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Peter Brezany Institut für Softwarewissenschaften Universität Wien

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Präsentation zum Thema: "Peter Brezany Institut für Softwarewissenschaften Universität Wien"—  Präsentation transkript:

1 Peter Brezany Institut für Softwarewissenschaften Universität Wien
XML und Datenbanken Peter Brezany Institut für Softwarewissenschaften Universität Wien

2 Inhalt Motivation XML Basiswissen XML/DB Abfragesprachen
DTD, XML Schema Wohlgeformtheit und Gültigkeit Klassifikation von XML Dokumenten XML/DB Anforderungen Eigenschaften Native XML Datenbanken (NXD) Abfragesprachen XQuery, XPath XML Prozessoren SAX, DOM SQL/XML

3 Motivation Java: „write once, run everywhere“
XML: „write once, read everywhere“ zur Darstellung und Transport von Information eingesetzt Zwischen Mensch-Mensch, Computer-Computer,.... Anwendungen für XML Datenbanken Platz um Webseite zu speichern Datenbank einer e-Commerce Anwendung die XML zum Daten transport verwendet Wenn Daten semistrukturiert sind Aufzeichnung von SOAP Nachrichten,

4 Schemabeschreibung mittels DTD
Darstellung, welche Elemente auftreten können und wie sie geschachtelt werden Also: Deklaration von Strukturinformationen Vorteile einer DTD: Entspricht einer Dokumentation für die XML-Dokumente Anwendungen können darauf reagieren Fehler in XML-Dokumenten können erkannt werden Oft bessere Qualität der XML-Dokumente, weil durchdachteres Vorgehen

5 XML Schema wesentlich umfangreichere Darstellungsmöglichkeiten als DTDs vordefinierte Datentypen Vielzahl von Standardtypen (int, float, string,....) die Möglichkeit zur Definition eigener Datentypen basieren auf den vordefinierten Datentypen XML-Syntax die Möglichkeit, Integritätsbedingungen darzustellen, die die Korrektheit der XML-Dokumente beschreiben Eindeutigkeitsbedingung (unique) Schlüssel (key) sowie Referenzen auf Schlüssel (keyref)

6 XML Schema vs. DTD XML Schema umfasst alle Modellierungsmöglichkeiten, die mit der DTD bereitstehen, mit Ausnahme von Entities. Übersetzung: DTD in XML Schema => verlustfrei, Entities werden vor der Übersetzung expandiert und dadurch aufgelöst. DTDs enthalten wesentlich weniger Darstellungsmöglich-keiten als XML Schema und auch keine Typinformationen. Übersetzung: XML Schema in DTDs => Informationen gehen verloren

7 Eigenschaften von XML Dokumenten
Wohlgeformtheit Dokument syntaktisch korrekt? Überprüft wird: Alle Elemente müssen ein Start-Tag und ein Ende-Tag haben, außer leere Elemente Korrekte Schachtelung von Tags Alle Attributwerte stehen in Hochkommas oder Anführungsstrichen Ohne zugeordnete DTD sind alle Attribute nach Definition vom Typ CDATA Keine mehrfach auftretenden Attributnamen an einem Element Alle Zeichen, die Markup sein könnten (Bsp <, &), dürfen nicht im Text auftreten, sondern müssen durch Entityreferenzen (< &) ersetzt werden Gültigkeit Wohlgeformtheit und entspricht das XML-Dokument der zugeordneten DTD/Schema? Getestet wird z.B.: Inhaltsmodelle der Elemente: so im Schema definiert? Attribute definiert?

8 Klassifikation von XML Dokumenten
Datenzentrierte Dokumente strukturiert, regulär Beispiele: Produktkataloge, Bestellungen, Rechnungen Dokumentzentrierte Dokumente unstrukturiert, irregulär Beispiele: wissenschaftliche Artikel, Bücher, s, Webseiten Semistrukturierte Dokumente datenzentrierte und dokumentzentrierte Anteile Beispiele: Veröffentlichungen, Amazon <order> <customer>Meyer</customer> <position> <isbn> </isbn> <number>2</number> <price currency=„Euro“>30.00</price> </position> </order> <content> XML builds on the principles of two existing languages, <emph>HTML</emph> and <emph>SGML</emph> to create a simple mechanism .. The generalized markup concept .. </content> <book> <author>Neil Bradley</author> <title>XML companion</title> <isbn> </isbn> <content> XML builds on the principles of two existing languages, <emph>HTML</emph> and .. </content> </book>

9 XML/DB Anforderungen effektive Speicherung
Keine optimale Lösung für alle Anwendungen Dokumentcharakter spielt entscheidende Rolle effizienter Zugriff auf XML-Dokumente oder Teile davon Transaktionsverwaltung Unterstützung von XPath und XQuery Unterstützung von SAX und DOM für Anwendungen Wiederherstellbarkeit der Dokumente

10 Speicherungsmöglichkeiten
Als Dateien / Clobs Speicherung der Dokumentstruktur Strukturierte Speicherung in (rel.) Datenbanken Volltextindex Abbildung der Graphstruktur Vollständiges Mapping Volltextindex und XML-Index Abbilden des DOM-Modells Benutzer- definiertes Mapping Textbasierte native Modellbasierte native Speicherung Speicherung

11 Volltext-Index bekannte Methode (älter als relationale Datenbanken)
<hotel> <hotelname>Hotel Hübner</hotelname> Begriff Verweis <adresse> hotel <plz>18119</plz> <ort>Warnemünde</ort> Warnemünde <strasse>Seestraße</strasse> Rostock <nummer>12</nummer> ort </adresse> anreisebeschreibung <anreisebeschreibung> Aus Richtung Rostock kommend ... </anreisebeschreibung> </hotel> bekannte Methode (älter als relationale Datenbanken) Verfahren aus dem Bereich der Dokumentverarbeitung

12 Volltext-Index Schemabeschreibung: Dokumentrekonstruktion:
nicht erforderlich Dokumentrekonstruktion: Dokumente bleiben im Original erhalten Anfragen: Anfragen des Information Retrieval Weitere Besonderheiten: Volltextfunktionen keine Auswertung des XML-Markups Einsatz für dokumentzentrierte XML-Anwendungen

13 Volltext und XML-Index

14 Volltext und XML-Index
XML - Struktur kann in Anfragen ausgewertet werden Einsatz von XPath und XQuery ist dadurch möglich Schemabeschreibung: nicht erforderlich Dokumentrekonstruktion: Dokumente bleiben im Original erhalten Anfragen: Anfragen des Information Retrieval Auswertung des Markup in den Anfragen möglich Weitere Besonderheiten Volltextfunktionen Einsatz: für dokumentzentrierte und semistrukturierte Anwendungen

15 Speicherung der Graphenstruktur
Verwendung von Relationen zur Speicherung von Elementen und Attributen Elemente: Elementname | Wert | Verweis auf Vorgänger | Ordnung Attribute: Attributname | Wert | Verweis auf Element Damit ist die Zuordnung von Inhalten zur Struktur, sowie die vollständige Wiederherstellung der Struktur möglich

16 Speicherung der Graphenstruktur
Schemabeschreibung: zur Speicherung nicht erforderlich Dokumentrekonstruktion: möglich, aber sehr aufwändig Anfragen: angepasste DB-Anfrage Weitere Besonderheiten: Anfragen über vielen Elementen/Attributen sind aufwändig Einsatz: daten-,dokumentzentrierte und semistrukturierte XML-Dokumente

17 Vollständiges Mapping auf rel. DB
<hotel url="www.hotel-huebner.de"> <hotelname>Hotel Hübner </hotelname> <adresse> <ort>Warnemünde</ort> <strasse>Seestraße</strasse> ... </adresse> <preise> <einzelzimmer>198 </einzelzimmer> </preise> </hotel> Hotel: HotelID Hotelname Adresse Preise H0001 Hotel Hübner A0001 P0001 XML-Dokument Adresse: AdresseID Ort Strasse ... A0001 Warnemünde Seestraße Preise: PreiseID Einzelzimmer ... P0001 198 DTD ist erforderlich - typgerechte Speicherung

18 Vor/Nachteile vollständ. Mapping
Vorteile: bei der Speicherung strukturierter Daten Anfragen, Datentypen, Aggregatfunktionen, Sichten Integration in andere Datenbanken Nachteile: bei der Speicherung semi- und unstrukturierter Daten großes Schema, schwach gefüllte Datenbanken, viele Nullwerte Keine flexiblen Datentypen, Speicherung von Alternativen problematisch Fehlende Information Retrieval Anfragen, keine Volltextoperationen möglich

19 Vollständiges Mapping auf rel. DB
Schemabeschreibung: zur Speicherung erforderlich Dokumentrekonstruktion: nur eingeschränkt möglich (Protokollierung des Abbildungsprozesses) Anfragen: Datenbankanfragen Weitere Besonderheiten: Föderationen mit bestehenden Datenbanken möglich Einsatz: für datenzentrierte XML-Anwendungen

20 Benutzerdefiniertes Mapping
Hotel Hübner Hotel_URL Hotelpreise Name Einzelzimmer 198 Datenbank <ClassMap> <ToClassTable> </ToClassTable> <Table Name="Hotelpreise"/> <ElementType Name="hotel"/> <hotel url="www.hotel-huebner.de"> <hotelname>Hotel Hübner</hotelname> <adresse> <ort>Warnemünde</ort> ... </adresse> <preise> <einzelzimmer>198</einzelzimmer> </preise> </hotel> <strasse>Seestraße</strasse> <PropertyMap> <ToColumn> </ToColumn> </PropertyMap> <Attribute Name="url"/> <Column Name="Hotel_URL"/> <ElementType Name="hotelname"/> <Column Name="Name"/> </Classmap> XML-Dokument Mapping Vorschrift

21 Benutzerdefiniertes Mapping
Schemabeschreibung: Zur Speicherung erforderlich Dokumentrekonstruktion: Meist nicht möglich (Voraussetzung: Protokollierung des Abbildungsprozesses vollständige Abb.) Anfragen: Datenbankanfragen Weitere Besonderheiten: Integration in bestehende Datenbanken möglich XML-Dokumente und DB voneinander unabhängig Einsatz: für datenzentrierte XML-Anwendungen

22 Native XML Database Spezialisiert für die Speicherung von XML Daten
XML Dokumente gehen rein/raus Muss keine Stand-alone Datenbank sein Kein neues low-level Datenbank Modell Sollen nicht alle bestehenden Datenbanken ersetzen OpenSource (Xindice, eXist) sowie kommerzielle Lösungen (Tamino)

23 XML Abfragesprachen XPath XQuery
Pfadausdrücke zur Adressierung von XML Fragmenten Grundlage für viele weitere Standards XSLT Xquery Von meisten XML Datenbanken unterstützt grundlegendes Konstrukt sind XPath-Ausdrücke: Pfadausdrücke (Location path), logische und mathematische Verknüpfungen, Funktionsaufrufe sind vom Typ her Knotenmengen oder Werte (boolean, number, string) XQuery Praktische Beispiele:

24 XML Abfragesprachen

25 XQuery Basiert auf Xpath SQL ähnlich Ausdrücke: FOR-LET-WHERE-RERTURN
FOR/LET: geordnete Liste von Tupeln gebundener Variablen WHERE: eingeschränkte Liste von Tupeln gebundener Variablen RETURN: Ergebniskonstruktion, Instanzen des XML Query data model Ausdrücke: Konstanten und Variablen: „Hallo“ $x Kommentare: {-- Kommentar --} Sequenzen: (1, /a/b/c, „Hallo“)

26 XQuery Operatoren und Funktionen Elementkonstruktoren Sortierung
sum( $a + 1, $b – 2 ) $zaus UNION $haus Benutzerdefinierte Funktionen Elementkonstruktoren reines XML, wird so in das Ergebnis übernommen, wie es ist XML mit geschachtelten Ausdrücken in ’{’ ’}’ Sortierung FOR $h IN /hotel[name = "Hübner"] ORDER BY zimmer/preis DESCENDING RETURN $h

27 XQuery Bedingte Ausdrücke Verwendung von Quantoren
IF expr THEN expr ELSE expr Verwendung von Quantoren SOME var IN expr SATISFIES expr EVERY var IN expr SATISFIES expr Typwandlung mit CAST und TREAT Typprüfung mit INSTANCEOF und TYPESWITCH

28 XQuery Beispiel <hotel name="Hotel Neptun">
<zimmertyp typ="EZ" preis="180" währung="DM"/> <foto href="neptun01.jpeg"/> </hotel> <hotel name="Hotel Hübner"> <zimmertyp typ="EZ" preis="150" währung="DM"/> <zimmertyp typ="DZ" preis="180" währung="DM"/> <hotel name="Pension Dräger"> <foto href="bild-pd01.jpeg"/> <foto href="bild-pd02.jpeg"/>

29 XQuery Beispiel Ergebnis: <billighotels> FOR $h IN //hotel
FOR $z IN $h/zimmertyp WHERE <= 100 RETURN <hotel> <name> </name> <preis> </preis> </hotel> </billighotels> Ergebnis: <billighotels> <hotel><name>...</name><preis>...</preis></hotel> ... </billighotels>

30 XML Prozessoren machen den Inhalt eines XML-Dokumentes für eine Anwendung verfügbar Standardisierte Schnittstellen für zahlreiche Programmiersprachen (Java, Phyton, C, C++, ...) Einbindung von Bibliotheken Auflösen von Entities nichtvalidierend / validierend in Bezug auf DTD oder XML Schema

31 SAX – ereignisorientierte Abarbeitung
startDocument() durch Bestandteile des Dokumentes werden Aktionen ausgelöst sequentielle Abarbeitung im Anwendungspro-gramm müssen die Methoden definiert werden, die durch Auftreten von Dokumentbestandteilen ausgelöst werden zustandslos <?xml version="1.0"?> <hotel id= startElement("hotel", AttributeList( length=1, {name= value= <hotelname> startElement("hotelname", null) Strand Hotel Hübner </hotelname> endElement("hotelname") <adresse> startElement("adresse", null) <ort> startElement("ort", null) Warnemünde characters(char[], start, length) </ort> endElement("ort") <telefon> . . . 0381/548230 </telefon> </adresse> endElement("adresse") </hotel> endElement("hotel") endDocument()

32 DOM - Manipulation von Baumstrukturen
XML-Dokument als Baum dargestellt, Zugriff kann durch Navigation erfolgen Manipulation des Dokumentstruktur ebenfalls möglich Löschen Einfügen ändern

33 Vergleich DOM - SAX XML- DTD Dokument Parser DOM SAX startDocument
startElement Anwendung, startElement implemen- tiert endElement Document ... Handler endDocument

34 Einsatz von SAX und DOM SAX einfacher Zugriff
einfach strukturierte oder gleichartig strukturierte Dokumente auch geeignet für sehr große XML-Dokumente Zugriff nur auf geringe Anteile eines Dokumentes DOM Navigation durch Dokumentstruktur dadurch kontextabhängige Zugriffe Manipulation der Struktur Für sehr große XML-Dokumente problematisch auch Speicherungsstruktur

35 SQL/XML ANSI-Standard
Version 2003 bzw (in Arbeit) Hersteller wie IBM, Oracle, Microsoft, Informix und Software AG beteiligt Features: Ausgabe von Relationen als XML-Dokument Ausgabe von Anfrageergebnissen und Sichten als XML-Dokument Abbildung von Datenbanktypen auf Typen von XML-Schemata und umgekehrt Konvertierung der Daten aus Datenbanken auf Werte in XML-Dokumenten Übersicht: Eisenberg, „SQL/XML is making good progress“, 2002

36 SQL/XML Ausgabe der Relation Employee als XML Dokument im Schema Admin
<row> <EMPNO>000010</EMPNO> <FIRSTNAME>CHRISTINE</FIRSTNAME> <LASTNAME>HAAS</LASTNAME> <BIRTHDATE>i </BIRTHDATE> <SALARY>52750.OO</SALARY> </row> ... </EMPLOYEE> ..... </Admin>

37 SQL/XML Ausgabe von Anfrageergebnissen und Sichten
Darstellung von Null Values: Tabellen und XQuery <row> <EMPNO>000010</EMPNO> <FIRSTNAME>CHRISTINE</FIRSTNAME> <LASTNAME >HAAS </LASTNAME> <BIRTHDATE xsi:nil="true" /> <SALARY> </SALARY> </row> <row> <EMPNO>0000I0</EMPNO> <FIRSTNAME>CHRISTINE</FIRSTNAME> <LASTNAME>HAAS </LASTNAME > <SALARY> </SALARY> </row> highemps> { for Se in table{"Sample_db",...)/EMPLOYEE/row where Be/SALARY > 40000 return <emp> { Se/FIRSTNME, $e/LASTNAME } </emp> } </highemps>

38 Zusammenfassung Es ist wichtig, Dokumentenklassen zu kennen um richtige Speichermöglichkeit zu finden XQuery ist mächtigerer „Nachfolger“ von XPath 1.0 XML Prozessoren um Ergebnisse von Anfragen an Datenbanken die XML zurückliefern weiterverarbeiten zu können SAX: arbeitet ereignisorientiert DOM: Baummanipulationen möglich SQL/XML ist Versuch um wichtige Aufgaben beim Umgang mit XML in Datenbanken zu standardisieren Verwendet XQuery

39 Resources Open Source Native XMLDB Open Source XQuery Processor
Apache Xindice: Supports XPath eXist: Supports XPath 2.0 and XQuery 1.0 Open Source XQuery Processor SAXON: Supports XSLT 2.0 and XQuery 1.0 Mehr Information zu XML und Datenbanken Ronald Bourret 2004


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