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Paul Kellermann, Sept. 2011 Wer falsch denkt, kann nur zufällig richtig handeln. Universität – Non Profit- Organisation or Business? I Beschreibung II.

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1 Paul Kellermann, Sept Wer falsch denkt, kann nur zufällig richtig handeln. Universität – Non Profit- Organisation or Business? I Beschreibung II Diskussion III Folgerungen

2 I Beschreibung 1 Ideal der Vergangenheit: Die kooperative Universität als Non Profit-Organisation (NPO) 2 Ideologie der Gegenwart: Die konkurrierende Universität als Business 2

3 I.1 Das Ideal der Vergangenheit: Die kooperative Universität als Non Profit- Organisation (NPO) 1.1 Entwicklung zum Ideal 1.2 Prinzipien des idealistischen Konzepts 3

4 I.1.1 Entwicklung zum Ideal Bologna I: Gründung der ersten europäischen Universität. Anfänge der Bürgerlichen Gesellschaft: Erfordernis von Handelsregelungen durch Recht, Interesse an Medizin und Bildung Berlin: Die Konstruktion einer Modell-Universität (Wilhelm v. Humboldt) Bologna II: Magna Charta Universitatum. 900 Jahrfeier der Universität mit 388 Rektoren und Präsidenten der Universitäten der Welt. Generelle Bestätigung der Prinzipien des universitären Humboldttyps. 4

5 5 Forts. I Sorbonne: Erklärung von vier europäischen Wissenschaftsministern (Italien, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich). Ziele: Transparenz der universitären Studienstruktur, Noten und Titel, um die Mobilität der Studierenden und die Arbeitsmarktzulassung (employability) in ganz Europa zu erleichtern Glion: Declaration of US-American and European university leaders on the essentials of the university.

6 6 I.1.2 Prinzipien des idealistischen Konzepts (Humboldt-Typ) - Gemeinschaft (universitas magistrorum et scholarium, universitas litterarum, scientific community) - Entfaltung der Wissenschaften - Autonomie/Freiheit - öffentliche Unter- und Erhaltung - Zusammenhang von Forschung und Lehre - Entwicklung kultivierter Persönlichkeiten durch Studium und Forschung

7 I.2 Ideologie der Gegenwart: Die konkurrierende Universität als Business 2.1 Bildung als beste Investition: Hochschulexpansion (OECD 1961) 2.2 Der Wechsel von der kooperierenden zur konkurrierenden Universität 2.3 Schlüsselbegriffe Bologna III 2.4 Schlagwörter nationaler Hochschulpolitik 7

8 I. 2.1 Bildung als beste Investition: Hochschulexpansion (OECD 1961) -Studierendenzuwachs z.B. Österreich zwischen 2001 und 2009 von auf (56%) – Konkurrenz um beschränkten Zugang. -Graduiertenzuwachs z.B. Österreich zwischen 2001 und 2009 von auf (88%) – Konkurrenz um Noten und Titel. -Anstieg der Akademikerquote zwischen 2001 und 2009 von 9,0 % auf 16,4 % (82%) – Konkurrenz um angemessene Arbeitsplätze. 8

9 I.2.2 Der Wechsel von der kooperierenden zur konkurrierenden Universität Die wirkungsvollen Maßnahmen der Universität nach der Magna Charta Universitatum (Sept. 1988, Bologna II): -1. To preserve freedom in research and teaching, the instruments appropriate to realise that freedom must be made available to all members of the university community. -2. Recruitment of teachers, and regulation of their status, must obey the principles that research is inseparable from teaching. -3. Each university must – with due allowance for particular circumstances – ensure that its students freedoms are safeguarded, and that they enjoy concessions in which they can acquire the culture and training which it is their purpose to possess. -4. Universities – particularly in Europe – regard the mutual exchange of information and documentation, and frequent joint projects for the advancement of learning, as essential to the steady progress of knowledge. 9

10 10 Forts. I. 2.2/1 -Das explizite Ziel der Sorbonne Declaration (1998) to make our higher education schemes clear to all. In the graduate cycle there would be a choice between a shorter masters degree and graduate degrees, appropriate emphasis would be placed on research and autonomous work. -Der Project Report prepared for the Bologna Conference on June 1999 behauptet: Hence the Sorbonne Declaration is not only about academic recognition or comparability per se: the raison dêtre of the debate is intimately linked to the emergence of an ever more European and indeed international labour market. Durch Einführung der Markt-Ideologie beharrt der Artikel: Die Sorbonne- Erklärung is a plea for Europe to take up its full role in the world markets of knowledge and education.

11 11 Forts. I. 2.2/2 - Die Presidency Conclusion, Lisbon European Council, 23 and 24 March 2000 proklamierte … to become the most dynamic and competitive knowledge based economy of the world bis Die Communication from the Commission to the Council in the European Parliament (November 21, 2003) forderte: Europe must become more competitive. The European educational and training systems show structural weaknesses and require urgent reform to achieve the Lisbon Strategy goal.

12 I.2.3 Schlüsselbegriffe Bologna III mobility, BA/MA/PhD und spezifisch employability -… employability rather than instruction is becoming the keyword for the development of a competitive Europe (Andris Barblan, Secretary General, Association of European Universities, April 17, 1999). -Adoption of a system of easily readable and comparable degrees … in order to promote European citizens employability and the international competitiveness of the European higher education system. (Joint declaration of the European Ministers of Education – Convened in Bologna on the 19 th of June 1999) -… From the three aims underpinning the Bologna Declaration, enhanced employability seems to be the strongest source of change and reform in higher education. (Haug/Tauch 2001: 26) 12

13 I.2.4 Schlagwörter nationaler Hochschulpolitik -New Public Management -Controlling, Evaluation -Numerus clausus -Bildungsmarkt -Konkurrenzfähigkeit (beste Studierende, beste Lehrkräfte, beste Forschung, beste Drittmittel, beste politische Verbindungen, beste Patente) -Finanzierung (public/private, Gebühren/Studienbeiträge, fund raising) -Akkretierungen -Private Hochschulen -Humankapital, wirtschaftliche Ressourcen 13

14 Exkurs 1: Zitate Mit dem Bachelor beginnt ein neues Zeitalter maßgeschneiderter Hochschulstudien – die konkreten Bedürfnisse der Wirtschaft sind dabei der zentrale Ausgangspunkt. Dr. Christoph Leitl, Präsident, Wirtschaftskammer Österreich. The University is no longer a quiet place to teach and do scholarly work at a measured pace and contemplate the universe as in centuries past. It is a big, complex, demanding, competitive business … (OECD) In the contract between an Austrian university and the federal goverment, aims and performance targets are defined. In the case of the central scientific function to undertake research it is not agreed to increase knowledge, instead the contract defined research success as an increase in the amount of money that comes from third parties outside the university. (Kellermann 2011, 114) In einer kürzlich von der OECD durchgeführten Studie zum Thema Wachstum in verschiedenen europäischen Regionen wurde deutlich, dass Investitionen in Bildung den höchsten Return on Investment (ROI) zeigen … (Experten- Rahmenkonzept für einen Hochschulplan Österreich, 2011) 14

15 II Diskussion 1 Verständnisprobleme der zentralen Begriffe 2 Business statt Wissenschaft, money vs. life 15

16 II.1 Verständnisprobleme der zentralen Begriffe - Bildung (transitiv/intransitiv, Prozess/Resultat, organisiert/institutional/hidden) - Arbeit (bezahlt/unbezahlt, Arbeitsmarkt) - Zeit und Leben (unabhängige Variable/sozial konstruiert, Mittel/Zweck) - Geld - Werte (Tausch-/Gebrauchs-, Status-, Phantasie-, Charity-Wert) - drop out 16

17 Exkurs 2: Persönlichkeitsentwicklung in Bildungsmilieus LebensweltenBildungseinrichtungen Bildungsprozess ErwachseneSchulen KinderBezugsgruppen intendierte Gestaltung traditionelle Kultur hidden curriculum Ein- und Anbindung 17

18 II.2 Business statt Wissenschaft, money vs. life - Brotgelehrter statt philosophischer Kopf (Friedrich Schiller, Jena 1789) - Ausbildung und Übung statt Studieren und Forschen - push statt pull - Tausch- statt Gebrauchswert - Leben für die Ausbildung statt Bildung für das Leben - Beschäftigungsfähigkeit statt professioneller Kompetenzen - Gebühren statt Belohnung - Business statt Wissenschaft - Geld statt Wissen - Ware statt öffentlichem Gut 18

19 III Folgerungen 1 Widersprüche 2 Zwecke und Bedingungen von Hochschulstudien 19

20 III.1 Widersprüche -Mobilität nach Bologna III gegenüber beschränktem Universitätszugang allgemein sowie im Besonderen gegenüber den hochdifferenzierten Studienplänen -Beschäftigungsfähigkeit als wesentliches Ziel von Bologna III gegenüber dem Defizit an angemessenen Jobs sowie dem Übersehen der Tatsache, dass auch heute noch an der Universität Studien für Freie Berufe angeboten werden. -Die Einführung von BA-Studien, um die Studiendauer zu verkürzen, gegenüber der Verlängerung der Mindest- Studienzeit, weil zumeist ein MA-Studium folgt. -Zu erwarten, dass ein kurzes BA-Studium hinreichend wissenschaftlich qualifiziere, obwohl alle Wissensgebiete zunehmend komplexer werden. 20

21 21 Forts. III.1 - Studierende aufzufordern, unternehmerisch zu denken, aber Ausbildungen wie für employees durchzuführen. (Employability enthält nur die betriebliche Interessenperspektive.) - Entmündigung der Studierenden hinsichtlich Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Selbstentscheidung gegenüber erwarteter Aktivität, Initiative und Kreativität einer hochqualifizierten Arbeitskraft. - Bologna III: Implementierungen durch unkoordinerte nationale, regionale, lokale Reglementierungen oder gar einzelne Hochschulen gegenüber Wahrnehmung von Chancen. - Profit orientierte private Hochschuleinrichtungen gegenüber Universitäten mit gesellschaftlichem Auftrag.

22 III. 2 Zwecke und Bedingungen von Hochschulstudien Im Rahmen der langen Geschichte gesellschaftlicher Arbeitsteilung wurde die Universität eine spezielle Einrichtung mit besonderen Aufgaben: Zunächst historisch überbrachtes Wissen (Recht, Philosophie, Medizin, Theologie …) zu interpretieren und zu lehren, später Wissen durch Forschung zu erarbeiten und Studierenden zu vermitteln. In dieser Entwicklung entstanden in weiterer Arbeitsteilung Fakultäten mit speziellen Aufgaben. Diese Aufgabenspezialisierung tritt heute in den Hintergrund zugunsten der einen Aufgabe, Geld zu erwirtschaften.Moneyismus beherrscht das Denken und Handeln in den Kategorien des Business. 22

23 23 Forts. III. 2 -Grundlegende Bedingungen für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten sind individuell intrinsische Motivation und institutionell anregende Umwelten sowie geeignete Ausstattungen. -Treiber intrinsischer Motivation: Neugierde, Zweifel und Kritik; instrumenteller Motivation: Einkommen, Macht und Prestige. -In der Geldgesellschaft besteht individuell eine strukturelle Spannung zwischen dem Interesse an Wissen und dem an Einkommen. -Es ist zum Schaden wissenschaftlicher wie gesellschaftlicher Entwicklung, wenn die eindimensionale Business- die differenzierte Non-Profit-Orientierung verdrängt.

24 24 Zitate nach: Paul Kellermann (2011): The University as a Business? In Paolo Rondo-Brovetto/Iris Saliterer (eds.): The University as a Business? Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, pp Paul Kellermann (2009): Geschäft versus Wissenschaft, Ausbildung versus Studium – Zur Instrumentalisierung von Hochschulbildung und Universität. In Paul Kellermann/Manfred Boni/Elisabeth Meyer-Renschhausen (Hg.): Zur Kritik europäischer Hochschulpolitik. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, S Paul Kellermann (2007): Images of the European University and the European Student in the Bologna Process – A Critical Discussioin. In Michael Kuhn (ed.): Who is the European? New York, Peter Lang Publishing, pp. 147 – 159.


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