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Christian Thies Kultur-, Sozial- und Geschichtsphilosophie Vorlesung an der Philosophischen Fakultät der Universität Passau im Wintersemester 2009/10 (Dreizehnte.

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1 Christian Thies Kultur-, Sozial- und Geschichtsphilosophie Vorlesung an der Philosophischen Fakultät der Universität Passau im Wintersemester 2009/10 (Dreizehnte Sitzung )

2 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 2 Dreizehnter Termin ( ) (1)Wiederholung – Ergänzungen – Fragen (2)Walter Benjamin (3)Kulturkreis-Lehren (a)Oswald Spengler (b)Arnold Toynbee (4)Ausblick auf den nächsten Termin

3 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 3 Theodor W. Adorno Ambivalenz des Fortschritts (Dialektik der Aufklärung) vor allem Antagonismus des Herrschaftstechniken und der Humanität (technisch vs. moralisch) Gefahr einer Katastrophe (Auschwitz) erste Bedingung eines wahren Fortschritts: Konstituierung der Menschheit als Subjekt Ziele: ewiger Frieden, Erlösung und Versöhnung

4 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 4 Walter Benjamin 1892 geboren vielfältige Einflüsse: Jugendbewegung, Marxismus, Surrealismus, jüdische Mystik usw. seit 1933 in Paris dort Arbeit am unvollendeten Passagenwerk 1939/40 Thesen Über den Begriff der Geschichte 26./ Suizid an der französisch-spanischen Grenze

5 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 5 Über den Begriff der Geschichte Kritik am Historismus Geschichte von unten Verbindung von Theologie und historischem Materialismus Erlösung, Sprengung des Kontinuums Kritik am Fortschritt, Ziel: Stillstellung Revolutionen nicht als Lokomotive, sondern als Notbremse

6 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 6 Oswald SPENGLER 1880 geboren 1904 Promotion in Philosophie Lehrer in Hamburg, dann freiberuflich in München 1918/22 Der Untergang des Abendlandes (2 Bände) 1919 Preußentum und Sozialismus 1931 Der Mensch und die Technik. Beitrag zu einer Philosophie des Lebens 1933 Jahre der Entscheidung 1936 gestorben

7 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 7 Spengler im Kontext die wichtigsten Einflüsse: Goethe (Morphologie) und Nietzsche (Stil) Vorläufer der Kulturkreis-Lehren: Ibn CHALDUN ( ), Giambattista VICO ( ) Konservative Revolution: außer Spengler u.a. Ernst Jünger, Ernst Niekisch, Arthur Moeller van den Bruck, Hans Freyer … (alles umstritten) – vergleichbare Phänomene auch in Frankreich und Italien (siehe Mussolini)

8 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 8 Spenglers zentrale Thesen Es gibt mehrere, relativ geschlossene Kulturen. Die Geschichte dieser Hochkulturen zeigt einen typischen Verlauf: Vorzeit – Geburt – Wachstum – Reife – Niedergang – langes Sterben. Die Verfallszeit einer Kultur (die wir im Abendland gerade erleben) nennt Spengler Zivilisation. Die griechisch-römische Antike und das Abendland sind unterschiedliche Kulturen (gegen die Trias Antike-Mittelalter-Neuzeit). kopernikanische Wende: gegen den Eurozentrismus der bisherigen Geschichtsphilosophie

9 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 9 Die acht Hochkulturen Ägypten (ca bis 525 v.u.Z.) Einschnitte durch die Hyksos (1700) und die Seevölker (1200) Mesopotamien (ca bis 539 v.u.Z.) Herbst unter Sargon (2300), Zivilisationen seit den Assyrern (1800) Indien (ab ca v.u.Z. bis ins 18.Jh.) Zivilisationen der Maurya ( v.u.Z.) und Gupta ( ) China (ca v.u.Z. bis ins 19.Jh.) Winter v.u.Z., danach Zivilisationen Antike (ca v.u.Z. bis ins 7.Jh.) Arabien (seit dem 1. Jh.; Untergang 1258?) Mohammed wie Cromwell, Abbasiden wie das Britische Empire Alt-Amerika ( /34 gewaltsam zerstört) Abendland (ca. 900 bis 2300?)

10 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 10 Vergleich Antike – Abendland Vorzeit 1600 bis 1100 Mykene 500 bis 900 Franken Frühling 1100 bis 700 Dorik 900 bis 1400 Gotik Sommer 700 bis 500 frühe Ionik 1400 bis 1680 früher Barock Herbst 500 bis 320 späte Ionik Klassik 1680 bis 1830 später Barock Klassik Winter 320 bis 200 Hellenismus 1830 bis 2000 Moderne Zivili- sation Seit 200 v. Chr. Römisches Imperium Ab 2000 [US-Hegemonie?]

11 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 11 Merkmale der abendländischen Zivilisation herrschende Mächte: Geld und Technik Großstädte mit Massen von seelenlosen Menschen fiktive Menschheit anstelle von Heimat allgemeine Erstarrung und Verfall des kulturellen Lebens (Gehlen: Kristallisation) stattdessen niveaulose Freizeitbeschäftigungen (u.a. Sport) Cäsarismus (primitive Gewaltpolitik in großen Imperien) Aufkommen einer zweiten Religiosität

12 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 12 Arnold J. TOYNBEE 1889 geboren in London englische Gelehrtenfamilie hellenische Erziehung Geschichtsprofessor und zugleich politische Tätigkeit Hauptwerk A Study of History (12 Bände, ) (deutsche Kurzfassung: Der Gang der Weltgeschichte, I- VI/1949, VII-X/1958) 1975 gestorben

13 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 13 Gemeinsamkeiten mit Spengler Nicht Individuen, Völker, Gesellschaften oder Staaten sind die entscheidenden Subjekte der Geschichte (bzw. Objekte der Geschichtsphilosophie), sondern große (Hoch-)Kulturen (civilisations). Es gibt eine abzählbare Anzahl solcher Kulturen. Diese haben einen charakteristischen Lebenszyklus: Entstehung – Aufstieg – Höhepunkt – Niedergang. Die eigentlichen Blütezeiten liegen früh, die politischen Höhepunkte (Imperium/Universalstaat, Kriege) spät. Zusammenbruch der antiken Kultur bereits vor der Römerzeit! Die Moderne wird als Niedergangszeit gedeutet. Der Eurozentrismus wird (mit Bezug auf die Vormoderne) überwunden.

14 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 14 Wichtige Thesen Toynbees kein Determinismus, kein Schicksal; die Entwicklungen sind in begrenztem Umfang offen challenge and response; die Herausforderungen können physischer und/oder sozialer Art sein; sie dürfen nicht zu schwer, vor allem aber nicht zu leicht sein vielfältige Berührungen zwischen den Kulturen im Raum und in der Zeit (Vorgänger-Nachfolger-Verhältnisse) Renaissancen innerhalb einer Kultur Wachstum einer Kultur als geistiger Prozess, vor allem als zunehmende Selbstbestimmung schöpferische Impulse finden sich in den Religionen, die in Universalkirchen münden (innere statt äußere Herausforderung!) schöpferische Minderheiten u. nachahmende Mehrheit herrschende Minderheit u. inneres Proletariat äußeres Proletariat (Barbaren) Hoffnung auf einen Weltstaat mit einer Universalkirche

15 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 15 Toynbees Hochkulturen (1) ägyptisch (ursprünglich, ca bis 525 v.u.Z., versteinerte Reste bis ins Jh. n.Chr.) sumerisch (ursprünglich, ca v.u.Z.; Nachfolger: babylonisch) minoisch (ursprünglich, ca bis 1200 v.u.Z.; Nachfolger: hellenisch) hettitisch (ca bis 1200 v.u.Z.) babylonisch (ca bis 539 v.u.Z.) nahöstlich (syric, ca v.u.Z.; Nachfolger: iranisch und arabisch) hellenisch (ca v.u.Z. bis 378 – Ende der Antike! – Nachfolger: christlich-orthodox und abendländisch) iranisch (ca. 700 v.u.Z., später islamisch) arabisch (unbekannte Wurzeln, später islamisch, inzwischen niedergebrochen!)

16 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 16 Toynbees Hochkulturen (2) abendländisch (seit 7. Jh. – als einzige lebendig und expansiv!) christlich-orthodox (seit 4.Jh., mit Vorläufern, bis 1453, inzwischen marginalisiert) russisch (seit 10. Jh., Spross des christlich-orthodoxen Hauptkörpers; bis 1917, unterdrückt) chinesisch (ursprünglich, ca v.u.Z., Nachfolger: fernöstlich) fernöstlich (ab 600 n.u.Z., versteinert und 1911 endgültig zusammengebrochen) japanisch (Spross des fernöstlichen Hauptkörpers, ab 5. Jh., Zusammenbruch 1853/54) indisch (ursprünglich, ca v.u.Z. bis 500 n.u.Z.) hinduistisch (als Nachfolger der indischen Kultur, seit dem 18. Jh. im Zerfall)

17 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 17 Toynbees Hochkulturen (3) Maya (ursprünglich, ab 500 v.u.Z. bis 300, Nachfolger: yukatanisch) Yukatan (bis 11. Jh., absorbiert vom mexikanischen Gesellschaftskörper) mexikanisch (bis 1521) Anden (ursprünglich, bis 1534) Darüber hinaus gibt es noch gehemmte Kulturen (Polynesier, Eskimos, Nomaden u.a.), gescheiterte Kulturen (u.a. keltisches und nestorianisches Christentum) und Fossilien (Parsen, Juden, Jaina u.a.).

18 Christian Thies Vorlesung WS 2009/10 18 Aktuelle Varianten Stefan BREUER: Imperien der Alten Welt. Stuttgart u.a Paul KENNEDY: Aufstieg und Fall der großen Mächte. Frankfurt a. M Jared DIAMOND: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Frankfurt a. M. 2005


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