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Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 1

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Präsentation zum Thema: "Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 1"—  Präsentation transkript:

1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 1
Neues Geld - Neue Welt Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Die drohende Wirtschaftskrise - Ursachen und Auswege Teil I: Geld frisst Welt Probleme unseres Geld- und Wirtschaftssystems Teil II: Theoretische Lösungsansätze Teil III: Neues Geld in der Praxis laufende Projekte Vor-/Nachteile der Systeme Teil IV: Vorschlag für ein komplementäres Gesamtsystem Um Ihnen "Regionale Alternativen zur Globalisierung" aufzeigen zu können, muß ich zuerst die Eigenheiten und Probleme unseres Geld- und Wirtschaftssystems sowie die Ursachen der Globalisierung erläutern. Dies wird der erste Teil meines Vortrags sein. Daraus ergeben sich die Probleme und Zielsetzungen für eine nachhaltige regionale Entwicklung. Darauf aufbauend will ich Ihnen im zweiten Teil mögliche Lösungen und Auswege vorstellen, deren Chancen und Schwächen aufzeigen. Im dritten Teil will ich konkrete Vorschläge machen, was wir hier in unserer Region unternehmen - und hoffentlich gemeinsam umsetzen können.

2 Die Finanzkrise in den USA/global
Hypothekenkredite: Turm 1$-Noten 2008 ca. 10,8 Billionen US$ 1,08 Mio. km faule Kredite ca. 2,1 Billionen US$ km Offene Verbindlichkeiten: Freddie Mac: 2,9 Billionen US$ km Fannie Mae: 2,4 Billionen US$ km Lehman Brothers: 600 Mrd. US$ km Gesamtschulden USA: 2003 ca. 32 Billionen US$ 2008 ca. 48 Billionen US$ 4,8 Mio. km Geldmenge global: 2007 ca. 165 Billionen US$ 2008 ca. 180 Billionen US$ 18,0 Mio. km Weltweites Derivatvolumen: 2008 ca. 613 Billionen Dollar 61,3 Mio. km

3 Gesamtverschuldung der USA in 1-Dollar-Noten
48 Billionen US$ $/Kopf glob $/USA 6 Mio $/Österreich Mio $/Ried 4,8 Mio. km 120x um Erde 12x Erde-Mond 5 Mio. km² 50% der USA 3 US$/m² Erde 4,4 Mio. Tonnen 88 Mio. Menschen

4 Zins - Geldvermögen - Verschuldung
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Geldkreislauf: Sparen Verleihen Vermögen Schulden Voraussetzung: Zinsen magische Grenze von 2,5-3% "Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wun- dern, warum sie kein Geld haben." Kurt Tucholsky Deutschland Der Geldkreislauf wird nur dadurch geschlossen, daß jemand das Geld, das wir auf der Bank sparen, auch wieder in Form eines Kredits ausleiht. Jedes Geldsystem bzw. jedes Sparen ist auf Verleihen angewiesen und damit auf das Wachsen von Vermögen und Schulden. Im gleichen Ausmaß wie einzelne sparen, müssen sich andere verschulden. Daher halten sich die Vermögen in einer Volkswirtschaft immer die Waage mit den Schulden. Das Problem dabei ist, dass die Geldvermögen durch den Zins ständig wachsen, ebenso die Schulden. Dieses Diagramm zeigt diese erzwungene Entwicklung der Schulden und Vermögen in Deutschland von 1960 bis Die Summe der Schulden von Staat, Firmen und Privathaushalten hat bereits mehr als 11 Billionen Euro erreicht (in 500 €-Scheinen aufeinander gestapelt, ergäbe dies einen 2200 km hohen Turm – 17% des Erddurchmessers)! Und diese Entwicklung muß systembedingt so weiter gehen. Solange die Vermögen wachsen, muß auch der Schuldenberg wachsen. © Günter Hannich

5 Überentwicklung der Geldvermögen und Zinslasten
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Zuwachsraten im Vergleich Kostenentwicklungen im Vergleich Deutschland Jahresmittel in Mrd. Euro Deutschland Doch diese Entwicklungen der Schulden und Vermögen hält nicht Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung, es findet eine sogenannte Überentwicklung statt. Die Geldvermögen sind im Vergleich zum linear wachsenden Bruttosozialprodukt (exponentiell) um ein vielfaches gewachsen. Die Summe der Nettolöhne und -gehälter ist seit den 80er Jahren sogar gesunken. Wie bei einem Organismus, bei dem ein Körperteil schneller wächst als alle anderen, muß es dadurch zu massiven Problemen kommen. Stellen Sie sich ein Kind vor, dessen Kopf um ein vielfaches schneller wächst als der Rest des Körpers. Die Versorgung der Gliedmaßen mit Blut wird kritisch werden und der Körper wird unter dem enormen Gewicht des Wasserkopfs leiden. Auch die Kostenentwicklungen zeigt, daß die Bankzinserträge bzw. die Zinskosten, die von Staat, Firmen und Privathaushalten getragen werden müssen, um das vielfache gestiegen sind, und die Volkswirtschaft massiv belasten. Im Vergleich dazu sind die Kosten für Krankenversicherung und Ölimporte nur gering gestiegen (relativ zum Wirtschaftswachstum sogar gesunken). Über die beiden letzteren wird viel diskutiert und geschrieben - die Zinslasten sind hingegen ein Tabuthema. Nach Helmut Creutz belief sich das zinsbringende Gesamtkapital in Deutschland 1996 auf ca Mrd. DM und damit die jährliche Zinslast ca. 945 Mrd. DM. Der Anteil der Zinslast am Bruttosozialprodukt betrug also 26% - pro Kopf und Jahr etwa DM!

6 Staatsverschuldung - kein Selbstzweck
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Der Staat springt ein, um das Schuldenwachstum aufrechtzuerhal-ten. Auf wachsende Staatsverschuldung ist ein Wirtschaftssystem mit ständig positiven Zinsen letztlich angewiesen. Wenn sich nicht genü-gend Nachschuldner einfinden, können Unternehmen ihre Produkte nicht in ausreichender Menge oder nicht zu Preisen absetzen, die auch das Geld für die Schulden und Kreditzinsen hereinbringen. Die wirtschaftliche Entwicklung mündet in eine Rezession.“ Josef Hüwe Mit einfacheren Worten: Der Staat spielt bei der Verschuldung eine besondere Rolle. Wenn nämlich die Bürger oder Firmen sparen und nicht bereit sind, sich im erforderlichen Ausmaß zu verschulden, muß der Staat in die Bresche springen, und Kredite aufnehmen - auch wenn er sie gar nicht benötigt - nur um eine Wirtschaftskrise zu verhindern. Würde man die deutschen Staatsschulden (1,5 Billionen Euro) in 500 €-Scheinen aufeinander stapeln, ergäbe dies einen 300 km hohen Turm! Der österreichische Schuldenberg wäre "nur" ein Zehntel, also 30 km - pro Kopf aber etwa gleich hoch. Seit den 70er Jahren wächst auch der Schuldenberg Österreichs unaufhaltsam, da hat der Verkauf von Staatsbetrieben und sonstigem "Tafelsilber" nicht lange vorgehalten. Dieses Strohfeuer zögert das Problem nur kurzfristig hinaus und macht es sogar schlimmer, da künftig die Einnahmen der verkauften Staatsbetriebe (Austria Tabak etc.) im Staatsbudget fehlen und die Verschuldung noch rascher steigen muß. In vielen europäischen Ländern muß heute bereits 30% der Staatseinnahmen für Zinszahlungen aufgewendet werden, in Deutschland und Österreich ca. 15%, in der Türkei 50%, in Italien 60%, in Rußland wären es theoretisch 100%! Die Staatsverschuldung läßt schon seit Jahren keine Tilgung der Kredite mehr zu - wird ein Kredit fällig, werden bei Privatbanken neue Kredite zur Zinstilgung aufgenommen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann auch die Zinsen nicht mehr vollständig bezahlt werden können, obwohl die Steuern weiter erhöht und die Sozialleistungen gestrichen werden. Wenn der deutsche Staat alle seine Gebäude verkaufen würde, wären erst 30% seiner Schulden getilgt (Rainer Roth, Prof. für Sozialwissenschaften).

7 Exponentielles und natürlich es Wachstum
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Haben Sie jemals Bäume in de n Himmel wachsen sehen? "Das größte Manko der Menschen ist unsere Unfähigkeit, die Exponentialkurve zu verstehen." Albert A. Bartlett, US-amerikan. Physiker "Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum könne in einer endlichen Welt ewig fortschreiten, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom." Kenneth Ewart Boulding, brit.-amerikan. Ökonom 1966 Wie Ihnen vielleicht bei der Entwicklung der Vermögen und Schulden aufgefallen ist, steigen diese nicht kontinuierlich, sondern immer rascher. Wenn ein Betrag um einen gewissen Prozentsatz jährlich zunimmt, verdoppelt er sich immer schneller. Dies nennt man exponentielles Wachstum. Die Geschwindigkeit der Verdopplung entspricht 72 Jahre dividiert durch den Zinssatz. Bei 8% verdoppelt sich ein Betrag in 9 Jahren, selbst bei nur 2% verdoppelt er sich alle 36 Jahre. Dies betrifft sowohl die Schulden als auch die Vermögen. Und obwohl viele Schulden zurückgezahlt und Guthaben ausgegeben werden, wachsen beide exponentiell in den Himmel. Aber haben Sie jemals Bäume in den Himmel wachsen sehen? Diese Art des Wachstums widerspricht dem nachhaltigen Wachstum der Natur, das anfangs hoch ist, mit der Zeit abnimmt und schließlich zum Stillstand kommt - oder besser gesagt von einem quantitativen in ein qualitatives Wachstum übergeht. Daher wächst auch der Mensch anfangs in die Höhe und später in die Breite... Das besonders tückische am exponentiellen Wachstum ist, daß es anfangs kaum wahrnehmbar ist, dann aber förmlich explodiert. Wie bei einem Tumor, der ebenfalls exponentiell wuchert, ist es meist schon zu spät, wenn er entdeckt wird. Jahre

8 Entwicklung einer Einlage durch Zins und Zinseszins
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Ich glaube, daß wir in unserem Geldsystem eine Art karzi- nombildendes Element haben, das unsere Wirtschaft fort- während krank macht... Meiner Meinung nach kann dieses Geldsystem nur dadurch funktionieren, daß es immer wieder zusammenbricht und dann wieder von vorn begonnen wird. Diese Zusammenbrüche nennt man dann Kriege oder Wirt- schaftskrisen oder Inflationen, je nachdem, aber das bedeu- tet eigentlich nur, daß dieses System in sich kein Regulativ hat, das zu einer vernünftigen Eindämmung führen würde." Michael Ende, dt. Autor (1992) Ohne Zinseszins, wenn also die neu hinzukommenden Zinsen nicht wieder mitverzinst werden, hätten wir ein lineares Wachstum, das für immer konstant bleiben und nicht explodieren würde. Eine Einlage von € würde bei einer Verzinsung von 6% nach 50 Jahren durch Zins um € anwachsen. Durch den Zinseszins, also die Mitverzinsung des Zinses, wächst es aber um weitere €! Das Gesamtvermögen wäre auf € gewachsen - ein Wachstum von 1842%.

9 Umverteilung der Vermögen "Wer hat, dem wird gegeben"
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Milliardäre mal so hoch! Deutschland 1990 in Tausend Euro je Haushalt "Die besondere Dynamik des kapitalistischen Wirtschaftssys- tems besteht darin, daß Geld und Zins miteinander verbunden sind. Rein mathematisch reißt der Zins die Menschen auseinander: die- jenigen, die an der Armut zugrun- de gehen, und diejenigen, die an der Zahlungsnot des Kreditneh- mers immer reicher werden." Eugen Drewermann, Theologe Nun sind natürlich wir alle sowohl Gewinner als auch Verlierer dieser Entwicklungen, aber ungleich verteilt. Diejenigen mit den größten Vermögen, sind nämlich die größten Nutznießer. Nach dem Motto "Wer hat, dem wird gegeben" wachsen die großen Vermögen - exponentiell - wesentlich schneller als die kleinen. Dies führt mit der Zeit dazu, daß die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, daß sich die Gesellschaft immer mehr polarisiert und zunehmend Ungerechtigkeiten und Spannungen aufbauen. Das oberste Prozent der Bevölkerung sind überwiegend Euro-Millionäre (in Österreich ca ) mit Zuwachsraten von ca. 9% (World Wealth Report) - hier verdoppelt sich das Vermögen also etwa alle 8 Jahre! Die Vermögen der Milliardäre (15 in Österreich, 43 in Deutschland) sind so groß, daß der Balkan 100 bis 1000 mal so hoch wäre wie diese Seite. Die Zuwachsraten liegen hier meist um die 15% (Forbes), d.h. eine Verdopplung alle 5 Jahre! In den USA besteht die Liste der 400 reichsten Menschen zum ersten mal nur mehr aus Milliardären - Multimillionäre mit weniger als 1000 Millionen haben es heuer nicht mehr in die Forbes-Liste geschafft. In dieser Abbildung sehen Sie, daß die Zinserträge der letzten Gruppe tatsächlich wesentlich größer sind als die Zinsbelastungen, und diese Vermögen daher auch die größten Wachstumsraten haben.

10 Wie erfolgt die Umverteilung?
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Produktpreise: Zinskosten der Firmen Jeder zahlt Zinsen, auch wer keine Schulden hat! Zinsanteil: ca % auf Produkten ca. 80% auf Mieten plus 15-20% der Steuern (Tilgung Staatsschulden) Kapitalkostenanteil an Abwassergebühren Quelle: Stadt Aachen 1983 "Die Zinsen belasten die Letztverbraucher und die Unternehmer, die sich zu ihrem Konsum- oder Investitionsbedarf das Geld hinzuborgen. Die Zinsen entziehen also den Letztverbrauch- ern und Unternehmern wiederum Geld, obgleich bei ihnen schon ohnehin zu wenig war, und sie fließen hin zu dem Anleger, bei dem ohnehin schon so viel Geld war, dass sich ein Über- schuss seiner Gelder über seinen Bedarf erge- ben hatte." Dieter Suhr, dt. Verfassungsjurist Kapitalkostenanteil an der Kaltmiete im sozialen Wohnungsbau Da die meisten Firmen nur über sehr wenig Eigenkapital verfügen, müssen sie fast alle Investitionen über Kredite finanzieren. Die Zinsen für diese Kredite, die sog. "Kapitalkosten", müssen sie natürlich in ihren Produktpreisen an die Verbraucher weitergeben. Da sich diese Zinskosten über alle Stufen der Produktion, d.h. alle Zwischenprodukte aufsummieren, belaufen sie sich auf durchschnittlich 30-40% auf allen Produkten - auf Mieten sogar auf etwa 80%. Für jeden Euro, den Sie ausgeben, zahlen Sie über die Firmen und Banken also etwa 40 Cent an Zinsen. Wenn Sie einen Großteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben (im Schnitt sind dies heute etwa 50% des Einkommens aller Bürger), dann zahlen Sie bis zu 60% "Kapitalsteuer". Hinzu kommt, daß man bei großen Vermögen (die man auch langfristig anlegen kann) wesentlich höhere Zinssätze erhält als bei kleinen Beträgen. Außerdem sind die lukrativsten Investitionen, die besten Fonds etc. nur den Vermögenden zugänglich. Der kleine Sparer kann froh sein, wenn er den Wertverlust der Inflation ausgleichen kann. In Österreich gibt es über größere Fonds und Stiftungen die Möglichkeit die Kapitalertragssteuer weitgehend zu umgehen. Seit wenigen Jahren gibt es auch Privatstiftungen, in denen Reiche ihr Vermögen nahezu steuerfrei parken können stieg die Zahl dieser Privatstiftungen um 7% auf 2.500, in denen - je nach Schätzung bis 60 Mrd. € fast steuerfrei geparkt sind (AK OÖ). Diese Möglichkeiten nutzen auch zahlreiche einflußreiche Menschen aus Politik, Wirtschaft und Medien, wie z.B.: Thomas Prinzhorn (Präsident des Nationalrates), Martin Bartenstein (Minister für Arbeit und Wirtschaft), Peter Mitterbauer (ehem. Präsident der Industriellenvereinigung), Hans Dichand (Krone-Herausgeber). Quelle: Statistisches Bundesamt 1979

11 Einkommensentwicklung in Österreich
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Einkünfte von (in Prozent von 1964) Die Einkommensentwicklung war in den letzten Jahrzehnten durch die starke Expansion der Besitzeinkommen gekennzeichnet. Diese stiegen von 1964 bis 1997 um mehr als das 50-fache, wogegen die Lohneinkommen (Bruttoentgelte) nur um das 12-fache gewachsen sind. Die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft sind hingegen gleichgeblieben, real also stark gesunken! Die Zunahme der Kapitaleinkünfte resultiert durch die hohen Zinssätze in den 80er Jahren und die starken Kursanstiege auf den Kapitalmärkten. Seit Beginn der 90er Jahre geht der Zuwachs v.a. auf Vermietung und Verpachtung zurück, die durch Mietzinssteigerungen explodiert sind. Aufgrund einer EU-Richtlinie (Europäisches System zur Volkswirtschaftlichen Gesamt-rechnung - ESVG 1995) wird seit 1998 eigenartigerweise nicht mehr zwischen Besitzein-kommen und Gewinn aus unternehmerischer und selbständiger Tätigkeit unterschieden. Daher kann man die weitere Entwicklung der Besitzeinkommen nur mehr schätzen... Quelle: WIFO, Statistik Austria

12 ÖsterREICH und ÖsterARM
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Der Sozialbericht ist ein Alarmsignal, denn er zeigt sehr deutlich, daß der Mittelstand krass zu bröckeln beginnt ... Die Politik darf hier nicht tatenlos zusehen, wie eine neue Unterklasse entsteht." Franz Küberl, Öst. Caritas-Präsident Sozialbericht: armutsgefährdet: 11% 13,4% ( ) akut arm: 4% 5,9% ( ) Einkommensunterschiede wachsen 43% niedriger Lebensstandard 8% "Working Poor" 50% Sozialhilfebezieher hat 1-2 Jobs Kreditschutzverband (KSV 2004): "Privatkonkurse explodieren" +32% (2.730) Haushalte überschuldet Das Sozialministerium weist einen stetigen Anstieg armer und armutsgefährdeter Menschen aus: 13,4% der Bevölkerung ( Personen) galten im Jahr 2003 als armuts-gefährdet und müssen mit weniger als 785 € im Monat auskommen waren es 11% ( Personen). 5,6% ( Menschen) sind "akut arm" und können sich Heizung, Schuhe etc. nicht leisten Nach Angaben des Sozialberichtes 2001/2002 wachsen die Einkommensunterschiede von Jahr zu Jahr. 43% der Bevölkerung leben nur mit niedrigem oder sehr niedrigem Lebensstandard. "Working Poor": 8% der Erwerbstätigen gelten als arm. Fast die Hälfte der SozialhilfebezieherInnen in Österreich hat 1 oder 2 Jobs, verdient dabei aber nicht genug, um zu überleben. Nach Angaben des Kreditschutzverbandes (KSV) "explodierte die Zahl der Privatkonkurse" im ersten Halbjahr 2004 um 32% auf Fälle. Bereits Haushalte sind laut Schuldnerberatungen überschuldet. "Die vielen Belastungspakete der letzten Jahre gepaart mit einem äußerst schwierigen Arbeitsmarkt lassen auch für die nächsten Jahre keinen Rückgang erwarten.", heißt es beim KSV.

13 Gesamtvermögen in Österreich 2002
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Das Sozialministerium weist einen stetigen Anstieg armer und armutsgefährdeter Menschen aus: 13,4% der Bevölkerung ( Personen) galten im Jahr 2003 als armuts-gefährdet und müssen mit weniger als 785 € im Monat auskommen waren es 11% ( Personen). 5,6% ( Menschen) sind "akut arm" und können sich Heizung, Schuhe etc. nicht leisten Nach Angaben des Sozialberichtes 2001/2002 wachsen die Einkommensunterschiede von Jahr zu Jahr. 43% der Bevölkerung leben nur mit niedrigem oder sehr niedrigem Lebensstandard. "Working Poor": 8% der Erwerbstätigen gelten als arm. Fast die Hälfte der SozialhilfebezieherInnen in Österreich hat 1 oder 2 Jobs, verdient dabei aber nicht genug, um zu überleben. Nach Angaben des Kreditschutzverbandes (KSV) "explodierte die Zahl der Privatkonkurse" im ersten Halbjahr 2004 um 32% auf Fälle. Bereits Haushalte sind laut Schuldnerberatungen überschuldet. "Die vielen Belastungspakete der letzten Jahre gepaart mit einem äußerst schwierigen Arbeitsmarkt lassen auch für die nächsten Jahre keinen Rückgang erwarten.", heißt es beim KSV.

14 Wirtschaftswachstum und Konsumwahn
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Anteil der Wirtschaftsleistung, der vom Kapitalertrag beansprucht wird (in % von 1960) "Jetzt endlich habe ich erkannt, daß der Zins die einzige wahre und wirkliche Ursache dafür ist, daß die Welt dem Wahnsinn des ewigen Wachstums verfallen ist." Konrad Lorenz, öst. Verhaltens- forscher, Nobelpreis 1973 Volkswirtschaftlich lässt sich dieser Zusammenhang anhand einer Modellrechnung erklären: Die Produktivität einer Volkswirtschaft - und damit das Bruttosozialprodukt - wächst nur linear, d.h. jährlich um den gleichen Betrag (bei gleich bleibender Bevölkerung). Gemessen am vorangegangenen Jahr sinkt die Wachstumsrate von 15 bis auf 3 Prozent und weniger. Mit anderen Worten: Das was wir im Vorjahr an Konsumgütern zusätzlich produziert haben, erhöht nicht unsere Produktivität. Anders ist es jedoch bei der Kapitalverzinsung: die wachsenden Vermögen werden wieder mitverzinst und steigern in vollem Ausmaß die Gewinne (exponentielles Wachstum). Das wäre so, als würden Sie immer hungriger werden, je mehr Sie essen. Natürliche Wachstumskurven sind hingegen umgekehrt (logarithmisch): Zu Beginn hohes Wachstum, das immer mehr abnimmt. Auch die menschlichen Bedürfnisse würden mit der Zeit befriedigt, und sich der Konsum stabilisieren - wir wurden irgendwann „satt“. „Der Zinsanteil an der Volkswirtschaft steigert sich durch die exponentielle Kapitalverzinsung ständig, womit der Anteil, der den Produktivkräften (Arbeiter und Unternehmer) zufällt, immer kleiner wird. Der arbeitende Bevölkerungsanteil würde ohne Wirtschaftswachstum innerhalb kurzer Zeit verarmen.“ Günter Hannich - Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise Am Beispiel von Deutschland und Österreich sieht diese Entwicklung so aus (Günter Hannich): - Von steigerte sich der Arbeitsertrag kontinuierlich durch Wirtschaftswachstum, der Kapitalanteil wuchs nur langsam. - Von steigerte sich der Zuwachs der Kapitalverzinsung und vereinnahmte zunehmend den Arbeitsertrag. - Seit ca verschiebt sich die Wertschöpfung von der Arbeit zum Kapital. Das Realeinkommen der arbeitenden Bevölkerung sinkt, obwohl das Bruttoinlandsprodukt in 30 Jahren real um 250% gestiegen ist. - Seit 2000 beansprucht die Kapitalverzinsung bereits den Großteil der Wirtschaftsleistung. Selbst höheres Wirtschaftswachstum könnte dies nicht mehr ausgleichen. Die Kapitalertragskurve würde in wenigen Jahren die Wachstumskurve schneiden, die Kapitalverzinsung also mehr als 100% der Wertschöpfung beanspruchen. Spätestens dann würde das Wirtschaftssystem zusammenbrechen. - Ohne Wirtschaftswachstum würde der Arbeitsertrag ständig kleiner werden und sich die Kapitalertragskurve bereits 1990 mit der Null-Prozent-Wachstumskurve schneiden. Das trügerische daran ist, dass anfangs die lineare Steigerung der Wirtschaftsleistung größer ist als das exponentielle Kapitalwachstum und die Arbeitserträge anfangs steigen (Wirtschaftswunder). Jedoch steigert sich die Kapitalverzinsung immer schneller, und die Arbeitserträge sinken entsprechend. Trotzdem durchschauen die meisten Menschen bis zuletzt nicht den Wirkungsmechanismus und schwärmen von „den goldenen Sechzigern“ (Günter Hannich).

15 Umweltzerstörung durch Wachstumszwang
I 4.4 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "'Das Wachstum der Wirtschaft muss angekurbelt werden', so das Rezept der Manager. 2% Wachstum bedeu- tet Verdoppelung in 35 Jahren. Dies heißt: In 35 Jahren von allem, was wir an materiellen Gütern und Dienst- leistungen haben, doppelt so viel! Doppelt soviel Straßen, doppelt soviel Autos, doppelt soviel Häuser, doppelt soviel Ferienreisen ... Jeder nur einigermaßen vernünftige Mensch sieht sofort ein, daß ein solches Rezept heller Wahnsinn ist. Aber die Herren wollen ja nicht 2% Wachstum, sondern 6%, um ihre Probleme lösen zu können." Hans Pestalozzi, schweiz. Ökonom In einer begrenzten Welt ist jedoch auf Dauer kein exponentielles Wachstum möglich. Einerseits aufgrund der Erschöpfung der Rohstoffe und der Umweltzerstörung, andererseits kann der Konsum nicht unendlich gesteigert werden. Dazu Hans Pestalozzi:

16 Umweltzerstörung durch Wachstumszwang
I 4.4 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Die weltweit überproportional wach-senden Zinsströme, der sich daraus ergebende Zwang zum Wirtschafts-wachstum und die damit einherge-hende ökologische Katastrophe zwingen uns - bereits aus purem Eigeninteresse - zum Umdenken." Hugo Godschalk, dt. Ökonom 1992 In einer begrenzten Welt ist jedoch auf Dauer kein exponentielles Wachstum möglich. Einerseits aufgrund der Erschöpfung der Rohstoffe und der Umweltzerstörung, andererseits kann der Konsum nicht unendlich gesteigert werden. Dazu Hans Pestalozzi:

17 Industrialisierung und Arbeitsplatzvernichtung
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Arbeit hoch besteuert Politische Rahmen- bedingungen Transport billig arbeitsintensiv geringe Schulden geringer Zinsanteil finanziell unabhängig geringe Stückzahlen regionaler Markt kurze Transportwege kapitalintensiv hohe Schulden hoher Zinsanteil finanziell abhängig sehr hohe Stückzahlen (inter-)nationaler Markt lange Transportwege Wie wir gesehen haben, muß systembedingt die Nachfrage nach Kapital groß genug sein, und ausreichend Kredite aufgenommen und Schulden gemacht werden. Neben der Staatsverschuldung kann dies auch durch politische Vorgaben erreicht werden, die Unternehmen zwingen, sich möglichst hoch zu verschulden. Produktionsweisen, die kapitalintensiv und nur unter Aufnahme großer Kredite möglich sind, sind aus dieser Sicht von Vorteil gegenüber arbeitsintensiven Produktionsweisen, die nur geringe Investitionen erfordern. Mit anderen Worten: Wenn 5 kleine Tischlereien mit je 5 Angestellten, wenigen Maschinen und geringen Schulden jährlich je 100 Stühle herstellen und in ihrer Region verkaufen, sind sie unab-hängig. Die Kapitalkosten pro Stuhl (Zinsen für die Produktion), sind vernachlässigbar gering. Wenn nun ein Betrieb in eine Fabrik mit teuren Maschinen investiert, muß er sich bis über beide Ohren verschulden. Die Kapitalkosten pro Stuhl betragen nun 40 bis 80%, d.h. von jedem verkauftem Stuhl fließt 40-80% in die Bedienung der Vermögen. Mit seiner Unabhängigkeit ist es ebenfalls vorbei: Er steht unter dem Druck, neben seinem Einkommen und dem seiner Arbeiter, auch und sogar vorrangig die Zinsen zu erwirtschaften. Wenn er seine Zinsen nicht zahlen kann, ist das sein Untergang - die Bedienung des Kapitals hat immer Vorrang vor der Arbeit. Er muß also seine Produktion von Stühlen enorm erhöhen (z.B Stühle pro Jahr) und diese billiger verkaufen als die Konkurrenz. Natürlich kann er die vielen Stühle in seiner Region nicht mehr absetzen, er muß in andere Regionen und Länder exportieren. Seine Konkurrenten müssen nun ebenfalls investieren, die Produktion auf Maschinen umstellen und sich verschulden, oder werden Pleite machen. Was sind die politischen Rahmenbedingungen unter denen diese Industrialisierung erfolgt: 1. möglichst hohe Arbeitskosten (d.h. Besteuerung der Arbeit); 2. möglichst geringe Transportkosten (d.h. Subventionen und ein gut ausgebautes Straßennetz). Nur wenn Arbeitskraft sehr teuer, also hoch besteuert ist, und der Transport so billig ist, daß die Massen-waren landes- oder weltweit abgesetzt werden können, lohnt es sich trotz hoher Kapitalkosten maschinell zu produzieren. Nur dann ist der qualitativ geringwertige Stuhl, der maschinell hergestellt und über Tausende Kilometer transportiert wurde, im Handel billiger als der in der Region und in Handarbeit hergestellte.

18 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 18
"Unter Globalisierung versteht man das wirtschaftliche Zusammenrücken aller Länder als Folge der gesunkenen Transport- wie Kommunikationskosten und des Abbaus künstlicher Handelsschranken." offizielle Definition der EU Grund: wuchernde Geldvermögen Anlageschwierigkeiten im Inland neue Anlagemöglichkeiten Faktoren: Fortschritt in der Kommunikation subventionierter Transport Regulierungen abgebaut Hemmnisse abgebaut Da die Ersparnisse immer rascher wachsen als die Wirtschaft, kommt es für die wuchernden Geldvermögen zu Anlageschwierigkeiten im Inland. Daher sucht das Geldkapital immer neue Anlagemöglichkeiten - inzwischen global. Die Globalisierung, die mit den ersten Handelsströmen vor Tausenden von Jahren begann, hat durch die heutigen ausufernden Geldströme nur eine neue Dimension erreicht (Helmut Creutz). Diese Ausweitung wurde durch den Fortschritt in der Kommunikation noch beschleunigt. Außerdem wurden fast alle Hemmnisse und Regulierungen abgebaut.

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Privatisierung I 4.8 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grund: wuchernde Geldvermögen bisher nicht zugängliche Anlageobjekte lukrative, nachhaltige Investitionen (Monopole) Verkauf des Tafelsilbers: Öffentlicher Verkehr Wasserversorgung etc. Leere Öffentliche Hand: Überschuldung Budgetlöcher Weitere Probleme: Cross Border Leasing Dienstleistungsrichtlinie GATS Ich gratuliere, Herr Minister, noch einige unwesentliche Korrekturen am Dynamo, dann haben wir das Optimum aus unse-rem Staudammprojekt herausgeholt! Die Investoren in aller Welt sind nun dabei, die letzten, bisher nicht zugänglichen Anlageobjekte zu finden. Dies sind fast immer kommunale oder staatliche Einrichtungen wie Wasserversorgung, Kanalisation oder Öffentlicher Verkehr. Da die Kommunen und Staaten verzweifelt nach Möglichkeiten suchen, die Löcher in ihren Kassen zu stopfen, verkaufen sie nun auch ihr Tafelsilber. Durch diese Verkäufe wird aber das Eigentum der Bürger verscherbelt, mit deren Steuern und Gebühren die Öffentlichen Einrichtungen geschaffen und unterhalten wurden. Außerdem kommen die Einnahmen dieser Einrichtungen künftig nicht mehr der Öffentlichkeit, sondern Minderheiten zu Gute. Diese sind aber an der Steigerungen von Umsatz und Gewinn interessiert. Daher führte die Privatisierung fast immer zu Preissteigerungen und Qualitätsverlusten (England, Brasilien, USA). "Wie kommt es, dass unsere Kommunen vor dreißig Jahren - bei nur halber Wirtschaftsleistung und einem Bruchteil der heutigen Geldvermögen im Lande - Schulen, Schwimmbäder, Kindergärten, Bibliotheken und Sozialeinrichtungen schaffen konnten, diese aber heute oft nicht einmal mehr unterhalten können? Dass die Löcher in den Kassen fast aller öffentlicher Haushalte größer werden, obwohl sie an allen Ecken und Enden sparen, Schulden aufnehmen und sogar ihr ganzes Tafelsilber "verscherbeln" - als letzte Trümpfe nun auch noch die Ver- und Entsorgungseinrichtungen? ... Geht man dieser Frage systematisch nach, dann stößt man immer wieder auf bestimmte Überentwick-lungen im Geldbereich." Helmut Creutz - OOWV-Wasserforum - Globalisierung - Kapitalisierung - Privatisierung - Welche Rolle spielt das Geld?

20 Börsenwahn und Überspekulation
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Spekulanten mögen unschädlich sein als Seifenblasen auf einem steten Strom der Unternehmungslust. Aber die Lage wird ernsthaft, wenn die Unterneh-mungslust die Seifenblase auf einem Strudel der Spekulation wird." Prof. John Maynard Keynes Wachstum der Weltwirtschaft und der Aktienwerte inflationsbereinigt in Prozent Quelle: Datastream, IWF, OECD Börsenkrachs und Wirtschaftskrisen: Holland Frankreich-USA USA USA NY-USA-weltweit Wien-DE-USA USA NY-USA-weltweit viele Fast-Crashs (1987, 1992, 1994, 1997, 1998, seit 2000 fast jährlich) Ursache: wuchernde Geldvermögen Probleme: Überspekulation Spekulationsblasen überhöhte Aktienkurse reine kurzsichtige Gewinnorientierung Gefahren: Platzen von Börsen-/Immobilienblasen Zusammenbruch hochriskanter Fonds größter Börsenkrach aller Zeiten neue Weltwirtschaftskrise Selbstverständlich werden durch die wuchernden Geldvermögen auch der Börsenwahn und die Überspekulation angeheizt. Wenn die Vermögensberge nicht schon so groß wären, würden die Börsen eine nur geringe Rolle spielen. Die künstlich immer höher getriebenen Aktienkurse führen immer wieder zu Kursabstürzen und der Vernichtung großer Vermögen, meistens auf Seiten der kleinen Sparer und unerfahrenen Hobbyspekulanten. Eigentlich könnte das "große Spiel" an den Börsen, den meisten Unternehmen egal sein. Sie sind an die Börse gegangen, um Kapital aufzunehmen. Der Kurs ihrer Aktien bestimmt ihren wirtschaftlichen Erfolg eigentlich in keinster Weise. Jedoch ist ihre Bonität und damit die Möglichkeit weitere Kredite aufzunehmen, wesentlich vom Börsenkurs abhängig. Neben den Aktionären, die sich steigende Aktienkurse erhoffen, haben viele Manager auch ein persönliches Interesse daran, die Kurse in die Höhe zu treiben, da sie mittlerweile auch in Aktien bezahlt werden. Die Ausrichtung aller Entscheidungsträger gilt also einzig und allein den kurzfristigen Aktienkursen und nicht mehr den realen Werten des Unternehmens. Nur mehr die Angestellten haben ein Interesse am langfristigen Fortbestehen des Unternehmens. Allerdings müssen die Aktiengesellschaften ihren Aktionären auch Dividenden ausschütten, also ihre Gewinne erhöhen. Um die Dividendenwünsche der Eigentümer zu befriedigen, wird sogar auf die Unternehmenssubstanz zurückgegriffen. In Österreich zahlten im Jahr 2003 die großen (170 untersuchten) Kapitalgesellschaften ihren Eigentümern mehr an Dividenden aus, als an Gewinnen überhaupt erwirtschaftet wurde (nämlich 100,8 Prozent). Zugleich wurden ArbeitnehmerInnen entlassen (AK Wien, Juni 2004). Die Gefahr eines Börsenkrachs mit nachfolgenden Wirtschaftskrisen ist durch die Überspekulation so hoch wie nie zuvor. Ferner wurden alle Hemmnisse und Regulierungen abgebaut, die nach den Erfahrungen des "Schwarzen Freitags" von 1929 eingeführt worden waren. Solche Zusammenbrüche und Krisen haben wir ja bereits mehrfach durchgemacht (z.B. auch im März 1873). All diese Krisen konnten jeweils erst durch größere Kriege oder Weltkriege beendet werden, die einen erneuten Wirtschaftsaufschwung und den Neustart des Systems bewirkten.

21 Kapital zieht sich aus der Realwirtschaft zurück
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Wer Geld mit Geld verdient, wird risikoarm reich. Wer Geld mit Arbeitsplätzen verdient, wird risikoreich arm." Klaus Bregger, Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung 1996 Spekulation statt Produktion - Geld fehlt in Realwirtschaft viele Firmen mit eigenen Banken: Daimler-Chrysler: "Bank mit an-geschlossener Autowerkstatt" Da die Gewinnmöglichkeiten in der Finanzwirtschaft (Spekulation) wesentlich größer sind als in der Realwirtschaft, zieht sich das Kapital zusehends in die Sphären der Spekulation zurück und fehlt dort, wo es eigentlich benötigt würde. Viele Konzerne verdienen mittlerweile aus Geldvermögen wesentlich mehr als aus den Produktionsbetrieben, so wird Siemens scherzhaft, aber nicht unzutreffend, als "Bank mit angeschlossener Elektroabteilung" und Daimler-Benz als "Bank mit angeschlossener Autowerkstatt" bezeichnet. Der Anteil des Warenhandels am Welthandel (im Vergleich zu den Finanztransaktionen) hat extrem abgenommen (Dr. Adolf Staufer): 1971: 90% realer Warenhandel, 10% spekulativer Finanzhandel 1995: 5% realer Warenhandel, 95% spekulativer Finanzhandel 2005: 3% realer Warenhandel, 97% spekulativer Finanzhandel Siemens: "Bank mit an-geschlossener Elektroabteilung"

22 Zerstörung des Mittelstandes
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Da meistens nur Großunter-nehmen in den Schlagzeilen stehen, vergißt man, daß 99% der Betriebe mittelständisch sind und daß der Mittelstand 80% der Arbeitsplätze und 90% der Ausbildungsplätze bereitstellt.“ Thomas Fuchs, Direktor der RAIKA Unterinntal Industrialisierung Globalisierung Privatisierung Steuerreformen Kredite (BASEL II) Börsenhype Verschuldung Der Mittelstand hat bei uns riesige Vermögen angesammelt. Die systematische Zerstörung der mittelständischen Betriebe und die Umverteilung dieser Vermögen ist in vielen Ländern im Gange und in etlichen bereits erfolgt (Großbritannien oder USA). Der Mittelstand und mittelständische Betriebe werden in jeder Hinsicht systematisch benachteiligt. Wie wir gesehen haben erfolgt eine Umverteilung der Vermögen durch die Zinslasten, die Industrialisierung, die Globalisierung, die Privatisierung, die Steuerreformen sowie die Benachteiligung bei der Vergabe von Kleinkrediten (Basel II). Ferner werden durch massive Werbung viele Menschen in die Börseneuphorie getrieben, was in den letzten Jahren ebenfalls zur Vernichtung großer Vermögen des Mittelstands geführt hat. Denn wenn es Gewinner an den Börsen gibt, muß es auch Verlierer geben, und das sind fast immer die schlecht informierten und falsch beratenen Kleinspekulanten. Zu Zeiten, in denen an den Börsen große Gewinne gemacht werden konnten, wurde keine massive Werbung gemacht. Nun ist es gerade recht, wenn der Mittelstand seine Spar-vermögen und Pensionsvorsorge in instabile Aktienmärkte und eine riesenhaft aufgeblähte Börsenblase investiert. Der Haupteffekt der Zerstörung des Mittelstandes ist die zunehmende Verarmung und Verschuldung breiter Bevölkerungsschichten, was wiederum die Abschöpfung des Kapitalüberangebots ermöglicht.

23 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 23
Teil II Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Theoretische Lösungsansätze "Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat." Albert Einstein angesichts der Weltwirtschaftskrise

24 Tobin-Steuer gegen Devisenspekulation - ATTAC
II 1.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundidee/Ziele: Steuer auf intern. Geldgeschäfte (0,05-1,0%) Devisenspekulation eindämmen Einnahmen zur globalen Armutsbekämpfung Personen/Entwicklung: 1972 Vorschlag von James Tobin 1997 Artikel in "Le Monde diplomatique" 1998 Gründung ATTAC Frankreich 2000 Gründung von ATTAC Österreich 2002 erweiterte Spahn-Steuer Beurteilung: positive Auswirkungen aber reine Symptombehandlung löst nicht die Ursachen (Geldvermögen) drängt Spekulation in andere Bereiche James Tobin ( ) Ignacio Ramonet

25 Gegen"steuern" - Die Mathematik der Ungleichheit
II 1.3 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Ergebnis moderne Netzwerkmodelle: Geld akkumuliert bei wenigen durch Spekulation/Zinsen/Renditen Personen: Jean Philippe Bouchaud & Marc Mezard Vilfredo Paretos Gesetz (1897) Lösung: Geld nur Tausch-, kein Spekulationsmittel Gewinne durch hohe Steuern gleichmäßig rückverteilen Umsetzung: sehr hohe Vermögens-/Kapitalertragssteuer hohe Freibeträge Beurteilung: Steuern müssten extrem hoch sein politisch und langfristig unmöglich Ungleichgewicht der Vermögensverteilung mildern Die Physiker Jean Philippe Bouchaud und Marc Mezard haben im Computern Netzwerke von mehreren hundert vollkommen identischen Personen simuliert. Jeder erhielt zu Beginn den gleichen Geldbetrag. Das Geld kann nach zwei einfachen Regeln zirkulieren: Entweder machten zwei Personen ein Geschäft miteinander und das Geld wechselt den Besitzer. Oder das Geld wurde investiert und das investierte Geld konnte sich vermehren oder vermindern. Allerdings: Wer arm ist, beteiligt sich nur an den Alltagstransaktionen, erst wer Geld im Überfluss besitzt, kann es investieren. Nach einer Weile konnten die erstaunten Forscher Seltsames beobachten: Das Geld verteilte sich im Laufe der Zeit immer ungleichmäßiger! Und das, obwohl alle virtuellen Personen vollkommen gleich waren; obwohl alle Transaktionen und jeder Gewinn oder Verlust nur durch den Zufall gesteuert wurden, die Fähigkeiten der Personen also überhaupt keine Rolle spielten! Dennoch befand sich am Ende der Großteil des Geldes in den Händen einer kleinen Minderheit - wie es in allen Gesellschaften der Welt zu beobachten ist. Nach den Ergebnissen der Simulation gibt es eine einfache Methode, um die Ungleichheiten abzumildern: Alles, was den Geldfluss im Bereich der Alltagstransaktionen steigert, senkt die Ungleichheit. Je eifriger also das Geld zwischen den Menschen im Netzwerk hin und her getauscht wird, desto geringer wird die Ungleichheit. Hört das Geld auf zu fließen und sammelt es sich auf Konten, so gibt es den gegenteiligen Effekt: Die Ungleichheit steigt. Die Forscher folgerten, dass Steuern ein geeignetes Mittel sind, die Ungleichheit in der Gesellschaft zu mildern - vorausgesetzt, das vom Staat eingenommene Geld fließt gleichmäßig verteilt ins Netz zurück. Nicolai Schirawski - Small World - Kleine-Welt-Phänomen (www.freenet.de

26 Umlaufgesichertes Geld (Negativzins, Demurrage)
II 1.4 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundproblem: Geld ist unvergänglich - Überschuss kann zurückbehalten werden. Lösung: Strafgebühr für Geldrückhaltung (z.B. Wertverlust durch Wertmarken) Ziele/Erwartete Auswirkungen: schneller, ungestörter, krisenfreier Geldumlauf Zinsniveau um Null Abschaffung der Inflation als Umlaufsicherung absolute Preisstabilität (echte "Währung") Personen/Entwicklung: Silvio Gesell ( ): rostendes Geld Natürliche Wirtschaftsordnung (1916) Freiwirtschaft (Freigeld - Freiland) Rudolf Steiner ( ): alterndes Geld Helmut Creutz (*1923): INWO Umsetzung beim Bargeld: Stempel- oder Klebegeld (2-3% pro Quartal) regelm. Einziehung von Noten (Umtauschgebühr)

27 Bancor (zinsfreie Weltwährung)
II 1.5 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundidee: virtuelles internationales Bankgeld Wert basierend auf 30 Gütern Ausgleich von Import/Export Strafzinsen für Gläubiger Geldhaltekosten (Carrying Costs) Zinssätze nahe Null Personen: Prof. John Maynard Keynes ( ) 1944 vorgeschlagen (Bretton Woods) 1933 "Die Europa - Geld des Friedens" neue Initiative von Josef Stiglitz Welt-Einheits-Geld (WEG) von Hans-Jürgen Klausner Beurteilung: würde nationale Ungleichgewichte nicht beheben

28 Vollgeld (Plain Money)
II 1.6 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundidee: Geldausgabe von Nationalbank an Bürger zinsfreie Darlehen - Grundeinkommen Bürger sind alleinige Eigentümer ihrer Konten Reduktion der Geldmenge durch Abführung von Steuern an die Zentralbank Personen: Prof. Josef Huber & Ex-Bankier John Kutyn Ziele: finanzielle Probleme des Staates lösen Geldschöpfung durch Banken verhindern finanzielle Instabilitäten vermeiden Senkung des Zinsniveaus Beurteilung: Auswirkungen kaum absehbar extrem schwer umsetzbar (Entmachtung der Banken)

29 Nutzung von Alternativgeld - Geldschöpfung
II 1.7 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundidee: Netzwerk regionaler zinsfreier Währungen Regiogeld (Gutscheinsysteme) Bartersysteme, Zeitbanken etc. Personen: Prof. Bernard Lietaer & Margrit Kennedy Ergänzung: Macht über Geldschöpfung verhindert Zinsen Wiedererlangung der Wert-/Geldschöpfung

30 Geldökologie (Ecology of Money)
II 1.8 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Grundidee: Geld hat mehrere Funktionen (Tauschmittel, Wertmassstab, Wertspeicher) daher 4 verschiedene Währungen: 1. internationale Währung (z.B. Bancor) 2. nationale Währung (z.B. Vollgeld) 3. viele lokale Währungen (WIR, LETS, Time Dollar) 4. Spargeld (sichere Kapitalanlage) Person: Richard Douthwaite "Ecology of Money" (1999) Beurteilung: sehr positiver Ansatz Kombination verschiedener Lösungsansätze lokale/regionale Ansätze leicht umsetzbar Prof. Richard Douthwaite, geb in England, lebt seit längerem in Irland, Wirtschaftsstudium, Journalist, war auch Unternehmer, spezialisiert auf Wirtschafts-, Finanz- und Umweltfragen. 1998/99 Beratungstägigkeit bei einem von der EU finanzierten Projekt zur experimentellen Einführung einer Gemeinschaftswährung in Schottland, Irland, Amsterdam und Madrid (www.barataria.org), Autor von „The Ecology of Money“ (1999, und vieler weiterer Publikationen. Gründete FEASTA (Foundation fort the Economics of Sustainability, ), eine wohltätige Stiftung in Dublin, die sich zum Ziel setzt, jene Merkmale zu erarbeiten, die ein Wirtschaftssystem haben müsste, um wirklich nachhaltig zu sein. Seit mehr als 10 Jahren Wirtschaftsberater für das Global Commons Institute in London. In dieser Zeit hat das Institut das „Contraction and Convergence“ (Vermindern und Annähern) Konzept für den Umgang mit Treibhausgasemissionen entwickelt, das heute die meisten Länder der Welt befürworten. Douthwaite will mit seiner Schrift  „The Ecology of Money“ (s. ) dazu beitragen, dass eine breite Debatte über die Auswirkungen unterschiedlicher Geldsysteme auf die Gesellschaft entsteht. Er erwartet sich nicht, dass ihm alle zustimmen, sondern dass die Debatte zu verbesserten Konzepten führt. Die Hauptthese des Buches ist, dass verschiedene Funktionen unterschiedliche Währungen benötigen, sollen diese Funktionen wirksam erfüllt werden. Da sich die drei Hauptfunktionen des Geldes – Tauschmittel, Wertmaß und Wertspeicherung – in die Quere kommen, empfiehlt Richard Douthwaite vier komplementäre Typen von Währungen: 1 eine internationale Handelswährung: sie sollte an ein seltenes Gut gebunden sein. Douthwaite schlägt eine an den möglichen CO2 Ausstoß gebundene Währung vor (ebcu: emission based currency). Die Bindung an die CO2 Emission erfolgt über Emissionsrechte (SER: spezial emission rights). Nachdem international eine Übereinkunft erzielt wurde über den maximal zulässigen Gesamtausstoß, werden 45 % dieser Menge jedem Land nach der Anzahl der Bewohner zugeteilt (=Grundeinkommen), die restlichen 55 % können von Regierung und Industrie über Auktionen erworben werden. Erwartete Vorteile: Grundeinkommen, gerechtere Verteilung der Ressourcen und größere Sparsamkeit, Ende der materiellen Vorteile für die jetzigen Leitwährungen (insb. US$),… 2. nationale Währungen, die an die internationale Währung gebunden wären und nur für Handelszwecke verwendet würde. Sie sollte kein „Bankengeld“ (Kreditgeld mit Zins) sondern „Vollgeld“ (vom Staat herausgegeben, evt. umlaufgesichert) sein. 3. lokale Währungen würden eine wichtige Rolle spielen, weil sie einem lokalen Mangel an der nationalen Währung abhelfen. 4. Spezielle Währungen für Sparzwecke, d.h. eine Möglichkeit der Werterhaltung, die sich relativ leicht verflüssigen lässt. Um zu vermeiden, dass das Sparen der Wirtschaft Geld entzieht, sollten diese Anlagen eher in der Form von sicheren Kapitalanlagen erfolgen als in Geld.

31 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 31
Teil III Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Neues Geld in der Praxis "Schwierig sind nicht die neuen Gedanken; schwierig ist nur, von den alten loszukommen." Prof. John Maynard Keynes

32 Komplementärwährungen weltweit
III 1.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Von komplementären Währungen spricht man, wenn eine Gruppe von Menschen oder Unternehmen eine neue Währung als Tauschmittel akzeptieren. Es geht nicht darum die Landeswährung zu ersetzen, sondern um soziale Funktionen zu ergänzen, die die offizielle Wäh-rung nicht unterstützt." Bernhard Lietaer, internationaler Finanzexperte Quelle: Margrit Kennedy & Bernard Lietaer Die Zahl komplementärer Währungssysteme stieg von 1984 bis 2003 auf über 4000 (hier in den 12 wichtigsten Ländern).

33 Komplementäre Systeme
III 0 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Bartersysteme WIR-Ring (Schweiz), RES € (Belgien), DeMark (Dessau) Tauschkreise, LETS Talente-Tauschkreis Vorarlberg Zeitsparsparmodelle, Seniorengenossenschaften Fureai Kippu (Japan), Seniorenhilfe Dietzenbach Zeitwährungen, Zeitbanken, Time Dollars Time-Banks, Time Dollars, Ithaca Hours Regiogeld im deutschsprachigen Raum Chiemgauer, Waldviertler, Sterntaler, VolmeTALER Payback-Karten CityCard Altötting, Weyhe-Stuhr-Syke-Card (bei Bremen) Alternative Gemeinschaftsbanken JAK-Mitgliedsbank (Schweden) Die ursprüngliche Raiffeisen-Idee - Regionale Banken

34 Regiogeld im deutschsprachigen Raum
III 2.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Regiogeld-Verband Regiogeld-Verband:  28 aktive Regiogelder  32 in der Startphase Regiogeld: Gutscheine können zirkulieren meist umlaufgesichert Rücktauschgebühr ca. 52 aktive Initiativen Regiogeld ist eine Entwicklung der letzten Jahren, die seit 2002 sozusagen exponentiell voranschreitet. Es handelt sich um einfache Waren- und Wertgutscheine, die wie Geld funktionieren und keine zentrale Buchung benötigen. Der Vorteil von Regiogeld liegt in der einfachen Verwaltung, der leichten Handhabbarkeit und Verständlichkeit. In diesem Jahr wurde der Verband Regiogeld gegründet, dem bereits 31 aktive Initiativen beigetreten sind (auf der Karte grün), weitere 28 (gelb) sind in der Startphase und werden voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres starten. Die Wertestandards und Qualitätskriterien des Verbandes sind: Ein Gewinn für die Gemeinschaft: Vorteile für die beteiligten Verbraucher, Vereine, Kommunen und Anbieter (Win-Win-Strategie) und eine nachhaltige Regionalentwicklung. Kreisläufe bilden: regionale Kreisläufe zur Innovationsentwicklung und Deckung des Grundbedarfs sowie Erhöhung der regionalen Wertschöpfung. Neutralität im Austausch: Guthabenzins durch einen Umlaufimpuls oder eine Ablauffrist auf ein verteilungsneutrales Maß senken. Transparent für die Nutzenden: Regeln allgemein verständlich erklärt, die wichtigsten finanziellen Daten veröffentlicht. Demokratisch: Entscheidungen in demokratischen Verfahren und Mitbestimmung der Nutzer. Professionell umgesetzt: auf Basis theoretisch und praktisch fundierter Konzepte, gesundes Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Eigenständig finanziert und gemeinwohlorientiert: auf Dauer Selbstfinanzierung der Initiative, Überschüsse werden für das Allgemeinwohl in der Region eingesetzt. Zusammenarbeit: Die Initiativen verpflichten sich zur kooperativen Zusammenarbeit.

35 Grundprinzip am Beispiel des Chiemgauers
III 2.2 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Das Grundprinzip von Regiogeld will ich Ihnen kurz am Beispiel des Chiemgauers erläutern, der im Jänner 2003 gestartet ist, und dessen Modell als Vorbild für die meisten anderen Regionalwährungen im deutschsprachigen Raum dient. Es handelt sich im Prinzip um einen normalen Gutschein, wie ihn viele andere Geschäfte auch herausgeben, mit einigen wesentlichen Unterschieden. 1. Der Verein druckt Gutscheine und gibt diese an Ausgabestellen zum Verkauf weiter. 2. Die Kunden tauschen an den Ausgabestellen Gutscheine 1:1 zum Euro. 3. Die Kunden kaufen bei teilnehmenden Unternehmen der Region mit Gutscheinen ein. 4. Der Hauptunterschied zu normalen Gutscheinen ist, daß sie nicht von den Unternehmen eingesammelt, sondern an andere weitergeben werden - die Gutscheine zirkulieren. 4b. Die zweite Besonderheit ist die Liegegebühr bzw. Umlaufimpuls: Durch eine Gebühr wird erreicht, daß der Gutschein nicht liegenbleibt, sondern möglichst rasch weitergegeben wird (Was rastet, das rostet). Einmal pro Quartal muß der Gutschein durch Aufkleben einer Marke in der Höhe von 2% des Wertes aktiviert werden. Am Jahresende ist der Gutschein ungültig und man erhält einen neuen, bei dem die erste Marke bereits aufgeklebt ist. 5. Die dritte Besonderheit ist die Rücktauschgebühr bzw. Regionalabgabe: Wenn ein Unternehmen Euro benötigt, kann es die Gutscheine gegen eine Gebühr von 5% wieder in Euro eintauschen. 6. Von dieser Gebühr von 5% behält sich der Verein 2% für die Verwaltung und gibt 3% in Form von Chiemgauern an gemeinnützige Vereine weiter. Die Verbraucher haben 2 Gründe teilzunehmen: Von jedem Euro, den sie umtauschen (die meisten haben ein Abo von € im Monat), erhält ein Verein ihrer Wahl einen Anteil von 3%. Durch ihre Einkäufen und die Zirkulation der Gutscheine fördern sie die regionalen Firmen und somit ihre eigenen Arbeitsplätze und ihre Region.

36 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 36
Chiemgauer - Daten III 2.7 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Der Chiemgauer (kurz C) geht auf eine Schülerinitiative und Christian Gelleri an der Waldorfschule in Prien zurück. Anfangs war er nur im Chiemgau gültig, mittlerweile im gesamten Landkreis Rosenheim ( Einwohner). Nun beginnt er sich durch eine Kooperation mit dem Verein "Region Aktiv" in den Landkreis Altötting auszudehnen ( Einwohner). Das System habe ich bereits vorgestellt. Die Mitgliederzahlen sind 2004 um 175%, 2005 um 70% und heuer um 35% gewachsen. Auffällig ist, daß obwohl die Anzahl der Chiemgauer im Umlauf nur langsam gewachsen sind, dennoch eine starke Steigerung der Umsätze erfolgte (290%, 180%, 71% Zuwachs). Dies resultiert aus der steigenden Umlaufgeschwindigkeit, d.h. die Gutscheine laufen schneller und länger um (werden seltener zurückgetauscht). Die Umlaufgeschwindigkeit des Euro ist in Deutschland ist hingegen gesunken. Faktisch wird aber fast jeder Chiemgauer im Laufe des Jahres wieder in Euro zurückgetauscht, sodaß die begünstigten Vereine 2006 etwa € durch die Regionalabgabe erhalten haben. Umlaufgeschwindigkeit von DM, Euro und Chiemgauer

37 Waldviertler regional (Waldviertel in Niederösterreich)
III 2.10 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Daten: seit ca. 200 Mitgliedsbetriebe W im Umlauf System: Chiemgauer Gründer: Heini Staudinger (Waldviertler Schuhfabrik, GEA) Förderung: € AMS+Arbeiterkammer Waidhofen an der Thaya Die Waldviertler Regionalwährung wurde am 1. Mai 2005 von Heini Staudinger, dem Inhaber der Waldviertler Schuhfabrik und GEA eingeführt. Sie arbeitet nach dem Chiemgauer System (2% Umlaufimpuls mit Quartalsmarken, 5% Rücktausch, davon 3% für gemeinnützige Vereine). Besonderheit: Geschäftsleute dürfen die eingenommenen Waldviertler (kurz W) wieder an Kunden verkaufen und können sich dadurch die Rücktauschgebühr sparen. Derzeit hat der Verein ca. 200 Mitgliedsbetriebe und Waldviertler sind im Umlauf. Der Verein erhielt eine Förderung von € ( vom Bund) für 5 Arbeitsplätze für 2,5 Jahre. Das Büro liegt nun in der Arbeiterkammer in Waidhofen an der Thaya. Eine weitere Besonderheit ist das Quartalsfest am letzten Freitag vor Quartalsende, das den Verbrauchern die Möglichkeit bietet, ihre ablaufenden Scheine auszugeben, sich kennenzulernen und zu amüsieren. Freiwillige Mitarbeiter übernehmen die Arbeiten (Ausschank etc.), die Einnahmen helfen den Verein zu finanzieren. Wichtig ist es, bekannte Musiker zu finden.

38 Bartersysteme - WIR-Ring
III 3.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Bartern = Tauschen für Unternehmen: Gegenseitige Kreditvergabe (Mutual Credit Systems) ca. 30% aller internationalen Transaktionen ca. 600 Mrd. US$ pro Jahr Zulauf wegen Hürden bei Kreditvergabe (Basel II) Nachteile: keine Gemeinwohl-Orientierung keine demokratische Transparenz keine Stärkung der Region oder sozialer Strukturen Social Barter: soziale Zielsetzungen Einbeziehung von Verbrauchern WIR-Wirtschaftsring (Schweiz): seit 1934 Mitglieder (23% der KMU) Bilanz 2005: >3 Mrd. CHW seit 1998 WIR-Bank Öko-Kredite 1% Verzinsung nun auch Privatkunden Barter-Ringe sind Tauschringe für Unternehmen ("Bartern" heißt "Tauschen"), welche die gegenseitige zinsfreie Kreditvergabe und die Schöpfung von Geld ermöglichen und dazu beitragen, Angebot und Nachfrage von Unternehmen zusammenzubringen. Sie dienen v.a. zum internationaler Austausch von Waren und Dienstleistungen. Weltweit gibt es ca. 700 Barter-Ringe, allein 450 in den USA mit teilnehmenden Firmen. Weltweit werden ca. 30% aller Transaktionen zwischen Firmen über Barter-Ringe abgerechnet (ca. 600 Mrd. US$ pro Jahr) - Tendenz steigend. WIR-Wirtschaftsring Genossenschaft (Schweiz) Seit 1934 als Barter-Ring (nur für Gewerbetreibende) Seit 1936 dem Schweizer Bankengesetz unterstellt Von intensives Wachstum (inkl. Filialnetz) Seit 1998 auftreten als WIR-Bank Seit 1999 kombinierte Kredite in WIR/EUR sowie elektronische Abrechnung WIR-Zahlungsschein und WIR-Karte sowohl für WIR als auch CHF benutzbar Seit 2004 internationale anerkannter Währungscode CHW Seit 2006 Öko-Kredit mit 1% Verzinsung (für erneuerbare Energie) Bilanzsumme ,69 Mrd., 2003 über 2 Mrd., 2005 über 3 Mrd. CHF Derzeit ca Mitglieder (23% der kleineren und mittleren Unternehmen der Schweiz) Vorteil ist die antizyklische Wirkung, d.h. daß WIR in Phasen wirtschaftlicher Rezession stärker genutzt wird als im Boom - WIR unterstützt damit die wirtschaftliche Stabilität. Probleme: Teils Probleme für Firmen, die zu hohe Guthaben angesammelt haben, da das Angebot an unterschiedlichen Dienstleistungen trotz der vielen Firmen teils noch zu klein ist (unerlaubte Verkaufsgeschäfte über Zeitungen mit bis zu 30% Verlust).

39 Talente-Tauschkreis Vorarlberg
III 3.4 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Daten: seit 1998 Mitglieder: derzeit ca Einheit: 1 h Arbeit = 100 Talente (kurz Tt), 1 € = 11,5 Tt Umsatz bisher: h Leistungen (ca. 1 Mio. €) Umsatz 2005: 2,3 Mio. Tt ( €) Schöpfung 2006: Tt ( €) Besonderheiten: Gewerbebetriebe: ca. 15% Gemeinden: "Evergreen" Leiblachtal (5 Gemeinden) Inflationsanpassung (echte Zeitwährung) Dieser Tauschkreis existiert seit 1998, hat ca Mitglieder und zählt zu den erfolg-reichsten in Mitteleuropa. 100 Talente (kurz Tt) entsprechen einer Stunde Arbeit (dies können die Mitglieder in einem Rahmen selbst aushandeln). Bisher entsprach 1 € 13 Tt (7,7 € pro Stunde), seit heuer durch die Inflationsanpassung 11,5 Tt (8,7 € pro Stunde). Umsatz bisher: h Leistungen (ca Transaktionen und 1 Mio. €) Umsatz 2005: 2,3 Mio. Tt ( €) Schöpfung 2006: Tt ( €) Ein Drittel aller Geschäfte wird im Durchschnitt aber nicht verbucht (unbezahlte Freund-schaftsdienste). Der Verein ist in ganz Vorarlberg aktiv und hat sich aufgrund der Größe bereits in 7 Regionen aufgeteilt, die sich monatlich treffen. Es gibt Veranstaltungen, Kurse, Projekte (Bibliothek etc.), eine Marktzeitung und ein Talenteverzeichnis (halbjährlich). Einbindung von Gewerbebetrieben: ca. 15% aller Mitglieder sind Firmen und Vereine, dies ist erfolgsentscheidend, denn nur wenn das Angebot im Tauschkreis professionell und groß genug ist, kann das System wachsen und von allen Beteiligten als Gewinn empfunden werden. Einbeziehung von Gemeinden: Projekt "Evergreen" im Leiblachtal mit 5 Gemeinden zur Aktivierung von Senioren, Einbeziehung der lokalen Betrieben, Bezahlung von Sozial-leistungen wie Essen auf Rädern, Mobile Haushilfe etc. in Talenten, teilweise Entlohnung von Mitarbeiter in Talenten. Familienkonto: gemeinsames Konto für gemeinsame Leistungen, gemeinsames Sparen Schöpfungsrahmen: Normal Tt (260 €) für Personen und (435 €) für Firmen. Der Verein entscheidet in Sonderfällen über erhöhte Rahmen bis Tt (4.348 €). Für Guthaben gibt es keine Begrenzung.

40 Talentegutschein - Nachhaltigkeitsgutschein
III 3.5 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Talente-Buchungs-Scheck: Scheck mit 2 abtrennbaren Abschnitten Kassenbon: als Buchungsbeleg Talente-Gutscheine: zum Verschenken max. 10 mal weitergebbar Nachhaltigkeitsgutschein: kaufbar gegen Euro (115 Tt = 10 €) 10% Verlust bei Rücktausch in Euro kein Verlust bei Rücktausch in Talente Tauschschein: entspricht einem kleinen Scheck, hat aber 2 abtrennbare Abschnitte für die 2 Tauschpartner (Kontrolle), der mittlere Abschnitt geht für die Abrechnung an den Verein. Die Partner müssen ihre Kundennummer eintragen und unterschreiben. Kassenbon: Der Kassenbon wird als Buchungsbeleg beim Verein akzeptiert, wenn der Preis in Tt mit ausgedruckt, der Kunde seine Mitgliedsnummer eintragt und unterschreibt. Die meisten Registrierkassen können Preise in mehreren Währungen ausdrucken. Gutscheine (Stückelung in 10, 50, 100, 500, 1000 Tt): ermöglichen das Beschenken, z.B. von Tauschpartnern in Notlagen, und öffnen den Tauschkreis nach außen (an Nichtmitglieder). Haben einen Lebenslauf auf der Rückseite, an dem man sieht, wer den Gutschein schon hatte. Kann max. 10 mal weitergegeben werden. Vorarlberger Nachhaltigkeitsgutschein: eurogedeckter Gutschein, nur eine Stückelung (115 Tt = 10 €) mit 8 verschiedenen Motiven (nachhaltige Vereine der Region), seit Oktober 2006 im Umlauf , wird gegen Euro gekauft, 10% Verlust bei Rücktausch in Euro, kein Verlust bei Rücktausch in Talente. Kaufkraftstabilität - Inflationsausgleich: Bei Zeitwährung ist ein Inflationsausgleich zwingend, um die Kaufkraftstabilität zu gewähren. Die Sicherheit vor Wertverlust ist sehr wichtig, damit 1 h in 10 Jahren immer noch 1 h ist. Die Kaufkraft wird durch die regel- mäßige Anpassung des Wechselkurses zwischen Euro und Talenten gesichert. Der Umrechnungskurs darf sich nicht zu oft ändern, sondern nur alle paar Jahre. Beteiligung von Gemeinden: Auch Gemeinden können sich indirekt (mit Betrieben bzw. Vereinen) beteiligen. Beispiel: Sanierung oder Bau eines Hallenbads. Der Betrieb bzw. neu gegründete Verein beteiligt sich am Barter-Ring und vergibt die meisten Leistungen über die Zeitwährung. Das Konto des Vereins geht ins Minus (zinsfrei), es wird also viel Geld (Guthaben bei Firmen) geschöpft. Solange der Barter-Ring schnell genug wächst, damit die Firmen ihre Guthaben einlösen können, entsteht kein Problem. Das Hallenbad muß jedoch auch Leistungen anbieten, also die Bezahlung in Talenten ermöglichen.

41 Zeitvorsorge Vorarlberg
III 3.6 "Geld ist keine Sicherheit, nur die Gemein-schaft kann Sicherheit bieten!" Mauricio Wild Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Bedarf an mobiler Hilfe +280% bis 2020 Ablauf: MOHI stellt Tauschkreismitglieder an 100 Tt oder 50 Tt + 4,35 € je Stunde Tt inflationsfrei auf Zeitkonto gespart Konten der Hilfsdienste im Minus unproblematisch, da zinsfrei Sicherstellung: Gemeinde bürgt für Zurückzahlung Vertrag Vereinen - Gemeinden Sozialsprengel Leiblachtal: 5 Gemeinden Vorarlberger Landesregierung: übernimmt landesweit Kosten Umstellung und Werbung Aufgrund der fortschreitenden Überalterung, steigt der Bedarf an mobiler Haushilfe bis 2020 um geschätzte 280% (Gernot Jochum-Müller). Das Problem der Gesellschaft und der Kommunen wird sein, diesen Pflegebedarf zu decken und vor allem zu finanzieren. Die größte Besonderheit des Vorarlberger Tauschkreises ist das Pflegeansparmodell, das im Dezember 2005 initiiert, aber erst jetzt stärker beworben und eingeführt wird. Die Grundidee ist: "Jetzt für die Gemeinschaft tätig werden, später abgesicherte Pflege im Alter." Wer mitarbeitet, hat doppelt vorgesorgt: Er hat Pflegestunden angespart und persönliche Kontakte geknüpft. Die Mobilen Hilfsdienste (MOHI) in Vorarlberg, die es in fast jeder Gemeinde gibt, organi-sieren, vermitteln, unterstützen, versichern und bezahlen die Tauschkreismitglieder, entweder mit 100 Tt pro Stunde oder 50 Tt und den Rest in Euro (momentan 4,35 €). Die Talente können auf einem Konto inflationsfrei gespart werden. Die Konten sind zweckgebunden für die Pflege und können in Sonderfällen (Wohnsitzwechsel) auf ein Tauschkreiskonto übertragen und für Waren/Dienstleistungen ausgegeben werden (würde sonst "inflationäre" Tendenzen erzeugen). Während die Konten der Mitglieder in Plus gehen, gehen die der Hilfsdienste bodenlos ins Minus. Erst wenn künftige Generationen diese Menschen pflegen, lösen sich diese Guthaben auf, und die neue Generation spart neue Stunden an. Die Konten der Hilfsdienste bleiben "ewig" im Minus, was unproblematisch ist, da das System zinsfrei ist. In einem Zinssystem wäre dies unmöglich! Hier ermöglicht es hingegen das Ansparen von großen Guthaben. Die Sicherstellung für die Zurückzahlung der Leistungen übernimmt die Gemeinde, das stabilste Glied der Gesellschaft. Private Pflegevereine müssen entsprechende Verträge mit der Gemeinde abschließen. Dieses System ist also gesichert, solange es noch Menschen gibt, die Arbeiten können und ihre eigene Pension sichern wollen. Die Pflegebedürftigen zahlen wie normal 8-12 € je Stunde (die Verwaltungskosten über-nimmt die Landesregierung). Mit diesen Einnahmen hinterlegen die Sozialvereine die ange-sparten Talente. Sie bilden also eine Rücklage, die eigentlich nicht nötig wäre, aber in Ausnahmefällen die Auszahlung von Guthaben in Euro ermöglicht. Nach ein paar Jahren können diese Rücklagen von den Sozialvereinen großteils aufgelöst und investiert werden. Das System wurde bereits von mehreren Gemeinden eingeführt (z.B. Sozialsprengel Leiblachtal mit 5 Gemeinden) und wird nun von der Vorarlberger Landesregierung unterstützt, die die gesamten Kosten der Pflegevereine für Umstellung und Werbung übernimmt!

42 Seniorengenossenschaften - Fureai Kippu
III 3.7 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Seniorenhilfe Dietzenbach (bei Frankfurt): Daten: seit 1994 Mitglieder: (6% der Stadtbevölkerung) Durchschnittsalter: 65 Jahre System: Nachbarschaftshilfe zwischen Senioren Motto: Jung pflegt Alt, Alt hilft Jung Tätigkeiten: Hospizdienst, Altenbetreuung, Nachbarschaftshilfe, Nachhilfeunterricht für Schüler, Computer-Schulungen, Freizeitaktivitäten, Reparaturdienste etc. Fureai Kippu ("Pflege-Beziehungs-Ticket" Japan): weltgrößtes Alterspflegesystem 3 Mio. Mitglieder 400 regionale Zeitbanken allgemein genutzt und geschätzt landesweit gültig Seniorenhilfe Dietzenbach (bei Frankfurt): ist das Paradebeispiel unter den sog. Seniorengenossenschaften, Zeitsparmodellen für Senioren. Sie existiert seit 1994 und hat Mitglieder (rund 6% der Bevölkerung der Kreisstadt). Das Durchschnittsalter beträgt 65 Jahre. Für alle Tätigkeiten erhält man zwei Punkte pro Stunde bzw. 1 Punkt für 1/2 h. Das System soll die Pflege sichern (Jung pflegt Alt) und Generationen-übergreifende Zusammenarbeit schaffen (Alt hilft Jung). Die Tätigkeiten umfassen Altenbetreuung, Nachbarschaftshilfe, Nachhilfeunterricht für Schüler, Computer-Schulungen, Freizeit-aktivitäten, Reparaturdienste etc. Fureia Kippu ("Pflege-Beziehungs-Ticket" Japan): ist das weltgrößte Alterspflege-system mit 3 Mio. Mitgliedern und 300 regionalen Zeitbanken. Es stellt eine allgemein genutzte und geschätzte Ergänzung zur Pflege älterer oder behinderter Menschen dar. Eigentlich ist es eine landesweit gültige, sektorale Währung. Es gibt folgende Verrechnungsmethoden (Margrit Kennedy): 100% Zeitwährung wahlweise 100% Zeit- oder Standardwährung feste Quoten zwischen Zeit- und Standardwährung (meist 10-50% Zeitanteil) Tickets, die die Pflegebedürftigen zuvor kaufen und damit die Pfleger bezahlen Ferner gibt es 2 Clearinghausstellen zur Übertragung der Guthaben in andere Regionen. Probleme: Das Grundproblem ist die Übertragung von Guthaben bei einem Wohnsitz-wechsel. In Japan ist dies kein Problem, da das System landesweit besteht. Bei uns muß ein ausreichend großer Tauschkreis existieren, sodaß die Guthaben in Ausnahmefällen auf Tauschkreiskonten übertragen und für Waren und Dienstleistungen ausgegeben werden können. Im Todesfall muß das gesamte Guthaben vererbt werden können.

43 Time Banks und Time Dollars (USA)
III 3.10 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Time Banks: über 400 Zeit-Banken Kooperation mit Kommunen und sozialen Organisationen "Alt hilft Jung" und "Jung hilft Alt" Time Dollars: über 200 Zeit-Dollar laut Bundesgesetz steuerfrei Washington: 200 Gemeinden Ithaca Hours: US-Bundesstaat New York anerkanntes Zahlungsmittel Löhne, Mieten, Kredite etc. 1 Stunde = 1 HOUR = 10 US$ Um den Buchungsaufwand der Zeitwährung zu minimieren führte der Verein kurz nach der Gründung 1991 HOUR-Geldscheine ein, die einer Stunde Arbeit entsprechen (=engl. hour). Heute hat sich die Parallelwährung im Geschäftsleben von Ithaca so sehr durchgesetzt, daß sämtliche Waren und Dienstleistungen mit ihr erworben werden könne. Mit HOURS werden auch Löhne und Mieten bezahlt. Sogar Kredite, die in Dollar gewährt wurden, können in HOURS getilgt werden. Die HOURS haben sich nach Jahren als legales Regiogeld durchgesetzt. Wer sie fälscht wird ebenso bestraft, als hätte der Dollarscheine hergestellt (Günter Hoffmann). Jeder neue Teilnehmer erhält einen festen Betrag an HOURS, wenn er dem System beitritt, und dann einmal im Jahr weitere HOURS. Will der Teilnehmer mehr HOURS verbrauchen, muss er seine Arbeit für HOURS anbieten. Da das Geld nicht aus der Stadt verschwindet, steigt die Geldmenge kontinuierlich an. Nachteil: Das Komitee versucht, Inflation und Deflation durch eine Anpassung der Menge, die den Teilnehmern per Abo zugestellt wird, auszugleichen. Dennoch ist das System anfällig, da dies nur langfristig wirkt. Nachteilig ist auch, daß die Einführung eines HOURS-System Zeit braucht. Die Geldmenge steigt nur langsam, sodaß am Anfang wenig Geschäfte in HOURS getätigt werden können. Unternehmen können also erst sehr spät am System partizipieren (Karkuschke & Fischer).

44 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 44
JAK-Bank III 4.2 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "In Schweden gelang es mit dem JAK-System, viel Geld in die Regionen zu bringen und damit die Abwanderung in die Ballungszentren zurückzuhalten." Thomas Fuchs Daten: Mitglieder (ca neue pro Jahr) 64 Mio. € Einlagen (Zuwachs ca. 10% pro Jahr) Besonderheiten: gemeinnützige Mitgliedsbank geringe Sach- und Personalkosten Vergabe von zinsfreien Krediten bekannt für Sicherheit System: 1. Vor-Sparen 2. Tilgen+Sparen 3. Nach-Sparen 4. Guthaben beheben 5. Bonuspunkte Die JAK-Bank ist eine gemeinnützige Mitgliedsbank, bei der jedes Mitglied ein Stimmrecht hat. Sie hat geringe Sach- und Personalkosten, verzichtet auf Prachtbauten, nutzt das Internet und die Postgiroämter. Sie verzichtet auf kostspielige Werbung, da die meisten Kunden durch Empfehlungen kommen. Alle Kredite werden aus den Spareinlagen der Mitglieder finanziert, die nicht verzinst werden. Dies ermöglicht die Vergabe von zinsfreien Krediten (geringe Risiko- und Bearbeitungs-gebühren von ca. 1-2%). Die meisten anderen Bankkredite kosten das 4 bis 5-fache (Zinssätze in Schweden höher als bei uns). Spareinlagen und Kredite halten sich immer die Waage. Das System ist bekannt für seine Sicherheit und die unübertroffen geringe Zahl an "faulen" Krediten. Die JAK-Bank besteht seit 1965 und hat mittlerweile Mitglieder: Seit 1997 kommen pro Jahr etwa tausend neue hinzu. Die Einlagen wachsen um ca. 10% pro Jahr und beliefen sich 2002 auf etwa 64 Mio. € (Margrit Kennedy). Wie läuft ein Kredit ab: Vor-Sparen: Bevor man den Kredit erhält, muß man zuerst mehrere Monate ansparen. Tilgen und Sparen: Während der Laufzeit des Kredits muß man sowohl den Kredit tilgen als auch in der gleichen Höhe ein Guthaben ansparen, das an andere verliehen werden kann. Nach-Sparen: Nach der Tilgung des Kredits muß man noch mehrere Jahre nachsparen. Guthaben: Am Ende kann man das zusätzlich angesparte Guthaben beheben. Die meisten Kunden belassen es aber bei der Bank, da die Begeisterung für das zinslose, gemeinnützige System groß ist. Man verzichtet auf die geringen Zinsen bei anderen Banken und hat lieber Sicherheit. Bonuspunkte: Statt Zinsen erhält man Bonuspunkte, die man an seine Kinder oder Freunde, die einen Kredit benötigen, verschenken kann. Diese müssen dann nur mehr kurz vor- oder nachsparen, da andere dies schon erledigt haben. Problematisch ist, daß mittlerweile viele Banker die Bank nutzen, um günstig an Kapital für Spekulationen zu kommen. Ein alternatives Geldsystem würde davor schützen.

45 Zinsfreies Geld in der Geschichte
III 5.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Korngiro (Ägypten): v.Chr. Ming-Zeit (China): Käsch, kulturelle Hochblüte Gothik (Mitteleuropa): Brakteaten, Schrötlinge, Heller Münzverrufung meist 1x pro Jahr Arbeitszeit ca. 20 h pro Woche arbeitsfreie Tage Lohn von Tagelöhnern ± € Bethel-Mark/Euro: seit 1908 Bethel-Anstalten ( Mitarbeiter) 105 Bethel für 100 Euro ca. 15% des Umsatzes Wära: Ulm, Schwanenkirchen, Schweiz Wertbezug auf 1 kg Kohle Korgiro: Zinsfreies Geldsystem im ptolemäischen Ägypten ( vor Chr.) Umlaufgesichertes Papiergeld in der Ming-Zeit (China ): In beiden Fällen entwickelte sich eine kulturelle Blüte, die diese Epochen aus der Geschichte der Länder heraushob (Margrit Kennedy). Gothik: Während der Gotik (ca ) gab es in ganz Mitteleuropa ein buntes Neben-einander von Währungen, die nur sehr kleinräumig und kurzfristig gültig waren: Brakteaten, Hohlpfennige, u.a. Die meisten wurden im Schnitt mehr als einmal im Jahr "verrufen", d.h. sie wurden ungültig und mußten unter Verlust gegen neue eingetauscht werden. Dieses Netzwerk war sehr stabil und produktiv, trotz der damals viel geringeren Bevöl-kerung (etwa 1/10 von heute), der Pestepidemien und des geringen technischen Fort-schritts. Die Handwerker waren so gut bezahlt, daß sie nur 5-6 h pro Tag arbeiteten, und sehr bald nur mehr 4 Tage in der Woche (Blauer Montag). Aufgrund der vielen arbeitsfreien Tage (mindestens 90, teils über 150) betrug die mittlere Arbeitszeit ca. 20 h pro Woche. Selbst der Lohn ungelernter Tagelöhner betrug umgerechnet etwa € im Monat. Die Gotik brachte ein blühendes Handwerk und blühende Städte hervor. Nach einer Studie an der Harvard-Universität kann diese Zeit zu den glücklichsten der Menschheitsgeschichte gezählt werden. Die Blütezeit begann und endete mit den zinsfreien Währungen. Bethel-Mark/Euro: Seit 1908 für die ca Mitarbeiter und Betreuten der Bodelschwingh' schen Anstalten im Stadtteil Bethel in Bielefeld. Man erhält 105 Bethel für 100 € und kann es in den vielen anstaltseigenen Betrieben nutzen. Ca. 0,5 Mio. € Gutscheine wurden gedruckt und von der Sparkasse in Umlauf gebracht. Ca. 15% des Umsatzes in Bethel werden damit getätigt. Ulmer Wära, Schweizer Wära: Im Jahr 1929 in Ulm, Erfurt, Schwanenkirchen und von anderen Gemeinden in Deutschland und der Schweiz eingeführt, dann aber verboten. Der Wert basierte auf einem Kilogramm Kohle.

46 "Das Wunder von Wörgl" (1932-1933)
III 5.3 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung System: Gemeinde Wörgl (Tirol) Arbeitsbestätigungsscheine Umlaufsicherung (1% je Monat) Auswirkung nach 6 Monaten: Gemeindeeinnahmen +54% Investitionsausgaben +220% zahlreiche Bauprojekte Auswirkung n 13,5 Monaten: Arbeitslosigkeit -16% (absolut) 416x Durchlauf jedes Scheins Umsatz: ca. 5,6 Mio. Euro Ende: Teilnahme weiterer 4 Gemeinden Nachahmung in ca. 200 Gemeinden Verbot durch Nationalbank Umlaufgesichertes Geld wurde 1932 sehr erfolgreich von der Gemeinde Wörgl in Tirol eingesetzt. Weltwirtschaftskrise - der berüchtigte „Schwarze Freitag“ bringt 1929 tausenden Menschen Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Massenarmut. Auch in Wörgl, dem kleinen Tiroler Ort schließen zahlreiche Betriebe. Bald erreicht die Arbeitslosigkeit über 30%. Der bei der Innsbrucker Sparkasse hochverschuldete Ort ist nicht mehr in der Lage, die inzwischen aufgelaufenen Zinsen (50.000,- Schilling) zu bezahlen. Auf Initiative des Bürgermeisters Michael Unterguggenberger beschließt der Gemeinderat am Arbeitsbestätigungsscheine im Wert von Schilling auszugeben. Diese können bei der örtlichen Raiffeisenkasse gekauft werden und haben eine Umlaufsicherung von 1% pro Monat (Klebemarken). Innerhalb kurzer Zeit kommt Leben in den Ort: Durch den regen Umlauf flossen bereits nach 3 Tagen von den erst ausgegebenen Schilling Schilling an Steuern zurück. Viele zahlten ihre Steuern sogar im voraus, um dem Wertverlust zu entgehen. Während sich die Finanzen der Gemeinde bis 1931 laufend verschlechtert hatten, traten bereits nach 6 Monaten (Bilanz 1932 gegenüber 1931) bemerkenswerte Verbesserungen ein: Erhöhung der Einnahmen um 53,8%, Abbau des Ausgabenrückstandes um 61,2%, Zunahme des Ertrages an Gemeindesteuern um 34,4%, Zunahme der Investitionsausgaben um 219,7% (DDr. Silvio Unterguggenberger). So konnte die Gemeinde zahlreiche Bauaufträge vergeben: Skischanze, Betonbrücke, Kanalisation, Notstandsküche, Parkanlagen, Straßenbeleuchtung und -asphaltierungen usw. Im Schnitt waren Schilling in Form von Arbeitswertscheinen im Umlauf, die im Lauf des Experiments (13,5 Monaten) ca. 416 mal den Besitzer wechselten und damit den Austausch von Gütern und Dienstleistungen im Wert von über 2,5 Mio. Schilling ermöglichten (Fritz Schwarz). Dies würde heute einer Kaufkraft von ca. 5,6 Mio. Euro (77 Mio. Schilling) entsprechen. Die Arbeitslosigkeit ging absolut um 16% zurück, während sie in Österreich im gleichen Zeitraum um 19% stieg (Thomas Wendel). Das Experiment erregte weltweites Aufsehen. Der französische Ministerpräsident Daladier sowie Wirtschaftsprofessoren aus aller Welt reisten in die kleine Gemeinde, um sich das „Wunder von Wörgl“ anzusehen. Die Gemeinden Kirchbichl, Hopfgarten, Brixen i.Th. und Westendorf beschlossen, sich dem System anzuschließen. Ca. 200 österreichische Gemeinden (darunter auch Linz) wollten dem Erfolgsbeispiel folgen. Daraufhin wurde es am von der Nationalbank verboten, und die Gutscheine gegen den Widerstand der Bevölkerung und allen Beteiligten von der Gendarmerie beschlagnahmt. Arbeitslosigkeit und Not kehrten schlagartig nach Wörgl zurück...

47 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung 47
Teil IV Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung Ein komplementäres Gesamtkonzept Der einzige Ort, an dem wir aktiv werden und erfolgversprechende Projekte umsetzen können, ist die Region, in der wir leben, unsere Heimat.

48 Module eines Gesamtkonzepts
IV 2.1 Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung RegioCard (Bonussystem) Zeitsparmodell (Altersvorsorge) Mobile Hilfsdienste Gemeinden Zeitbank (Zeitwährung) Barter-Ring (Unternehmen) Tauschkreis (Nachbarschaftshilfe) Inflations-ausgleich Regiogeld (eurogedeckt) Zeitgutscheine (leistungsgedeckt) Regionale Bank (JAK-System) Regional- fonds Infrastruktur (Ökoenergie etc.)

49 TIMESOZIAL - Dreigliederung
Zeitbank: Abrechnung mit Zeit statt Geld Zeitkonten: Zeitguthaben oder Zeitschulden Nachbarschaftshilfe Altersvorsorge Wirtschaftsnetz soziale Ziele (Privatkonto) Vorsorgeziele (Zeitsparbuch) wirtschaftliche Ziele (Geschäftskonto)

50 TIME Nachbarschaftshilfe - Ziele
Nachbarschaftshilfe wiederbeleben: gerechte Stundenabrechnung Generationen vereinen: Pensionisten, Arbeitslose und Jugendliche aktivieren Eigenverantwortung fördern Vereinsamung entgegenwirken Alleinerziehende und junge Familien fördern Notsituationen abfangen und Härtefälle unterstützen Klimakatastrophen bewältigen gegenseitige Hilfe

51 TIME Altersvorsorge - Ziele
Altersvorsorge auf Zeitbasis die sich jeder leisten kann generationenübergreifendes System der Haushilfe und -pflege zuhause alt werden Eigenverantwortung und Engagement fördern und belohnen Betreuung über die Nachbarschaft alte und behinderte Menschen kontinuierlich und persönlich Pflegende Angehörige belohnen für ihre eigene Vorsorge anrechnen Sozialbudgets entlasten Altersversorgung finanzierbar machen

52 Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Tobias Plettenbacher - Regionale Alternativen zur Globalisierung "Heute stehen wir vor dem Abgrund. Morgen sind wir einen Schritt weiter!" Tragen wir dazu bei, dass es ein Schritt in die richtige Richtung wird! Wir selbst sind diejenigen, auf die wir immer gewartet haben (Botschaft der Hopi-Indianer 2001). DI Tobias Plettenbacher TIMESOZIAL, ATTAC Ried i.I. Tel.: 0043(0)664/ Ich möchte meinen Vortrag mit den Worten von Georg Simmel aus dem Jahre 1901 beenden:


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