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Fachtagung Gender Sucht Mainstream. in Bremen 10

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Präsentation zum Thema: "Fachtagung Gender Sucht Mainstream. in Bremen 10"—  Präsentation transkript:

1 Fachtagung Gender Sucht Mainstream. in Bremen 10
Fachtagung Gender Sucht Mainstream in Bremen 10. März Die enge Beziehung zwischen Männlichkeit(en) und Sucht: Ansätze zur Entkoppelung Dr. A. Vosshagen Psychologischer Psychotherapeut Leitender Psychologe der Fachklinik Kamillushaus, Essen

2 Empirische Studie 10 Jahre Männerentwicklung in Deutschland
Männer in Bewegung? Empirische Studie 10 Jahre Männerentwicklung in Deutschland Volz / Zulehner 2009 Untersucht wurden 1470 Männer zwischen 17 und 85 Jahren. 27% (Teil)traditionell Die Berufstätigkeit von Frauen wird als notwendig erachtet ( % Traditionell: Männer sollten Alleinernährer sein) 19% Moderner Mann Gleichberechtigte partnerschaftliche Arbeitsteilung von beruflichen und familiärem Leben wird angestrebt. Ebenso ausgeprägtes Engagement in der Vater-Rolle 1998: 17% 25% balancierter Mann Filtert sich aus traditionellen und modernen Werten heraus, was in sein Lebenskonzept passt. 30% suchender Mann Hat seinen festen Platz in der Gesellschaft, in Familie und Beruf nicht gefunden

3 Männer in Bewegung? 54% (statt 65% 1998) glauben, dass Frauen von Natur aus besser geeignet sind, Kinder zu erziehen.

4 Erziehungsurlaub 2008 beantragten 18% der Väter Elternzeit.
1/3 davon länger als die obligatorischen zwei Partnermonate. 2001 1,5% der Väter beantragen Erziehungsurlaub 2006 3% Quelle: Studie Hans-Böckler-Stiftung

5 Männliche Jugendliche
Nur 40% der Jungen aber 80% der Mädchen wünschen sich persönlich eine Kombination aus beruflicher Karriere, Familie und Kindern (Mehrfachgestaltungsmöglichkeit) Shell Jugendstudie Männliche Schüler bewältigen Belastungen anders als Mädchen. Reaktion auf Zurücksetzung und Versagen ist eher Rückzug und Leistungsverweigerung als zusätzliche Anstrengung. Geringe Frustrationstoleranz Hinwendung zur Gleichaltrigengruppe mit Freizeitaktivitäten, bei denen schnell sichtbare (Schein-)Erfolge erzielt werden bis zu Aggressions- und Gewaltausübung. Hurrelmann 2010, Zusammenfassung von Studien

6 Bildung und Geschlecht vgl. G. Hovestadt 2002
44% der Abiturienten, 56% der Hauptschüler, 64% der Sonderschüler, 60% der Sitzenbleiber, 65% der Schulabbrecher sind männlich.

7 Männer in der Erziehung
4% der Erzieher, 13% der Grundschullehrer, 25% der Förderschullehrer und 48% der Gymnasiallehrer sind männlichen Geschlechts. Bei kaum vorhandener geschlechterreflektierender Ausbildung führt dies zu einer Reproduktion klassischer Geschlechterrollen.

8 All diese Risiken sind vermeidbar.
Männergesundheit Lebenserwartung von Männern um ca. 6 Jahre geringer als von Frauen Psychosoziale Risikofaktoren und Risikoverhaltensweisen hoch Geringe Erreichbarkeit von Männern in der Prävention und Gesundheitsförderung Männer überschätzen ihren Gesundheitszustand Männer sterben bis zum Rentenalter Zweimal häufiger an Leberzirrhose Dreimal häufiger an Lungenkrebs Dreimal häufiger an Selbstmord Dreimal häufiger an tödlichen Verkehrsunfällen Sind 55mal häufiger inhaftiert. All diese Risiken sind vermeidbar.

9 Männliche Rolle und Identität
Stärke, Risikobereitschaft, keine Angst Sozialer und symbolischer Ausdruck der Stärke durch Imponiergehabe (Straßenverkehr, körperliche Fitness, Rauchen, Alkohol) Keine Schwächen zeigen, Beschwerden oder Krankheiten ignorieren, keine Hilfe suchen. Illusion der Unverwundbarkeit Hohe Bedeutung von Arbeit, Leistungsfähigkeit und Status bei geringer Wahrnehmung von körperlichen und psychischen Belastungen. Soziale Konkurrenz, sozialer Vergleich und fehlende Unterstützung Defizite im emotionalen Bereich: Emotionen als Warnsignale fehlen (Angst vor Risiken, Vertrauen und Zugneigung als Basis von emotionaler Unterstützung) Hohe Gefährdung, wenn wichtige männliche Projekte scheitern (Arbeitslosigkeit, ausbleibender beruflicher Aufstieg, Krankheit, Scheidung, Altersprozesse) Riskantes Bewältigen von Verlusterfahrungen, oft radikale und aggressive Muster, die zugrunde liegende Motive nicht thematisieren. Männer gewinnen ihre Identität über Abgrenzung von anderen/ Frauen über und in sozialen Beziehungen. Faltermaier 2009

10 Unterschiedliche Erscheinungsformen von Krankheiten bei Männern und Frauen
Beispiel Herzinfarkt: Nur 30% der Frauen berichten über Enge oder Druckgefühle bzw. Schmerzen in der Brust – Symptome, die beim Mann als typisch gelten (McSweetney et al., 2002) Beispiel Depression: Die männliche Depression kann sich hinter Aggressivität, Reizbarkeit, Verstimmung, erhöhtes Sucht- und Risikoverhalten und erhöhtes Selbstmordrisiko verbergen. Siehe Gotland-Studie Auch Suchterkrankungen zeigen unterschiedliche Erscheinungsformen bei Männern und Frauen

11 Psychotherapieanforderungen Preisgeben privater Erlebnisse
Psychotherapie und Männlichkeitsanforderungen (Brooks 1998 nach Neumann und Süfke 2004) Psychotherapieanforderungen Preisgeben privater Erlebnisse Aufgabe von Kontrolle Zeigen von Schwäche Erleben von Scham Zeigen von Verletzlichkeit Hilfesuche Gefühlsausdruck Introspektion Auseinandersetzung mit Schmerz Männlichkeitsanforderungen Verbergen privater Erlebnisse Wahren von Kontrolle Zeigen von Stärke Ausdruck von Stolz Zeigen von Unbesiegbarkeit Selbständigkeit Stoizismus Aktion Verleugnung von Schmerz

12 ---------------------------
Missbrauch und Abhängigkeit Epidemiologischer Suchtsurvey 2006, Pabst & Kraus, 2008, S 42/Alter 18 – 64Jährige Alkohol DSM IV Missbrauch Abhängigkeit TREND: illegale Drogen Pathologisches Glücksspiel Medikamente Essstörungen Frauen N = 4263 1,2% 1,4% 1/3 10% 2/3 90% Männer N = 3456 6,4% 3,4% : 1 : 5,3 1 : 2,4

13 Alkoholkonsum Pabst & Kraus, 2008, S 39
Abstinent Risikoarmer Konsum (bis 20/30mg) Riskanter Konsum (bis 40 / 60 mg) Gefährlicher Konsum (bis 80 / 120 mg) Hochkonsum (über 80 / 120 mg) Drogentote Alkoholtote Frauen N = 4263 3,9% 62,7% 5,7% 1,3% 0,1% Männer N = 3456 2,3% 65,7% 10,0% 3,5% 0,6% 84% 76% : 1 : 0,84 1 : 1,04 1: 1,75 1 : 2,7 1 : 6

14 Suchtmittelkonsum von Männern
Trotz eines Trends zur Geschlechterkonvergenz im Suchtverhalt gilt für Männer: härtere Konsummuster im Bezug auf Quantität und Qualität Konsum öffentlicher, unangepasster und risikoreicher, früher Einstieg größere psychosoziale Folgeprobleme weniger protektive Kräfte

15 Genderbewußtsein Das Genderbewusstsein von Männern ist generell gering ausgeprägt. Dies gilt auch für den Zusammenhang von Männlichkeit und Sucht Trend: Es finden vermehrt Fachtagungen zur Genderthematik statt und dabei auch zum Thema „Mann und Sucht“. Ein erster Reader zum Thema Sucht und Männlichkeit wurde 2006 veröffentlicht (Jacob und Stöver) dto. 2009 Vom Landschaftsverband Westfalen Lippe (www.lwl.org) wurde 2006 ein Leitfaden zur männerspezifischen Sucht und Drogenarbeit veröffentlicht. Die Ausgabe 3/07 „Suchttherapie“ hatte den Schwerpunkt „Männer und Sucht“ Ein Manual zur Männerarbeit im Suchtbereich erschien 2009 Es bestehen in NRW zwei Arbeitskreise zum Thema „Mann und Sucht“

16 Genderspezifische Suchtfaktoren bei Männern
Traditionelle Männlichkeit und Suchtmittekonsum hängt eng zusammen: Skalen, mit denen traditionelle Männlichkeit gemessen wird, korrelieren hoch mit der Menge des Alkoholkonsums. Exzessives Trinken von Männern wird in der Regel von anderen Männern in Männercliquen positiv verstärkt. „Doing Gender with Drugs“ – Geschlechtsrollenverhalten wird mit Alkohol und Drogen gestaltet, inszeniert und in der Interaktion mit anderen Männern entwickelt. „Drinking confirms men´s gender role, whereas it diminishes women´s“ Karin Zailkas, Roman, „Smashed“, 2005, S 257. Eingeschränktes Gefühlsmanagement bei Männern fördert die Anfälligkeit für Suchtmittel (Cooper et al., 1992) Das Machtbedürfnis von Männern steht im engen Zusammenhang zum Konsum von Alkohol (McClelland et al., 1972) MOA-These: Macht-Ohnmacht-Alkohol-These von Sieber, 1997

17 Genderspezifische Suchtarbeit
Voraussetzungen: Berater und Therapeuten: Auseinandersetzen mit der eigenen Männlichkeit Männerkritische und gleichzeitig männerfreundliche Haltung plus Ressourcenorientierung Frauenabwertung ist zu unterbinden, antisexistische Grundhaltung Mit Männern zu arbeiten heißt noch nicht, auch gendersensibel zu arbeiten.

18 Besondere Probleme suchtkranker Männer (1)
Kontrollunfähigkeit dem Suchtmittel gegenüber ist für Männer schwer zu akzeptieren, steht im Widerspruch zum Männerklischee von Unabhängigkeit und Kontrolle. Abschied vom Alkohol heißt für Männer auch Abschied von Inszenierungen und der Symbolfunktion von Alkohol. Männliche Patienten fühlen sich durch Versagenserlebnisse, Arbeitslosigkeit, Trennung und Rollenverlust speziell belastet.

19 Besondere Probleme suchtkranker Männer (2)
Männer sind nicht gewöhnt, mit anderen Männern über persönliche Dinge zu reden. Positive Männersolidarität ist zu entwickeln. Männer machen am Therapiebeginn stärker als Frauen äußere Umständen für ihre Lebenslage verantwortlich. Unabhängigkeit von Frauen (Co-Abhängigkeit)

20 Besondere Probleme suchtkranker Männer (3)
Traditionelle Konstruktion von Männlichkeit ist in der postindustriellen Gesellschaft nicht mehr funktional. Eine angemessene männliche individuelle Identität ist zu entwickeln. Ein sensibler Umgang mit sich, anderen und der Umwelt ist aufzubauen. Emotionen, die zuvor im Alkohol ertränkt wurden, bedürfen der Ausdrucksfähigkeit und Verarbeitung, insbesondere das Erleben von Ohnmacht, Angst, Schmerz, Scham, Versagen. Traumaerfahrungen werden bei Männern selten im Zusammenhang zur Suchtentwicklung betrachtet.

21 Besondere Probleme suchtkranker Männer (4)
Veränderungen von Genderschemata sind für die Aufrechterhaltung von Abstinenz besonders hilfreich (Vosshagen 1997). „Stärke“ und Instrumentalität ist für die Abstinenz in einer alkoholisierten Gesellschaft unabdingbar. Funktionale Äquivalenzen zur Sucht zu entdecken, ist für Männer besonders wichtig.

22 Etablierung männerspezifischer Arbeit im Suchtbereich (1)
Tagungen und Fortbildungen und Arbeitsgruppen von männlichen Therapeuten und Beratern im Suchtbereich sind zu initiieren. Empirische Forschung ist voran zu treiben. Top down-Thema, das im Therapiekonzept verankert sein sollte. Jetzt ist einerseits mit praktischer Arbeit in Form von Männergruppen zu beginnen. Andererseits braucht die Etablierung des Themas Zeit und Überzeugungsarbeit (im Gegensatz zur Frau und Sucht-Bewegung).

23 Etablierung männerspezifischer Arbeit im Suchtbereich (2)
Wenigstens ein männlicher Mitarbeiter (mit 35% die Minderheit) sollte sich diesem Thema verschreiben – in größeren Einrichtungen: Bildung einer Projektgruppe. Professioneller Gewinn: zielgruppengenaue Arbeit (siehe Schweiz: drugsandgender.ch). Persönlicher Gewinn: intimer, herzlicher und intensiver Austausch zwischen Männern, der sonst im Alltag die Ausnahme darstellt. Subgruppen, wie Migranten oder homosexuelle Suchtkranke müssen einbezogen werden.

24 Generelle Themen in der geschlechtshomogenen Gruppenarbeit mit männlichen Suchtkranken
Das Trinken ist seiner Funktion als Linderungs- und Kompensationsmittel erkennen – um mit Einschränkungen der Männerrolle fertig zu werden. Die individuelle Suchtgeschichte ist dahingehend zu analysieren, wie das Suchtgeschehen von anderen Männern verstärkt und gefördert wurde. Das persönliche Scheitern und Enttäuschung und Schuldgefühle müssen verarbeitet werden. Abschied von männlichen Stereotypen, wie Kontrolle und Unbesiegbarkeit. Neukonstruktion der eigenen Männlichkeit.

25 „Mann und Sucht – ein Arbeitshandbuch“
Inhalte der geschlechtshomogenen Gruppenarbeit mit männlichen Suchtkranken 2 / 09 wurde ein Manual zur männerspezifischen Gruppenarbeit im Suchtbereich vom LWL veröffentlicht: „Mann und Sucht – ein Arbeitshandbuch“ von Heino Stöver, Peter Bockholdt und Arnulf Vosshagen Illustration Rainer Stock Vorwort Prof. Walter Hollstein

26 Philosophie des Manuals
Es wird kein neues Männerbild offeriert. Das Manual möchte der Vielseitigkeit männlicher Identitätsfindungsaspekte gerecht werden. Angeboten werden Materialien zur Arbeit an der Überwindung traditioneller Männlichkeit, die auf Unterdrückung und Verleugnung von einem Teil männlicher Empfindungen und Gefühlen basiert. Balanciertes Mannsein kann dabei bedeuten, bisher wichtig erachtete Aspekte der Männerrolle, wie Aktivität, Leistung und Stärke zu balancieren durch die stärkere Betonung von Nachdenklichkeit, Entspannung und Begrenztheit. >Das Manual orientiert sich an menschlichen Grundbedürfnissen (Grave 1998): Lustgewinn / Unlustvermeidung: Die Gruppenarbeit muss Spaß machen. Bindung: Wichtig ist ein intensiver Gruppenzusammenhalt, eine Positivbeziehung zum Gruppenleiter, Kongruenz des Leiters. Orientierung / Kontrolle: Es werden umfassende Informationen über die behandelten Männerthemen gegeben. Die Gruppenarbeit unterliegt bestimmten Regeln. Selbstwert: Die Arbeit dient der Förderung eines gesunden männlichen Selbstwertgefühls Das Manual orientiert sich an der kritischen Männerforschung Das Manual möchte den bisherigen Defizitblick auf Männlichkeit nicht endlos fortsetzen, sondern ist der Vision von gesunder, geschlechtergerechter, entfalteter, glücklicher und vielseitiger Männlichkeit verpflichtet.

27 Handhabung des Manuals
Statt aller 11 Module ist es möglich, einzelne Module auszuwählen und diese zu vertiefen. Der Gruppenleiter wählt aus dem zur Verfügung gestellten Material die Übungen, die zu dieser Gruppe passen (Inhalt und Schwierigkeitsgrad). Vorbereitungszeit etwa 30 Minuten, Gruppenzeit zwei Stunden oder mehr. Das Manual ist auch innerhalb einer Intensivwoche oder an zwei Wochenenden durchführbar. Viele Übungen eignen sich im Rahmen der Ausbildung männlicher Suchttherapeuten. Das Manual beinhaltet einen Evalutationsbogen und eine CD. Work in Progress: Anregungen bitte an

28 Gleichbleibender Kapitelaufbau Orientierung an der Allgemeinen Psychotherapie (Grawe))
Theoretischer Hintergrund Vision (Herr Neumann erzählt…) Ziele des Moduls Ausgangssituation der Gruppenteilnehmer / Hinweise für den Gruppenleiter Praxis / Übungen 5.1 Informationsvermittlung und -erarbeitung 5.2 Problemaktualisierung 5.3 Ressourcenaktivierung 5.4 Motivationale Klärung / Ansätze zur Problembewältigung 5.5 Abschluss, zum Thema passende Beendigung der Sitzung

29 Modul 1 Inhalt: Gegenseitiges Kennenlernen, Vertrauensbildung, Entwicklung einer Gruppenkohärenz, Aufstellung von Gruppenregeln Kennenlernen und Motivierung für eine männerspezifische Sichtweise, Informationen und Fakten aus dem Männerleben, Aufzeigen von Unsicherheiten und Widersprüchen der Männerrolle

30 Ziele Modul 1 Übungsinhalte:
Umgehung von Widerständen dem Thema gegenüber Erleben von kritischer männlicher Solidarität Gewinnen der Einsicht, dass Hinterfragen von Männerklischees hilfreich ist und mit Gewinn zu tun hat Übungsinhalte: Was ist männlich? Mögliche Entwicklungsschritte zu einer veränderten Männlichkeit Balanciertes Mannsein etc.

31 Modul 2 Inhalt: In allen Ländern der Welt konsumieren Männer mehr Alkohol und rufen dabei mehr Probleme hervor als Frauen Konstruktion von Männlichkeit „Doing gender with drugs“ Demonstration vermeintlicher Macht und Stärke Teil des männlichen Risikoverhaltens

32 Ziele Modul 2 Übungsinhalte:
Bewusstmachung der engen Verbindung zwischen Mannsein und Sucht Bezug zur eigenen Suchtentwicklung herstellen Stärkung männlicher Abstinenzfähigkeit Übungsinhalte: Analysieren der persönlichen Lerngeschichte hinsichtlich der Bekräftigung des Suchtverhaltens durch andere Männer, Hinterfragen dieser Konditionierungen Persönliche Analyse der Funktion des Suchtmittels Rollenspiele, Collagen Ansätze zur Neuorientierung und Problemlösung entwickeln

33 Modul 3 Inhalte: Die Abwesenheit des Vaters ist bei suchtkranken Männern noch häufiger als bei anderen Männern. Suchtmittelabhängigkeit des Vaters (30% bis 50%) Fehlendes Rollenmodell, fehlende Anerkennung, fehlende Identifikationsmöglichkeiten

34 Ziele Modul 3 Übungsinhalte:
Beachtung dieser für Männer besonders wichtigen Beziehung in ihren persönlichen Auswirkungen im Kontext anderer Männer Übungsinhalte: Analyse der Gefühle / Entwicklen von Klärungsansätzen Bedeutung von Vätern für Söhne Wie verhielt sich der trinkende Vater? Analyse von Vaterpräsenz und eigener Sehnsüchte Problematisierung der Vater-Sohn-Beziehung Wie habe ich meinen Vater erlebt? - Typische Aussagen, Symbole, Phantasiereisen etc. Bennennen unerledigter Dinge mit dem Vater, Rollenspiele „Was ich Dir schon immer mal sagen wollte“

35 Modul 4 Inhalte: Männer geben an, ähnlich viele Freunde wie Frauen zu haben. Sie tauschen sich mit ihnen jedoch weniger über ihre Gefühle und Probleme aus. Dies gilt für suchtkranke Männer noch deutlicher. Soziale Unterstützung ist für die Aufrechterhaltung von Abstinenz wichtig – Warum nicht durch das eigene Geschlecht? Es besteht oft Konkurrenz unter Männern und eine Ungeübtheit im Ausdruck von Gefühlen, die eher mit Frauen besprochen wurden bei ausgeprägter Homophobie

36 Ziele Modul 4 Übungsinhalte:
Erkennen der Wichtigkeit von Männerfreundschaften zur sozialen Unterstützung, für gemeinsame Aktivität und zur Verbesserung der Effektivität von Selbsthilfegruppen. Übungsinhalte: Sensibilisieren für das Thema Männerfreundschaft Klären von Erwartungen und Wünschen Erinnerung an früher vorhandene Freunde, Freundschaften und deren Inhalte Frage nach dem Fortführen von Freundschaften im Kontext von Abstinenz Bedeutung von Männerfreundschaft „Was habe ich zu Freundschaften beizutragen, wie stelle ich mir einen Freund vor?“ Vertrauensübungen Körperübungen

37 Modul 5 Inhalte Die Partnerin trug während der Sucht einen großen Teil der Verantwortung. Der männliche Patient gab seine gleichberechtigte Position auf. Koabhängigkeit bedeutete, dass eine männliche Nachfrage danach besteht Das Zusammenbleiben nach einer Therapie bedeutet: Einlassen auf einen langen Entwicklungsprozess mit einer neuen Teilung von Macht und Verantwortung. Trennung bedeutet Bewältigung der Verletzungen, der Abwertungen und von Wut und Trauer

38 Ziele Modul 5 Übungsinhalte:
Entwicklung eines persönlichen Verständnisses von Partnerschaft und Elternschaft. Klärung der Haltung (Wertschätzung, Abwertung von Frauen) und der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Übungsinhalte: Wo stehe ich bezüglich meiner Partnerschaft? Hinterfragung des eigenen Männer- und Frauenbildes, Verarbeitung von Trennungserfahrungen und –verletzungen, „Ein perfekter gemeinsamer Tag“ Bewältigung von Alleinsein etc. Flirt-Tips

39 Modul 6 Inhalte: Sucht bedeutet, sich wenig mit seiner Gesundheit zu beschäftigen sich massiv gesundheitlich zu schädigen und dies kaum mitzubekommen. Männer allgemein überschätzen ihre Gesundheit, zeigen eine höhere Risikobereitschaft, gehen seltener zum Arzt und zu Vorsorgeuntersuchungen, haben eine geringere Lebenserwartung und geringe Selbstwahrnehmung.

40 Ziele Modul 6 Übungsinhalte:
Sensibilisierung für die eigene Befindlichkeit, Förderung von verantwortlicher Gesundheitsfürsorge Übungsinhalte: Körperwahrnehmung Klärung der Bedeutung von Gesundheit Persönliche Definition von Wohlbefinden Information über Krankheit-Gesundheit von Männern Reflektion der eigenen Gesundheit in verschiedenen Aspekten Körperübungen Wahrnehmungsübungen Körperreise Fragebögen: Gesundheit ist für mich wie… Meditation: Ort der Kraft und Ruhe Massage u.ä.

41 Modul 7 Inhalte Erwerbstätigkeit und beruflicher Erfolg ist bei Männern häufig von starker identitätsstiftender Bedeutung ist eng mit dem männlichen Selbstwertgefühl verknüpft. Freizeit heißt während der Sucht Rückzug und Fernsehkonsum. Arbeitslosigkeit ist bei Suchtkranken verbreitet. Sie hat für Männer eine besondere Bedeutung. Arbeitslosigkeit trägt zur Abhängigkeitsentwicklung bei, verschlechtert die Prognose und das Selbstwertgefühl

42 Ziel Modul 7 Übungsinhalte:
Klärung des persönlichen Wertes von Arbeit und der Bedeutung von Arbeitslosigkeit, Analyse des Freizeitverhaltens und der persönlichen Ressourcen Klärung des Zusammenhangs von Arbeit und Sucht Übungsinhalte: Klärung persönlicher Werte und Fähigkeiten Persönlichen Stellenwert von Arbeit und Beruf beschreiben Analyse der beruflichen Entwicklung / Niederlagen / Enttäuschungen Überdenken der persönlichen Anspruchshaltung, Perfektionsneigung und Überforderung Ausgewogener Lebensstil? „Was heißt Freizeit für mich?“ Wochen- / Freizeitpläne erstellen Leidenschaften ? Lieblingsaktivitäten benennen

43 Modul 8 Inhalte: Berücksichtigung eines besonderen Tabuthemas bei Patienten und Therapeuten. Sucht beeinflusst Sexualität stark. Libidomangel und Erektionsstörungen sind nicht selten auch nach einer Entwöhnungsbehandlung vorhanden. Männer sehen im sexuellen Funktionieren einen wichtigen Beweis ihrer Männlichkeit

44 Ziele Modul 8 Übungsinhalte:
sexueller Probleme besprechbar machen im Kontext von Sucht Abbau von sexuellem Leistungsdenken Einstellungsänderung in Richtung des Erlebens von Genuss, Nähe und Bindung Keine Sexualtherapie, aber Erarbeitung von Lösungen Übungsinhalte: Wissensvermittlung, Hinterfragung traditioneller Einstellungen „Wie hat Sucht meine persönliche Sexualität beeinflusst?“ Bilder von positiver Sexualität entwickeln.

45 Modul 9 Inhalte: Sucht senkt die Schwelle für Gewalttaten (sexuelle und nichtsexuelle Gewalt) Gewalterfahrungen sind in der Kindheit bei Suchtstanzabhängigen gehäuft erlitten worden Männer tun sich schwer, über Erfahrungen als Opfer zu reden Täterschaft wird regelmäßig verleugnet und beschönigt

46 Ziele Modul 9 Übungsinhalte:
Gewalterfahrungen als Täter und Opfer thematisieren Zusammenhang zwischen Sucht und Gewalt aufzeigen Ansätze zum positiven Umgang mit Kritik, Ärger und Wut entwickeln Übungsinhalte: Erkennen der eigenen Gewalttätigkeit (im Suchtkontext) Sensibilisierung für verschiedene Formen von Gewalt Analyse der eigenen Opfererfahrungen und Traumatisierungen Ärgermanagement / Umgang mit Kritik

47 Modul 10 Inhalte: Nur ein Viertel der alkoholabhängigen Männer lebt mit ihren Kindern zusammen. Sucht wirkt sich stark auf Vaterschaft aus Unberechenbarkeit Wechselhaftigkeit Abwesenheit Gewalt

48 Ziele Modul 10 Übungsinhalte:
Die eigene Vaterrolle soll selbstkritisch wahrgenommen werden, auch die Ähnlichkeit zum eigenen Vater Übungsinhalte: Was brauchen Kinder? Was haben meine Kinder während meiner akuten Sucht mit mir erlebt? Wie bin ich anders / ähnlich wie mein Vater? Wie möchte ich als Vater sein? Was kann man mit Kindern unternehmen? Wie spreche ich mit meinen Kindern über meine Sucht? Mich selbst aus den Augen der Kinder sehen Aktive Vaterschaft / Lebensplanung

49 Modul 11 Inhalte: Sucht raubt Werte, Lebenssinn, macht innerlich leer, zum Teil auch kalt. Sucht wird zentraler Lebensinhalt. Es bleibt wenig Raum für Emotion, persönliches Engagement und Verantwortlichkeit.

50 Ziele Modul 11 Gefühle wahrnehmen, beschreiben, ausdrücken, bewältigen (Emotional Coping) Weichere Gefühle, wie Angst, Trauma etc. zulassen Suche nach Lebenssinn (z.B. Religion oder politisches Engagement) und persönlichen Werten Übungsinhalte: Verstehen der Bedeutung von Spiritualität / Emotionalität für das eigene Leben Benennen und Ausdrücken von Gefühlen Analyse des Zusammenhangs zwischen Gefühlen und Suchtmittelkonsum Stille und Kraft erleben Verbundenheit mit der Natur Achtsamkeit für den eigenen Körper schärfen Partnerübungen / Gruppenübungen Gefühle spielerisch wahrnehmen und erleben „Himmel und Erde verbinden“


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