Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Biologische Grundlagen der Friedensforschung Gunnar Jeremias, Reinhard Lieberei, Jürgen Scheffran.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Biologische Grundlagen der Friedensforschung Gunnar Jeremias, Reinhard Lieberei, Jürgen Scheffran."—  Präsentation transkript:

1 Biologische Grundlagen der Friedensforschung Gunnar Jeremias, Reinhard Lieberei, Jürgen Scheffran

2 G. J. Einführung, Begriffsdefinitionen, Bezüge zu Biowaffen und zur Umweltsicherheit, globale Dimension des Themas G.J.Historische Konfliktfälle mit biologischem Hintergrund; Biowaffenprogramme, Biowaffenkontrolle (vertraglich/praktisch) G.J. Dual-use-Fallbeispiel: Mouse Pox (Simulationsspiel) R.L. Gentechnologie: Know how mit dual use Aspekten, Grundlagen der biologischen Methoden R.L. Systeme mit hohem Missbrauchspotential (biological threats), biologische Beiträge zur Gesundheit, Friedenssicherung, potentielle Bedrohungen /Szenarien Abhilfe R.L.Biologische Systeme und Friedensforschung a) Konflikte und Kooperation in ökologischen Systemen J.S.Biologische Systeme und Friedensforschung b) Konflikte und Kooperation in ökologischen Systemen (Modelle: Räuber-Beute etc.) R.L.Konzept der Umweltsicherheit: Ökologische Störungen a) Ernährung J.S. Konzept der Umweltsicherheit: Ökologische Störungen b) Bioenergie R.L., J.S. Klimawandel/Vegetation/Biodiversität Pfingstferien J.S.Umweltkonflikte und Klima G.J., J.S.,R.L. Abschlussdiskussion: Von der Katastrophenvermeidung zur Friedenssicherung Klausur p. 2

3 1. Zentrale Begriffe 1.1 Krieg/bewaffneter Konflikt 1.2 Frieden 1.3 Sicherheit 1.4 Entwicklung 1.5 Nachhaltigkeit 1.6 Verantwortung 2. Die Verbindung von Friedensforschung und Naturwissenschaft 2.1 Disziplinäre Beispiele 2.2 Biologie und Friedensforschung 3. Friedensforschung als angewandte Wissenschaft 3.1 In der (internationalen) Politik 3.2 In der Wissenschaft 4. Literatur p. 3

4 Krieg: gewaltsamer Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist: (a)an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt; (b)auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.); (c)die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d.h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern. Kriege werden als beendet angesehen, wenn die Kampfhandlungen dauerhaft, d.h. für den Zeitraum von mindestens einem Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der AKUF-Kriegsdefinition fortgesetzt werden. Als bewaffnete Konflikte werden gewaltsame Auseinandersetzungen bezeichnet, bei denen die Kriterien der Kriegsdefinition nicht in vollem Umfang erfüllt sind. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, in denen eine hinreichende Kontinuität der Kampfhandlungen nicht mehr oder auch noch nicht gegeben ist. (AKUF) p. 4

5 Unterscheidungen möglich hinsichtlich: Ursachen (Unabhängigkeitskrieg, Kolonialkrieg,…) Zielen (Angriffs-, Verteidigungskrieg, Eroberungskrieg,…) Formen (regulärer Krieg, Guerillakrieg, Volkskrieg,…) Eingesetzten Waffengattungen (konventioneller, nuklearer, bakteriologischer,… Krieg) Räumen (regionaler Krieg, Weltkrieg). Friedenserzwingende und friedenserhaltene Maßnahmen Kriegsvölkerrecht zur Regelung des Verhaltens von Kriegsparteien – bei internationalen Kriegen p. 5

6 Friedensbegriffe Abwesenheit von Krieg: negativer Friedensbegriff Traditionell (national-) staatliches Denken Anwesenheit einer Friedenskultur: positiver Friedensbegriff Weitere Näherung über den Begriff der Friedensforschung p. 6

7 Geschichte der institutionalisierten Friedens- (und Konflikt-) Forschung Seit den 1960er Jahren als eigenständiger Zweig der Politikwissenschaft (z.B. in Abgrenzung zu Internationalen Beziehungen) etabliert. In Deutschland: Anfang der 1970er Gründung einschlägiger Institute (IFSH, HSFK,…). Förderung aus Bundesmitteln (bis 1982). Politische Agenda. Czempiel (2002) Kopfgeburt der sozialliberalen Koalition […], nicht als autonome Ausdifferenzierung der Wissenschaft von den Internationalen Beziehungen. Thematik meist der Ost-West-Konflikt. Normative Orientierung an Entspannung. International: SIPRI, PRIO. In den USA: Reaktion auf den Vietnamkrieg Später Ausweitung der politisch-gesellschaftlichen Unterstützung aus zivilgesellschaftlichen Bewegungen (Frieden, Anti-Atom,…). Friedensforscher nehmen Expertenrollen in den Bewegungen ein. p. 7

8 Geschichte der institutionalisierten Friedens- (und Konflikt-) Forschung Nach dem Ost-West-Konflikt: Aufschwung der Internationalen Beziehungen Weitere Institute und Masterprogramme (Hamburg, Marburg, Darmstadt,…) Verstärkte Förderung vor allem von Projekten, die Konfliktvermeidung, -bearbeitung, sowie -nachsorge und Governance aufeinander beziehen. Verhältnismäßig weniger Forschung zu Rüstungskontrollthemen. p. 8

9 Phasen der Friedensforschung 1.) Entwicklung des Friedensbegriffs 2.) Friedensforschung als politische Wissenschaft? p. 9

10 Phase 1: Theoriedebatten um den richtigen Friedensbegriff Hauptströmungen: Traditionelle Friedensforschung Forschung ÜBER Frieden Untersuchung von Krieg und Frieden als Phänomene zwischenstaatlichen Handelns Kritische Friedensforschung Forschung FÜR den Frieden Erweiterung des Friedensbegriffs p. 10

11 Traditionelle vs. Kritische Friedensforschung (ab den 1970er Jahren) Kritische Theorie: Emanzipatorische Kritik an gesellschaftlicher Ordnung, Interesse auf globalen Wandel und soziale Gerechtigkeit. Kritik an den Traditionalisten v.a. in den USA: Befriedungsforschung (Interesse: Stabilisierung der herrschenden Machtverhältnisse). In der Friedensforschung: Konzept der strukturellen Gewalt (Galtung 1971). p. 11

12 Strukturelle Gewalt Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist. (Galtung 1969) Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten. (Me-Ti 5. Jh. v. Chr.; nach B. Brecht) p. 12

13 Strukturelle Gewalt Gewalt als gesellschaftliches Strukturprinzip (und nicht eine konkrete Handlung). Sozial-, und kapitalismuskritische Auslegungen Kritik an der Kritik: ihrerseits Legitimation von Gewalt, schlechte unterscheidbarkeit von Herrschaft, Begriff zu weit, um ihn nutzen zu können. p. 13

14 Phase 2: Friedensforschung als politische Wissenschaft? Galtung/Krippendorff: Friedensforschung als unbedingt pazifistisch kodierte Wissenschaft. Sie ist einem Ziel verpflichtet, dass zugleich ihren Weg bestimmt. Krippendorff (1970): Wenn du den Frieden willst, dann ändere die gesellschaftlichen Voraussetzungen, die bisher immer zum Krieg geführt habe. Vs. Erarbeitung von Vorschlägen zur zivilen Konfliktbearbeitung entlang politischer Vorgaben (Einbindung in Militäreinsätze, die (wieder) als normales Mittel zur Konfliktlösung gelten). Nicht mehr der Konflikt, sondern der Diskurs über den Konflikt ist Gegenstand der Untersuchungen (scheinbar objektive Distanz zum Gegenstand, positivistische Wissenschaft): Dekonstruktion von Debatten lässt dem Forscher die Möglichkeit, nicht selbst Position beziehen zu müssen. Kritik: Normativität (durch beliebige Nichtbeachtung wichtiger Parameter, wie historischen Dimensionen, Identifizierung von Interessen,…) wird nur kaschiert. Entpolitisierung ist keine. p. 14

15 p. 15 Kollek 2011/12

16 (Internationale) Sicherheitspolitik kontinuierliche Erweiterung der inhaltlichen Reichweite (ursprünglich: Sicherheit von Staaten vor militärischen Angriffen) Politische Implikationen von Versicherheitlichung (von Gesundheit, Klima, Umwelt, …): HUMAN SECURITY USA, EU, UN-Sicherheitsrat (2007): Beschäftigung mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Frieden und die Sicherheit. Angebotene Lösungen beziehen sich größtenteils auf Migration. Globale friedensfördende Wirkung fraglich (ebenso: Gesundheit, Entwicklung,…). p. 16

17 (Internationale) Sicherheitspolitik Machteliten (der Staat/Allianzen) definieren, wo Sicherheitsprobleme auftreten, die das Funktionieren politischer Problembewältigung gefährden und reklamieren die sicherheitspolitische Gestaltungsmacht auf dem Feld. Sorgen/Gegenstrategien gelten nicht einer holistischen Problemlösung, sondern der Problembewältigung eines Staates/Bündnisses (Ole Waever). Ironie der Geschichte: Häufig waren es zunächst globale zivilgesellschaftliche Organisationen, die zuerst die Sicherheitsrelevanz bestimmter Problemfelder (Entwicklungspolitik) betonten, um diese stärker in den Mittelpunkt staatlichen Interesses zu rücken – um den Preis einer staatlich/militärischen Okkupation der Thematiken. p. 17

18 Sicherheit und Technikanwendung Engl.: Safety vs. Security (Betriebssicherheit vs. Angriffssicherheit) Risiko- und Gefahrenvermeidung in komplexen Systemen letztlich unmöglich: Bestimmung vertretbarer/verantwortbarer Risiken (Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit x Vulnerabilität x Schadensgröße) Produktion von Unsicherheit: Erkenntnis als Problem. Innovative Einzelprojekte z.B: H5N1: Erkenntnisse zu Grippe wichtig / Missbrauchs- bzw. Ausbruchssicherheit Global systemisch: Handeln als Teil eines Systems Was beim Herauslösen der epistemischen Dinge aus ihrem Kontext verlorengeht, sind die gesellschaftlichen Zusammenhänge (Nowotny/Testa) Werkzeug für die Handhabung des Dilemmas: Technikfolgenabschätzung p. 18

19 Häufig wird ein direkter Wirkungszusammenhang von Entwicklung und Frieden vermutet Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik: vernetzte Sicherheit. (Bundesregierung 2006). Kritik: Was ist Entwicklung? Oktroyiertes Entwicklungsmodell? Entwicklung als Zivilisierung. Kein Anhaltspunkt dafür, dass nicht entwickelte Gesellschaften friedlicher oder kriegerischer wären. p. 19

20 Senghaas p. 20

21 Die Menschheit besitzt die Fähigkeit, Entwicklung nachhaltig zu gestalten, um damit der gegenwärtigen Generation die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu sichern, ohne dabei die Verwirklichungschancen zukünftiger Generationen zu gefährden. (Brundtland-Kommission 1987) p. 21

22 Friede durch globale intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit. Umsetzung der Strategien für Nachhaltigkeit erfolgt auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene. Lösungsansätze schließen ebenfalls politische, ethische, technische und soziokulturelle Aspekte ein. Brock 2002: Mit dem nachhaltigen Frieden [konnte] ein zentraler Aspekt der Umweltdebatte aufgegriffen werden, nämlich das Gebot, Politik als Veranstaltung zu denken, die die eigenen Wirkungen in Generationen übergreifenden zeitlichen Bezügen reflektiert. Aber jedes Adjektiv, das dem Frieden angehängt wird, eröffnet neue Ansatzpunkte, ihn auszuhebeln. Wenn es gilt, einen nachhaltigen Frieden herzustellen, so müsste der nicht-nachhaltige notfalls gebrochen werden, um ihn in einen nachhaltigen zu überführen. Aber, Man sich bewusst [machen], dass der Friede eine unabdingbare und zugleich unerfüllbare Aufgabe ist. p. 22

23 Verantwortung Subjekte von Verantwortung: Individuum Institution Kollektiv Objekte von Verantwortung: ein bestimmter Mensch, Tier, Pflanze, die Natur/Umwelt Soziale Gemeinschaft, globale ökologische Zusammenhänge Zukünftige Generationen/Umwelten Ethik: Theorie/Werkzeug zur Beurteilung menschlichen/ gesellschaftlichen Handelns. Hier: normative/angewandte Ethik im Mittelpunkt: Anwendung ethischer Paradigmen auf konkrete Fragen (Umweltethik, Bioethik, Wissenschaftsethik, Ethik politischen Handelns,… (Quelle: Kollek, SoSe 2012) p. 23

24 Verantwortungsethik Begriff: Max Weber 1919 Grundlage: Zum ewigen Frieden (Kant) - kategorischer Imperativ …handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. Unterdiskurs: Technikethik Hans Jonas (1979): Das Prinzip Verantwortung (Ethik für die technologische Zivilisation) Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden Ökologischer Imperativ p. 24

25 Verantwortung und Wissenschaft Weber: Werturteilsfreiheit von Wissenschaft Trennung von Sein und Sollen ethisch geboten - Wissenschaft als autonomes, nur auf den Wert der objektiven Erkenntnis ausgerichtetes System? Für Wissenschaft Gute wissenschaftliche Praxis Von Wissenschaft Maßnahmen zur Vermeidung von Intendiertem Fehlverhalten Unintendiertem Fehlverhalten Wissenschaft als gesellschaftliches Subsystem! Wissenschaft ist Teil des gesamtgesellschaftlichen Reproduktionsprozesses, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht. Wissenschaft steht immer in Zusammenhang mit den grundlegenden Interessen der Gesellschaft an der Reproduktion ihres Lebenszusammenhangs, d.h. Interessen an einer Nutzung der Natur, an gegenseitiger Verständigung und an Reflexion über sich selbst. Gesellschaftliche Verantwortung kann daher nicht abgelehnt werden. Sie bewusst zu übernehmen, heißt für die Wissenschaft, ihren Stellenwert in der Gesellschaft zu reflektieren. (Kock 2009) p. 25

26 Technikethik Vermeidung unabschätzbarer Risiken, um den Bestand der Menschheit als Ganzes nicht zu gefährden, sowie der Anerkennung der Eigenrechte der ganzen Natur, für die dem Menschen aufgrund seiner Handlungsmöglichkeiten die Verantwortung zukommt. Kritik: ökozentrische Ethik Aber Weber sieht keine Verantwortung von Wissenschaftlern! Wissenschaftler müssen die (wertungsfreien) Erkenntnisse in ihrer Eigenschaft als Staatsbürger/Mitglieder einer Zivilgesellschaft ethisch bewerten. Lenk (2002): Wissen verleiht Macht und Macht Verantwortung. Dürr (1995): Durch Technik ist Naturwissenschaft aus dem Elfenbeinturm herausgetreten. Was beim Herauslösen der epistemischen Dinge aus ihrem Kontext verlorengeht, sind die gesellschaftlichen Zusammenhänge. (Nowotny/Testa) p. 26

27 Klare Definitionen sind Mangelware. Frieden im Spannungsfeld vermeintlich klärender Begriffe. Zielsetzung hier: Was kann Biologie zur Debatte beitragen? p. 27

28 Häufige Konzentration auf Waffentechnik und Verifikation. Nutzen für das grundsätzliche Verständnis friedensgefährdender / friedensunterstützender Zusammenhänge oft nicht gesehen. In vielen Abkommen ist das Hinzuziehen (natur-) wissenschaftlicher Expertise institutionalisiert: Scientific advisory boards, meetings of experts, Akzeptanz/Förderung wissenschaftlicher Expertenorganisationen: Pugwash, INES, ZNF, IFSH,… Diffusion von Innovationen: früher: militärisch => zivil heute: zivil => militärisch p. 28

29 Ballistik: Geschosse, Raketen Kernwaffen: Konstruktion Monitoring/Verifikation IAEA CTBTO Atmosphärische Ausbreitung Verifikationstechniken teils auch für konventionelle Waffen und andere Verträge nutzbar p. 29

30 Chemische Kampfstoffe Wachsende Konvergenz zu biologischen Kampfstoffen Chemie und Umwelt (intendierte und hingenommene friedensgefährdende Zerstörungen durch Chemiekalieneintrag in Ökosysteme) Chemikalische Detektionsmethoden p. 30

31 Modellierung: Prognosen für Geschehnisse in dynamischen, stabilen, konfinierenden, Modellen. z.B. Risiko, Spieltheorie (Wettbewerbsverhalten) Konfliktmodelle (Populationsökologie,…) p. 31

32 Cyberwar Network Centric Warfare Internet p. 32

33 Methoden zum Bau biologischer Waffen und zu deren Kontrolle, Nutzung biotechnischer Methoden in Landwirtschaft und Energiegewinnung Ökosystemanalyse und -Management p. 33

34 UN als solche Genfer Protokoll (Protokoll über das Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege, 1925) Ersteinsatzverbot, aber keine Vorgaben zu deren Entwicklung, Herstellung und Lagerung. Biowaffenkonvention (Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen, 1972/1975) p. 34

35 ENMOD (Convention on the Prohibition of Military or Any Other Hostile Use of Environmental Modification Techniques); Umweltkriegsübereinkommen (1978) Verbot der militärischen oder einer sonstigen feindseligen Nutzung umweltverändernder Techniken. verbietet den Vertragsparteien gezielte militärische Eingriffe in natürliche Abläufe der Umwelt, aber auch die Nutzung von Einflüssen der natürlichen Umwelt als Waffe in einem Krieg oder bewaffnetem Konflikt. Zusatzregelungen zu den Genfer Konventionen (1949): Regeln für den Schutz von Personen, die nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen Beispiele: Anzünden von Ölfeldern, Öleinleitungen ins Meer (Irakkrieg 1991). Umweltschäden als häufige Nebenwirkung moderner Kriege sind nicht Gegenstand der Konvention. p. 35

36 Biodiversitätskonvention: Definition biologischer Vielfalt: Ökosysteme, Artenvielfalt, genetische Vielfalt innerhalb von Arten. Ziel: Schutz der biologischen Vielfalt, nachhaltige Nutzung, geregelter Zugang zu den Ressourcen. Cartagena-Protokoll für Biosicherheit (2003) Handel von GVOs Nagoya-Protokoll (Nagoya Protocol on Access to Genetic Resources and the Fair and Equitable Sharing of Benefits Arising from Their Utilization, 2010, nicht in Kraft) Zugang zu genetischen Ressourcen und Vorteilsausgleich p. 36

37 Friedensbezogene self-governance von Wissenschaft Organisationen Pugwash (Russel-Einstein-Manifest) 1955, Nobelpreis 1995, Schon früh auch CBW-Sektion p. 37

38 Friedensbezogene self-governance von Wissenschaft Codes of Conduct Regeln für die Anerkennung der Verantwortung von Wissenschaft Ursprung in Deutschland: Göttinger Erklärung (1957) bundesdeutscher Atomwissenschaftler gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr. Internationaler Meilenstein im Bereich Biologie: Asilomar Confernece on Recombinant DNA (1975). 140 Wissenschaftler entwerfen Regeln für den verantwortlichen Umgang mit rekombinanter DNA. Einführung des Prinzips der Vorbeugung in die Lebenswissenschaften. Grundstein für den heutigen öffentlichen Diskurs über Risiken und Missbrauchspotentiale. Upsalla Code of Ethics for Scientists Zivilklausel (12 deutsche Universitäten) p. 38

39 Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Frieden NGOs vs. epistemic community p. 39

40 Altmann, J. et al. (2007): Naturwissenschaft – Rüstung – Frieden Avenhaus, R. et al. (2006): Verifying treaty compliance : limiting weapons of mass destruction and monitoring Kyoto protocol provisions Brecht Brock, L. (2002): Von der ökologischen Sicherheit zum nachhaltigen Frieden?; in Aus Politik und Zeitgeschichte, Bundeszentrale für Politische Bildung Brundland, G. H. (1987): Our Common Future, United Nations World Commission on Environment and Development Czempiel (2002): Der Friedensbegriff der Friedensforschung; in Sahm A. et al. Die Zukunft des Friedens, Eine Bilanz der Friedens- und Konfliktforschung, S Dürr H.-P. (1995): Das Netz des Physikers, Naturwissenschaftliche Erkenntnis in der Verantwortung. München Wien 1988 Galtung J. (1969): Violence, peace and peace research in: Journal of Peace Research, Vol. 6, No. 3 (1969), pp Jonas H. (1979): Das Prinzip Verantwortung, Ethik für die technologische Zivilisation Kant I. (1795): Zum ewigen Frieden Kock, K. (2009): Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung; Arbeitspapier der Hans-Böckler Stiftung Kollek, R. (2012): Naturwissenschaft-Gesellschaft-Verantwortung (Vorlesung an der Uni HH) Lenk H. (1993): Über Verantwortungsbegriffe und das Verantwortungsproblem in der Technik, in: Hans Lenk und Günter Ropohl (Hrsg.): Technik und Ethik, 2. Aufl. Reclam, Stuttgart 1993, Ruf, W. (2009): Quo vadis Friedensforschung?; in: Baumann, Marcel et al. (Hrsg.): Friedensforschung und Friedenspraxis; S Schlotter, P. und Wisotzki, S. (2011): Friedens- und Konfliktforschung Senhaas, D. (1994): Wohin driftet die Welt? Über die Zukunft friedlicher Koexistenz. Upsalla Code of Ethics for Scientists (1984) Waever, O.: Weber, M. (1917): Der Sinn der »Wertfreiheit« der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1988 (zuerst 1922), 489–540. p. 40


Herunterladen ppt "Biologische Grundlagen der Friedensforschung Gunnar Jeremias, Reinhard Lieberei, Jürgen Scheffran."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen