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Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei

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Präsentation zum Thema: "Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei"—  Präsentation transkript:

1 Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei
Informationen zur DIN – Norm 33430 Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen Martin Kersting

2 1 2 3 4 5 DIN 33430 u Agenda Entstehungsgeschichte und Inhalte
Rechtliche Bedeutung 2 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 3 Pro und Contra 4 Weiterführende Literatur 5

3 Obmann: Prof. Dr. Lutz F. Hornke (DGPs)
DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen 1994: Initiative des BdP 11. Juli 1995: Antragsstellung ab 9. Juni 1997: Kommissionsarbeit 28. Nov. 1997 Expertenhearing „Bad Breisig“ Oktober 2000: Entwurf („Gelbdruck“) Juni 2002 Publikation Aktive Mitglieder der DIN Kommission: Ackerschott, H. (IST) Dr. Lundberg, H. (Schuhfried) Gantner, N. (teme) Dr. Melter, A. (Bundeswehr) Dr. Haase, D. (Sparkasse) Moos, S. (Hogrefe) Heyse, H. (Schulpsy. Dienst) Dr. Mühlbauer, H. (DIN) Prof. Dr. Hilke, R. (BA) Dr. Reimann, G. (Gideon) Dr. Hogrefe, J. (Hogrefe) Dr. Rüssmann-Stöhr, C. (BeraTrain) Horn, R. (Swets) Sänger, K. (IfP) Dr. Kersting, M. (DGP) Prof. Dr. Schmitt, G. (BdP) Lang, F. (BdP) Prof. Dr. Wottawa, H. (DGPs) Obmann: Prof. Dr. Lutz F. Hornke (DGPs)

4 Die Norm wurde im Juni 2002 verabschiedet, sie ...
DIN Inhalte Die Norm wurde im Juni 2002 verabschiedet, sie ... enthält keine Überraschungen umfasst 17 Seiten Text plus 7 Seiten Glossar gibt keine Verfahrensempfehlungen / Verbote ist praxisorientiert (von permanenten Auswahlprozessen bis zum kleinen Handwerksmeister) ist keine Produkt-, sondern eine Prozessnorm DIN. (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Berlin: Beuth.

5 1. Qualitätskriterien und -standards
DIN Inhalte Die DIN beschreibt... 1. Qualitätskriterien und -standards für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen die Planung von berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen die Auswahl, Zusammenstellung, Durchführung u. Auswertung v. Verfahren sowie die Interpretation der Verfahrensergebnisse und die Urteilsbildung 2. Qualifikationsanforderungen an die an der Eignungsbeurteilung beteiligten Personen  Gegenstand der Norm sind Eignungsbeurteilungen, nicht aber Personalentscheidungen DIN. (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Berlin: Beuth.

6 Die Norm dient DIN 33430 - Inhalte
Die Norm dient als Leitfaden für die Planung und Durchführung von Eignungsbeurteilungen als Maßstab zur Bewertung externer Angebote der Qualitätssicherung und -optimierung dem Schutz der Kandidaten DIN. (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Berlin: Beuth.

7 Anforderungen nach DIN 33430 (Beispiele)
DIN Inhalte Anforderungen nach DIN (Beispiele) Arbeits- und Anforderungsanalyse als Grundlage ausführliche Verfahrenshinweise (Manuale) für alle Verfahren vorab Festlegung aller Regeln (z.B. Interpretation) die Gültigkeit der Reliabilitäts- Validitäts und Normwerte ist spätestens alle acht Jahre zu überprüfen Normwerte entsprechend d. Referenzgruppe der Kandidat(inn)en den Beurteilungsdimensionen müssen vorab Beispielaussagen und Beispielverhaltensweisen zugeordnet werden die Streubreite der Urteile mehrerer Assessoren ist festzuhalten nachvollziehbare Dokumentation des Prozesses Verantwortliche und Mitwirkende müssen über Kenntnisse u. angeleitete Praxiserfahr. verfügen DIN. (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Berlin: Beuth.

8 1 2 3 4 5 DIN 33430 u Agenda Entstehungsgeschichte und Inhalte
Rechtliche Bedeutung 2 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 3 Pro und Contra 4 Weiterführende Literatur 5

9 DIN 33430 – Rechtliche Verbindlichkeit
DIN-Normen sind keine Rechtsnormen. Dem DIN Institut fehlt als privater Verein die Kompetenz zur Rechtssetzung. Dennoch können DIN-Normen Bedeutung bei der richterlichen Entscheidungsfindung erlangen, nämlich wenn sie zur Ausfüllung allgemein gehaltener Begriffe ("allgemein aner-kannte Regeln der Technik") oder unklarer vertraglicher Regelungen herangezogen werden. DIN-Normen finden bei Gericht Beachtung, um den Standard eines bestimmten Faches zu ermitteln. Dabei kann das Gericht die DIN-Norm als eine Art Beweismittel heranziehen. Verantwortliche für die Eignungsbeurteilung, die Verfahren ohne eine rationale Begründung anwenden, kommen damit im Falle von recht-lichen Auseinandersetzungen in einen Begründungszwang. Die Verant-wortlichen müssen sich mit der Standardsetzung durch die DIN-Norm auseinandersetzen. Literatur: Abeln, C. & Reimann, G. (2004). DIN und die Folgen. Personalauswahl und -entwicklung im Umbruch. Arbeit und Arbeitsrecht, 11, 8-15 Kersting, M. & Püttner, I. (2006). Personalauswahl: Qualitätsstandards und rechtliche Aspekte. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie (2. Aufl., S ). Göttingen: Hogrefe. Wegener, M. (2003). Rechtliche Verbindlichkeit der DIN für Behörden und Gerichte. DGP Informationen, 48, Heft 57, S

10 DIN 33430 – Rechtliche Verbindlichkeit
Der DIN kann im Zuge des „Allgemeinen Gleichbehandlungs-gesetz (AGG)“, welches am 1. August 2006 in Kraft getreten ist, eine besondere Bedeutung zukommen. Um seinen Anspruch auf Ersatz seines materiellen und immateriellen Schadens ("Schmerzensgeld") durchzusetzen, braucht der Benach-teiligte zukünftig nur Tatsachen vorzutragen, aus denen sich schließen lässt, dass die benachteiligende Behandlung auf einem der verbotenen Gründe beruht ("Vermutungstatsachen"). Der Arbeitgeber muss dann beweisen, dass seine Entscheidung auf sachlichen Gründen beruht (übertrieben wäre es eine „Beweislastumkehr“). Wenn das Auswahlverfahren den Anforderungen der DIN genügt, wird es dem Arbeitgeber am ehesten gelingen, eine rein an den beruflichen Anforderungen orientierte Auswahlentscheidung nachzu-weisen und damit den Schadensersatzanspruch abzuwehren (DIN als Beweiserleichterung). Zum AGG: Siehe: Kersting, M. & Püttner, I. (2006). Personalauswahl: Qualitätsstandards und rechtliche Aspekte. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie (2. Aufl., S ). Göttingen: Hogrefe.

11 DIN 33430 – Rechtliche Verbindlichkeit
Vertraglich kann die DIN als verbindlich vereinbart werden, z.B. durch Bezugnahme im Vertrag zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Beispiel: „Der Auftragnehmer verpflichtet sich, die Vorauswahl nach den Regelungen der DIN vorzunehmen.“ Auf diese Weise erwirbt der Auftraggeber einen Anspruch auf Leistung nach DIN. Kersting, M. & Püttner, I. (2006). Personalauswahl: Qualitätsstandards und rechtliche Aspekte. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie (2. Aufl., S ). Göttingen: Hogrefe.

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Rechtliche Bedeutung 2 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 3 Pro und Contra 4 Weiterführende Literatur 5

13 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430
Mittlerweile hat die DIN zahlreiche Begleit- und Folgemaßnahmen nach sich gezogen. Checklisten ermöglichen ein rasches Screening, ob die Prozesse den Anforderungen der DIN genügen Darüber hinaus gibt es die Möglich-keit Fortbildungen zu besuchen und eine Personenlizenz für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN zu erwerben. Organisationen können durch Zertifikate nachweisen, dass ihre Organisation bestimmten Qualitäts-forderungen gerecht wird. Das neue Testbeurteilungssystem des Testkura-toriums nimmt explizit Bezug auf die DIN Mit verschiedenen Maßnahmen wird die Internationalisierung voran getrieben. Checklisten zur DIN 33430 Fortbildungen und Lizenzprüfungen zur Personenlizenzierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430 Zertifizierung DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Internationalisierung Aus: Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

14 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 – Checklisten zur DIN 33430
Mit dem Standard „DIN 33430“ ist ein Qualitäts-Sollwert für die eignungs-diagnostische Praxis gesetzt. Die Wahrnehmung des Ist-Zustands sowie der Vergleich von Ist- und Sollwert kann durch Checklisten unterstützt werden. Checklisten zur DIN ermöglichen eine erste Prüfung und eine Überwachung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. Die Anwendung kann auf mögliche Qualitätsmängel aufmerksam machen, so dass in der Folge die Ursachen mangelnder Qualität beseitigt werden können. Kersting hat eine Checkliste zur DIN erstellt und dafür den Text der DIN in 318 Einzelaussagen zerlegt sowie thematisch geordnet. „DIN SCREEN“ bildet die Kapitel 4 bis 7 der DIN sowie den Anhang A – und somit alle normativen Aussagen der DIN (mit Ausnahme der normativen Verweisungen) – vollständig ab. Die erste Version der DIN SCREEN Checkliste (Kersting, 2006) wurde mittlerweile durch die zweite Version (Kersting, 2008) abgelöst. (Mehr Informationen unter: Die „Checkliste 1“ der Publikation „DIN SCREEN“ gilt offiziell als „Standard zur Infor-mation und Dokumentation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenver-einigungen“. Kersting, M. (2006). „DIN Screen“ - Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. Lengerich: Pabst Science Publishers. Kersting, M. (2008). DIN Screen, Version 2. Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. In: M. Kersting, Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz (S ). Göttingen: Hogrefe.

15     Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
Checklisten zur DIN Beispiel Aus: Kersting, M. (2008). DIN Screen, Version 2. Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. In: M. Kersting, Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz (S ). Göttingen: Hogrefe.

16 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
Checklisten zur DIN – DIN-SCREEN Anforderungen an Verfahrenshinweise (Aussagen 1-140) Planung von berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen (Aussagen ) Auswahl und Zusammenstellung von Verfahren (Aussagen ) Durchführung, Auswertung und Interpretation der Verfahrensergebnisse sowie Urteilsbildung (Aussagen ) Dokumentation (Aussagen ) Anforderungen an die Qualifikation der an der Eignungsbeurteilung beteiligten Personen (Aussagen Kersting, M. (2008). DIN Screen, Version 2. Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. In: M. Kersting, Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz (S ). Göttingen: Hogrefe.

17 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
Fortbildungen und Lizenzprüfungen zur Personenli-zenzierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen In einer Weiterentwicklung der DIN hat die Föderation Dt. Psychologen-vereinigungen eine „Fortbildungs- und Prüfungsordnung zur Personenlizen-zierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430“ erlassen. Die Inhalte der Fortbildungen sowie der Lizenzprüfungen wurden unmittelbar aus den in der DIN formulierten „Qualitätsanforderungen an den Auftrag-nehmer und die Mitwirkenden“ abgeleitet . Das Fortbildungs- und Prüfungssystem der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen sieht drei unterschiedlichen Lizenzen vor: Lizenz MV für Mitwirkende an Verhaltensbeobachtungen Lizenz ME für Mitwirkende an Eignungsinterviews Lizenz A für Auftragnehmer Informationen zum Intensivtraining zur Eignungsbeurteilung nach DIN 33430: Das Testkuratorium hat ein Buch mit dem Titel „Grundwissen für die berufs-bezogene Eignungsbeurteilung nach DIN 33430“ herausgegeben (Westhoff et al., 2005) in dem die benötigten Kenntnisse von 12 Autoren erläutert werden. Sowohl die Fortbildungen als auch die Lizenzprüfungen orientieren sich an diesem Buch. Westhoff, K., Hellfritsch, L. J., Hornke, L. F., Kubinger, K. D., Lang, F., Moosbrugger, H., Püschel, A. & Reimann, G. (Hrsg.). (2005). Grundwissen für die berufsbezogene Eignungsbeurteilung nach DIN (2. überarbeitete Aufl.). Lengerich: Pabst.

18 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
Fortbildungen und Lizenzprüfungen zur Personenli-zenzierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen Informationen zum Intensiv-training zur Eignungsbeurteil-ung nach DIN 33430: www. psychologenakademie.de/ wirtschaft Das Fortbildungs- und Prüfungssystem der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen sieht drei unterschied- liche Stufen / Lizenzen vor: 3. Erweiterte Kenntnisse (zusätzlich notwendig für Auftragnehmer; drei zusätzliche Teilprüfungsleistungen) Kenntnisse u.a. zu (3a) Anforderungsanalysen (3b) Verfahren (z. B. Testtheorien) (3c) Eignungsbeurteilungen Kenntnisse u. a. zu (2a) Interviewklassifikationen, (2b) Handhabung von Interviewleitfäden (2c) Frage- und Formulierungstechniken (2d) interviewbezogene Beurteilungskriterien (2e) Fragebereiche und ihre rechtl. Zulässigkeit 2. Erweiterte Kenntnisse (zusätzlich notwendig für Mit- wirkende an Eignungsinterviews; eine zusätzliche Teilprüfungsleistung) 1. Grundkenntnisse (ausreichend f. Mitwirkende Verhaltensbeobachtung; zwei Teilprüfungsleistungen) (1) Kenntnisse über Rahmenbedingungen von Verfahren zur mündlichen Informationsgewinnung, über einschlägige Evaluationen sowie über spezifizierte Bereiche aus dem Themenkontext Beobachtung und Beurteilung (z. B. Beobachtungseinheiten, Ratingverfahren, Beobachtungsfehler usw.). Abbildung 4 aus: Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

19 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
Fortbildungen und Lizenzprüfungen zur Personenli-zenzierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen Die Prüfungsfragen werden zentral durch den Lizenzprüfungsausschuss festgesetzt zeitgleich und lokal vorgegeben Im multiple-choice Format vorgegeben Weitere Informationen und Prüfungsanmeldung bei der Dt. Psychologen Akademie in Bonn - Tel.: Trainer(innen): sind Lizenzinhaber sind niemals zugleich Prüfer(innen) Lizenzinhaber(innen) können sich in ein Register eintragen lassen Siehe Photo: Pixelquelle.de

20 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 – Zertifizierung
Für Organisationen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Übereinstimmung (Konformität) bezüglich der Qualitätsforderungen der DIN zu dokumentieren. Eine so genannte „First party“-Zertifizierung bezeichnet die Eigen- oder Selbsterklärung der Konformität. Bei der „Second party“-Zertifizierung wird die Konformitätserklärung durch einen Vertragspartner ausgesprochen. Beispielsweise erklärt ein Automobilhersteller einen Zulieferer für konform. Die Zertifizierung mit der höchsten Glaubwürdigkeit und einer hohen werblichen Wirkung ist die so genannte „Drittzertifizierung“, bei der eine dritte, unabhängige Stelle erklärt, dass eine Organisation normenkonform ist. Die Zertifizierung erfolgt durch private Unternehmen, wie beispielsweise DEKRA, DIN/CERTCO oder TÜV. Darstellung nach: Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

21 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Es besteht ein enger inhaltlicher Zusammenhang zwischen den Themen „DIN 33430“ und „Testbeurteilungen“, dieser Zusammenhang erschließt sich aber aufgrund der nachfolgend genannten drei Gründe nicht auf den ersten Blick: (1) Die DIN bezieht sich allein auf berufsbezogene Eignungsbeurteilungen (2) sie ist eine Prozess- und keine Produktnorm (3) sie bezieht sich nicht explizit auf Tests, sondern auf alle Verfahren der Eignungsbeurteilung (also z. B. auch auf Interviews und Assessment Center) Welche Bedeutung kann der DIN unter diesen Umständen für allgemeine Testrezensionen zukommen? Kersting (2006, 2008) hat eine Checkliste zur DIN erstellt: 140 Aussagen (44% aller Aussagen) der DIN formulieren An-forderungen an Verfahrenshinweise (auch „Handanweisungen“ oder in Bezug auf Tests „Testmanuale“ genannt). Diese Teilmenge der DIN wurde zu einer eigenständigen Checkliste „Anforderungen an Verfahrenshinweise“ zusammen-gefasst, die auch online verfügbar ist (http://www.kersting-internet.de/DIN-Screen.html). Die DIN fordert von den Testautor(inn)en und / oder -ver-treibern umfassende Informationen zur Konstruktion und empirischen Über-prüfung sowie zur Anwendung, Auswertung und Interpretation der Verfahren ein. Kersting, M. (2006). Zur Beurteilung der Qualität von Tests: Resümee und Neubeginn. Psychologische Rundschau, 57, Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

22 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Verfahrenshinweise, die diesen umfangreichen Anforderungen nicht gerecht werden, entsprechen nicht der DIN Damit kann ein Prozess, bei dem ein Test mit derartig unzureichenden Verfahrenshinweisen eingesetzt wird, insgesamt auch nicht der DIN entsprechen. Man kann somit zwar niemals formulieren, dass ein Test der DIN entspricht, gleichwohl kann man aber konstatieren, dass ein Prozess der Eignungsbeurteilung nicht der DIN entspricht, weil bereits ein Prozesselement nicht den DIN Anforderungen genügt. Während sich zahlreiche Aussagen der DIN explizit nur auf die Eignungs-beurteilung beziehen, kann die hier in Frage stehende Teilmenge der DIN im Umfang von 140 ausgewählten, verfahrensbezogenen Aussagen auf Tests aus allen Anwendungsbereichen angewendet werden. Die „Checkliste 1“ der Publikation „DIN SCREEN“ gilt offiziell als „Standard zur Information und Dokumentation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen“. Kersting, M. (2006). Zur Beurteilung der Qualität von Tests: Resümee und Neubeginn. Psychologische Rundschau, 57, Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

23 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Beispielaussagen aus der „Checkliste 1“ der Publika-tion „DIN SCREEN“ (Version 2, Kersting, 2008), die offiziell als „Standard zur Information und Dokumen-tation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen“ gilt. Weitere Informationen: Aus: Kersting, M. (2008). DIN Screen, Version 2. Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen. In: M. Kersting, Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz (S ). Göttingen: Hogrefe.

24 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Das Testkuratorium (TK) der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen hat ein System zur Information über und Beurteilung von Tests entwickelt und verab-schiedet (Testkuratorium, 2006), welches die DIN berücksichtigt (Testbeur-teilungssystem des Testkuratoriums, TBS-TK). Das System umfasst die folgenden drei Stufen: Stufe 1: Prüfung der Informationsgrundlage nach DIN mit Hilfe der Checkliste 1 der DIN-SCREEN Stufe 2: Testbeschreibung nach einem vorgegebenen Raster und unter Be-rücksichtigung der Datenbankkompatibilität Stufe 3: Testbeurteilung und -rezension durch zwei unabhängige Rezensenten auf der Grundlage einer Beurteilungsrichtlinie Die Rezensionen werden im Report Psychologie veröffentlicht und sind online unter verfügbar. Testkuratorium (2006). TBS-TK. Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen. Report Psychologie, 31, Sowie Psychologische Rundschau, 58,

25 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 –
DIN und die Beurteilung der Qualität von Tests Bewertung (*) Max. Zeichen (mit Leerzeichen) für die freie Bewertung Allg. Informationen über den Tests, Beschreibung des Tests und seiner diagnostischen Zielsetzung frei und formalisiert 1000 Theoretische Grundlagen als Ausgangspunkt der Testkonstruktion frei Objektivität Normierung / Eichung Zuverlässigkeit (Reliabilität, Messgenauigkeit) Gültigkeit (Validität) frei und formalisiert1 Weitere Gütekriterien (Störanfälligkeit, Unverfälschbarkeit, Skalierung) Abschlussbewertung / Empfehlung 2000 Gesamt: max. 9000 Kategorien des Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums (TBS-TK) (*) Zur formalen Bewertung ist eine vierstufige Skala vorgesehen: „Der Test erfüllt die Anforderungen (…) (a) voll, (b) weitgehend, (c) teilweise und (d) nicht.“ 1 Auch unter Berücksichtigung der Fairness (soweit in Anspruch genommen) Testkuratorium (2006). TBS-TK. Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen. Report Psychologie, 31, Sowie Psychologische Rundschau, 58,

26 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 – Internationalisierung
Internationale Wahrnehmung und Verbreitung der DIN durch die Ver-öffentlichung der englischen Fassung (Hornke, 2005) sowie durch eine eng-lischsprachige Darstellung in einer int. Fachzeitschrift (Kersting & Hornke, 2006) Explizite Inanspruchnahme der DIN durch eine andere Nation: In Österreich gilt die ÖNORM D 4000 (Österreichisches Normungsinstitut, 2005), die Anforderungen an Prozesse und Methoden in der Personalauswahl und -entwicklung formuliert und sich explizit auf die DIN bezieht. ISO Norm: Die Auftaktsitzung mit Experten aus 12 europäischen und außereuropäischen Staaten (u. a. Deutschland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Japan, Niederlande, Österreich, Schweden, Spanien und USA) fand am 8. und 9. März 2007 unter der Leitung von Prof. Hornke (Chairman) in Berlin statt. Die zu entwickelnde ISO/PC230 Norm trägt den Titel “Procedures and methods to assess people in work and organizational settings”. Die umfangreichen Arbeiten sollen nach Möglichkeit bis 2010 abgeschlossen werden. Im Zuge dieser Projektarbeit wird die DIN zu Beratungszwecken herangezogen. Österreichisches Normungsinstitut. (2005). ÖNORM D 4000: Anforderungen an Prozesse und Methoden in der Personalauswahl und -entwicklung. Wien: Österreichisches Normungsinstitut. Hornke, L. F. (2005). Die englische Fassung der DIN In K. Westhoff et al. (Hrsg.), Grundwissen für die berufsbezogene Eignungsbeurteilung nach DIN (2. überarbeitete Aufl., S ). Lengerich: Pabst. (Freier Download unter Kersting, M. & Hornke, L. F. (2006). Improving the quality for proficiency assessment: The German standardization approach. Psychology Science, 48,

27 1 2 3 4 5 DIN 33430 u Agenda Entstehungsgeschichte und Inhalte
Rechtliche Bedeutung 2 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 3 Pro und Contra 4 Weiterführende Literatur 5

28 Contra (u. a. vom BdA und vom Dt. Städtetag)
DIN Pro und Contra Contra (u. a. vom BdA und vom Dt. Städtetag) Es besteht kein Bedarf für die DIN 33430 Durch die DIN wird die interne unternehmerische Handlungsfreiheit und die Flexibilität der Arbeitgeber eingeschränkt Die Anforderungen der DIN seien „schlicht nicht umsetzbar“ (z. B. die hohen Dokumentationsanforderungen) Die DIN ist kompliziert geschrieben („Fachchinesisch“) Andere Gruppen zeigen sich enttäuscht, dass die DIN keine Produkt-Norm ist (z. B. im Sinne eines Test-TÜV) Ein Großteil der Kritik beruht auf Missverständnissen. Die häufigsten Missverständnisse werden bei Kersting (2008) dargestellt und aufgeklärt. Schmidt-Rudloff, R. (2002). DINormale Auswahl. Arbeitgeber Magazin, 54, 9-10. Nach: Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

29 DIN Pro und Contra Pro Ausgangspunkt eines soliden Qualitätsmanagements Aufklärungen und Vertragsvereinbarungen können durch den Hinweis auf die DIN abgekürzt werden Erleichterte Bewertung externer und interner Anbieter Die notwendigen Dokumentationen tragen zur Routinisierbarkeit der Prozesse bei ersparen Einarbeitungszeit explizieren und schützen das implizit vorhandene Wissen Der Nutzen einer qualitativ hochwertigen Personalauswahl übertrifft allen Erfahrungen nach stets die Kosten Nach: Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. Weitere Informationen unter

30 1 2 3 4 5 DIN 33430 u Agenda Entstehungsgeschichte und Inhalte
Rechtliche Bedeutung 2 Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430 3 Pro und Contra 4 Weiterführende Literatur 5

31 http://www.kersting-internet.de/DIN-Buch abgerufen werden.
DIN – Literatur: Herausgeberwerke und Monographien DIN. (2002). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen. Berlin: Beuth. Hornke, L.F. & Winterfeld, U. (Hrsg.). (2004). Eignungsbeurteilungen auf dem Prüfstand: DIN zur Qualitätssicherung. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag. Kersting, M. (2008). Qualität in der Diagnostik und Personalauswahl - Der DIN Ansatz. Göttingen: Hogrefe. (Inklusive der Version 2 der DIN Screen Checklisten.) (Weitere Informationen unter Westhoff, K. (Hrsg.). (2006). Nutzen der DIN Praxisbeispiele und Checklisten. Lengerich: Pabst Science Publishers. Westhoff, K., Hellfritsch, L.J., Hornke, L.F., Kubinger, K.D., Lang, F., Moosbrugger, H., Püschel, A. & Reimann, G. (Hrsg.). (2005). Grundwissen für die berufsbezogene Eignungsbeurteilung nach DIN (2., überarbeitete Aufl.). Lengerich: Pabst Science Publishers.  Eine Literaturliste zum Thema DIN kann unter abgerufen werden.

32 Kontakt PD Dr. Martin Kersting E-Mail: Martin@Kersting-internet.de
www:


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