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The History and Development of Cybernetics Die Geschichte und Entwicklung der Kybernetik.

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Präsentation zum Thema: "The History and Development of Cybernetics Die Geschichte und Entwicklung der Kybernetik."—  Präsentation transkript:

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2 The History and Development of Cybernetics Die Geschichte und Entwicklung der Kybernetik

3 Präsentiert von The George Washington University in Kooperation mit The American Society for Cybernetics Die Geschichte und Entwicklung der Kybernetik The History and Development of Cybernetics

4 History of Cybernetics Vor vielen Jahren...

5 waren die Dinge die verstanden werden mussten um erfolgreich durch das Leben zu gehen relativ unkompliziert Relative Complication

6 Objekte und Prozesse, die wir später als Systeme bezeichnen werden, waren relativ einfach Objects & Processes

7 Noch vor wenigen hundert Jahren war es manchen Personen möglich einen Großteil des menschlichen Wissens zu beherrschen. Knowledge Mastery Leonardo DaVinci

8 Leonardo Da Vinci war führend im Bereich der Malerei... Da Vinci – Painting

9 ... der Bildhauerei.. Da Vinci, cont. – Sculpture

10 ... der Architektur... Da Vinci, cont. – Architecture

11 ... der Anatomie... Da Vinci, cont. – Anatomy

12 ... des Waffenbaus, und... Da Vinci, cont. – Weapons Engineering

13 .. der Flugzeugkonstruktion. Dies ist seine Skizze für eine Flugmaschine aus dem 16. Jahrhundert... Da Vinci, cont. – Aeronautical Engineering

14 ... und für einen Fallschirm im Falle des Absturzes der Maschine. Da Vinci, cont. – Aeronautical Engineering, cont.

15 Im Laufe der Zeit wurden die Systeme mit denen Menschen zu tun hatten... Komplexität t Systems Complexity

16 ... immer komplexer. Systems Complexity, cont.

17 Alleine die Transportsysteme wurden immer komplexer... Systems Complexity, cont.

18 ... und komplexer... Systems Complexity, cont.

19 ... und komplexer... Systems Complexity, cont.

20 ... und noch komplexer... Systems Complexity, cont.

21 ... ebenso wie Energiesysteme. Systems Complexity, cont.

22 Einige Leute haben darauf hingewiesen, dass sich die Technologie... Technology Advances

23 ... so rasch weiterentwickelt,... Technology Advances, cont.

24 ... dass sie unsere Möglichkeiten sie zu kontrollieren übersteigt. Technology Advances, cont. Three Mile Island

25 Eine Person alleine kann heute nicht mehr mit den Entwicklungen in allen Disziplinen schritthalten, geschweige denn eine führende Position in vielen Bereichen einnehmen, wie Leonardo Da Vinci das noch konnte. Keeping up with Developments

26 Spezialisierung wurde notwendig. Wie aber schaffen wir es nun effektiv mit einer sich technologisch hochentwickelten Gesellschaft umzugehen? How to Live and Work in a Technically Advanced Society?

27 Underlying Principles Gibt es für den modernen Menschen einen Weg mit der Komplexität umzugehen, allgemeine Prinzipien zu formulieren, die für alle Systeme gelten, und dadurch die Bedingungen zu schaffen um die Welt in der wir leben besser regulieren zu können?

28 Kybernetik = Regelung von Systemen Diese Frage war für eine handvoll Vordenker und Vordenkerinnen in den 1940er Jahren von Interesse. Sie waren die Pioniere eines Feldes das als Kybernetik bekannt wurde – die Wissenschaft der Regelung von Systemen. Cybernetics = Regulation of Systems

29 Kybernetik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft die sich mit allen Systemen, von Molekülen... Cybernetics – an Interdisciplinary Science

30 ... bis zu Galaxien beschäftigt. Spezielle Aufmerksamkeit widmet sie Maschinen, Tieren und Gesellschaften. What Cybernetics Looks at

31 Der Begriff Kybernetik ist vom griechischen Wort für Steuermann abgeleitet, der als Kontrollsystem für ein Schiff verstanden werden kann. Derivation of Cybernetics

32 Das Wort wurde 1948 von Norbert Wiener geprägt und als eine Wissenschaft definiert. Er wurde 1894 geboren und lebte bis Als Vater der Kybernetik wurde er weltweit bekannt. Norbet Weiner

33 Wiener war angewandter Mathematiker, Biologe und Elektrotechniker. Während des zweiten Weltkriegs arbeitete er an Radar-gestützten Flugzeug-Abwehr-Waffen. Wiener – Radar

34 Er kombinierte ein spezielles Radar mit einer Kanone in einer Weise, dass Geschoss automatisch auf das Ziel – ein Flugzeug – zuflog. Nachdem die Kanone abgefeuert war, wurde mit dem Radar die Abweichung vom Ziel bestimmt und die Flugbahn des Geschosses derart verändert, dass die Abweichung immer kleiner wurde und schließlich das Ziel erreicht wurde. Weiner – Radar, cont.

35 Das System imitierte menschliche Funktionen und führt sie effektiv aus. Wiener – Radar and Human Factor Imitation

36 Rückkopplung Die Flugabwehrkanone demonstriert das kybernetische Prinzip der Rückkopplung. Mittels der Rückkopplung wird Information über das Ergebnis eines Prozesses genutzt um den Prozess zu verändern. Das Radar liefert Informationen über die Änderung der Position des Flugzeuges, und diese Information wird genutzt um das Zielen der Kanone korrigieren. Feedback

37 Ein bekannteres Beispiel für den Einsatz von Rückkopplung ist das Thermostat. Feedback – Thermostat

38 Die Raumtemperatur steigt auf 21°C Wenn das Heizsystem so eingestellt, dass es einen Schwankungsbereich von 1° zulässt, und das Thermostat auf 20°C eingestellt ist, wird die Raumtemperatur, durch heizen, auf 21°C steigen... Thermostat Feedback Example

39 Die Raumtemperatur steigt auf 21°C Die Heizung schaltet sich aus... bis der Temperatur sensor im Thermostat die Heizung ausschaltet. Thermostat Feedback Example, cont.

40 Die Raumtemperatur steigt auf 21°C Die Raumtemperatur sinkt auf 19°C Die Heizung schaltet sich aus Die Heizung bleibt ausgeschaltet bis die Temperatur im Raum auf 19°C gesunken ist,... Thermostat Feedback Example, cont.

41 Die Heizung schaltet sich ein Die Raumtemperatur steigt auf 21°C Die Heizung schaltet sich aus Die Raumtemperatur sinkt auf 19°C... dadurch schaltet der Sensor im Thermostat die Heizung wieder ein. Thermostat Feedback Example, cont.

42 Selbst-regulierende Systeme Der Sensor ist Teil der Informations-Rückkopplung, durch die das System eine Differenz zur gewünschten Temperatur von 20°C messen und die Abweichung korrigieren kann. Wie bei der Flugzeug-Abwehr, handelt es sich auch hier um ein System – bestehend aus Thermostat, Heizung und Raum – das sich selbst durch Rückkopplung regulieren kann. Self Regulating System

43 Der menschliche Körper ist eine der reichsten Quellen für Rückkopplungs-Beispiele die zur Regulation des Systems führen. So wird beispielsweise Information an das Gehirn geliefert wenn der Magen leer ist. Human Body – Feedback Leading to System Regulation

44 Wenn eine korrigierende Aktion stattfindet, hier durch essen, dann wird dem Gehirn mitgeteilt, dass der Magen gefüllt wurde. Feedback – Corrective Action

45 Zeit Magen fühlt sich leer an Person isst Magen fühlt sich voll an Nach ein paar Stunden startet der gesamte Prozess von neuem. Die Rückkopplungsschleife arbeitet ein Leben lang. Feedback – Hunger Example

46 Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk von sich selbst regulierenden Systemen, sodass Kybernetiker früh darauf zurückgriffen und nach diesem Vorbild selbstregulierende Maschinen konstruierten. Eine berühmt gewordene Maschine ist der vom britischen Wissenschaftler Ross Ashby in den 1940er Jahren entwickelte Homöostat. Human Body and Cybernetics Studies

47 So wie der menschliche Körper seine Temperatur konstant hält, so kann der Homöostat elektrische Ströme konstant halten, trotz Störungen von Außen. Homeostat

48 Homöostase Der Homöostat, der Mensch und der Thermostat halten, alle halten ein Gleichgewicht, eine Homöostase, durch verschiedenste Feedback- Schleifen aufrecht. Es spielt keine Rolle wie die Information weiter gegeben wird – nur dass der Regler Informationen über Veränderungen erhält ist wesentlich um das Verhalten anzupassen.

49 Ein weiterer Wissenschaftler, Grey Walter, ging dem Konzept der Imitation von selbstregulierenden Eigenschaften von Menschen und Tieren nach. Grey Walter – Self Regulating Man and Animals

50 Sein bevorzugtes Projekt war das Bauen von mechanischen Schildkröten, die sich, wie die lebenden, frei bewegen und einige Merkmale von unabhängigem Leben zeigen. Grey Walter – Mechanical Tortoises

51 Walter ist hier zusammen mit seiner Frau Vivian, ihrem Sohn Timothy und der mechanischen Schildkröten Elsie abgebildet. Elsie hat vieles mit Timothy gemeinsam. So wie Timothy Nahrung ausfindig macht, so sucht auch Elsie nach Nahrung, allerdings in Form von Licht, von dem sie sich ernährt. Sie transformiert es in elektrische Energie, mit der sie ihre Akkus auflädt. Danach macht sie ein Nickerchen, so wie Timothy nach dem essen, an einem schattigen Ort. Grey Walter and Family

52 Obwohl Elsie das Verhalten eines Menschen nachahmt ist ihre Anatomie völlig anders. So sieht Elsie unter der Hülle aus. The Anatomy of Elsie

53 Sie sieht im Inneren eher wie ein Transistorradio und... Simulating a Humans Function

54 ... weniger wie das Innere eines menschlichen Körpers. Aber als Kybernetiker war Walter nicht an einer Imitation der Form des Menschen, sondern an der Imitation menschlicher Funktionen interessiert. Simulating a Humans Function

55 Was ist dieses Ding? Was macht es? Kybernetik fragt nicht Sondern... Not What Is, but What Does it Do?

56 Grey Walter hat nicht, wie ein Bildhauer, versucht die physikalische Form eines Menschen zu simulieren, sondern funktionelle Abläufe. Simulating Human Functions

57 nicht als Objekte, Prozesse In anderen Worten: er sah Menschen Sondern als... Not Objects, but Processes

58 Seit Jahrhunderten haben Menschen versucht Maschinen zu konstruieren die für menschliche Aufgaben nützlich sind, und zwar nicht nur für solche Aufgaben für die normalerweise Muskelkraft benötigt wird. Designs to Help with Human Tasks

59 Automaten, wie sie in den bewegten Figuren von Kuckucksuhren oder Musikboxen zu sehen sind, waren bereits im 18. Jahrhundert populär, und über Maschinen die denken können wurde bereits lange vor der Erfindung des Computers spekuliert. Automata

60 Macy Foundation Konferenzen Von 1946 bis 1953 gab es eine Reihe von Konferenzen in denen Probleme bezüglich Rückkopplungsschleifen und zirkulärer Kausalität von selbstregulierenden Systemen diskutiert wurden. Diese, von der Josiah Macy, Jr. Foundation unterstützten, Konferenzen waren interdisziplinär und wurden von Ingenieuren, Mathematiker, Neurophysiologen und anderen besucht. Macy Foundation Meetings

61 Der Vorsitzende dieser Konferenzen, Warren McCulloch, berichtete, dass die teilnehmenden Wissenschaftler große Probleme hatten einander zu verstehen, da sie alle eine eigene, ihrer Wissenschaftsdisziplin entsprechende, Sprache hatten. Professionals Speak Different Languages

62 Es gab derart hitzige Debatten, dass die daran teilnehmende Margaret Mead nicht einmal bemerkte sich einen Zahn gebrochen zu haben. Margaret Mead Breaks A Tooth

63 Die weiteren Treffen verliefen ruhiger, weil die Teilnehmenden eine gemeinsame Sachkenntnis entwickelten. Meetings Calm with Common Experiences

64 Diese Konferenzen, zusammen mit Norbert Wieners 1948 erschienenem Buch Cybernetics, waren die Basis für die Entwicklung der Kybernetik wie wir sie heute kennen. Laying the Groundwork for Cybernetics

65 Hier ist ein Bild aus den 1950ern von vier bereits erwähnten, prominenten, frühen Kybernetikern. Von links nach rechts: sind das: Ross Ashby, Erfinder des Homöostats; Warren McCulloch, Organisator der Macy Foundation Konferenzen; Grey Walter, Konstrukteur von Elsie; und Norbert Wiener, der den Namen Cybernetics vorschlug. Prominent Early Cyberneticians

66 Neurophysiologie + Mathematik + Philosophie Warren McCulloch war eine Schlüsselfigur für die Erweiterung der Kybernetik. Als Psychiater kombinierte er sein Wissen über Neurophysiologie mit Mathematik und Philosophie um ein sehr komplexes System zu verstehen,... Neurophysiology, Mathematics, and Philosophy

67 ... das menschliche Nervensystem. The Human Nervous System

68 Er hielt es für möglich das Funktionieren des Nervensystems mit der präzisen Sprache der Mathematik zu beschreiben. Human Nervous System and Mathematical Equations

69 Er entwickelte beispielsweise eine mathematische Gleichung die die Tatsache beschreibt, dass wenn ein Eiswürfel für kurze Zeit die Haut berührt, die paradoxe Wahrnehmung von Hitze entsteht. Cold = Hot

70 Neurophysiologie + Mathematik + Philosophie McCulloch nutzte nicht nur Mathematik und Neurophysiologie um das Nervensystem zu verstehen, sondern auch die Philosophie – eine seltenen Kombination. Wissenschaftler und Philosophen sind oft weit auseinander was ihre Interessen betrifft – Wissenschaftler untersuchen reale, konkrete,... Neurophysiology, Mathematics and Philosophy

71 ... physikalische Dinge, wie Pflanzen,... Plants

72 ... Tiere,... Animals

73 ... und Mineralien, während Philosophen,... Minerals

74 ... abstrakte Dinge wie Ideen, Gedanken, und Konzepte untersuchen. Abstract Ideas, Thoughts, and Concepts

75 Epistomologie = Erkenntnislehre McCulloch sah eine Verbindung zwischen der Naturwissenschaft Neurophysiologie und dem Epistomologie genannten Zweig der Philosophie, der Erkenntnislehre study of knowldge. Epistemology = Study of Knowledge

76 Während Wissen üblicherweise als unsichtbar und abstrakt angesehen wird, hat McCulloch angemerkt, Wissen entstehe in einem Organ des Körpers mit physischen Eigenschaften, dem Gehirn. Knowledge – Formed in the Brain

77 Physikalisch Abstrakt Gehirn Geist Wissen In der Geist treffen Gehirn und Idee zusammen, es treffen physikalisches und abstraktes und damit Wissenschaft und Philosophie aufeinander. The Mind – The Meeting Place Between the Brain and an Idea

78 PhilosophischPhysisch Experimentelle Epistemologie McCulloch begründete eine neue Forschungsrichtung die auf der Schnittmenge zwischen Physischem und Philosophischem basiert. Er nannte sie Experimentelle Epistemologie, das Studium von Wissen mittels der Neurophysiologie. Ziel war es herauszufinden wie die Aktivität des Netzwerkes der Nerven durch Sinneswahrnehmungen und Ideen entstehen. Experimental Epistemology

79 Kybernetik = Regulation von Systemen Warum ist McCullochs Arbeit so wichtig für die Kybernetik? Erinnere dich: Kybernetik ist die Wissenschaft der Regulation von Systemen. Cybernetics = Regulation of Systems

80 Das menschliche Gehirn ist vielleicht der bemerkenswerteste Regulator von allen. Es reguliert den menschlichen Körper ebenso wie viele andere Systeme in der Umwelt. Eine Theorie darüber wie das Gehirn operiert ist aber auch eine Theorie darüber wie alles menschliche Wissen generiert wird. Human Brain – The Most Remarkable Regulator of All

81 Während die Flugabwehrkanone und der Thermostat Apparate sind die von Menschen zur Regulation bestimmter Systeme konstruiert wurden, ist der Geist ein System das sich selbst konstruiert und reguliert. Wir werden über diese Phänomen in ein paar Minuten mehr sagen. Mind – Regulates Itself

82 Andere Konzepte in der Kybernetik Nachdem wir auf einige Schlüsselfiguren, deren Interessen und wissenschaftliche Beiträge eingegangen sind, werden wir uns nun einige weitere Konzepte der Kybernetik näher ansehen. Other Cybernetic Concepts

83 Gesetz der erforderlichen Vielfalt (Law of Requisite Variety) Ein wichtiges Konzept ist das Gesetz der erforderlichen Vielfalt. Dieses Gesetz besagt folgendes: Wenn ein System komplexer wird, muss auch die Kontrolle des Systems komplexer werden, weil es mehr Funktionen gibt die zu regulieren sind. Mit anderen Worten, je komplexer ein zu regulierendes System ist umso komplexer muss die Regulation sein. Law of Requisite Variety

84 Gehen wir zurück zum Beispiel des Thermostats Thermostat Example, Revisited

85 Wenn in einem Haus nur ein Ofen vorhanden ist kann der Thermostat simpel sein, da er nur den Ofen reguliert. Furnace = Simplicity

86 Wenn es in dem Haus einen Ofen und eine Klimaanlage gibt muss der Thermostat komplexer sein – die Schaltung wird aufwändiger –, da Heizen und Kühlen, also zwei Prozesse geregelt werden müssen. Furnace + Air Conditioner = Complexity

87 Das selbe Prinzip ist auch für Organismen anwendbar. Menschen besitzen das komplizierteste Nervensystem und Gehirn von allen Tieren. Das erlaubt ihnen viele verschiedene Aktivitäten und die Regulierung eines komplexen Körpers. Humans – Most Complex Nervous System

88 Demgegenüber haben einige Tiere wie der Seestern,... Starfish System

89 ... die Seegurke,... Sea Cucumber System

90 ... und die Seeanemonen kein zentrales Gehirn, sondern nur ein simples Netzwerk aus Nervenzellen, und das ist alles was nötig ist um die Körperfunktionen dieser Meeresbewohner zu regulieren. Zusammengefasst: Je komplexer ein Tier ist umso komplexer muss das entsprechende Gehirn sein. More Complex the Animal, the More complex the Brain

91 Das Gesetz der erforderlichen Vielfalt ist nicht nur für Maschinen und Organismen anwendbar, sondern auch für soziale Systeme. Um beispielsweise die Kriminalität zu kontrollieren ist es nicht notwendig für jeden Bürger einen Polizisten bereitzustellen, denn nicht jede Aktivität eines Bürgers muss reguliert werden... Social Systems

92 ... sondern nur illegale Aktivitäten. Es genügt im allgemeinen einen oder zwei Polizisten pro tausend Bürger bereitzustellen um die illegalen Aktivitäten zu kontrollieren. Capability to Regulate

93 In diesem Fall wird die Übereinstimmung zwischen der Varietät von Regulator und System nicht durch die Erhöhung der Komplexität des Regulators sondern durch eine Reduktion der Varietät des Systems erreicht. Anstatt also mehr Polizisten einzustellen entscheiden wir uns dafür weniger Verhaltensweisen zu regulieren. Regulation – Increase Complexity of Regulator and System being Regulated

94 Selbst-organisierende Systeme Das selbst-organisierende System ist ein weiteres Konzept in der Kybernetik, das wir täglich beobachten können. Das selbst-organisierende System ist ein System das zunehmend organisierter wird wenn es sich einem Gleichgewichtszustand nähert. Ross Ashby hat festgestellt, dass jedes System dessen interne Prozesse oder Interaktionen sich nicht ändern, ein selbst- organisierendes System ist. Self Organizing Systems

95 Zum Beispiel: Eine nicht organisierte Gruppe von Menschen die auf einen Bus warten... Waiting in Line

96 ... bilden, zumindest in England, eine Schlange, weil sie aufgrund ihrer vergangenen Erfahrungen wissen, dass Schlangen praktisch sind. Diese Menschen bilden ein selbst-organisierendes System. The Line – A Self-Organizing System

97 Auch eine Mischung aus Essig und Öl ist ein selbst-organisierendes System. Wie hier gezeigt, bildet sich beim Schütteln ein homogenes Gemisch, zumindest zeitweilig. Oil and Vinegar – a Self-Organizing System

98 Wenn man dem Dressing erlaubt seinen Gleichgewichtszustand wieder herzustellen, so wird sich die Struktur der Mischung verändern und Essig und Öl werden sich automatisch wieder separieren. Wir können sagen, die Mischung organisiert sich selbst. Oil and Vinegar - Equilibrium

99 Das Konzept der Selbstorganisation führt zu einer Konstruktionsregel. Um ein Objekt zu verändern, gibt man das Objekt in eine Umwelt in der die Interaktionen zwischen Objekt und Umwelt das Objekt in der gewünschten Richtung modifizieren. Drei Beispiele dazu... Self Organization Leads to a General Design Rule

100 Erstens: Um aus Erz Eisen zu gewinnen geben wir das Eisenerz in eine Hochofen genannte Umgebung. Im Hochofen wird Koks verbrannt um Wärme zu erzeugen. Dabei wird das Eisenoxyd in reines Eisen umgewandelt. Self Organization Leads to a General Design Rule

101 Als zweites Beispiel dient die Ausbildung von Kindern in der Schule. Das Kind wird in die Schule gesteckt. Educating Children

102 Als Resultat der Interaktionen mit Lehrern und anderen Schülern lernt das Kind in der Schule lesen und schreiben. Educating Children, cont.

103 Das dritte Beispiel ist die Regulation der Wirtschaft durch eine Regierung. In den USA gibt es eine Verfassung die drei Bereiche der Regierung festlegt. Durch den Beschluss von Gesetzen schafft der Kongress eine steuerrechtliche Umgebung und Strafbestimmungen die durch die Exekutive kontrolliert werden. Regulation of Business by Government

104 Die Anreize und Strafen, über die im Zweifels- oder Streitfall vom Gericht entschieden wird, halten Geschäftsleute dazu an ihr Verhalten in die gewünschte Richtung zu lenken. Regulation of Business by Government, cont.

105 Jedes Beispiel – der Hochofen... Regulation of Business by Government, cont.

106 ... die Schule mit Lehrern und Schülern... Regulation of Business by Government, cont.

107 ... und die Regierung die die Wirtschaft reguliert – kann als selbst-organisierendes System verstanden werden. Jedes System organisiert sich selbst wenn es einem Gleichgewicht zustrebt. In jedem Fall werden die bekannten Interaktionsregeln dazu verwendet ein gewünschtes Resultat zu erhalten. Regulation of Business by Government, cont.

108 Die derzeitige Arbeit an zellulären Automaten, fraktaler Geometrie und Komplexität kann als Erweiterung des Ansatzes der Selbstorganisation der 1960er verstanden werden.

109 Bisher haben wir besprochen wie die Kybernetik dazu dienen kann Maschinen zu bauen und simple Regulationsprozesse zu verstehen. Aber die Kybernetik kann auch genutzt werden um zu verstehen wie Wissen selbst generiert wird. Cybernetics – how Knowledge itself is Generated

110 Dieses Verständnis kann eine solide Basis sein für die Regulation von großen Systemen, wie wirtschaftliche Kooperationen, Nationen,... A Firmer Foundation for Regulating Larger Systems

111 ... und sogar die Welt als Ganzes. Firmer Foundation for Regulating the Whole World

112 Die Rolle des Beobachters Role of the Observer

113 In den späten 1960er Jahren haben Kybernetiker wie der Österreicher Heinz von Foerster in den USA... Heinz Von Foerster

114 ... Humberto Maturana aus Chile,... Humberto Maturana

115 ... Gordon Pask und,... Gordon Pask

116 ... Stafford Beer aus Großbritannien... Stafford Beer

117 Kybernetik zweiter Ordnung... damit begonnen kybernetische Prinzipien zu nutzen um die Rolle des Beobachters zu verstehen. Das wurde Kybernetik zweiter Ordnung genannt. Second Order Cybernetics

118 Während die Kybernetik erster Ordnung auf die Kontrolle von Systemen ausgerichtet ist, geht es in der Kybernetik zweiter Ordnung um autonome Systeme. Dealing with Autonomous Systems

119 Wenn kybernetische Prinzipien auf soziale Systeme angewandt werden muss die Rolle der Beobachterin des Systems beachtet werden, die sich...

120 ... bei der Untersuchung von sozialen Systemen dem System nicht entziehen kann und nicht verhindern kann, dass sie einen Einfluss auf das System hat. Separating Man from the System

121 Klassischerweise unternimmt ein Wissenschaftler im Labor große Anstrengungen um keinen ungewollten Einfluss seiner Aktivitäten auf das Experiment zuzulassen. Wenn wir von mechanischen System, wie sie im Labor vorkommen, zu sozialen Systemen gehen so stellen wir fest, dass es dort unmöglich ist die Rolle des Beobachters zu ignorieren. Separating Man from the System, cont.

122 Die Anthropologin Margaret Mead beispielsweise konnte es bei ihren Untersuchungen von fremden Kulturen nicht vermeiden einen Einfluss auf diese Kulturen auszuüben. Margaret Mead

123 Weil sie bei den Gesellschaften lebte die sie untersuchte, war es nicht ausgeschlossen, dass die Bewohner sie auch ärgern oder ihr imponieren wollten. Mead – Separating Man from the System

124 Die Präsenz Meads veränderte die Kultur und hatte damit einen Effekt auf das was sie beobachtete. Mead – Separating Man from the System, cont.

125 Dieser Beobachtereffekt machte es unmöglich für Mead herauszufinden wie die Kultur in ihrer Abwesenheit aussah. Mead – Separating Man from the System, cont.

126 Selbst ein gewissenhafter Reporter wird immer von seinem Hintergrundwissen und seinen Erfahrungen beeinflusst sein. Er ist notwendigerweise subjektiv. Ein einzelner Reporter wird außerdem nicht in der Lage sein alle Informationen zu umfassen die nötig sind um einen vollständigen und präzisen Bericht über ein komplexes Ereignis zu schreiben. News Reporters – Affected by Background and Experience

127 Aus diesem Grund ist es gut wenn verschiedene Personen ein komplexes Ereignis oder System studieren. Nur mittels Beschreibungen verschiedener Beobachter kann eine Person herausfinden inwieweit das Berichtete eine Funktion des Beobachter oder eine Funktion der Ereignisse selbst ist. Wise to Have Several People Study Complex Systems

128 Während die frühe Kybernetik meistens dazu diente Systeme so zu gestalten, dass sie ein vordefiniertes Ziel erreichen, geht es in der Kybernetik zweiter Ordnung um Systeme die ihr Ziel selbst definieren. Early Days – Cybernetics = Systems Seeking Pre-Defined Goals

129 Sie fokusiert auf die Frage wie Ziele konstruiert werden. Ein interessantes Beispiel für ein System dem zunächst Ziele vorgegeben werden, und das sich zu einem wandelt das seine eigenen Ziele definiert ist der Mensch. Wenn Kinder klein sind setzen die Eltern Ziele fest. So wünschen sich Eltern normalerweise, dass ihre Kinder gehen und sprechen lernen, und dass sie gute Manieren lernen. Now – How Purposes are Constructed

130 Wenn die Kinder dann älter werden lernen sie sich ihre eigenen Ziele zu setzen und sie verfolgen diese dann auch, wie beispielsweise eine gute Schulbildung oder eine respektable Karriere,... Pursuing Goals and Purposes

131 ... Heiratspläne... Pursuing Goals and Purposes, cont.

132 ... und Familienpläne. Pursing Goals and Purposes, cont.

133 Wir haben rückblickend gelernt, dass es in der Kybernetik zuerst um Rückkopplung ging. Cybernetics – 1st Noted for Feedback

134 Der menschliche Körper ist eine Fundgrube dafür wie Rückkopplungsschleifen zur Selbstregulation eingesetzt werden. Wissenschaftler interessierten sich für das Studium dieser Prozesse... Human Body – Rich Example of Feedback

135 ... und simulierten menschliche und tierische Aktivitäten, vom Gehen bis zum Denken. Studying the Human Body – Walking, Thinking, etc.

136 In der Kybernetik werden Eigenschaften der Selbstorganisation untersucht und sie ging... Cybernetics – Studies Self-Organizing Properties

137 ... von einer Betrachtung von Maschinen... Cybernetics – Moved from Primary Concern with Machines

138 ... weiter zu großen sozialen Systemen. Cybernetics includes Large Social Systems

139 Obwohl wir nicht mehr zurück können in die Welt des Leonardo Da Vinci, und der einzelne nicht mehr alle Bereiche des Wissens beherrschen kann, so können wir doch Prinzipien finden die für alle Systeme gelten. Da Vinci – Can we Master all Fields and Existing Knowledge?

140 Wie uns die Kybernetik außerdem lehrt ist Komplexität abhängig von der Beobachterin, da die Beobachterin das System definiert das sie kontrollieren will. Complexity is Observer-Dependent

141 Komplexität, wie auch Schönheit, liegt im Auge es Betrachters. Complexity is in the Eye of the Beholder

142 Die Geschichte und Entwicklung der Kybernetik Uebersetzt auf Deutsch von: Manfred Drack Produziert von: Enrico Bermudez Paul Williams Oliver Umpleby Geschrieben von: Catherine Becker Marcella Slabosky Stuart Umpleby © 2006 The George Washington University: Credits


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