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1. 2 Opfer(ent)schädigung PatientIn und TherapeutIn im Spannungsfeld von OEG und Therapie.

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Präsentation zum Thema: "1. 2 Opfer(ent)schädigung PatientIn und TherapeutIn im Spannungsfeld von OEG und Therapie."—  Präsentation transkript:

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2 2 Opfer(ent)schädigung PatientIn und TherapeutIn im Spannungsfeld von OEG und Therapie

3 3 ICD 10 und DSM-IV ICD: International Classification of Diseases and Related Health Problems; seit 1986 (ICD 9) zur Diagnoseverschlüsselung in Krankenhäusern in Deutschland verpflichtend DSM: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disdorders, erste dt. Publikation 1984 (DSM-III) Kritik: Paradigmenwechsel, weitgehende Loslösung von ätiologie- und theoriebezogener Terminologie

4 Definition eines Traumas nach ICD 10 I Ein Trauma ist ein „belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz- oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.“

5 Definition eines Traumas nach ICD10 II Ein Trauma wird verursacht durch: Ein Trauma wird verursacht durch: Naturereignisse Naturereignisse Kampfhandlungen Kampfhandlungen Schwere Unfälle Schwere Unfälle Von Menschen herbeigeführte Katastrophen Von Menschen herbeigeführte Katastrophen Miterleben des gewaltsamen Todes anderer Miterleben des gewaltsamen Todes anderer Erleben oder Miterleben von Folter, Geiselnahme oder Vergewaltigung Erleben oder Miterleben von Folter, Geiselnahme oder Vergewaltigung

6 Trauma-Definition nach DSM-IV Subjektive Merkmale eines Traumas: Subjektive Merkmale eines Traumas: Das Erleben intensiver Hilflosigkeit Das Erleben intensiver Hilflosigkeit Erleben intensiver Furcht Erleben intensiver Furcht Erleben intensiven Entsetzens Erleben intensiven Entsetzens

7 Trauma-Definition nach DSM-IV Objektive Merkmale eines Traumas: Objektive Merkmale eines Traumas: Bedrohung des eigenen Lebens Bedrohung des eigenen Lebens Gefährdung der eigenen körperlichen Unversehrtheit Gefährdung der eigenen körperlichen Unversehrtheit Schädigung oder tödliche Bedrohung anderer Personen Schädigung oder tödliche Bedrohung anderer Personen

8 8 Traumafolgestörung I 1.Akute Belastungsstörung (F43.0) Beginn - sofort- innerhalb von Minuten Beginn - sofort- innerhalb von Minuten Dauer- Stunden bis( 2-3) Tage Dauer- Stunden bis( 2-3) Tage Symptomatik Symptomatik – “Betäubung“, Bewußtseinseinengung – Desorientierheit – Unruhe, Überaktivität, Fluchtreaktionen – (panische) Angst, vegetative Zeichen

9 9 Traumafolgestörungen II 2.Anpassungsstörung (F43.2) Beginn – innerhalb eines Monats Beginn – innerhalb eines Monats Dauer – meist nicht länger als 6 Monate Dauer – meist nicht länger als 6 Monate Ursache – belastendes Ereignis, entscheidende Lebensverän- derung, körperliche Erkrankung, (z.B. Todesfall, Emigration, Flucht) Ursache – belastendes Ereignis, entscheidende Lebensverän- derung, körperliche Erkrankung, (z.B. Todesfall, Emigration, Flucht) Symptomatik – Depression, Angst, Unfähigkeit zurechtzukommen Symptomatik – Depression, Angst, Unfähigkeit zurechtzukommen

10 10 Traumafolgestörungen III 3. Andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (F62.0) Beginn – schleichend; evtl. ist eine PTSD vorausgegangen Beginn – schleichend; evtl. ist eine PTSD vorausgegangen Dauer – jahre- oder lebenslang (Beispiel Hr. F- poln. Gefängnis) Dauer – jahre- oder lebenslang (Beispiel Hr. F- poln. Gefängnis) Symptomatik Symptomatik – sozialer Rückzug – feindliche mißtrauische Haltung der Welt gegenüber – Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit – Chronisches Bedrohungsgefühl – Entfremdung

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12 Typische Symptomatik nach Traumatisierung I 1. Wiedererleben Intrusionen: sich aufdrängende Erinnerungen in Form von Intrusionen: sich aufdrängende Erinnerungen in Form von Gedanken und Bildern Gedanken und Bildern Geräuschen Geräuschen Gerüchen Gerüchen Haptischem Erleben Haptischem Erleben Flashback: Wiedererleben; sich fühlen „wie im falschen Film“ Flashback: Wiedererleben; sich fühlen „wie im falschen Film“ Albträume Albträume

13 Typische Symptomatik nach Traumatisierung II 2. Vermeiden und emotionales Abstumpfen Vermeidungsverhalten in Bezug auf Vermeidungsverhalten in Bezug auf Orte Orte Situationen Situationen Gedanken, die an das traumatische Ereignis erinnern Gedanken, die an das traumatische Ereignis erinnern Gedächtnisschwierigkeiten Gedächtnisschwierigkeiten Entfremdungsgefühl Entfremdungsgefühl Interessensverlust Interessensverlust

14 Typische Symptomatik nach Traumatisierung III 3. Erhöhte Anspannung Hypervigilanz (= Zustand einer überhöhten Wachsamkeit und dauernder Anspannung) ‏ Hypervigilanz (= Zustand einer überhöhten Wachsamkeit und dauernder Anspannung) ‏ Schlafstörungen Schlafstörungen Reizbarkeit und Wutausbrüche Reizbarkeit und Wutausbrüche Konzentrationsschwierigkeiten Konzentrationsschwierigkeiten

15 15 Traumaassoziierte Störungsbilder neben der PTSD

16 16 Trauma-Begleiterkrankungen 1.Akute Belastungsstörung 2.PTSD 3.Dissoziative Störungen 4.Somatsierungsstörungen/somatoforme Schmerzstörung 5.Zwangserkrankungen 6.Angsterkrankung 7.Affektive Störungen/Posttraumatische Depression 8.Substanzmittelabusus 9.Ess-Störung 10.Borderline Persönlichkeitsstörung 11.Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung

17 17 Kölner Opferhilfemodel – Trauma-Ambulanzen 1998 wurde das Kölner Opferhilfemodell etabliert (KOM) Ca 100 Beratungen nach PTSD-Screening (2011) – – 75 Personen waren innerhalb von 5h geheilt – – Nur 25% der Betroffenen benötigte bis zu 20 oder mehr Stunden

18 18 Finanzierung des KOM Zusammenarbeit mit den Versorgungsämtern 5h zur „Sachverhaltsklärung“ danach Befundbericht und gegebenenfalls 10h Therapie als „Akutmaßnahme“ Falls weitere Behandlung darüber hinaus nötig- besonderer Antrag oder Therapie als GKV- Leistung

19 19 Anerkennung von Traumafolgstörungen (PTSD) Die BG ist Herrin des Verfahrens – Und niemand kann zwei Herr(Inn)en dienen

20 20 Rechte und Pflichten der BG Die BG ist Herrin des Verfahrens Die BG ist Herrin des Verfahrens Eine Therapie wird vom Sachbearbeiter genehmigt Eine Therapie wird vom Sachbearbeiter genehmigt Schweigepflichtsentbindung (Psycholog. PT) Schweigepflichtsentbindung (Psycholog. PT) Regelmäßige Berichtserstattung Regelmäßige Berichtserstattung Regelmäßige Überprüfung des therapeutischen Fortschrittes Regelmäßige Überprüfung des therapeutischen Fortschrittes Regelmäßige Überprüfung des Gesundheitszustandes auch nach Feststellung der Dauerschädigung (Begutachtung) Regelmäßige Überprüfung des Gesundheitszustandes auch nach Feststellung der Dauerschädigung (Begutachtung)

21 21 Rechte und Pflichten von TherapeutInnen Ziel der Therapie ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ggf. auch in einem veränderten beruflichen Umfeld (Unterschied Arbeitsfähigkeit und Berufsfähigkeit) Ziel der Therapie ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ggf. auch in einem veränderten beruflichen Umfeld (Unterschied Arbeitsfähigkeit und Berufsfähigkeit) Größere Freiheiten hinsichtlich der Methodenwahl Größere Freiheiten hinsichtlich der Methodenwahl Verpflichtung zur regelmäßigen Berichterstattung Verpflichtung zur regelmäßigen Berichterstattung

22 22 Rechte und Pflichten der PatientInnen bei Arbeitsunfällen

23 23 Rechte und Pflichten der PatientInnen bei Arbeitsunfällen Mitwirkungspflicht Mitwirkungspflicht Therapie, inklusive Therapieformen, die außerhalb der Richtlinien der GKV liegen Therapie, inklusive Therapieformen, die außerhalb der Richtlinien der GKV liegen Verletztengeld (mehr als Krankengeld) bis zu 78 Wochen Verletztengeld (mehr als Krankengeld) bis zu 78 Wochen Wiedereingliederungshilfe z.B. Fahrstunden, Arbeitshilfsmittel o.ä. Wiedereingliederungshilfe z.B. Fahrstunden, Arbeitshilfsmittel o.ä. BG-Rente nach Feststellung des Dauerschadens BG-Rente nach Feststellung des Dauerschadens

24 24 Aufgabe der GutachterInnen Wird von der BG beauftragt zur Beantwortung einer spezifischen Fragestellung Wird von der BG beauftragt zur Beantwortung einer spezifischen Fragestellung Darf keine eigenen PatientInnen begutachten Darf keine eigenen PatientInnen begutachten Muss Verlaufsbeobachtungen mitberücksichtigen Muss Verlaufsbeobachtungen mitberücksichtigen Heilverfahrenskontrolle Heilverfahrenskontrolle

25 25 Aufgabe der GutachterInnen Der (subjektive) Befundbericht von TherapeutInnen ist kein Gutachten und darf als solches auch nicht gewertet werden Der (subjektive) Befundbericht von TherapeutInnen ist kein Gutachten und darf als solches auch nicht gewertet werden GutachterInnen müssen Stellung nehmen zu Kausalität, Wahrscheinlichkeit und Glaubhaftigkeit gemäß den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Entstehung und Verlauf der Störung GutachterInnen müssen Stellung nehmen zu Kausalität, Wahrscheinlichkeit und Glaubhaftigkeit gemäß den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Entstehung und Verlauf der Störung GutachterInnen müssen den GdB nach Tabellen und Prozenten einordnen und zeitlich zuordnen GutachterInnen müssen den GdB nach Tabellen und Prozenten einordnen und zeitlich zuordnen

26 26 Fall I – Alles geht gut (Busfahrer) Patient kommt rasch Patient kommt rasch Guter und direkter Draht zu der BG Guter und direkter Draht zu der BG Gute Unterstützung durch den Arbeitgeber Gute Unterstützung durch den Arbeitgeber Hohe Motivation Hohe Motivation Kein eigener Anspruch auf Schadensausgleich Kein eigener Anspruch auf Schadensausgleich Keine nennenswerte Vorschädigung Keine nennenswerte Vorschädigung Braucht keinen Gutachter Braucht keinen Gutachter

27 27 Lessons Learned Gutes geht gut Gutes geht gut Kommunikation hilft Kommunikation hilft

28 28 Fall II – Patient will, BG will nicht (Gleisbauer) Patient kommt schnell Patient kommt schnell BG zahlt nicht BG zahlt nicht Streit um PTSD-Anerkennung vorrangig vor der Traumatherapie Streit um PTSD-Anerkennung vorrangig vor der Traumatherapie Gutachter ist parteiisch gegen den Patienten Gutachter ist parteiisch gegen den Patienten – Worauf müssen TherapeutInnen beim Verfassen von Berichten achten Diagnostik von TherapeutInnen ist nicht identisch mit Diagnostik von GutachterInnen Diagnostik von TherapeutInnen ist nicht identisch mit Diagnostik von GutachterInnen Simulation und Agravation als Problem der Begutachtung Simulation und Agravation als Problem der Begutachtung

29 29 Lessons Learned Es gibt GutachterInnen, vor denen man PatientInnen schützen muss Es gibt GutachterInnen, vor denen man PatientInnen schützen muss Simulation und Agravation sind keine speziellen Merkmale einer PTSD Simulation und Agravation sind keine speziellen Merkmale einer PTSD PTSD ist eine Erkrankung, die in 80% der Fälle folgenlos ausheilt; „Rentenbefürchtungen“ der BGs sind oft übertrieben PTSD ist eine Erkrankung, die in 80% der Fälle folgenlos ausheilt; „Rentenbefürchtungen“ der BGs sind oft übertrieben

30 30 Fall III – Patient will nicht gesund werden, sondern Rente (Laden-Besitzer) Patienten, die Rente wollen, können nicht gesund werden wollen Patienten, die Rente wollen, können nicht gesund werden wollen Eine rasche Zusammenhangsbegutachtung ist sinnvoll, wenn an der Therapiemotivation des Patienten Zweifel bestehen Eine rasche Zusammenhangsbegutachtung ist sinnvoll, wenn an der Therapiemotivation des Patienten Zweifel bestehen – Das heißt nicht, dass der Patient simuliert

31 31 Lessons Learned

32 32 Lessons Learned Den möglichen Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Heilung und dem Wunsch nach einer Rentenleistung können TherapeutInnen nicht immer aufhebenDen möglichen Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Heilung und dem Wunsch nach einer Rentenleistung können TherapeutInnen nicht immer aufheben

33 33 Fall IV – Patient hat Angst aber keine Traumafolgestörung (Auto fahren) Lessons Learned Manchmal brauchen PatientInnen Hilfe aber kein EMDR Manchmal brauchen PatientInnen Hilfe aber kein EMDR

34 34 Fall V – Man kann Läuse und Flöhe haben (Fraternitas Saturni) Autounfall zur Arbeit und desolates Elternhaus Autounfall zur Arbeit und desolates Elternhaus – Trennung von Vorschädigung und Akuttrauma – Trennung von Traumatherapie und Psychotherapie

35 35 Lessons Learned Es gibt einen Unterschied zwischen Traumatherapie und Psychotherapie Es gibt einen Unterschied zwischen Traumatherapie und Psychotherapie

36 36 Fazit: Was bekommt man anerkannt, wenn man es anerkannt bekommt? Verletztengeld während der Arbeitsunfähigkeit Verletztengeld während der Arbeitsunfähigkeit Übergangsgeld bis zum Abschluß der Reha Übergangsgeld bis zum Abschluß der Reha Therapie wird bezahlt Therapie wird bezahlt Wiedereingliederungshilfe ggf. Umschulung Wiedereingliederungshilfe ggf. Umschulung Ggf. Rente bei Anerkennung von PTSD als Traumafolge (i.R. 20%-30% GdB) Ggf. Rente bei Anerkennung von PTSD als Traumafolge (i.R. 20%-30% GdB)


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