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Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in der Schulsozialarbeit Dr. Karsten Speck Universität Potsdam Institut für Erziehungswissenschaft Karl-Liebknechtstraße.

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Präsentation zum Thema: "Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in der Schulsozialarbeit Dr. Karsten Speck Universität Potsdam Institut für Erziehungswissenschaft Karl-Liebknechtstraße."—  Präsentation transkript:

1 Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in der Schulsozialarbeit Dr. Karsten Speck Universität Potsdam Institut für Erziehungswissenschaft Karl-Liebknechtstraße Potsdam Fon: Fax: Homepage: Fachtagung Schulsozialarbeit am im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Niedersachsen

2 Abbildung 2: Gliederung (1.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

3 Abbildung 3: 1.1 Kontext der Evaluations-/Qualitätsdebatte und Fortbildung Bundesweiter Kontext in der Sozialen Arbeit Neue Steuerungsmodelle, Ökonomisierung, knappe Mittel Professionalisierungs-, Qualitäts- und Evaluationsdebatte zunehmende Verbreitung und Bedeutung der schulbezogene Jugendsozialarbeit (PISA, Ganztag, BMBF)

4 Abbildung 4: 1.2 Was ist das Neue an der Evaluations-/Qualitätsdebatte? 4. Von der Input- zur Outputsteuerung (Kopplung an Qualitätsindikatoren in Aushandlungen u. Förderungen) 3. Von Einzelinstrumenten und Qualitätsstandards zur systematischen und nachgewiesenen Evaluation und Qualitätsentwicklung. 1. Von der Strukturqualität zur Ergebnisqualität 2. Von Globalzielen zu überprüfbaren Indikatoren und Ergebnissen bzw. Wirkungen These: Die Evaluations- und Qualitätsdebatte in der Schulsozialarbeit ist kein Modethema, sondern durch neue förderpolitische und professionsinterne Akzente langfristig bedeutsam.

5 Abbildung 5: 1.3 Ausgangslage und Besonderheiten der Evaluations- und Qualitätsdebatte in der Schulsozialarbeit Sozialarbeiter oft als Einzelkämpfer in fachfremder Organisation tätig, diffuses Profil von Schulsozialarbeit mit unklaren und strittigen Zielen und Begründungen; konkrete Ergebnisindikatoren fehlen, diffuse, überhöhte und zum Teil widersprechende Erwartungen der beteiligten Akteure (Schulleitung, Lehrer, Eltern, Schüler, Sozialarb.) schlechte Rahmenbedingungen (z.B. finanzielle, räumliche, sächliche, trägerbez., kooperative), obwohl Qualitätsstandards lange klar sind, wenig Möglichkeiten zur fachlichen Unterstützung und Reflexion, permanenter Legitimationsdruck durch unzureichende Rechts- und Finanzierungsgrundlage und fehlendes Fachverständnis, fehlendes systematisches und praxistaugliches Verfahren zur Qualitätsentwicklung mit Zielklärung und Erfolgsprüfung. These: Besonderheiten der Schulsozialarbeit erschweren eine Qualitätsentwicklung und lassen sie gleichzeitig sinnvoll erscheinen.

6 Abbildung 6: 1.4 Ansprüche an eine Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit Ausbalancierung der unterschiedlichen Interessenlagen (schul- und sozialpädagogische Ziele), Schutz der Sozialarbeiter vor überhöhten eigenen und fremden Erwartungen (Allzuständigkeit, Co-Produktion) kritische Reflexion der institutionellen Rahmung (Hilfe und Kontrolle, Rahmenbedingungen), kritische Analyse des methodischen Handelns der Sozialarbeiter (Autonomie des Klienten, method. Kontrolle). Analyse der Ergebnisse (Ergebnisse und Wirkungen) These: Angesichts der Besonderheiten in der Schulsozialarbeit geht es bei einer Qualitätsentwicklung nicht nur um die Messung und Überprüfung von Ergebnissen und Wirkungen!

7 Abbildung 7: Gliederung (2.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

8 Abbildung 8: 2.1 Begriff: Qualität Qualität Qualitäts- sicherung Qualitäts- vereinbarung Qualitäts- verbesserung Qualitäts- maßstäbe Qualitäts- prozess Qualitäts- standard Qualitäts- entwicklung Qualitäts- kriterium Qualitäts- dimension Qualitäts- management Qualitäts- ziele Qualitäts- lenkung Qualitäts- steuerung These: Qualität macht sich – vereinfacht formuliert – am Grad der Erfüllung von Erwartungen und Anforderungen fest.

9 Abbildung 9: 2.2 Begriff: Qualitätsdimensionen 1) Konzeptdimension 3) Prozessdimension 2) Strukturdimension 4) Ergebnisdimension z.B. Vorhandensein von Konzeption, Logik und Passung der Konzeption, z.B. Datenschutz, Kooperation, Beteiligung, Aushandlung Lebensweltorientierung z.B. personelle, räumliche, materielle, sächliche und finanzielle Rahmenbedingungen z.B. Effektivität und Effizienz, Nutzung, Zufriedenheit, Zielereichung, Aneignung, These: Qualität ist messbares Konstrukt, das sich aus mehreren Dimensionen, nicht nur den Ergebnisdim., zusammensetzt.

10 Abbildung 10: 2.3 Begriff: Qualitätsstandards Qualitätsstandards konkretisieren Ziele und definieren konkrete, gemeinsam ausgehandelte und einzuhaltende Maßstäbe für formulierte Ziele bzw. Qualitätskriterien. Man kann dabei zwischen Mindest- und Optimalstandards unterscheiden. Im Unterschied zu Qualitätskriterien sind Qualitätsstandards (nochmals) stärker konkretisiert: Sie müssen überprüfbar, d.h. messbar sein. - Beispiele: Richtlinien, Empfehlungen, Beschreibung des Arbeitsprofils von Schulsozialarbeit mit Standards in Broschüren (Sachsen-Anhalt, Niedersachsen)

11 Abbildung 11: 2.4 Qualitätsentwicklung und -management Unter einer Qualitätsentwicklung im engeren Sinne können konzeptionell festgeschriebene Leitfäden, Abläufe und Arbeitsschritte zur Analyse, Gewährleistung und Verbesserung von Qualität verstanden werden. Bei einer Qualitätsentwicklung im weiteren Sinne steht der Einsatz von einzelnen Instrumenten, Werkzeugen und Tools zur Analyse, Gewährleistung und Verbesserung von Qualität im Mittelpunkt des Interesses. Ein Qualitätsmanagement bezieht sich auf gesamtem Leistungserbringungsprozess, wird von haupt- und ehren- amtlichen Führungskräften unterstützt und verantwortet und beinhaltet die auf Ziele abgestimmte Planung, Durchführung, Auswertung von Leistungen nach innen und außen, wobei Standards, Abläufe und Instrumente detailliert in einer Konzeption oder einem Handbuch festgehalten werden

12 Abbildung 12: 2.5 Mindestens drei Verständnisse von Qualitätsentwicklung 1. Qualitätsentwicklung = Formulierung von Qualitätskriterien bzw. -standards sowie Dokumentation und Überprüfung derselben (Qualitätsentwicklung = Entwicklung von Qualitätsstandards). 2. Qualitätsentwicklung = zielgerichteter Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Dies schließt die Formulierung, Dokumentation und Überprüfung von Qualitätskriterien und -standards mit ein (Qualitätsentwicklung = Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung). 3. Qualitätsentwicklung = umfassender Prozess der Qualitätsverbesserung, der die schrittweise Umsetzung von Instrumenten und Maßnahmen im Sinne eines umfassendes Verfahrens meint (Qualitätsentwicklung = systematische Qualitätsverbesserung durch schrittweisen Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen in einem Verfahren).

13 Abbildung 13: 2.6 Evaluation Als zentrales Verfahren zur Ergebnis-/Wirkungsmessung wird die Evaluation bzw. Selbstevaluation eingesetzt: Evaluation ist die systematische, datenbasierte und kriterienbezogene Bewertung von Programmen, Projekten und einzelnen Maßnahmen (Heiner 2002, S. 301f.) Sind die evaluierenden Personen identisch mit denen, welche die zu evaluierende Maßnahme ausführen, spricht man von Selbstevaluation. Die Kontrolle über Planung, Durchführung und Nutzung liegt hier bei den Fachkräften selbst und wird auf freiwilliger Basis wahrgenommen. (Gerull 2000, S. 2: Glossar)

14 Abbildung 14: Gliederung (3.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

15 Abbildung 15: 3.1 Qualitätskriterien/ -standards auf der Konzept- und Strukturdimension I Konzeptdimension -eigenständiger sozialpädagogischer, schülerorientierter Auftrag -Zielgruppe sind alle Schüler, aber auch Lehrer und Eltern -komplexe Angebotspalette (präventive u. intervenierende Angebote) -kontinuierliches Angebot in der Schule... Strukturdimension (vielfach bekannt, aber nicht umgesetzt) -personelle Rahmenbedingungen (z.B. Hochschulabschluss) -trägerbezogene Rahmenbedingungen (z.B. sozialpäd. Kompetenz) -finanzielle Rahmenbedingungen (z.B. mehrjährige Absicherung) -räumliche Rahmenbedingungen (z.B. mindestens zwei Räume) -materiell-technische Rahmenbedingungen (z.B. Telefon) -kooperationsbezogene Rahmenbedingungen (z.B. Nachbereitung)

16 Abbildung 16: 3.2 Qualitätskriterien/ -standards auf der Prozessdimension I Grundsätze der Schulsozialarbeit -präventive Ausrichtung, -sozialpädagogische Dienstleistungsorientierung, -Vielfalt an Inhalten, Methoden und Arbeitsformen, -Zusammenarbeit und Abstimmung über die Angebote, -Freiwilligkeit der Adressaten bei der Inanspruchnahme von Leistungen, -Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigen, -Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an den Entscheidungen, -Schutz von Privatgeheimnissen und Sozialdaten, -Vorrang des Elternrechtes, -Schutzauftrag der Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdung, -offensives Handeln.

17 Abbildung 17: 3.3 Qualitätskriterien/ -standards auf der Prozessdimension II Allgemeine Handlungsprinzipien der Jugendhilfe Prävention,Dezentralisierung/Regionalisierung, Alltagsorientierung, Integration-Normalisierung, Partizipation, Hilfe und Kontrolle Spezielle Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeit -verlässliche Präsenz am Ort Schule, -eigenständiges sozialpädagogisches bzw. Jugendhilfeangebot, -schülerorientiertes, anwaltschaftliches Handeln, -niedrigschwellige und präventive Ausrichtung, -beteiligungsorientierte und flexible Angebotsplanung u. -durchführung, -freiwillige Zusammenarbeit und Inanspruchnahme der Angebote, -ganzheitliche Betrachtung von Lebenssituation und -lagen, -gleichberechtigte Kooperation mit schulischen u. außerschul. Partnern, - Vertraulichkeit der Gesprächsinhalte und Daten.

18 Abbildung 18: 3.4 Die Ergebnisdimension definieren verschiedene Akteure! Sozialarbeiter Universitäten SchülerInnen SchulleiterInnen/ LehrerInnen Projektträger Öffentlichkeit/ Gemeinwesen Ziele, Ergebnisse und Wirkungen Schulverwaltung Jugendamt Kommunalpolitik Eltern Polizei Landespolitik These: Ergebnisse der Schulsozialarbeit sind empirisch viel- fach nachgewiesen. Geklärt werden muss daher weniger, was sie erreichen kann, sondern was sie erreichen soll.

19 Abbildung 19: 3.5 Wirkungsebenen und -adressaten auf der Ergebnisdimension I WirkungsebeneWirkungsadressat Organisations- übergreifende Ebene z.B. Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Arbeitsverwaltung, Ämter, Polizei, usw. Organisations- interne Ebene Schule Gruppen-Ebene Klasse, Lehrerkollegium, Elterngruppe (bzw. Personen- sorgeberechtigte) Einzelfall-Ebene einzelne Schüler, Lehrer, Eltern (bzw. Personensorgeberechtigte)

20 Abbildung 20: 3.6 Wirkungsniveaus auf der Ergebnisdimension II Inanspruchnahme vs. Nichtinanspruchnahme Aneignung vs. Nichtaneignung Zufriedenheit vs. Unzufriedenheit Zielerreichung vs. Zielverfehlung Erfolgsbewertung vs. Misserfolgsbewertung Leistungserbringung vs. Leistungsnichterbringung Informiertheit vs. Nichtinformiertheit

21 Abbildung 21: Gliederung (4.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

22 Abbildung 22: 4.1 Wie konkretisiert man Ziele, um sie später messen zu können? Das gängige Verfahren, um Ziele für eine spätere Messung zu operationalisieren, ist die Operationalisierung von Zielen: Operationalisierung bezeichnet einen Vorgang, mit dem Begriffe präzisiert und konkretisiert werden. [...] Wenn man eine Selbstevaluation durchführen will, liefert sie die Kriterien zur Bewertung der pädagogischen Arbeit und zusätzlich die Indikatoren zur Erfassung der zu bewertenden Sachverhalte. (Spiegel 2000, S.183f.) These: Für eine fundierte Messung von Ergebnissen bzw. Wirkungen müssen die Ziele zunächst bestimmt und ausgehandelt und dann operationalisiert werden.

23 Abbildung 23: 4.2 Zieloperationalisierung nach Spiegel (1997 und 2000) Wirkungsziele (Welche Zustände oder Verhaltensweisen möchten wird bei den Adressat/innen erreichen?) Handlungs- ziele (Was sind unsere eigenen Ziele zur Erreichung der Wirkungsziele?) Handlungs- schritte (Was müssen wir tun, um die Ziele umzusetzen?) Indikatoren für Zielerreichung (Woran erkennen wir, dass die Ziele umgesetzt wurden?)

24 Abbildung 24: 4.3 Instrumente der Qualitätsentwicklung Klassische Instrumente zur Qualitätsentwicklung Neuere Instrumente zur Qualitätsentwicklung Aus-/ Fort- und Weiterbildung Bedarfserhebung Entwicklung von Konzeptionen Dokumentation Controlling und Berichtswesen Einsatz von Planungs- und Auswertungsinstrumenten Supervision und Fachberatung Fragebogen für NutzerInnen Hilfepläne/ -vereinbarungen Personalentwicklung Fortbildung der Ehrenamtlichen Reflexion, Teamsitzungen... Zielvereinbarungen Leistungsbeschreibungen Qualitätsbeauftragter Qualitätsagenturen/ Evaluatoren Bewertung durch Peer Review Qualitätskriterien und -standards Beschreibung von Schnittstellen und Schlüsselprozessen Checklisten für Verhaltensregeln und Selbstbewertung Qualitätszirkels und -handbuch Benchmarking, Selbstevaluation Stärken-Schwächen-Analyse... These: Instrumente für das Qualitätsentwicklung sind oftmals bereits vorhanden.

25 Abbildung 25: 4.4 Instrument 1a: Vorderseite Karteikarte

26 Abbildung 26: 4.5 Instrument 1a: Rückseite Karteikarte

27 Abbildung 27: 4.6 Instrument II Raster für die Planung und Auswertung von Projekten

28 Abbildung 28: 4.7 Instrument III: Netzwerkanalyse Projekt der Schulsozialarbeit Lehrer Schüler (5-6) Jugend- amt Eltern GF: Träger Schulleitung ASD Sozial- amt Arbeits- agentur AG Sozialrau m Schüler (7-10) Polizei Sponsoren Angebote Träger Erziehungs- beratung Drogen- beratung

29 Abbildung 29: 4.8 Instrument IV: Stärken-Schwächen-Analyse

30 Abbildung 30: Gliederung (5.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

31 Abbildung 31: 5.1 Gängige Verfahren zur Qualitätsentwicklung 1.Klassische anerkannte Qualitätsmanagementsysteme (z.B. DIN ISO 9004ff., TQM, EFQM) 2.Adaptionen von Qualitätsmanagementsystemen (z.B. QM der KGSt, Münchener Modell) 3.Eigenentwicklungen mit Leitfäden für Abläufe und Arbeitsschritte zum Qualitätsmanagement/zur Qualitätsentwicklung These: Die Qualität muss systematisch in den Blick genommen werden. Kreislauf: 1. Einstieg in das Thema 2. Ist- Bestands- aufnahme 3. Soll- Bestim- mung 4. Planung und Durch-führung von Verbesser.- Maßnahmen 5. Doku- mentation und Überprüfung d. Maßnahmen (zurück zu 1.)

32 Abbildung 32: 5.2 Anforderungen an ein systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit Verfahren muss Lösungsansätze bieten für Konkretisierung und Aushandlung von Zielen, den Schutz der Sozialarbeiter vor überhöhten Erwartungen, die Reflexion der Rahmenbedingungen, die fehlerfreundliche Analyse des sozialpädagogischen Handelns Verfahren muss in den Arbeitsalltag der Sozialarbeiter integrierbar sein, sollte kommunikative, reflexive und evaluative Bestandteile enthalten, möglichst den ganzen Arbeitsbereich umfassen

33 Abbildung 33: 5.3 Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 1. Vorgespräche und Situations- und Sozialraumanalyse 2. Konzeptionsentwicklung bzw. -fortschreibung 3. Abschluss und Aktualisierung einer allg. Kooperationsvereinbarung 4. Abschluss einer jährlich. Ziel- u. Qualitätsentwicklungsvereinbarung 5. Vereinbarung von Leistungsbeschreibung und Schlüsselprozessen 6. Planung, Durchführung, Dokumentation, Auswertung und Verbesserung von Einzelfallhilfen, Projekten und Kooperation 7. Kollegiale Beratung, Weiterbildung, Supervision, Qualitätszirkel 8. Stärken-Schwächen-Analyse und Planung von Verbesserungen 9. Erstellung und Diskussion eines Berichtes 10. zurück zum Anfang: Arbeitsschritt 1 zusätzlich:a) Schulinterne Projektgruppe, b) Regionale Arbeitsgemeinschaft, c) regelmäßige Planungs- und Auswertungsgespräche

34 Abbildung 34: 5.4 Vorteile einer Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit Verständigung über eigene Ziele und Kriterien (Transparenz) Klarheit und Orientierung für eigene Arbeit (Zielorientierung) fachliche Impulse (Innovation und Qualifizierung) Bestätigung bzw. Gewissheit über (Miss-)Erfolge (Aufklärung) Nachweis der Einhaltung von Vorgaben/Zielen (Kontrolle) stärkere Ausrichtung auf Adressaten (Kundenzufriedenheit) kompetentes Auftreten gegenüber Politik u. Öffentlichkeit (Image) Einwerbung neuer Fördermittel (Legitimation) Mögliche Vorteile nach innen Mögliche Vorteile nach außen

35 Abbildung 35: 5.5 Funktion der JA-MitarbeiterInnen und Trägerkooperation 1.Eigene Evaluation und Qualitätsentwicklung durchführen und nachweisen! Auch Sie haben Bedarf und die Zeit! 2.Träger hinsichtlich der Themen Evaluation und Qualitätsentwicklung beraten/fortbilden und gleichzeitig von ihren Kompetenzen lernen! 3.Nachweisbare Evaluation und vor allem eine systematische Qualitätsentwicklung bei den Trägern einfordern! 4.Vorhandene Begriffe, Instrumente und Informationen der Sozialen Arbeit bzw. der Jugendhilfe und der Träger nutzen! 5.Aufwand für die Evaluation und Qualitätsentwicklung begrenzen! (Prioritäten setzen: So wenig wie möglich und soviel wie nötig) 6.Rahmenbedingungen bei den Trägern für die Evaluation und Qualitätsentwicklung schaffen (z.B. Zeit und Standards finanzieren)! 7.Evaluation und Qualitätsentwicklung zur Weiterentwicklung, nicht vorrangig zur Kontrolle, Quantifizierung oder Standardisierung nutzen! 8.Fehlerfreundliches Klima für eine Evaluation und Qualitätsent- wicklung schaffen! Entwicklungen anerkennen und loben! 9.Regelmäßig Planungs- und Auswertungsgespräche mit Trägern unter Beteiligung mit anderer Akteure führen! Feedback geben!

36 Abbildung 36: Gliederung (6.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

37 Abbildung 37: 6.1 Ergebnisse aus Thüringen zu Veränderungen durch die Jugendarbeit an Schulen aus der Sicht der SchülerInnen Schüler Schule ist nicht mehr nur Unterricht 45 Schule ist attraktiver geworden 41 es sind da Leute, mit denen man über alles reden kann 37 ich fühle mich jetzt in der Schule wohler 34 Quelle: THMSG 1998b, 97 Angaben in Prozent, 678 befragte SchülerInnen

38 Abbildung 38: 6.2 Ergebnisse aus Thüringen zu Veränderungen durch die Jugendarbeit an Schulen aus der Sicht der Schul- und Jugendämter Jugend- amt Schul- amt Verbesserung der Freizeitangebots im Stadtteil bzw. der Schule82100 Öffnung der Schule zum Stadtteil7169 schnellere Hilfe für verhaltensgestörte/belastete Kinder/Jugend.5975 Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schule5931 Verbesserung des Schulklimas5375 Verbesserung der Lern- und Lebenschancen für Benachteiligte4163 Schule ist für SchülerInnen interessanter geworden3057 Abnahme von Gewalt an der Schule3044 Abnahme von Nullbockstimmung und Schulverweigerung3044 Intensivierung des Kontaktes der Schule zu Eltern2457 Abnahme von Gewalt und Kriminalität im Wohngebiet613 Quelle: THMSGa, 126ff.; THMSGb, 103ff., in Prozent, Skala: 0=keine Aussage, 1=trifft nicht zu, 5=trifft voll zu; hier nur trifft voll zu

39 Abbildung 39: 6.3 Ergebnisse aus Sachsen zur Klassenwiederholerquote in Modellversuchsschulen DresdenLeipzigZwickau Schuljahr 1992/19938,915,28,4 Schuljahr 1993/19943,35,010,5 Schuljahr 1994/19953,74,210,0 Schuljahr 1995/19963,42,82,4 Quelle Elsner/Rademacker 1997

40 Abbildung 40: 6.4 Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt aus der Sicht von LehrerInnen Jahr Für Einsatz der SSA besteht hoher Bedarf bei den Schülern SSA ist eine notwendige Fachkraft für Pro- bleme, um die ich mich nicht kümmern kann Einsatz der SSA hat sich schon positiv bemerkbar gemacht SSA ist eine wirksame Unterstützung für die Sicherung meiner schul. Aufgaben Ich kann Problemfälle an SSA verweisen, um die ich mich nun nicht mehr kümmern muss SSA müsste sich konsequenter gegenüber den Schülern verhalten Aufgaben der SSA werden bereits von Lehrern abgedeckt Quelle: Olk/Speck/Bathke 2003 in Prozent, Befragte: 738 LehrerInnen 5er-Skala von 1=vollkommen bis 5=überhaupt nicht

41 Abbildung 41: 6.5 Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt aus Sicht der SchulleiterInnen Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, ein zusätzliches Netz aufzuspannen in der Schule, was nicht von Lehrern gespannt ist. Und ich habe gelernt, dass dieses weitere Netz dafür sorgt, dass wir im Alltag weniger Probleme haben... Also Kontakt haben wir zu einer ganzen anderen Reihe Stellen geknüpft, was wir als.. als Schule ohne Sozialarbeiter wahrscheinlich nicht gemacht hätten [...] also.. Beratungsstellen, Polizei, Jugendamt, Streetworker... Stichwort Schulklima, Verbesserung des Schulklimas, weiterreich- ende Möglichkeiten der Konfliktbewältigung, intensivere Einzelfall- arbeit ist möglich, zusätzliche Angebote auch im Freizeitbereich... Eltern werten die Tatsache, dass wir eine Schulsozialarbeiterin haben, als äußeres [...] Zeichen der Schule, wir wollen uns intensiv um unsere Schüler kümmern, die sind uns nicht gleichgültig. Wir hätten ihn [...] sofort strafversetzen können [...] aber durch Schulsozialarbeit haben wir erkannt, dass das der falsche Weg ist. [...] Wir schieben das Problem nur in eine andere Schule. Quelle: SchulleiterInnenbefragung SSA MLU Halle

42 Abbildung 42: 6.6 Ergebnisse aus dem Land Brandenburg aus der Sicht von Schulsozialarbeitern, Schulen und Jugendämtern Quelle: nach Korus o. J., 47 (gerundete und korrigierte Werte) Mittelwerte, Skala von 0 = niedrig bis 5 = hoch Befragte: 125 Schulsozialarbeiter, 113 Schulen, 17 Jugendämter SSASchuleJA mehr und qualifizierte Hilfen für einzelne SchülerInnen 4,1 3,9 Verbesserung der Freizeitsituation an der Schule 3,5 3,6 Verbesserung des Schulklimas3,53,93,2 Verbesserung der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe 3,42,43,1 eine verstärkte Öffnung der Schule zum Stadtteil/der Gemeinde 2,7 2,9

43 Abbildung 43: 6.7 Ergebnisse aus dem Saarland aus der Sicht der Schoolworker Quelle: ISPO 2005, 22 Angaben in Anzahl der Nennungen, 24 befragte Schoolworker Schoolworker (n; von 24 !) Hilfe für SchülerInnen 18 Akzeptanz an der Schule 14 Interventionen in Klassen 12 Kooperation mit den Lehrern 9 Kooperation mit den Eltern 7 Kooperation mit Jugendamt 3

44 Abbildung 44: 6.8 Zusammenfassende Betrachtung der Wirkungen allgemein Öffnung der Schule, Verzahnung von Jugendhilfe und Schule, früher Zugang der Jugendämter zur Schule, schnellere Hilfen für SchülerInnen, Öffnung für Lebens- welt der SchülerInnen, Verbesserung des Schulerfolgs Unterstützung für Lehrer, Reduzierung von Konflikten, Verbesserung des Schulklimas und Schullebens, Förderung der Schulentwicklung, Erschließung neuer Ressourcen und Kompetenzen für die Schulen, Verbesserung der Elternkontakte (große Herausforderung)

45 Abbildung 45: 6.9 Zusammenfassende Betrachtung der Wirkungen schülerbezogen Inanspruchnahme der Sozialarbeit bei Schülern vom Konzept, Angebot, Schultyp, Alter und Geschlecht abhängig Wirkungen für die SchülerInnen lassen sich auf der individuellen Ebene, der Klassenebene und der Schulebene nachweisen Sozialarbeiter erreichen Benachteiligte und Belastete, aber nicht alle, Schüler sprechen Sozialarbeiter als Vertrauensperson an, wobei LehrerInnen damit nicht wegfallen und niedrigschwellige Ausrichtung wichtig ist Quellen: u.a. Bolay/ Flad/ Gutbrod 2004, Elsner 2001, Elsner/ Rademacker 1997, Prüß/Maykus/ Binder o.J., Korus o.J.,Olk/ Speck 2000a, Olk/Speck/Bathke 2003; Speck 2005a und b, 2006, 2007)

46 Vielen Dank für Ihre Qualität beim Zuhören! Danke

47 Abbildung 47: Gliederung (7.) 1. Kontext der Evaluations- und Qualitätsdebatte 3. Qualitätsstandards in der Schulsozialarbeit 2. Begriffsklärung: Qualität und Evaluation 4. Verfahren und Instrumente zur Evaluation und Qualitätsentwicklung 5. Systematisches Verfahren zur Qualitätsentwicklung in der Schulsozialarbeit 6. Forschungs- und Evaluationsergebnisse zu Wirkungen 7. Ausgewählte Literatur und Literaturempfehlungen

48 Abbildung 48: 7.1 Ausgewählte Literatur Bolay, E. 2004a: Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Forschungsstand und Forschungsbedarf, In: Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, 35. Jg., H. 2, Bolay, E./Flad, C./Gutbrod, H. 2004: Jugendsozialarbeit an Hauptschulen und im BVJ und Baden- Württemberg, Abschlussbericht der Begleitforschung zur Landesförderung, Tübingen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.) 1996ff: Materialien zur Qualitätssicherung in der Kinder- und Jugendhilfe. QS-H. 1ff., Bonn. Gerull, P./ Evangelischer Erziehungsverband e.V. (EREV) 2000: Hand- und Werkbuch Soziales Qualitätsmanagement. Konzepte und Erfahrungen, Hannover Heiner, M./ Meinhold, M./ von Spiegel, H./ Staub-Bernasconi, S. 1998: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit, 4. erw. Aufl., Freiburg. Meinhold, M. 1998: Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit, 3. Aufl., Freiburg. Merchel, J. (Hrsg.) 1999a: Qualität in der Jugendhilfe, Kriterien und Bewertungsmöglichkeiten, 2. Aufl. Münster. Olk, T./ Speck, K. 2004: Trägerqualität in der Schulsozialarbeit, In: Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, 35. Jg., H. 2, S Speck, K. 2006: Qualität und Evaluation in der Schulsozialarbeit. Konzepte, Rahmenbedingungen und Wirkungen, Wiesbaden Speck, K./ Olk, T. 2004: Qualitätsstandards, Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in der Schulsozialarbeit, In: Hartnuß, Birger/ Maykus, Stephan (Hrsg.): Handbuch Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Ein Leitfaden für Praxisreflexionen, theoretische Verortungen und Forschungsfragen, Frankfurt a.M., S Speck, K. 2007: Einführung Schulsozialarbeit, München/Basel von Spiegel, H. (Hrsg.) 2004: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit, München. von Spiegel, H. 1993: Aus Erfahrung lernen. Qualifizierung durch Selbstevaluation, Münster.

49 Abbildung 49: 7.2 Zwei persönliche Literaturempfehlungen des Referenten Inhalt (416 S.; ISBN ; 44,90 Euro) - Qualität- und (Selbst-)Evaluationsdebatte - Qualitätsstandards, Qualitätsentwicklung, Selbstevaluation und Evaluation - Landesprogramme, Fachpolitik, Landesarbeitsgemeinschaften - Bestandsaufnahme, empirische Befunde, theoretische Überlegungen, Empfehlungen Inhalt (S. 176; ISBN ; 14,90 Euro) - Begriff, Begründungen, Ziele, Zielgruppen - Rechtsgrundlagen, Förderpolitik, Finanzierung - Angebote, methodisches Handeln, Handlungsprinzipien - Rahmenbedingungen und Kooperation, - Ergebnisse und Wirkungen - Ausbildung, Fortbildung, Perspektiven


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