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Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende.

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Präsentation zum Thema: "Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende."—  Präsentation transkript:

1 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 1 Verwirklichungschancen für Heranwachsende Erwartungen an Schule aus Sicht des 13. Kinder- und Jugendberichts Prof. Dr. Heiner Keupp Vortrag beim Fachtag Es geht ums Ganze … auf dem Weg zu einer schülergerechten Ganztagsschule in Bayern am in Nürnberg

2 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 2 2 Der Berichtsauftrag der Bundesregierung Die Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für das Auf- wachsen der nachfolgenden Generationen verbessern; dazu gehört zuvorderst auch das soziale, psychische und physische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen; die bestmögliche Förderung der Gesundheit ist ein zentrales Recht aller Kinder und Jugendlichen; die Heranwachsenden, die behindert oder von Behinderung be- droht sind, sind zu integrieren; und die Koordination und Vernetzung der Hilfesysteme (Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung und Eingliederungshilfe) soll verbessert werden.

3 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 3 Welchen Stellenwert hat das Thema Schule im 13. KJB? Keinen, denn die Kinder- und Jugendberichte sollen entsprechend der Gesetzes- lage die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in den Blick nehmen. Einen hohen, weil das Wohlbefinden und die Gesundheit von Heranwachsenden sehr stark durch Schulerfahrungen bestimmt sind. Das Wissen über Ressourcen für eine gesunde Entwicklung von Heranwachsen- den ist für die Entwicklung einer schülergerechten Schule sehr relevant. Eine schülergerechte Ganztagsschule hat sich am Leitbild einer gesunden Schule zu orientieren. Die Perspektive Inklusion der UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderung ist für die Schulentwicklung besonders bedeutsam. Die Bildung gesundheitsförderlicher kommunaler Netzwerke braucht die Einbe- ziehung der Schule

4 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 4 44 Bildung steht im Widerspruch zu Selek- tion und bedeutet eine möglichst um- fassende Förderung von personalen, sozialen und kognitiven Ressourcen. Genau dieser Förderschwerpunkt steht auch im Mittelpunkt der Gesundheits- förderung.

5 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 5 55 Basics der Gesundheitsförderung – auch für eine schülergerechte Schule Ausgangspunkte: Ottawa-Charta der WHO UN-Kinderrechtskonvention UN-Konvention zur Rechte behinderter Menschen Salutogenetische Perspektive: Kohärenz und Selbstwirksamkeit Befähigungs-Ansatz (Capability-Approach): Verwirklichungschance

6 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 6 Bezugspunkt: Ottawa Charta der WHO "Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Um- welt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bür- gern Gesundheit ermöglichen."

7 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 7 Gesundheitsförderung zielt auf die Befähigung zu einer selbstbestimm- ten Lebensweise und darf nicht auf die Berei- che Ernährung und Bewegung reduziert wer- den, obgleich diese durchaus wichtige Zielbe- reiche von Prävention und Gesundheitsförde- rung sind.

8 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 8 Gesundheitsressourcen Gesundheitsförderung Salutogenese Gesundheitsrisiken Prävention Pathogenese Gesundheit Aktivitäten zur Verbesserung der Gesundheit

9 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 9 Aaron Antonovsky

10 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 10

11 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 11 Kohärenz ist das Gefühl, dass es Zusammenhang und Sinn im Leben gibt, dass das Leben nicht einem unbeeinflussbaren Schicksal unterworfen ist. Der Kohärenzsinn beschreibt eine geistige Haltung: Meine Welt erscheint mir verständlich, stimmig, geordnet; auch Pro- bleme und Belastungen, die ich erlebe, kann ich in einem größeren Zusammenhang sehen (Verstehbarkeit). Das Leben stellt mir Aufgaben, die ich lösen kann. Ich verfüge über Ressourcen, die ich zur Meisterung meines Lebens, meiner aktuellen Probleme mobilisieren kann (Handhabbarkeit). Für meine Lebensführung ist jede Anstrengung sinnvoll. Es gibt Ziele und Projekte, für die es sich zu engagieren lohnt (Bedeutsamkeit). Kohärenzfördernd sind die Widerstandsressourcen: Individuelle, soziale, gesellschaftliche und kulturelle Ressourcen.

12 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 12 Generalisierte Widerstandsressourcen Im Individuum: organisch-konstitutionelle Widerstandsressourcen, Intelli- genz, Bildung, Bewältigungsstrategien und Ich-Stärke, die nach An- tonovsky eine der zentralen emotionalen Widerstandressourcen dar- stellt, als emotionale Sicherheit, als Selbstvertrauen und positives Selbstgefühl in Bezug auf die eigene Person. Im sozialen Nahraum: Zu den Widerstandsressourcen zählen aber auch wesentlich die sozialen Beziehungen zu anderen Menschen. Diese be- inhalten das Gefühl, sich zugehörig und verortet zu fühlen, Ver- trauen und Anerkennung durch für einen selbst bedeutsame Andere zu erfahren und durch die Beteiligung an zivilgesellschaftlichem En- gagement sich als selbstwirksam erleben zu können. Hinzu kommt die Möglichkeit, sich Unterstützung und Hilfe von anderen Menschen zu holen und sich auf diese zu verlassen.

13 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 13 Generalisierte Widerstandsressourcen Auf gesellschaftlicher Ebene: Widerstandsressourcen entstehen durch die Erfahrung von Anerkennung über die Teilhabe an sinnvollen Formen von Tätigkeiten und ein bestimmtes Maß an Sicherheit, mit diesen seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können (Verfüg-barkeit über Geld, Arbeit, Wohnung….). Auf der kulturellen Ebene: Widerstandsressourcen vermitteln auch der Zugang zu kulturellem Kapital im Sinne tragfähiger Wertorientierungen (bezogen aus philosophischen, politi- schen, religiösen oder ästhetischen Quellen).

14 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 14 BegründerInnen des Capability-Ansatzes: Amartya Sen und Martha C. Nussbaum

15 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 15 Unter Verwirklichungschancen (capabilities) versteht Amartya Sen die Möglichkeit von Menschen, bestimmte Dinge zu tun und über die Freiheit zu verfügen, ein von ihnen mit Gründen für erstrebenswert gehaltenes Lebens zu führen. Amartya Sen (2000). Ökonomie für den Menschen

16 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 16 Verwirklichungschancen Die basalen Capabilities umfassen die Ausbildung von spezifi- schen körperlichen Konstitutionen, sensorischen Fähigkeiten, Denkvermögen und grundlegende Kulturtechniken, die Ver- meidung von unnötigem Schmerz, die Gewährleistung von Ge- sundheit, Ernährung und Schutz, die Möglichkeit und Fähigkeit zur Geselligkeit bzw. zu Bindungen zu anderen Menschen, an- deren Spezies und zur Natur, zu Genuss, zu sexueller Befriedi- gung, zu Mobilität und schließlich zu praktischer Vernunft und zur Ausbildung von Autonomie und Subjektivität. Quelle: Martha C. Nussbaum (1999). Gerechtigkeit oder Das gute Leben

17 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 17 Das Aufwachsen in der Spätmoderne ist riskant geworden Kinder und Jugendliche wachsen in eine Gesellschaft hin- ein, die immer weniger als einbettende Kultur anzu- sehen ist, die Begleitschutz für das Erwachsenwerden bietet. Diese Gesellschaft ist hohem Maße in den Grund- fragen verunsichert, welche Lernerfahrungen und Kom- petenzen notwendig sind, um Lebenssouveränität zu erlangen.

18 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 18 Leitlinie: Förderung positiver Entwicklungsbedingungen Kinder und Jugendliche wachsen in ihrer großen Mehrheit gesund, selbst- bewusst und kompetent auf. Sie dürfen nicht unter einer generali- sierten Risikoperspektive gesehen werden; notwendig sind vielmehr der Blick auf die positiven Entwicklungsbedingungen der nach- wachsenden Generationen und Antworten auf die Frage, wie solche Bedingungen für alle Kinder und Jugendlichen gefördert werden können bzw. welcher unterstützender Strukturen und gesellschaft- licher Investitionen es dazu bedarf. Im Wissen, dass sich ein gesundes Leben und Aufwachsen nicht einfach naturwüchsig entwickeln, ist es ratsam, dass im Sinne von good governance die schon geleiste- ten gesellschaftlichen Anstrengungen verdeutlicht und bestehende Errungenschaften gepflegt und ggf. ausgebaut werden.

19 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 19 Quelle: Richard M. Lerner: Die 6 Cs der positiven Jugendentwicklung

20 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 20 Leitlinie Befähigungsgerechtigkeit Es gibt gesellschaftliche Segmente, in denen ein gesundes Aufwachsen be- droht ist, weil in ihnen die erforderlichen Entwicklungs- und Wider- standsressour-cen nicht vorhanden sind bzw. nicht an Heranwachs- ende weitergegeben werden können. Hier ist vor allem die wachsen- de Armut zu nennen, die in überproportionaler Weise Kinder und Jugendliche betrifft. Die Orientierung am Ziel der Befähigungsgerech- tigkeit verpflichtet zu Fördermaßnahmen, die allen Heranwachsen- den die Chance zum Erwerb der Entwicklungsressourcen geben, die zu einer selbstbestimmten Lebenspraxis erforderlich sind. Dabei gilt es, aktiv an den vorhandenen Ressourcen gerade sozial benachtei- ligter Heranwachsender anzuknüpfen, statt diese implizit und explizit zu entwerten.

21 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 21 Befähigungsgerechtigkeit Alle Heranwachsende brauchen die Chance, Zugang zu den Ressourcen gewinnen, die sie zu einer souveränen Handlungsbefähigung benöti- gen. Die institutionellen Angebote des Bildungs-, Sozial- und Gesundheit- systems müssen Heranwachsende in ihrer Handlungsbefähigung syste- matisch unterstützen. Es sind professionelle Empowerment-Strategien zu entwickeln, die auf dieses Ziel ausgerichtet sind. Heranwachsende müssen über Partizipationsmöglichkeiten in ihren Selbstwirksamkeitserfahrungen gefördert werden. Solche Erfahrungen sind vor allem auch dann zu unterstützen, wenn die eigene Handlungsfähigkeit durch Behinderung eingeschränkt ist.

22 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 22 Neue Morbidität Veränderung des Krankheitsspektrums: von akuten zu chronischen Erkrankungen und von somatischen zu psychischen Störungen Untermauert durch die aktuellen Daten des Kin- der- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts.

23 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 23 Quelle: Robert-Koch-Institut: KIGGS Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Probleme (Ausprägung auffällig) der 3- bis 17-Jährigen (Prävalenzen in %). Quelle: Robert-Koch-Institut: KiGGS

24 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 24 Quelle: Robert-Koch-Institut: KIGGS

25 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 25 Heranwachsende aus sozial benachteiligten Familien bzw. mit Migra- tionshintergrund – auch sonst gesundheitlich benachteiligt: Sie sind motorisch weniger leistungsfähig sie ernähren sich ungesünder und bewegen sich weniger ihr Medienkonsum ist höher sie haben häufiger mehrere Gesundheitsprobleme und geringeres Wohlbefinden, sie verfügen über weniger persönliche, familiäre und soziale Ressourcen geschlechtsspezifische Differenzen ergeben sich verschärft sie zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten (ADHS; v.a. Jungen), sie haben häufiger psychische Probleme und Essstörungen (v.a. Mädchen). (Quelle: KiGGS-Daten; nach Angaben der Eltern und der Jugendlichen)

26 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende Empfehlungen Zentralperspektive: Der vorsichtige Titel des 13. Kinder- und Jugendberichts Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen lässt sich auf das Prinzip der Befähigungsgerechtigkeit verdichten.

27 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 27 Empfehlungen Besonderer Förderungsbedarf bei Aufwachsen in Armutslage Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen Kindern von psychisch, sucht- und chronisch erkrank- ten Eltern Traumatisierte Kinder und Jugendliche

28 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 28 Quelle: DIE ZEIT vom

29 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 29 Empfehlungen Gesundheitsförderung im Schulalter Die steigenden gesundheitlichen Belastungen (Ernährungsprobleme, Überge- wicht, chronische Erkrankungen wie Allergien und psychosoziale Probleme wie ADHS) dürfen nicht medikalisiert werden. Weil in der Schule alle Kinder erreicht werden können, bedarf es einer verbes- serten Kooperation von gesundheitsförderlichen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule durch den Ausbau der Schulsozialarbeit. Speziell in den Ganztagesangeboten ist die systematische Förderung von alters- spezifischen Gesundheitsthemen relevant. Förderung der Elternselbsthilfe (etwa durch Projekte wie Elterntalk)

30 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 30 Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM 2008 Erwerb von Methylphenidat (z.B. Ritalin) durch Apotheken

31 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 31 Quelle: DER SPIEGEL 34/2010, S. 132

32 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 32 Empfehlungen Gesundheitsförderung im Jugendalter Dringend erforderlich ist eine stärkere fachliche (und politische) Aufmerksam- keit für die gesundheitlichen Herausforderungen und Risiken des Jugendalters (vor allem psychosoziale Probleme wie Sucht, Essstörungen, Depressionen). Notwendig ist die Unterstützung bei der Erarbeitung realistischer und erreich- barer Lebensziele und der identitären Grenzziehung. Diese sind Voraussetzung für Gewinnung von Lebenskohärenz. Unterstützung ist vor allem bei der Bewältigung von Übergängen (z.B. Schule – Beruf) relevant. Jugendliche in ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen zu Erziehung bedürfen einer genügend intensiven, aber an ihre Lebenswelt anschlussfähige, nicht ausgrenzende und mit dem Gesundheitssystem vernetzte Hilfen.

33 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 33 Wie könnte eine gesunde Schule aussehen? Das Beispiel MindMatters

34 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 34 Das Konzept MindMatters:

35 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 35 Hintergrund Hintergrund von MindMatters MindMatters ist ein praxiserprobtes und wissenschaftlich fundiertes Programm. Es hilft Schulen dabei, durch die Förderung der psychischen Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften einen Beitrag zur Verbesserung der Schulqualität zu leisten. Es basiert auf dem Konzept der guten gesunden Schule. MindMatters bezieht die ganze Schule ein (Schülerinnen und Schüler, Schullei- tung, Lehrkräfte, nicht unterrichtendes Personal, Eltern, schulisches Umfeld). Die Materialien und Übungen richten sich derzeit an Schülerinnen und Schüler der Klasse an allen Schulformen. MindMatters stammt ursprünglich aus Australien und wurde in einer Modell- projekt-Phase an deutsche Schulen angepasst. Die Evaluationsergebnisse be- legen positive Effekte durch das Programm, MindMatters gilt als eines der umfassendsten und wirksamsten Präventionsprogramme zur psychischen Ge- sundheit an Schulen.

36 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 36 Ziele von MindMatters Förderung psychischer Gesundheit und Prävention psychischer Krankheiten aller Schulmitglieder Mehr Respekt und Toleranz im Unterricht Aufbau einer unterstützenden und fürsorglichen Schulkultur Aufbau von Netzwerken und Partnerschaften Verbesserung von Lehren und Lernen sowie Steigerung der Bildungsqualität Ziele

37 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 37 Mit psychischer Gesundheit gute Schule machen Das Konzept der guten gesunden Schule als Basis von MindMatters 37 Gute gesunde Schule Einsatz von Gesundheitsinterventionen zur Verwirklichung des Bildungs- und Erziehungs- auftrages Orientierung an Bildungs- und Erziehungs- aufträgen Das Konzept der guten gesunden Schule ver- knüpft Gesundheits- förderung mit dem Er- ziehungs- und Bil- dungsauftrag von Schule. Eine gute Schule ist eine gesunde Schule Klare Ausrichtung auf die Dimensionen der Schulqualität ausgerichtet

38 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 38 Gute gesunde Schule: Bildungsförderung durch Gesundheit Die gute, gesunde Schule ist eine Schule, die sich in ihrer Entwicklung klar den Qualitätsdimensionen der guten Schule verpflichtet hat und die bei der Verwirklichung ihres sich daraus ergebenden Erziehungs- und Bil- dungsauftrages gezielt Gesundheitsinterventionen einsetzt. Ziel ist die nachhaltig wirksame Steigerung der Erziehungs- und Bildungsqualität der Schule. (Paulus 2003)

39 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 39 Bedeutet … von den Bildungs- und Erziehungsaufträgen auszugehen (Gute Schule) zu fragen, wo Schulen Probleme haben, ihre eigenen Auf- träge zu erfüllen (Bildungsberichterstattung) ihnen Angebote für gezielte Gesundheitsinterventionen zu machen, mit denen ihre Probleme angegangen werden können (Gesundheitsbeiträge) Gute gesunde Schule

40 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 40 QualitätsbereichHandlungsfeldBeitrag MindMatters RahmenbedingungenBedingungen, Intentionen Psychische Gesundheit im Schulprogramm, Erstellen von Leitfäden und Handlungsplänen Schulkultur Schulklima, Pädagogische Grundsätze Verschiedenheit als Bereicherung erkennen, Förderung des Zusammengehörig- keitsgefühlsPrävention von Mobbing Schulführung und Management Führungsverantwortung, Beraterische Kompetenz Hilfen zum Umgang mit Krisensituationen Kooperation und Außenbeziehungen Elternhaus, Schulen, Institutionen Mitarbeit von Eltern im MM-Schulteam Integration von Experten im Unterricht Professionalität der Lehrkräfte Weiterentwicklung der Kompetenzen Vermittlung von Wissen und Kompetenzen im Bereich der Förderung der psychischen Gesundheit Lehren und Lernen Unterrichtsklima, Unterrichtsgestaltung Aufstellen und Einhalten von Regeln, Aufbau von Freundschaften und Zusammengehörigkeitsgefühl Ergebnisse und Erfolge Persönlichkeitsbildung, Sozial- und Fachkompetenz Kompetenzen zum Umgang mit Stress, Wissen über psychische Gesundheit, Empathie Qualitätsmanagement Leitbild, Evaluation der Schule Situationsanalysen 40

41 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 41 Kulturelle Weltbezüge Kulturelle Kompetenzen Begriff und Verständnis von Gesundheit Materiell-dingliche Weltbezüge Instrumentelle Kompetenzen Umgang mit Gesundheit; Soziale Weltbezüge Soziale Kompetenzen Gesundheit/-sein mit Anderen Subjektive Weltbezüge Personale Kompetenzen Sich selbst gesund erhalten und entwickeln Bildung als Gesundheitsbildung

42 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 42 Der ganzheitliche Ansatz von MindMatters Verknüpfung des Materials zum Lehrplan Vernetzung von Schule, Familien und psycho-sozialen Diensten Lehren und Lernen Schulkultur Partnerschaften und Dienste Aufbau einer gesundheitsförderlichen Organisationskultur

43 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 43

44 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 44 Das Starterpaket: Materialien 44 SchoolMatters – Mit psychischer Gesund- heit gute Schule machen Mit Stress umgehen – im Gleichgewicht bleiben – Förderung von Resilienz in der Schule ( Klasse) Freunde finden be- halten und dazuge- hören – Förderung von Resilienz in der Schule ( Klasse) Mobbing? Nicht in unserer Schule – Prä- vention und Hand- lungsstrategien ( Klasse)

45 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 45 SchoolMatters – Mit psychischer Gesundheit gute Schule machen 45 Anleitung zum Aufbau eines Schulteams Situationsanalysen (Wo findet die Förderung der psychischen Gesundheit an meiner Schule schon statt und wo noch nicht?) Materialien zur Projektplanung (Wie können wir mit psychischer Gesundheit gute Schule machen? Wer macht was bis wann?) Zwischenbilanz/Evaluation Schulentwicklungsheft zur Implementierung der Förderung von psychischer Gesundheit in die Schulentwicklung mit theoretischen Hintergrundinformationen und Tools

46 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 46 CommunityMatters befasst sich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen der Schule und ihrem Umfeld. Es geht um … den Aufbau von Partnerschaften, … den Abbau von Berührungsängsten aufgrund sozialer Herkunft, fremder Kultur und Lebensweise. CommunityMatters – Die Schule öffnen und vom Umfeld profitieren Ein wesentliches Ziel dieses Hefts besteht darin, Verschieden- heit als Bereicherung wahrzunehmen. Die Schule wird als ein Ort verstanden, an dem sich alle Schulmitglieder willkommen und sicher fühlen können, egal wer sie sind oder woher sie kommen Die Integration von Menschen ausländischer Herkunft, homosexueller Orientierung oder Menschen mit Behinderung steht im Vordergrund.

47 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 47 Freunde finden, behalten und dazugehören 47 Insbesondere für die Klassen 5 und 6 (z.B. nach einem Schulwechsel)

48 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 48 Wie geht´s? – Psychische Störungen in der Schule verstehen lernen Dieses Unterrichtsheft thematisiert den Um- gang mit psychischen Störungen in der Schule und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Schulqualität. Es geht um … die Wissensvermittlung zu psychischen Störungen. … die Entwicklung von Handlungsstrategien zum Umgang mit psychischen Störungen auf individueller Ebene sowie der Ebene der Schul- organisation. … um den Abbau von Stigmatisierungen. … um die Förderung von Hilfe suchendem Verhalten.

49 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 49 LifeMatters – Leitfaden zur Prävention von Selbstverletzungen und Suizid in der Schule Leitfaden für Vereinbarungen, Prozesse und Hand- lungsabläufe, die zu einer umfassenden Suizidprä- vention in der Schule beitragen. LifeMatters … zeigt Wege auf, wie Schulen ihr Wohlbefinden erhalten oder möglichst schnell wieder herstellen können, falls sie trotz Präventionsmaßnahmen in eine Krisensituation geraten. … unterstützt Schulen dabei, sich bestmöglich auf eine solche Situation vorzubereiten. Ein Handlungs- plan für mögliche Krisensituationen bedeutet auch in krisenfreien Zeiten Stressreduktion.

50 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 50 Rückgrat für die Seele – Umgang mit Verlust und Trauer in der Schule Das vorliegende Unterrichtsheft themati- siert den Umgang mit Verlust und Trauer in der Schule durch … Wissensvermittlung. … eine sachliche Auseinandersetzung mit den Themen Verlust und Trauer. … den Aufbau einer fürsorglichen Schulkultur, die Förderung von Resilienz und die Ent- wicklung von Bewältigungsstrategien der Schüler/innen.

51 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 51 Ziele der Situationsanalyse: Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf identifizieren. Beteiligung des Kollegiums und/oder der Schülerschaft am Prozess der guten gesunden Schule: Alle können ihre Einschä- tzung abgeben. Rückmeldung der Ergebnisse an das Kollegium, die Schüler- schaft und Elternschaft: Anstoß zu strukturierten Diskussionen und Reflexionen. Prioritätenbestimmung und Planung lassen sich aus den Er- gebnissen ableiten. Wiederholte Befragung ermöglicht Evaluation und Hand- lungskontrolle.

52 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 52 Projektzyklus

53 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 53 Anschub ist eine Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung in Z. Zt. gibt es Landesprogramme zur guten gesunden Schule in vier Bundesländern mit ca. 200 Schulen und 60 beteiligten Institutionen, insgesamt in ca Schulen. Ein weiteres Programm

54 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 54 Einstieg Bestandsaufnahme durchführen Steuergruppe bilden Leitbild entwickeln Vorhaben auswählen Umsetzung der Vorhaben planen Schulprogramm fortschreiben Textfassung erstellen Schule Vorhaben überprüfen

55 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 55 Seite 55 Senatsverwaltung/ Kultusministerium Bezirksregierung Schulamt Unterstützt durch: Schulentwicklungsberater Gesundheitsbeauftragte Schulsportbeauftragte Prozessberater Schulpsychologen … Anschub.de -> Nationale Allianz, die Ressourcen absichert, z.B.: AOK, Barmer, BST, DHS, GEW … L S R O K F U E B L E G U S E H C L A R L E lokaler Verbund der guten gesunden Schulen U S U H C D N R G L E z.B. Lokale Kooperations- partner Schulentwicklungsberater Gesundheitsförderer ÖGD Unfallkassen KVen Absicherung der Ressourcen Modell der Ressourcenabsicherung von Anschub.de

56 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 56 Seite 56 Gründungsmitglieder des Vereins Anschub.de aid - Auswertungs- u. Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft AOK Bayern - Die Gesundheitskasse AOK Berlin - Die Gesundheitskasse AOK Mecklenburg Vorpommern BARMER Ersatzkasse Bayerischer Gemeinde- Unfallversicherungsverband Bertelsmann Stiftung Berufsverband Deutscher Psychologen Bundeselternrat BER Deutsche Sportjugend Felix Burda Stiftung Leuphana Universität Lüneburg Matthias Film gGmbH Medusana Stiftung Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

57 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 57 Leitlinie Interprofessionelle Vernetzung Die bestehenden Systeme der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens, der Eingliederungshilfe und des Bildungssystems müssen in einer Vernetzung auf kom- munaler Ebene weiterentwickelt werden, sodass – be- zogen auf die jeweiligen Personen und Gruppen – be- darfsgerechte, passgenaue Förderkonzepte gemein- sam gestaltet und realisiert werden können.

58 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 58 Empfehlungen Arbeitsfeldübergreifende Herausforderungen Verbindliche Netzwerkbildung Netzwerke für eine verbesserte Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitssystem, Bil- dungswesen und Eingliederungshilfe sind erforderlich. In diesen vernetzten Strukturen sind ziel- genaue Handlungsstrategien bezogen auf den jeweiligen Sozialraum, die speziellen Problem- konstellationen und unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Kompetenzen der beteiligten Systeme zu entwickeln, durchzuführen und zu evaluieren. Diese Netzwerke sind von besonderer Bedeutung in den Bereichen Frühe Förderung, Kindertagesbetreuung, Schnittstelle Schule – Kinder und Jugendhilfe, Jugendliche in belastenden Lebenslagen, Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Die Koordination ist Aufgabe des Kinder- und Jugendhilfesystems und muss finanziert sein In einem Bundesmodellverbund ist diese Netzwerkförderung anzuschieben und zu eva- luieren.

59 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 59 Schulen … Akteure in den lokalen Netzwerken: Kindertagesbetreung Sozialpädaiatrische Zentren Heilpädadogische Angebote Eingliederungshilfe Frühförderstellen Ehe-, Familien- und Lebensberatung Suchtberatung Sozialpädiatrische Zentren Beratungsbereich Schwangerenberatung Frauenberatungsstellen MigrationsberatungErziehungsberatung Polizei Frauenhäuser Familiengerichte Agenturen für Arbeit flankierende Partner & Bereiche Sozialämter Geburts- und Kinderkliniken GynäkologInnen Hebammen und Entbindungspfleger Psychiatrien Gesundheitsamt KinderärztInnen Schwangerenberatung Frühförderung Gesundheitshilfe Jugendamt Kita´s Familienbildung Kinderschutzdienste Jugendhilfe Hilfen zur Erziehung Teilstionäre Angebote

60 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 60 Akutklinik:Pädiatrie, KJP MVZ: Ärzte, Filialen Selbsthilfegruppen Gesundheitshäuser Apotheken Agentur für Arbeit Public Health Versorgungsnetzwerk Schulen Fach- und Rehaklinik Kinder-/Jugendhilfe Sozialhilfe Schulen Patientenorganisationen Ambulanzen Tagesklinik Kuration Rehabilitation Prävention Kindertagesstätten Kindergärten Beratungsstellen Schulsozialarbeit Kommunales Biotop Therapie- Förderzentrum Hebammen Krankenkassen Kinderkrippe Rentenversicherung Haus-/Fachärzte Ambulante Fachtherapeuten Frühförderung

61 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 61 / Inklusion Eine zentrale Heraus- forderung für Schule

62 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 62 Leitlinie 7 Inklusion Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention (§ 24) haben alle Kinder, unabhängig von ihrem Rechtsstatus, ein Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Ge- sundheit sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Insofern sind alle Maßnahmen an einer Inklusionsperspektive auszurichten, die keine Ausson- derung akzeptiert. Inklusionsnotwendigkeiten bestehen vor allem für Kinder, die in Armut aufwachsen, für Heranwachsende mit Migrationshintergrund und für Mädchen und Jungen mit behinderungsbedingten Handlungsein- schränkungen. Sprach-, Status- und Segregationsbarrieren sind abzubauen und die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung sind in allen Planungs- und Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen (disability mainstreaming).

63 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 63 Wie sieht die Inklusionspraxis aus? Lediglich im Bereich der Kindertagesstätten kann von einem teilweise flächendeckenden integrativen Angebot in den Bundesländern ge- sprochen werden. Die Praxis der Leistungsträger ist durch scharfe Abgrenzungen zwischen Sozialhilfe, Jugendhilfe und Krankenkassen geprägt. Die Angebote in der Behindertenhilfe stehen isoliert, und von dorther können sie den individuellen Hilfsbedarf nur eingeschränkt aufgreifen. Bestätigt hat sich erneut, dass an den Schnittstellen von Kinder- und Jugendhilfe, Sozialhilfe und Gesundheitshilfe sogenannte Verschiebe- bahnhöfe entstehen und bisweilen schwarze Löcher in den Angeboten existieren. Unzureichende Datenlage

64 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 64 Option Große Lösung Jugendhilfe PRO Unterscheidung nach der Art der Behinderung entfällt Unterscheidung zwischen behinderungsspezifischem und erzieheri- schem Bedarf entfällt bzw. ist jugendhilfeintern zu lösen Synergien durch den Wegfall problematischer Schnittstellen Erhebliche fachliche Vorteile: z.B. Erleichterung der integrativen Kindertagesbetreuung und des Zu-gangs von Eltern körperlich/geistig behinderter Kinder bzw. Jugendlicher zur Erziehungs- und Familienberatung CONTRA Zuständigkeitswechsel bei Volljährigkeit Hoher Umsetzungsaufwand

65 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 65 Option Große Lösung Jugendhilfe Bei dieser Lösung stehen die Lebenslage Kindheit und Jugend und der spezifische Entwicklungs- und Förderungsbedarf im Vordergrund. Dieses Konzept trägt der Integration und Inklusion Rechnung

66 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 66 / Inklusion erfordert eine noch größere Lösung! Ziel müsste eine inklusive schülerfreundliche Ganztagsschule sein.

67 Professor Heiner Keupp Berichtskommission für den 13. KJB Professor Heiner Keupp » Berichtskommission für den 13. KJB « Verwirklichungschancen für Heranwachsende 67 Vom Kind aus gedacht: Ökologie der kindlichen Entwicklung


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