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Fair handeln Powerpoint-Präsentation

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Präsentation zum Thema: "Fair handeln Powerpoint-Präsentation"—  Präsentation transkript:

1 Fair handeln Powerpoint-Präsentation
zur Darstellung des Fairen Handels und dem Engagement von „Brot für die Welt“ Herausgeber:Diakonisches Werk der EKD e.V.für die Aktion „Brot für die Welt“ , Postfach 70010 Stuttgart / Telefon Internet: Redaktion: Jörg Jenrich , Stuttgart, August 2006 Powerpoint-Präsentation zur Darstellung des Fairen Handels und dem Engagement von „Brot für die Welt“ Herausgeber: Diakonisches Werk der EKD e.V.für die Aktion „Brot für die Welt“ Postfach 70010 Stuttgart Telefon Internet: Redaktion: Jörg Jenrich Stuttgart, August 2006

2 Inhalt 1. Ziele 2. Grundsätze 3. Was heißt fair?
4. Akteure des Fairen Handels - Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Brot für die Welt 5. Aktionen zum Fairen Handel

3 1. Ziele eine nachhaltige Entwicklung fördern
benachteiligte Produzenten und Beschäftigte in Entwicklungsländern unterstützen Foto: Christof Krackhardt

4 2. Grundsätze Partnerschaft Dialog Transparenz Verlässlichkeit Respekt
Foto: David Boucherie Gleichberechtigung Nachhaltigkeit

5 3. Was heißt „fair“? Produktkriterien und Mindeststandards
direkte Handelsbeziehung, Ausschluss von Zwischenhändlern faire Preise Aufschlag für Bioprodukte Für jedes fair gehandelte Produkt werden eigene Kriterien und Mindeststandards entwickelt. Dazu gehören z.B. das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, Mindestlöhne und soziale Einrichtungen auf Plantagen oder ökologische Kriterien. Die Einhaltung der Kriterien und Mindeststandards wird kontrolliert. Ursprünglich ging der Faire Handel aus der politischen Solidaritätsarbeit und der direkten Beziehungen zu Produzentengruppen hervor (Kaffee aus Nicaragua). Bis heute ist die direkte Handelsbeziehung ein wichtiges Kriterium, nicht nur um die höheren Kosten durch den Zwischenhandel möglichst auszuschalten, sondern auch um den Dialog und die Partnerschaft zu fördern. Die Handelsbeziehung besteht nicht zu einzelnen Produzenten von z.B. Kaffee oder Bananen, sondern zu Genossenschaften von Kleinproduzenten, Dachverbänden, Plantagen oder Unternehmen. Um faire Preise zu gewährleisten, wird eine Kombination von zwei Mechanismen angewandt: ein Aufschlag zum Weltmarktpreis und ein Mindestpreis. 1. Für jedes Produkt gibt es einen festen Aufschlag zum Weltmarktpreis. Der Preis, den die Produzenten bekommen liegt also immer über dem Weltmarktpreis. Bei Kaffee beträgt der Aufschlag 5 Cent pro englischem Pfund (453,6 g). 2. Da die Weltmarktpreise teilweise so niedrig sind, dass sie zeitweise sogar unterhalb der Produktionskosten liegen und selbst mit einem Aufschlag nicht von einem fairen Preis gesprochen werden kann, ist für jedes Produkt ein Mindestpreis festgelegt, der sich an den Produktionskosten orientiert und an den notwendigen Lebenshaltungskosten. Der Mindestpreis wird bezahlt, wenn der Weltmarktpreis plus Aufschlag darunter liegt. Bei Kaffee beträgt der Mindestpreis 1,26 US-Dollar pro englischem Pfund (453,6 g). Dieser Mindestpreis (incl. Aufschlag) tritt in Kraft, wenn der Weltmarktpreis unter 1,21 US-Dollar fällt. In der Vergangenheit lag der Weltmarktpreis für Kaffee oft deutlich unter 1 US-Dollar. Die Verwendung des Mehrpreises ist ebenfalls festgelegt: Ein Teil kommt den einzelnen Produzenten zugute, ein anderer Teil wird in die Infrastruktur und soziale Einrichtungen (Gesundheitsstationen, Schulen) investiert. Aufschläge gibt es außerdem für die Erzeugung von Produkten nach kontrollierten biologischen Anbaumethoden. Eine Vorfinanzierung ist insbesondere dann wichtig, wenn z.B. für die Ernte von Kaffee Lohnarbeitskräfte eingesetzt werden, die ausbezahlt werden müssen, bevor der Kaffee vermarktet ist. In der Phase des extrem niedrigen Kaffeepreises auf dem Weltmarkt, konnten Kaffeebauern im konventionellen Handel keine Erntehelfer anstellen. Die ganze Familie musste bei der Ernte mithelfen, auch die schulpflichtigen Kinder. Langfristige Lieferbeziehungen bedeuten für die Produzenten eine Einkommenssicherheit, die für Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung notwendig ist. Vorfinanzierung langfristige Lieferbeziehungen

6 Inhalt Ziele Grundsätze Was heißt fair? Akteure des Fairen Handels
- Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Brot für die Welt 5. Aktionen zum Fairen Handel

7 Tea Promoters India Ltd.
Produzenten Kleinbauerngenossenschaften (Kaffee, Kakao, Bananen, Honig) Handwerkervereinigungen (Kunsthandwerk) Plantagen (Tee, Orangensaft) Tea Promoters India Ltd. Prinzipiell lassen sich zwei Typen von Produzenten unterscheiden: genossenschaftlich organisierte Produzentenverbände (Kleinbauern und Handwerker) und marktwirtschaftliche Unternehmen (Plantagen, Firmen, Gartenbaubetriebe). Die Handelsbeziehung besteht nicht direkt mit einzelnen Produzenten, sondern mit Vereinigungen von Kleinbauern oder Handwerksbetrieben. Bei Plantagen, Firmen und Gartenbaubetrieben gibt es zwei Ansprechpartner: Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Form von einer gewerkschaftlichen Organisation. Ein langjähriger Projektpartner von „Brot für die Welt“ ist die Genossenschaft von Kakaobauern und –bäuerinnen in Bolivien El Ceibo. Sie beliefert die gepa mit Kakao. (www.elceibo.org). SIPA (Federation of South India Producer Associations/ Vereinigung Südindischer Produzentenverbände) hat 65 Mitgliedsorganisation mit insgesamt etwa Handwerksfamilien. SIPA beliefert El Puente u.a. mit Textilien und Messingwaren. (www.sipa.in) Tea Promoters India ist ein wichtiger Handelspartner von gepa und an deren Fairhandelsorganisationen. (www.teapromotersindia.com) Von Talon Sports in Pakistan stammen die fair gehandelten Bälle der gepa, auch der BfdW-Fußball. (www.talonfairtrade.org) Altaflor in Ecuador produziert nach den Richtlinien des Flower-Label-Programms (FLP). Das FLP wurde von der Blumenkampagne entwickelt, die von BfdW maßgeblich getragen wurde. Firmen (Fußbälle) Gartenbaubetriebe (Blumen)

8 Importeure konventionelle Importeure (z.B. Teekanne)
Konventionelle Importeure haben neben ihren Waren zu Welthandelspreisen auch ein Segment von fair gehandelten Produkten, die bestimmten Kriterien unterliegen, deren Einhaltung von einer unabhängigen Seite geprüft werden. Beispiel: Die Teekanne GmbH, die neben den konventionellen Teesorten auch einen Tee anbietet, der nach den Richtlinien von TransFair gehandelt wird. (www.teekanne.de) Der alternative Handel wird auf der folgenden Folie dargestellt. Der IFAT (www.ifat.org) wurde 1989 als weltweites Netzwerk von Fairhandelsorganisationen gegründet. Sein Sitz ist in Bicester, Großbritannien. Unter den mehr als 200 Mitgliedern sind sowohl Produzentenverbände als auch der alternative Handel wie gepa, El Puente vertreten. Alternativer Handel (z.B. gepa)

9 Importeure Der Alternative Handel
gepa Ökotopia El Puente Dritte-Welt Partner Ravensburg Der Faire Handel in Deutschland geht auf eine Initiative der kirchlichen Jugendverbände aej und BDKJ zurück. Daraus entstand eine breite Solidaritätsbewegung, aus der in den 1970er und frühen 80er Jahren viele Importeure des Alternativen Handels hervorgegangen sind: Die gepa ist die größte Fairhandelsorganisation in Europa und hat 150 Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie wurde 1975 von den kirchlichen Jugendverbänden aej und BDKJ und Hilfswerken Misereor und EZE (heute: eed) gegründet. Auf evangelischer Seite fiel die Entscheidung auf die damalige EZE, da „Brot für die Welt“ nicht Mitglied werden konnte, weil es keine Gesellschafteranteile aus Spendenmitteln finanzieren durfte. Es gibt aber enge Absprachen mit den Mitgliedsorganisationen. In jüngster Zeit neu hinzugekommen sind die Sternsinger. (www.gepa.de) Weitere wichtige Importeure sind Ökotopia in Berlin, El Puente in Niedersachsen und Dritte-Welt Partner Ravensburg. (www.oekotopia-berlin.de, Banafair (Gelnhausen) wurde 1986 gegründet und importiert und handelt mit Bananen von Kleinproduzenten. (www.banafair.de) Aus Ecuador importiert Banafair Bananen von UROCAL, der auch Projektpartner von „Brot für die Welt“ ist. Der IFAT (www.ifat.org) wurde 1989 als weltweites Netzwerk von Fairhandelsorganisationen gegründet. Sein Sitz ist in Bicester, Großbritannien. Unter den mehr als 200 Mitgliedern sind sowohl Produzentenverbände als auch der alternative Handel wie gepa, El Puente vertreten. IFAT (International Federation for Alternative Trade / Internationaler Verband des alternativen Handels) Banafair

10 Verarbeitende Firmen im Auftrag des Alternativen Handels
mit eigener Produktlinie Die Firma Weinrich in Herford stellt beispielsweise Schokolade für die gepa her. Andere Firmen haben neben ihren konventionellen Waren, die sie über den Einzelhandel vertreiben auch ein Segment von fair gehandelten Produkten. Diese unterliegen bestimmten Kriterien, deren Einhaltung von einer unabhängigen Seite geprüft wird. Beispiel: Die J.J. Darboven GmbH, die neben dem konventionellen Kaffee bereits seit 1993 einen Kaffee anbieten, der nach den Richtlinien von TransFair gehandelt wird. (www.jjdarboven.de)

11 Siegelorganisationen
Für alle Siegelorganisationen gilt, dass Mindeststandards festgelegt werden, die über den gesetzlichen Kriterien liegen und dass eine unabhängige Kontrolle stattfindet. TransFair wird auf den folgenden Seiten ausführlich dargestellt. Rugmark vergibt ein Siegel für Teppiche, die nach bestimmten sozialen Mindestkriterien (u.a. ohne Kinderarbeit) hergestellt werden. (www.rugmark.de) Das Flower Label Programm FLP vergibt ein Siegel für Blumenplantagen, die soziale und ökologische Mindeststandards einhalten. (www.fairflowers.de) Bei der Entstehung aller drei Siegelorganisationen war BfdW maßgeblich beteiligt.

12 Siegelorganisationen TransFair e.V.
38 Mitgliedsorganisationen (u.a. Brot für die Welt, Misereor, Unicef BUND, Ev. Frauenarbeit in Deutschland, Weltladen Dachverband) Produkte in Weltläden und Einzelhandel über 80 Unternehmen als Lizenznehmer TransFair: Remigiusstr. 21, Köln, (0221) , 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Fair gehandelte Produkte sollten nicht nur in Weltläden, sondern auch über die großen Einzelhandelsketten einer breiten Kundschaft angeboten werden. TransFair handelt nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt ein Siegel für fair gehandelte Produkte. Für jedes Produkt hat TransFair Mindestkriterien entwickelt, die eingehalten werden müssen, um das Siegel zu bekommen. Zu den Aufgaben von TransFair gehört die Kontrolle der Fairhandelsregeln, das Siegelmarketing, die Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Neben den etwa 800 Weltläden bieten folgende Unternehmen TransFair-Produkte an: Edeka (E-Center, Neukauf, Marktkauf), Metro (Real, Extra, Kaufhof, C&C), Rewe (HL, Minimal, Rewe-Supermärkte, Toom), Tengelmann, Spar, tegut, Walmart u.a. Lizenznehmer sind Importeure, Kaffeeröstereien oder Produzenten wie BanaFair, J.J. Darboven, El Puente, gepa, Ostfriesische Teehandelsgesellschaft, Omniflora Blumen oder Teekanne. Die Kontrolle der Lizenznehmer geschieht durch TransFair. Wein und Blumen wurden 2005 neu eingeführt. Rosen wurden zunächst über 500 Tengelmann-Filialen vertrieben. Innerhalb der ersten zwei Monate nach Markteinführung wurden bereits 2,5 Millionen Rosen verkauft! Inzwischen bietet auch Edeka besiegelte Blumen an. Seit 1. Januar bietet die Firma Davert einen einen Bio-Basmatireis nach TransFair-Richtlinien an. Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Bonbons, Honig, Bananen, Reis, Fruchtsaft, Wein, Blumen, Fußbälle

13 TransFair Zahlen und Daten
Seit 1992: über 500 Millionen Euro Umsatz 70 Millionen Pfund Kaffee 1.500 Tonnen Tee Steigerung des Bioanteils von 45 % (2003) auf 64 % (2005) 1,2 Millionen Euro Mehreinnahmen für die Produzenten des fairen Handels durch TransFair Deutschland (2005) 64 Prozent der Produkte haben auch ein Biosiegel

14 TransFair Absatzzahlen
2005 Zuwachs gegenüber 2004 Bananen 3.200 t + 120 % Blumen 2,9 Mio. - Bonbons 24 t + 14 % Fußbälle 23.000 - 26 % Honig 360 t + 8 % Kaffee 3.300 t +10 % Kakao 240 t + 10 % Saft 1.000 t + 12 % Schokolade 510 t + 21,5 % Tee 155 t +/- 0 % Wein 150 t Nach einer schwachen Nachfrage in den vergangenen Jahren erlebt der faire Handel derzeit einen regelrechten Boom. Wein wurde Anfang 2005 eingeführt, Blumen im September Daher gibt es bei diesen Produkten noch keine Vergleichszahlen zum Vorjahr. Bei Fußbällen gingen die Verkaufszahlen nach der EM 2004 wieder zurück; für 2006 werden wieder hohe Zuwächse erwartet.

15 Siegelorganisationen FLO International
Fairtrade Labelling Organizations International Internationaler Dachverband von Siegelorganisationen Entwicklung von Produktstandards Zertifizierung von Produzenten TransFair gehört auf internationaler Ebene dem Dachverband für Siegelorganisationen FLO an. FLO International: Bonner Talweg 177, Bonn, , Mitgliedsorganisation in Deutschland: TransFair Definition von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien zu bisher folgenden Produkten: Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Obst (Bananen), Saft (Orangensaft), Zucker, Honig, Wein, Blumen, Nüsse, Gewürze, Bälle Die Zertifizierung wird seit 2003 durch die eigenständige Organisation FLO-Cert GmbH durchgeführt. Geprüft wird insbesondere, ob die Produktkriterien eingehalten werden und wie die Mehreinnahmen (Prämien) verwendet werden. Außerdem werden die Einkaufs- und Verkaufszahlen der Lizenznehmer (Händler) verglichen. FLO-Cert beschäftigt 50 lokale Kontrolleure, die regelmäßig fortgebildet werden. Werbung, Produktqualität Beratung und Vernetzung Unterstützung bei der Vermarktung Förderung von Produzentenorganisationen

16 FLO International Zahlen und Daten
24 nationale Siegelinitiativen in Europa, USA, Neuseeland, Australien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und Indien 544 registrierte Produzentenorganisationen in 50 Ländern 667 registrierte Händler weltweit Produzenten und Plantagenarbeiter Neben den Initiativen in den Industrieländern entstehen zunehmend auch in den Schwellenländern nationale Fairhandelsinitiativen, die sich in ihren Ländern für den Fairen Handel einsetzen. Die Siegelinitiative in Mexiko ist bereits Mitglied von FLO, in Brasilien und Südafrika sind die Verhandlungen schon weit vorangeschritten; Indien steht am Beginn. Menschen profitieren vom Fairen Handel 464 registrierte Handelsunternehmen 80 Millionen Euro Mehreinnahmen für Produzenten (2005)

17 Der Handel Weltläden Einzelhandel Bioläden Reformhäuser
Ein Teil der 800 Weltläden ist dem Weltladendachverband angeschlossen. (www.weltlaeden.de) Die Weltläden haben in den letzten Jahren eine erhebliche Weiterentwicklung und Professionalisierung erlebt. Folgende Unternehmen bieten TransFair-Produkte in rund Supermärkten an: Edeka (E-Center, Neukauf, Marktkauf), Metro (Real, Extra, Kaufhof, C&C), Rewe (HL, Minimal, Rewe-Supermärkte, Toom), Tengelmann, Spar, tegut, Walmart u.a. Seit Juni 2006 bietet Lidl fair gehandelte Produkte in seinem Sortiment an. Der Einstieg des Discounters in den Fairen Handel hat erhebliche Diskussionen in der Fairhandelsbewegung ausgelöst. Insbesondere besteht Uneinigkeit über die möglichen negativen Folgen. Mehr Informationen hierzu finden Sie in der Zeitschrift „Global Lernen 2006/01“ von „Brot für die Welt“. Viele Bioläden bieten fair gehandelte Produkte wie Kaffee und Tee an. Rapunzel (www.rapunzel.de) ist einer der größten Hersteller für Naturkost in Deutschland. Er bietet seit Anfang der 1990er Jahre auch fair gehandelte Ware unter dem eigenen Logo „Hand in Hand“ an. Auch in Reformhäusern werden neben Bioprodukten zunehmend fair gehandelte Waren angeboten. In zahlreichen Kirchengemeinden wird in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ein Verkauf von fair gehandelten Produkten organisiert. Viele Weltläden gehen direkt auf Initiativen aus Kirchengemeinden zurück. Reformhäuser Kirchengemeinden

18 Brot für die Welt Projekte fördern Globale Verantwortung wahrnehmen
„Brot für die Welt“ wurde im Jahre 1959 als eine gemeinsame Aktion aller evangelischen Landeskirchen und der Freikirchen gegründet. Der Begriff „Brot“ steht für das evangelische Hilfswerk nicht nur für die Versorgung mit Nahrung allein. Er steht – wie von Martin Luther in der Erklärung der Vaterunser-Bitte um das tägliche Brot ausgedrückt – für alles Lebensnotwendige, über das alle Menschen in der Welt verfügen sollten. Den Benachteiligten und sozial Ausgegrenzten ein Leben in Würde zu ermöglichen ist ein Grundanliegen der Aktion „Brot für die Welt“. Dabei geht es dem Hilfswerk nicht um Almosen, sondern um eine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Um seinem Auftrag gerecht zu werden, geht das Hilfswerk zwei Wege: Förderung von Projekten und Wahrnehmung globaler Verantwortung. Das Foto zeigt Joaquín Vásquez, Präsident des Projektpartners UROCAL in Ecuador: „Wir werden vollständig auf ökologischen Landbau umstellen, zum Wohle von Mensch und Natur“, sagt er. „Doch dazu brauchen wir auch Freunde, die uns politisch unterstützen, Menschen, die unsere Produkte kaufen und bereit sind, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Solche Freunde haben wir im Fairen Handel gefunden.“ Mehr Informationen über UROCAL auf Folie 20. Mehr Hintergrundinformationen zu „Brot für die Welt“ finden Sie auf der Präsentation „Brot für die Welt“, die auf der Gemeinde-CD-ROM (Art.Nr , 2,55 EUR) zu finden ist. Foto: Christina Kamp

19 Brot für die Welt Projekte fördern
Vermarktung nach Kriterien des Fairen Handels Entwicklung und Kontrolle von Standards des Fairen Handels Begleitmaßnahmen Verhinderung von neuen Abhängigkeiten BfdW unterstützt beispielsweise UROCAL in Ecuador bei der Vermarktung von fair gehandelten Biobananen. Standards für einen fairen Handel müssen entwickelt werden, und eine unabhängige Kontrollinstanz muss aufgebaut werden. Zu den Begleitmaßnahmen gehören beispielsweise die Förderung nachhaltiger ökologischer Anbaumethoden (z.B. Mischkulturen) und der Anbau von Gemüse, um die Ernährungssituation langfristig zu verbessern. Auch die Verbesserung der Vermarktungsmöglichkeiten im Land selbst und die Schaffung von zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten sind wichtig, um keine einseitige Abhängigkeit vom Fairen Handel entstehen zu lassen.

20 Projektbeispiel UROCAL / Ecuador
Vermarktung von Biobananen über den Fairen Handel (Banafair e.V.) Vermittlung von modernen Anbaumethoden einer ökologischen Landwirtschaft UROCAL ist Handelspartner von Banafair. Banafair liefert die Biobananen an Welt- und Bioläden in ganz Deutschland. Zu den Anbaumethoden gehören z.B. die Mischkultur mit Kakaobäumen und Kürbissen (Foto) oder der Einsatz von Kompost. Fotos: Christina Kamp

21 Brot für die Welt Globale Verantwortung wahrnehmen
Bildungsarbeit und ökumenisches Lernen Kampagnen Fairer Handel politische Einflussnahme Bildung von Netzwerken Im Rahmen der Bildungsarbeit erstellt „Brot für die Welt“ z.B. Unterrichtsmaterial zum Thema „Fairer Handel“. „Brot für die Welt“ beteiligt sich an der Bananenkampagne in Deutschland und unterstützt den Fairen Handel in seiner Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. „Brot für die Welt“ ist Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel, dessen Ziel es ist, die zahlreichen Initiativen und Aktivitäten in Deutschland zu bündeln. Förderung des Dialogs Fürsprecher sein: Advocacy Forum Fairer Handel

22 Inhalt Ziele Grundsätze Was heißt fair? Akteure des Fairen Handels
- Produzenten - Importeure - Verarbeitende Firmen - Siegelorganisationen - Der Handel - Brot für die Welt 5. Aktionen zum Fairen Handel

23 Aktionen zum Fairen Handel
CaféPlus Fairer Kaffee in die Kirchen „Brot für die Welt“ führt gegenwärtig verschiedene Aktionen zum Fairen Handel durch: Mit der Hausmarke CaféPlus bekennt sich „Brot für die Welt“ deutlich sichtbar mit seinem guten Namen zum Fairen Handel. CaféPlus ist eine spezielle Kaffeemischung der gepa. Der hochwertige Biokaffee und die dazugehörigen Materialien sind gut geeignet, um in Gemeinden oder Schulen mit einem Verkaufsstand Werbung für den Fairen Handel zu machen. Die Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“ wird vom Evangelischen Entwicklungsdienst eed und „Brot für die Welt“ gemeinsam getragen. Die beiden Werke werben damit innerhalb der kirchlichen Strukturen für den Fairen Handel. Der Ursprung der Aktion geht auf eine gemeinsame Initiative beider Werke im Jahre 2001 während des Kirchentags in Frankfurt zurück. Aufgrund der Initiative formulierte die 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland am 7. November 2002 folgende Bitten: Die Synode bittet die Gliedkirchen und Gemeinden, den Fairen Handel weiterhin und verstärkt zu fördern als Zeichen der Solidarität und als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, das Kirchenamt der EKD sowie das Diakonische Werk der EKD und die Gliedkirchen der EKD, dafür Sorge zu tragen, dass in den Kantinen kirchlicher und diakonischer Einrichtungen und Verwaltungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Kakao angeboten wird, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen, Kontakt mit der gepa aufzunehmen und sich bei der Umstellung auf fair gehandelte Produkte unterstützen und beraten zu lassen. Um dem Thema das nötige Gewicht zu verleihen, wurde von eed und „Brot für die Welt“ eine gemeinsame Projektstelle geschaffen, deren Aufgabe es ist, landeskirchliche und diakonische Einrichtungen zu informieren und bei der Umstellung zu fair gehandelten Produkten behilflich zu sein. „Gerecht genießen“ ist eine Mitmachaktion für Kirchengemeinden. Ziel ist, dass bis zur Eröffnung der 50. Aktion „Brot für die Welt“ am 1. Advent 2008 mindestens Kirchengemeinden sich dazu verpflichten, bei ihren Veranstaltungen nur noch fair gehandelten Kaffee auszuschenken. (www.brot-fuer-die-welt.de/gemeinde-aktiv/index.php) Gerecht genießen – Gemeinden trinken fair

24 Aktionen zum Fairen Handel
Fair Play for Fair Life Faire Woche „Brot für die Welt“ führt gegenwärtig verschiedene Aktionen zum Fairen Handel durch: Mit der Aktion „Fair Play for Fair Life“ verbindet „Brot für die Welt“ in seiner Bildungsarbeit die Sportbegeisterung von jungen Menschen mit entwicklungspolitischen Themen wie Gerechtigkeit und Welthandel. Fair Play for Fair Life gibt Themen rund um den Sport eine globale Perspektive. Die „Faire Woche“ ist eine bundesweite Aktion des Forums Fairer Handel, an der sich auch „Brot für die Welt“ beteiligt. Sie findet jedes Jahr im September statt. Gemeinden und Aktionsgruppen können sich daran mit eigenen Aktivitäten beteiligen. (www.fairewoche.de)

25 „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ (Afrikanisches Sprichwort) 


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