Inhalt Einführung Phänomen „School shooting“ (Tat) Erkenntnisse aus der Forschung Nachahmungstat/ „Trittbrettfahrer“ Hinweise vor der Tatausführung Maßnahmen.

Slides:



Advertisements
Ähnliche Präsentationen
M O B B I N G in der Schule Informationen zum Mobbing
Advertisements

Die große Pause als Chance für einen freundlichen Umgang
Wie kann ich mich schützen? Wie kann ich mich wehren?
Freundschaftsbeziehungen und die Wahrnehmung von Gesellschaft in den Texten von AL.
Verhaltensempfehlungen für Lehrkräfte bei Amoklagen
Ambulante Intensive Betreuung (AIB) der Bewährungshilfe Köln
John Bowlby, Mary Ainsworth, Bindung.
Herzlich willkommen zur Vorlesung: (Erziehungswissenschaft)
Gefahren die für Kinder auf Facebook lauern
hinsehen.at Stabsstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention,
Wenn ich in eine Psychiatrie komme. 1. Keine Antworten auf Fragen 2
Loverboys: Das neue Gesicht der Zuhälterei
Sicherheitsanalyse an Schulen Arthur Englbrecht, Bernhard Meißner
Die Familie des schwerkranken Kindes
Elternwerkstatt 4. Abend
Mobbing Folgen, Symptomen und die rechtliche Situation
Faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit an der
Schulverweigerung DDr. Andrea Richter.
Medienkompetenz, na klar… … und wenn Sie nicht neben dem Rechner stehen?
Brutale Videoclips Inhaltsverzeichnis Übersicht Wie verhält man sich?
Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich ! Bitte bis zum 14. Februar 2011 per an: Die Anzahl der Teilnehmerplätze.
Gewalt an Schulen Teil 2.
1.6 – Verhalten in Notfällen
JUGENDCOACHING Inhaltlich fachliche Abgrenzungen im Aufgabenkatalog Juni 2013 AL HR Dr. Mathilde Zeman.
Mobbing in der Schule Heinz Leymann:
Beobachtungen aus der Beratung Schlechte Schulleistungen wegen Exzessiver Computernutzung  Computer frisst Zeit  Computer frisst Hobbys  Computer.
Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Solingen
Modul für Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Ehren-und Hauptamtlich) Ev. Bildungswerk, CHH 2012 Grundlagenwissen Sexualisierte Gewalt.
Elternbefragung Krippe.
Eine Fotoreportage über junge Flüchtlinge in Deutschland
Schule „Komplex „Harmonie“ DSD-1 Der Einfluss von Computerspielen auf Jugendliche Vorgelegt von: Klasse: 10“A“ Betreuer: Frau Grebneva, Deutschlehrerin.
Cyber-Mobbing Wenn ‘Medien‘ ein Leben zerstören..
Schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises Warendorf Schulpsychologische Beratungsstelle „Notfallpläne und Krisenteambildung“ Informationsveranstaltung.
We are Family! Geschwister von Kindern mit Behinderung.
Das Strafantragsverhalten der Opfer häuslicher Gewalt.
Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport Jugendverbandstag Niedersächsischer Volleyball Verband 20. Juni 2015 Referentin : Christiane Wiede Coaching I.
1 Organisation und Führung im Einsatz. Grundlagen der Führung im Einsatz 2  Führung ist ein kontinuierlicher Prozess.
1 Notfälle im Kindesalter Krupp Syndrom (Pseudokrupp)
Frank Hasler Psychologischer Berater / pers. Coach Schulung / Coaching.
Das ist KEIN SCHERZ mehr !!!.  Definition: Cybermobbing  Beispiele  Medien  Gefühle des Opfers  Entstehung von Cybermobbing  Gefahren  Rechtliche.
Der (akut) suizidale Patient Vorstellung der Facharbeit von Michael Städtler Berlin, 7. September 2016.
ECOPLAN Familienergänzende Kinderbetreuung für den Vorschulbereich im Kanton Solothurn ‏ Michael Marti, Ecoplan Präsentation Medienkonferenz.
Depressive Jugendliche. Muss man zu dem Psychologen gehen?
Schulberatung am KKG Klassenelternabend
Schüler mit Autismus am Gymnasium: Was ist hilfreich?
D. Depressive Denkmuster
Manuela Eichhorn, JKU Linz November 2011
Diversity : Vom Stereotyp zur Diskriminierung
Mittelschule Dietmannsried
Kerngeschäft Führen – Ziele, Planung, Organisation M2 Arbeitsblätter
ClipArts als Symbol: Verkehrszeichen
Mitarbeitergespräche führen M4 - Checklisten -
in der Jahrgangsstufe Q 1
Nicht bzw. weniger tödliche Waffen aus humanitärer Sicht
Schulung und Information
Teamentwicklung am Modell der (GFK) gewaldfreien Kommunikation
Betriebspraktikum 9 Montag, bis Freitag,
Grundlagen Sexualisierte Gewalt
Pädagogische Ansätze der Elementarpädagogik
Workshop Einladung zum Datum: 29. November 2018
Beobachtung, Dokumentation, Planung, Evaluation
Diversity Management und Chancengleichheit
Individualisiertes Lernen: Förderung und Forderung
Staatliches Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis
Schulinterne Beratungsfachkräfte Vorstellung Schulpsychologie
Krisenintervention an Schulen
Folien für Ihre Grundunterweisung Brandschutz
Schulkultur in Kerzers
Spannungsfeld Umgangsrecht und häusliche Gewalt – Kindeswohl aus Sicht der Frauenhauspraxis Julia Daldrop, Referentin der Koordinierungsstelle; Netzwerk.
 Präsentation transkript:

Inhalt Einführung Phänomen „School shooting“ (Tat) Erkenntnisse aus der Forschung Nachahmungstat/ „Trittbrettfahrer“ Hinweise vor der Tatausführung Maßnahmen zur Verhinderung Verhalten während der Tat Verhalten bei Amokandrohungen Erstellt in Zusammenarbeit des Thüringer Innenministeriums mit der Beratergruppe des Landeskriminalamtes, April 2009

Amok Amok Rational nicht fassbare, aus einem plötzlichen Impuls heraus begangene Tat Schulamokschool shooting „Schulamok“ besser „school shooting“ In der Regel motivpsychologisch nachvollziehbare sowie geplante und zielgerichtete Attentate, wobei der Täter den eigenen Tod in seine Planung aufnimmt oder zumindest in Kauf nimmt. Einführung

seltenEntgegen verbreiteter Ansichten sind tödlich- zielgerichtete Gewaltakte an Schulen selten impulsive Handlungen. Typischerweise sind diese Gewaltakte Ergebnisse eines nachvollziehbaren sowie oft auch erkennbaren Prozesses im Denken und Verhalten des späteren Täters. Einführung

Phänomen „School shooting“ extrem seltenes, aber opferreiches, spektakuläres Ereignis, vergleichbar mit einem Serienmord Tatort meist mit direktem emotionalen Bezug (z.B. Kränkungserfahrung an diesem Ort) Täter empfinden ihre individuelle Situation als zunehmend ausweglos und rutschen sukzessive in einen sehr eingeengten Bewusstseinsstand

dieser Zustand ist ausschließlich auf ein zerstörerisches Ziel ausgerichtet, dabei scheint jegliches Mitgefühl ausgeschaltet Tat richtet sich hauptsächlich gegen Personen, welche der Täter für seine (vermeintlichen) Probleme in der Verantwortung sieht Suizid, als elementares, lange geplantes abschließendes Tatelement Phänomen „School shooting“

Täter meist männlich, jung (14-20 Jahre) freundlich, zurückhaltend, eher „unauffällig“ leicht verletzlich und introvertiert weist oft Persönlichkeitsstörungen auf (depressiv, Suizidgedanken) Freunde sind in der Regel ebenfalls Außenseiter kommuniziert seine Absicht an aus seiner Sicht „vertrauenswürdige“ Mitschüler

Bei der Mehrzahl der School Shootings handelt es sich um lange geplante und oft gut vorbereitete Taten, die einem bestimmten Schema zu folgen scheinen Bei der Mehrzahl der School Shootings handelt es sich um lange geplante und oft gut vorbereitete Taten, die einem bestimmten Schema zu folgen scheinen Auftreten eines länger anhaltenden Missstandes –Schulverweis –Demütigungen –Scheidung der Eltern –Mobbing –„Erfolglosigkeit“ – keine Anerkennung –Status- oder Beziehungsverluste Erkenntnisse aus der Forschung

Es erfolgt (vermeintlich) keine Hilfe, „Hilferufe“ werden (vermeintlich) nicht wahrgenommen Beschäftigung mit Gewalt Planungsphase (Nachforschen, Ausspähen, Kontaktversuche) Tatvorbereitung (Kleidung, Ausrüstung, Waffen, Abschiedshandlung) Vorstoß (Überwinden von Sicherheiten, „gibt alles auf“) TAT TAT Erkenntnisse aus der Forschung

das soziale Leben des (potenziellen) Amoktäters ist geprägt von vielfachen Ausgrenzungen (Elternhaus, Freunde, Mobbing in der Schule), und das weitgehende Fehlen von verlässlichen Bindungen mit Nähe, Vertrautheit und unbedingter Akzeptanz Affinität zu Waffen und Militarismus (reale Übung mit Waffen) extensiver Konsum von Filmen und Spielen mit Gewaltinhalten und die daraus resultierende Abstumpfung und der Abbau von Hemmungen oder Mitleid Hinweise vor der Tatausführung

Ein Hinweis auf eine Bedrohung darf nie bagatellisiert werden, gefordert ist in diesem Zusammenhang eine angemessene Bewertung der Bedrohung als Grundlage für entsprechende Maßnahmen der Abwehr von Gefahren. Maßnahmen zur Verhinderung

Verhindern, dass sich Schüler komplett isolieren und in eine „Parallelwelt“ flüchten die Persönlichkeitsentwicklung und damit auch die soziale Komponente sollte im Focus stehen Kultur des „Hinsehens und der Wertevermittlung“ muss gefördert werden Deeskalationstraining Maßnahmen zur Verhinderung

Konfrontation aus dem Weg gehen –vor erkanntem Täter flüchten –geschützte Räume aufsuchen Nach Möglichkeit (ohne Eigengefährdung) andere Personen warnen –Zeichen/ Codewort –verbal oder per Text aus dem Fenster Deckung/ Schutz suchen –in Räume einschließen, still verhalten, –Handys bis auf eines ausschalten –nicht im Bereich der Türen aufhalten, grünen (sicheren) Bereich (Skizze) aufsuchen und erst nach Aufforderung durch die Polizei verlassen Verhalten während der Tat

Polizei/ Rettung alarmieren –Kontakt über ein Handy halten, nicht auflegen, Klingelton abschalten Versuchen, die Handlungsempfehlungen aus dem Notfallordner umzusetzen –bei der Stressbewältigung gegenseitig unterstützen, beruhigen Verletzten Personen (nach Möglichkeit und ohne Eigengefährdung) erste Hilfe leisten Verhalten während der Tat

Person bekannt Einschätzen, ob von einer Ernsthaftigkeit auszugehen ist –Persönlichkeit des Schülers –Liegen bekannte Hinweise (Vortrag: Hinweise vor der Tatausführung) vor? –Wie wurde die Drohung bekannt (durch Schüler selbst oder durch Freunde)? Im Zweifelsfall immer die Polizei einschalten!!! Verhalten bei Amokandrohungen

Person unbekannt Die Polizei immer einschalten!!! vorab: –Einschätzen, ob die angekündigte Tat überhaupt umsetzbar ist –Wie wurde die Drohung bekannt, ist die Anonymität des Täters gewahrt? –Spuren sichern ( nicht löschen, Örtlichkeit zur Spurensicherung sperren, Schreiben sichern (ohne dass viele Personen dieses Anfassen) Verhalten bei Amokandrohungen

tatauslösende Sog- bzw. Modellwirkung von opferreichen oder medienwirksamen besonders opferreichen oder medienwirksamen Taten bzw. Jahrestagen solcher Taten 18 Tagen durchschnittliche Latenz von 18 Tagen zwischen der Ausgangstat (z. B. Littleton, Erfurt, Emsdetten, Winnenden) und der Nachahmungstat in diesem Zeitraum verstärktes Auftreten von Amokandrohungen Nachahmungstat/ „Trittbrettfahrer“

12% aller nach „Emsdetten“ gemeldeten Amokandrohungen führen zu gefahrenabwehrenden Maßnahmen durch die Polizei Polizeibekannte Androhungen führen zu einem auf den Einzelfall abgestimmten Maßnahmenpaket Vermittlung ermittelter Personen in psychologische Betreuung bzw. psychiatrische Behandlung Kosten des Polizeieinsatzes wurden in einigen Fällen in Rechnung gestellt Nachahmungstat/ „Trittbrettfahrer“ Folgen:

Ein Hinweis auf eine Bedrohung darf nie bagatellisiert werden, gefordert ist in diesem Zusammenhang eine angemessene Bewertung der Bedrohung als Grundlage für entsprechende Maßnahmen der Abwehr von Gefahren. Maßnahmen zur Verhinderung

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Quellen: 1. Bericht der Projektgruppe “Amoklagen“ im Auftrag des Unterausschusses „Führung, Einsatz und Kriminalitätsbekämpfung“ des Arbeitskreises II, unter Beteiligung des UA IuK, des UA RV, der Ag Kripo und der PL PK ( ) 2. Interview mit Dr. Lüdke im Sicherheitsbrief 1/ 2009 der Fa. Kötter

Verhalten während der Tat

Ordner: „Umgang mit Krisen und Notfällen an Schulen“ Ein Leitfaden für den akuten Krisenfall Maßnahmen zur Sofortreaktion Situationen stabilisieren Weiterbetreuung organisieren Schulisches Krisenmanagement: Struktur, Meldeweg, Krisenteam Hinweise zur Vorbereitung auf Notfälle: Umgang mit Materialien, Hinweise zu Notfallübungen,... Anhang: Formulare, Festlegungen, Übersichten, Musterschreiben, Ratgeber