (PPT) Aussagen zu den SchülerInnen macht, (PPT) Grundsätze der Unterrichtsgestaltung umreißt und den E-Schulen eventuell Vorschläge macht zur (PPT) Ausgestaltung des pädagogischen Settings, ansonsten aber keine spezifischen Lernziele bzw. von den Schülern anzueignende Kompetenzen beschreibt, da diese ja bereits in den Referenzplänen der allgemeinen Schulen nachzulesen sind? (PPT) Zurecht hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport den Auftrag erteilt, einen eigenständigen Bildungsplan für die Schule für Erziehungshilfe zu erstellen. Zur Begründung: Die an und von den Schulen für Erziehungshilfe geförderten Schüler weisen einen besonderen, einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung auf – oder anders gewendet: (PPT) Ohne gezielte Unterstützung ist davon auszugehen, dass die betreffenden Kinder und Jugendlichen bestimmte Kompetenzen nicht in hinreichendem Maße aneignen können, Kompetenzen, die zur Bewältigung des Alltags, zur Teilhabe an der Gesellschaft und zur Ausformung der eigenen Persönlichkeit notwendig sind. Die Bildungsplankommission hat sich mithin entschlossen, einen Bildungsplan für die Schule für Erziehungshilfe zu entwerfen, welcher die spezifischen Förderbedarfe der Schüler aufgreift und (PPT) jene Kompetenzen beschreibt, durch deren Aneignung die Schüler ihre Handlungsfähigkeit weiter entwickeln und ein höheres Maß an gesellschaftlicher Teilhabe erreichen können. Den E-Schulen wird der Auftrag erteilt, ihre Rahmenbedingungen und ihre pädagogischen Angebote so zu gestalten, dass die Schüler im Prozess der Aneignung dieser Kompetenzen bestmöglich unterstützt werden. Zunächst bezieht sich der Bildungsplan auf die Schulen für Erziehungshilfe und auf die durch diese Schulen unterstützten Schüler – auf die Schüler an den Stammschulen ebenso wie auf die Schüler, die im Rahmen von Außenklassen oder anderen integrativen Settings an allgemeinen Schulen unterrichtet werden. Durchaus bedenkenswert erscheint mir darüber hinaus die im Landesschulbeirat erhobene Forderung, den E-Bildungsplan auch an alle anderen Schularten zu verteilen und ihn – insbesondere hinsichtlich der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensbesonderheiten und besonderen Förderbedarfen im emotionalen und sozialen Bereich – neben den Fachplänen zur verbindlichen Arbeitsgrundlage zu machen. Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten besuchen alle Schularten, vom Gymnasium bis zur Schule für Geistigbehinderte, von der Grundschule bis zur beruflichen Schule. Das Phänomen Verhaltensauffälligkeit liegt also quer zu allen Altersstufen und Begabungspotentialen. Weshalb also nicht den Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe als „Querschnitt-Bildungsplan“ einführen. Ein anderer Titel, etwa „Bildungsplan für den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung“ käme diesem Anliegen allerdings eher nach. Keine Aussagen macht der Bildungsplan zu den von den Schülern in den Fächern bzw. Fächerverbünden anzueignenden Kompetenzen. Hier wird in der Tat auf die Referenzpläne aus der Förderschule, der Grund-, Haupt- und Werkreal- sowie der Realschule verwiesen. Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Besonderer sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf Nutzen Unterstützung bei der Ausbildung spezifischer Kompetenzen Beschreibung dieser Kompetenzen Beschreibung verbindlicher Rahmenbedingungen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

8 Arbeit der Bildungsplankommission im Zeitverlauf
2007/08 Erstellung eines Eckpunktepapiers: Vorschläge zur künftigen Struktur des Bildungsplans auf der Basis der Strukturen des BP Förderschule und der Bildungsplangeneration 2004 Berücksichtigung der Bezugspunkte ICF, Index für Inklusion, Resilienzforschung 2008/09 Ausarbeitung des besonderen Erziehungs- und Bildungsauftrags der E-Schule Ausarbeitung der Bildungsbereiche 2009/10 Einarbeiten von Rückmeldungen aus den E-Schulen und von anderen kritischen Partnern Erstellung eines Implementierungskonzepts Einarbeitung von Rückmeldungen aus der Anhörungsphase (Anhörungsfassung als Download) Erarbeitung von Umsetzungsbeispielen für die Praxis Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten 2007/08 Erstellung eines Eckpunktepapiers: Eine Arbeitsgruppe erarbeitete damals Vorschläge zur künftigen Struktur des Bildungsplans auf der Basis der Strukturen des BP Förderschule und der Bildungsplangeneration 2004 Berücksichtigung fanden schon damals die ICF (also die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit), der Index für Inklusion sowie Erkenntnisse aus der Resilienzforschung 2008/09 Die Bildungsplankommission erarbeitete den besonderen Erziehungs- und Bildungsauftrag der E-Schule sowie die inhaltliche Ausgestaltung der Bildungsbereiche 2009/10 Im laufenden Schuljahr wurden die Rückmeldungen aus den E-Schulen und von anderen kritischen Partnern in den Plan eingearbeitet, Ein Implementierungskonzept wurde erstellt, demnächst müssen die Rückmeldungen aus der Anhörungsphase eingearbeitet werden und – wenn noch Zeit ist, sollen Umsetzungsbeispielen für die Praxis dokumentiert und den Schulen zur Verfügung gestellt werden Anhörungsfassung des neuen BP unter ICF - Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

9 Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Bildungsplans der E-Schule
Baur, Werner Sonderschulrektor, Janusz-Korczak-Schule, Kirchheim und Honorarprofessor an der PH Ludwigsburg Bohnacker, Angelika (ab Schj. 08/09) Sonderschullehrerin, Hans-Zulliger-Schule Braun, Wolfgang (ab Schj. 08/09) Sonderschullehrer, Klinikschule Freiburg Comes, Axel Sonderschulkonrektor, Mooswaldschule Freiburg Frey, Hans-Peter Sonderschulrektor, Canisius-Schule Schwäbisch Gmünd Gebhard, Wolfgang Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Stuttgart II Abteilung Sonderschulen Müller, Karl-Heinz (nur Schj. 07/08) Sonderschulrektor, Mooswaldschule Freiburg Reydelet, Lena (nur Schj. 07/08) Sonderschullehrerin, Tiele-Winckler-Schule Öhringen Weber, Andreas (ab Schj. 08/09) Sonderschullehrer, Dietrich-Bonhoeffer-Schule Stuttgart Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Folgende 9 Personen haben zeitweise oder auch durchgängig an der Ausarbeitung des Bildungsplans mitgewirkt: Praktizierende Lehrkräfte Schulleiter Vertreter der Seminare für Lehrerbildung und der Hochschule Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

10 Kommunikation der Inhalte des Bildungsplans der E-Schule
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele mit der Schulverwaltung Tagungen der Landesarbeitsgemein-schaft der Schulleiter der E-Schulen Bildungsbereiche mit Experten aus der Hochschule Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Schriftliche Rückmeldungen aus den Kollegien der E-Schulen mit Vertretern der Kirchen Nutzen Großen Wert legte die Kommission auf die Einbeziehung externer Fachkräfte und den kritisch-konstruktiven Dialog mit diesen: Implementierung mit Vertretern des KVJS ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

11 Verständnis der SchülerInnen
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der E-Schule erstreckt sich auf SchülerInnen, die aufgrund ihrer persönlichen Voraussetzungen und ihrer Lebenssituation sowie der von ihnen ausgebildeten Erlebens- und Verarbeitungsweisen einer besonderen schulischen Förderung bedürfen – unabhängig vom Ort ihrer Förderung. Die Beeinträchtigungen der Kinder und Jugendlichen im emotionalen Erleben und sozialen Handeln werden weder als unveränderliche Eigenschaften der Persönlichkeit noch als situationsunabhängige Tatsachen verstanden, sondern als Ausdruck einer inneren Erlebens- und Erfahrungswelt, die sich aus Interaktionsprozessen im persönlichen, familiären, schulischen und gesellschaftlichen Umfeld herausgebildet hat. Die von diesen Schülerinnen und Schülern entwickelten Ausdrucksformen nehmen Menschen in ihrer Umgebung in der Regel als Verhaltensauffälligkeiten wahr. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Kommen wir nun zur der Frage, welches Verständnis der an und von den E-Schulen unterstützten Kinder und Jugendlichen dem Bildungsplan zugrunde liegt. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der E-Schule erstreckt sich auf SchülerInnen, die aufgrund ihrer persönlichen Voraussetzungen und ihrer Lebenssituation sowie der von ihnen ausgebildeten Erlebens- und Verarbeitungsweisen einer besonderen schulischen Förderung bedürfen – unabhängig vom Ort dieser Förderung. Nach der Meinung der Mitglieder der Bildungsplankommission sollten die Inhalte des Plans mithin auch Beachtung finden hinsichtlich des Unterrichts von Schülern mit Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich an allgemeinen Schulen. PPT Die Beeinträchtigungen der Kinder und Jugendliche im emotionalen Erleben und sozialen Handeln werden weder als unveränderliche Eigenschaften der Persönlichkeit noch als situationsunabhängige Tatsachen verstanden, sondern als Ausdruck einer inneren Erlebens- und Erfahrungswelt, die sich aus Interaktionsprozessen im persönlichen, familiären, schulischen und gesellschaftlichen Umfeld herausgebildet hat. Verhaltensauffälligkeiten treten zwar als Symptome beim Kind auf, sind diesem aber nicht eigen. Sie entstehen quasi im Dazwischen, im Dazwischen zwischen dem Kind, seiner Familie, seiner Peergroup und den schulischen Bedingungen. Die beobachteten Verhaltensweisen, die wir als auffällig identifizieren, sind zu verstehen als subjektiv sinnvolle, wiewohl nicht immer zielführende und angemessene Antwort des Kindes auf seine Erlebnisse und Erfahrungen mit seiner dinglichen und persönlichen Umwelt. Verhaltensauffälligkeiten treten mithin auf in Abhängigkeit von den jeweiligen Situationen und den an diesen beteiligten Personen. Die von den Schülerinnen und Schülern entwickelten Ausdrucksformen nehmen Menschen in ihrer Umgebung in der Regel als Verhaltensauffälligkeiten wahr. Sie werden nicht selten zu Problemen im zwischenmenschlichen Miteinander. Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

12 Inhalte des neuen Bildungsplans der E-Schule
Hintergründe Vorwort der Ministerin Der besondere Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule für Erziehungshilfe Aufgaben und Ziele Bildungsbereiche Individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern und anderen Partnern Netzwerke und Übergänge Beziehungsgestaltung Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Nach dem Vorwort der Ministerin wird im ersten Teil des Bildungsplans der besondere Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule für Erziehungshilfe dargelegt. Aufgaben und Ziele der E-Schulen werden beschrieben – siehe extra Folien (PPT ) Es wird definiert, was unter Bildungsbereichen zu verstehen ist: Sie beschreiben zentrale Aspekte der Lebensgestaltung der Schülerinnen und Schüler, auf die die Schule für Erziehungshilfe ihre Bildungsangebote beziehen muss. Diese Angebote leisten einen Beitrag dazu, in lebensbedeutsamen Situationen Aktivität und Teilhabe sichern zu helfen. PPT Um das besondere Gewicht einer individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung im Rahmen der Gestaltung pädagogischer Prozesse hervor zu heben, wurde diese Frage im Sinne eines Leitthemas aufbereitet. Demnach geht es im Prozess einer individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung darum, Potenziale und Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern umfassend zu erheben, gemeinsam mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten Entwicklungs- und Bildungsziele festzulegen, zu dokumentieren, zu überprüfen und fortzuschreiben. Ziel ist es, Bildungs- und Erziehungsangebote zu gestalten, die es dem Einzelnen ermöglichen, seine Stärken und Begabungen so zu entwickeln, dass er Anforderungen bewältigen und für sich ein höheres Maß an Aktivität und Teilhabe erreichen kann. Dieser Prozess ist als ein dialogisch und interdisziplinär gestaltetes Verfahren zu verstehen, in das neben den Erkenntnissen aus eigenen diagnostischen Verfahren gegebenenfalls pädiatrische beziehungsweise kinder- und jugendpsychiatrische Diagnosen sowie Erkenntnisse anderer sonderpädagogischer Fachrichtungen und der allgemeinen Schulen einbezogen werden. Die vereinbarten Schritte und Ziele werden für alle an der Umsetzung Beteiligten verständlich formuliert und in geeigneter Form dokumentiert. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten werden geklärt und verbindlich festgelegt. PPT Wesentlich für die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule für Erziehungshilfe ist die gemeinsame Verantwortung aller an der Bildung und Erziehung Mitwirkenden, insbesondere die der jungen Menschen und ihrer Eltern. Dies wird im Bildungsplan ausdrücklich betont. Eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft setzt Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung voraus. Um Gefühlen der Ohnmacht und des Scheiterns, Ängsten, Abwehrhaltungen und Schuldzuschreibungen an den jeweils anderen auf Seiten aller Beteiligten entgegen zu wirken, steht im Zentrum der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft das persönliche Gespräch mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen und verfestigte Einstellungen zu korrigieren . Erziehungspartnerschaft bedeutet auch, schulische Hilfen mit den Angeboten der Jugendhilfe sowie mit sozialen und medizinischen Fachdiensten zu verzahnen mit dem Ziel, die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien in allen Lebensbereichen zu unterstützen. PPT Netzwerke und Übergänge Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebot im Bereich des emotionalen Erlebens und des sozialen Handelns und deren Familien haben oftmals wenig Zugang zu allgemeinen Netzwerken. Die Schule muss daher daran mitwirken, dass für ihre Schülerinnen und Schüler ein tragfähiges soziales Netzwerk im Sozialraum entsteht. In dieses können Kirchengemeinden und Vereine, Nachbarschaftsvereinigungen und Stadtteilinitiativen, Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie anderer kommunaler Einrichtungen, aber auch einzelne engagierte Menschen eingebunden sein. Die Netzwerkbildung wird begünstigt durch die Öffnung der Schule für Partner von außen. Die Schule sucht nach Erfahrungsräumen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler in ihrem sozialen Handeln erproben können. Die Lebensgeschichte und Bildungsbiographie der Schülerinnen und Schüler ist oft gekennzeichnet durch Veränderungen und Wechsel im schulischen und im außerschulischen Bereich. Geplante, aber auch nicht geplante oder gewollte Wechsel und Übergänge sind für die Schülerinnen und Schüler Chance und Risiko zugleich. Erfolgreich bewältigte Übergänge stärken das Vertrauen in die Gestaltbarkeit der Zukunft. Daher bereitet die Schule für Erziehungshilfe Übergänge sorgfältig vor. Dies gilt bereits im Rahmen der Frühförderung bei der Vorbereitung der Einschulung. Es gilt aber auch für den Prozess der Umschulung von der allgemeinen in die E-Schule sowie anlässlich möglicher Rückschulungen. Auch den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt gilt es vorzubereiten und zu gestalten. PPT Auch das Thema Beziehungsgestaltung ist ein für die Schule für Erziehungshilfe grundlegendes und zieht sich durch ihre gesamte Arbeit: Aufgabe der Schule für Erziehungshilfe ist es, den Schülerinnen und Schülern neue, durch Wertschätzung, Klarheit und Verlässlichkeit gekennzeichnete Beziehungs- und Interaktionsmuster erfahrbar zu machen. Dies ist nicht immer einfach, aktualisieren die Schülerinnen und Schüler doch ihre im Laufe ihrer Lebensgeschichte entwickelten Muster der Beziehungsgestaltung auch in schulischen Situationen, in ihrem Umgang mit Gleichaltrigen sowie mit Lehrkräften. Unreflektiert kann dies heftige negative emotionale Reaktionen bei allen Beteiligten von Ablehnung und Zurückweisung bis hin zu Selbst- und Fremdgefährdungen auslösen. Im Zentrum der Arbeit mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen muss mithin stets die Reflexion der Beziehungen zwischen Erzieher und Zögling stehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Lehrerinnen und Lehrer sich mit ihrer eigenen Biografie auseinandersetzen und sich ihrer Emotionen, Gedanken und Phantasien im Hinblick auf das Verhalten der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers bewusst werden. Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

13 Die Bildungsbereiche – Differenzierung einer ganzheitlichen Gestalt
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Wenn man sich daran macht, einen Bildungsplan zu schreiben, so stellt sich zunächst die Frage, welche Ziele mit Hilfe des Bildungsplans erreicht werden sollen. Abstakt formuliert: Der Bildungsplan sollte für die Schulen für Erziehungshilfe und die hier tätigen Lehrkräfte ein Instrument sein, das ihnen dazu nutzt, ihren Auftrag möglichst gut zu erfüllen; ihren Auftrag, durch zweckdienliche Vorkehrungen und angemessene Vorgehensweisen die Entwicklung der ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, damit diese ihre Handlungsfähigkeit im Alltag erweitern und sich eine umfassende gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten erschließen können. Es geht also um eine ganzheitliche Unterstützung der Schülerinnen und Schüler. Wie aber läst sich eine solch ganzheitliche Unterstützung schriftlich darstellen? Dies ist nur möglich, wenn die Ganzheit zergliedert und sukzessive Teil für Teil beschrieben wird. Es geht mithin darum, das nur im Ganzen lebensfähige Schwein zu zerteilen und verwertbare Portionen daraus zu machen. Wie nun aber das Schwein zerlegen? Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Traditionell gliedern Bildungspläne in Fächer und Fächerverbünde. PPT Der 2008 in Kraft getretene Bildungsplan der Förderschule ging neue Wege: In einem ersten Teil wurden zentrale Aspekte der Lebensgestaltung zu so genannten Bildungsbereichen zusammengefasst und darin sowohl die den Schülerinnen und Schülern zu vermittelnden Kompetenzen beschrieben als auch die von den Schulen einzuhaltenden Verbindlichkeiten. PPT In einem zweiten Teil beschreibt der Bildungsplan der Förderschule die Fächer und Fächerverbünde. Diese Grundstruktur wurde im neuen Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe übernommen. Da sich die Schule für Erziehungshilfe im Bereich der Fächer und Fächerverbünde allerdings an den Vorgaben der Bildungspläne der allgemeinen Schulen und der Förderschule orientiert, wurden diese im E-Plan nicht ausgewiesen. Wissend, dass komplexe Strukturen und Zusammenhänge (wie z.B. Schweine) immer auf verschiedene Weise in Eintelteile differenziert werden können, stellt sich die Frage, wie die komplexe Aufgabe der ganzheitlichen Förderung der Schülerinnen und Schüler im Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe zergliedert wurde. Insgesamt hat die Bildungsplankommission 6 verschiedene Bildungsbereiche beschrieben: PPT Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

14 Die Bildungsbereiche – zentrale Aspekte der Lebensgestaltung
Hintergründe Alltagsbewältigung Befriedigung grundlegender Bedürfnisse erfahren – sich selbst versorgen Kontextangemessenes Verhalten Handlungsfähigkeit im Alltag Interessen, Perspektiven und Genussfähigkeit entwickeln Einbindung in soziale Netzwerke Mobilität Identität und Selbststeuerung Wahrnehmung der eigenen Person Selbstkonzept Selbstgesteuertes Verhalten Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Umgang mit anderen Werte vermitteln - Grundhaltungen entwickeln Beziehungen gestalten Regeln einhalten Freundschaften und Partnerschaften pflegen Anforderungen und Lernen Grundlagen für das Lernen weiterentwickeln Handlungen planen, Lernen steuern und Leistungen einschätzen Kompetenzbegriff PPT Bildungsbereich: Identität und Selbststeuerung Wahrnehmung der eigenen Person Selbstkonzept Selbstgesteuertes Verhalten PPT Bildungsbereich: Alltagsbewältigung Befriedigung grundlegender Bedürfnisse – sich selbst versorgen Kontextangemessenes Verhalten Handlungsfähigkeit im Alltag Interessen, Perspektiven und Genussfähigkeit entwickeln Einbindung in soziale Netzwerke Mobilität PPT Bildungsbereich: Umgang mit anderen Werte vermitteln – Grundhaltungen entwickeln Beziehungen gestalten Regeln einhalten Freundschaften und Partnerschaften pflegen PPT Bildungsbereich: Leben in der Gesellschaft Werthaltungen Demokratie lernen und leben Medienkompetenz PPT Bildungsbereich: Arbeit Grundhaltungen in Anforderungssituationen Erfahrungen in Arbeitsprozessen und mit Ausbildungsanforderungen Arbeits-, Berufs- und Lebensperspektiven PPT Bildungsbereich: Anforderung und Lernen Grundlagen für das Lernen weiterentwickeln Handlungen planen, Lernen steuern und Leistungen einschätzen PPT Verbindlichkeiten Nutzen Arbeit Grundhaltungen in Anforderungssituationen Erfahrungen in Ausbildungs- und Arbeitsprozessen Arbeits-, Berufs- und Lebensperspektiven Leben in der Gesellschaft Werthaltungen Demokratie lernen und leben Medienkompetenz Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

15 Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten
Hintergründe KONTEXTANGEMESSENES VERHALTEN In der Schule für Erziehungshilfe lernen die Schülerinnen und Schüler, die in unterschiedlichen Kontexten an sie gestellten Rollenerwartungen wahrzunehmen und hinsichtlich ihrer Angemessenheit kritisch zu prüfen. Das schließt die Vermittlung von Verhaltensnormen ein, die Voraussetzung dafür sind, sich Leistungen von Institutionen erschließen zu können, zu denen die Schule regelmäßige Arbeitsbeziehungen unterhält. Wenn die persönlichen Rechte und Bedürfnisse wenig oder nicht geachtet werden, unterstützt die Schule die jungen Menschen darin, sich vor unangemessenen und herabwürdigenden Verhaltensforderungen zu schützen und sich dagegen abzugrenzen. Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Am Thema Alltagsbewältigung möchte ich Ihnen nun exemplarisch zeigen, wie die Bildungsbereiche im Bildungsplan konzipiert sind. Zentrale Schwierigkeit der Schülerinnen und Schüler der Schule für Erziehungshilfe (und der Grund, weshalb sie oft auffallen) ist, dass sie sich nicht immer dem Kontext angemessen verhalten können, sei es, dass sie ihr Verhalten überschießender Emotionen wegen in bestimmten Situationen nicht kontrollieren können oder aber sei es, dass sie nicht über das in einem bestimmten Kontext angebrachte Verhaltensrepertoire verfügen. Unter der Überschrift „Kontextangemessenes Verhalten“ nennt der Bildungsplan zunächst einige Leitgedanken, die Sie hier selbst lesen können: PPT Lesepause Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

16 Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten
Verbindlichkeiten & Fragestellungen Kompetenzen und Anhaltspunkte Die Schule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern Einblicke in unter-schiedliche soziale Kontexte. Auf welche Weise verschaffen sich die Lehrkräfte einen Überblick über die in Behörden, Betrieben oder Vereinen vorherrschenden Verhaltensstandards und wie gelingt es, dass die Schülerinnen und Schüler Einblicke in verschiedene Einrichtungen erhalten? Bei welchen Gelegenheiten können die Schülerinnen und Schüler ihre Verhaltensweisen in verschiedenen außer-schulischen Kontexten erproben? Wie werden die in den unterschiedlichen Kontexten vorherrschenden Rollenerwartungen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert? Wie erhalten die Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen über die Wirkungen ihres Verhaltens in unter-schiedlichen sozialen Kontexten? Die Schülerinnen und Schüler können ihre Verhaltensweisen mit den im jeweiligen sozialen Kontext vorherrschenden Normen abstimmen. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die an sie gestellten Verhaltenserwartungen. begründen plausibel, weshalb an sie herangetragene Verhaltensanforderungen nicht angemessen sind. verhalten sich gemäß den im jeweiligen Kontext geltenden Rollenerwartungen. kleiden sich im Praktikum den betrieblichen Anforderungen entsprechend. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Hernach werden in korrespondierender Spaltendarstellung auf der rechten Seite Kompetenzen genannt, die sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht der Schule für Erziehungshilfe aneignen sollen. Hier stehen also die Erwartungen an die Ergebnisse des Unterrichts. Die genannten Anhaltspunkte sollen beispielhaft zeigen, wie sich die Kompetenzen erkennen lassen, woran sich also zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler bestimmte Fertigkeiten, Fähigkeiten, Haltungen oder Wissensbestände angeeignet haben oder – wenn sie so wollen – ob der Unterricht wirksam war. Dass die Schülerinnen und Schüler etwa ihre Verhaltensweisen in Einklang bringen können mit den in einem bestimmten sozialen Kontext vorherrschenden Normen zeigt sich zum Beispiel daran, Dass sie die an sie gestellten Verhaltenserwartungen beschreiben können oder Dass sie begründen können, weshalb an sie herangetragene Erwartungen nicht angemessen sind und sie ihnen daher eventuell nicht nachkommen, Die Kompetenz tritt aber auch zum Vorschein, wenn sich Schüler gemäß bestimmter Rollenerwartungen verhalten, sich im Praktikum z.B. den betrieblichen Anforderungen entsprechend kleiden. PPT In der linken Spalte werden Verbindlichkeiten beschrieben, quasi als Voraussetzungen, die die Schule schaffen muss, um Kindern und Jugendlichen den Erwerb der erwarteten Kompetenzen zu ermöglichen. Die aufgelisteten Fragestellungen geben Impulse zur praktischen Umsetzung der Verbindlichkeiten. So muss die Schule den Schülern selbstverständlich Einblicke in unterschiedliche soziale Kontexte ermöglichen und mit ihnen die jeweils vorherrschenden Rollenerwartungen besprechen. Die weiteren Fragen sollen der Schule Anhaltspunkte und Prüfkriterien an die Hand geben, durch die entsprechende schulinterne Standards untersucht und weiter differenziert werden können. PPT Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

17 Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten
Verbindlichkeiten & Fragestellungen Kompetenzen und Anhaltspunkte Die Schülerinnen und Schüler können sich in unterschiedlichen Kontexten ihrem Alter entsprechend verhalten. Die Schülerinnen und Schüler begegnen Erwachsenen mit Respekt. nehmen Rücksicht auf Jüngere. halten sich an vorgegebene Altersbeschränkungen. Die Schülerinnen und Schüler benehmen sich im öffentlichen Bereich in sozial akzeptierter Weise. zeigen angemessene Umgangsformen in Jugendhäusern, Parks, Kaufhäusern, Behörden. halten sich an die Ordnungen öffentlicher Institutionen. wissen um Verhaltensnormen, die Voraussetzung für den Zugang zu Leistungen bestimmter Institutionen sind und handeln entsprechend. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Der Vollständigkeit halber möchte ich Ihnen die weiteren Kompetenzen und Verbindlichkeiten zeigen, die der Bildungsplan unter der Überschrift „kontextangemessenes Verhalten“ subsumiert. Sie sehen, es tritt auch mal der Fall ein, dass bestimmte Kompetenzen nicht mit bestimmten Verbindlichkeiten in der linken Spalte korrespondieren. Lesezeit Meist jedoch wurde das Prinzip der Schaukel eingehalten PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

18 Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten
Verbindlichkeiten & Fragestellungen Kompetenzen und Anhaltspunkte Die Schule unterstützt Schülerinnen und Schüler darin, sich vor unangemessenen Verhaltenserwartungen zu schützen. Wie erlangen Lehrerinnen und Lehrer Kenntnis von unangemessenen Verhaltenserwartungen Dritter an die Schülerinnen und Schüler? Wie werden Absprachen zwischen Lehrkräften und anderen Erziehungspartnern zum Schutz der Schülerinnen und Schüler getroffen? Wie wird die Umsetzung der vereinbarten Schutzmechanismen kontrolliert und wer übernimmt in dieser Verantwortungsgemeinschaft die Fallsteuerung? Die Schülerinnen und Schüler können sich vor unangemessenen Verhaltenserwartungen schützen. Die Schülerinnen und Schüler benennen unangemessene Verhaltenserwartungen. bestimmen, welchen Verhaltenserwartungen sie nachkommen und welchen nicht. suchen sich gegebenenfalls Hilfe bei der Abwehr unangemessener Erwartungen. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesezeit Wie exemplarisch am Unterabschnitt „kontextangemessenes Verhalten“ gezeigt, sind auch die übrigen Bildungsbereiche aufgebaut. PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

19 Austausch untereinander
Hintergründe Benötigen Sie überhaupt einen neuen Bildungsplan für die E-Schule? Wenn ja: Warum und wozu? Welchen konkreten Nutzen versprechen Sie sich vom neuen Bildungsplan? Wie und wozu werden Lehrkräfte den neune Bildungsplan einsetzen? Wie und wozu werden Schulleitungen den neuen Bildungsplan einsetzen? …? Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nun haben Sie mir lange zugehört. Sind denn Fragen entstanden oder Gibt es Anmerkungen, die Sie an dieser Stelle los werden möchten? Falls ja, wäre jetzt Gelegenheit. Diskussion im Plenum Nun bitte ich Sie zu einem kleinen Palaver. PPT Tauschen Sie sich doch bitte mit Ihren Nachbarn in kleiner Runde aus zu folgenden Fragen: Sammlung der Antworten Evtl. können sie von Frau Neidhardt oder Wolfgang Braun auf Moderationskarten geschrieben und angepinnt werden. Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

20 Der Kompetenzbegriff im neuen Bildungsplan
Hintergründe Kompetenzen geben klare, verbindliche Orientierungen für die anzustrebenden Ziele, auf die hin sich eine individuelle Förderung konzentrieren muss. Kompetenzen werden verstanden als erlernbare, kognitiv verankerte Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Bewältigung bestimmter Anforderungssituationen ermöglichen. Der Begriff umfasst auch Interessen, Motivationen, Werthaltungen sowie soziale Bereitschaft. Wer sich gegenüber selbst oder fremd gesetzten Anforderungen gewachsen, handlungsfähig und erfolgreich erlebt, fühlt sich kompetent und damit in der Lage, das eigene Leben zu entwerfen und zu gestalten. Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Wenn Sie nun noch Interesse haben, würde ich gerne noch einige Ausführungen machen zum Begriff der Kompetenz, wie wir ihn verwendet haben: In Anlehnung an den Kompetenzbegriff von Weinert (vgl. ebd.) werden Kompetenzen im Bildungsplan der E-Schule als erlernbare, kognitiv verankerte Fähigkeiten und Fertigkeiten verstanden, die eine erfolgreiche Bewältigung bestimmter Anforderungssituationen ermöglichen. Der Begriff umfasst auch Interessen, Motivationen, Werthaltungen sowie soziale Bereitschaft. Kompetenzen sind demnach kognitive Dispositionen für erfolgreiche und verantwortliche Denkoperationen oder Handlungen. Eine Kompetenz ist eine komplexe Fähigkeit, die sich aus richtigem Wahrnehmen, Urteilen und Handeln können zusammensetzt und darum notwendig das Verstehen der wichtigsten Sachverhalte voraussetzt. Wer sich gegenüber selbst oder fremd gesetzten Anforderungen gewachsen, handlungsfähig und erfolgreich erlebt, fühlt sich kompetent und damit in der Lage, das eigene Leben zu entwerfen und zu gestalten. Basis bilden die Fähigkeiten, sich in der Welt zu orientieren, sich die Welt zu erschließen und erfolgreich zu handeln. (http://www.institut-beatenberg.ch/2004/Materialien/Begriffe/Begriffe/begriffe_9.html) Für die Schulen und die hier tätigen Lehrkräfte geben die genannten Kompetenzen klare, verbindliche Orientierungen für die anzustrebenden Ziele, auf die hin sich auch eine individuelle Förderung konzentrieren muss. Eine Kompetenz ist – wie bereits erwähnt - eine komplexe Fähigkeit, die sich aus richtigem Wahrnehmen, Urteilen und Handeln können zusammensetzt. Sie stellt eine Disposition dar, die den Einzelnen potentiell in die Lage versetzt, Anforderungen zu bewältigen. Eine Disposition, die sich durch zunehmende Erfahrung, steigendes Wissen und ausgebildete Routinen ständig weiterentwickelt. Kein PPT Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

21 Kompetenzbeschreibungen – Orientierungspunkte für die Arbeit
Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Die im Bildungsplan genannten Kompetenzen sind als Ergebnis lebenslangen Lernens zu verstehen, das im Rahmen der Schule angestoßen und bis zu einem, von individuellen Voraussetzungen abhängigen Grad weiterentwickelt werden kann. PPT Die genannten Kompetenzen sind mithin nicht als ein bestimmter Standard zu verstehen, der bis zu einem gesetzten Zeitpunkt zu erreichen wäre, nicht als Messlatte, über die alle Schüler einer bestimmten Jahrgangsstufe zu springen hätten. Vielmehr stellen die beschriebenen Kompetenzen Orientierungspunkte am Horizont dar, auf die hin sich das schulische Handeln ausrichten sollte Sie geben die Richtung und den Zielpunkt vor, nicht aber ein Maß, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt eine bestimmte Kompetenz bei den Schülern vorhanden sein sollte. Dieses Maß ist stets abhängig von individuellen Voraussetzungen und situativen Gegebenheiten und kann mithin nicht in einem Bildungsplan festgeschrieben werden. Es ist Aufgabe der Erziehungs- und Bildungspartner, dieses Maß und geeignete Etappen auf einem längeren Weg im Rahmen der individuellen Förderplanung auszuhandeln und festzulegen. PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

22 Verbindlichkeiten und Fragestellungen
Fokus: Schule Verbindlichkeiten und Fragestellungen Verbindlichkeiten beschreiben Verpflichtungen, die die Schule gegenüber den ihr anvertrauten Schülerinnen und Schülern wahrzunehmen hat. Dies sind pädagogische und didaktische Voraussetzungen sowie Struktur- und Prozessqualitäten. Fragestellungen sollen die Evaluation des Ist-Standes zugänglich machen und im Kollegium die Erörterung von Veränderungsmöglichkeiten anregen. Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Verbindlichkeiten beschreiben Verpflichtungen, die die Schule gegenüber den ihr anvertrauten Schülerinnen und Schülern wahrzunehmen hat. Dies sind pädagogische und didaktische Voraussetzungen sowie Struktur- und Prozessqualitäten. Wie diese Verbindlichkeiten an der einzelnen Schule konkret umgesetzt werden, wird natürlich höchst unterschiedlich sein und ist im Rahmen der Entwicklung der Einzelschule und ihres Profils herauszuarbeiten. PPT Fragestellungen sollen die Evaluation des Ist-Standes zugänglich machen und im Kollegium die Erörterung von Veränderungsmöglichkeiten anregen. Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

23 Einsatzmöglichkeiten des neuen Bildungsplans der SfE
Hintergründe Entstehungsprozess Der Bildungsplan ist ein Instrument zur Erstellung und Fortschreibung von Förderplänen. Der Bildungsplan kann als Instrument der Schulentwicklung eingesetzt werden. Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Der Bildungsplan beschreibt differenziert nach 6 verschiedenen Bildungsbereichen Kompetenzen, die sich junge Menschen aneignen sollten, um ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln, ihre Handlungsfähigkeit im Alltag sowie ihre gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten zu verbessern. Der Bildungsplan ist mithin ein Instrument zur Erstellung und Fortschreibung von Förderplänen. Er macht die am Erziehungsprozess Beteiligten aufmerksam auf die bedeutsamen Kompetenzen und gibt Hinweise, woran erkennbar ist, ob und in welchem Maße sich die Schüler die jeweiligen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen angeeignet haben. PPT Indem er verbindlich festlegt, durch welche Vorkehrungen, Strukturen und Prozesse die Schule dazu beitragen soll, die Schüler bei der Aneignung der beschriebenen Kompetenzen zu unterstützen, dient der Bildungsplan als Instrument zur Schulentwicklung. Im Zuge der Ausarbeitung und Festlegung schulbezogener Standards können die im Bildungsplan formulierten Verbindlichkeiten Orientierung geben, die angebotenen Fragestellungen können quasi als Prüfkriterien an die bisherige sowie an die geplante künftige Praxis der Schule angelegt werden. Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

24 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf den einzelnen Schüler
Die Schülerinnen und Schüler können ihre Verhaltensweisen mit den im jeweiligen sozialen Kontext vorherrschenden Normen abstimmen. Die Schülerinnen und Schüler • beschreiben die an sie gestellten Verhaltenserwartungen. • begründen plausibel, weshalb an sie herangetragene Verhaltensanforderungen nicht angemessen sind. • verhalten sich gemäß den im jeweiligen Kontext geltende Rollenerwartungen. • kleiden sich im Praktikum den betrieblichen Anforderungen entsprechend. Bildungsbereich Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten Hintergründe Entstehungsprozess Zoran gelingt es nicht immer, sich dem Kontext angemessen zu verhalten. Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Zunächst zum Bildungsplan als Instrument einer individuellen Förderplanung. Der Fokus unserer Betrachtung liegt dabei auf der Entwicklung des einzelnen Schülers in seinem Eingebundensein in vielfältige systemische Zusammenhänge. Ich habe mir hier mal Zoran ausgesucht und mich dabei sehr vereinfachend auf das gestürzt, was seinen Mitmenschen am ehesten auffällt, seine Schwierigkeit, sich dem jeweiligen Kontext angemessen zu verhalten. Sie alle kennen das Verfahren und den Prozess einer im Rahmen der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung ablaufenden individuellen Förderplanung: In einer Spirale werden wiederholt Prozesse der Diagnostik, der kooperativen Förderplanung, der arbeitsteiligen Bereitstellung eines individuellen Bildungsangebots und dessen Evaluation durchlaufen. PPT Bei der Förderplanung geht es darum, in einem ständigen Klärungsprozess zwischen Erziehungsberichtigten, Lehrkräften, weiteren Beteiligten und - soweit möglich - mit dem Schüler selbst die vorhandenen Interessen und erkennbaren Fähigkeiten des Schülers ebenso auszuloten wie die vorhandenen Ressourcen von Schule, Familie und Umfeld. Es gilt, die bisherigen Lernfortschritte festzustellen sowie das aktuelle Verhalten des Schülers in seiner situativen Verwobenheit zu beleuchten. Auf dieser Grundlage werden die anzubahnenden Kompetenzen konkret und einvernehmlich vereinbart und überprüfbare Ziele festgelegt. Die Zuständigkeit für die vereinbarten Maßnahmen und Angebote werden geregelt. Der gesamte Prozess wird in einer für alle Beteiligten verständlichen Weise dokumentiert (z.B. in einem Förderplan-Formular wie dem abgebildeten). Inwiefern kann nun der Bildungsplan als Instrument in diesem Prozess genutzt werden? Bei der Durchsicht des Bildungsplans stoße ich auf Kompetenzen und Anhaltspunkte, die einen gewissen Bezug haben zu dem eventuell im Förderplan festgelegten Ziel, Zorans Fertigkeiten im Hinblick auf ein situationsadäquates Verhalten zu stärken. Die gefundenen Kompetenzen und Anhaltspunkte können zu einer Ausdifferenzierung der im Förderplan festgelegten Zielvereinbarung genutzt werden, eventuell ergeben sich auch Ideen zu inhaltlichen Angeboten. Sehen Sie selbst Lesepause Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

25 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf den einzelnen Schüler
Bildungsbereich Identität und Selbststeuerung - Selbstkonzept Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Die Schülerinnen und Schüler können Selbstbild und Fremdbild reflektieren. Die Schülerinnen und Schüler benennen, was Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Mitschülerinnen und Mitschüler in konkreten Situationen von ihnen erwarten, und setzen ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen dazu in Beziehung. übernehmen im Rollenspiel verschiedene Rollen und drücken aus: So bin ich – so möchte ich sein – so möchte ich nicht sein. reflektieren Fremdeinschätzungen hinsichtlich berufsbezogener Anforderungen. Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung Zoran gelingt es nicht immer, sich dem Kontext angemessen zu verhalten. ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

26 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf den einzelnen Schüler
Bildungsbereich Identität und Selbststeuerung – selbstgesteuertes Verhalten Hintergründe Entstehungsprozess Zoran gelingt es nicht immer, sich dem Kontext angemessen zu verhalten. Grundhaltungen Die Schülerinnen und Schüler nehmen wahr, wie ihr Verhalten von anderen gesehen wird. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben Auswirkungen ihres Verhaltens. diskutieren über mögliche Reaktionen der anderen bezogen auf verschiedene Verhaltensmuster. Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

27 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf den einzelnen Schüler
Bildungsbereich Alltagsbewältigung – Handlungsfähigkeit im Alltag Hintergründe Entstehungsprozess Zoran gelingt es nicht immer, sich dem Kontext angemessen zu verhalten. Grundhaltungen Die Schülerinnen und Schüler halten sich an die sie betreffenden Regeln und Rechtsnormen. Die Schülerinnen und Schüler zeigen eine positive Einstellung zu Normen, die das Zusammenleben in Gemeinschaften regeln. benennen die sie betreffenden Regeln und Rechtsnormen. befolgen die sie betreffenden Regeln und Rechtsnormen. Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

28 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf den einzelnen Schüler
Bildungsbereich Umgang mit anderen – Beziehungen gestalten Hintergründe Die Schülerinnen und Schüler können situations- und adressatenbezogen mit anderen in Beziehung treten. Die Schülerinnen und Schüler begrüßen Erwachsene und Gleichaltrige in angemessener Weise. Entstehungsprozess Zoran gelingt es nicht immer, sich dem Kontext angemessen zu verhalten. Grundhaltungen Inhalte und Ziele Die Schülerinnen und Schüler können in einer der Situation angemessenen Weise mit anderen körperlich Kontakt aufnehmen. Die Schülerinnen und Schüler begrüßen und verabschieden sich mit Handschlag. respektieren die Grenzen körperlicher Nähe und Distanz. weisen grenzüberschreitendes Verhalten zurück. begegnen anderen Menschen mit Respekt. Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

29 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf Schulentwicklung
Hintergründe Die Schule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern Einblicke in unterschiedliche soziale Kontexte. Auf welche Weise verschaffen sich die Lehrkräfte einen Überblick über die in Behörden, Betrieben oder Vereinen vorherrschenden Verhaltensstandards? Bei welchen Gelegenheiten können die Schülerinnen und Schüler ihre Verhaltensweisen in verschiedenen außerschulischen Kontexten erproben? Wie werden die in den unterschiedlichen Kontexten vorherrschenden Rollenerwartungen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert? Wie erhalten die Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen über die Wirkungen ihres Verhaltens in unterschiedlichen sozialen Kontexten? Bildungsbereich Alltagsbewältigung – kontextangemessenes Verhalten Entstehungsprozess Grundhaltungen Durch welche Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen kann die Schule die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, sich dem jeweiligen Kontext entsprechend verhalten zu können? Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Wenden wir nun den Fokus ab vom Schüler und richten ihn auf die einzelne Schule. Ihre Aufgabe ist es, durch bestimmte Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen die Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, sich die beschriebenen Kompetenzen anzueignen. In unserem Beispiel würde sich also die Frage stellen, die es im Zuge eines Schulentwicklungsprozesses zu klären gilt: Durch welche Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen kann die Schule die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, sich dem jeweiligen Kontext entsprechend verhalten zu können? Diese Frage stellt sich der Schule, an der Zoran unterrichtet wird als Ganzes. PPT In kreativ-konstruktiven Prozessen werden sich die Kolleginnen und Kollegen auf die Suche nach möglichen Antworten machen. Welche Verbindlichkeiten gibt der Bildungsplan diesbezüglich vor? An welchen Fragestellungen könnte sich ein Lehrerkollegium bei der Entwicklung schulspezifischer Vorgehensweisen und Standards orientieren? Schauen wir auch hier exemplarisch hinein in den neuen Bildungsplan: Lesepause Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

30 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf Schulentwicklung
Hintergründe Bildungsbereich Identität und Selbststeuerung – selbstgesteuertes Verhalten Entstehungsprozess Grundhaltungen Durch welche Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen kann die Schule die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, sich dem jeweiligen Kontext entsprechend verhalten zu können? Die Schule regt die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit sich selbst und den an sie herangetragenen Erwartungen an und ermutigt sie, sich Anforderungen zu stellen. Wie hilft die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern sich selbst zu regulieren und ihr Verhalten zu steuern? Was tun Lehrkräfte, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Verhaltensmuster erkennen können und, darauf abgestimmt, sich ein Verhaltensrepertoire aneignen können? Welche vorbereiteten Lern- und Erprobungsfelder zur Selbststeuerung macht die Schule zugänglich? Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

31 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf Schulentwicklung
Hintergründe Bildungsbereich Alltagsbewältigung – Handlungsfähigkeit im Alltag Entstehungsprozess Die Schule verfügt über eine klar strukturierte Ordnung. Sie unterstützt die Schülerinnen und Schüler darin, diese ebenso einzuhalten wie Rechtsnormen. Was tragen die Lehrkräfte dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler eine positive Einstellung zu Normen und Regeln entwickeln? Wie wird an der Schule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eine konstruktive Konfliktkultur entwickelt und gepflegt? Welche Regeln gelten in den einzelnen Klassen, welche an der gesamten Schule? In welchem Rahmen können sich die Schülerinnen und Schüler mit Delikten oder Regelverstößen auseinandersetzen? Grundhaltungen Durch welche Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen kann die Schule die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, sich dem jeweiligen Kontext entsprechend verhalten zu können? Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

32 Der Bildungsplan E mit dem Fokus auf Schulentwicklung
Bildungsbereich Umgang mit anderen – Beziehungen gestalten Hintergründe Entstehungsprozess Die Schule schafft ein Klima, in dem die Lehrkräfte ihren Auftrag nachhaltig erfüllen können. Wo und wie erfahren Lehrkräfte Unterstützung in der Bearbeitung von Herabwürdigungen, Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen durch Schülerinnen und Schüler? Welche Hilfen erfahren Lehrkräfte im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die den Unterricht massiv stören beziehungsweise verhindern? Grundhaltungen Durch welche Strukturen, Angebote, Verfahrensweisen und Haltungen kann die Schule die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, sich dem jeweiligen Kontext entsprechend verhalten zu können? Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Der Unterricht fördert die Fähigkeit zur Interaktion mit anderen. Wie werden die Schülerinnen und Schüler gefördert, verständlich und sozial akzeptiert zu kommunizieren? Wie werden kulturelle Unterschiede gewürdigt und im Unterricht berücksichtigt? Nutzen Lesepause PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

33 Implementierung des neuen Bildungsplans
Zentrale Fortbildung in Bad Wildbad für Lehrkräfte aus 40 Schulen für Erziehungshilfe vom 21. bis 23. April 2010 Fachtag E am 20. Mai 2010 in Freiburg Akademietagung in Bad Wildbad: „Diagnostik und ILEB im Kontext des Bildungsplans der Schule für Erziehungshilfe“ vom 11. bis 13. April 2011 Akademietagung in Bad Wildbad: „Praktische Umsetzung des Bildungsplans der Schule für Erziehungshilfe“ vom 6. bis 8. Juli 2011 Regionale Veranstaltungen, z.B. auf der Ebene der Regierungsbezirke Pädagogische Tage an den einzelnen E-Schulen unter Hinzuziehung von Mitgliedern der Bildungsplankommission im Schuljahr 2010/11 Erarbeitung von Handreichungen durch die Mitglieder der Bildungsplankommission ………??????? Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Abschließend noch zur Frage der Implementierung des neuen Bildungsplans. Diese hat mit einer zentralen Veranstaltung im April an der Akademie in Bad Wildbad bereits begonnen. Folgende weitere Aktivitäten sind bereits konkret geplant bzw. angedacht: Einzelne Punkte vortragen Gibt es aus Ihrem Kreis Anregungen und Wünsche für die Implementierungsphase? Was würde Ihnen nützen? PPT Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

34 Offene Fragen # Hintergründe Entstehungsprozess Grundhaltungen
Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen So, sind nun noch Fragen offen geblieben? Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

35 Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit …
Prof. Dr. Werner Baur Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit … Hintergründe Entstehungsprozess … und hoffe, mir bleibt ein solcher Abschied erspart. Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit … Kein PPT!! Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

36 Aufgaben und Ziele Zielsetzung: Erweiterung der Handlungsfähigkeit und der gesellschaftlichen Teilhabe der SchülerInnen durch Hintergründe Entstehungsprozess Durch Erziehung wird planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes erwünschtes Verhalten zu entfalten oder zu stärken mit dem Ziel, es zu einem sozial integrierten, selbstständigen, leistungsfähigen und verantwortungsvollen Menschen zu bilden. Erziehung Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Persönliche Bildung: Suche des Menschen nach Sinn und Möglichkeiten der Selbstentfaltung. Praktische Bildung: Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen, die es Menschen ermöglichen, sich in einer arbeitsteiligen Welt zu Recht zu finden und überleben zu können. Politische Bildung garantiert das Zusammenleben der Menschen in einer Gemeinschaft unter definierten Gelingensbedingungen Bildung (H. v. Hentig) Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Klassischer Weise werden den Schulen durch Lehr- nun durch Bildungspläne zwei zentrale Aufgaben zugewiesen: Erziehung und Bildung Durch Erziehung wird planvoll und zielgerichtet versucht, bei einem Kind unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes erwünschtes Verhalten zu entfalten oder zu stärken mit dem Ziel, es zu einem sozial integrierten, selbstständigen, leistungsfähigen und verantwortungsvollen Menschen zu bilden (vgl. Klaus Hurrelmann, Mut zur demokratischen Erziehung, in: Pädagogik 7 bis 8/94, 13). Erziehung als „Reaktion der Gesellschaft auf die Entwicklungstatsache“ (Bernfeld) zielt darauf, die Heranwachsenden in ihrer Entwicklung vom unreifen Kind zum reifen Erwachsenen zu unterstützen und dadurch zum Fortbestand der menschlichen Gesellschaft beizutragen, dass die Heranwachsenden in die Abläufe und Regularien der jeweiligen Gesellschaftsform eingeführt und eingeübt werden. Die Hauptaufgabe der Erziehung besteht darin, die Jungen zu einem gemeinsamen Leben in der Gesellschaft zu befähigen. Als prinzipiell vernunftbegabtes Wesen ist der Mensch jedoch nicht nur Bewahrer gesellschaftlich tradierter und anerkannter Verfahrenseisen. Als vernunftbegabtes Wesen ist er aufgerufen zu Freiheit und Mündigkeit. Er hat seinen Zweck in sich selbst. Diesem Anspruch hat Bildung gerecht zu werden. Sie geht damit übe Erziehung hinaus. Bildung wird zur Selbst-Bildung der Individualität in der Auseinandersetzung des Menschen mit den Erscheinungsformen seiner Kultur. Bildungsarbeit als gestaltende Einflussnahme kann von daher nicht als Formung nach einem vorgegebenen Bilde gedacht sein, sondern allein als Angebot von außen und Bereitschaft von innen zum Dialog über das Sein des Einzelnen wie der Menschheit in ihrer Geschichte. Hartmut von Hentig unterteilt Bildung in drei Bereiche: Persönliche Bildung als Suche des Menschen nach Sinn und Möglichkeiten der Selbstentfaltung. Praktische Bildung, durch die sich der Mensch das Wissen, die Fertigkeiten und Einstellungen aneignet, die es ihm ermöglichen, sich in einer arbeitsteiligen Welt zu Recht zu finden und überleben zu können. Politische Bildung, die das Zusammenleben der Menschen in einer Gemeinschaft unter definierten Gelingensbedingungen garantiert In Erweiterung und Ergänzung dieser beiden Aufgabengebiete, die den Schulen durch Lehr- und Bildungspläne traditionell zugeschrieben werden, erteilt der Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe den Schulen die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Alltagsbewältigung zur Verfügung zu stellen. Dies bedarf der Begründung: Implementierung Hilfen zur Alltagsbewältigung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

37 Aufgaben und Ziele – Hilfen zur Alltagsbewältigung
Hintergründe Ausgangspunkt: Elementare Bedürfnisse der SchülerInnen nach Versorgung, Verlässlichkeit und Zuwendung sind nicht hinreichend erfüllt Schüler und/oder deren Familien scheitern an alltäglichen Herausforderungen Alltag gelingt nicht in hinreichendem Maße Entstehungsprozess Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Bildung setzt Bewältigung voraus Schule unterstützt die Schülerinnen bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Problemlagen Kompetenzbegriff Alltagsbewältigung – Anmerkungen Aus der Erfahrung heraus, dass es Schülern der Schulen für Erziehungshilfe nicht immer gelingt, einen einigermaßen gelingenden Alltag zu leben, dass sie und ihre Familien häufig an den alltäglichen Herausforderungen scheitern und in der Folge elementare Grundbedürfnisse nach Versorgung, Verlässlichkeit und Zuwendung nicht erfüllt werden, haben wir uns entschieden, der E-Schule neben den klassischen Aufträgen nach Erziehung und Bildung auch den Auftrag der Hilfen zur Alltagsbewältigung zuzuschreiben. Erst indem Schule – durchaus in Kooperation mit anderen Institutionen - Heranwachsenden zu einer einigermaßen gelingenden Bewältigung ihrer je aktuellen Problemlagen verhilft, macht sie sie frei und aufgeschlossen für Bildungsprozesse. Bildung hat – so gesehen - Bewältigung zur Voraussetzung. Der Fokus der Schule ist demnach auch und notwendig auf die Gegenwart, nicht nur auf die Zukunft zu beziehen. Den Heranwachsenden sind jene Kompetenzen zu vermitteln, die sie zur Bewältigung der anstehenden Problemlagen benötigen. Schulische Bildung ist neben anderem auch und unmittelbar auf alltagsrelevante Themen hin auszurichten. Bildung wird in einer weiteren Hinsicht vermittelt über die Unterstützung der Schüler bei ihren Versuchen zur Bewältigung riskanter Lebenslagen: Bildung findet über gelingende Bewältigung statt. Schule hat hier die Aufgabe, genau zu analysieren, auf welch kreativen Wegen die jungen Menschen versuchen, ihre Lage zu meistern, diese Bewältigungsversuche zu unterstützen und gegebenenfalls zu optimieren, gelingende Muster zu kultivieren, d.h. sie als Modell gelingender Bewältigung auch anderen Heranwachsenden in ähnlichen Lebenslagen zu vermitteln und sich einzusetzen dafür, dass randständigen jungen Menschen Zugänge zu gesellschaftlicher Teilhabe nach ganz unterschiedlichen, teilweise von Normalitätsvorstellungen abweichenden Mustern ermöglicht werden. Verbindlichkeiten Nutzen Bildung durch Bewältigung Aus (gelingenden) Bewältigungsprozessen erwachsen bildende Erfahrungen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

38 Aufgaben und Ziele – Hilfen zur Alltagsbewältigung
Zum Verhältnis von Bildung und Bewältigung Hintergründe Entstehungsprozess Während die Fähigkeit zur Lebensbewältigung auf die Bewältigung alltäglicher Anforderungen in den bestehenden Lebensverhältnissen gerichtet ist, will Bildung das Individuum darin fördern, diese Lebensverhältnisse zu verbessern bzw. zu überwinden. Bildung ist demnach geprägt durch emanzipatorische und aufklärerische Elemente, welche den Menschen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, selbstkritischen, mitbestimmungsfähigen, solidarischen, autonomen und damit mündigen Individuum unterstützen will. Grundhaltungen Inhalte und Ziele Bildungsbereiche Alltagsbewältigung – Anmerkungen Während die Fähigkeit zur Lebensbewältigung auf die Bewältigung alltäglicher Anforderungen in den bestehenden Lebensverhältnissen gerichtet ist, will Bildung das Individuum darin fördern, diese Lebensverhältnisse zu verbessern bzw. zu überwinden. Bildung ist demnach geprägt durch emanzipatorische und aufklärerische Elemente, welche den Menschen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, selbstkritischen, mitbestimmungsfähigen, solidarischen, autonomen und damit mündigen Individuum unterstützen will. Kompetenzbegriff Verbindlichkeiten Nutzen Implementierung ? ? ? Prof. Dr. Werner Baur – Fachtag für Erziehungshilfe 2010 in Freiburg – Der neue Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe


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