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Definition von Armut Der Begriff Armut ist nicht wertfrei begründbar. Er ist immer von politischen Haltungen abhängig.

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Präsentation zum Thema: "Definition von Armut Der Begriff Armut ist nicht wertfrei begründbar. Er ist immer von politischen Haltungen abhängig."—  Präsentation transkript:

1 Definition von Armut Der Begriff Armut ist nicht wertfrei begründbar. Er ist immer von politischen Haltungen abhängig.

2 Definition von Armut Armut lässt sich unterscheiden nach: Absolute Armut Relative Armut Vorübergehende und strukturelle Armut Bekämpfte und verdeckte Armut Freiwillige Armut

3 Absolute Armut Absolute Armut bedeutet Leben am äußersten Rand der Existenz. Es besteht die Gefahr des Hungertodes.

4 Relative Armut Relative Armut bezeichnet Armut im Vergleich zum jeweiligen sozialen Umfeld eines Menschen.

5 Vorübergehende und strukturelle Armut Vorübergehende Armut verschwindet wieder nach einiger Zeit. Gegenteil: strukturelle Armut liegt vor, wenn eine Person einer Randgruppe angehört, die nur sehr geringe Chancen hat, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen, z.B. Bewohner von Armutvierteln.

6 Bekämpfte und verdeckte Armut Bekämpfte Armut kommt auf, wenn Maßnahmen getroffen werden, um die Folgen der Armut abzumildern – zum Beispiel mit Suppenküchen, Tafeln, Kleiderkammern usw. Verdeckte Armut liegt vor, wenn die Betroffenen ihren Anspruch auf Hilfe aus Unkenntnis oder Scham nicht annehmen.

7 Freiwillige Armut Freiwillige Armut findet sich besonders in religiösen Gemeinschaften wie dem Hinduismus, dem Buddhismus und dem Christentum.

8 Exklusion in historischer Perspektive

9 Antike In der Antike hatten die Armen kein Bürgerrecht. Körperliche Arbeit wurde als ungeeignet für die Politik angesehen.

10 Frühes Mittelalter Das Christentum verstand sich im Gegensatz zur Antiken Welt als Religion der Armut. Barmherzigkeit wurde als allgemeine Pflicht angesehen. Die Reichen glaubten in den Himmel zu kommen und von ihren Sünden erlöst zu werden, wenn sie den Armen Geld gaben. Allerdings wurde Armut mit Unmoral und Verbrechen gleichgesetzt.

11 Spätmittelalter Im 12. Jahrhundert wird nicht mehr als ein gottgewolltes Schicksal angesehen, sondern einem individuellen Versagen zugeschrieben. Es findet eine Differenzierung der Armen statt: ehrliche und betrügerische Arme, einheimische und fremde, alte und junge, schamhafte und unverschämte.

12 Übergang zur Neuzeit Im 15. Jahrhundert fand eine Säkularisierung der Armenfürsorge statt. Der Staat übernahm zunehmend die Rolle, die früher die Kirche gespielt hatte.

13 Neuzeit In der Zeit des klassischen Liberalismus zeigte sich Massenarmut immer mehr als Problem ökonomisch-struktureller Entwicklung. Existenzsicherung wird zu einer privaten Angelegenheit. Im 19. Jahrhundert waren fast alle Arbeiter und Arbeiterinnen und viele Bauern und Handwerker im Laufe ihres Lebens arm.

14 Mitte des 19. Jahrhunderts Armut konnte nicht mehr als individuelles Problem erklärt werden. Sie wurde als Gefahr für die bestehende Ordnung angesehen.

15 Spätes 19. Jahrhundert Beginn einer neuen Armenpolitik als Arbeiterpolitik, um der Gefahr einer sozialistischen Revolution zu begegnen: Unter anderem Bismarcksche Sozialversicherungsgesetze (ab 1883). Ziel: Sozialintegration.

16 Weimarer Republik In der Weimarer Republik wurde der Wohlfahrtsstaat in der Verfassung verankert wurde die Arbeitslosenversicherung eingeführt.

17 Nationalsozialismus Im Faschismus fand die Ausgrenzung der Armen ihren Höhepunkt. Im Zentrum stand die Produktion eines gesunden „Volkskörpers“. Sozialpolitische Leistungen wurden nach rassistischen Merkmalen organisiert.

18 Nach 1945 Nach dem Krieg war Armut gleichbedeutend mit existentieller Notlage des gesamten Volkes. Besonders wurde Kriegsopfern, Kriegsgeschädigten und Vertriebenen geholfen. Arbeitslose wurden kaum thematisiert.

19 50er Jahre Sechs Millionen Rentner waren arm, weil sie in ihrem Leben nicht genug Beiträge einzahlen konnten wurden deren Renten um 60% angehoben. Dennoch waren die Hälfte der Sozialhilfeempfänger Rentner.

20 70er Jahre Lange Zeit wurde Armut nur noch in bezug auf die Entwicklungsländer thematisiert. Ende der siebziger Jahre erreichte die Arbeitslosigkeit Rekordhöhen. Es wurde eine neue Phase der Armutsthematisierung eingeleitet.

21 80er Jahre Beginn einer „neuen Armut“. Kürzungen und Einschränkungen im Sozialbereich.

22 Wiedervereinigung Nach der Wiedervereinigung trat die Massenarbeitslosigkeit eines ganzen Volksteils im Osten in den Vordergrund. Zugleich wurde Armut von der Soziologie wiederentdeckt.

23 II. Armutsmessung

24 Anforderungen an die Messung Die Konstruktion der Armutsdefinition impliziert wichtige Entscheidungen über die Inklusion bzw. Exklusion bestimmter Gruppen Vier Forderungen an Instrumente zur empirischen Bestimmung der Armut 1. Zuordnung von Individuen oder Gruppen 2. Unterschiede im Ausmaß und in der Art der Armut 3. Armutsmaß sollte sensitiv sein für Veränderungen 4. Auswahl von Armutsindikatoren

25 Einkommensstandards –Personen sind dann nicht arm, wenn sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen –Relative Einkommensmaße –Durch das sozioökonomische Panel liegen längere Zeitreihen (zumindest für die BRD) vor. –Problem: Bestimmung der Einkommensschwelle –Bekämpfung: finanzielle Unterstützung –Strittig: gelten Personen, die staatliche Hilfe empfangen als arm –Die Verwendung des Geldes liegt in der Hand des Empfängers

26 Lebenslagen verschiedenen Dimensionen der tatsächlichen Lebenslage einer Person Personen sind dann arm, wenn Unterversorgungserscheinungen vorliegen (Frage: Kann die Teilhabe in einem Bereich die Exklusion in einem anderen wieder aufheben) Armut = Ergebnis des Ressourceneinsatzes und Ausdruck einer vorfindbaren Lebenslage Bekämpfung der Armut: schwieriger, da die rein finanzielle Zuwendung allein nicht ausreicht

27 Standard heute Meist Konzepte, die Armut anhand der zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen definieren –Praktikabilität im Vordergrund –keinen Konsens über die zu berücksichtigende Dimension der Lebenslage und über die Höhe der Mindeststandards –ABER: Oft Kombination Armutsgrenze 2004: Einkommensschwelle liegt bei 60% des Median-Äquivalenzeinkommens der Bevölkerung ( Euro/Jahr) Der Anteil dieser Personen an der Gesamtbevölkerung ist die Armutsgefährdungsquote. Diese beträgt in Deutschland 13% (2004).

28 Grenzwerte

29 Ergebnisse: Haushaltstyp

30 Ergebnisse: Einkommens- Verteilung

31 Ergebnisse: Wohnung

32 Exklusion durch Armut / Armut durch Exklusion mögliche Ursachen bzw. Wirkungen Wirtschaftliche Ausgrenzung (z.B. Arbeitsmarkt) Territoriale Ausgrenzung (Flüchtlingsproblematik, Vertreibung von Bettlern) Ausschluss von Wohlfahrtsstaatlichen Leistungen / Institutionen (Bsp. Obdachlose) Stigmatisierung / soziale Ausgrenzung (durch etablierte soziale Gruppen) Selbstausgrenzung (z.B. durch Schamgefühl)

33 Komplexe Wechselwirkungen zwischen den Bereichen Armut als komplexer sozialer Prozess Gestalt von Armut beeinflusst durch Gesellschaftsstrukturen  Somit kein Einheitliches Bild von Armut

34 Gesellschaftsspezifische Formen, Wirkungen und Reaktionen: Bsp. Serge Paugam: Die elementaren Formen der Armut Differenzierte Formen der Exklusion durch Armut  Drei Idealtypen der Armut  Integrierte Armut  Marginale Armut  Disqualifizierende Armut

35 Integrierte Armut (wenig industrialisierte, eher traditionale, wirtschaftlich unterentwickelte Regionen) Arbeitsmarkt / Soziales Sicherungssystem Erscheinung der Armut AlltagserfahrungenSelbstwahrnehmung Gesellschaftliche Bindungen Hohe Arbeitslosigkeit Schwache ökon. Entwicklung geringe Sozialleistungen kein Mindesteinkommen informelle Beschäftigung mit integrativer Funktion Großer Teil der Bevölkerung ist betroffen Strukturbedingt Geringer Unterschied zu anderen Bevölkerungs- schichten Armut als gegebener soz. Umstand Thematisierung z.B. als territoriale Ungleichheit in Bezug auf andere Regionen Große soziale Gruppe Keine Wahrnehmung als Unterschicht sondern z.B. als Problem der Region Geringe Stigmatisierung durch leben in homogener Gemeinschaft Armut als gegebene Situation Vererbter Zustand Keine individuellen Ursachen Starker Familien- zusammenhalt Identifikation über familiäre werte Unterstützung im soz. Umfeld Kollektiver Kampf „Geben und Nehmen“

36 Marginale Armut (fortgeschrittene, expandierende Industriegesellschaften mit großen soz. Ressourcen) Arbeitsmarkt / Soziales Sicherungssystem Erscheinung der ArmutAlltagserfahrungenSelbstwahrnehmung Gesellschaftliche Bindungen Geringe Arbeitslosigkeit, quasi Vollbeschäftigung Starke ökon. Entwicklung bzw. hohes Niveau Gut ausgebaute verallgemeinerte soziale Sicherungssysteme Arme bilden lediglich kleine Randgruppe der Gesellschaft Sichtbar marginalisierte Gruppe Armutsbekämpfung Thematisierung als soziales Problem „Sozialfälle“ Unterstützungsbedarf durch Institutionen Kontrolle / Bevormundung / Erziehung durch soz. Fachkräfte Starke Stigmatisierung: „Faulheit“, mit Entwicklung nicht Schritt halten können „Bodensatz der Gesellschaft“ Individuelles Versagen / Ohnmacht benachteiligt Nach wie vor Rückgriff auf die Familie, jedoch heterogene Verhältnisse welche das „Geben und Nehmen“ stören Soz. Sicherungssysteme verdrängen die Unterstützung des soz. Umfeldes

37 Disqualifizierende Armut (postindustrielle Gesellschaften mit starker Zunahme der Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung) Arbeitsmarkt / Soziales Sicherungssystem Erscheinung der Armut AlltagserfahrungenSelbstwahrnehmung Gesellschaftliche Bindungen Anzahl der Armen durch Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung steigt Instabilität der Beschäftigungs- situationen Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung wenig informelle Beschäftigung starke Zunahme der Empfänger von Sozialleistungen Ausbau der Armenunterstützung „neue soziale Frage“ Gesamtgesellschaftl iche Relevanz Kollektive Ängste Instabile Situationen Verdrängung aus produktiver Sphäre Prozesshaft (auf und ab) Extrem heterogene Situationen und Status der Betroffenen Existenzängste Plötzliche Umwälzungen des Alltagslebens Individuelles Versagen Gefühl gesellschaftlicher Nutzlosigkeit, soziale Entwertung Schamgefühle insb. da häufig keine Erfahrungen mit Armut vorliegen und Kluft zu soz. Umfeld besteht Schwach ausgeprägte Solidarbeziehungen Heterogenes Umfeld Selbstausgrenzung


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