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Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Rainer Bremer; Andreas Saniter Europäischer Empfehlungen und das deutsche duale System.

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1 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Rainer Bremer; Andreas Saniter Europäischer Empfehlungen und das deutsche duale System

2 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 (einige) Europäische Empfehlungen 1.EQR (2008): Die Empfehlung zur Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR). 2.ECVET (2009b): Die Empfehlung zur Einrichtung eines Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET) – diese Empfehlung soll insbesondere die transnationale Mobilität von Auszubildenden sowie die Durchlässigkeit zu den universitären Bildungsgängen erhöhen. 3.EQAVET (2009a): Die Empfehlung zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bezieht sich im Wesentlichen auf die Erfassung quantitativer Daten (z. B. erfolgreiche Prüfungen).

3 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Ein wesentliches Ziel des EQF –»Der Europäische Qualifikationsrahmen (European Qualifications Framework - EQF) dient als Übersetzungsinstrument, das die nationalen Qualifikationen europaweit vergleichbar und verständlich macht. Das Ziel des EQR ist, die Mobilität von Beschäftigten und Lernenden zwischen den verschiedenen Ländern zu fördern und ihr lebenslanges Lernen zu erleichtern.«

4 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Was soll vergleichbar gemacht werden? unterschiedliche Berufsbildungssysteme, z. B.: –Dual-beruflich mit 2 Lernorten: staatlich verantwortet und privatwirtschaftlich organisiert (z. B. DE). –Schulberuflich: staatlich verantwortet und organisiert (z. B. FR). –Modular (fragmentiert): staatlich verantwortet und durch staatliche oder privatwirtschaftliche Bildungsanbieter organisiert (z. B. UK). universitäre Bildung Abschlüsse allgemeinbildender Schulen(?).

5 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Zur »deutschen« Situation Deutsche Besonderheiten: –Lernen im Milieu professionalisierter Arbeit. –Eine duale Organisation beruflichen Lernens parallelisiert beide Lernorte zeitlich. –Lernen im Prozess der Arbeit Bestandteil sowohl der Kompetenz des Jungfacharbeiters als auch des Zertifikats. –Duale Berufe werden von den Anforderungen der korrespondierenden Facharbeit her geordnet. –Die 3(2; 3.5)-Ausbildungszeit wird als eine Entwicklungsphase verstanden, in der der Jugendliche in seinen Beruf „hineinwächst“.

6 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Zu potenziellen Wirkungen (EQF) Der EQF bleibt zunächst in funktionierenden Berufsbildungssystemen ohne Folgen. Probleme entstehen mit der Zuordnung der national vorhandenen Abschlüsse und Berechtigungen: –Die Wirkung des EQF ist durch seine Grobheit begrenzt: Die Einordnung aller 3- und 3.5-jähriger Berufe auf Stufe 4 ist eine politische, keine inhaltliche Entscheidung (vgl. z.B. Anforderungsniveau Jungfacharbeiter, Schulabschlüsse Azubis). –Damit wird er nicht nur dem Bildungssystem, sondern auch dem »Verwertungssystem« Arbeitsmarkt nicht gerecht!

7 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Zu potentiellen Wirkungen (EQF) Risiken in Ländern ohne funktionierende oder gar ohne etablierte Berufsbildungssysteme: Beispiel Albanien (faktischer EU-Beitrittskandidat): Praktisch keine Berufsbildung; Abiturquote soll auf 90 % steigen; EQF wird als Ersatz für berufliche Bildungsabschlüsse gehandhabt; alle beruflichen Qualifikationen werden auf dem einheitlichen Niveau 3 definiert und dahingehend formuliert!

8 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Zu potentiellen Wirkungen (EQF) Wird oder könnte der EQF die Akademisierung beruflicher Bildung beflügeln? –Wahrscheinlich ja, vor allem in Verbindung mit ECVET. Wird oder könnte der EQF das Interesse von Abiturienten an einer Berufsausbildung reduzieren? –Wahrscheinlich ja; das Abitur auf Stufe 5 (ob ex- oder implizit) bedeutet einen „Abstieg“ im EQF bei anschließender Berufsausbildung. Wird oder könnte der EQF die Verdrängung dualer Berufe durch semi- akademische (Bachelor) befördern? –Wahrscheinlich ja, (s. Punkt 2) - Unternehmen müssten vermehrt auf Absolventen solcher Bildungsgänge zurückgreifen, an deren Curricula die Sozialpartner nicht beteiligt sind.

9 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Die ECVET-Empfehlung „Eine Einheit ist ein Bestandteil einer Qualifikation, bestehend aus einem kohärenten Satz von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die mit einer bestimmten Zahl zugehöriger ECVET-Punkte bewertet und validiert werden kann. Eine Qualifikation umfasst grundsätzlich mehrere Einheiten und wird aus einem Gesamtsatz von Einheiten gebildet.“

10 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Die ECVET-Empfehlung „Wo und wie die erwarteten Lernergebnisse, die eine Einheit ausmachen, erworben werden, ist unerheblich.“ „ECVET-Punkte werden zunächst für eine Qualifikation als Ganzes vergeben und dann für ihre Einheiten.“ Im Rahmen des ECVET werden Einheiten von Lernergebnissen, die in einem Lernumfeld erzielt wurden, bewertet und dann — nach positiver Bewertung — in ein anderes Lernumfeld übertragen. In dieser zweiten Lernumgebung werden sie von der zuständigen Einrichtung als Teil der Anforderungen für die Qualifikation, die die betreffende Person anstrebt, validiert und anerkannt.

11 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Die ECVET-Empfehlung

12 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Erprobung der ECVET-Empfehlung im Kontext der technischen Luftfahrtberufe 2 Projekte im Sektor: 1.Erprobung der Elemente der ECVET-Empfehlung am Beispiel der transnationalen Mobilität (4 Länder) 2.Wissenschaftliche Unterstützung der deutschen Sozialpartner bei der Neuordnung

13 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 „Die in den Verordnungen enthaltenen Beschreibungen der Kompetenzfelder und der zugehörigen Kompetenzen sollen zu einer Transparenz der Ausbildungsinhalte beitragen und damit die Voraussetzung erfüllen, Ausbildungsanteile im europäischen Ausland zu absolvieren und die entsprechenden Inhalte anzurechnen.“ (Rahmenvereinbarung zur Neugestaltung der luftfahrttechnischen Ausbildungsberufe) Die Sicht der Sozialpartner und Praktiker

14 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 „Kompetenzfelder beschreiben zwar Einzelbestandteile eines Berufsbildes, stellen aber keine abgeschlossene Qualifikation im Sinne von Modulen dar. Die berufliche Qualifikation ergibt sich durch die Beherrschung aller zugehörigen Kompetenzfelder.“ „Die zeitliche Gliederung des Ausbildungsrahmenplans erfolgt nach der Zeitrahmenmethode entsprechend des heutigen Elektronikers/in für luftfahrttechnische Systeme.“ „Die Prüfung findet in Form einer gestreckten Abschlussprüfung statt.“ (Rahmenvereinbarung zur Neugestaltung der luftfahrttechnischen Ausbildungsberufe) Die Sicht der Sozialpartner und Praktiker

15 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Übereinstimmungen der Ergebnisse der Mobilität, der Vereinbarung der Sozialpartner und der ECVET-Empfehlung: –Lerneinheiten als kohärenter Satz aus Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen –Lernortübergreifende Formulierung –Mobilität –Transparenz –Orientierung an europäischen Arbeitsaufgaben –Gegenseitiges Vertrauen Die Sicht der Sozialpartner und Praktiker

16 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Widersprüche der Ergebnisse der Mobilität, der Vereinbarung der Sozialpartner und der ECVET-Empfehlung: –Kreditpunkte vs. Zeitrahmen –Lernortunabhängigkeit –Gestreckte Abschlussprüfung vs. Prüfung der einzelnen Einheiten Die Sicht der Sozialpartner und Praktiker

17 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Was tun? (konkret) Empfehlung zur ECVET-Empfehlung Nutzung der Revisionsklausel [“gegebenenfalls eine Überprüfung und Anpassung dieser Empfehlung”] zur:  Eröffnung eines Fenster an Kreditpunkten und  Explizite Erlaubnis der holistischen Facharbeiterprüfung in Kombination mit dem Verzicht auf Einzelprüfungen (Lerneinheiten als strukturierendes Element und nicht als Qualifikationsbausteine).

18 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Was tun? (perspektivisch) –Kritisiert werden nicht die politischen Ziele der EU-Initativen im Kontext der beruflichen Bildung (Transparenz, Durchlässigkeit, Mobilität, etc.). –Die Instrumente weisen jedoch z. T. erhebliche, weder mit den Buchstaben noch mit dem Geiste dualer Ordnungsmittel vereinbare, Spezifikationen auf. – Generell sollte der Fokus auf Instrumente, nicht auf Inhalte im Kontext der Empfehlungen hinterfragt werden. –Europäische Inhalte könnten durch die empirische Erhebung und institutioneller Unterstützung transnationaler Kernberufe etabliert werden.

19 Hannover, den 7. November 2013SCIENCE 2013 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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