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Einführungskurs Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte: VIII: Repräsentationsmittel Gerd Grasshoff Universität Bern SS 2010.

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Präsentation zum Thema: "Einführungskurs Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte: VIII: Repräsentationsmittel Gerd Grasshoff Universität Bern SS 2010."—  Präsentation transkript:

1 Einführungskurs Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte: VIII: Repräsentationsmittel Gerd Grasshoff Universität Bern SS 2010

2 Sind Diagramme Argumente? Damit etwas (X) Teil eines Arguments sein kann, muss es Teil einer 1. Annahme sein, oder 2.Teil eines Ableitungsmittels. 3. Damit kann auf die Wahrheit einer Konklusion geschlossen werden.

3 Sind Bilder Teil wissenschaftlicher Argumente?

4 Diagramme und Bedeutung Damit etwas (ein Zeichen „X“) Teil eines Arguments sein kann, muss es eine Bedeutung haben, die mit dem Zeichen „X“ verbunden ist.

5 Bedeutung und Aussagen Damit etwas (P) Teil eines Arguments sein kann, muss es eine Aussage sein, oder anders gesagt, es muss wahrheitsfähig sein.

6 Zeichen und Bedeutung Zeichen Bildelemente Bedeutung Sinn Wir meinen mit Z die Bedeutung B Wir verstehen Z so, dass B sein Sinn ist B bedeutet dass, was mit Z gemeint ist Wir interpretieren Z so, dass es B ausdrückt

7 Diagramme

8

9 Klassische Wissenschaftstheorie Aufgabe der Wissenschaft: Theorien (als Aussagensysteme) erstellen, prüfen und rechtfertigen etc. Aufgabe der Wissenschaftstheorie: Logische Analyse der Aussagen, ihrer Beziehungen zueinander sowie ihrer Beziehungen zur Welt. Die Wahl der Repräsentationsmittel ist für den Gehalt von Aussagen unerheblich – insofern ohne Interesse für die Wissenschaftstheorie.

10 Ausdruck und Aussagen Damit Aussagen Teil eines Arguments sein können, müssen sie mit Zeichen „X“ ausgedrückt werden.

11 Repräsentation und Ähnlichkeit „Die naivste Auffassung von Repräsentation könnte man vielleicht folgendermassen charakterisieren: „A repräsentiert B dann und nur dann, wenn A B deutlich ähnlich ist“, bzw.: „A repräsentiert B in dem Masse, in dem A B ähnelt.“ Spuren dieser Auffassung, mit entsprechenden Verfeinerungen, halten sich hartnäckig in den meisten Veröffentlichungen zur Repräsentation. Und doch könnten kaum mehr Irrtümer in eine solch kurze Formel gepresst werden.“ Nelson Goodman (1973): Sprachen der Kunst (Kap. 1)

12 Wie repräsentiert eine Repräsentation? Nach Goodman: „X repräsentiert Y als F“ X = Repräsentationsträger Y = repräsentierter [denotierter] Gegenstand F = zugeordnetes Prädikat „Das Bild repräsentiert Darwin als jungen Mann / als Skelett etc.“ „Das Bild repräsentiert eine DNA als leiterförmige Struktur“ „Depiction is [also] Predication“

13 Beispiele

14 Repräsentationen als Beschreibungen „Repräsentationen sind also Bilder, die etwa in derselben Weise funktionieren wie Beschreibungen. Genauso wie man Gegenstände mit Hilfe verschiedener verbaler Etiketten oder unter sie klassifiziert, so klassifiziert man Gegenstände auch unter verschiedene pikturale Etikette. [...] Wenn es repräsentiert, wählt ein Bild eine Klasse von Gegenständen aus, und gleichzeitig gehört es zu einer bestimmten Klasse oder zu Klassen von Bildern.“ Nelson Goodman (1973): Sprachen der Kunst (Kap. 1)

15 Bild und Argument? Fallstudie: Drift der Kontinente.

16 Alfred Wegener (1880-1930) 1912 „Entstehung der Kontinente und Ozeane“ Theorie der Kontinentaldrift

17 Wie entstehen Meere und Gebirge? Kontraktionstheorie: 1885 Eduard Suess (Wien) Urkontinent (Gondwanaland): dünne Kruste auf heissem, flüssigen Kern; durch allmähliche Abkühlung schrumpft die Erde (wie ein Apfel). Spannungen in der Kruste  Faltenbildung  Einbrüche. Erklärt Ähnlichkeiten im Fossilbestand in Indien, Afrika, Südamerika sowie marine Fossilien in Bergen. Permanenztheorie: z.B. James D. Dana; auch Idee einer stetigen Kontraktion, aber Permanenz der Meeres- und Kontinentflächen. Versunkene Landbrücken erklären Ähnlichkeiten im Fossilbestand.

18 Vortrag 6. Januar 1912

19 Prozess nach Wegener Phase 1: gleichmässige Bedeckung der Erd-Oberfläche (vgl. Suess, Gondwanaland) Phase 2: Durch Schub und Zug spaltet sich der Kontinent und wird aufgefaltet. Untergrundmaterial steigt auf. Phase 3: Irreversibler Prozess. Ozeane werden grösser, Kontinente werden höher.

20 Passform als Argument? „Mein Zimmernachbar Dr. [Emil] Take hat zu Weihnachten den grossen Handatlas von Andree bekommen. Wir haben stundenlang die prachtvollen Karten bewundert. Dabei ist mir ein Gedanke gekommen. Sehen Sie sich doch bitte mal die Weltkarte an: Passt nicht die Ostküste Südamerikas genau an die Westküste Afrikas, als ob sie früher zusammengehangen hätten? Noch besser stimmt es, wenn man die Tiefenkarte des Atlantischen Ozeans ansieht und nicht die jetzigen Kontinentalränder, sondern die Ränder des Absturzes in die Tiefsee vergleicht. Dem Gedanken muss ich nachgehen.“ (Wegener an Else Köppen, Jan. 1911)

21 Passform als Argument? „Ich glaube doch, Du hälst meinen Urkontinent für phantastischer als er ist und siehst noch nicht, dass es sich lediglich um Deutung des Beobachtungsmaterials handelt. Wenn ich auch >lediglich< nur durch die übereinstimmenden Küstenkonturen darauf gekommen bin, so muss die Beweisführung natürlich von den Beobachtungsergebnissen der Geologie ausgehen. Hier werden wir gezwungen, eine Landverbindung z. B. zwischen Südamerika und Afrika anzunehmen, welche zu einer bestimmten zeit abbrach. Den Vorgang kann man sich auf zweierlei Weise vorstellen: 1)Durch Versinken eines verbindenden Kontinents „Archhelenis“ 2)durch Auseinanderziehen von einer grossen Bruchspalte. Bisher hat man, von der unbewiesenen Vorstellung der unveränderlichen Lage jeden Landes ausgehend immer nur 1) berücksichtigt und 2) ignoriert. Dabei widerstreitet 1) aber der modernen Lehre von der Isostasie und überhaupt unseren physikalischen Vorstellungen. Ein Kontinent kann nicht versinken, denn er ist leichter als das, worauf er schwimmt. [...]“ (Wegener an Wladimir Köppen, Dez. 1911)

22 Passform als Argument? Wesentlich ist die Parallelität ganz unterschiedlicher (und auffälliger) Phänomene entlang der Küste. Argument: Geologische Phänomene sind lokal. An verschiedenen Stellen dasselbe Phänomen: Gemeinsame Ursache! (d.h. Verbindung der Phänomene) Landverbindung ist ausgeschlossen.  Kontinentaldrift. Bild?  Kognitiver Aufwand.

23 Gegenargument im Bild? Aus: Charles Longwell (1928)

24 Kriterienliste Richtigkeit Zweckmässigkeit Inhalt Informationsgehalt Repräsentation kognitiver Aufwand Zeichenökonomie Kommunizierbarkeit

25 Kriterien der Bild-Optimierung  Richtigkeit.

26 Kriterien der Bild-Optimierung  kognitiver Aufwand. 1912 1929 1915 (Dacqué)

27 Kriterien der Bild-Optimierung  kognitiver Aufwand. 1915 1929 1920  Richtigkeit

28 Der Huflattich (Aus: William Curtis, Flora Londinensis, 1777)

29 Der Huflattich (Aus: Johann Zorn, Abbildungen von Arzneygewächsen, 1779)

30 Wohlriechendes Ruchgras Staubbeutel: rosa (Aus: Johann C. D. Schreber, Beschreibung der Gräser nebst ihrer Abbildung, 1769)

31 Wohlriechendes Ruchgras Staubbeutel: rot (Aus: Jakob Sturm, Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur, 1798)

32 Wohlriechendes Ruchgras Staubbeutel: gelb (Aus: Jan Kops, Flora Batava, 1807)

33 Wohlriechendes Ruchgras Staubbeutel: blau?! (Aus: Johann W. Palmstruch, Svensk Botanik, 1802)

34 „What any representation means, and how it represents [...] depends on the system of representation within which it functions. [...] My point is not just that what represents is relative to a system of representation. Rather my point is that you can‘t tell for sure whether you are looking at a representation at all just by looking [...] One has to determine how the thing functions.“ (Block 1983, 511f.) [Fountain; Marcel Duchamp, 1917] Kontextabhängigkeit


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