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Jahrestagung der Drogenbeauftragten 2017: Die Kinder aus dem Schatten holen Wie die Sucht der Eltern die Familie verändert – Die Familiendynamik suchtbelasteter.

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Präsentation zum Thema: "Jahrestagung der Drogenbeauftragten 2017: Die Kinder aus dem Schatten holen Wie die Sucht der Eltern die Familie verändert – Die Familiendynamik suchtbelasteter."—  Präsentation transkript:

1 Jahrestagung der Drogenbeauftragten 2017: Die Kinder aus dem Schatten holen
Wie die Sucht der Eltern die Familie verändert – Die Familiendynamik suchtbelasteter Eltern-Kind-Systeme. Michael Klein, Köln 19. Juni 2017

2 Klinische Familienmodelle Lösungen!
Wie die Sucht der Eltern die Familie verändert – Die Familiendynamik suchtbelasteter Eltern-Kind-Systeme. Inhalte: Sucht in der Familie? Klinische Familienmodelle Lösungen!

3 Problem für Kinder: Psychische Dysfunktionalität der Familie
Psychisch kranke Eltern Drogen- abhängige Eltern Alk.abh. Eltern Suchtkranke Eltern , z.B. Verhaltenssüchte Klein, 2016

4 Mäßigkeitsbewegung, Amsterdam, ca. 1880
Parentifizierung, Familienkonflikte, Beschämung  „Addiction runs in families“  „Die Generationengrenzen sind alkohollöslich“ Mäßigkeitsbewegung, Amsterdam, ca. 1880

5 Elephant in the living room

6 Die suchtbelastete Familie als „eingefrorenes“ Mobile

7 Frequency of alcohol problems in parents (N = 2427; Lifetime, %w; source: EDSP-study)

8 Zentrale Prozesse in suchtbelasteten Familien
(Klein, 2008; Moesgen, 2009; Orford et al., 2011) Instabile Familien (strukturen) Problematisches Erziehungs- und Modellverhalten Parentifizierungen Volatilität des Elternverhaltens Desorientierung in Einstellungen und Werten Hohes Konfliktniveau

9 Einflüsse elterlicher Suchtstörungen auf die Familiendynamik
Der Suchtmittelkonsum an sich ist nur vordergründig der relevante Teil des familialen Problems. (Ausnahme: pränatal) Die wichtigsten Belastungen für die Familie ergeben sich aus den veränderten Elternverhaltensweisen infolge chronischen Konsums, Intoxikation, Entzug und anderen suchttypischen Konsequenzen.

10 Latente Prozesse in suchtbelasteten Familien
Ausstoßung (Henne oder Ei) [Petzold, 2001] Infiltration der Familienrituale (Wolin & Wolin, 1998) Nähe-Distanz-Probleme (Steinglass, 1983) Indikator für dysfunktionale Beziehungen In modernen Gesellschaften sind die Selbstheilungsprozesse von Familien reduziert (Alexander, 2012) Allverfügbarkeit von Suchtmitteln (Klein, 2008) Individualisierung, Globalisierung, Beschleunigung als Basis für Bindungs- und Beziehungsstörungen (Alexander, 2012) Individuelle Stressregulationsmittel, die Familienstress erzeugen (Daley, 2013)

11 Problem: Unterscheidung antezedenter, kausaler, komorbider, inzidentieller, konsequenter Faktoren von Suchterkrankungen in Familien. In den meisten Modellen noch nicht adäquat berücksichtigt. Transmissionsmodell (Sher, 1991, 2005)

12 Jim Orford´s: Stress-Strain-Coping-Support-Model (2005, 2016)

13 Substanzspezifische Familieneinflüsse
Modell der substanzspezifischen und –unspezifischen Familieneinflüsse (Ellis, Zucker & Fitzgerald, 1997; 2001) Substanzspezifische Familieneinflüsse Nachahmung elterlichen Konsumverhaltens Erlernen dysfunktionaler Wirkungserwartungen Ethnische und subsgruppenspezifische Werte Elterliche Psychopathologie und Komorbidität Sozioökomischer Status und Stress

14 II. Substanzunspezifische Familieneinflüsse
Modell der substanzspezifischen und –unspezifischen Familieneinflüsse (Ellis, Zucker & Fitzgerald, 1997; 2001) II. Substanzunspezifische Familieneinflüsse Sozioökomischer Status und Stress Allgemeine familiale Dysfunktionalität Familiale Gewalt und Traumatisierungskontexte Elterliche kognitiv- emotionale und Persönlichkeitsdefizite

15 In einer suchtbelasteten Familie zu leben, bedeutet vor allem psychischen Stress: Alltags- und Dauerstress. Es entstehen oft dysfunktionale Copingmuster. Formen des Familienstresses (Schneewind, 1991, 2006): (I) dysfunktional (1) Duldungsstress („Ich kann dem Druck und Stress nicht ausweichen, halte ihn aber nicht aus“) (2) Katastrophenstress („Ich weiß nie, was passieren wird. Das macht mir so viel Angst, dass ich andauernd daran denken muss“) (II) funktional (3) Bewältigungsstress („Auch wenn es schwer ist, ich werde es schaffen und überleben“)

16 Konsequenzen elterlicher Suchtstörungen auf Familien
Generelle, weitgehend universelle Konsequenzen: (1) Verstärkung und Chronifizierung des intrafamilialen Stresses Stressoren: Instabilität, Unberechenbarkeit, Disharmonie, Gewalt (2) Familiale Desorganisation und Anpassung (negative Rückkoppelung) Symptome: Trennungen, Bindungsstörungen, Verleugnung nach innen und außen, Kontrolleskalation, Rollenfixierungen (3) Transgenerationale Muster, in Bezug auf Substanzkonsum, Problemlösung, Stressbewältigung Indikatoren: Verhaltensauffälligkeiten bei betroffenen Kindern, häufige Suchtstörunen bei Kindern suchtkranker Eltern

17 Familiale Abwehrmechanismen
„Mein Kind hat nichts gemerkt“. (Typischer Satz vieler suchtkranker Elternteile) Selbstwertdienliche Attribution Scham- und Schuldgefühl als zentraler intrapsychischer Prozess Abwehr, Verleugnung, Verdrängung und Aggression als zentrale Reaktionen

18 (Klein & Zobel, 2001; Zobel, 2017)

19 Konsequenzen elterlicher Suchtstörungen auf Familien
Differentielle Effekte und Konsequenzen: Je nach Substanz oder Substanzinteraktionen verstärkte negative Effekte Komorbiditäten (beim Suchtkranken) bzw. im Paarsystem Alleinerziehende Suchtkranke, Patchwork-Familien Vater, Mutter oder beide Elternteile suchtkrank Ein oder mehrere Kinder sind exponiert Mädchen oder Junge sind exponiert „High oder low Density“-Familie

20 Familiale Lösungen Beeinflussung des Transmissionsrisikos durch:
Frühe Behandlung und Heilung der Suchtstörung der Eltern (Klein & Quinten, 2001) durch Abstinenz oder Symptomreduktion Selektive Prävention für die Kinder (Klein, Moesgen, Thomasius & Bröning, 2013) Koordinierte Eltern-Kind-Behandlung: PRÄVENTION-THERAPIE- GENERATIONENANSATZ

21 Sucht, Familie und weiter… (Family and beyond)
Die Auflösung traditioneller Familienformen erhöht die Risiken auf Suchtentwicklung (Alleinerziehung, Stressregulation, Komorbidität, soziale Stigmatisierung, Subkulturelle Milieus) Das Suchtsystem fördert Imitation, Tabuisierung, Stigmatisierung, Abwehr, Verleugnung, Selbstmedikation, Scham. Es entstehen häufiger „isomorphe Systemreplikate“ („Alles total geheim“)

22 Dimensionen der Familienresilienz (Froma Walsh, 2006, 2011)
(1) Glaubenssysteme („belief systems“) Den Widrigkeiten einen Sinn oder eine Erklärung geben Positiver Zukunftsausblick („alles wird gut“) Transzendentaler, spiritueller Bezug

23 Dimensionen der Familienresilienz (Walsh, 2006, 2011)
(2) Organisationsmuster der Familie Flexibilität Bezogenheit, Verbundenheit Soziale und ökonomische Ressourcen

24 Dimensionen der Familienresilienz (Walsh, 2006, 2011)
(3) Familiale Kommunikationsprozesse und Problemlöseverhalten Klarheit Offene emotionale Mitteilung („sharing“) Gemeinschaftliches Problemlösen

25 Förderung der Familienresilienz (Walsh, 2006, 2011)
Überzeugungen der Familie („belief system“), die z.B. dabei helfen, auch in widrigen Lebensumständen einen Sinn zu finden, eine optimistische, aber realistische Grundeinstellung zu bewahren oder übergeordnete Werte und Sinnsysteme aufrechtzuerhalten, etwa im Sinne von religiös-spirituellem Glauben und heilenden Ritualen. Strukturelle und organisatorische Muster („organizational patterns“), z.B. in Form von Flexibilität in den familialen Strukturen (Offenheit für Erfahrungen), Aufrechterhaltung des Gefühls der Verbundenheit auch in Krisenzeiten und Nutzung sozialer Ressourcen sowie Vorhandensein sozialer und ökonomischer Ressourcen in Krisensituationen Kommunikationsprozesse („communication processes“), die z.B. darin bestehen, ein vorhandenes Problem in der Familie offen anzusprechen, schwierige und belastende Emotionen mitzuteilen und gemeinsame Problemlösungen in Angriff zu nehmen.

26 Empfehlungen für die Familienentwicklung
Frühintervention Familienresilienz PRÄVENTION-THERAPIE-Generationenansatz Motivierung zur funktionalen Elternschaft Psychoedukation Sucht-Familie-Genesung Eltern-Kind-Gruppen (z.B. TRAMPOLIN)

27 Referent/Kontakt Prof. Dr. Michael Klein Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung Katholische Hochschule NRW Wörthstraße Köln


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