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Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD: Nutzen und Kritik Seminar: Gesundheit und Krankheit: Theoretische, diagnostische, gesundheitspolitische und persönliche.

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Präsentation zum Thema: "Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD: Nutzen und Kritik Seminar: Gesundheit und Krankheit: Theoretische, diagnostische, gesundheitspolitische und persönliche."—  Präsentation transkript:

1 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD: Nutzen und Kritik Seminar: Gesundheit und Krankheit: Theoretische, diagnostische, gesundheitspolitische und persönliche Aspekte Seminarleitung: Dipl. Psych. C. Eichenberg Referentinnen: Ingrun Abbing und Susan Dieter WS 05/06

2 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD2 Gliederung 1. Kennzeichen und Ziele von Klassifikationssystemen 2. Entwicklung der Klassifikationssysteme 3. ICD DSM 5. Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV 6. OPD 7. Kritik an Klassifikationssystemen 8. Literatur

3 1. Kennzeichen und Ziele von Klassifikationssystemen

4 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD4 1. Kennzeichen von Klassifikationssystemen Definition: Als operationales Klassifikationssystem ist ein System diagnostischer Klassen zu verstehen, in das eine Menge von Merkmalen nach mehr oder weniger scharf explizierten Zuordnungsregeln eingeteilt wird.

5 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD5 1. Kennzeichen von Klassifikationssystemen Definition: Eine Klassifikation ist eine Einteilung und Anordnung von klinisch bedeutsamen Phänomenen (z.B. Symptome), die durch gemeinsame Merkmale gekennzeichnet sind, in ein nach Klassen eingeteiltes System.

6 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD6 1. Kennzeichen von Klassifikationssystemen Definition: Die klassifikatorische Diagnostik ist ein Untersuchungs- und Entscheidungsprozess, der zur Erhebung der (psychopathologischen) Befunde und zur Ableitung von einer oder mehreren Diagnosen führt.

7 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD7 1. Kennzeichen von Klassifikationssystemen Diagnostische Prinzipien: Schaffung deskripiver diagnostischer Kategorien Formulierung operationaler Diagnosekriterien Komorbiditätsprinzip Bereitstellung diagnostischer Achsen Orientierung auf Symptomatik

8 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD8 1. Ziele von Klassifikationssystemen Forschungsrelevante Ziele: Charakterisierung von Patientengruppen in Therapie- und Verlaufsstudien Fallindikation in epidemiologischen Studien Grundlage empirischer Untersuchungen zu Ätiologie und Verlauf von Störungen und zur Entwicklung, Dokumentation und Überprüfung therapeutischer Interventionen Verbesserung der Kommunikation von Forschungsergebnissen

9 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD9 1. Ziele von Klassifikationssystemen Klinisch relevante Ziele: Reduktion der Komplexität klinischer Phänomene Verbesserung der Kommunikation zwischen Klinikern Grundlage der klinisch-psychiatrischen Ausbildung Grundlage für die Indikationsstellung und Einleitung von Behandlungsmaßnahmen sowie ihre Überprüfung am Therapieerfolg Grundlage für kurz- wie langfristige Prognosen

10 2. Entwicklung von Klassifikationssystemen

11 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD11 2. Entwicklung von Klassifikationssystemen Welche Probleme gab es bei früheren Klassifikationssystemen? Uneinheitlichkeit So viele Diagnosen wie Diagnostiker Mangelnde Reliabilität und Validität Mangelnde Operationalisierung/Begriffsschärfe Erheblicher Interpretationsspielraum Unbeständigkeit

12 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD12 2. Entwicklung von Klassifikationssystemen 1948ICD-6 erste offizielle Klassifikation der WHO 1955ICD-7 keine grundlegenden Änderungen gegenüber der ICD DSM-I Definition der Kategorien, Beschreibung der Syndrome 1965ICD-8 Erweiterung um neue Krankheitsgruppen; internationale Kooperation bei Entwicklung 1968DSM-II 1972SLK St.-Louis-Kriterien 1975RDC Research Diagnostic Criteria

13 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD13 2. Entwicklung von Klassifikationssystemen 1977ICD DSM-IIIerste offizielle Operationalisierung psychiatrischer Störungen, multiaxiale Klassifikation; Feldstudien vor Einführung 1987DSM-lll-R Einführung des Komorbiditätsprinzips 1992ICD-10 klinisch-diagnostische Leitlinien 1994ICD-10 Forschungskriterien DSM-IV 2000DSM-IV-TR Textrevision zum DSM-IV

14 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD14 2. Entwicklung von Klassifikationssystemen Die beiden heute bekanntesten Systeme sind: Die ICD (International Statistical Classification of Diseases, Injuries, and Causes of Death) der WHO Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) der APA

15 3. ICD-10

16 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD16 3. ICD-10 Die ICD-10 ist eine von Experten aus verschiedenen Ländern übereinstimmend beschlossene Zusammenstellung von Symptomen und Kommentaren. Sie beansprucht nicht, den aktuellen Kenntnisstand über Störungen darzustellen.

17 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD17 3. ICD-10 Die Entwicklung der operationalen Diagnosemodelle wird jeweils von empirischen Studien begleitet, die insbesondere Fragen der Praktikabilität und der Reliabilität der Diagnosestellung überprüfen. Es gibt zwar eine hohe Akzeptanz bei den Beurteilern, die diagnostische Übereinstimmung weist jedoch bei den verschiedenen Störungen eine hohe Variabilität auf.

18 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD18 3. ICD-10 Neuerungen: Der Umfang ist auf das 3fache angewachsen Bei den Forschungskriterien wird alphanumerisch anstatt numerisch kodiert Psychische Störungen werden mit dem Buchstaben F und einer maximal 5stelligen Ziffernfolge bezeichnet Störungsformen und Definitionen der zur Diagnosestellung erforderlichen Merkmale bzw. Symptome werden detailliert und kriteriumsorientiert beschrieben

19 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD19 3. ICD-10 Neuerungen: Der Störungsbegriff wird übernommen Das Kapitel V enthält 100 dreistellige diagnostische Hauptkategorien Die Ziffern 4 und 5 dienen einer differenzierteren Beschreibung der Störung Für den Bereich der psychotherapeutischen Medizin sind im engeren Sinne Abschnitte F3 - F6 von Bedeutung Annäherung an das DSM-IV

20 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD20 3. ICD-10 Neuerungen: Zahlreiche mögliche Kodierungen sind bislang nicht belegt Es sind immer eine Hauptdiagnose und mehrer Nebendiagnosen festzulegen Es gibt neben den klinisch-diagnostischen Leitlinien auch eine Kurzform (z.B. für Krankenkassen) und Forschungskriterien für den wissenschaftlichen Gebrauch Verlangt keine multiaxionale Bewertung

21 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD21 3. ICD-10 Grobklassifikation Psychischer Störungen: F0 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen F2Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen F3Affektive Störungen F4Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen F5 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren F6Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F7Intelligenzminderung F8Entwicklungsstörungen F9 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

22 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD22 3. ICD-10 Kodierungsebenen am Beispiel depressiver Störungen: EbeneKodierungStörung 2-stelligF 3Affektive Störung 3-stelligF 32Depressive Störung 4-stelligF 32.1Mittelgradige depressive Episode 5-stelligF 32.11Mit somatischen Symptomen

23 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD23 3. ICD-10 Kodierungsebenen am Beispiel von Angststörungen: EbeneKodierungStörung 2-stelligF 4Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störung 3-stelligF 40Phobische Störung 4-stelligF 40.0Agoraphobie 5-stelligF 40.01Mit Panikstörungen

24 4. DSM

25 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD25 4. DSM 1. Auflage 1952, 1980 Publikation des DSM-III Ziele des DSM-III: a) Klinische Brauchbarkeit für therapeutische, administrative + forscherische Entscheidungen unter verschiedenen Bedingungen b)Annehmbarkeit für Praktiker + Forscher mit unterschiedlichen theoretischen Orientierungen (weitgehend atheoretisch – nur bei eindeutig bewiesenen Zusammenhängen nicht) c) Kompatibilität mit der gleichzeitig geltenden ICD-9 d) Brauchbarkeit für die Kennzeichnung von Probanden in Forschungsstudien

26 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD26 4. DSM DSM-III-Konzept der "Psychischen Störung": 1) Klinisch auffallendes Verhalten o. psychisches Syndrom o. Merkmalsmuster 2) Negative Valenz des Symptoms o./u. Leistungseinschränkung in einem oder mehreren Funktionsbereichen 3) Verhaltensmäßige, psychische oder biologische Dysfunktion 4) Störung betrifft nicht nur Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft

27 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD27 4. DSM Prinzipien des DSM-III: (A) Deskription statt Interpretation (B) Operationalisierung durch genau spezifizierte inhaltliche und zeitliche Kriterien und stärkere Betonung offen erfassbarer Verhaltensweisen (C) Keine Annahme der Diskontinuität zw. den einzelnen Störungen (D) Keine Annahme der Diskontinuität zw. Störung u. Nicht-Störung (E) Keine Klassifikation von Individuen, sondern von Störungen, die bei Personen vorliegen (F) Gleiche psychische Störung bei verschiedenen Personen bedeutet nicht zwangsläufig auch gleiche Ätiologie und Behandlungsindikation

28 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD28 4. DSM Haupt-Konzepte des DSM-III: Konzept der multiplen Diagnosen Konzept der Multiaxialität

29 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD29 4. DSM Inhaltliche Neuerungen beim DSM-III: - z.T. engere Definitionen - Aufgabe des klassischen Neurosekonzeptes + der traditionellen Trennung von Psychose und Neurose - Neuklassifikation der Angststörungen und der affektiven Störungen - Auflösung der Gruppe der psychosomatischen Störungen - Einführung der Somatoformen Störungen und körperlichen Zustände, bei denen psychische Störungen eine Rolle spielen - Aufgabe des generalisierten Suchtkonzeptes - Angabe logischer Entscheidungsregeln in Form von diagnostischen Algorithmen

30 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD30 4. DSM Achsen des DSM-IV: Achse 1: Alle psychischen Störungen mit Ausnahme von Persönlichkeitsstörungen und geistiger Behinderung > Störungen, die i.d.R. zuerst als Kleinkind, Kind o. Adoleszenter diagnostiziert werden > Delir, Demenz, amnestische und andere kognitive Störungen > Substanzinduzierte Störungen > Schizophrenie > Affektive Störungen > Angststörungen > Somatoforme Störungen > Dissoziative Störungen > Sexuelle Störungen und Störungen der Geschlechtsidentität > Schlafstörungen > Ess-Störungen > Vorgetäuschte Störungen > Anpassungsstörungen > Störungen der Impulskontrolle > Andere klinisch relevante Probleme

31 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD31 4. DSM Achse II: Persönlichkeitsstörungen und geistige Behinderung ( Fokussierung langfristiger Störungen, die z.T. auch parallel zu Achse I-Störungen existieren) Achse III: Medizinische Krankheitsfaktoren ( z.B. Bedeutsamkeit für Verständnis + Behandlung der Achse-I-Störungen) Achse IV: Psychosoziale und umgebungsbedingte Probleme ( Bedeutsamkeit für Diagnose, Behandlung + Prognose der Achse I+II-Störungen) Achse V: Globale Beurteilung des Funktionsniveaus ( Beurteilung der soz. Anpassung bzgl. Leistung im Beruf, Nutzung der Freizeit u.ä.)

32 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD32 4. DSM Auflistung der Störungsbilder im DSM-IV: Allgemein: Unter 300 = Organische und psychotische Störungen, Wahn und Autismus über 300 = Neurosen, und (fast) alles andere Interpretation der 3. Stelle: 290 = Alzheimer = Substanzentzug oder -intoxikation mit Delir, Wahn, organischen Störungen 293 = Störungen aufgrund eines medizinischen Krankheitsfaktors 294 = andere Demenzen 295 = Schizophrenien und schizoaffektive Störung 296 = Affektive Störungen (nicht neurotisch) 297 = Wahn 298 = reaktive und atypische Psychosen 299 = Autismus und andere Entwicklungsstörungen (nicht näher bezeichnet)

33 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD33 4. DSM Auflistung der Störungsbilder im DSM-IV: Interpretation der 2. Stelle ( ): 0 = nicht organisch, neurotisch, reaktiv in der Genese 1 = (vermuteter) leichter organischer Verursachungsfaktor 300 = Neurosen (im klassischen Sinn) 301 = Persönlichkeitsstörungen 302 = Sexualstörungen (ohne medizinschen Krankheitsfaktor) 303 = Alkoholabhänigkeit und -intoxikation 304 = Abhängigkeit von psychotropen Substanzen 305 = Substanzmißbrauch und -intoxikation 306 = Vaginismus 307 = spezielle Entwicklungs- und Schlafstörungen = Anpassungs- und Belastungsstörungen

34 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD34 4. DSM Auflistung der Störungsbilder im DSM-IV: 310 = organisch bedingte Persönlichkeitsstörungen 311 = depressive Störungen (nicht näher bezeichnet) 312 = Störungen der Impulskontrolle, Monomanien 313 = Bindungs- und Kontaktstörungen bei Kindern 314 = Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität 315 = Sprach-, Rechen- und Motorikstörungen bei Kindern 316 = körperliche Zustände bei denen psychische Faktoren eine Rolle spielen = Oligophrenien Zusätzlich: Codierungen für Zustände, die nicht einer psychischen Störung zuordbar sind, z.B = unspezifische psychische Störung (nicht psychotisch) = nicht näher bezeichnete psychotische Störung

35 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD35 4. DSM Beispiel: DSM-IV-Kriterien für Bulimia nervosa (307.51) A.Wiederkehrende Essanfälle: 1) In einer abgegrenzten Zeit wird deutlich mehr Nahrung zu sich genommen, als die meisten Leute in dieser Zeit unter ähnlichen Umständen zu sich nehmen würden. 2) Das Gefühl, die Kontrolle über das Essen zu verlieren. B. Massnahmen, um die Gewichtszunahme zu verhindern (Erbrechen, Abführmittel, Fasten, etc.). C.Die Essanfälle treten mindestens zweimal pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten auf. D.Gewicht bestimmt den Selbstwert. E.Die Essanfälle treten nicht während einer Anorexie auf.

36 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD36 4. DSM Gliederung der Informationen zu den einzelnen Störungsbildern nach den Aspekten: - diagnostische Merkmale - Subtypen/Zusatzcodierung - Zugehörige Merkmale und Störungen - Spezifische kulturelle, Alters- und Geschlechtsmerkmale - Prävalenz - Verlauf - Familiäre Verteilungsmuster - Differentialdiagnose

37 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD37 4. DSM Inhalte des Anhangs: - Entscheidungsbäumen für Differentialdiagnosen - Glossar für Fachausdrücke - Veränderungen gegenüber DSM-III-R sowie ICD 10/ICD-9-CM - Kodierungen für ausgewählte medizinische Krankheitsfaktoren und medikamenteninduzierte Störungen - "provisorischen Diagnosen/Achsen" Veröffentlichung eines Fallbuches zum DSM-IV

38 5. Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV

39 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD39 5. Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV Vergleich der beiden Klassifikationssysteme ICD-10DSM-IV Viele Versionen je nach AufgabenstellungEine Version Entwicklung auf breiterer empirischer Basis Internationales System > im Anhang "kulturspezifische Störungen" Nationales System > keine Rubrik "kulturspezifische Störungen" 3 Achsen5 Achsen Stärkere Operationalisierung bzgl. klinischer + psychosozialer Relevanz der Symptomatik Noch differenziertere Codierung Diverse Unterschiede auf der Ebene der einzelnen Störungsgruppen bzw. Subgruppen (z.B. unterschiedliche Klassifizierungen der Angst- und Persönlichkeitsstörungen)

40 6. OPD

41 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD41 6. OPD OPD = Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik "Operationalisierung" = Definition von diagnostischen Klassen anhand von beobachtbaren und überprüfbaren Beschreibungen Entwicklung: 1992 von 40 psychotherapeutischen Klinikern und Forschern der Arbeitsgruppe OPD als Diagnostik-System im Bereich der psychodynamischen und psycho- analytischen Psychotherapie

42 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD42 6. OPD Ziele der OPD-Entwicklung: 1. Konstruktion klinisch-diagnostischer Leitlinien, die - psychodynamisch relevante Merkmale abbilden - Spielraum für die Entwicklung individueller und idiographischer psychodynamischer Hypothesen lassen 2. Verwendbarkeit des Instrumentes für die Fortbildung in psychoanalytischer und psychodynamischer Psychotherapie + Ermöglichung verschiedener Perspektiven auf unterschiedlichen Ebenen des psychischen Geschehens 3. Beitrag zur Forschung hinsichtlich der psychodynamischer Psychotherapie 4. Verbesserung der Kommunizierbarkeit unter Forschern und Klinikern über die traditionellen Konstrukte psychodynamischer und psychoanalytischer Theorie

43 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD43 6. OPD Achsen-Aufbau des OPD: 1) Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen 1. Schweregrad des somatischen Befundes 2. Schweregrad des psychischen Befundes 3. Leidensdruck 4. Beeinträchtigung des Selbsterlebens 5. Ausmaß der körperlichen Behinderung 6. Sekundärer Krankheitsgewinn 7. Einsichtsfähigkeit für psychosomatische Zusammenhänge 8. Einsichtsfähigkeit in somatopsychische Zusammenhänge 9. Selbsteinschätzung der geeigneten Behandlungsform: Psychotherapie 10. Selbsteinschätzung der geeigneten Behandlungsform: körperliche Behandlung 11. Motivation zur Psychotherapie 12. Motivation zur körperlichen Behandlung 13. Compliance 14. Psychische Symptomdarbietung 15. Somatische Symptomdarbietung 16. Psychosoziale Integration 17. Persönliche Ressourcen 18. Soziale Unterstützung 19. Angemessenheit der subjektiven Beeinträchtigung

44 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD44 6. OPD 2. Beziehung Perspektive A: Das Erleben des Patienten Der Patient erlebt sich immer wieder so, dass… Der Patient erlebt andere immer wieder so, dass… Perspektive B: Das Erleben anderer/des Untersuchers Der Untersucher/andere erleben den Patienten immer wieder so, dass… Der Untersucher/andere erleben sich immer gegenüber dem Patienten wieder so, dass…

45 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD45 6. OPD 3. Grundkonflikte und zusätzliche Kategorien 1. Abhängigkeit versus Autonomie 2. Unterwerfung versus Kontrolle 3. Versorgung versus Autarkie 4. Selbstwertkonflikte 5. Über-Ich und Schuldkonflikte 6. Ödipal-sexueller Konflikt 7. Identitätskonflikte 8. Mangelhafte Konfliktwahrnehmung 9. Konflikthafte äußere Lebensbelastung

46 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD46 6. OPD 4. Struktur Kategorien zur Einschätzung der strukturellen Fähigkeiten: - Selbsterleben -Selbststeuerung -Abwehr -Objekterleben -Kommunikation -Bindung Beurteilung des Integrationsniveaus einer Person

47 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD47 6. OPD 5. ICD-10-Symptome Abbildung der syndromal-deskriptiven Diagnosen nach ICD-10 Aufbau der Achsen I-V: folgt einer inneren Logik Datengewinnung: - weder extrem strukturiertes noch ganz offenes Interview - Exploration der Primärinformationen für Achsen I und V - Raum zur Exploration und szenischen Darstellung psychodynamischer Elemente

48 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD48 6. OPD Trainingskurse: ein Grund- und zwei Aufbaukurse, insgesamt 60 Stunden Aufbau des Grundkurses: - Allgemeine Einführung in die Besonderheiten und die Geschichte der psychodynamischen Diagnostik (2 Std.) - Interviewseminar (2 Std.) - Vorstellung der Achsen in Entstehungstradition und Inhalt - Achsenbezogene Fallarbeit (Video, Lifeinterviews); Kleingruppen Teilnehmer (12 Std.) - Beurteilung eines Erstinterviews (2 Std.) - Abschlussdiskussion (1 Std.) Forschung: - aktuell Studien zur Reliabilität der OPD im Bereich diverser Störungsbilder - Ansätze von Adaptationen für den geronto-psychosomatischen und kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich

49 7. Kritik

50 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD50 7. Kritik Mängel von ICD-10 und DSM-IV (v.a. aus psychodynamischer Perspektive): - obgleich atheoretische Ansätze deutliche Favorisierung biologischer Krankheits- und Behandlungskonzepte - Ausgrenzung psychoanalytischer Krankheits- und Behandlungskonzepte - Vernachlässigung intrapsychischer Modelle - Krankheit = Aufzählung von vorhandenen Symptomen + Syndromen, unzureichende Exploration und Gewichtung von Beziehungsaspekten - Ausklammerung bedeutsamer Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung

51 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD51 7. Kritik - Verzicht auf Suche nach Sinnzusammenhängen in der individuellen Pathogenese und Ätiologie eines Individuums - Syndrom- und Krankheitszuweisungen beruhen nicht auf gleichen operationalen Basisinformationen - Funktionalisierbarkeit anstatt Individualität - Patient = Objekt der Diagnostik

52 Die Diagnosesysteme ICD, DSM und OPD52 8. Literatur ICD-10 (Dilling et al.): Systematik: gm/version2005/systematik DSM IV (APA): Geschichte, Merkmale und Systematik: muenchen.de/~chris/dsm4.htmhttp://paed.uni- muenchen.de/~chris/dsm4.htm ICD-10/DSM IV: Gemeinsamkeiten und Unterschiede Berger, M. (2003). Psychische Erkrankungen. Klinik und Therapie (2. Überarb. Aufl.). Heidelberg: Urban & Fischer. Daraus: S Davidson,G.C. & Neale J.M. (2002). Klinische Psychologie. Weinheim: Beltz. Daraus: S Margraf, J. (2002). Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Bd.1: Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen (2.Aufl.). Berlin: Springer. Daraus: Kap.7. OPD: Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (2004). Bern: Huber. OPD: Einführung: Schauenburg: Was ist dieOperationalisierte Psychodynamische Diagnostik? Ahrens, S. (2002). Lehrbuch der psychotherapeutischen Medizin. Stuttgart: Schattauer. Daraus: S Fischer, G., Barwinski, R. & Bering, R. (in Vorbereitung). Lehrbuch der psychologischen Psychologischen Psychotherapie. Daraus Abschnitt C7.1


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