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Die Zurichtung des Gegenstandes durch die Didaktik. Anfragen an die Rechtfertigung des Unvermeidlichen.

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Präsentation zum Thema: "Die Zurichtung des Gegenstandes durch die Didaktik. Anfragen an die Rechtfertigung des Unvermeidlichen."—  Präsentation transkript:

1 Die Zurichtung des Gegenstandes durch die Didaktik. Anfragen an die Rechtfertigung des Unvermeidlichen.

2 Überblick Trans-Disziplinärer Diskussionsanstoß an der Grenze der Disziplin Bildungswissenschaft Annahme: Gem. Interesse an der Analyse der Normativität schulischer Wissensbildungsprozesse Frage nach den Konstruktionsprinzipien der Repräsentation Voraussetzung: Ent-Selbstverständlichung didaktischer Transformation Methode: Legitimationsanalytisch - durch Blick auf deren jeweiligen Begründungen, in exemplarischem Vorgehen Ziel: Aufzeigen einer – vor dem Hintergrund einer bildenden Interpretation neuzeitlicher Wissenschaft – angemessenen Begründung. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

3 Zur Frage der Normativität schulischer Wissensbildungsprozesse Es ist nicht gleichgültig, welche Art von didaktischer Veränderung dem Gegenstand widerfährt; weder beliebige noch willkürliche, noch gedankenlose, noch fälschende können wir uns wünschen. Reichweite und Grenze des Wissens steht und fällt mit den Prämissen der jeweils eingesetzten Forschungsmethoden, ist gewissermaßen an die Akzeptanz des jeweiligen Paradigmas gebunden. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

4 Mögliche Rechtfertigungshorizonte Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von problematischen didaktischen Moden Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis Plädoyer für Änderung der Transformation aufgrund von verändertem innerwissenschaftlichen Problembewusstsein Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund veränderter Rahmenvorgaben für Unterricht (Bildungsstandards) oder neuer Möglichkeiten im Rahmen der Schulautonomie (Public private partnership) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

5 Didaktische Transformation: Vom In Form Bringen und Zurichten Didaktische Reduktion ist eine Tätigkeit des Lehrenden mit dem Ziel, Fachinhalte entsprechend aufzubereiten, um ihre Fasslichkeit/Verständlichkeit zu verbessern. Die Annahme ist, dass es aufgrund von Elementarisierung, Partikularisierung, Generalisierung gelingt, Kulturgüter in Bildungsgüter umzuwandeln. Didaktische Transformation ist das Kunststück, mit dem die Lehrperson die Vermittlung zwischen der Sachstruktur der Fachinhalte und den angenommenen (!) Lernstrukturen des Lernenden anstrebt. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

6 Didaktische Transformation: Vom In Form Bringen und Zurichten Hoffnungsvoll wird auch von Konkordanz gesprochen. Nach dieser Überlegung bezieht sie ihre Legitimation daraus, dass diese Vermittlung gelingt. Diese Denkfigur kann man grundsätzlich bezweifeln (z.B. Johannes Giesingers (2012) Interpretation von Augustinus und Wittgenstein, Hartmut Meyer-Wolters (2012) Interpretation von Weitergabe resp. Aneignung von geistigem Besitz als Widerstreit, Klaus Holzkamps (1991) Kritik an der Annahme, dass sich Lernen wesentlich über das Lehren vermittelt vollziehe.) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

7 Didaktische Transformation: Vom In Form Bringen und Zurichten Dieses Ansinnen ist bekanntlich von ADORNO als Problem der immanenten Unwahrheit der Pädagogik bezeichnet worden, weil die Sache, die man betreibt, auf die Rezipienten zugeschnitten wird, keine rein sachliche Arbeit um der Sache Willen ist. Diese wird vielmehr pädagogisiert… (Adorno, Tabus über dem Lehrberuf, 1969, S.73) GRUSCHKA (2002, S.419) bezeichnet es als einen der großen Mythen der Schule, dass fraglos so getan werde, als ob dieser Transformationsprozess unvermeidbar, unhintergehbar sei; dass behauptet werde, allein im Durchgang durch die didaktisierende Transformation der Sachen seien diese lehrbar. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

8 Vom In Form Bringen und Zurichten Mich interessieren (hier) zwei Fragen: Wie ändert sich die Struktur des Gegenstandes bei diesem Bemühen? Das bezeichne ich als didaktische Zurichtung des Gegenstandes. Das müsste natürlich konsequent empirisch beforscht werden, kann aber hier nahe liegendes Weise nur an Beispielen aufgezeigt und problematisiert werden. Wie wird diese didaktische Zurichtung des Gegenstandes legitimiert. Der Definition nach: Mit seiner besseren Verständlichkeit. Das mag eine naheliegende Begründung sein, - doch ist diese Begründung auch hinreichend? Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

9 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von problematischen didaktischen Moden Bsp. KLIPPERT: Entsorgung des fachlichen Inhalts zu Gunsten überfachlichen Methodentrainings –die Inhaltlichkeit des Unterrichts bleibt auf der Strecke –der Gegenstand ist nur mehr Material zum Lernen des Lernens Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

10 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von problematischen didaktischen Moden Beispiele medialer Zurichtung zu Lasten der sachlichen Richtigkeit – Schulbuchanalysen: die Welt wird auf Illustrationsmaterial für die Richtigkeit von Glaubenssätzen hin abgetastet (Rumpf) –Präsentieren: paradoxe Rückkehr des Frontalunterrichts zum Trainieren überfachlicher Kompetenzen aus Anlass eines selbsterarbeiteten Themas Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

11 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis Bsp.: Reibungsloser Unterricht mit sachlich falsch schematisierendem Tafelbild –Hauptcharakteristikum – und m.E. auch die heimliche Legitimation des unterrichtlichen Vorgehens wie der didaktischen Zurichtung des Gegenstandes - ist: Der Unterricht verläuft störungsfrei, reibungslos, bereitwillig kooperativ; keinerlei Disziplinprobleme. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

12 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –Schmiermittel ist ein Frage- und Antwortspiel zu einem vorgegebenen Schema als Tafelbild. –Entsprechend der Frage nach den Vor- und Nachteilen der Moose an Land ein 4-Felder-Schema. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

13 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –Die Schüler tragen mit ihrem Vorwissen zum Füllen des Schemas bei, sind als potenzielle Experten und Naturbeobachter gefragt. Sofern es sich in den Augen der Lehrerin lohnt, wird die Antwort (oder ihre Lesart der Antwort) durch die Aufnahme der Bemerkungen der Schüler in das Tafelbild offizialisiert.(Gruschka 2005) –Aufgrund des Tafelbildes wird der Eindruck erweckt, als seien die Moose angesichts des Übergewichtes von Nachteilen im Wasser zu dem Beschluss gekommen, an Land zu gehen. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

14 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –Die Lehrerin steuert durch Fragen den Unterricht; jede Aussage gilt als lobenswerter Beitrag zum Thema. –Dieses Lob wird von der Klasse als Urteil über die Gültigkeit der Aussagen aufgenommen. –Eine Fülle von Fragen und Antworten der Lehrerin und der Schüler verweisen (indes) auf ein fehlendes Verständnis des jeweils verhandelten Sachverhalts.(S.2/10) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

15 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –Der Unterricht differenziert nicht zwischen Genese von Ideen und Übergang von Umgangserfahrung zu biologie-typischer Prüfung von Erfahrungen Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

16 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –Statt nach Vor- und Nachteilen hätte wohl nach ökologischen Lebensbedingungen gefragt werden müssen (= andere Konstitution des Gegenstandes). – Unter dem Gesichtspunkt der Evolution der Pflanzen kann davon die Rede sein, dass u.a. infolge von Mutationen ein Teil dieser Spezies sich an die veränderten Lebensbedingungen als angepasster erwies. Aber in diesen Fällen ist nicht mehr von den konkreten handelnden Moosen auszugehen, die sich bei ihrem Landgang angepasst haben, sondern von der Geschichte der Arten. (…) (Gruschka 2005, S.9/10) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

17 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis Bsp.: Oral History im Unterricht- politisch inkorrekte Zeitzeugen stören den Erziehungszweck –die authentische Rolle der ZeitzeugInnen (etwa in Schulklassen) wird häufig mit einer Erhabenheit über Kritik verknüpft. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

18 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund von Üblichkeiten der Praxis –die Chance, ein Bewusstsein über die Konstruiertheit von Erinnerung zu vermitteln, wird von Lehrpersonen vielfach nicht dazu genützt, die Einsicht zu vermitteln, dass Erzählungen von ZeitzeugInnen ebenso wenig objektiv wahr sind und Veränderungen in der Erinnerung wie auch der Erzählung festzustellen sind. (Alexander v. Plato) – Lehrer suchen eher nach Zeitzeugen, die ein bestimmtes Ereignis politisch korrekt mit der Würde des Alters in 20 Minuten eindrucksvoll illustrieren können. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

19 Plädoyer für Änderung der Transformation aufgrund von verändertem innerwissenschaftlichen Problembewusstsein Bsp.: Erinnerungskultur - Forderung nach veränderter didaktischer Transformation des Holokaustgedenkens –Inhalte haben nicht transtemporale Gültigkeit –in der Erinnerungskultur ist die strikte Unterscheidung von Tätern und Zuschauern aufzulösen – man muss damit aufhören, die Verantwortung die des Nationalsozialismus zu externalisieren. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

20 Plädoyer für Änderung der Transformation aufgrund von verändertem innerwissenschaftlichen Problembewusstsein –Welzer (2011) plädiert für eine Neuakzentuierung der erinnerungskulturellen Arbeit; –Sie kann die nationalsozialistischen Verbrechen und den Holocaust als das Gesellschaftsverbrechen nicht museal ins Zentrum stellen, sondern muss vermehrt Gegenwartsbezüge thematisieren, um ein emanzipatorisches Geschichtsbewusstsein entstehen zu lassen, das auch für kommende Generationen von Schülerinnen und Schülern, besonders aus nicht-deutschen Herkunftsgesellschaften, anschlussfähig ist. (ebd., S.3/6) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

21 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund neuer Möglichkeiten im Rahmen der Schulautonomie (Public private partnership) Bsp.: Neoliberale Transformation von Bildungseinrichtungen (Liesner/Lohmann) – Schulsponsoring –wes Brot ich ess, des Lied ich sing Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

22 Transformation/Zurichtung des Gegenstandes aufgrund veränderter Rahmenvorgaben für Unterricht (Bildungsstandards) Bsp.: Bildungsstandards – Funktionserfüllung schlägt Sinnermessen –Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen für Kontrolle und Vermarktung deckt die Aufgabe der Pädagogik nicht ab –Denkfehler 1: der Vollzug der Lernbewegung ist nicht vom Lernenden ablösbar –Denkfehler 2: für Lern- und Bildungsvorgänge wird so etwas wie eine Funktionsgesetzlichkeit unterstellt Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

23 Welche Begründungen wären – vor dem Hintergrund einer bildenden Interpretation neuzeitlicher Wissenschaft – wünschenswert? Wissenschaftspropädeutischer Unterricht – ist ein Unterricht, in dem die vermittelten Inhalte als Wissenschaften zugehörig thematisiert, – die Methoden wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung exemplarisch erarbeitet und problematisiert werden –und der Gesellschaftsbezug wissenschaftlicher Erkenntnis reflektiert wird (merke: den Gesellschaftsbezug reflektieren heißt nicht, anwendungsorientiert zu unterrichten). Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

24 Welche Begründungen wären – vor dem Hintergrund einer bildenden Interpretation neuzeitlicher Wissenschaft – wünschenswert? Wissenschaft und Bildung stehen unter der Voraussetzung neuzeitlicher Wissenschaft –nicht in einem linearen (nach der Vorstellung: durch Wissenschaft zu Bildung), harmonischen Verhältnis Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

25 Welche Begründungen wären – vor dem Hintergrund einer bildenden Interpretation neuzeitlicher Wissenschaft – wünschenswert? –sondern in einem aporetischen, –insofern Bildung auf ein Selbst- und Weltverhältnis zielt, das über alle uns bekannten Formen des Wissens, über das Erfahrungs- und Umgangswissen ebenso wie über das szientifische Wissen und auch über das philosophische Wissen, hinausweist.(Benner 1990, S.598) –Vor diesem Hintergrund verbieten sich bestimmte didaktische Transformationen als sachlich unangemessen, d.h. neuzeitliche Wissenschaft verkennend. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

26 Kritierien zur Limitierung von unterrichtsmethodischen Einfällen und Maßnahmen Unterricht muss in erster Linie hinsichtlich der Ansprüche der Bezugswissenschaft methodisch korrekt durchgeführt werden. Das heißt auch, kein wissenschaftliches Aussagesystem darf unter Absehung von den methodischen Fundamenten gelehrt werden, die ja zugleich Reichweite und Grenze der Gültigkeit von Aussagen zu beurteilen erlauben. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

27 Kritierien zur Limitierung von unterrichtsmethodischen Einfällen und Maßnahmen Unterricht dürfte sodann nicht vom historisch- gesellschaftlichen Entstehungs- und Anwendungskontext wissenschaftlicher Aussagesysteme absehen Nicht zuletzt sind Aussagesysteme positiver Wissenschaften sind so zu lehren und zu lernen, dass vermieden wird, Wirklichkeit und deren theoretische Modellierung gleich zu setzen. Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag

28 Schule der Bildung in Abgrenzung zum Haus des Lernens Bemüht sich um die Erschließung, um das Verständnis, das Durchdenken, das Wissen und die kritische Beurteilung der grundlegenden Bedeutungsdifferenzen, die unsere geschichtliche Welt ausmachen. Bedeutungsdifferenzierendes Verstehen, Wissen und Können eröffnet uns Sachverhalte, Ordnungszusammenhänge, dingliche und mitmenschliche Verhältnisse, die unabhängig von unserem subjektiven Meinen und Belieben bestehen. Von diesen geht ein verbindlicher, wenn auch nicht fragloser Anspruch aus. Schule sollte Kinder und Jugendliche erst einmal in den tragenden Sinnstrukturen der Welt der (gebildeten) Erwachsenen, auch in deren Fragwürdigkeit, ankommen lassen. (Ruhloff 2002, S.52f) Ines M.Breinbauer Didaktik am Donnerstag


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