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Vorlesung: Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung (Individualisierung) 28. Mai 2008.

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1 Vorlesung: Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung (Individualisierung) 28. Mai 2008

2 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht… (Marx) Die fest gefügten Bauten traditioneller Sicherheit liegen in Ruinen, und moderne Traditionen sind fiktive Konstrukte (Giddens)? Fortsetzung: : Wandel der Familienstruktur und Wandel der Sozialstruktur: Familien sind nicht elementare Zellen der Gesellschaft, sondern Untereinheiten übergreifender Strukturmuster (die der Familie funktionale Rollen geben und in die innerfamilialen Beziehungen zwischen Personen eingreifen) Deswegen hängt der Wandel der Familientypen zusammen mit: a) Stände/Klassen/Schichten/Milieus b) Entkoppelung von objektiven Lagen und subjektiven Orientierungen c) Individualisierung

3 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Späte- fortgeschrittene-, zweite- aktuelle Moderne (?): Von der Differenz zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft zur Koexistenz von funktionalen Systemen und provisorischen Milieus? Fortsetzung: Entkoppelung von objektiven Lagen und subjektiven Orientierungen: Fragen: 1. Was bedeutet Individualisierung, welche Folgen sind damit (möglicherweise) verbunden? 2. Wodurch unterscheiden sich Schicht- und Milieuzugehörigkeit? 3. Welchen Einfluss hat die Sozialstruktur für die individuelle Freiheit der/des Einzelnen? heute: 4. Was haben der Übergang von Klassen zu Schichten und der Wandel typischer Familienstrukturen mit der fraglichen Entkoppelung zu tun?

4 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Verhältnis zwischen 1.sozioökonomischem Status und 2.Interessen und Mentalitäten (Status schon doppeldeutig: soziale Rangordnung: objektive Ressourcen- und Chancenverteilung und Interpretationen und Zuschreibungen (Prestige) Vermutung: die Abhängigkeit zwischen 1. und 2. wird in der postindustriellen oder zweiten Moderne geringer - die soziale Lage (d.h. die sozio-strukturelle Position relativ zu objektivierten bzw. messbaren Indikatoren) bestimmt der Tendenz nach immer weniger die subjektiven Einstellungen, Interessen, Präferenzen, Lebensstile und Loyalitäten. Das impliziert (möglicherweise Was aber heißt Bestimmung der subjektiven Orientierung durch objektive Lage? - Klassencharakter und Klassenbewusstsein (K. Marx) - Seinsgebundenheit der Ideologien (K. Mannheim) - habituelle Reproduktion struktureller Lagen (P. Bourdieu) - schichtenspezifische Mentalitäten (, Erziehungs-, Affekt- und Kommunikationsstile, Konsumgewohnheiten, Wahlpräferenzen, Geschmacksurteile etc.) - Milieuspezifische und schließlich individuelle Orientierungen (Selbstverwirklichung – Anerkennung)

5 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Zusammenhang zwischen tendenzieller Verbreitung von Familienformen und Schichtung (Sozialstruktur): Das Adelsgeschlecht, die bäuerliche, die bürgerliche, die proletarische Familie und der Typus der Normal- bzw. Versorgerfamilie (inklusive Hausfrauenmodell) werden entlang von Schichtungs, Stand- oder Klassendifferenzierungen unterschieden. D.h.: Familien und strukturelle Lagegruppen werdeninklusionshierarchisch zugeordnet (Klassen oder Schichten enthalten klassen- oder schichtspezifische Familien, diese bilden innerhalb des Großaggregats homogene Formen) Insofern zeigt der Wandel der Familienformen einen radikalen Wandel der Sozialstruktur an (nicht einfach Verteilungstransformation, sondern Strukturumbrüche), z.B. Entkoppelung von Mustern kleinräumiger Lebensformen (plurale Lebensweisen und Individualisierung) und geschichteten Formvorschriften (Klassenlagen, Schichtspezifika) Und damit: Entkoppelung von objektiven Lagen und subjektiven Orientierungen.

6 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Vorgeschichte – Zunehmende strukturelle Auslagerung gesellschaftlicher Institutionen aus familialen Strukturen (J. Alexander: Modernisierung = Entfamilialisierung) Diese vollzieht sich zwar schon früh als Organisationsbildung (entlang von Berufsformen – diese sind aber zuerst Korporationen (kompletter Einschluss der Person) und lassen die Hierarchische Differenzierung von Gruppen und die eindeutige Zuordnung von Familien in kraft. Stände: Hierarchie Zuordnung qua Geburt Kodifiz. Privilegienstruktur Ständeversammlung Zunftordnung Umfass. Inklusion: z.B. Kleiderordnung Geringe Mobilität Manifeste (akzept.) Ungleichheit Reste/Übergänge: Berufskorporationen (Standesverbände)

7 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Max Weber (WuG, 177ff.): Klassenlage (Vermögen, Einkünfte – Wirtschaftsordnung – positive und negative Privilegien) – Standeslage (Erziehung – Art der Lebensführung – Abstammungs- Berufsprestige) Stand soll eine Vielheit von Menschen heißen, die innerhalb eines Verbandes wirksam a) eine ständische Sonderschätzung – eventuell also auch b) ständische Sondermonopole in Anspruch nehmen – Stände können entstehen primär durch eigene ständische Lebensführung oder sekundär, erbcharismatisch, durch erfolgreiche Prestigeansprüche kraft ständischer Abstammung (Berufs- Geburtsstände) George Duby: Die drei Ordnungen Bild der ständischen Gliederung:

8 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Klassengesellschaft: Klassenbildendes Prinzip: (Privat-) Eigentum oder Nichteigentum an Produktionsmitteln Dynamischer Antagonismus: Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnisse; Konflikte entlang des Grundwiderspruchs (Klassenantagonismus und Expropriation = Aneignung des Mehrwertes) Revolutionäre Dynamik: von der Klasse an sich zur Klasse für sich; notwendige Entwicklung: wahre gesellschaftliche und individuelle Selbstbestimmung Erweiterter Klassenbegriff: Pierre Bourdieu Stile und symbolische Distinktionen: Kapital – in seiner objektivierten Form als materielles Eigentum wie in seiner inkorporierten Form zum Beispiel als kulturelles Kapital Differenz zum marxistischen Klassenbegriff: 1) keine Gleichsetzung von theoretisch konstruierter (bzw. sozioökonomisch objektiver) und realer Klasse (abweichende Organisationsform möglich) 2) um das Kulturelle und Symbolische erweiterte Ökonomie: Kämpfe um Positionen in einer Hierarchie und um Legitimität von Stilen.

9 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Industrialisierung in Deutschland: gefühlte Klassengesellschaft: Abbau der Zunftverfassung Proletarisierung der Kleinmeister in überbesetzten handwerklichen Betrieben Entstehung von Arbeitgebermentalität unter den Meistern Übergang zahlreicher Produzenten zum bürgerlich-kapitalistischen Unternehmertum Abwanderung des Nachwuchses in großstädtische Angestellten und - beamtenberufe Abwertung beschwerlicher und schmutziger Handarbeit Verlust der mittelständischen Geschlossenheit des Handwerks Aber: Industriearbeiterschaft war keine so homogene Gruppe, wie es die Arbeitsleute und Tagelöhner gewesen waren. (Engelsing, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Deutschlands) Das drohende Gespenst einer dualistischen Gesellschaft (proletarisierte Schichten gegen Minderheit der Kapitalisten und Privilegierten), bedrückte in den ketzten Jahrzehnten des 19ten Jh. breite Schichten viel weniger als in den 40er Jahren Was damals gesellschaftliche Besorgnis war, wurde zur parteilichen Auffassung der Marxisten.

10 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Schichten statt Klassen: Klasseneinteilungen erweisen sich als zu grob (trotz Verfeinerungen – Mittelklasse) bzw. als nominalistische Verzerrung Positionsverteilungsprinzipien der Personen ändern sich: statt Abstammung und Besitz (Grund und Boden, Kapital), Beruf (also Bildung) und Leistung Horizontale Mobilität nimmt zu (weil sie als funktional und legitim gilt) – durch Expansion des Bildungssystems, der Bildungszugänge, durch Formalisierung der Inklusionsregeln (individuelle Kompetenz statt Zugehörigkeit, Abstammung) und Demokratisierung der für legitim erachteten Verteilungsordnung bzw. (Egalität) Methodische Probleme der Einteilung (Lagen und Orientierungen) Theodor Geiger: Wenn man a) die Bevölkerung nach Interessen; Wertorientierungen, Lebensstilen (in einer hinreichend überschaubaren Typologie) einteilt, dann fallen erhebliche Teile der Bevölkerung aus dem Raster (Problem: Reduktion auf Haushaltsvorstand) Wenn man b) die Bevölkerung nach hierarchisierten Erwerbs-, Besitz- und Bildungssegmenten einteilt Beschreibt man abstrakte Aggregate bzw. nicht reale Gruppen, die keine homogene Mentalität aufweisen müssen (Problem der Irrelevanz quantitativer Verteilung für materielle Fragen)

11 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Theodor GEIGER ( ): Begriff Schichten Eine Schicht ist ein Bevölkerungsteil, dem eine typische Mentalität zugeschrieben wird. (Theodor Geiger 1932) Schichtung heißt also Gliederung der Gesellschaft nach dem typischen Status (den Soziallagen) ihrer Mitglieder, ohne nähere Bestimmung dieser Soziallagen oder der Merkmale, an die sie im geschichtlichen Sonderfall geknüpft sind.(Geiger 1955) Optimistische Unterstellung: Homogene Mentalitäten ziehen nach: sie bilden sich aufgrund objektiver Lagenhomogenität (Beispiel: Angestelltenmentalität)

12 Einführung in die Sozialstrukturanalyse 3. Sozio-ökonomische / kulturelle Differenzierung - Individualisierung) 28. Mai 2008 Schichtungs-Indikatoren: 1. Einkommen: 2. Bildung: 3. Beruf (Prestige): Auf die Frage, nennen Sie fünf Berufe, die Sie für die meistgeschätzten halten, nennen x %:


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