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1 NS-Verbrechen in Polen 1939-1945 Besatzungsherrschaft und Vernichtung.

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Präsentation zum Thema: "1 NS-Verbrechen in Polen 1939-1945 Besatzungsherrschaft und Vernichtung."—  Präsentation transkript:

1 1 NS-Verbrechen in Polen Besatzungsherrschaft und Vernichtung

2 2 Verbrechen: Gesamtdarstellung Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma Verbrechen an der Zivilbevölkerung Polens (u.a. durch Kriegshandlungen der Nazis) Euthanasieverbrechen Verbrechen an Soldaten und Kriegsgefangenen Bombardierungen und Zerstörungen von Städten und Dörfern Zwangsarbeit

3 3 Vorgeschichte Dreimalige Teilung Polens zwischen 1772 und 1794 Grenzgebiete wurden von Preußen, Russland und Österreich besetzt Dritte Teilung Polens von 1794 führte zur Auflösung der polnischen Staatlichkeit Proklamation eines unabhängigen polnischen Staates am 7. Oktober 1918 (im Anschluss an Friedensvertrag von Brest-Litowsk): Internationale Anerkennung durch den Versailler Vertrag (1919)

4 4 Grenzen des polnischen Staates von

5 5 Überfall und Besatzung Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939: offizieller Beginn des 2. Weltkrieges Besatzung der westlichen Gebiete Polens und Schaffung des sogenannten Generalgouvernements im östlichen Polen durch die deutschen Behörden Drei Gaue im Westen Polens werden zwischen September und Oktober 1939 errichtet und ins Deutsche Reich eingegliedert Die Distrikte Warschau, Krakau, Lublin und Radom bildeten das Generalgouvernement (offizielle Gründung am ) – Eingliederung Lembergs nach dem Überfall auf die Sowjetunion (September 1941) Bis 1944 wurden ca Polen aus den westlichen Gebieten ins Generalgouvernement umgesiedelt

6 6 Teilung Polens ab 1941 Grenzen in etwa gültig bis Juli/August 1944

7 7 Besonderheit: Vernichtungslager Die Nazis haben im Laufe ihrer Besatzungszeit alle sechs bekannten Vernichtungslager auf dem Gebiet des besetzten Polen errichtet: Chelmno, Sobibór, Belzec, Treblinka, Majdanek- Lublin und Auschwitz-Birkenau In diesen Vernichtungslagern wurden in erster Linie Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma aus ganz Europa ermordet

8 8 Jüdische Bevölkerung I: Zahlen Größter Anteil jüdischer Bevölkerung in Europa: Gesamtzahl betrug einen Tag vor dem deutschen Überfall ca. 3,45 Millionen, was in etwa 10% der polnischen Gesamtbevölkerung darstellte Insgesamt wurden etwa 3 Millionen (in den Grenzen Polens von 1939) Jüdinnen und Juden von den Nazis ermordet

9 9 Jüdische Bevölkerung II: Etappen der Verfolgung und Ghettoisierung Mit Beginn der Besatzung Übernahme sämtlicher entrechtender und diskriminierender Maßnahmen, die in Deutschland zwischen 1933 und 1939 schrittweise entwickelt und angewandt wurden Schrittweise Einführung der Kennzeichnungspflicht (dann Judenstern) ab September 1939 Berufsverbote, Enteignung von Besitz, Sonderbesteuerung und Zwangsarbeit Maßnahmen gesellschaftlicher Isolation mündeten in der räumlichen Konzentration der Juden in eigens dafür von der deutschen Besatzungsmacht (ab Frühjahr 1940) geschaffenen Ghettos Hohe Sterblichkeitsrate und auch erste Vernichtungsaktionen in den Ghettos Ghettos in allen größeren Städten im Herrschaftsgebiet der Nazis: Warschau, Krakau, Lodz (Litzmannstadt),...

10 10 Jüdische Bevölkerung III: Vernichtung Ermordungsarten: Erschießungen, Massenerschießungen, Tod durch Giftgas in eigens dafür umgebauten Gaswagen, Tod durch Zwangsarbeit, Tod aufgrund der Bedingungen in den Ghettos und KZs (Hunger, Kälte, Arbeit,…) sowie die industriell durchgeführte Massenvernichtung Errichtung des ersten Vernichtungslagers im Dezember 1941 in Chelmno

11 11 Jüdische Bevölkerung IV: Vernichtung Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 Organisation und Koordinierung des geplanten Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden Errichtung dreier Vernichtungslager im besetzten Polen unter dem Tarnnamen Aktion Reinhardt unter strenger Geheimhaltung: zwei davon im Distrikt Lublin (Belzec und Sobibór) und eines im Distrikt Warschau (Treblinka) Neueren Schätzungen zufolge wurde fast ein Drittel der jüdischen Bevölkerung in Europa in diesen drei Lagern ermordet Es folgten weitere Vernichtungslager in Majdanek-Lublin und Auschwitz-Birkenau

12 12 Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma I: Die Zahl der vor der NS-Besatzung in Polen lebenden Sinti und Roma betrug nach Schätzungen etwa Davon wurden ca durch die deutschen Besatzer ermordet. Die meisten polnischen Sinti und Roma wurden bei zahlreichen Massenexekutionen ermordet. Die ersten Massenerschießungen fanden bereits ab Herbst 1939 durch Polizei-Bataillone und Einsatzgruppen statt. 180 Orte, an denen solche Massenexekutionen im besetzten Polen stattfanden, sind bekannt und dokumentiert (Bsp. Wolyn).

13 13 Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma II: Auch von Ghettoisierung betroffen: im November 1941 wurden etwa Sinti und Roma nach Lódź deportiert, wo innerhalb der Ghettomauern ein gesondertes Zigeunerghetto errichtet wurde Die wenigen Überlebenden wurden Anfang 1942 von der SS nach Chelmno deportiert, wo sie in Gaswagen erstickt wurden Separates Zigeunerlager in Auschwitz-Birkenau Erste Massenvergasungen im März und Mai 1943, bei denen über Sinti und Roma ermordet wurden Verhinderung der im Mai 1944 von der SS geplanten Liquidierung des Zigeunerlagers durch den massiven Widerstand der Inhaftierten Endgültige Liquidierung vom 2. auf den 3. August 1944 – dabei wurden die verbliebenen etwa Sinti und Roma (Alte, Frauen und Kinder) ermordet

14 14 Euthanasieverbrechen Die Ermordung der Patienten polnischer Psychiatrien von SS- oder Gestapo-Einheiten schuf Platz - so der Vorwand - für die Ansiedlung von Volksdeutschen sowie die Unterbringung von deutschen Truppen Bereits im Herbst 1939 und im folgenden Winter Ermordung von bis Geisteskranken im Reichsgau Danzig-Westpreußen und im übrigen Teil des besetzten Polens. Erster Einsatz von Gift-Gasmorden in sogenannten Gaswagen (in Posen Herbst 1939) Ermordung von Anstaltspatienten durch gezielte Unterversorgung, d.h. durch planmäßig herabgesetzte Essensrationen, ebenfalls seit Herbst 1939

15 15 Weitere Verbrechen an der Zivilbevölkerung I: Allgemein Ermordung der polnischen Intelligenz: Ermordung von polnischen Intellektuellen allein in den ersten zwei Wochen der Besatzung im späteren Gau Danzig-Westpreußen Gruppe der polnischen Intelligenz umfasste nach NS-Definition u.a. Lehrer und Hochschullehrer, Ärzte, Schriftsteller, Redakteure, höhere Beamte, Kaufleute, katholische Geistliche, politische Funktionäre und alle Personen mit mittlerer und höherer Schulbildung Verschleppung von etwa polnischen Kindern nach Deutschland zwecks Eindeutschung: nur 20% dieser Kinder konnten nach dem Krieg identifiziert und nach Polen zurückgebracht werden Durch unmittelbare Kriegshandlungen der Wehrmacht getötete Polen: ca

16 16 Weitere Verbrechen an der Zivilbevölkerung II: Warschau Ermordung von ca Bewohner/innen Warschaus nur durch den deutschen Luftangriff auf Warschau, unterstützt von massivem Artilleriebeschuss Ende September 1939; Zerstörung von etwa 10% der Bausubstanz der Stadt Im Verlauf des Warschauer Aufstands (von der Heimatarmee (AK) angeführt) im April 1944 ermordeten die Nazis Zivilisten und Menschen, die bewaffnet gekämpft haben Bereits während des Aufstands erste systematischen Zerstörungsaktionen von Gas-, Wasser- und Stromleitungen durch die Nazis Raub und Abtransport von Rohstoffen, Textilien, Wertsachen, Möbeln usw. unmittelbar nach der Räumung Warschaus durch die deutschen Truppen Systematische Zerlegung von Stadtvierteln: Sprengung von Gebäuden und Denkmälern und Verbrennung von Bibliotheks- und Archivbeständen übrig blieb eine völlig zerstörte und menschenleere Stadt

17 17 Verbrechen an Soldaten und Kriegsgefangenen Ermordung von über Soldaten durch deutsche Kriegshandlungen bis zur Kapitulation der polnischen Armee am 6. Oktober 1939; Gefangennahme von etwa polnischen Soldaten durch die Wehrmacht Von diesen wurden etwa noch im Herbst 1939 ins Reichsgebiet geschickt und dort zur Zwangsarbeit verpflichtet – 90% davon in der Landwirtschaft Separierung der ca als jüdisch klassifizierten Kriegsgefangenen, die noch schlechteren Lebens- und Arbeitsbedingungen ausgesetzt wurden: Von ihnen starben allein bis zum Frühjahr an Hunger, Kälte und Misshandlungen Auch die verbliebenen jüdischen Gefangenen wurden bis auf wenige Hundert in den folgenden Jahren zugrunde gerichtet oder ermordet

18 18 Zwangsarbeit I: Beginn Ins Deutsche Reich eingegliederte Gebiete: Bereits im ersten Kriegsmonat Deportation von etwa Polen als Zwangsarbeiter nach Deutschland, diese waren von deutschen Arbeitseinsatzbehörden in Razzien auf offener Straße aufgegriffen worden Generalgouvernement: Versuchte Anwerbung polnische Arbeiter auf freiwilliger Basis für Arbeiten im Reichsgebiet durch die deutschen Besatzer bis Ende 1939 Ab Frühjahr 1940 wurden polnische Arbeiter zwangsweise aus dem Generalgouvernement ins Reich verschleppt Jüdische Bevölkerung: Einführung der Zwangsarbeit für die männliche jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement bereits am 12. Dezember 1939 durch einen Erlass, der alle jüdischen Männer zwischen 14 und 60 zu zwei Jahren Zwangsarbeit verpflichtete Erlass wurde dann auf alle Polen zwischen 14 und 60 Jahren ausgedehnt – Zwangsarbeit musste entweder im Deutschen Reich oder im Generalgouvernement abgeleistet werden

19 19 Zwangsarbeit II: Verschärfung Im Februar 1943 im Rahmen der totalen Mobilmachung für den Krieg wurden auch die 10-12jährigen zur Zwangsarbeit verpflichtet Insgesamt wurden ca. 2,5 Millionen Polen zu Zwangsarbeiten ins Deutsche Reich deportiert Davon waren 29%, d.h , Minderjährige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren Darüber hinaus mussten hunderttausende Jüdinnen und Juden vor ihrer Ermordung in den Ghettos für deutsche Unternehmen oder die lokalen NS-Besatzungsbehörden arbeiten

20 20 Widerstand I Zwei zentrale Widerstandsorganisationen: 1) Polnischer Verband der Aufständischen, unterstand der Exil-Regierung in London; Umbenennung in Armia Krajowa (Heimatarmee) )Gwardia Ludowa, die 1942 als reguläre Volksgarde der ebenfalls 1942 in der Illegalität neukonstituierten Kommunistischen Partei Polens, der Polnischen Arbeiterpartei (PPR), gegründet wurde; viele jüdische Mitglieder

21 21 Jüdischer Widerstand I Warschauer Ghetto -Aufstand 1)Gründung der jüdischen Kampforganisation ZOB Ende Oktober 2) Zunächst Aussetzung der Deportationen und der Ermordung von Juden und Jüdinnen dank des massiven Widerstands 3) Angriff deutscher Militäreinheiten auf das Warschauer Ghetto am 19. April ) Hinauszögerung der endgültigen Liquidierung des Ghettos bis zum Juli 1943 durch die Widerstandskämpfer/innen – Flucht von Juden und Jüdinnen in den arischen Teil Warschaus; wurden von den Nazis im Verlauf des Aufstandes ermordet oder nach Treblinka deportiert Der Aufstand im Warschauer Ghetto hatte hohe symbolische Wirkkraft auf den gesamten jüdischen Widerstand auch außerhalb Polens

22 22 Jüdischer Widerstand II Aufstände in den Vernichtungslagern Aufstand in Treblinka im August 1943: 50 Häftlinge konnten fliehen Bewaffneter Aufstand des jüdischen Häftlingssonder- kommandos in Sobibór am 14. Oktober 1943 – ca. 365 Häftlinge konnten fliehen und das Vernichtungslager wurde still gelegt: 1) Während des Aufstandes gelang es 12 SS-Wachleute zu töten 2) Aufstand wurde anhand eines seit Wochen festgelegten, detaillierten Planes durchgeführt

23 23 Literatur Blatt, Thomas Toivi: Sobibór – der vergessene Aufstand, Hamburg Eberhardt, Christiane: Geheimes Schulwesen und konspirative Bildungspolitik der polnischen Gesellschaft im Generalgouvernement , Frankfurt am Main Harten, Hans-Christian: De-Kulturation und Germanisierung. Die Nationalsozialistische Rassen- und Erziehungspolitik in Polen , Frankfurt am Main Heuberger, Georg (Hg.): Im Kampf gegen Besatzung und Endlösung. Widerstand der Juden in Europa , Frankfurt am Main: Jüdisches Museum Rose, Romani (Hg.): Den Rauch hatten wir täglich vor Augen. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma, Heidelberg Schumann, Wolfgang und Nestler, Ludwig: Nacht über Europa. Die faschistische Okkupationspolitik in Polen ( ), Köln Spoerer, Mark: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, Stuttgart München Strobl, Ingrid: Sag nie, du gehst den letzten Weg – Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung, Frankfurt am Main Pohl, Dieter: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit Darmstadt 2011.


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