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Fair handeln Redaktion und Gestaltung: Jörg Jenrich

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Präsentation zum Thema: "Fair handeln Redaktion und Gestaltung: Jörg Jenrich"—  Präsentation transkript:

1 Fair handeln Redaktion und Gestaltung: Jörg Jenrich
Herausgeber: Diakonisches Werk der EKD e.V. für die Aktion „Brot für die Welt“ Postfach 70010 Stuttgart Telefon Ab 1. Oktober 2012: Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e,V. Postfach 40164 10061 Berlin Telefon Internet: Redaktion und Gestaltung: Jörg Jenrich V.i.S.d.P.: Thomas Sandner Stuttgart, September 2012 Spendenkonto BLZ Bank für Kirche und Diakonie IBAN DE BIC GENODED1DKD Die Fotos stammen aus einem „Brot für die Welt“-Projekt auf den Philippinen. Die Partnerorganisation Alter Trade unterstützt Kleinbauernfamilien bei der Herstellung und der Vermarktung von traditionellem Mascobado-Zucker über den Fairen Handel. Fotos: Anne Welsing Weitere PowerPoint-Präsentationen können Sie im Internet unter herunterladen.

2 Inhalt 1. Hintergrundinformationen - Ziele - Grundsätze
- Was heißt „fair“? - Eine Erfolgsgeschichte - Zahlen und Fakten 2. Akteure des Fairen Handels - Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Forum Fairer Handel - Brot für die Welt 3. Aktionen zum Fairen Handel

3 Hintergrundinformationen Ziele
Eine nachhaltige Entwicklung fördern Benachteiligte Produzentinnen und Produzenten und Beschäftigte in Entwicklungsländern unterstützen Foto: Thomas Lohnes. Kaffeeernte bei einer Kleinbauernfamilie in Peru.

4 Hintergrundinformationen Grundsätze
Partnerschaft Dialog Transparenz Verlässlichkeit Respekt Gleichberechtigung Foto: Thomas Lohnes. Kleinbauern in Ecuador ernten Kochbananen für den heimischen Markt. Nachhaltigkeit

5 Hintergrundinformationen Was heißt „fair“?
Produktkriterien und Mindeststandards Partnerschaftliche Handelsbeziehung Faire Preise Aufschlag für Bioprodukte Vorfinanzierung Langfristige Lieferbeziehungen Für jedes fair gehandelte Produkt werden eigene Kriterien und Mindeststandards entwickelt. Dazu gehören z.B. das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, Mindestlöhne und soziale Einrichtungen auf Plantagen oder ökologische Kriterien. Die Einhaltung der Kriterien und Mindeststandards wird von einer unabhängigen Stelle kontrolliert. Die Handelsbeziehung besteht nicht zu einzelnen Produzenten, sondern zu Genossenschaften, Dachverbänden, Plantagen oder Unternehmen. Der Faire Handel ging aus der politischen Solidaritätsarbeit und der direkten Beziehungen zu Produzentengruppen hervor (z.B. Kaffee aus Nicaragua). Bis heute ist eine partnerschaftliche Handelsbeziehung ein wichtiges Kriterium, nicht nur um einen unfairen Zwischenhandel auszuschalten, sondern auch um den Dialog zu fördern. Die Beratung und Qualifizierung des Handelspartners ist ein wichtiger Bestandteil dieser Handelsbeziehung. Die Beratung hat beispielsweise zum Ziel, die Organisationsstruktur oder die Produktqualität zu verbessern oder die Produktion auf biologische Anbaumethoden umzustellen. Um faire Preise zu gewährleisten, wird beim Kaffee z.B. eine Kombination von zwei Mechanismen angewandt: ein Aufschlag zum Weltmarktpreis und ein Mindestpreis. 1.) Für jedes Produkt gibt es einen festen Aufschlag zum Weltmarktpreis, eine sogenannte Fairtrade-Prämie. Der Preis, den die Produzenten bekommen liegt also immer über dem Weltmarktpreis. Nach den Standards von TransFair beispielsweise beträgt die Fairtrade-Prämie bei Arabica-Kaffee seit 1. April US-Cent pro englischem Pfund (453,6 g). 2.) Da die Weltmarktpreise zeitweise aber so niedrig sind, dass selbst mit einem Aufschlag nicht von einem fairen Preis gesprochen werden kann, wird ein Mindestpreis festgelegt, der sich an den Produktionskosten orientiert und an den notwendigen Lebenshaltungskosten. Seit 1. April 2011 beträgt der Mindestpreis bei Kaffee nach den Standards von TransFair 1,40 US-Dollar pro englischem Pfund (453,6 g) gewaschener Arabica-Bohnen (incl. Fairtrade-Prämie von 0,20 US-Dollar). Dieser Mindestpreis tritt also in Kraft, wenn der Weltmarktpreis unter 1,20 US-Dollar fällt. In der Vergangenheit lag der Weltmarktpreis für Kaffee oft deutlich unter 1 US-Dollar. Seit Sommer 2010 ist der Kaffeepreis an den Börsen jedoch geradezu explodiert und lag im Sommer 2011 bei 3 US-Dollar. Gründe dafür sind Ernteausfälle und eine gestiegene Nachfrage in den Schwellenländern. Hinzu kommen Spekulationsgeschäfte an den Börsen. Der Handelspartner (z.B. eine Produktionsgenossenschaft) legt die Verwendung der Fairtrade-Prämie fest: Ein Teil wird an die Produzenten weitergegeben, ein anderer Teil wird in die Infrastruktur und soziale Einrichtungen (Gesundheitsstationen, Schulen) investiert und kommt somit der ganzen Region zugute. Für Produkte, die nach kontrollierten biologischen Anbaumethoden erzeugt wurden, gibt es einen weiteren Aufschlag. Für Biokaffee beträgt der zusätzliche Aufschlag nach den Standards von TransFair seit 1. April US-Cent. Für Rohkaffee in Bioqualität werden also mindestens 1,70 US-Dollar pro englischem Pfund (453,6g) bezahlt. Der Preis setzt sich zusammen aus dem Mindestpreis von 1,20 US-Dollar, einer Fairtrade-Prämie von 20 Cent und einem Aufschlag von 30 Cent für die Bioqualität. Eine Vorfinanzierung ist insbesondere dann wichtig, wenn z.B. bei der Kaffeeernte Lohnarbeitskräfte eingesetzt werden, die ausbezahlt werden müssen, bevor der Kaffee vermarktet ist. Kleinproduzenten verfügen oft nicht über genügend Rücklagen, um Erntehelfer anzustellen. Dann müssen alle in der Familie bei der Ernte mithelfen, auch die schulpflichtigen Kinder. Langfristige Lieferbeziehungen bedeuten für die Produzenten eine Einkommenssicherheit, die für Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung notwendig ist. Foto: Christof Krackhardt. Kaffee-Ernte bei der Oromia Coffee Union in Äthiopien. Die Oromia Kaffee-Genossenschaft produziert Bio-Kaffee für den Fairen Handel.

6 Hintergrundinformationen Eine Erfolgsgeschichte
1964: UNCTAD „Faire Handelsbedingungen statt Almosen“ 1969: Erster Weltladen in den Niederlanden 1970: Hungermärsche 1971: Aktion Dritte-Welt-Handel 1971: INKOTA 1972: Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt 1973: Fair gehandelter Kaffee aus Guatemala 1973: Erster Weltladen in Deutschland Nach dem Ende der Kolonialzeit kritisierten die Entwicklungsländer in den 1960er Jahren zunehmend die ungerechten Weltwirtschaftsbedingungen und forderten die Industrieländer 1964 bei der ersten Konferenz der Vereinten Nationen über Handel und Entwicklung (UNCTAD) auf, statt Almosen zu geben lieber für faire Handelsbedingungen zu sorgen. Der erste Laden, der fair gehandelte Produkte anbot, wurde bereits 1958 in den USA eröffnet. In dieser Zeit begann die britische Organisation OXFAM Kunsthandwerk aus China zu vertreiben. Anfang der 1960er Jahre entstanden die ersten Fairhandels-Initiativen und in den Niederlanden 1967 der erste Importeur für fair gehandelte Produkte, die „S.O.S. Wereldhandel“ (heute „Fair Trade Organisatie“). Ebenfalls in den Niederlanden öffnete 1969 der erste „Dritte-Welt-Laden“, in dem Kunsthandwerk angeboten wurde. Von dort aus verbreitete sich die Idee über ganz Westeuropa. Heute gibt es mehrere Tausend Weltläden in Europa. Die kirchlichen Jugendverbände - die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) - organisierten 1970 in 70 westdeutschen Städten sogenannte Hungermärsche mit insgesamt etwa Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Damit protestierten sie gegen die offizielle staatliche Entwicklungspolitik. Seit Beginn der 1970er Jahre entstanden auf Initiative von aej und BDKJ zahlreiche Dritte-Welt-Gruppen, die fair gehandelte Produkte verkauften und entwicklungspolitische Bildungsarbeit leisteten gründeten die beiden Jugendverbände die Aktion Dritte-Welt-Handel (A3WH). Unter dem Motto „Lernen durch Handeln“ waren die Handelsprodukte vor allem ein Mittel der politischen Bildungsarbeit. Ganz deutlich wurde dies in den 1980er Jahren am sogenannten „Nica-Kaffee“, der vor allem wegen seiner politischen Botschaft und weniger wegen seinen geschmacklichen Qualitäten getrunken wurde. In der DDR wurde 1971 das ökumenische Netzwerk entwicklungspolitischer Basisgruppen INKOTA unter dem Dach des Bundes der Evangelischen Kirche gegründet. Das Netzwerk bot kirchlichen und unabhängigen Gruppen Raum für Treffen und Informationsaustausch außerhalb von straff organisierten und kontrollierten Parteiorganisationen und Solidaritätskomitees. INKOTA schuf eine Gegenöffentlichkeit von Menschen, die für die Vision eines solidarischen Lebens und für Nord-Süd-Partnerschaften über die geschlossenen Grenzen hinweg eintraten. Um in der Bundesrepublik den Vertrieb der fair gehandelten Produkte, die bisher über die Niederlande beschafft werden mussten, zu erleichtern, gründete die niederländische Fairhandelsorganisation „S.O.S. Wereldhandel“ 1972 ein deutsches Tochterunternehmen unter dem Namen „Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt“. Der Name wurde 1974 in „Gesellschaft für Partnerschaft mit der Dritten Welt“ geändert und der Sitz von Würselen nach Wuppertal verlegt. Das Unternehmen war der Vorläufer der GEPA. 1973 importierte die „S.O.S. Wereldhandel“ erstmals fair gehandelten Kaffee von Kleinbauern-Genossenschaften in Guatemala. In Stuttgart eröffnete 1973 der erste Weltladen in Deutschland, der regelmäßige Öffnungszeiten hatte. Gründungsmitglied war Berthold Burkhardt, damaliger Bildungsreferent von „Brot für die Welt“. Sieben Aktionsgruppen gründeten 1975 die „Arbeitsgemeinschaft 3. Welt Läden“ (AG3WL) als Interessenvertretung der Weltläden und Aktionsgruppen. Daraus ging 1998 der Weltladen-Dachverband hervor. Foto: GEPA 1975: Arbeitsgemeinschaft 3. Welt Läden

7 Hintergrundinformationen Eine Erfolgsgeschichte
1975: GEPA 1978: „Jute statt Plastik“ 1988: Max Havelaar 1989: International Federation of Alternative Trade 1990: In den Neuen Bundesländern eröffnen die ersten Weltläden 1992: TransFair 1998: Weltladen-Dachverband 1975 gründeten die beiden kirchlichen Jugendverbände, das katholische Hilfswerk Misereor, der evangelische Kirchliche Entwicklungsdienst (KED) und die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft der 3. Welt Läden (später: Weltladen-Dachverband) die GEPA. „Brot für die Welt“ ist ebenfalls Mitgesellschafter. Im ersten Jahr erzielte die GEPA bereits einen Umsatz von umgerechnet über 1,3 Millionen Euro. Die 1978 ins Leben gerufene Aktion „Jute statt Plastik“ verschaffte dem Fairen Handel in der Bundesrepublik Deutschland eine enorme Popularität. Die Jutetasche, von der GEPA aus Bangladesch importiert, drückte zehn Jahre lang das Lebensgefühl einer ganzen Generation aus und wurde zum Symbol der Alternativbewegung. 1988 wurde in den Niederlanden die Siegel-Initiative „Max Havelaar“ gegründet mit dem Ziel, fair gehandelte Produkte zu besiegeln, um sie auch über Supermärkte vermarkten zu können. Max Havelaar ist eine Figur aus dem gleichnamigen Buch über einen niederländischen Kolonialbeamten auf Java. 1989 wurde der Internationale Verband des Alternativen Handels (International Federation for Alternative Trade / IFAT) als weltweites Netzwerk von Fairhandelsorganisationen gegründet wurde das IFAT in „World Fairtrade Organization“ (WFTO) umbenannt. Sitz der WFTO ist Culemborg in den Niederlanden. Unter den mehr als 350 Mitgliedern in über 70 Ländern sind sowohl Produzentenverbände als auch Importeure des Fairen Handels wie GEPA, El Puente und dwp vertreten. Bereits unmittelbar nach der politischen Wende unterstützten INKOTA und andere Organisationen den Aufbau des Fairen Handels in Ostdeutschland. In Dresden, Leipzig, Ost-Berlin und Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, wurden die ersten Weltläden gegründet. Häufig stammten die Gründungsmitglieder aus der ostdeutschen Friedens- und Bürgerbewegung oder den Dritte-Welt-Gruppen des INKOTA-Netzwerkes. Heute gibt es in den Neuen Bundesländern etwa 130 Weltläden und Aktionsgruppen des Fairen Handels. Nach dem niederländischen Vorbild gründeten „Brot für die Welt“, die AG3WL und andere kirchliche und entwicklungspolitische Organisationen die deutsche Siegel-Initiative TransFair. 1998 ging aus der „Arbeitsgemeinschaft 3. Welt Läden“ (AG3WL) und dem Sprecherkreis der Regionalkonferenzen der Weltläden der Weltladen-Dachverband hervor. Ihm gehören heute etwa 500 Mitglieder an. Das Forum Fairer Handel wurde 2002 als Netzwerk wichtiger Akteure des Fairen Handels gegründet mit dem Ziel, den Fairen Handel in Deutschland zu stärken. Mit der Einführung von „Naturland-Fair“-zertifizierter Milch der Genossenschaftsmolkerei Berchtesgadener Land wurde erstmals ein „Nordprodukt“ im Fairen Handel angeboten. Foto: GEPA 2002: Forum Fairer Handel 2010: Fairer Handel im Norden

8 Hintergrundinformationen Zahlen und Fakten
2011 477 Millionen Euro Umsatz in Deutschland 600 Handelspartner in Lateinamerika, Asien und Afrika Mehr als 7 Millionen Menschen in über 60 Ländern profitieren vom Fairen Handel unterschiedliche Artikel Wichtigste Produkte: Kaffee, Bananen, Blumen Die Zahlen stammen aus dem Fact-Sheet des Forum Fairer Handel vom 10. August 2012 Seit Jahren wächst der Faire Handel in Deutschland stürmisch, und auch die Wirtschaftskrise konnte der wachsenden Nachfrage nach fair gehandelten Produkten nichts anhaben. Der Umsatz (der Wert der fair gehandelten Ware) erhöhte sich gegenüber 2010 mit 413 Millionen Euro um rund 16 Prozent und verdreifachte sich innerhalb der letzten fünf Jahre. Die meisten Handelspartner sind Kleinbauerngenossenschaften oder Plantagen. 45 Prozent der Handelsbeziehungen sind mit Partnern in Lateinamerika, 35 Prozent in Asien und 18 Prozent in Afrika. 1,4 Millionen Kleinbauern- und Arbeiterfamilien – mehr als 7 Millionen Menschen – in über 60 Ländern profitieren direkt von den Vorteilen des Fairen Handels. Artikel aus Fairem Handel werden in Deutschland angeboten. Davon sind Kunsthandwerk oder andere Non-Food-Produkte. Vom Umsatz her sind jedoch die Lebensmittel mit 83 Prozent die wichtigsten Artikel im Fairen Handel. Grafik: Forum Fairer Handel

9 Inhalt 1. Hintergrundinformationen - Ziele - Grundsätze
- Was heißt „fair“? - Eine Erfolgsgeschichte - Zahlen und Fakten 2. Akteure des Fairen Handels - Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Forum Fairer Handel - Brot für die Welt 3. Aktionen zum Fairen Handel

10 Akteure des Fairen Handels Produzenten
Kleinbauerngenossenschaften (Kaffee, Kakao, Bananen, Honig) Handwerkervereinigungen (Kunsthandwerk) Plantagen (Bananen, Tee, Orangensaft) Unternehmen (Fußbälle) Prinzipiell lassen sich zwei Typen von Produzenten unterscheiden: genossenschaftlich organisierte Produzentenverbände (Kleinbauern und Handwerker) und marktwirtschaftliche Unternehmen (Plantagen, Firmen, Gartenbaubetriebe). Die Handelsbeziehung besteht nicht direkt zu einzelnen Kleinproduzenten, sondern zu Vereinigungen von Kleinbauern oder Handwerksbetrieben. Bei Plantagen, Firmen und Gartenbaubetrieben gibt es zwei Ansprechpartner: Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in Form von einer gewerkschaftlichen Organisation. Mit beiden Seiten werden Vereinbarungen getroffen, die die Unternehmen verpflichten, die höheren Einnahmen für bessere Arbeitsbedingungen und zusätzliche soziale Leistungen zu verwenden. Außerdem dürfen die Unternehmen die gewerkschaftliche Arbeit in ihrem Betrieb nicht behindern. Ein langjähriger Projektpartner von „Brot für die Welt“ ist El Ceibo (www.elceibo.org), eine Genossenschaft von Kakaobauern und -bäuerinnen in Bolivien. Sie beliefert die Fairhandelsorganisation GEPA mit Kakao. Die ecuadorianische Kleinbauernorganisation Urocal (www.urocal.org) war langjähriger Projektpartner von „Brot für die welt“ und ist Handelspartner von BanaFair. 200 Kunsthandwerkerinnen der Smolart Self Help Group (www.smolart.co.ke) im Westen Kenias stellen traditionelle Specksteinschnitzereien her. Mit einem Teil der Erlöse durch den Fairen Handel führt Smolart unter anderem soziale Gemeinschaftsprojekte durch. DWP in Ravensburg vertreibt Produkte von Smolart über Weltläden. SIPA (Federation of South India Producer Associations / Vereinigung Südindischer Produzentenverbände) hat 65 Mitgliedsorganisation mit insgesamt etwa Handwerksfamilien. SIPA (www.sipa.in) beliefert die Fairhandelsorganisation El Puente u.a. mit Textilien und Messingwaren. Die indische Chamong Tee Exports Pvt. Ltd. (www.chamong.com) exportiert Tees aus den Regionen Darjeeling und Assam. Dem Unternehmen sind 17, fast ausschließlich biologisch wirtschaftende Teeplantagen mit insgesamt rund Beschäftigten angeschlossen. Der Discounter Lidl vertreibt Tee von Chamong unter der Eigenmarke „Fairglobe“. Von Talon Sports in Pakistan stammen die fair gehandelten Bälle der GEPA, auch der „Brot für die Welt“-Fußball (Art.Nr ). Kiliflora in Tansania (www.kiliflora.com) produziert vor allem Rosen nach Fairtrade Richtlinien. Gartenbaubetriebe (Blumen)

11 Akteure des Fairen Handels Importeure
Konventionelle Importeure (z.B. Teekanne) Konventionelle Importeure haben neben ihren Waren, die sie über die üblichen Handelsbeziehungen beschaffen, auch ein Segment von fair gehandelten Produkten, die bestimmten Kriterien unterliegen, deren Einhaltung von einer unabhängigen Seite geprüft werden. Beispiel: Die Teekanne GmbH, die neben den konventionellen Teesorten auch einen Tee anbietet, der nach den Richtlinien von Fairtrade gehandelt wird. Importeure des Fairen Handels bieten ausschließlich fair gehandelte Produkte an. Fotos: Teekanne GmbH, GEPA Importeure des Fairen Handels (z.B. GEPA)

12 Akteure des Fairen Handels Importeure des Fairen Handels
Mit 61,5 Millionen Euro Jahresumsatz (2011/12) und 198 Handelspartnern in 47 Ländern ist die GEPA die größte Fairhandelsorganisation in Europa. Sie wurde 1975 von den kirchlichen Jugendverbänden aej und BDKJ, dem katholischen Hilfswerk Misereor und dem evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) gegründet. „Brot für die Welt“ ist ebenfalls Mitgesellschafter der GEPA. Weitere wichtige Importeure sind El Puente im niedersächsischen Nordstemmen, dwp in Ravensburg oder Globo in Ripen. BanaFair (Gelnhausen) wurde 1986 gegründet und importiert und handelt mit Bananen von Kleinproduzenten. Aus Ecuador importiert Banafair Bananen von der Kleinbauernorganisation UROCAL, die auch Projektpartner von „Brot für die Welt war.

13 Akteure des Fairen Handels Verarbeitende Firmen
Im Auftrag des Fairen Handels Die Firma Weinrich in Herford stellt beispielsweise seit dem Jahr 2000 Bio-Schokolade für die GEPA her. Andere Firmen haben neben ihren konventionellen Waren, die sie über den Einzelhandel vertreiben, auch ein Segment von fair gehandelten Produkten. Diese unterliegen bestimmten Kriterien, deren Einhaltung von einer unabhängigen Seite geprüft wird. Beispiel: Die Wikana Keks und Nahrungsmittel GmbH in Lutherstadt Wittenberg bietet seit 2008 einen Keks an, der nach den Richtlinien von TransFair mit fair gehandelten Zutaten hergestellt wurde. Fotos: Jörg Jenrich, Wikana GmbH Mit eigener Produktlinie

14 Akteure des Fairen Handels Siegelorganisationen
Siegelorganisationen legen Mindeststandards fest, die über den gesetzlichen Kriterien liegen. Die Einhaltung der Kriterien wird von einer unabhängigen Organisation geprüft. TransFair hat den Namen den internationalen Partnern angepasst und tritt jetzt als „Fairtrade Deutschland“ auf. Das Fairtrade-Siegel wird auf den folgenden Folien ausführlich dargestellt. Naturland (www.naturland.de) ist ein Verband von ökologisch produzierenden Bäuerinnen und Bauern, der 1982 in Gräfelfing bei München gegründet wurde. Ihm gehören weltweit mehr als Mitglieder an, die nach hohen ökologischen Standards wirtschaften, deren Einhaltung von unabhängigen Stellen jährlich kontrolliert wird. Naturland ist seit 2012 Mitglied im Forum Fairer Handel, einem Zusammenschluss aller wichtigen Akteure des Fairen Handels in Deutschland. (www.forum-fairer-handel.de) „Naturland Fair“ ist eine Weiterentwicklung der ökologischen Standards, die mit Kriterien des Fairen Handels ergänzt wurden. Seit 2010 tragen u.a. Kaffee, Tee und Bananen das “Naturland Fair“-Siegel. Erstmals wurde 2010 ein Produkt aus dem Norden, Milch der Molkerei Berchtesgadener Land, als fair gehandelt ausgezeichnet. (www.molkerei-bgl.de) Die GEPA bietet seit 2011 Milchschokolade an, die zu 100 Prozent fair gehandelt ist. (http://gepa-jetzt-faire-milch.de)

15 Siegelorganisationen Fairtrade Deutschland
1992 als Verein TransFair gegründet 36 Mitgliedsorganisationen (u.a. Brot für die Welt, Misereor, BUND, Ev. Frauenarbeit in Deutschland, Weltladen-Dachverband) Rund 200 Unternehmen als Lizenznehmer Über gesiegelte Produkte in Weltläden, im Einzelhandel und in gastronomischen Betrieben Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Bonbons, Honig, Bananen, Reis, Zucker, Vanille, Eiscreme, Fruchtsaft, Wein, Blumen, Sportbälle, Baumwollprodukte 1992 begann der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Fair gehandelte Produkte sollten nicht nur in Weltläden, sondern auch über die großen Einzelhandelsketten einer breiten Kundschaft angeboten werden. TransFair handelt nicht selbst mit Waren, sondern vergibt ein Siegel für fair gehandelte Produkte. Für jedes Produkt gibt es Mindestkriterien, deren Einhaltung kontrolliert wird. TransFair hat den Namen den internationalen Partnern angepasst und tritt jetzt als „Fairtrade Deutschland“ auf. Zu den weiteren Aufgaben von Fairtrade Deutschland gehören das Siegelmarketing, die Bildungs-, Öffentlichkeits- und die Lobbyarbeit. Die wichtigsten Produzentenländer sind Mexiko, Kolumbien, Peru, Ghana, Uganda, Südafrika, Indien und Sri Lanka. Lizenznehmer sind Importeure, Kaffeeröstereien oder Produzenten wie GEPA, J.J. Darboven, El Puente, Ostfriesische Tee Gesellschaft, Kiliflora Blumen oder Teekanne. Die Kontrolle der Lizenznehmer geschieht durch die FLO-Cert GmbH. Mittlerweile tragen rund verschiedene Produkte das Fairtrade-Siegel. Neben den etwa 800 Weltläden und zahlreichen weiteren Verkaufsstellen in Kirchengemeinden bieten u.a. folgende Unternehmen Fairtrade-Produkte in über Einzelhandelsmärkten an: Edeka (E-Center, Neukauf, Marktkauf), Metro (Real, Extra, Kaufhof, C&C), Rewe (HL, Minimal, Rewe-Supermärkte, Toom), Tengelmann, Spar, tegut, Lidl, Aldi-Süd. Außerdem haben sich etwa gastronomische Betriebe wie Großküchen, Kantinen, Mensen oder Hotels für Fairtrade-Produkte entschieden. Wein und Blumen wurden 2005 neu eingeführt. Rosen werden u.a. über Tengelmann-Filialen, Edeka-Südwest und REWE-Märkte vertrieben. Seit 1. Januar 2006 bietet die Firma Davert einen Bio-Basmatireis nach Fairtrade-Richtlinien an wurden erstmals Zucker, Vanille und Eiskrem mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Ende 2007 kamen Textilien aus fair gehandelter Baumwolle auf den Markt. TransFair. Remigiusstr. 21 50937 Köln (0221)

16 Fairtrade Deutschland Zahlen und Fakten
2011 400 Millionen Euro Umsatz bei Produkten mit dem Fairtrade-Siegel Umsatzsteigerung: 18 Prozent Umsatzstärkste Produkte: Kaffee und Blumen 75 Prozent der Produkte haben Bioqualität Die Zahlen stammen aus dem Jahresbericht 2011 von TransFair. Sie erfassen nur die fair gehandelten Produkte, die das Fairtrade-Siegel tragen. Nicht erfasst sind insbesondere fair gehandelte handwerkliche Produkte. Der jährliche Umsatz aller fair gehandelten Produkten liegt also höher (siehe Folie 8: Zahlen und Fakten). Seit Jahren wächst der Faire Handel in Deutschland stürmisch, und auch die Wirtschaftskrise konnte der wachsenden Nachfrage nach Produkten mit dem Fairtrade-Siegel nichts anhaben. Der Umsatz (der Wert der fair gehandelten Ware) hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Gegenüber dem Vorjahr 2010 (360 Millionen Euro) erhöhte sich der Umsatz 2011 um 18 Prozent. Kaffee ist mit Abstand das umsatzstärkste Produkt, gefolgt von Blumen, Schokolade und Südfrüchten (vor allem Bananen). Der Anteil der fair gehandelten Ware, die unter kontrollierten biologischen Anbaubedingungen hergestellt wurde, liegt bei 75 Prozent.

17 Fairtrade Deutschland Absatzzahlen
2011 Veränderung gegenüber 2010 Blumen 80,5 Mio. Stiele + 12 % Eiscreme 1.096 t + 86 % Fruchtsaft 5,7 Mio. l – 18 % Honig 367 t – 19 % Kaffee 8.807 t + 22 % Kakaogetränke 293 t + 19 % Reis 975 t + 62 % Schokolade 1.138 t + 17 % Sportbälle 30.000 + 174 % Südfrüchte (Bananen) t + 59 % Süßwaren 659 t + 132 % Tee 217 t – 6 % Textilien 2,3 Mio. – 11 % Wein l – 23 % Zucker 2.048 t + 14 % 6,8 Prozent aller in Deutschland verkauften Rosen stammen mittlerweile aus Fairem Handel. Sie kommen überwiegend aus Kenia, dem weltgrößten Blumenexporteur. Zwölf Prozent aller Rosen aus Kenia werden nach den Kriterien des Fairen Handels produziert. Blumen aus Kenia haben insbesondere gegenüber europäischen Treibhausblumen eine bessere Energie- und CO2-Bilanz. Den größten Zuwachs erreichten im Jahr 2011 Süßwaren, gefolgt von Eiscreme. Anbieter Ben & Jerry‘s hat sein Angebot vollständig auf Zutaten aus Fairem Handel umgestellt. Wichtigstes Produkt mit Fairtrade-Siegel ist nach wie vor der Kaffee. Er hat auch 2011 gegenüber dem Vorjahr kräftig zugelegt. Der Anteil von fair gehandeltem Kaffee am gesamten Kaffeekonsum in Deutschland beträgt dennoch nur zwei Prozent. Die Südfrüchte (fast ausschließlich Bio-Bananen) entwickelten sich 2011 ausgesprochen positiv. Nach einer negativen Entwicklung im Jahr davor, werden Fairtrade-Bananen wieder in vielen Supermärkten angeboten. Auch die Sportbälle entwickelten sich nach einem Einbruch im Jahr 2010 wieder sehr positiv. Hohe Baumwollpreise und ein Exportverbort von indischer Rohbaumwolle erschwerten die Entwicklung bei den Textilien. Wein, der überwiegend aus Südafrika stammt, erlebte nach dem Boomjahr 2010, dem Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, einen deutlichen Rückgang. Die Vielfalt an fair gehandelten Produkten nimmt weiter zu. So wurde mit dem Forest Stewardship Council (FSC) ein Pilotprojekt zu fair gehandeltem Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Waldflächen gestartet.

18 Siegelorganisationen Fairtrade International
Fairtrade Labelling Organizations International Internationaler Dachverband von 19 Siegelorganisationen in Europa, Kanada, Mexiko, Südafrika, Japan, Südkorea, Neuseeland, Australien Entwicklung von Produktstandards Unterstützung bei der Vermarktung Förderung von Produzentenorganisationen Fairtrade Deutschland gehört auf internationaler Ebene dem Dachverband für Siegelorganisationen FLO (Fairtrade Labelling Organizations) an. 2011 hat Fairtrade USA (FTUSA) seine Mitgliedschaft bei FLO gekündigt. Hintergrund war der Wunsch von FTUSA, nicht nur Kaffee von Kleinbauerngenossenschaften, sondern auch aus Plantagenanbau auszuzeichnen. Fairtrade Canada beliefert seitdem den US-Markt. Neben den Organisationen in den Industrieländern entstehen zunehmend auch in den Schwellenländern nationale Fairhandelsinitiativen, die sich in ihren eigenen Ländern für den Fairen Handel einsetzen. Die Siegelinitiativen in Mexiko (www.comerciojusto.com.mx), Südafrika (www.fairtrade.org.za) und Südkorea (www.fairtrade-kr.org) sind bereits Mitglied bei FLO. In Brasilien laufen Verhandlungen; Indien steht am Beginn. Die Aufgaben von FLO International sind die Definition von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien zu bisher folgenden Produkten: Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Obst (Bananen), Fruchtsaft, Zucker, Honig, Wein, Blumen, Nüsse, Ölsaaten, Gewürze, Sportbälle, Baumwolle. Die Produktstandards werden etwa alle drei Jahre überprüft und neu vereinbart. Zu den weiteren Aufgaben von FLO International gehören die Werbung, die Verbesserung der Produktqualität, die Beratung und die Vernetzung von Produzentenorganisationen. Die Zertifizierung wird seit 2003 durch die eigenständige Organisation FLO-Cert GmbH durchgeführt. Geprüft wird insbesondere, ob die Produktkriterien eingehalten werden und wie die Mehreinnahmen (Prämien) verwendet werden. Außerdem werden die Einkaufs- und Verkaufszahlen der Lizenznehmer (Importeure, Händler, verarbeitende Unternehmen) verglichen. FLO-Cert beschäftigt 120 Kontrolleure, die Produzenten und den Handel prüfen. Weltweit ist der Umsatz aller Mitglieder von FLO auf 4,4 Milliarden Euro (2010) gestiegen, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 1,4 Million Bauern- und Plantagenarbeiterfamilien profitieren vom Handel mit gesiegelten Fairtrade-Produkten. Das entspricht etwa 7 Millionen Menschen. FLO International, Bonner Talweg 177, Bonn, , Zertifizierung von Produzenten durch FLO-Cert GmbH

19 Akteure des Fairen Handels Der Handel
Weltläden Bioläden Einzelhandel Discounter Ein Teil der 800 Weltläden ist dem Weltladendachverband angeschlossen. Die Weltläden haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und treten zunehmend professionell auf. (Mehr dazu auf der folgenden Folie) Folgende Einzelhandelsunternehmen verkaufen TransFair-Produkte in ihren rund Supermärkten: Edeka (E-Center, Neukauf, Marktkauf), Metro (Real, Extra, Kaufhof, C&C), Rewe (HL, Minimal, Rewe-Supermärkte, Toom), Kaiser‘s Tengelmann, Spar, tegut u.a. Seit Juni 2006 bietet Lidl fair gehandelte Produkte in seinem Sortiment an. Der Einstieg des Discounters in den Fairen Handel hat erhebliche Diskussionen in der Fairhandelsbewegung ausgelöst. Insbesondere besteht Uneinigkeit über die möglichen negativen Folgen. Mehr Informationen hierzu finden Sie in der Zeitschrift „Global Lernen“, Ausgabe 2006/01. (Als Download unter Mittlerweile bieten auch andere Discounter Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an. Seit 2012 bietet Aldi-Süd Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an. Viele Bioläden haben fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee oder Süßwaren in ihrem Angebot. Auch in Reformhäusern gibt es neben Bioprodukten zunehmend fair gehandelte Ware. Zahlreiche Kirchengemeinden und Aktionsgruppen organisieren in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen den Verkauf von fair gehandelten Produkten. Viele Weltläden gehen direkt auf solche Initiativen zurück. Reformhäuser Kirchengemeinden und Aktionsgruppen

20 Mit Leidenschaft und Profession Vom Infotisch zum Fachgeschäft
Aktionsgruppen Verkaufsstände Weltläden Fachgeschäfte des Fairen Handels Schätzungen gehen von etwa Aktionsgruppen in Deutschland aus, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen fair gehandelte Produkte verkaufen. Dies kann im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder Gemeindefesten sein. Gerade in Kirchengemeinden sind Aktionsgruppen sehr aktiv in der Informationsarbeit und beim Verkauf fair gehandelter Produkte. Sie haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass der Faire Handel eine breite gesellschaftliche Anerkennung gefunden hat. Viele Weltläden gehen auf Verkaufsinitiativen von Kirchengemeinden zurück. In zahlreichen Kirchengemeinden werden regelmäßig nach dem Gottesdienst oder im Gemeindehaus fair gehandelte Produkte an Verkaufsständen angeboten. Der Verkauf findet aber auch auf Wochenmärkten und sogar in eigenen Verkaufswagen („Weltladen auf Rädern“) statt. In Deutschland gibt es ungefähr 800 Weltläden. Davon sind etwa 500 dem Weltladendachverband (Ludwigsstraße 11, Mainz, 06131/ , angeschlossen. Die Mitarbeit im Weltladen geschieht überwiegend ehrenamtlich. Die Weltläden sind bemüht, verstärkt Jugendliche für ein Engagement zu begeistern. Die Weltläden haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und treten als Fachgeschäfte des Fairen Handels zunehmend professionell auf. Nach wie vor sehen die Weltläden die Bildungs- und Informationsarbeit als eine wichtige Aufgabe an. Sie wirken bei Veranstaltungen mit und stehen für Vorträge in Schulen und Gemeinden zur Verfügung.

21 Akteure des Fairen Handels Forum Fairer Handel
Netzwerk 8 Mitglieder Abstimmung und Austausch Fachtagungen Veranstaltungen Materialdatenbank Das Forum Fairer Handel wurde 2002 gegründet. Es ist ein Netzwerk, zu dem sich 8 wichtige Organisationen und Akteure des Fairen Handels in Deutschland zusammengeschlossen haben. Zu den Mitgliedern gehören Fair-Handels-Organisationen wie GEPA, El Puente, Dritte-Welt Partner Ravensburg, Globo und Banafair, der Weltladendachverband und die Siegelorganisationen TransFair und Naturland. Die kirchlichen Hilfswerke Misereor und „Brot für die Welt“ unterstützen die Arbeit des Forums. Ziel ist, den Fairen Handel in Deutschland zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Mitglieder tauschen sich aus und stimmen sich in wichtigen Arbeitsfeldern ab. Das Forum Fairer Handel führt jedes Jahr die Faire Woche im September durch, tritt bei Messen und Kirchentagen auf, veranstaltet Fachtagungen und ist in der politischen Lobbyarbeit tätig. Außerdem bietet es auf seinen Internetseiten eine umfangreiche Datenbank mit Materialien zum Fairen Handel an. Weitere Informationen unter Lobbyarbeit

22 Akteure des Fairen Handels Brot für die Welt
Projekte fördern Globale Verantwortung wahrnehmen „Brot für die Welt“ wurde im Jahre 1959 als eine gemeinsame Aktion aller evangelischen Landeskirchen und der Freikirchen gegründet. Der Begriff „Brot“ steht für das evangelische Hilfswerk nicht nur für die Versorgung mit Nahrung allein. Er steht – wie von Martin Luther in der Erklärung der Vaterunser-Bitte um das tägliche Brot ausgedrückt – für alles Lebensnotwendige, über das alle Menschen in der Welt verfügen sollten. Den Benachteiligten und sozial Ausgegrenzten ein Leben in Würde zu ermöglichen ist ein Grundanliegen der Aktion „Brot für die Welt“. Dabei geht es dem Hilfswerk nicht um Almosen, sondern um eine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Um seinem Auftrag gerecht zu werden, geht „Brot für die Welt“ zwei Wege: Förderung von Projekten Wahrnehmung globaler Verantwortung. Mehr Hintergrundinformationen zu „Brot für die Welt“ finden Sie auf der PowerPoint-Präsentation „Brot für die Welt“, die im Internet unter heruntergeladen werden kann. Foto: C. Nusch, GEPA. Auf dem Foto ist Don Ernesto zu sehen, Gründungsmitglied der Kakaobauern-Genossenschaft El Ceibo in Bolivien.

23 Brot für die Welt Projektförderung
Vermarktung nach Kriterien des Fairen Handels Entwicklung und Kontrolle von Standards des Fairen Handels Begleitmaßnahmen Verhinderung von neuen Abhängigkeiten „Brot für die Welt“ unterstützt beispielsweise die Kleinbauernorganisation UROCAL in Ecuador bei der Vermarktung von fair gehandelten Biobananen. Einen Film über Bananen und UROCAL finden Sie unter Er kann auch als kostenpflichtige DVD bestellt werden (Art. Nr , 5,- Euro + Versandkosten). Für jedes fair gehandelte Produkt müssen Standards und Mindestkriterien entwickelt werden. Um deren Einhaltung zu gewährleisten, muss eine unabhängige Kontrollinstanz aufgebaut werden. Zu den Begleitmaßnahmen gehören beispielsweise die Förderung nachhaltiger ökologischer Anbaumethoden (z.B. Mischkulturen) und der Anbau von Gemüse, um die Ernährungssituation langfristig zu verbessern. Auch die Verbesserung der Vermarktungsmöglichkeiten im Land selbst und die Schaffung von zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten sind wichtig, um keine einseitige Abhängigkeit vom Fairen Handel entstehen zu lassen. Foto: Werner Rostan. BanaFair-Bananen von der Kleinbauernorganisation UROCAL in Ecuador.

24 Brot für die Welt Globale Verantwortung
Bildungsarbeit und ökumenisches Lernen Politische Einflussnahme Kampagnen Bildung von Netzwerken Förderung des Dialogs Fürsprecher sein: Advocacy Im Rahmen der Bildungsarbeit erstellt „Brot für die Welt“ z.B. Unterrichts- und Informationsmaterial zum Thema „Fairer Handel“. „Brot für die Welt“ beteiligt sich an Informationskampagnen in Deutschland und unterstützt den Fairen Handel in seiner Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. „Advocacy“ heißt „Anwaltschaft“. „Brot für die Welt“ vertritt die Interessen seiner Projektpartner in Deutschland und auf europäischer Ebene. „Brot für die Welt“ unterstützt das Forum Fairer Handel, dessen Ziel es ist, die zahlreichen Initiativen und Aktivitäten in Deutschland zu bündeln. Die Abbildungen zeigen das Faltblatt „Fairer Handel“, Art. Nr , das kostenlos beim Zentralen Vertrieb bestellt werden kann. Die Fachpublikationen stehen unter als kostenlose Downloads zur Verfügung. Forum Fairer Handel

25 Inhalt 1. Hintergrundinformationen - Ziele - Grundsätze
- Was heißt „fair“? - Eine Erfolgsgeschichte - Zahlen und Fakten 2. Akteure des Fairen Handels - Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Forum Fairer Handel - Brot für die Welt 3. Aktionen zum Fairen Handel

26 Aktionen zum Fairen Handel CaféPlus
Kaffeemischung der GEPA Biokaffee Informationsmaterial „Brot für die Welt“ führt verschiedene Aktionen zum Fairen Handel durch: Mit der Hausmarke CaféPlus bekennt sich „Brot für die Welt“ deutlich sichtbar mit seinem guten Namen zum Fairen Handel. CaféPlus ist eine spezielle Kaffeemischung der GEPA. Der hochwertige Biokaffee und die dazugehörigen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sind gut geeignet, um in Gemeinden oder Schulen mit einem Verkaufsstand Werbung für den Fairen Handel zu machen. Die 250 g-Packung kostet 3,99 Euro (+Versandkosten). Art. Nr , Bezug: Zentraler Vertrieb, Postfach , Stuttgart, 0711/ ,

27 Aktionen zum Fairen Handel Fairer Kaffee in die Kirchen
Aktion von „Brot für die Welt“ Fair gehandelte Produkte in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen Kirchliche Großverbraucher Die Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“ wird vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und „Brot für die Welt“ gemeinsam getragen. Die beiden Werke werben damit innerhalb der kirchlichen Strukturen für den Fairen Handel. Der Ursprung der Aktion geht auf eine gemeinsame Initiative beider Werke im Jahre 2001 während des Kirchentags in Frankfurt zurück. Aufgrund der Initiative formulierte die 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland am 7. November 2002 folgende Bitten: Die Synode bittet die Gliedkirchen und Gemeinden, den Fairen Handel weiterhin und verstärkt zu fördern als Zeichen der Solidarität und als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, das Kirchenamt der EKD sowie das Diakonische Werk der EKD und die Gliedkirchen der EKD, dafür Sorge zu tragen, dass in den Kantinen kirchlicher und diakonischer Einrichtungen und Verwaltungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Kakao angeboten wird, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen, Kontakt mit der GEPA aufzunehmen und sich bei der Umstellung auf fair gehandelte Produkte unterstützen und beraten zu lassen. Auf ihrer 10. Sitzung hat die Synode der EKD im November 2006 erneut gebeten, dass „die Kirchen, Gemeinden, Werke und Dienste ihre Ressourcen in fairer Weise einsetzen sollen, zum Beispiel durch Konsum fair gehandelter Produkte“. Um dem Thema das nötige Gewicht zu verleihen, wurde von EED und „Brot für die Welt“ eine gemeinsame Projektstelle geschaffen, deren Aufgabe es ist, kirchliche Großverbraucher wie landeskirchliche und diakonische Einrichtungen zu informieren und bei der Umstellung zu fair gehandelten Produkten behilflich zu sein. Mehr Informationen unter

28 Aktionen zum Fairen Handel Vom Fair Play zum Fair Trade
Unterrichtsmaterial Kinder und Jugendliche Anregungen und Aktionsvorschläge für die Gemeinde Mit der Aktion „Fair Play for Fair Life“ verbindet „Brot für die Welt“ in seiner Bildungsarbeit die Sportbegeisterung von jungen Menschen mit entwicklungspolitischen Themen wie Gerechtigkeit und Welthandel. „Fair Play for Fair Life“ gibt Themen rund um den Sport eine globale Perspektive. Zum Thema „Fairer Handel“ bietet „Brot für die Welt“ Unterrichtsmaterial für die Primarstufe und die Sekundarstufen an.

29 Aktionen zum Fairen Handel Faire Woche
Bundesweite Aktion Über Veranstaltungen Die „Faire Woche“ ist eine bundesweite Aktion des Forum Fairer Handel, die jedes Jahr im September stattfindet. Sie wird finanziell unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem bischöflichen Hilfswerk Misereor und der Aktion „Brot für die Welt“. An der Fairen Woche beteiligen sich alle maßgeblichen Organisationen des Fairen Handels, Weltläden, Kirchengemeinden und Aktionsgruppen. Bundesweit finden über Aktionen und Veranstaltungen statt steht die Faire Woche unter dem Motto "Zukunft gestalten. Fair handeln!". Förderung des Fairen Handels

30 „Teilen macht nicht ärmer, sondern schafft Leben für alle.“
Bischof Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck In seiner Predigt zu Eröffnung der 49. Aktion „Brot für die Welt“ im Dezember 2007 in Marburg würdigte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Professor Dr. Martin Hein, die Arbeit von „Brot für die Welt“.


Herunterladen ppt "Fair handeln Redaktion und Gestaltung: Jörg Jenrich"

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