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Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 061 Europäische Bevölkerungsentwicklung nach Malthus 1. Demographischer Übergang und Wandel der Altersstruktur.

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1 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 061 Europäische Bevölkerungsentwicklung nach Malthus 1. Demographischer Übergang und Wandel der Altersstruktur

2 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 062 Einführung Ein sehr langes Leben ist nicht das entfernte Privileg zukünftiger Generationen. Ein sehr langes Leben ist das Schicksal vieler Deutscher schon heute. Die Hälfte der 60jährigen (…) werden vermutlich älter als 90. Und die Hälfte der 30jährigen (…) wird vermutlich älter als 95. Ein heutzutage in Deutschland geborenes Baby schließlich hat gute Chancen sein hundertsten Geburtstag zu feiern, und zwar dann im 22.Jahrhundert. (James Vaupel/ Max-Planck-Institut für Demografie) "Wenn mehr als die Hälfte einer Gesellschaft älter sind – und das wird uns drohen – als 50 Jahre, eine Erfahrung, die noch eine Gesellschaft zuvor gemacht hat, wird sich das Lebensgefühl in dieser Gesellschaft dramatisch verändern. (Frank Schirrmacher/ Herausgeber FAZ, Autor)

3 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 063 Einführung (2) Die heute viel diskutierte Überalterung der Gesellschaft, also die Zunahme des Anteils der Älteren an der Bevölkerung, ist eine langfristige Folge von Veränderungen in der Geburtenhäufigkeit und Sterblichkeit, die im größten Teil Europas im 19. Jahrhundert begonnen haben Dabei gab es zwei große Entwicklungen, die gemeinsam als demographischer Übergang bezeichnet werden: 1.Ein kontinuierlicher Rückgang der Sterblichkeit (und damit ein Anstieg der Lebenserwartung) führte unter anderem dazu, dass frühere geburtenstarke Jahrgänge immer länger lebten mortalitätsgeleitete Alterung 2.Durch mehrere Schübe von Geburtenrückgängen sank die Geburtenzahl pro Frau so stark, dass die Kindergeneration zahlenmäßig systematisch kleiner als die Elterngeneration wurde fertilitätsgeleitete Alterung

4 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 064 Einführung (3) Die Ursachen und Folgen dieser Entwicklung sind enorm komplex, wir behandeln hier nur einen kleinen Ausschnitt, nämlich den Verlauf und die wesentlichen Ursachen des demographischen Übergangs in verschiedenen Teilen Europas die historischen Veränderungen in Wachstumsraten und Bevölkerungszahl in verschiedenen Teilen Europas, die geographischen Veränderungen, insbesondere die massive Bevölkerungskonzentration, ihre Ursachen und Folgen und (nächste VL) die starken Wanderungsbewegungen innerhalb Europas im 19. Jahrhundert, die Auswanderung aus Europa bis zum 2. Weltkrieg und die Einwanderung nach Europa seit dem 2. Weltkrieg (übernächste VL)

5 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 065 Der Plan für heute 1.Zur Erinnerung: Malthus und Bevölkerungswachstum 2.Einige Konzepte 3.Der demographische Übergang in Deutschland und Europa a.Der Verlauf im Überblick b.Ursachen steigender Lebenserwartung c.Ursachen sinkender Geburtenraten 4.Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdichte im Zeitverlauf 5.Deutschland heute und die Bevölkerungsprognose 2050

6 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 066 Malthus und Bevölkerungswachstum Im malthusianischen Standardmodell kann eine Bevölkerung nur in den Grenzen ihrer ökonomischen Ressourcen wachsen; einmalige exogene Schocks welche die Sterberate oder die Geburtenrate verändern, verändern die Wachstumsrate nur vorübergehend, niemals permanent Die malthusianische Logik kann nur durchbrochen werden, wenn die Arbeitsproduktivität beständig steigt (durch endogenen oder permanenten exogenen technischen Fortschritt, Kapitalakkumulation) oder wenn ein höherer Lebensstandard nicht mehr zu steigender, sondern zu sinkender Geburtenrate bis unter die Sterberate führt [siehe zum Beispiel das Modell von Becker/Tamura/Murphy (1990)] oder wenn beides zusammenfällt

7 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 067 Erweitertes malthusianisches Modell mit d(BR)/dW < 0

8 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 068 Einige Konzepte Bevölkerungsdynamik ist durch zahlreiche Rückkopplungseffekte hochkomplex; wir reduzieren es hier auf das allernötigste Die wesentlichen Faktoren der Bevölkerungsdynamik sind Geburtenrate, Sterberate, und Nettomigration (letzteres lassen wir jetzt erst einmal außer Betracht, siehe VL zu Migration) 1.Geburten CBR oder Rohe Geburtenrate (t) = Geburten (t) / Bevölkerung in 1000 (t) In D (2001) 8,9; in CH (2001) 10,2 höheres Geburtenniveau in der Schweiz? Evtl. gibt es in CH mehr Frauen im gebärfähigen Alter, aber weniger Kinder/ Frau! altersspezifische Geburtenziffer (t) = Geburten von Frauen im Alter X (t) / Zahl der Frauen im Alter X in 1000 (t) TFR oder zusammengefasste Geburtenziffer = Summe aller altersspezifischen Geburtenziffern über Altersgruppen im gebärfähigen Alter (15-45) In D (2001) 1,35; in CH (2001) 1,41 ja, höheres Geburtenniveau in der Schweiz!!

9 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 069 Einige Konzepte 2.Sterblichkeit und Lebenserwartung CDR oder rohe Sterberate (t) = Todesfälle (t)/ Bevölkerung in 1000 (t) Sterbe- bzw. Überlebenswahrscheinlichkeit eines Jahrgangs bei Geburt? Zentral ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt (e 0 ) Sterbetafel: Wie reduziert sich ein fester Bestand an Neugeborenen ( ) durch Sterblichkeit über die Lebensjahre hinweg? Typischerweise arbeitet man mit Periodensterbetafeln: sie zeigt für jede Altersklasse X die empirische Wahrscheinlichkeit (v(X)) zu sterben: v(0)=0, v(1)>0 [in D heute ca 0,008 %] Die Wahrscheinlichkeit das Alter X zu erreichen nennen wir l(X): l(0)=1 Die Wahrscheinlichkeit das Alter 1 zu erreichen ist ? l(1)=1-v(1) [in D heute ca 99,99 %]

10 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0610 Einige Konzepte Wie viele Kinder müssen geboren werden, damit die Bevölkerung nicht ausstirbt (ohne Migration)? 2 pro Frau? Hängt unter anderem ab von der Wahrscheinlichkeit mit der Mädchen das gebärfähige Alter erreichen, bzw. Frauen das Ende des gebärfähigen Alters erreichen v.a. gilt: je höher die Kindersterblichkeit, desto mehr Kinder müssen geboren werden, um die Elterngeneration zu ersetzen Ersatzniveau: endgültige Kinderzahl pro Frau, die ausreicht um die Elterngeneration genau zu ersetzen Altenquotient: Anzahl Menschen im Rentenalter pro 100 Menschen im Erwerbsalter

11 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0611 Einige Konzepte Bevölkerungspyramide: graphische Darstellung der Anteile einzelner Altersgruppen in % der Gesamtbevölkerung, getrennt nach Männern (links) und Frauen (rechts); (der Begriff Pyramide stammt aus Zeiten, in denen die europäische Bevölkerung wuchs…) Strategischer Raum eines Bevölkerungsregimes: graphische Darstellung des Bevölkerungswachstums in Abhängigkeit von TFR und Lebenserwartung bei Geburt: die gleiche Wachstumsrate kann mit hoher Geburtenziffer und niedriger Lebenserwartung bei Geburt (v.a. hoher Kindersterblichkeit) erreicht werden

12 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0612 Der demographische Übergang in Deutschland und Europa a. der Verlauf im Überblick Die europäische Bevölkerungsentwicklung seit 1850 ist geprägt von einem Übergang von Ineffizienz und Chaos zu Effizienz und Ordnung Das lässt sich für 17 Europäische Länder in einer Verschiebung des strategischen Raums ihres Bevölkerungsregimes darstellen:

13 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0613 Quelle: Livi-Bacci 82001), S. 91

14 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0614 Der Verlauf im Überblick (2) (fast) überall in Europa kam es im 19. Jhd. zu einem Übergang von hohen Geburtenraten und niedriger Lebenserwartung bei Geburt zu niedrigen Geburtenraten und hoher Lebenserwartung bei Geburt Dabei kam es vorübergehend zu einem massiven Anstieg der Wachstumsraten Der zeitliche Ablauf unterschied sich zwar, das Schema des Übergangs war aber überall das gleiche, nämlich:

15 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0615 Der Verlauf im Überblick (3) Modell des demographischen Übergangs (Quelle: Livi-Bacci (2001), S. 93)

16 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0616 Der Verlauf im Überblick (4) LandZeitraum des ÜbergangsDauer in Jahren Bevölkerung am Ende/ Bevölkerung zu Beginn Frankreich ,62 Schweden ,83 Deutschland ,11 Italien ,26 USSR ,05 Quelle: J.C. Chesnais La transition démographique (1986), S. 294, 301

17 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0617 Der Verlauf im Überblick (5) In Frankreich begann der Übergang zuerst, aber er dauerte sehr lange; Geburten- und Sterberate sanken nahezu parallel, deshalb war das Wachstum nur mäßig In Schweden begann der Übergang ebenfalls sehr früh, aber die Sterberate sank deutlich schneller als die Geburtenrate; das Bevölkerungswachstum war deutlich höher als in Frankreich In Deutschland begann der Übergang erst 100 Jahre nach dem Beginn in Frankreich, aber er war schneller abgeschlossen; damit verbunden war ein Bevölkerungswachstum das deutlich höher ausfiel Um 1965 kam es zu einem (für die Demographen überraschenden) 2. Geburtenrückgang, der etwa zeitgleich in ganz Europa stattfand

18 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0618 Die Entwicklung in Deutschland im Überblick

19 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0619 Ursachen steigender Lebenserwartung Die Lebenserwartung ist gestiegen und das Leben ist berechenbarer geworden Wenn man die rohe Sterberate im Zeitverlauf beobachtet fällt auf, dass sie nicht nur gesunken ist, sondern dass auch die Volatilität abgenommen hat (das gilt unabhängig von Kriegen) Quelle: Livi-Bacci (2001), S. 96

20 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0620 Ursachen steigender Lebenserwartung England36,937,34043,348,260,869,276,9 Frankreich27,933,939,842,147,456,766,578,4 Schweden37,336,543,348,554,063,371,379,3 Deutschlandna 37,944,461,366,677,2 Italienna 35,442,854,965,577,8 Niederlandena32,236,841,749,964,671,877,8 Die Lebenserwartung bei Geburt in verschiedenen europäischen Ländern Quelle: Livi-Bacci (2001), S. 97

21 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0621 Ursachen steigender Lebenserwartung Warum ist die Lebenserwartung bei Geburt so dramatisch gestiegen? v.a. die Säuglingssterblichkeit ging dramatisch zurück Entscheidend waren die hygienischen und medizinischen Fortschritte und deren massenhafte Verbreitung; die Tabelle zeigt die einzelnen Faktoren England ( )Italien ( ) TodesursachenGewonnene Jahre Beitrag in %Gewonnene Jahre Beitrag in % Ansteckende Krankheiten 11,842,912,740,1 Bronchitis, Grippe3,613,14,714,8 Kinderkrankheiten1,86,52,37,3 Tumore-0,8-2,9-0,4-1,3 andere11,140,412,438,9 Gesamt27,510031,7100 Quelle: G. Caselli (1991)

22 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0622 Ursachen steigender Lebenserwartung Wo ist in der Tabelle der Beitrag der Industriellen Revolution und des gestiegenen Lebensstandards? Um 1880 war durch Steigerung der LW-Produktivität und Finanzierung von Lebensmittelimporten über den Export industrieller Produkte in Westeuropa die Gefahr von Hungerkrisen bereits gebannt; auch ein etwas sinkender Reallohn hätte die Sterblichkeit um 1880 kaum noch direkt beeinflusst; In früheren Phasen des Rückgangs der Sterblichkeit war die verbesserte Ernährung der Bevölkerung der entscheidende Faktor (McKeown 1976); in späteren Phasen spielen aber Fortschritte in Medizin und Hygiene (Trinkwasserversorgung in Städten usw.) die entscheidende Rolle, unterstützt durch staatliche Förderung

23 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0623 Ursachen steigender Lebenserwartung Allerdings wurden für die Masse der Bevölkerung erst allmählich spürbar; insbesondere kann man nachweisen, dass ärmere Schichten sehr lange deutlich höhere altersspezifische Sterberaten aufwiesen als reichere Schichten wenn um 1880 Malthus nicht mehr für die Gesellschaft als ganze galt, galt er für die unteren Schichten der Gesellschaft noch einige Zeit weiter Außerdem gab es zahlreiche indirekte Effekte; zum Beispiel war die Kindersterblichkeit unehelicher Kinder überall in Europa systematisch höher als die ehelicher Kinder (in Preußen ca. 50%); wenn also mit steigendem Lebensstandard die Eheschließungen zunahmen, sank auch die allgemeine Kindersterblichkeit

24 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0624 Ursachen sinkender Geburtenraten Das Absinken der Geburtenraten setzte idR zeitlich nach dem Sinken der Sterberate ein, allerdings in weiten Teilen Westeuropas in etwa zeitgleich zwischen 1880 und 1910; die große Ausnahme ist wieder einmal Frankreich (Geburtenraten sinken schätzungsweise seit 1827!!!) Die Tabelle zeigt die Entwicklung der TFR für einige europäische Länder Schweden4,214,344,684,44,283,511,9 England5,285,875,545,054,563,351,96 Deutschlandna 5,173,982,08 Frankreichna 3,272,62,14 Italienna 4,674,53,14 Quelle: Livi-Bacci (2001), S. 106

25 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0625 Ursachen sinkender Geburtenraten In Deutschland war die Entwicklung besonders drastisch; zwischen 1875 und 1925 sank die TFR um etwa 50% Frauen des Geburtsjahrgangs 1865 hatten im Schnitt 4,66 Kinder die Kindergeneration war trotz hoher Kindersterblichkeit größer als die Elterngeneration Aber bereits die Kinderzahl des Jahrgangs 1880 reichte zum Ersatz der Elterngeneration nicht mehr aus: Frauen dieses Jahrgangs hatten im Schnitt 3,36 Kinder, zum Ersatz hätten sie 3,44 Kinder haben müssen

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28 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0628 Ursachen sinkender Geburtenraten Empirisch gibt es dafür mehrere Gründe (aber eine umfassende Erklärung fehlt bis heute); für den ersten Geburtenrückgang gilt folgendes: Der Anteil der Ehelosen hat zwischen 1870 und 1960 deutlich abgenommen, zugleich ging die durchschnittliche Zahl an Kindern pro Ehe zurück Eine wichtige Rolle spielt sicher die Verfügbarkeit, Verbreitung und soziale Akzeptanz von Verhütungsmethoden Generell werden Kinder immer weniger als Arbeitskräfte und als Altersversicherung gebraucht, sondern zunehmend gewollt oder zur sozialen Selbstdefinition der Eltern benötigt; Becker/ Tamura/ Murphy (1990) bieten eine mögliche ökonomische Interpretation: gute Ausbildung der Kinder stiftet zunehmend Nutzen, aber Ausbildung ist teuer weniger, besser ausgebildete Kinder

29 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0629 Ursachen sinkender Geburtenraten Voraussetzung dafür ist aber das traditionelle Gesellschaftsmodell der Familie: beim 2. Geburtenrückgang seit den 1960er Jahren spielt die Auflösung des Familienmodells eine entscheidende Rolle (auch wenn zugleich der Anteil nichtehelicher Kinder seit den 1960ern deutlich stieg Dabei große Unterschiede in D zw. Ost und West: in Westdeutschland gilt bis heute das Muster Ehe, wenn Kinder, im Osten hat sich das seit den 1980er Jahren aufgelöst, vermutlich stark beeinflusst durch Unterschiede der staatliche Förderpolitik [interessanterweise gleicht sich das bisher nicht an]

30 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0630 Ursachen sinkender Geburtenraten

31 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0631 Ursachen sinkender Geburtenraten

32 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0632 Ursachen sinkender Geburtenraten

33 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0633 Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdichte Eine unmittelbare Folge des demographischen Übergangs war ein deutliches Bevölkerungswachstum in Europa EuropaDurchschnittliche jährliche Wachstumsrate der letzten 50 Jahre WeltDurchschnittliche jährliche Wachstumsrate der letzten 50 Jahre na , , , , , , , , , ,769

34 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0634 Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdichte Das Bevölkerungswachstum innerhalb Europas verlief stark unterschiedlich; eine der Folgen war eine divergierende Bevölkerungsdichte in verschiedenen Teilen Europas Während noch um 1750 v.a. einige Küstengebiete besonders dicht bevölkert waren, ist seit Ende des 19. Jhd. das am dichtesten besiedelte Gebiet die Banane von London über die Niederlande/ Belgien, das deutsche Rheinland und das Ruhrgebiet bis Norditalien Die folgenden Graphiken stammen aus dem Penguin Atlas of Modern History (1972) und dem Penguin Atlas of Recent History (1982)

35 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0635 Bevölkerungsdichte ca. 1750

36 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0636 Bevölkerungsdichte ca. 1820

37 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0637 Bevölkerungsdichte ca. 1910

38 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0638 Bevölkerungsdichte 1999

39 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0639 Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsdichte Wie lassen sich solche massiven Unterschiede der Bevölkerungsdichte erklären? 1.geographische Unterschiede in der Veränderung von Geburten- und Sterberaten sowie 2.Enorme Migrationsbewegungen vom Land in die Stadt, zwischen Städten und zwischen Ländern Thema der nächsten beiden VLs

40 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0640 Deutschland heute

41 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0641

42 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0642

43 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0643

44 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0644

45 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0645

46 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0646 Deutschland 2050 we dont know but… nach der "mittleren Variante" der neuesten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 auf das Niveau des Jahres 1963 (gut 75 Millionen Einwohner) sinken folgende Annahmen wurden getroffen: konstante Geburtenhäufigkeit von durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau; Erhöhung der Lebenserwartung bei Geburt bis zum Jahr 2050 für Jungen auf 81,1 Jahre und für Mädchen auf 86,6 Jahre und ein jährlicher positiver Wanderungssaldo von rund Personen Hauptursache für die Schrumpfung ist das anhaltend geringe Geburtenniveau: jährliche Geburtenzahl von ca wird auf etwa im Jahr 2050 sinken und dann nur noch halb so hoch sein wie die Zahl der jährlich Gestorbenen, das "Geburtendefizit" wird etwa betragen (2001: )

47 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0647 Deutschland 2050 Die Zahl der unter 20-Jährigen wird von aktuell 17 Millionen (21% der Bevölkerung) auf 12 Millionen im Jahr 2050 (16%) zurückgehen. Die Gruppe der mindestens 60-Jährigen wird mehr als doppelt so groß sein (28 Millionen bzw. 37%). 80 Jahre oder älter werden im Jahr ,1 Millionen Personen und damit 12% der Bevölkerung sein (2001: 3,2 Millionen bzw. 3,9%) Folge: der Altenquotient (Menschen über 60 pro 100 Menschen zwischen 20 und 59) wird von 44 (2001) nach der "mittleren Variante" bis 2050 bis auf 78 steigen Würden die Menschen nicht mit 60, sondern erst mit 65 Jahren in den Ruhestand wechseln, ergäbe sich ein deutlich niedrigerer Altenquotient: für 2050 wäre ein Quotient von 55 gegenüber 78 bei dem Rentenzugangsalter von 60 Jahren zu erwarten Historischer Vergleich: der Altenquotient (Rentenalter 65) lag im Jahre 1864 bei 7,6, 1910 bei 9,8, 1950 bei 16,2

48 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0648 Deutschland 2050 Der Altenquotient zeigt die kritische Beschleunigung der Alterung zwischen 2010 und Eine schlagartige Erhöhung des Altenquotienten zwischen 2020 und 2030 käme auch bei einem tatsächlichen Rentenzugangsalter von 65 Jahren zum Tragen: Der Altenquotient für 65 Jahre steigt in diesen zehn Jahren von 36 auf 47 und damit mindestens doppelt so schnell wie in den Jahrzehnten davor. Die Altersstruktur der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20-64) wird insbesondere um das Jahr 2020 von der älteren Generation der 50- bis 64-Jährigen dominiert: mit 19,5 Millionen Menschen wird diese Altersgruppe im Jahr % des Arbeitskräftepotenzials stellen. Zurzeit ist die Generation der 35- bis 49-Jährigen mit 20 Millionen (38%) die stärkste; sie nimmt bis zum Jahr 2020 auf 16 Millionen ab.

49 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0649 Deutschland 2050 Kann Zuwanderung den Alterungsprozess stoppen? (UN Population Division: Replacement Migration) Rechenbeispiel nach dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) Wie viel (netto-) Zuwanderung müsste es nach Deutschland geben, um bis die Bevölkerungszahl zu stabilisieren? 2.die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu stabilisieren? 3.den Altenquotienten zu stabilisieren? Zu 1.: ca pro Jahr, bis ,8 Mio. Zu 2. ca pro Jahr, bis ,2 Mio. Zu 3. ca. 3,4 Mio. pro Jahr (!), bis ,5 Mio., Gesamtbevölkerung über 300 Mio., Bevölkerungsdichte in Deutschland ähnlich der in Frankfurt/ Main heute, Ausländeranteil 80% Migration ist dringend nötig, aber sie kann den Alterungsprozess nicht stoppen


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