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Ringvorlesung WS 2005/06 Philosophie und Öffentlichkeit Hegel Philosophie, Geschichte und Staat Prof. Dr. Ludwig Siep.

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Präsentation zum Thema: "Ringvorlesung WS 2005/06 Philosophie und Öffentlichkeit Hegel Philosophie, Geschichte und Staat Prof. Dr. Ludwig Siep."—  Präsentation transkript:

1 Ringvorlesung WS 2005/06 Philosophie und Öffentlichkeit Hegel Philosophie, Geschichte und Staat Prof. Dr. Ludwig Siep

2 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep2 II.Philosophie und Erziehung III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte Übersicht I. Philosophie als Versöhnung mit der Wirklichkeit

3 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep3 Verfassungsschrift Vorrede der Phänomenologie des Geistes Nürnberger Schriften (Gutachten zu Gymnasium und Universität) Grundlinien der Philosophie des Rechts Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundriss Einschlägige Texte Hegels:

4 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep4 I. Philosophie als Versöhnung (1) 1. Historische Erfahrungen: a) Altes Reich: Zusammenbruch einer Weltordnung, die nicht mehr verstanden und gelebt wurde b) Frankreich: Durchsetzung einer Freiheitsordnung mit Grundfreiheiten und berufsständischer Partizipation 2. Überwindung von Entzweiungen und Entfremdung: a) Institutionen um der Menschen willen b) Kunst als Ausdruck individuellen und bürgerlichen Selbst- und Weltverständnisses (säkular) c) Verwirklichung von Jenseitsvorstellungen im Diesseits der bürgerlichen Gesellschaft, des Staates, der religiösen Gemeinde (Reich des Geistes) d) Grundtendenzen der Geschichte begreifbar

5 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep5 I. Philosophie als Versöhnung (2) 3. Idee der Philosophie: a) System aus einem selbständigen (absoluten) Prinzip des Seins und Erkennens (Spinoza) b) Entwicklungsprinzip ist die Subjektivität (Kant, Fichte) c) Natur und Geschichte als Selbstorganisation, die sich im menschlichen Wissen reflektiert (Geist) 4. Resultat: Die Philosophie zeigt, dass es in Natur und Geschichte um den Menschen geht, der nicht fremden Wirklichkeiten gegenübersteht, sondern seiner eigenen (auch kollektiven) Vernunft, die sich historisch entfaltet und verwirklicht. Statt Unverständnis und permanenter Forderung: Begreifen und Versöhnung (Theorie und vernünftiges Handeln).

6 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep6 II. Philosophie und Erziehung (1) 1.Um den Menschen zum Begreifen der Wirklichkeit zu befreien ist Philosophie nötig. 2.Grundsätzliche historische Aufgabe der Erziehung an Schule und Universität: Versöhnung von Aufklärung und Metaphysik (religiöse und philosophische Lehren des Absoluten). 3.Dazu notwendig: Neues Kategoriensystem, formale und inhaltliche (gebiets- und sachbezogene) Logik. 4.Im Gymnasium von vertrauten Inhalten über abstrakte Begriffe zu systematischer Erkenntnis führen (Hören und Sehen vergehen, Bestimmungen unterscheiden, Entgegengesetztes in seiner Einheit).

7 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep7 II. Philosophie und Erziehung (2) 5. Reihenfolge der Inhalte im Gymnasium: a)Unterklasse: Recht (Freiheit, Recht, Eigentum), Moral, Religion. b) Mittelklasse: Spezielle Metaphysik (Kosmologie, philos. Psychologie, natürliche Theologie), ihre Kritik (Kant) und Neufassung (Hegel). Psychologie: Kants Kritik der Unsterblichkeits- beweise und Hegels Phänomenologie (Überwindung des Subjekt-Objekt-Gegensatzes in allen Konstellationen). Kosmologie und Theologie: Gottesbeweise, Kants Kritik und Hegels logisch-semantische Aufhebung der katego- rialen Gegensätze (sinnlich-intelligibel, endlich-unendlich etc.). Gott als Selbstreflexion der logischen Wirklichkeit im Menschen.

8 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep8 II. Philosophie und Erziehung (3) 5. Reihenfolge der Inhalte im Gymnasium (Forts.): c)Oberklasse: Philosophische Enzyklopädie: Logik, Natur, Geist. Logik als systematische Entwicklung der Sachbegriffe. Naturphilosophie als Stufung raum-zeitlicher Selbst- verhältnisse. Subjektiver Geist: Selbstentfaltung der psychischen Vermögen und Erkenntnislehre. objektiver Geist: praktische Philosophie als Verwirk- lichung der Vernunft in Gesellschaft und Geschichte. absoluter Geist: Ästhetik, Religionsphilosophie, Meta- philosophie als Selbsterkenntnis des Geistes in seinen kulturellen Vergegenwärtigungen (anschaulich, narrativ, begrifflich).

9 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep9 II. Philosophie und Erziehung (4) 6. Bedeutung der philosophischen Erziehung für Staat und Gesellschaft: a) platonisch: Erziehung von Wissenschaftlern, die vor allem als Staatsbeamte (allgemeiner Stand) in Erziehung, Verwaltung und Regierung tätig sind (bis zum Staatsrat als Fürstenberatung). Sie müssen die vernünftigen Prinzipien der Rechtsordnung und Verfassung verstehen und anwenden. b) aristotelisch: Der Mensch ist politisches Lebewesen. Er muss Anteil nehmen an Gemeinschaftsaufgaben und an den Auseinandersetzungen um Recht und Unrecht. Allerdings teilweise vermittelt über die adelige Herrschaft bzw. die Korporationen.

10 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep 10 II. Philosophie und Erziehung (5) 6. Bedeutung der philosophischen Erziehung für Staat und Gesellschaft (Forts.): c) Aufklärung: Der Staat muss den gebildeten Menschen begreifbar sein. Staat und Kirche müssen getrennt werden. Der Staat muss die Grundrechte für alle Menschen (z.B. Juden) gesetzlich konkretisieren. Freie Berufs- und Gewerbewahl und Marktökonomie müssen gesichert sein. Unverschuldetes Unglück muss sozial kompensiert werden (Familie, Berufsgenossenschaft, staatliche Maß- nahmen). Philosophie erzieht zum kulturellen und moralischen Kosmopolitismus, aber nicht zum völkerrechtlichen.

11 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep11 III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte (1) 1.Hegels Staatsphilosophie ist a) geschichtsphilosophisch orientiert b) einzelstaatlich orientiert 2. Hegels Geschichtsphilosophie als Radikalisierung und Konkretisierung der Kantischen: Wir müssen nicht nur fragen, ob die Vernunft in der Geschichte fortschreitet – wir können Geschichte gar nicht anders wissenschaftlich betrachten. Geschichtsphilosophie zeigt, dass Vernunft sich über die Erfahrungen und das Gedächtnis der Völker verwirklicht (Rechtliche Freiheit, einmal den Völkern bewußt, hat unbezwingliche Stärke, Enz. 1830, § 482). Wir können aber nur vergangene Geschichte begreifen, nicht prophezeien (Eule der Minerva, Rechtsphilosophie).

12 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep12 III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte (2) 3.Hegels politischer Anti-Kosmopolitismus folgt Rousseau und Herder: a) Rousseau: Man muss die Freiheit in einem konkreten, überschaubaren Staat realisieren und im Bewusstsein der Menschen verankern. Die Berufung auf eine vernünftige Weltordnung ist ein Alibi – diese kann erst am Ende aus den freien Republiken entstehen. b) Herder: Individuen und Völker sind von ihren Sprachen und kulturellen Überlieferungen geprägt. Staaten beruhen nicht auf Verträgen rationaler, selbstinteressierter Individuen, sondern auf Gewohn- heiten (Sitten), sowie kulturellen Werttraditionen. Daran knüpfen die historische Rechtsschule und die romantische Literatur (Sagen, Religion, Geschichte).

13 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep13 III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte (3) 4. Hegel verknüpft diese Anschauung mit den Ideen der Aufklärung und Kants: Der Volksgeist bestimmt zwar die Kulturen und Geschichten der Völker (bei Hegel: größere kulturelle Einheiten wie antike und germanisch-christliche Welt). Aber in der Abfolge der Geschichte setzt sich eine vernünftige Gesamtentwicklung durch (Weltgeist), der zum modernen Verfassungsstaat führt. 5. Völkerrechtlich bedeutet das allerdings, dass die Einzel- staaten oberste souveräne Einheiten bleiben und das Recht zum Krieg behalten. Unausführbare Ideen wie Kants Völkerbund als Weltstaat sind ohne rechtliche Bedeutung. Moderne Kriege setzen den europäischen Verfassungsstaat durch.

14 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep14 III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte (4) 6. Hegel teilt aber wichtige Grundlagen a) des moralischen und rechtlichen Kosmopolitismus b) des kulturellen Kosmopolitismus 7.Konkrete Sitten können zwar voneinander abweichen, aber die moralischen Ansprüche und die Rechte der Menschen sind grundsätzlich gleich. Sie müssen in den Verfassungen konkretisiert und in die alltäglichen Lebensformen integriert werden (Fleisch und Blut gewordene Nationalfreiheiten der Engländer, Ungarn etc.).

15 Ringvorlesung HegelProf. Dr. Ludwig Siep15 III. Staat, Völkerrecht, Weltgeschichte (5) 8. Hegel weitet vor allem den kunst- und religions- geschichtlichen Blick weit über die Aufklärung (inkl. Kant) aus: Weltkunst und Weltreligionen. (große Kunstwerke … des Mittelalters oder ganz fremder Völker des Altertums, z.B. die indischen, genießen Ästhetik I, 37) In der Kunst bleibt aber die Antike der Höhepunkt und in der Religion das aufgeklärte protestantische Christentum (Eurozentrismus).


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