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Nachhaltige Sanitärversorgung

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Präsentation zum Thema: "Nachhaltige Sanitärversorgung"—  Präsentation transkript:

1 Nachhaltige Sanitärversorgung
Grundlagenseminar: Nachhaltige Sanitärversorgung Wochenendseminar für Engagierte in NROs Thilo Panzerbieter, Johannes Rück, Robert Gensch | Partner von

2 Einleitung ins Thema Ziel: einheitliches Verständnis aufbauen
Futter für zukünftige Anträge (Relevanz)

3 Welche „Verschmutzung“ bekämpft Sanitärversorgung?
Nährstoffe (Gewässer- und Umweltschutz) Krankheitserreger (Gesundheitsschutz)

4 Wie funktioniert unser Abwassersystem?
Wo kommt das Wasser für die Toilettenspülung her? Wo geht das Abwasser hin und was passiert damit?

5 „drop and store“: gängiges low-tech System
Quelle: gtz, ecosan

6 Wofür wurden die Systeme entwickelt?
Konventionelle Systeme (Kläranlagen) Entfernung von N und P aus Abwasser, um das „gereinigte“ Abwasser in die Natur abgeben zu können (Düngemittelvernichtung) System sorgt für Abstand zwischen Mensch und Krankheitserregern. Deren Vernichtung ist nicht primäres Ziel. Grubenlatrine Gesundheitsschutz durch Eindämmung von Keimen Kann Keime aber nicht abtöten. Dieses kann an anderer Stelle zu Verunreinigungen führen (durch Grundwasserinfiltration oder bei Leerung von vollen Gruben)

7 Sanitärversorgung umfasst das Management von
menschlichen Ausscheidungen Grauwasser Tierexkrementen Festmüll Regenwasserabfluss Hygieneverhalten (insb.: Händewaschen) Bild:

8

9 Kann man sich das überhaupt vorstellen / begreifen?
Wie viel sind 2,5 Milliarden Menschen? Wie viele Nullen hat die Zahl 2,5 Milliarden? ( … acht!) Wie viele Jahre sind 2,5 Milliarden Sekunden? (ca. 80 Jahre) Wie weit sind 2,5 Milliarden Meter? (6,5 mal zum Mond und zurück oder 62,5 mal um die Erde) Wie hoch wäre ein Stapel mit 2,5 Mrd. Blatt Papier? (über 300km)

10 Millennium Development Goal (MDG) #7, Teilziel C
Bis 2015 soll der Anteil der Menschheit, der ohne Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung lebt, halbiert werden.  Hierfür müsste man ca. eine halbe Millionen Menschen pro Tag mit Sanitärsystemen versorgen. Das Ziel wird derzeit weit verfehlt.

11 Definition „angemessene Sanitärversorgung“ laut JMP
Joint Monitoring Programme, UNICEF & WHO

12 Definition „angemessene Sanitärversorgung“ laut JMP
JMP: Joint Monitoring Programm von WHO und UNICEF zur Kontrolle des MDG 7  Angemessene SV: Spültoiletten Pour Flush Toiletten (Eimerspülung) Systeme mit Kanalanschluss Systeme mit Faultank VIP mit Abdeckung UDDTs Komposttoiletten Unangemessene SV:  Open defecation (Busch – Toilette) Grubenlatrine ohne Abdeckung Eimer Latrine Überhang Latrine Öffentl. & Gemeinschaftstoiletten

13 Fortschritt in Richtung des MDG 7, Teilziel C
Joint Monitoring Programme, UNICEF & WHO

14 Toilettenrealität für ca. 40% der Weltbevölkerung
Verzweifelte Versuche von Menschen ihre Würde mit einem Sichtschutz zu verteidigen.

15 Toilettenrealität für ca. 40% der Weltbevölkerung
Bestehende Toiletten sind oftmals nur Löcher im Boden. Diese führen zu Insektenplagen, Gestank, Grundwasserverschmutzung und Krankheiten.

16 Kind ohne Toilette im Armenviertel Gege in Ibadan, Nigeria
(Foto: Adebayo Alao, Sept. 2007)

17 Bezug zu Gesundheit

18 Der Krankheitszyklus: das F-Diagramm
Keime Finger Fliegen Fäzes Futter (Essen & Trinken) The main concerns about the safety of excreta are with the faeces, especially – as mentioned above – when they get untreated into the environment, and when contact with them is possible While contamination of FINGERS is induced through direct contact or touching of faeces, and then touching FOOD, this can also be indirect, if FLIES or other animals first have contact with faeces, and then sit on food. Another possible transmission route of faecal contaminants is if faeces are not treated adequately and put onto FIELDS. The term FLUIDS includes drinking water or drinks in general, as well as possible seepage of untreated leachate into groundwater or other waterbodies, where many of the pathogens can breed. FACE here stands for the actual uptake of pathogens by humans – be it because the mouth is touched with fingers, because contaminated food is ingested, or because polluted water is consumed (3). Mund Felder Flüsse und Seen

19 Der Krankheitszyklus: das F-Diagramm
Keime The main concerns about the safety of excreta are with the faeces, especially – as mentioned above – when they get untreated into the environment, and when contact with them is possible While contamination of FINGERS is induced through direct contact or touching of faeces, and then touching FOOD, this can also be indirect, if FLIES or other animals first have contact with faeces, and then sit on food. Another possible transmission route of faecal contaminants is if faeces are not treated adequately and put onto FIELDS. The term FLUIDS includes drinking water or drinks in general, as well as possible seepage of untreated leachate into groundwater or other waterbodies, where many of the pathogens can breed. FACE here stands for the actual uptake of pathogens by humans – be it because the mouth is touched with fingers, because contaminated food is ingested, or because polluted water is consumed (3).

20 Durch Durchfall verursachte Todesfälle – Darstellung als Weltkarte, welche die Häufigkeit der Fälle in 2002 darstellt

21 Globale Verteilung von bodenübertragenen Wurmerkrankungen
Quelle: Bandwurm

22 Wurmerkrankungen Quelle: /www.who.int/entity/wormcontrol/documents/urbani_booklet.pdf Darm eines Dreijährigen. Das Kind überlebte aber der Darm musste ihm entnommen werden. Kein Kind sollte so etwas erleiden müssen. Foto: Allen Jefthas, Source: MRC POLICY BRIEF – No. 2, APRIL 2006: Worms in SA’s children (Medical Research Council, Süd Afrika)

23 Zusammenhang zwischen Mangelernährung und Infektion

24 Todesfälle pro Jahr verursacht durch mangelhafte Sanitärversorgung und Hygiene
Quelle:

25 Verbindung: Sanitärversorgung & Kindersterblichkeit

26 Todesfälle unter 5 Jahren waren vor Kurzem auch in Europa sehr hoch (1900 – 1990)
Quelle: The decline of infant and child mortality: the European Experience (1993)

27 Vielzahl der Präventivmaßnahmen um Kinder zu schützen
Prävention Überleben des Kindes Sanitär Sauberes Wasser Weniger Luftver-schmutzung Überträger-kontrolle Haushalt- und Gemeinschafts-hygiene Immunisierung Stillen Nahrungs-ergänzung Mikronährstoffe Geburten-regelung Diagnose Behandlung (case management) Quelle: Worldbank (2008) Environmental health and child survival Gesundheit Ausgesetztsein Krankheit Tod

28 Bezug zu wirtschaftlicher Entwicklung

29 Krankheitsfälle pro Jahr verursacht durch mangelhafte Sanitärversorgung und Hygiene
Quelle:

30 Einflüsse von Sanitärversorgung und die wirtschaftlichen Folgen – Teil 1 von 2
Verbesserung Primäre Wirkung Wirtschaftliche Wirkung Eintrittsgeld gespart Weniger Verwendung von öffentlichen Latrinen Näherer Latrinenzugang & verbessertes Latrinen-Bevölkerungs Verhältnis Verbesserte Ästhetik Weniger offene Defäkation Anstieg des Schulbesuchs Reduzierte Wartezeiten bei Latrinen Verbesserte Lebensstandards Verbessertes Latrinensystem Hauspreise steigen an Nicht erfassbare Vorteile für Nutzer HRQL Verbesserung 1 Verbesserte Hygienepraktiken Verbesserter Gesundheitszustand , weil weniger Pathogenen augesetzt Arbeitsproduktivität Eingesparte Gesundheispflege Gerettete Leben 1 Health-related quality of life: Gesundheitliche Lebensqualität

31 Einflüsse von Sanitärversorgung und die wirtschaftlichen Folgen – Teil 2 von 2
Verbesserung Primäre Wirkung Wirtschaftliche Wirkung Eingesparte Wasseraufbereitung Verbesserte Qualität von Grund- und Oberflächenwasser Häuslicher Wassergebrauch Verbesserte Isolation, Transport und Aufarbeitung von menschlichen Exkrementen Einkommen durch Hausindustrie Einkommen durch Tourismus Verbesserte Qualität von Land- und Wohnfläche Ausländische Investitionen Wiederverwendung von menschlichen Exkrementen Fischproduktion Mehr Düngemittel verfügbar Landwirtschaftliche Produktion Verbesserte Ästhetik Mehr Treibstoff verfügbar Treibstoffeinsparungen Bildung, Produktion

32 Gewonnene produktive Tage durch Verringerung von Durchfallerkrankungen
Verbesserungen der Wasser- und Sanitärversorgungen: 3,2 Milliarden produktive Tage Verbesserung der Wasserversorgung: 900 Millionen produktive Tage nach Schätzungen der WHO

33 Ökonomische Verluste durch mangelhafte Sanitärversorgung als Teil des Bruttoinlandsprodukt, (hier: 4 asiatische Länder) Gesundheit Wasser Umwelt Wohlfahrtssysteme Tourismus In % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Kambodscha Indonesien Philippinen Vietnam Quelle: /www.wsp.org/UserFiles/file/Sanitation_Impact_Synthesis_2.pdf

34 Bezug zu Umwelt

35 Vermeidbare Umweltschäden

36 Vermeidbare Umweltschäden
90% des weltweiten Abwassers wird unbehandelt abgeleitet (Zerstörung von Ökosystemen) Trinkwasserressourcen werden erschöpft (sinkendes Grundwasser) Energieaufwand für Trinkwasseraufbereitung zur Klospülung Nichtnutzung von Energiewert des Abwassers Energieaufwand für vermeidbare künstliche Düngemittel- produktion Energieaufwand für Bau und Betrieb großer Kanalisation / Klärwerke

37 Bezug zu Gesellschaftlicher Entwicklung

38 Schultoiletten-Realität
Schultoilette für ca. 200 Schüler in Sri Lanka und die Lehrertoilette

39 Gewonnen Schultage durch Verringerung von Durchfallerkrankungen
WHO Sub-Region Region / Land Bevölkerung (Millionen), bis 2015 Gewonnen Schultage durch Verringerung von Durchfallerkrankungen (‘000 Tage), per Eingriff 1 2 3 4 5 Afrika 481 16473 50‘437 73‘313 199‘158 253‘890 Amerika 93 2‘808 8‘042 11‘413 42‘062 55‘392 11 EUR-D 223 21 109 203 3‘817 5‘390 13 Süd Ost Asien 1689 12‘422 67‘813 125‘790 372‘988 482‘135 15 Pazifik 1488 15‘101 50‘204 91‘513 252‘485 323‘174 Weltweit 7183 78‘708 272‘482 443‘219 1‘432‘223 1‘863‘335 Daten basieren auf die Annahme, das bei einer Durchfallerkrankung drei Schultage verloren gehen. Hutton and Haller, WHO 2004

40 Gesellschaftliche Entwicklung – Menschen mit Behinderung … (s
Gesellschaftliche Entwicklung – Menschen mit Behinderung … (s. Präsentation des giz-Sektorvorhabens „Menschen mit Behinderung“)

41 Sanitärversorgung: Relevanz für zahlreiche MDGs
MDG 1 – Armut und Hunger bekämpfen 1 € investiert  8 € Nutzen gesunde Menschen können arbeiten  mehr Einkommen weniger Medizinkosten ggf. eine bessere Ernte (Dünger) MDG 2 – Bildung fördern Gesunde Kinder können zur Schule Mädchen brechen seltener im Menstruationsalter die Schule ab derzeit gehen weltweit Schultage pro Jahr verloren

42 Sanitärversorgung: Relevanz für zahlreiche MDGs
MDG 3 – Gleichberechtigung der Frau fördern Mädchen brechen seltener im Menstruationsalter die Schule ab Frauen (oftmals Pflegeverantwortliche für die Familie) haben mehr Zeit für Bildung und Arbeit MDG 4 – Kindersterblichkeit senken Mehr als 50% der Krankenhausbetten in Sub-Sahara Afrika durch Patienten mit wasserbedingten Krankheiten belegt Sanitärversorgung kann Kinderleben unter 5 Jahren pro Tag retten (5x mehr als an HIV/AIDS sterben, 2x mehr als Malaria) MDG 5 … MDG 6 … MDG 7 … MDG 8

43 Murmelgruppen: Außerordentliche Herausforderung – wenn das Thema so wichtig ist, warum gibt es dann so wenig Fortschritt?

44 Außerordentliche Herausforderung
Ziel: einheitliches Verständnis für die Besonderheiten von Sanitärversorgung erhöhte Fähigkeit Probleme vorherzusehen

45 Außerordentliche Herausforderung: Kommunikationsbedarf
„Toilettentabu“ und „schlechte Image“ der Toilette mangelhafte Spendenbereitschaft unzureichender politischer Wille Probleme schwer nachvollziehbar für reiche Bevölkerung. Geringe Priorität für Nutzer, hohe Einmalinvestition Sanitäre Grundversorgung ist komplexer als Wasserversorgung Notwendigkeit von ist einleuchtender Jeder Mensch trinkt auf ähnliche Weise – Toilette ist Kultur. Wissensmangel: Was ist „Stand der Technik“ / „Fortschritt“?

46 Ende

47 Gewonnene produktive Tage durch Verringerung der Durchfallerkrankungen
WHO Sub-Region Region / Land Bevölkerung (Millionen), bis 2015 Gewonnene produktive Tage durch Verringerung von Durchfallerkrankungen (Millionen Tage), per Eingriff 1 2 3 4 5 AFR-E 481 75 229 333 905 1‘153 AMR-D 93 12 35 49 182 239 11 EUR-D 223 8 148 210 15 WPR-B1 1488 516 1‘714 3‘125 8‘622 11‘036 Weltweit 7183 919 3‘225 5‘600 17‘043 22‘059 Daten basieren auf die Annahme, das bei einer Durchfallerkrankung zwei produktive Tage verloren gehen. Hutton and Haller, WHO 2004


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