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AMYNA e.V. Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt Institut GrenzwertICH Projekte & überregionale Angebote.

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Präsentation zum Thema: "AMYNA e.V. Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt Institut GrenzwertICH Projekte & überregionale Angebote."—  Präsentation transkript:

1 AMYNA e.V. Verein zur Abschaffung von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt Institut GrenzwertICH Projekte & überregionale Angebote

2 Noch Doktorspiel – schon Übergriff? Unterscheidung zwischen sexuellen Aktivitäten und sexuellen Übergriffen von Kindern Elke Schmidt, AMYNA e.V. - GrenzwertICH © UPI / Corbis-Bettmann Vortrag für die AG „Münchner Fachstellen Prävention und Hilfen für Kinder bei sexueller Gewalt“ am

3 Inhalte:  Kindliche Sexualität  Sexuelle Entwicklung bis zum Grundschulalter  Umgang mit sexuellen Aktivitäten von Mädchen und Jungen  Sexuelle Übergriffe durch Kinder  Umgang mit sexuellen Grenzverletzungen durch Kinder  Prävention sexueller Grenzverletzungen

4 Begriffsklärung  Sexualität ≠ Sex (genitale Sexualität)  Sexualität Erwachsener: meist auf Erregung, Befriedigung, evtl. Fortpflanzung ausgerichtet  Sexualität = Lebensenergie, menschliches Grundbedürfnis in jedem Alter  Mensch ist von Geburt an ein sexuelles Wesen  Aber: Kindliche Sexualität unterscheidet sich stark von der Sexualität Erwachsener

5 Reaktion Erwachsener auf sexuelle Äußerungen & Handlungen von Kindern  Konfrontiert mit sexuellen Handlungen von Kindern, die sexuell wirken, sind viele Erwachsene peinlich berührt und irritiert  Sie wissen nicht, wie sie darauf reagieren sollen  Fehlende Abgrenzung zwischen sexuellen Aktivitäten und sexuellen Übergriffen führt häufig zu Verharmlosung oder Dramatisierung des Vorgefallenen  Besonders bei sexuellen Übergriffen: Polarisierung der Meinungen, Spaltung der Erwachsenen in zwei Lager  Dies erschwert den adäquaten pädagogischen Umgang mit jeglicher Art von sexuellen Handlungen von Kindern

6 Kindliche Sexualität  Kindliche Sexualität ist geprägt von Neugier, Spontanität, Entdeckungslust  Schamgefühle sind Kindern zunächst fremd  keine Trennung von Zärtlichkeit, Schmusen und genitaler Sexualität  Ganzheitliches Erleben von Sexualität mit allen Sinnen  Entdecken, schauen, fühlen, berühren, spüren  Im Vordergrund steht: sich selbst, den eigenen Körper entdecken und kennen lernen (Identitätsbildung)  Kindliche Sexualität = Ich-bezogen, egozentrisch und nicht auf PartnerIn ausgerichtet

7 Sexuelle Entwicklung im Vorschulalter  Körper: zentrale Bedeutung für Identitätsentwicklung  Ab Geburt: lustvolles Erleben mit allen Sinnen  Bereits ab Geburt orgastische Zustände mgl. = Ausdruck körperlichen Wohlgefühls (nicht Erotik)  Erkunden des eigenen Körpers  Erste autoerotische Aktivitäten, Entdecken der Genitalien als Lustquelle  Selbstbefriedigung ab ca. 2 Jahren  Erkenntnis: weiblich – männlich; Geschlechtszuordnung

8 Sexuelle Entwicklung im Vorschulalter  Schau- und Zeigelust, Freude am Nacktsein  Interesse an Genitalien – den eigenen und von anderen, möchten diese anschauen und anfassen  Interesse an Körperausscheidungen – in Folge: Beginn des „Sauberwerdens“  Körpererfahrungs- und Körpererkundungsspiele, so genannte Doktorspiele ab ca. 3 Jahren  Erforschen Körper steht im Vordergrund - nicht Erreichen sexueller Höhepunkte; Lusterleben bei Selbstbefriedigung

9 Sexuelle Entwicklung im Vorschulalter  Begreifen des (eigenen) biologischen Geschlechts  Interesse an „Doktorspielen“ lässt meist tendenziell etwas nach, verschwindet aber nicht ganz  Ab ca. 5 Jahren Gefühle von Verliebt sein  Schamgrenzen entstehen im Laufe der Kindheit durch Verinnerlichen von Sexualnormen  Sexuelle Handlungen (allein oder mit anderen) finden vermehrt in unbeobachteten Situationen statt  Körper und Sexualität wird immer mehr „Privatsache“

10 Sexuelle Entwicklung vom Grundschulalter bis zur Pubertät  Intensive gleichgeschlechtliche Beziehungen  Ringen um eigene Geschlechtsidentität, oft gekoppelt mit Abgrenzung vom anderen Geschlecht  Vorpubertät im Grundschulalter: Körper produziert Vorform von Sexualhormonen; löst Geschlechtsreife aus  sexuelles Empfinden und Verhalten der Mädchen und Jungen verändert sich  gleich- und gegengeschlechtlicher Anziehungskraft – gegenseitiges Necken & Ärgern  Verliebtheit zentrales Thema: Schwärmerei, Suche nach körperlicher Nähe, Zärtlichkeit

11 Sexuelle Entwicklung vom Grundschulalter bis zur Pubertät  Schule: Zärtlichkeit stärker tabuisiert als Gewalt → Suchen körperliche Nähe in Bewegungsspielen, ruppigen Körperkontakten  Großes Interesse an Themen Körper & Sexualität: Kinder beobachten Erwachsene und nehmen sexuelle Reize & Informationen aus Werbung, Medien begierig auf  sind von Infos & Bildern aber oft überfordert und verwirrt  viele Fragen zu Körper, Gefühlen & Sexualität bleiben unbeantwortet  Provozieren mit sexualisierter Sprache, anzüglichen Witzen, Gesten = Auseinandersetzung mit Normen & Inhalten der Sexualität Erwachsener

12 Sexuelle Entwicklung vom Grundschulalter bis zur Pubertät  Zeit der Vorpubertät = „nicht mehr und noch nicht“  Im Übergang zur Pubertät: Mädchen und Jungen müssen sich neu begreifen, ihre kindliche Rolle wird erotisch eingefärbt  Auseinandersetzung mit eigenem (sich veränderndem) Körper  Pubertät = Zeitspanne der körperlichen Geschlechtsreifung  Beginn Pubertät in letzten 10 Jahren ca. 1½ Jahre vorverlagert  Bereits in 3. – 6. Klasse ganzes Spektrum pubertärer Entwicklung anzutreffen

13 Grundsätzliches zur Einschätzung kindlicher Sexualität  Jedes Kind ist anders!  Sexuelle Entwicklung & Interesse individuell ausgeprägt  Sexuelle Neugier von Kindern ist „normal“  Sex. Aktivitäten von Mädchen & Jungen gleich beurteilen  „Doktorspiele“ = gegenseitiges Begucken und Berühren  Es geht um Entdecken, schauen, fühlen, berühren, spüren  Einvernehmliche & altersgerechte sexuelle Handlungen unter Gleichaltrigen sind in der Regel in Ordnung  Erleben und Erfahren des eigenen Körpers, Austausch von Zärtlichkeiten tut Mädchen und Jungen gut!

14 Umgang mit kindlichen sexuellen Aktivitäten  Kinder als sexuelle Wesen wahrnehmen  Kinder brauche Freiräume, um mit ihrer kindlichen Sexualität zu experimentieren  Sexuelle Aktivitäten von Mädchen und Jungen gleich bewerten und behandeln  Ausgewogenheit von Zulassen und Grenzen setzen  Mädchen und Jungen begleiten, Orientierung geben  sexuelle Aktivitäten bei Bedarf regulieren  Grenzen sind da, wo Grenzen anderer berührt werden

15 Grenzen sexueller Verhaltensweisen von Kindern  mögliche Verletzungsgefahr  nicht altersgerechtes Verhalten  Praktizieren von Erwachsenensexualität (nicht Imitieren): Eingreifen notwendig – auch bei einvernehmlichen Handlungen!  Vorgaben, Rahmen, Regeln der Einrichtung  Privatheit von Sexualität nicht gewahrt  wenn Kinder durch sexuelle Äußerungen oder Handlungen die Grenzen anderer überschreiten

16 Signale, bei denen Sie aktiv werden sollten  Stark sexistische Sprache  Interesse an „Doktorspiel“ größer als an anderen altersgerechten Spielen  Auffällige Häufigkeit & Intensität sexueller Aktivitäten  Praktizieren von Erwachsenensexualität (oral, anal, vaginal)  „Doktorspiele“ mit (deutlich) älteren oder jüngeren Kindern  Kinder überreden/zwingen andere zu „Doktorspielen“, sex. Handlungen  Wenn Kinder sich selbst oder andere an den Genitalien verletzen  Geheimhaltung von „Doktorspielen“ erzwingen

17 Sexuelle Übergriffe durch Kinder  sexuelle Übergriffe nicht an Art der Handlung zu erkennen  Merkmale sex. Übergriffe: Unfreiwilligkeit, Zwang & Macht  Erzwingen sex. Handlungen gegen den Willen anderer Kinder mit Drohung, Manipulation, Gewalt, Versprechungen  Bei jüngeren Kindern: Übergriffe im Überschwang  Sexuelle Übergriffe von (kleineren) Kindern sind eher ungeplant, sie geschehen aus der Situation heraus  wichtig: Eingreifen durch Erwachsene zum Schutz der betroffenen Kinder  Übergriffige Kinder brauchen Unterstützung, um angemessene Verhaltensweisen zu lernen  Mögliche Motivation: Neugier, fehlende Impulskontrolle, Provozieren, Macht ausüben, Überlegenheit spüren wollen

18 Hintergründe, Ursachen, Risikofaktoren  Sexuelle Grenzverletzungen bei Kindern und Jugendlichen sind oft entwicklungsbedingt  Bei kleineren/entwicklungsverzögerten Kindern oft Ursache: Neugier, Experimentierfreude, spielerische Bedürfnisse  Sexuelle Grenzverletzungen aufgrund noch ungenügend ausgebildeter Impulskontrolle  Weitere mögliche Motivationen: Provozieren, Macht ausüben, Überlegenheit spüren wollen

19 Hintergründe, Ursachen, Risikofaktoren  Bei massivem / wiederholt sexuell übergriffigem Verhalten: Zusammenspiel biografischer & individueller Belastungs- faktoren; gesellschaftliche & institutionelle Bedingungen wirken begünstigend  Biografische Risikofaktoren: Beziehungsabbrüche, (mit-) erlebte Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierte Familien-atmosphäre, evtl. selbst erlebte sexuelle Übergriffe (durch Kinder, Jugendliche, Erwachsene),…

20 Zahlen & Fakten  Häufigkeit sexueller Gewalt von Kindern in Zahlen auszudrücken ist schwierig - viele Übergriffe werden nicht bekannt oder angezeigt (Strafunmündigkeit)  Bekannt: % der erwachsenen Sexualstraftäter waren bereits im Kindes- oder Jugendalter sexuell übergriffig  Sexuelle Übergriffe durch Kinder werden in etwa dreiviertel der Fälle von Jungen begangen  Bei Kindern sind Mädchen &Jungen etwa zu gleichen Teilen von sexuellen Übergriffen durch Gleichaltrige betroffen  Kinder mit Belastungsfaktoren haben erhöhtes Risiko, sexuell übergriffig zu werden

21 Vorgehen bei sexuellen Grenzverletzungen durch Kinder  Sofortiges Eingreifen durch Erwachsene bei sex. Übergriffen Schutz der betroffenen Kinder Durch geeignete Maßnahmen Verhaltensänderung beim übergriffigen Kind bewirken  (Wiederholtes/gezieltes) sexuell übergriffiges Verhalten: mgl. Hinweis auf Kindswohlgefährdung nach SGB VIII §8a  Information der Personensorgeberechtigten aller beteiligten Kinder  Wir empfehlen dringend: Zusammenarbeit mit Fachberatungsstelle und/oder Jugendamt.  Zudem Meldepflicht besonderer Vorkommnisse bei der zuständigen Aufsichtsbehörde beachten!

22 Prävention von sexuellen Grenzverletzungen Strukturelle präventive Maßnahmen der Einrichtung:  Stichwort: „Sicherer Ort“  Auswahl und Weiterqualifizierung von Personal & Ehrenamtlichen  Gestaltung der Räumlichkeiten  Regelungen für den Umgang von Fachkräften mit Kindern  Rechte von Kindern & Jugendlichen achten: Partizipation, Beschwerde  Sexualerziehung leisten!

23 Prävention von sexuellen Grenzverletzungen Präventive Maßnahmen in Hinblick auf die Kinder selbst:  Regeln für Umgang mit Körperkontakt unter Kindern  Mädchen und Jungen in Wahrnehmung ihrer Gefühle unterstützen, ihrer Empathiefähigkeit fördern  Arbeit an Rollenbildern, Sicht auf Sexualität  Arbeit zu Grenzen & sexuellen Grenzverletzungen  Fachlicher Umgang mit sexuellen Grenzverletzungen (auch kleinere alltägliche)

24 Anforderungen an pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen  Selbstreflexion & Austausch im Team  Bewusster Umgang mit kindlicher Sexualität  Konsequentes Vorgehen gegen sex. Grenzverletzungen  Aktiv Sexualerziehung leisten  Elternarbeit zum Thema kindliche Sexualität  Einrichtungen: Sexualpädagogisches Konzept entwickeln

25 Zusammenfassung  Kindliche Sexualität ist anders als Erwachsenensexualität  Einvernehmliche und altersgerechte sexuelle Aktivitäten von Kindern im Vorschulalter sind in der Regel okay  Grenzen sind da, wo Grenzen anderer berührt werden  Sexuelle Übergriffe durch Kinder verlangen eindeutiges Eingreifen durch Erwachsene  Kinder brauchen Unterstützung, um andere Verhaltensweisen zu lernen

26 Zusammenfassung Kindliche sexuelle Entwicklung zu begleiten heißt:  Kinder als sexuelle Wesen anerkennen  Kindl. Bedürfnis nach Körperlichkeit & Sexualität anerkennen  adäquaten Umgang mit kindlichen sexuellen Aktivitäten in der Einrichtung finden; Möglichkeiten & Grenzen abstecken  Sexualerziehung aktiv gestalten, Lernprozesse begleiten  Maßnahmen zum Schutz vor sexuellen Grenzverletzungen ergreifen So unterstützen Sie Mädchen & Jungen, zu selbstbewussten und selbst bestimmten Persönlichkeiten heranzuwachsen!

27 Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt und Information: AMYNA - GrenzwertICH Elke Schmidt: © Hulton Getty / Tony Stone Images


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