Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Referentin: Dr. med. Brigitte Bosse Mainz Frauen-Trauma-Sucht 27. April 2012.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Referentin: Dr. med. Brigitte Bosse Mainz Frauen-Trauma-Sucht 27. April 2012."—  Präsentation transkript:

1

2 Referentin: Dr. med. Brigitte Bosse Mainz Frauen-Trauma-Sucht 27. April 2012

3 TAGUNGSABLAUF : Block I Einstiegsrunde - Vorstellung Einstiegsrunde - Vorstellung Gewalt - Sucht – PTSD Gewalt - Sucht – PTSD Das Trauma und seine Folgen Das Trauma und seine Folgen : Pause : Block II Dissoziative Identitätsstörung Dissoziative Identitätsstörung Therapie Therapie Übungen Übungen : Pause : Block III Fallbesprechung und Supervision Fallbesprechung und Supervision Persönliche Checkliste und Feedback Persönliche Checkliste und Feedback

4 1. Gewalt – Sucht - PTSD

5 Gewalt - Häufigkeit 1. Studie Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Studie Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004 Untersucht wurden Frauen zwischen 16 und 85 Jahren Untersucht wurden Frauen zwischen 16 und 85 Jahren 40% der Frauen haben körperliche oder sex. Gewalt erlebt 40% der Frauen haben körperliche oder sex. Gewalt erlebt 58% der Frauen haben sexuelle Belästigung erlebt 58% der Frauen haben sexuelle Belästigung erlebt 42% der Frauen haben psychische Gewalt erlebt 42% der Frauen haben psychische Gewalt erlebt 25% aller in hier lebender Frauen haben körperliche oder sex. Gewalt – oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt 25% aller in hier lebender Frauen haben körperliche oder sex. Gewalt – oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt

6 Gewalt macht krank ACE- Studie (n= ), die Vincent Felitti zwischen 1991 und 1998 in San Diego an einem internistischen Klinikum durchgeführt hat. (www.acestudy.org) ACE= adversed childhood experience:www.acestudy.org Es konnte nachgewiesen werden, dass in Korrelation zu der Anzahl belastender Kindheitserlebnisse die Erkrankungshäufigkeit im Erwachsenenalter zunimmt (Ströhle, 2008) Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum nahm proportional zu den belastenden Kindheitserlebenissen zu, auch wenn die belastenden Erlebnisse subjektiv als nicht mehr relevant beschrieben wurden (Lüdecke, Sachsse, Faure, 2010)Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum nahm proportional zu den belastenden Kindheitserlebenissen zu, auch wenn die belastenden Erlebnisse subjektiv als nicht mehr relevant beschrieben wurden (Lüdecke, Sachsse, Faure, 2010)

7 Gewalt macht krank - körperlich Diabetes Hypertonie/KHK/Schlaganfall Schmerzstörungen/Fibromyalgie Gastrointestinale Erkankungen Gynäkologische funktionelle Störungen

8 Gewalt macht krank - sozial Psychosoziale BeeinträchtigungPsychosoziale Beeinträchtigung Bindungsstörung – gescheiterte Partnerschaft, gescheitere KindererziehungBindungsstörung – gescheiterte Partnerschaft, gescheitere Kindererziehung Defizitäre schulische oder berufliche EntwicklungDefizitäre schulische oder berufliche Entwicklung Untersuchung von Frauen im Strafvollzug:Untersuchung von Frauen im Strafvollzug: Bei sieben oder mehr Formen stattgefundener Traumatisierung steigt das Risiko für eine psych. Erkrankung um 980%!!Bei sieben oder mehr Formen stattgefundener Traumatisierung steigt das Risiko für eine psych. Erkrankung um 980%!!

9 Gewalt macht krank - seelisch PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungen Adipositas / Bulimie/Anorexie Depressionen/ Suicidalität/SVV Angsterkrankungen/Zwangserkrankung SuchterkrankungenSuchterkrankungen

10 Der kleine Unterschied: Männer und Frauen Das Risiko körperlich oder sexuell mißhandelt zu werden ist in der frühen Kindheit für Mädchen und Jungen annähernd gleichDas Risiko körperlich oder sexuell mißhandelt zu werden ist in der frühen Kindheit für Mädchen und Jungen annähernd gleich Mit zunehmendem Alter steigt für Mädchen und Frauen das Risiko für Mißhandlung im sozialen Nahraum, durch ihre Lebens-und Liebespartner. Jungen und Männer werden eher von Fremden angegriffenMit zunehmendem Alter steigt für Mädchen und Frauen das Risiko für Mißhandlung im sozialen Nahraum, durch ihre Lebens-und Liebespartner. Jungen und Männer werden eher von Fremden angegriffen Frauen neigen zu autoagressiver, internaler Verarbeitung: Ich bin schuld - Flucht und OpferfixierungFrauen neigen zu autoagressiver, internaler Verarbeitung: Ich bin schuld - Flucht und Opferfixierung Männer neigen zu agressiver, externaler Verarbeitung: Angriff und TäterfixierungMänner neigen zu agressiver, externaler Verarbeitung: Angriff und Täterfixierung Frauen in der Psychiatrie – Männer im GefängnisFrauen in der Psychiatrie – Männer im Gefängnis

11 Suchtentwicklung Sucht ist das unabweisbare Verlangen Lustgefühle herbeizuführen oder Unlust zu vermeidenSucht ist das unabweisbare Verlangen Lustgefühle herbeizuführen oder Unlust zu vermeiden Drogenmißbrauch – ein Phänomen des UnverbundenseinsDrogenmißbrauch – ein Phänomen des Unverbundenseins Opioide betäuben den Schmerz bei Verlust von Bindungspersonen oder ersetzen die Bindung zu anderen Menschen Opioide betäuben den Schmerz bei Verlust von Bindungspersonen oder ersetzen die Bindung zu anderen Menschen Fehlende gute Beziehungen – fehlende emotionale UnterstützungFehlende gute Beziehungen – fehlende emotionale Unterstützung Im impliziten Gedächtnis fehlt die Kaskade zur emotionalen BeruhigungIm impliziten Gedächtnis fehlt die Kaskade zur emotionalen Beruhigung

12 Abhängigkeiten Nikotin 16 Mio – Abhängig vom soz. Status: 19% der Hauptschüler 4% der Gymnasisten Nikotin 16 Mio – Abhängig vom soz. Status: 19% der Hauptschüler 4% der Gymnasisten Alkohol 9,5% riskantes Trinken – 1.3 Mio Abhängigkeit 8% der 12-17Jährigen zeigen riskanten Alk. Konsum Alkohol 9,5% riskantes Trinken – 1.3 Mio Abhängigkeit 8% der 12-17Jährigen zeigen riskanten Alk. Konsum 60% der Frauen trinken während der Schwangerschaft 60% der Frauen trinken während der Schwangerschaft Neugeb. / Jahr weisen alkoholbed. Schäden auf Neugeb. / Jahr weisen alkoholbed. Schäden auf Med.Abhängigkeit: 1.4 Mio Med.Abhängigkeit: 1.4 Mio THC: Mio THC: Mio harteDrogen: harteDrogen:

13 Transgenerationale Weitergabe Sucht als Coping-Strategie auf StressSucht als Coping-Strategie auf Stress Spiegelneurone (Rizzolatti 2002/ Bauer Warum ich fühle, was Du fühlst, 2006)Spiegelneurone (Rizzolatti 2002/ Bauer Warum ich fühle, was Du fühlst, 2006) genetische Faktoren – Genexpressivität abhängig vom mütterlichen Stresslevelgenetische Faktoren – Genexpressivität abhängig vom mütterlichen Stresslevel Kaskadenmodell (Teicher 2000) Stress verändert die neuronale MorphologieKaskadenmodell (Teicher 2000) Stress verändert die neuronale Morphologie

14 Sucht und Gewalt 74% der süchtigen Frauen geben an sexuell mißbraucht worden zu sein74% der süchtigen Frauen geben an sexuell mißbraucht worden zu sein 72% der süchtigen Frauen geben emotionale Mißhandlung an72% der süchtigen Frauen geben emotionale Mißhandlung an 52% der süchtigen Frauen geben an körperlich mißhandelt worden zu sein52% der süchtigen Frauen geben an körperlich mißhandelt worden zu sein Häufig erfolgten die Mißhandlungen über einen längeren Zeitraum und durch mehrer TäterHäufig erfolgten die Mißhandlungen über einen längeren Zeitraum und durch mehrer Täter Hoch signifikanter Zusammenhang zwischen BPS und kindlichem sexuellem MißbrauchHoch signifikanter Zusammenhang zwischen BPS und kindlichem sexuellem Mißbrauch 33-59% der suchtkranken Frauen haben eine PTSD33-59% der suchtkranken Frauen haben eine PTSD Traumatisierung ist bei suchtkranken Frauen 5-15 mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung (Sachsse et al 2010)Traumatisierung ist bei suchtkranken Frauen 5-15 mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung (Sachsse et al 2010)

15 Sucht und PTSD Sucht ist schwerer behandelbar, wenn eine PTSD vorliegtSucht ist schwerer behandelbar, wenn eine PTSD vorliegt Alkohol oder Drogen wirken als SelbstmedikationAlkohol oder Drogen wirken als Selbstmedikation Drohende Dekompensation ohne MedikationDrohende Dekompensation ohne Medikation Schwere der intrusiven Symptomatik - Prädiktor für Rückfallswahrscheinlichkeit (cave : Benzodiazepine erhöhen das Risiko für Intrusionen )Schwere der intrusiven Symptomatik - Prädiktor für Rückfallswahrscheinlichkeit (cave : Benzodiazepine erhöhen das Risiko für Intrusionen ) Entzugssymptomatik/Craving - Hyperarousal/FlashbacksEntzugssymptomatik/Craving - Hyperarousal/Flashbacks Albträume/Entzug - PTSD/ nächtl. WiedererlebenAlbträume/Entzug - PTSD/ nächtl. Wiedererleben

16 2. Das Trauma und seine Folgen Posttraumatische Belastungsstörung: Was ist ein Trauma? Was ist ein Trauma? Psychopathologie der Trauma-Folgestörungen Psychopathologie der Trauma-Folgestörungen

17 Definition eines Traumas nach ICD 10 I Ein Trauma ist ein Ein Trauma ist ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz- oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.

18 Definition eines Traumas nach ICD10 II Ein Trauma wird verursacht durch: Ein Trauma wird verursacht durch: Naturereignisse Naturereignisse Kampfhandlungen Kampfhandlungen Schwere Unfälle Schwere Unfälle Von Menschen herbeigeführte Katastrophen Von Menschen herbeigeführte Katastrophen Miterleben des gewaltsamen Todes anderer Miterleben des gewaltsamen Todes anderer Erleben oder Miterleben von Folter, Geiselnahme oder Vergewaltigung Erleben oder Miterleben von Folter, Geiselnahme oder Vergewaltigung

19 Trauma-Definition nach DSM-IV Objektive Merkmale eines Traumas: Objektive Merkmale eines Traumas: Bedrohung des eigenen Lebens Bedrohung des eigenen Lebens Gefährdung der eigenen körperlichen Unversehrtheit Gefährdung der eigenen körperlichen Unversehrtheit Schädigung oder tödliche Bedrohung anderer Personen Schädigung oder tödliche Bedrohung anderer Personen

20 Trauma-Definition nach DSM-IV Subjektive Merkmale eines Traumas: Subjektive Merkmale eines Traumas: Das Erleben intensiver Hilflosigkeit Das Erleben intensiver Hilflosigkeit Erleben intensiver Furcht Erleben intensiver Furcht Erleben intensiven Entsetzens Erleben intensiven Entsetzens

21

22 Unmittelbare Überlebensreaktionen Konzentration auf existenziell Notwendiges: Konzentration auf existenziell Notwendiges: klares, überwaches Bewusstsein klares, überwaches Bewusstsein Ausblenden unwichtiger Details Ausblenden unwichtiger Details keine Schmerzwahrnehmung keine Schmerzwahrnehmung keine Gefühlswahrnehmung keine Gefühlswahrnehmung automatisiertes Handeln automatisiertes Handeln Nicht-Wahrnehmung der körperl. Belastungsgrenze Nicht-Wahrnehmung der körperl. Belastungsgrenze

23 Typische Symptomatik nach Traumatisierung I 1. Wiedererleben Intrusionen: sich aufdrängende Erinnerungen in Form von Intrusionen: sich aufdrängende Erinnerungen in Form von Gedanken und Bildern Gedanken und Bildern Geräuschen Geräuschen Gerüchen Gerüchen Haptischem Erleben Haptischem Erleben Flashback: Wiedererleben; sich fühlen wie im falschen Film Flashback: Wiedererleben; sich fühlen wie im falschen Film Albträume Albträume

24 Typische Symptomatik nach Traumatisierung II 2. Vermeiden und emotionales Abstumpfen Vermeidungsverhalten in Bezug auf Vermeidungsverhalten in Bezug auf Orte Orte Situationen Situationen Gedanken, die an das traumatische Ereignis erinnern Gedanken, die an das traumatische Ereignis erinnern Gedächtnisschwierigkeiten Gedächtnisschwierigkeiten Entfremdungsgefühl Entfremdungsgefühl Interessensverlust Interessensverlust

25 Typische Symptomatik nach Traumatisierung III 3. Erhöhte Anspannung Hypervigilanz (= Zustand einer überhöhten Wachsamkeit und dauernder Anspannung) Hypervigilanz (= Zustand einer überhöhten Wachsamkeit und dauernder Anspannung) Schlafstörungen Schlafstörungen Reizbarkeit und Wutausbrüche Reizbarkeit und Wutausbrüche Konzentrationsschwierigkeiten Konzentrationsschwierigkeiten

26 Pathologie der PTSD Ein Trauma ist ein extrem stressreiches äußeres Ereignis, das den Betroffenen überwältigt. Ein Trauma ist ein extrem stressreiches äußeres Ereignis, das den Betroffenen überwältigt. normale Abwehmechanismen funktionieren in der Regel nicht mehr normale Abwehmechanismen funktionieren in der Regel nicht mehr no fight no fight no flight no flight freeze or fragment freeze or fragment

27 Fight or Flight – Handlung ist möglich Aktivierung des sympathischen Nervensystems, Freisetzung von Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) Aktivierung des sympathischen Nervensystems, Freisetzung von Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) Starke Durchblutung der Muskulatur Starke Durchblutung der Muskulatur Bereitstellung von Glukose als Kampfreserve Bereitstellung von Glukose als Kampfreserve Geschlechtsspezifische Unterschiede: Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen neigen zu Flucht Frauen neigen zu Flucht Männer eher zum Kampf Männer eher zum Kampf

28 Freeze or Fragment – Handlung ist unmöglich Der Organismus distanziert sich vom äußeren Geschehen (= Dissoziation) Der Organismus distanziert sich vom äußeren Geschehen (= Dissoziation) Endorphinausschüttung führt zu einer Betäubung Endorphinausschüttung führt zu einer Betäubung Die Erinnerung wird fragmentiert Die Erinnerung wird fragmentiert Geordnete Gedächtnisverarbeitung ist nicht möglich Geordnete Gedächtnisverarbeitung ist nicht möglich

29 Gedächtnissystem der Stressverarbeitung Hippocampus - Archiv des Gedächtnisses Hippocampus - Archiv des Gedächtnisses Biografisch Biografisch Episodisch Episodisch narrativ narrativ Amygdala - Feuerwehr und Notsystem Amygdala - Feuerwehr und Notsystem extreme Reize sind der normalen Verarbeitung entzogen extreme Reize sind der normalen Verarbeitung entzogen Erinnerung ist fragmentiert, leicht zu triggern Erinnerung ist fragmentiert, leicht zu triggern gestörte Überleitung zur Großhirnrinde - Sprachzentren blockiert gestörte Überleitung zur Großhirnrinde - Sprachzentren blockiert

30 Traumafolgestörungen I Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (PTSD)Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (PTSD) DepressionenDepressionen AngststörungenAngststörungen ZwangsstörungenZwangsstörungen Somatoforme StörungenSomatoforme Störungen SchmerzstörungenSchmerzstörungen EssstörungenEssstörungen

31 Traumafolgestörungen II/Sucht psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzenpsychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen Störungen durch Alkohol F (10.-)Störungen durch Alkohol F (10.-) Störungen durch Cannabinoide (F 12.-)Störungen durch Cannabinoide (F 12.-) Störungen durch Sedativa oder Hypnotika (F 13.-)Störungen durch Sedativa oder Hypnotika (F 13.-) Nicht stoffgebundene SuchtNicht stoffgebundene Sucht SpielsuchtSpielsucht KaufsuchtKaufsucht SexsuchtSexsucht

32 Traumafolgestörungen III Persönlichkeitsstörung andauernde Persönlichkeitsänderng nach Extrembelastung (F 62.0)andauernde Persönlichkeitsänderng nach Extrembelastung (F 62.0) Borderlinestörung – emotional instabile Persönlichkeitsstörung (F 60.31)Borderlinestörung – emotional instabile Persönlichkeitsstörung (F 60.31) Dissoziative Identitätsstörung (F 44.81) – multiple PersönlichkeitsstörungDissoziative Identitätsstörung (F 44.81) – multiple Persönlichkeitsstörung

33 PAUSE

34 3. Die Dissoziative Identitätsstörung

35 Dissoziative Identitätsstörungen I Häufigkeit:Häufigkeit: bis zu 1% der Bevölkerungbis zu 1% der Bevölkerung bis zu 5% bei stationären psychiatrischen Patientenbis zu 5% bei stationären psychiatrischen Patienten bis zu 7% der Borderline-Patientenbis zu 7% der Borderline-Patienten Ätiologie:Ätiologie: schwere frühkindliche Gewalterfahrungenschwere frühkindliche Gewalterfahrungen extreme sadistische Gewaltextreme sadistische Gewalt verraten und verkauft – Betrayal-Traumaverraten und verkauft – Betrayal-Trauma

36 Dissoziative Identitätsstörungen II strukturelle Dissoziation nach Nijenhuis primäre strukturelle Dissoziation 1 ANP, 1 EP PTSD sekundäre strukturelle Dissoziation 1 ANP, mehrere EPs komplexe PTSD, DDnos tertiäre strukturelle Dissoziation mehrere ANPs, mehrere EPs DID

37 Dissoziative Identitätsstörungen III negative Symptome der Dissoziation negative Symptome der Dissoziation – psychisch: Amnesie Amnesie Depersonalisation Depersonalisation Emotionale Betäubung Emotionale Betäubung – somatisch Schmerzlosigkeit" Schmerzlosigkeit" sensorischer Wahrnehmungsverluste sensorischer Wahrnehmungsverluste Motorischer Funktionsausfall Motorischer Funktionsausfall

38 Dissoziative Identitätsstörungen IV positive Symptome der Dissoziation positive Symptome der Dissoziation – psychisch: Stimmen hören Stimmen hören plötzlich auftretende Emotionen plötzlich auftretende Emotionen Intrusionen, Flashbacks Intrusionen, Flashbacks – somatisch Körpererinnerungen mit plötzlich auftretenden Körperempfindungen und Schmerzen; körperliches Wiedererleben des Traumas Körpererinnerungen mit plötzlich auftretenden Körperempfindungen und Schmerzen; körperliches Wiedererleben des Traumas

39 4. Therapie

40 Suchtverhalten als Selbstmedikation Trauma = Kontrollverlust =OhnmachtserlebenTrauma = Kontrollverlust =Ohnmachtserleben PTSD- Symptome sind z.B.PTSD- Symptome sind z.B. IntrusionenIntrusionen Körperliches WiedererlebenKörperliches Wiedererleben SchmerzenSchmerzen Drogenkonsum =(scheinbare) Kontrolle überDrogenkonsum =(scheinbare) Kontrolle über GedankenGedanken GefühleGefühle Körperliche ZuständeKörperliche Zustände Drogenkonsum macht Erleben berechenbarDrogenkonsum macht Erleben berechenbar

41 Sucht – Trauma - Therapie Therapieziele: Therapieziele: – Erhöhung der Stresstoleranz – Erhöhung der Frustrationstoleranz – Verbesserung der Konfliktfähigkeit – Dem ist die Abstinenz (zunächst) nachgeordnet Therapieinhalte:Therapieinhalte: – Entwicklung von Copingstrategie – Skills-Training – Exposition

42 Behandlung: Achtsamkeit Achtsamkeit ist das Gegenteil von DissoziationAchtsamkeit ist das Gegenteil von Dissoziation Achtsamkeit bedeutet neugierig und offen wahrnehmen, was ist ohne sofort etwas ändern zu müssen.Achtsamkeit bedeutet neugierig und offen wahrnehmen, was ist ohne sofort etwas ändern zu müssen. Annähern statt VermeidenAnnähern statt Vermeiden StabilisierungsübungenStabilisierungsübungen Verbesserung der Prognose durch Kombination von Trauma- und SuchttherapieVerbesserung der Prognose durch Kombination von Trauma- und Suchttherapie

43 Traumatherapie bedeutet neuronale Neuverknüpfung Für die Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses sind folgende Verknüpfungen notwendig: Was ist passiert ? Was habe ich gefühlt ? Was habe ich gedacht ? Wie habe ich reagiert ? Es ist vorbei. Ich habe überlebt. (Reddemann, 2008)

44 Inhalte der Traumatherapie I - Bindung Psychotherapie mit komplex dissoziativen Menschen dauert lange Psychotherapie mit komplex dissoziativen Menschen dauert lange Und ist bindungsintensiv Und ist bindungsintensiv Einerseits sicheres Geländer: halt- und strukturgebende Beziehung Einerseits sicheres Geländer: halt- und strukturgebende Beziehung Andererseits Feinfühligkeit und Wachstums- Orientierung: das Persönlichkeitssystem fördern, damit die Puzzlestücke zusammenfallen. Andererseits Feinfühligkeit und Wachstums- Orientierung: das Persönlichkeitssystem fördern, damit die Puzzlestücke zusammenfallen. Unser Klientel ist das mit den meisten Drop-Outs und Rückfällen. Unser Klientel ist das mit den meisten Drop-Outs und Rückfällen. Ergo: Sichere und verlässliche Bindungserfahrung herstellen und fördern. Ergo: Sichere und verlässliche Bindungserfahrung herstellen und fördern Copyright: Michaela Huber44

45 Inhalte der Traumatherapie II Stabilisierung Stabilisierung Psychoedukation Psychoedukation Herstellen äußerer Sicherheit Herstellen äußerer Sicherheit Vermitteln trauma-distanzierender Techniken Vermitteln trauma-distanzierender Techniken imaginative Übungen imaginative Übungen Traumakonfrontation Traumakonfrontation EMDR EMDR Screen-Technik Screen-Technik Verhaltenstherapie Verhaltenstherapie

46 Inhalte der Traumatherapie III: Imaginationsübungen Dissoziative Fähigkeiten nutzenDissoziative Fähigkeiten nutzen Dissoziative Zustände regulieren Spannung und StressDissoziative Zustände regulieren Spannung und Stress Stress führt zum Suchtverhalten – Suchtdruck wird oft eher wahrgenommen als der zugrunde liegende StressStress führt zum Suchtverhalten – Suchtdruck wird oft eher wahrgenommen als der zugrunde liegende Stress Dissoziation dient dem Rückzug aus einer schwierigen (über-) fordernden UmweltDissoziation dient dem Rückzug aus einer schwierigen (über-) fordernden Umwelt Selbststeuerung und Affektkontrolle durch imaginative Stabilisierungsübungen wieSelbststeuerung und Affektkontrolle durch imaginative Stabilisierungsübungen wie TresortechnikTresortechnik Sicherer innerer RückzugsortSicherer innerer Rückzugsort Innerer GartenInnerer Garten ReorientierungsübungReorientierungsübung

47 5. Übungen, Supervision und Fallbesprechung


Herunterladen ppt "Referentin: Dr. med. Brigitte Bosse Mainz Frauen-Trauma-Sucht 27. April 2012."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen