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MCW: Block 8 Grundlagen der Psychosomatik WS 2009/10 Univ. Prof. Dr. O. Frischenschlager Zentrum für Public Health / Medizinische Psychologie, MUW.

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1 MCW: Block 8 Grundlagen der Psychosomatik WS 2009/10 Univ. Prof. Dr. O. Frischenschlager Zentrum für Public Health / Medizinische Psychologie, MUW

2 Inhaltsübersicht 1) Fallbeispiel 2) Verortung der Schaltstelle der psychosomatischen Symptombildung 3) Systematik 4) Therapie 5) Forschungsansätze

3 1) Fallbeispiel Medizinstudent, 24 Jahre, chronische Rückenschmerzen chronische Rückenschmerzen

4 Psychosoziale Anamnese 1) Begrüßung, 2) Herstellen positiver Atmosphäre 3) Übersicht über Beschwerden 4) jetziges Leiden 4) jetziges Leiden 5) persönliche Anamnese (Biographie) 5) persönliche Anamnese (Biographie) 6) Familienanamnese 6) Familienanamnese 7) persönliche / psychische Entwicklung 7) persönliche / psychische Entwicklung 8) soziale Situation 8) soziale Situation

5

6 Anamnese 9) Systemübersicht + 9) Systemübersicht + integrierte Diagnose integrierte Diagnose 10) Therapieempfehlungen 10) Therapieempfehlungen

7 Grundlagen

8 1) Fallbeispiel 2) Verortung der Schaltstelle der psychosomatischen Symptombildung 3) Systematik 4) Therapie 5) Forschungsansätze

9 Die Funktion des Psychischen AUSSEN INNEN Verarbeitung Bewertung Sinneswahr- nehmung Sinneswahr- nehmung Reaktion

10 Aufgaben psychischer Funktionen? A) Orientierung A) Orientierung (angeborene) Affekte, (angeborene) Affekte, (gelernte) Gefühle, (gelernte) Gefühle, (nach und nach entwickelte) (nach und nach entwickelte) Kognitionen Kognitionen

11 B) Regulation B) Regulation Autoregulation Autoregulation Heteroregulation (regulierendes Eingreifen in die Umgebungs-bedingungen (z. B. mittels Kommunikation) Heteroregulation (regulierendes Eingreifen in die Umgebungs-bedingungen (z. B. mittels Kommunikation)

12 C) Anpassung C) Anpassung Lernen Lernen Verinnerlichung des Gelernten (=Integration in Organisation des Organismus / der Person) Verinnerlichung des Gelernten (=Integration in Organisation des Organismus / der Person)

13 3 Fragen 1) Wie kommt es zur beobachtbaren Varietät psychophysischer Organisation ? 1) Wie kommt es zur beobachtbaren Varietät psychophysischer Organisation ? 2) Wie entsteht die psycho-physische Organisation einer Person? 2) Wie entsteht die psycho-physische Organisation einer Person? 3) Wie kommt es zu pathologischen Ausformungen? 3) Wie kommt es zu pathologischen Ausformungen?

14 a) Wie kommt es zur beobachtbaren Varietät psychophysischer Organisation ? primär durch primär durch Mangel an Instinktsteuerung des Erlebens und Verhaltens Mangel an Instinktsteuerung des Erlebens und Verhaltens (verglichen mit anderen, auch höheren Lebewesen) sekundär durch sekundär durch Kompensationen dieses Mangels Kompensationen dieses Mangels

15 b) Wie entsteht die psycho-physische Organisation einer Person? Durch Lernen und Internalisierung Durch Lernen und Internalisierung

16 Faktoren der psychophysischen Entwicklung genetische Voraussetzungen genetische Voraussetzungen Reifungsplan Reifungsplan angeborene Affektausstattung angeborene Affektausstattung angeborene Fähigkeiten und Bedürfnisse angeborene Fähigkeiten und Bedürfnisse _________________________________ _________________________________ Lernen Lernen Sozialisation Sozialisation

17 Wie funktioniert Internalisierung?

18 Spannungszustand + Schreien Wahrnehmung durch die Mutter + Interpretation + mehr oder weniger angemessene Reaktion Entspannung Mutter --- Kind hetero-regulatorische Interaktionssequenz

19 Viele solcher Sequenzen führen zu: ERWARTBARKEITEN (aufgrund erster Gedächtnisspuren) Später zu ERWARTUNGEN d.h. zur Internalisierung der Sequenzen Sie sind der Kern der psychischen Struktur inner working model, individuelle Herangehensweise, Persönlichkeit, Charakter

20 Das Kleinkind internalisiert die regelmäßig wiederkehrenden Szenen und Abläufe, internalisiert die regelmäßig wiederkehrenden Szenen und Abläufe, Sie werden Teil der inneren Organisation, Sie werden Teil der inneren Organisation, sind vorerst im episodischen Gedächtnis verankert, sind vorerst im episodischen Gedächtnis verankert, und daher unbewusst und daher unbewusst

21 Viele verinnerlichte Szenen bilden eininneres Arbeitsmodell von der Welt Viele verinnerlichte Szenen bilden eininneres Arbeitsmodell von der Welt es beinhaltet Erwartungen / Befürchtungen es beinhaltet Erwartungen / Befürchtungen es steuert Erleben und Verhalten und somit es steuert Erleben und Verhalten und somit weitere Erfahrungen, weitere Szenen weitere Erfahrungen, weitere Szenen (siehe auch Freud´s Wiederholungszwang) (siehe auch Freud´s Wiederholungszwang)

22 internalisierte Szenen bestehen im Kern aus:

23 Definition von Affekt: Angeborenes Verhaltensprogramm, das durch spezifische Stimuli ausgelöst wird. Angeborenes Verhaltensprogramm, das durch spezifische Stimuli ausgelöst wird.

24 Definition Abfolge von aufeinander bezogenen, synchronisierten Veränderungen in den fünf Subsystemen Abfolge von aufeinander bezogenen, synchronisierten Veränderungen in den fünf Subsystemen Ausdruck (=für Sozialpartner erlebbar), Ausdruck (=für Sozialpartner erlebbar), Körpermuskulatur (=Handlungsvorbereitung), Körpermuskulatur (=Handlungsvorbereitung), Physiologie, Physiologie, Erleben (bewusst / unbewusst, hedonische Tönung), Erleben (bewusst / unbewusst, hedonische Tönung), Sprache, Sprache, die durch die Bewertung eines externen oder internen Reizes als bedeutsam für die zentralen Bedürfnisse des Organismus ausgelöst wird die durch die Bewertung eines externen oder internen Reizes als bedeutsam für die zentralen Bedürfnisse des Organismus ausgelöst wird (Scherer 1990). (Scherer 1990).

25 Beispiel: Ekel Ausdruck, Körpermuskulatur, Physiologie, Erleben, Sprache

26 7 basale Affektqualitäten sind im expressiven Bereich bereits kurz nach der Geburt beobachtbar: sind im expressiven Bereich bereits kurz nach der Geburt beobachtbar: Freude Freude Interesse/Neugier Interesse/Neugier Überraschung Überraschung Ekel Ekel Ärger Ärger Traurigkeit Traurigkeit Furcht Furcht

27 Störungen der Affektentwicklung deformiertes Affekterleben deformiertes Affekterleben des-integriertes Affekterleben des-integriertes Affekterleben nicht entwickeltes Gefühlsdifferenzierung nicht entwickeltes Gefühlsdifferenzierung

28 Wie werden Affekte gelernt? Konditionierungsvorgänge (klassisch, operant) Konditionierungsvorgänge (klassisch, operant) Beobachtungslernen (Imitation, Introjektion, Identifikation) Beobachtungslernen (Imitation, Introjektion, Identifikation) Affektansteckung, Affektinduktion Affektansteckung, Affektinduktion Affektabstimmung Affektabstimmung

29 Untersuchung an 2,5 Monate alten Säuglingen (Malatesta u. Haviland, 1982) 1) Zeigt die Mutter Trauer, führt dies zu: Hemmung des Ärgerausdrucks, Hemmung des Ärgerausdrucks, Anstieg der Saugbewegungen, Anstieg der Saugbewegungen, Vermeidung des Blickkontakts Vermeidung des Blickkontakts 2) Zeigt die Mutter Ärger, führt dies zu: Inhibition von Interesse, Inhibition von Interesse, Anstieg des Ärgerausdrucks, Anstieg des Ärgerausdrucks, Anstieg motorischer Hemmung Anstieg motorischer Hemmung Vermeidung des Blickkontakts Vermeidung des Blickkontakts

30 c) Wie kommt es zu pathologischen Ausformungen?

31 vorsprachliche Beziehung Eine Patientin berichtet von häufig auftretenden aggressiven Impulsen gegen ihr 1-jähriges Kind. Eine Patientin berichtet von häufig auftretenden aggressiven Impulsen gegen ihr 1-jähriges Kind. ihr Verhalten gegenüber dem Kind wechselt abrupt: schroff, teilweise aggressiv - ihr Verhalten gegenüber dem Kind wechselt abrupt: schroff, teilweise aggressiv - dann, um Schuldgefühle wieder gut zu machen, überschüttet sie das Kind mit Zärtlichkeiten. dann, um Schuldgefühle wieder gut zu machen, überschüttet sie das Kind mit Zärtlichkeiten. häufig reißt sie es dabei sogar aus dem Schlaf. häufig reißt sie es dabei sogar aus dem Schlaf.

32 Zu erwartende Folgen für die affektive Entwicklung 1 Mangelnde Integration des Erlebens wegen abrupter Wechsel Mangelnde Integration des Erlebens wegen abrupter Wechsel Auftretende Spannungen können nicht selbst reguliert werden Auftretende Spannungen können nicht selbst reguliert werden Mutter fällt als Regulierungshilfe aus, statt ihres Tröstens wird die Irritation verinnerlicht Mutter fällt als Regulierungshilfe aus, statt ihres Tröstens wird die Irritation verinnerlicht

33 Folgen 2 Kind wird bei der Spannungsbewältigung allein gelassen, daher fragliche Grundsicherheit Kind wird bei der Spannungsbewältigung allein gelassen, daher fragliche Grundsicherheit Die Unterscheidung von eigenem Erleben und dem Erleben des Anderen fällt schwer Die Unterscheidung von eigenem Erleben und dem Erleben des Anderen fällt schwer Physisches Spannungserleben wird mangelhaft in Psychisches (=kommunizierbare Gefühle) differenziert Physisches Spannungserleben wird mangelhaft in Psychisches (=kommunizierbare Gefühle) differenziert Die Störung erfolgt vor dem Spracherwerb Die Störung erfolgt vor dem Spracherwerb

34 Wenn die Entwicklung gelingt, kommt es zu einer Differenzierung, kommt es zu einer Differenzierung, die das Kind zunehmend befähigt, die das Kind zunehmend befähigt, Gefühle an Stelle von Gefühle an Stelle von Affekten zu erleben und zu Affekten zu erleben und zu kommunizieren. kommunizieren.

35 Das gereifte Kind ist z.B. imstande mitzuteilen, dass es wütend ist….. mitzuteilen, dass es wütend ist…..

36 Des-Integration des Affekts besteht, wenn z.B. die besteht, wenn z.B. die Handlungskomponente, Handlungskomponente, oder der Ausdruck gehemmt ist,

37 Zur Erinnerung: die Affektkomponenten Ausdruck Ausdruck Körpermuskulatur (Handlung) Körpermuskulatur (Handlung) Physiologie Physiologie Erleben, Interpretation Erleben, Interpretation Sprache Sprache

38 Es ist dann auch der Zugang zum Es ist dann auch der Zugang zum Erleben und zur Interpretation blockiert. Erleben und zur Interpretation blockiert. In diesem Fall ist die physiologische Komponente des Affekts von den anderen Komponenten abgekoppelt. In diesem Fall ist die physiologische Komponente des Affekts von den anderen Komponenten abgekoppelt.

39 Fallbeispiel

40 1) Fallbeispiel 2) Verortung der Schaltstelle der psychosomatischen Symptombildung 3) Systematik 4) Therapie 5) Forschungsansätze

41 1) Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen (ICD-10: F5) Essstörungen, Essstörungen, stoffgebundene Abhängigkeiten stoffgebundene Abhängigkeiten Adipositas Adipositas Bulimie F50.2 Bulimie F50.2 Anorexie F50.0 Anorexie F50.0 F10-19 F10-19 E66.9 E66.9

42 2) Befindlichkeitsstörungen Z.B. Z.B. Schwitzen ICD-10: L74.9, Schwitzen ICD-10: L74.9, Durchfall ICD-10: K52.9 Durchfall ICD-10: K52.9 Übelkeit ICD-10: R11 (Nausea) Übelkeit ICD-10: R11 (Nausea) Oft Begleiterscheinungen seelischer Störungen, Affektkorrelate, Affektäquivalente) wie Angst, Depression Oft Begleiterscheinungen seelischer Störungen, Affektkorrelate, Affektäquivalente) wie Angst, Depression

43 3) Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) ICD-10: F44.x Z.B.: Z.B.: Lähmung, Tremor, Schwindel, Aphonie, Dysphonie, Taubheit, Globusgefühl, Krampfanfälle, Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen. Lähmung, Tremor, Schwindel, Aphonie, Dysphonie, Taubheit, Globusgefühl, Krampfanfälle, Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen. IMMER symbolischer Ausdruck! IMMER symbolischer Ausdruck! IMMER unbewusst! IMMER unbewusst!

44 4) Somatoforme Störungen (ohne organische Komponenten) …wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederhgolter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind. …wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederhgolter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind.

45 Z.B. Z.B. Herzphobie Herzphobie Funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) Funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) Colon irritabile, funktionelle Diarrhoe, Obstipation Colon irritabile, funktionelle Diarrhoe, Obstipation Hyperventilation Hyperventilation Reizblasensyndrom Reizblasensyndrom Chronische Unterbauchbeschwerden bei Frauen Chronische Unterbauchbeschwerden bei Frauen Somatoforme Rücken- und Kopfschmerzen Somatoforme Rücken- und Kopfschmerzen

46 5) Körperliche Störung mit psychischen Komponenten ICD-10: F54 z.B. Ko-Morbidität bei: Asthma bronchiale (F54 + J45) Magenulcus (F54 + K25) Colitis ulcerosa (F54 + K51) etc.

47 Beispiel: Myocardinfarkt Framingham-Heart-Studie (1948-): Framingham-Heart-Studie (1948-): Wulsin et al (2005): Wulsin et al (2005): N=3634, alter 52a, 55% weiblich, Zeitraum: Erfassung der Depressivität, N=3634, alter 52a, 55% weiblich, Zeitraum: Erfassung der Depressivität, Personen wurden Tertilen zugeordnet Personen wurden Tertilen zugeordnet Ergebnis: Ergebnis: Tertil mit höchster Depression zeigte um 88% mehr Herztote, Tertil mit höchster Depression zeigte um 88% mehr Herztote, das mittlere Tertil um 33% mehr. (P=0.005) das mittlere Tertil um 33% mehr. (P=0.005)

48 Rugulies (2002): Rugulies (2002): Meta-Analyse von 11 kontrollierten Studien: Ergebnis: Meta-Analyse von 11 kontrollierten Studien: Ergebnis: Relatives Risiko (Odds ratio) für KHK Relatives Risiko (Odds ratio) für KHK klinisch Depressive: 2,69 (P<0.001) klinisch Depressive: 2,69 (P<0.001) depressive Stimmung: 1,49 (P=0.02) depressive Stimmung: 1,49 (P=0.02) alle depressiven Personen 1,64 (P<0.001) alle depressiven Personen 1,64 (P<0.001)

49 1) Fallbeispiel 2) Verortung der Schaltstelle der psychosomatischen Symptombildung 3) Systematik 4) Therapie 5) Forschungsansätze

50 Therapie 1 Ausführliche Anamnese 1 Ausführliche Anamnese 2 Tragfähige Beziehung 2 Tragfähige Beziehung 3 Mobilisieren der Affekte (Alexithymie) 3 Mobilisieren der Affekte (Alexithymie) 4 Verbalisieren emotionaler Inhalte 4 Verbalisieren emotionaler Inhalte

51 5 Containment (Sicherheit-Bindung, 5 Containment (Sicherheit-Bindung, Erfahrung des Gehaltenwerdens im unbekannten / ausgeklammerten / desintegrierten Affektzustand, (Schmerz, Wut, Trauer…) Erfahrung des Gehaltenwerdens im unbekannten / ausgeklammerten / desintegrierten Affektzustand, (Schmerz, Wut, Trauer…) 6 Re-Integration (der desintegrierten Affektbereiche, Verleugnung, Scham, Wut) 6 Re-Integration (der desintegrierten Affektbereiche, Verleugnung, Scham, Wut)

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53 1) Fallbeispiel 2) Verortung der Schaltstelle der psychosomatischen Symptombildung 3) Systematik 4) Therapie 5) Forschungsansätze

54 1) Alexithymiekonzept A-lexi-thymie bezeichnet: A-lexi-thymie bezeichnet: Schwierigkeiten im Identifizieren und Beschreiben von Gefühlen Schwierigkeiten im Identifizieren und Beschreiben von Gefühlen Schwierigkeiten, zwischen Gefühlen und den körperlichen Anzeichen emotionaler Aktivierung zu unterscheiden Schwierigkeiten, zwischen Gefühlen und den körperlichen Anzeichen emotionaler Aktivierung zu unterscheiden unzureichend entwickelte Vorstellungskraft Fehlen von Phantasietätigkeit unzureichend entwickelte Vorstellungskraft Fehlen von Phantasietätigkeit nach außen orientierter Denkstil (Versachlichung) nach außen orientierter Denkstil (Versachlichung)

55 Erfassung mittels Erfassung mittels TAS (Toronto Alexithymia Scale) TAS (Toronto Alexithymia Scale) LEAS (Levels of Emotional Awareness Scale) LEAS (Levels of Emotional Awareness Scale) LHI (Life History Interview) LHI (Life History Interview) BIQ (Beth Israle Questionaaire) BIQ (Beth Israle Questionaaire)

56 Kauhanen et al (1996): Alexithymia and risk of death in middle aged men: J Psychosom Research 41 (6) Methode: prospektive Studie, 2297 finnische Männer, Extremgruppenvergleich, follow up: 5 Jahre, Methode: prospektive Studie, 2297 finnische Männer, Extremgruppenvergleich, follow up: 5 Jahre, Kontrolliert wurde möglicher Einfluss von: Kontrolliert wurde möglicher Einfluss von: --Depression, --Depression, --Verhaltensparameter (Rauchen Alkohol, Bewegung) --Verhaltensparameter (Rauchen Alkohol, Bewegung) --Biologische Parameter (Cholesterin, BMI, --Biologische Parameter (Cholesterin, BMI, Bluthochdruck) Bluthochdruck) --Soziale Parameter (Familienstand, soziale --Soziale Parameter (Familienstand, soziale Beziehungen, Bildungsgrad, Einkommen) Beziehungen, Bildungsgrad, Einkommen) Ergebnis: signifikanter Zusammenhang zwischen Alexithymie und Sterblichkeitsrisiko Ergebnis: signifikanter Zusammenhang zwischen Alexithymie und Sterblichkeitsrisiko

57 2) PNI: Psychoneuroimmunologie (paradigmatisch für Interdisziplinarität in der Psychosomatik) 1975: Zufallsbefund (Ader u. Cohen): Konditionierbarkeit der Immunsuppression 1975: Zufallsbefund (Ader u. Cohen): Konditionierbarkeit der Immunsuppression (bei Ratten). 1991: Konditionierbarkeit der NK Aktivität 1991: Konditionierbarkeit der NK Aktivität (am Menschen)

58 Anatomische Grundlagen: Anatomische Grundlagen: Innervierung von Lymphknoten, Knochenmark, lymphatischem Gewebe im Darm, Milz, Thymus, etc. Innervierung von Lymphknoten, Knochenmark, lymphatischem Gewebe im Darm, Milz, Thymus, etc. Zum Teil direkter Kontakt (Synapsen) der Nervenenden zu Lymphozyten und Mastzellen Zum Teil direkter Kontakt (Synapsen) der Nervenenden zu Lymphozyten und Mastzellen

59 Linn et al (1988): 24 männl. Pat., Op. wg. Leistenhernie, (geplant), sonst gesund, mittl. Alter: 59,3 Jahre Präoperative Stressbelastung: a) subjektiv, b) Eiswassertest) prognostiziert postoperative Komplikationen: 1) schlechtere Lymphozytenreaktionen prä und post 2) 3-mal soviel Narkosemittel 3) 5 Tage länger stationär

60 Janice Kiecolt-Glaser et al (1987) Auswirkung chronischer Stressbelastung: Auswirkung chronischer Stressbelastung: 1-t-Punkt-Messung an 34 Angehörigen v. Alzheimer-Pat. 1-t-Punkt-Messung an 34 Angehörigen v. Alzheimer-Pat. Ergebnis: Ergebnis: 1) weniger T-Lymphozyten im peripheren Blut 1) weniger T-Lymphozyten im peripheren Blut 2) Antikörper gg. Epstein-Barr erhöht 2) Antikörper gg. Epstein-Barr erhöht (im Vergleich mit KG) (im Vergleich mit KG)

61 Kiecolt-Glaser, et al (1987) Vergleich: Vergleich: 200 Familien mit Alzheimerpatienten – 130 Familien ohne Pflegebelastung: 200 Familien mit Alzheimerpatienten – 130 Familien ohne Pflegebelastung: 1) depressive Symptomatik 1) depressive Symptomatik 2) deutlich schlechtere Immunwerte 2) deutlich schlechtere Immunwerte Follow-up nach 2 Jahren: Follow-up nach 2 Jahren: (1/3 hatte keine Pflegebelastung mehr): (1/3 hatte keine Pflegebelastung mehr): 1) deutliche geringere Depressivität 1) deutliche geringere Depressivität 2) Immunparameter bedingt verbessert: 2) Immunparameter bedingt verbessert: Ja, wenn Pflege durch Jüngere erfolgte, Ja, wenn Pflege durch Jüngere erfolgte, Nein, wenn Pflege durch (ältere) Partner erfolgte. Nein, wenn Pflege durch (ältere) Partner erfolgte.

62 Kiecolt-Glaser, et al (2003) Untersuchung an 90 Paaren im ersten Ehejahr, Untersuchung an 90 Paaren im ersten Ehejahr, Follow-up nach 10 Jahren: Follow-up nach 10 Jahren: Messung zu t1: Adrenalinwerte der (später) Geschiedenen waren Messung zu t1: Adrenalinwerte der (später) Geschiedenen waren 34% höher (während Diskussion), 34% höher (während Diskussion), um 22% höher während des Tages, um 22% höher während des Tages, Adrenalin + Noradrenalin um 16% höher in der Nacht Adrenalin + Noradrenalin um 16% höher in der Nacht

63 Fortsetzung t1: ACTH Werte jener Frauen, die zu t2 Eheprobleme hatten, waren doppelt so hoch t1: ACTH Werte jener Frauen, die zu t2 Eheprobleme hatten, waren doppelt so hoch t1: Paare mit späteren Konflikten (in aufrechter Ehe): t1: Paare mit späteren Konflikten (in aufrechter Ehe): 34% höhere Noradrenalinwerte während der Diskussion, 34% höhere Noradrenalinwerte während der Diskussion, 24% höher während des Tages 24% höher während des Tages 17% höher in der Nacht. 17% höher in der Nacht.

64 Janice Kiecolt-Glaser, et al (2005) Beeinflussen Konflikte die Wundheilung? Beeinflussen Konflikte die Wundheilung? Design: Design: 42 gesunde Paaren wurden experimentell Wunden zugefügt. 42 gesunde Paaren wurden experimentell Wunden zugefügt. 2 Mess-Zeitpunkte (jeweils 24 Stunden stationär): 2 Mess-Zeitpunkte (jeweils 24 Stunden stationär): 1) supportives Gespräch 2) konflikthaftes Gespräch 1) supportives Gespräch 2) konflikthaftes Gespräch Parameter: IL-6, TNF-α, IL-1β Parameter: IL-6, TNF-α, IL-1β Ergebnisse: Wundheilung im Konflikt schlechter. Ergebnisse: Wundheilung im Konflikt schlechter. Paare mit insgesamt mehr feindlichem Verhalten hatten 40% schlechtere Wundheilung Paare mit insgesamt mehr feindlichem Verhalten hatten 40% schlechtere Wundheilung

65 Zusammenfassung Wichtige Themen! Wichtige Themen! Alexithymie Alexithymie Affekte, Affektbestandteile, Affektqualitäten, Affekte, Affektbestandteile, Affektqualitäten, Internalisierung Internalisierung Systematik psychosomatischer Störungen Systematik psychosomatischer Störungen

66 Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Univ. Prof. Dr. Oskar Frischenschlager Univ. Prof. Dr. Oskar Frischenschlager Zentrum für Public Health / Zentrum für Public Health / Institut für Medizinische Psychologie Institut für Medizinische Psychologie


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