Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Depression. Was ist die gesundheitspolitische Herausforderung von Depression, Angst und Sucht? Angst-, depressive und Abhängigkeitserkrankungen haben.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Depression. Was ist die gesundheitspolitische Herausforderung von Depression, Angst und Sucht? Angst-, depressive und Abhängigkeitserkrankungen haben."—  Präsentation transkript:

1 Depression

2 Was ist die gesundheitspolitische Herausforderung von Depression, Angst und Sucht? Angst-, depressive und Abhängigkeitserkrankungen haben eine sehr hohe Verbreitung in der Allgemeinbevölkerung in einer Lebenszeitperspektive besteht das Risiko für DepressionAngst A - Abhängigkeit/Sucht 17 % 16%riskant: 17%/9% 11%/23% 17% /9%schädlich: 4% abhängig: 2,5% wichtig:häufige Störungen gehen häufig miteinander einher Angst, Depression und Abhängigkeit erhöhen das Risiko eines gemeinsamen oder aufeinanderfolgenden Auftretens

3 Was sind gesundheitspolitisch relevante Krankheitskosten? Lebensjahre mit Behinderung infolge Krankheit / Störung

4 Was sind gesundheitspolitisch relevante Krankheitskosten? Gesundheitskosten in Milliarden US-Dollar / Jahr

5 Depressives Syndrom Affektive SymptomeKognitive SymptomeSomatische Symptome BedrücktheitVerlangsamung – Hemmungpsychomotorische Gehemmtheit - TraurigkeitEinengungpsychomotorische Agitiertheit AffektlabilitätKonzentrationsstörung verminderte Reagibilität„negative Trias“Ein-, Durchschlafstörungen ziellose AngstSchuld - Sündefrühmorgendliches Erwachen Scham, DysphorieKrankheit - Hypochondrie SchuldgefühleVerarmungTagesschwankung SelbstwertverlustTod – NihilismusInappetenz, Gewichtsverlust Interesse-, FreudlosigkeitLibidoverlust EntfremdungSuizidalitätVitalitätsverlust – Müdigkeit Erschöpfbarkeit leibliche Missempfindungen lokalisierte Schmerzen

6 Diagnostische Kriterien einer depressiven Episode nach ICD-10 Major Depression

7 Depression kann in sehr unterschiedlichen klinischen Zustandsbildern auftreten

8 Depressive Syndrome im Verlauf F S H W Rezidivierende Depressionbipolar affektive Störungaffektiver Mischzustand Rapid cycling (4 Episoden/Jahr)rezidivierende Depression + RSDysthymie ( > 2 Jahre) Zyklothymiasiasonal-abhängige Depressionrezidivierend kurze depressive Störung (1 Woche/Monat > 1J)

9 Screening – Fragen nach Depression Relevanz in der allgemeinärztlichen Praxis

10 Depression – klinische Ausgangslage – biologische und psychosoziale Konsequenzen breites heterogenes Spektrum klinische Syndrome Schweregrad Polarität: uni-, bipolar Spektrum-Störungen weibliche – männliche Depression multifaktorielle Genese Epidemiologie Frauen: ca. 20% Männer ca. 12% Verlauf hohe Rezidivneigung, ca. 20% chronisch Suizidalität, Komorbidität (Angst, Sucht) somatische Krankheitsrisiken (KHK, D. m.) Kosten psychologische, psychosoziale sozioökonomische Kosten

11 Depression - Epidemiologie Depressive EpisodeLebenszeitprävalenz:4 – 18 % (Major Depression)Punktprävalenz:1.5 – 5 % Hausarztpraxen:ca. 10 % DysthymieLebenszeitprävalenz:3 – 6 % Punktprävalenz:1 – 4 % Bipolar affektive Störungca. 1 %

12 Depression – Epidemiologische Grunddaten USA Edmonton Puerto Paris BRD Florenz Beirut Korea New Rico Zealand Frauen Männer [Weissman et al. 1994] 25 % 20 % 15 % 10 % 5 % 0 %

13 Theorien zur Erklärung der Geschlechtsunterschiede depressiver Störungen ArtefaktBiologisch HilfesuchverhaltenGehirnstruktur SymptomberichtGehirnfunktion Diagnostischer BiasGenetische Transmission Reproduktive Funktion Psychosozial Sozialer Status Rollenstreß/life events Viktimisierung Coping Stile

14 Depression - Geschlechtsdifferenzen  stressvolle Lebensereignisse  Saisonalität  Menstruationszyklus  SchwangerschaftDepression  Wochenbett  Menopause  Exogene Hormontherapie

15 Depression und die Folgen Rezidivneigung – Chronizität Suizidrisiko Psychische Komorbidität Somatische Komorbidität Soziale Folgen

16 Unipolare Depression - Prognose im allgemeinen günstig jedoch:- 15% Suizide (aus der Gesamtmortalität) - erhöhte Mortalität durch Herz- und Kreislauferkrankungen % Chronifizierung - erhebliche Rezidivneigung mit Tendenz zur Intervallverkürzung - psychosoziale Beeinträchtigungen Prädiktion schwierig - Alter, Frauen, untere soz. Schicht, ledig - soziale Unterstützung, soziales Netz - Persönlichkeit - Alter bei Beginn der Erkrankung, Anzahl bisheriger Episoden, - psychotische Zeichen, sekundäre Depressionen, Substanzmissbrauch

17 Depression - Komorbidität Major DepressionPanikstörung[40-80%] Major DepressionGeneralisierte Angststörung[ > 50%] Major DepressionZwangsstörung[3 - 30%] Major DepressionAlkohol-/ Medikamentenmissbrauch[ > 30 %]

18 Grunddaten zur Suizidalität WHO – Schätzung: ca Suizidtote / Jahr Europäische Union: > Suizidtote / Jahr Deutschland: – Suizidtote / Jahr Österreich (2004): Suizidtote (1.073 Männer und 345 Frauen) Suizidversuche: ca. 10-fache Anzahl der Suizide

19 Europäische Suizid-Statistik

20 Suizidrate in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter

21 Suizidrate in Österreich / Steiermark  Suizidrate in Österreich im europäischen Vergleich - Frauen:13.2 (SR) - Männer:38.0 (SR)  Steiermark: signifikant über österreichischem Durchschnitt 1999:280 Suizidtote 2000:273 Suizidtote höhere Mortalität durch Suizide als durch Verkehrsunfälle

22 Suizidalität – Begrifflichkeit  Suizid  Suizidversuch - eng gefasst - parasuizidale Geste (Appell) - parasuizidale Pause (Ruhe)  Suizidgedanken, -phantasien  Todeswunsch

23 Demographische Daten zu Suizidalität SuizidversucheSuizide  Alter20 – 30 J.> 40 J.  GeschlechtF : M = 2 – 3 : 1M : F = 2 : 1 – 7 : 1  Zivilstatusgeschiedengeschieden, verwitwet, Single  Berufarbeitslos, v.a. MännerGesundheitswesen  GeographischStadtGroßstadtbereich  MethodeTablettenintoxikationErschießen, Erhängen > Vergiften

24 Abschätzung von Suizidalität  Risikogruppen  Krisen, Krisenanfälligkeit  Suizidale Entwicklung  Präsuizidales Syndrom

25 Suizid - Risikogruppen 1.Depressive aller Art 2.Alkohol-,Medikamenten-, Drogenabhängige 25% aller SV (60-120mal höheres Risiko) 3. Alte und Vereinsamte 4. Personen, die Suizidankündigungen machen: 80% unternehmen einen SV (Pöldinger 1989) 5.Personen, die bereits einen SV gemacht haben (Wiederholungsgefahr bei Depressiven: 21,2%;Wedler1992) % neuerlicher SV innerhalb von 10 J.: 10% tödlicher Ausgang Suizidrisiko im ersten halben Jahr nach SV am höchsten Hohes Risiko: mal höher als in Normalbevölkerung

26 Suizidalität und psychische Erkrankung Suizid psychische Krankheit

27 Psychologische Autopsie-Studien: Diagnosen [aus: Bronisch u. Hegerl 2010]

28 Suizidalität – Krisen, Krisenanfälligkeit  Krise:individuell nicht mehr sinnvoll / erfolgreich zu bewältigende Erlebnisse oder Ereignisse  Krisen aus Lebensveränderungen:Verlassen des Elternhauses Heirat, Geburt eines Kindes Wohnungswechsel Arbeitslosigkeit „Lebensmitte“ Pensionierung Tod einer nahen Person Krankheit, Invalidität Soziale, persönliche Niederlagen Äußere Katastrophen  Individuelle Persönlichkeit + Lerngeschichte Krisenanfälligkeit:+ soziales Netz

29 Situativ steigendes Suizidrisiko Die situativen Anforderungen übersteigen die Bewältigungsfähigkeiten einer Person. Subjektive Einschätzung: - aktuelle Lage, - grundlegende Wertvorstellungen - subjektive Einschätzung der Ressourcen Zentraler Prädiktor: - Hoffnungslosigkeit „ich will nicht mehr kämpfen“ - wenig Vertrauen, in eigene Problemlösungsfähigkeit

30 Suizidalität – suizidale Entwicklung – präsuizidales Syndrom Subjektiv nicht mehr lösbare Krise Selbstmord als Lösungsmöglichkeit Vorstellbar - Suggestive Momente - „Hilferufe“ - „Ruhe vor - Kontaktsuche dem Sturm“ Ambivalenzstadium Entschluss Einengung Hoffnungslosigkeit Aggressionsumkehr Suizidphantasie Suizidhandlung nach: Pöldinger, Ringel

31 Nosologische Einordnung der Depressionszustände Organische DepressionenSomatogene Symptomatische DepressionenDepressionen s Schizophrene Depressionen o Zyklische DepressionenEndogene m Periodische DepressionenDepressionen a Involutionsdepressionen t Neurotische Depressionen o ErschöpfungsdepressionenPsychogene g Reaktive Depressionen Depressionen e n p s y c h o g e n

32 Multifaktorielle Ätiopathogenese depressiver Erkrankungen Aktuelle Stressoren in sozialen/ GenetischePersönlichkeitsfaktoren interpersonalen Beziehungen Prädisposition z.B. Neurotizismus fehlende soziale Unterstützung Angstneigung Disharmonie in Partnerschaft u. negativer Attributionsstil Familienkonflikte gelernte Hilflosigkeit Rollenkonflikte Typus melancholicus Psychodynamik Neurobiologische Vermittlung Neurotransmitter-Hypothese Genetische-Hypothese Neuroendokrinologische Hypothese Neurotoxische Hypothese Neuroinflammatorische Hypothese Physikalische EinwirkungenStressoren / Traumata z.B. Lichtentzugz.B. Verlusterlebnisse, z.B. somatische Erkrankungen, frühkindlicher Missbrauch chronischer Schmerzennegative life events, daily hassles D e p r e s s i o n

33 Entwicklung einer Depression

34 Depression, eine rezidivierende Erkrankung Kendler et al. (2001) Genetic risk, number of depressive episodes, and stressful events in predicting the onset of major depression. Am J Psychiatry 158:

35 Depression in lerntheoretischer Perspektive Lerntheoretische Prinzipien treffen sowohl für normales als auch für psychopathologisches Erleben und Verhalten zu Psychopathologisches Erleben und Verhalten: - Exzess - Defizit Modelle: gelernte Hilflosigkeit (Seligman) - kognitionstheoretischkognitive Trias (Beck) Selbstregulation (Kanfer) - verstärkungstheoretischVerstärkerverlust (Lewinsohn) - interaktionstheoretischmangelnde soziale Kompetenz beeinträchtigte Beziehungsfähigkeit (Bellack)

36 Kognitive Triade Modell von A. Beck (1974) zentraler Stellenwert negativer Urteile über Selbst, Welt im Allgemeinen, Zukunft im Besonderen - kognitive Störungen - Verhaltensebene: verringerte Selbstwirksamkeit, reduzierte Initiative zu positiv verstärkenden Handlungen - symptomatologisch: emotionale Dysregulation, Impulskontrollstörung Bedeutung einer entwicklungspsychopathologischen Dimension: zentrale Schemata in Selbstorganisation u. Beziehungsfähigkeit - Soziotropie / interpersonale Dependenz - Autonomie / interpersonale Unabhängigkeit automatischer innerer Monolog Kognitive Dysfunktionen Schemata

37 Kognitive Perspektive Dichotomes Denkentypisches Schwarz-Weiß-Denken Übergeneralisierungaus einem besonderen Ereignis auf das Leben insgesamt verallgemeinert Selektive Abstraktionausschließliche Konzentration auf einen speziellen Aspekt in einer Situation in einer bestimmten Situation anstatt auf die Komplexität aller vorhandenen Aspekte Schlechtmachenpositive Aspekte, die einer negativen Gesamtsicht widersprechen würden, übergehen und die negativen überbetonen GedankenlesenAnnahme, man wisse bereits, was andere Personen denken oder wie sie sich verhalten ZukunftsdeutungReaktionsweisen, als ob Erwartungen über Zukunft bereits ausgemachte Fakten Katastrophisierungtatsächliche oder antizipierte Ereignisse als unerträgliche Katastrophen zu behandeln, statt sie in einer realistischen Perspektive zu bewerten Maximierung /Aspekte in einer Situation unabhängig von ihrer realen Bedeutung entweder als sehr Minimierung wichtig oder aber als banal anzusehen Emotionales UrteilenAnnahme, die verspürten Emotionen würden eine Situation notwendig wahr reflektieren Soll-Sätze„Soll“- und „Muss“-Sätze selten eine echte Motivation für realitätsorientiertes Handeln Selbst-Labelingsich mit einem globalen Urteil versehen („ich bin ein Versager“) Personalisierungsich die Schuld an einer bestimmten Situation geben, auch wenn real andere Faktoren dafür verantwortlich sind

38 Attributionsverhalten und „erlernte Hilflosigkeit“ Misserfolg, Nicht-Kontrollerfahrung, aversive Bedingung Kognitiver StilaktuelleErwartungshaltung:Symptome (stabilesUrsachen-HilflosigkeitBeschwerden: Verarbeitungs-zuschreibung:HoffnungslosigkeitDepressionen u. Attributionsmuster)Ängste internal-externalResignation global-spezifischApathie stabil-variabelAntriebsmangel Attributionstheoretische Reformulierung des Modells der „erlernten Hilflosigkeit“ [nach: Abramson, Seligman, Teasdale 1978]

39 Verstärkerverlust Modell nach Lewinsohn et al. (1979) potentiell verstärkende EreignisseDepression - quantitativ: wie viel, wie intensiv - qualitativ: wie belohnendverbales, nonverbales Verhalten Erreichbarkeit von Verstärkungniedrige RateZuwendung - Trennungan positiversomatischeEntlastung - ArmutVerstärkungemotionale - soziale Isolationkognitive motivationale Symptome erlerntes instrumentelles Verhalten der PersonInteraktionen soziale Vermeidung

40 Psychodynamische Konzeptualisierung der Depression Objekterfahrungen Selbsterfahrungen Versorgungswünsche, emotionale Näheich bin geliebt, geachtet, vollwertig Fürsorge, Sicherheit, Wohlbefinden,ich kann mir etwas zutrauen, Vertrauen, Tröstung, Zuversicht,bin effizient, kann mir aktiv holen, Optimismus, Wertschätzungwas ich für Wohlbefinden/Sicherheit brauche bin gut und liebevoll frühe biographische Erfahrungsbasis

41 Psychodynamik - modellhafte Voraussetzungen bei depressiven Störungen triebpsychologischichpsychologisch passives Anklammernschwache Eigenidentität bei Sehnsucht / Gier / Neidübermäßiger Außenorientierung Liebe/ Fürsorge/ Bestätigungaggressionsverzerrte Introjekte, rigides Über-Ich ungelöste Aggressionsproblematikunrealistisches Ich-Ideal aus Enttäuschungswutreale Entfaltungsmöglichkeiten unterentwickelte Ich-Fertigkeiten objektpsychologischselbstpsychologisch unverzichtbare Angewiesenheit aufunrealistische Größenvorstellungen Realpräsenz eines „guten“ Objektsunrealistische Ohnmachtsgefühle Abhängigkeit – Trennung – idealisierte „Selbstobjekte“ Eigenständigkeit, Objektambivalenz: „idealisiert“ „feindselig“ „Alles-oder-Nichts“

42 Psychodynamik – zentrale Konfliktthemen bei depressiven Störungen Narzisstische VulnerabilitätKonflikthafter Ärger / Wut Frühe Erfahrungen / Wahrnehmungen von Verlust, Ärger, Wut auf mangelnde emotionale Reagibilität Zurückweisung, Ineffektivitätanderer auf eigene Wünsche / Bedürfnisse Sensitivität gegenüber realen / subjektiv angenommenenÄrger / Wut aus der Anschuldigung anderer für eigene Verlusten, ZurückweisungenVerletzlichkeit, Neid Andere: unempathisch, feindselig, bedrohlich, vernichtend Schuld / Scham (Über-Ich / Ich-Ideal)Idealisierung/ Entwertung von Selbst / Andere Wendung gegen die eigene Person / Selbst,Bestreben, niedrigen Selbstwert zu mildern: verinnerlichte „strafende“ Elternbilder,hohe Selbstansprüche, andere idealisiert in der Wünsche: Ärger, Neid, Gier: „falsch, böse“von ihnen erwarteten Bedürfnisbefriedigung Negatives Selbstbild, Selbstkritik, niedriger SelbstwertEntwertung anderer, um eigenen Selbstwert zu heben hohe Enttäuschung- / Kränkungsempfindlichkeit charakteristische innerseelische Mechanismen - Verleugnung- Projektion - passive Aggression- Reaktionsbildung

43 Depressionstypologie - psychodynamische Verarbeitungsstile  Altruistische Verarbeitungsform des depressiven Grundkonflikts lebensgeschichtlich frühe kompensatorische Übernahme von Verpflichtung, Verantwortung, Fürsorglichkeit für andere, bei gleichzeitiger Selbstverleugnung, Überangepasstheit, Unterordnung Aggressionshemmung, starke Leugnung eigener Wünsche, Bedürfnisse anderen gegenüber  Narzisstische Verarbeitungsform des depressiven Grundkonflikts Leugnung von Abhängigkeit, Bedürftigkeit, kompensatorische Überbetonung von Ansehen, Geltung, Leistung, körperlicher Erscheinung, Attraktivität, Wissen, Macht, Kontrolle, persönliche Grandiosität, Exklusivität; Erwartung uneingeschränkter / unbedingter Bewunderung; durch habituelle Entwertung, Kritik anderer auch hohe Distanz  Oral-regressive Erledigung des depressiven Grundkonflikts durchdringendes, vorwürflich, dysphorisches Gefühl, ungeliebt, unversorgt, verlassen, unerwüncht, wertlos zu sein; kaum aktive Bewältigungsmechanismen entwickelt, häufig selbstdestruktive Reaktionsstile

44 Major Depression Depression: Psychopathologische Phänotypen Depressive Stimmung Negative Emotionen Anhedonie gestörte Belohnung Kognitiv: Psychomotorik Lernen/Gedächtnis Hemmung / Stresssensitivität Exekutiv-F. Agitiertheit Neurovegetative / Tagesschwankungen somatoforme Biorhythmusstörungen Störungen

45 Zufallsentdeckung antidepressiver Wirkprinzipien Wirkung eines PharmakonsVerständnis/Konzeptualisierung einer psychischen Störung Entwicklung differenziellerdifferenzierte neurobiologische pharmakologischer WirkprinzipienUntersuchungsebenen Imipramin

46 Neurotransmitter-Dysbalance-Hypothese der Depression Noradrenalin - 3-Methoxy-4-hydroxyphenylglycol - α 2 -Bindung in Thrombozyten - Blunted Response von HGH auf Clonidin - β-adrenerge Rezeptoren (Suizidopfer) - β-Downregulation unter Antidepressiva - Katecholamindepletion unter α-Methylparatyrosin Serotonin - Tryptophan im Plasma / TD-Test - 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) im CSF - Postsynaptische 5-HT 2 -Rezeptoren - [ 3 H] Imipramin / Paroxetin-Bindung - Bluntetd Response von Prolaktin auf Fenfluramin - SERT-Bindung im Mittelhirn bei [ 123 I]- β-CIT

47 Die Bedeutung des Dopamins für die Affekt- und Stimmungsregulation

48 Neurotransmission von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin

49 Molekulare Hypothese der Depression Pittenger, Duman (2008)

50 Neuroendokrine Hypothese der Depression [nach: Yehuda 2001 Holsboer, Ising 2010] Dysfunktion der HPA-Achse  grundlegende biologische Mobilisierung  mit Noradrenalin synergistisch bei emotionaler Gedächtnisbildung, aber  hemmend auf Wiedererinnerung  reguliert und beendet Stress-Kaskade - erhöhtes ACTH und Cortisol - mangelnde Suppression nach Dexamethason - erhöhtes ACTH + Cortisol im DEX/CRH-Test - erhöhte CRH- + Vasopressin = - Subsensitivität des Kortikosteroid-Rezeptors - Cortisol bindet an MR und GR: Transkriptionsfaktoren: Kodierung von Neuropeptiden + Wachstumsfaktorn reguliert

51 Hypothese der Neurotoxizität der Depression Pittenger, Duman (2008)

52 Dysfunktion in der Neurogenese limbischer Strukturen bei der Depression Stress reduziert die Expression von neurotrophen Wachstumsfaktoren (BDNF) in limbischen Strukturen der Stimmungsregulation: Atrophiezeichen in der Hippocampusformation u. reduzierte Neurogenese (Gyrus dentatus) Duman u. Monteggia (2006)

53 Interaktion von HPA-Achse, SNS und inflammatorischem System

54 Inflammatorische Hypothese der Depression

55 McNally et al. (2008)

56 Inflammatorische und oxydativer Stress –Hypothese der Depression Maes et al. (2009)

57 Depression – eine Störung der Biorhythmen?  charakteristisch für Lebewesen  Suprachiasmatische nuclei (SCN): “ Master clock ”  Modulation von biologischen, physiologischen und Verhaltens-Parametern: − Körpertemperatur − Blutdruck − Hormon-Sekretion (Kortisol, TSH, etc) − Immunantwort − Motorische Aktivität, Kognitive Leistung − Schlaf-Wach Rhythmus − Stimmung, … Mignot E, et al. Nat Neurosci Turek FE, et al. Arch Neurol Thalamus 3. Ventrikel Epiphyse PVN Chiasma opticum SCN Hypophyse Medulla SCN: suprachiasmatischer Nucleus PVN: paraventriculärer Nucleus Licht

58 Nucleus suprachiasmaticus – “Master clock” in der Regulation der zirkadianen Rhythmen  Zwei Subtypen von melatonergen Rezeptoren im SCN : MT 1 und MT 2 regulieren zirkadiane Rhythmen  Unter anderem findet sich eine hohe Dichte von 5-HT 2c Rezeptoren im SCN induzieren Tiefschlaf (slow wave sleep) Mignot E. et al. Nat Neurosci. 2002; Turek FE, et al. Arch Neurol Corpus callosum Frontaler Cortex Hypophyse Mammillarkörper Cingulärer Cortex Fornix Thalamus Amygdala Hippocampus Cerebellum Nucleus suprachiasmaticus Nucleus suprachiasmaticus MT 2 MT 1 5-HT 2C Chiasma opticum Agomelatin

59 Schlafarchitektur in Depression und Euthymie Nutt (2008)

60 Zeit PLASMA KORTISOL (ng/mL) KontrolleDepression Schlaf KÖRPERTEMPERATUR (°C) Schlaf Schlaf PLASMA MELATONIN (pg/mL) Zirkadiane Rhythmen sind bei Depressiven abgeflacht und verschoben Von E. Souetre et al (1988)

61 Neuroanales Netzwerkmodell der Depression Phillips et al. (2008)

62 Genetische Hypothese der Depression Zwillings- / Familienstudien: hohe Heritabilität der uni- / bipolaren Depression 50% - Konkordanzrate bei monozygoten Zwillingen 2.5-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Verwandten 1. Grades Assoziationsstudien: Kandidatengene mit Einfluss auf monoaminerge Funktionen Polymorphismen im Glucocorticoid-Rezeptor-Gen NR3C1, Monoaminoxydase A-Gen, Glycogensynthase-Kinase-Gen-3ß, Gruppe 2-metabotrope Glutamat-Rezeptor-Gen GRM-3 Assoziationsstudien: Kandidatengene mit Einfluss auf Therapie-Response 5-HTTLPR-Gen: SLC6A4_ lange Allel-Variante: bessere Response auf SSRI, geringere NW _ kurze Allel-Variante: erhöhte Paroxetin-, aber verringerte Mirtazapin-induzierte NW glutamaterge Gene (z.B. GRIK 4): Citalopram-Response, -Verträglichkeit; Met-Variante im Val-/Met-Polymorphismus: BDNF, SSRI-Response, COMT-Gen: AD-Response; FKBP5: Chaperone-Bindung von Cortisol an GR: AD-Response

63 Genetische und Umweltfaktoren tragen zum affektiven und PTSD-Risiko nach Traumaexposition bei Mahan & Ressler (2012)

64 Serotonin-Transporter-Genpolymorphismus Interaktion von Amygdala – ACC: genetischer Vulnerabilitätsmechanismus für Depression Träger des s-Allels in funktionellem 5´ Promotor Polymorphismus des Serotonin-Transporter-Gens: erhöhtes ängstliches Temperament, verstärkte Reaktivität der Amygdala, erhöhtes Depressionsrisiko morphometrisch: verringertes Volumen von Amygdala und Cingulum perigenuale (ACC) Funktionsanalyse: Entkoppelung des Amygdala-Cingulum-Regelkreises in der Verarbeitung von Angststimuli [Pezawas et al Nature Neuroscience 8: ]

65 Serotonin-Transporter-Genpolymorphismus Interaktion von Amygdala – ACC: genetischer Vulnerabilitätsmechanismus für Depression dieser Serotonin-Transporter-Gen-Polymorphismus funktionell relevant nur unter stressvollen Umweltbedingungen, möglicherweise auch nur in einem kritischen Zeitfenster der frühen Entwicklung

66 Früh erworbener Reaktionsstil der HPA-Achse auf Stressoren Heim et al. (2008)

67 Genetische und frühe Gen x Umwelt-Interaktionen in der Prägung der HPA-Achse Yehuda, Flory, Pratchett, Buxbaum, Ising, Holsboer [2010]

68 Depression und metabolisches Syndrom Depression Metabolisches Syndrom Koronare Herzerkrankung Morbidität bei Depression OR:2.7 Mortalität bei Depression OR:2.6 Rugulies et al, Psychosom.Med., 2004 van Melle et al, Psychsom.Med., 2004 Diabetes mellitus II Morbidität bei Depression OR:2.0 Eaton et al, Diabetes Care, 1996 OR:1.6 Wannamethee et al, Arch.Inter.Med.,2005 OR:3.6 Wannamethee et al, Arch.Intern.Med,2005 OR:2.0 Kinder et al, Psychosom.Med.,2004 Hypercortisolämie Sympatho-vagale Dysbalance

69 Herzinfarkt und Depression – psychobiologische Vermittlungsmechanismen Kardiotoxizität HPA-Dysfunktionalität CRF, ACTH, Cortisol - kardiale Risikofaktoren: Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, Hypertonus, Atherosklerose-induzierende Effekte, verzögerte Wundheilung. SAA-Dysfunktionalität CRF stimuliert sympathische Aktvität = Adrenalin und Noradrenalin - koronare Ischämie / Herzinsuffizienz: ebenfalls sympthikoadrenale Hyperaktivität: Herzrate, orthostatische Regulation, Gefäßreaktionen, Thrombozytenfunktionen Verringerte Herzratenvariabilität sympathisches, parasympathisches, R-A-System - HRV bei koronaren KHK reduziert,Risiko plötzlichen Herztodes signifikant erhöht; analog bei Depression, prädisponiert für ventrikuläre Arrhythmien, sekundär zu Exzessmortalität Myokardiale Ischämie – ventrikuläre Instabilität, Kammerflimmern: wahrscheinlicher Mechanismus für plötzlichen Herztod Psychologischer Stress: Senkung der Schwelle der Vulnerabilitätsperiode des Ventrikels; PVC Risiko plötzlichen Herztods Thrombozytenfunktionen Hämostase, Thrombosenbildung, Atherosklerose, IA mit subendothelialen Gefäßkomponenten / Gerinnungsfaktoren im Plasma (Thrombin) T: adrenerge, serotonerge, dopaminerge Rezeptoren Depression u. KHK: Thrombozytenaktivierung, vermehrte Plättchenfaktor 4 /  -Thromboglobulin Serotonin: Aktivierung / Sekretion von T Inflammatorisches System MD u. Myokardinfarkt: Aktivierung proinflammatorischer Zytokine: Immunkomplexe (Extravasation) – „Hypercortisolismus“, erhöhtes SNS, verringerte HVR - aktivierte IDO: Tryptophan - vermehrte Quinolinsäure, verringerte Serotoninsynthese: depressive Symptome, Verschlussereignisse reduzierte vielfach-ungesättigte Fettsäuren (PUFA, z.B. Omega-3-FS)

70 Depression – Versorgungssituation durch Internisten / Allgemeinmediziner Versorgungsrealität – spezifische Therapie von Depressionen (n = 732) Behandlungsstatus behandelt unerkanntunerkannt/unbehandelt [n = 211][n = 196][n = 521] 14 – 24 Jahre12.9 %34.1 %87.1 % 24 – %21.1 %59.8 % %19.1 %53.4 % gesamt28.8 %26.8 %71.1 % Männer11.7 %43.0 %88.3 % Frauen34.4 %21.5 %65.5 % Wittchen et al. (1999)

71 Depressionsbehandlung - multimodal Depressionstherapie Psychologische Therapieverfahren Kognitive Verhaltenstherapie Interpersonelle Psychotherapie Psychodynamisch-tiefenpsychologisch Therapie Partner- / Familientherapie Psychosoziale Interventionen (Angehörige, Hilfen) Biologische Therapieverfahren Pharmakotherapie (Antidepressiva) Schlafentzugsbehandlung Lichttherapie Elektrokonvulsionstherapie Psychotherapeutisches Basisverhalten Stützendes ärztliches Gespräch


Herunterladen ppt "Depression. Was ist die gesundheitspolitische Herausforderung von Depression, Angst und Sucht? Angst-, depressive und Abhängigkeitserkrankungen haben."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen