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Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll LV III Verhaltensschwierigkeiten 18.4.2013 Programm 13.15 Einstieg, Überblick 13.30.

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1 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll LV III Verhaltensschwierigkeiten Programm Einstieg, Überblick Begriff/ Kriterien / Klassifikation / Grundlagen  Input, Übungen  Beobachtungssystem BASYS  Beispiele PAUSE Umdeuten  Input, Lektüre  Verarbeitung  Beispiele

2 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Ziele LV III › Die Studierenden setzen sich mit Begriffen rund um Verhaltensschwierigkeiten auseinander › Sie kennen Definitionen und Klassifikationsschemata und können eigene Schüler/innen mit Verhaltensschwierigkeiten grob situieren › Sie kennen Erklärungsansätze zu den Ursachen von Verhaltensschwierigkeiten › Die Studierenden wissen, dass unsere Wahrnehmungen durch unsere Deutungen beeinflusst werden und kennen die Funktion des Umdeutens › Sie kennen ein mögliches Vorgehen des Umdeutens und können dieses auf ein eigenes Beispiel übertragen

3 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Subjektivität Wenn Verhalten auffällt, fällt es nicht ‚an sich‘ auf, sondern es fällt immer irgend jemandem auf; und nicht irgendwie, sondern immer in einer ganz konkreten Lebenssituation. Es ist also für alle leicht einzusehen, dass Verhalten niemals für sich abweichend ist, sondern immer in ganz speziellen Situationen. Und damit diese Abweichungen auffallen, bedarf es eines Beobachters, dem dieses Verhalten in der bestimmten Situation auffällt. Jetter, Karlheinz (1996): Wenn das Verhalten auffällt. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft (2), 5-14.

4 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Begriff Verhaltensstörung Der Begriff Verhaltensstörung wurde 1950 auf dem 1. Weltkongress für Psychiatrie geprägt und war als Sammelbegriff für alle Formen und Ausprägungsgrade von Fehlverhalten, von einfachen Ungezogenheiten, Ungehorsam, Jähzorn über psychiatrische Syndrome bis hin zu schweren Formen von Verwahrlosung und Delinquenz zu verstehen. Heute verwendet man den Begriff in Fachkreisen meist dann, wenn Störungen länger andauernd sind sowie unter verschiedenen Rahmenbedingungen und in unterschiedlichen Situationen auftreten.

5 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Pädagogische Definition Verhaltensstörung ist ein von den zeit- und kulturspezifischen Erwartungen abweichendes maladaptives* Verhalten, das organogen und/oder milieureaktiv bedingt ist, wegen der Mehrdimensionalität, der Häufigkeit und des Schweregrades die Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsfähigkeit sowie das Interaktionsgeschehen in der Umwelt beeinträchtigt und ohne besondere pädagogisch-therapeutische Hilfe nicht oder nur unzureichend überwunden werden kann. *unangemessene, unvorteilhafte, sozial unverträgliche Situations- und Lebensbewältigung Myschker, N. (2002, 4. Aufl.): Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Stuttgart: Kohlhammer.

6 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Kriterien › Angemessenheit: Das Problemverhalten entspricht nicht dem Alter und Geschlecht. › Persistenz: Das Problemverhalten zeigt sich nicht nur punktuell und kurzfristig, sondern längerfristig und überdauernd › Soziokulturelle Gegebenheiten: Das Problemverhalten verstösst gegen soziale und kulturelle Normen und überschreitet insbesondere die akzeptierte Variationsbreite › Ausmass der Störung: Das Problemverhalten zeigt sich in mehreren Symptomen, betrifft also verschiedene Dimensionen. › Art des Symptoms: Das Problemverhalten betrifft wichtige Entwicklungsbereiche. › Schweregrad und Häufigkeit der Symptome: Das Problemverhalten lässt sich als schwerwiegend einschätzen und tritt häufiger auf, als es tolerabel ist.

7 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll › Situationsspezifität: Das Problemverhalten tritt relativ unabhängig von rein situativen Auslösern auf, zeigt sich also in unterschiedlichen Situationen. › Leiden: Es muss beachtet werden, ob das Kind selbst unter seinem Problemverhalten leidet. › Soziale Einengung: Das Problemverhalten führt zu einer Verringerung sozialer Kontakte und positiver Beziehungen › Interferenz mit der Entwicklung: Die sozialen, emotionalen, kognitiven oder/und sprachlichen Entwicklungsprozesse werden verzögert, beeinträchtigt oder gestört. › Auswirkungen auf andere: Das Problemverhalten beeinträchtigt die soziale Umwelt. Es bewirkt Störungen in der Kind-Umwelt-Interaktion  Es müssen mehrere Kriterien erfüllt sein, um von einer Verhaltensstörung zu sprechen Hillenbrand, C. (2008): Einführung in die Pädagogik bei Verhaltensstörungen. München: Reinhardt. Steinhausen, H.-C. (2006, 6. Aufl.): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie. München: Urban&Fischer.

8 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Klassifikation von Verhaltensstörungen GruppierungSymptomatik Externalisierendes aggressives Problemverhalten andere angreifen, bedrohen, schlagen, quälen, plagen, beherrschen, Sachbeschädigung, etc. Externalisierendes nicht aggressives Problemverhalten Ablenkbarkeit, geringe Frustrationstoleranz, Unruhe, Unaufmerksamkeit, Ignorieren von Lehrpersonen Internalisierendes Problemverhalten und Substanzmissbrauch Traurigkeit, Depressivität, Ängstlichkeit, sozialer Rückzug, Nervosität, Bedrücktheit, Niedergeschlagenheit, Substanzmissbrauch Jünger, R. & Eisner, M. (2009): Prävention von Problemverhalten durch die Förderung von sozialen Kompetenzen mit dem PFADE Programm. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik 15(3),

9 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Begriff „Störungen des Sozialverhaltens“ Beim Begriff Störungen des Sozialverhaltens handelt es sich um Verhaltensweisen, mit denen altersgemässe Normen, Regeln und/oder Rechte anderer beeinträchtigt werden. Entsprechend werden sie auch als Dissozialität oder antisoziales Verhalten bezeichnet. Steinhausen, H.-C. (2006, 6. Aufl.): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie. München: Urban&Fischer.

10 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Klassifikation von Störungen des Sozialverhaltens Steinhausen, H.-C. (2006, 6. Aufl.): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie. München: Urban&Fischer.

11 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Klassifikation von aggressivem Verhalten › BASYS (Beobachtungssystem zur Analyse aggressiven Verhaltens in schulischen Settings / Alexander Wettstein) › Verfahren zur systematischen Beobachtung von aggressivem Verhalten bei Schülern von 9 – 16 Jahren › BASYS-L: Version Lehrpersonen › BASYS-F: Version Fremdbeobachter › Beobachtertraining zum Erlernen der Kategorien aggressiven Schülerverhaltens Ziele: › Objektivierung und Differenzierung der Wahrnehmung › Geteilte Perspektive › Erleichterung der Kommunikation und der Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Interventionen

12 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Begriff „Aggressives Verhalten“ Aggressives Verhalten lässt sich durch zwei Bestimmungsmerkmale definieren: 1. Schädigung: Aggressives Verhalten ist ein Verhalten, das zur persönlichen Schädigung oder zur Zerstörung von Eigentum führt. Die Schädigung kann sowohl physisch (schlagen, kratzen, anspucken) als auch psychisch (erniedrigen, blossstellen, ausgrenzen) erfolgen. Das Verhalten wird vom Opfer als verletzend empfunden. 2. Absichtsvolles Handeln: Der Handelnde agiert absichtsvoll. Wettstein, A. (2008): BASYS. Beobachtungssystem zur Analyse aggressiven Verhaltens in schulischen Settings. Bern: Huber.

13 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Weitere Begriffe Disziplinschwierigkeiten sind Probleme, die Lehrpersonen mit Schülern haben, die mit ihrem Verhalten die disziplinäre Ordnung des Zusammenlebens und der Schule verstossen. Sie können, müssen aber nicht, aggressiv sein. Nolting, H.-P. & Bernath-Kaufmann, L. (1993), zitiert nach Niedermann, A., Meisel-Stoll, M., Sahli, C. & Zeltner, U. (2006, 2.Aufl.): Heilpädagogische Unterrichtsgestaltung. Bern: Haupt. Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Lehr-Lernprozess in Bezug auf die Zielsetzungen des Unterrichts dysfunktional wird, d. h. wenn das Geschehen im Unterricht verhindert, die durch den Lehrplan vorgegebenen Ziele zu erreichen. Wettstein, A. (2010): Lehrpersonen in schwierigen Schulsituationen unterstützen. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 79 (2),

14 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Prävalenz › Keine genauen Angaben. Daten sind immer im Rahmen der jeweiligen Definitionen zu verstehen. › Studie Remschmidt/Walter (1990), Nordhessen: % der Kinder zwischen 6 und 17 Jahren sind behandlungsbedürftig - 1/10 dieser Kinder erhält entsprechende Behandlung › Schätzung Myschker (2004): 15% weisen Verhaltensstörungen auf, 3.5% benötigen eine besondere schulische Förderung › Jungen weisen zwei bis drei mal so häufig Verhaltensstörungen auf wie Mädchen

15 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Verlauf (externalisierend-aggressives Problemverhalten) › Hohe Stabilität, oft auch im späteren Leben Probleme › Jedoch kein direktes Ableiten möglich. Verlauf im Erwachsenenalter abhängig von verschiedenen Risiko- und Schutzfaktoren (Resilienz) › Gefährdung adäquater Persönlichkeitsentwicklung in verschiedenen Bereichen: - Lernvermögen - Eingehen befriedigender Beziehungen - Altersgemässes Handeln - Sich als liebenswert erleben › Früher Beginn der Störung des Sozialverhaltens  höhere Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung im Jugend- und Erwachsenenalter Essau, C. A., Conradt, J. (2004): Aggression bei Kindern und Jugendlichen. München: Reinhardt.

16 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Zusammenspiel Gedanken, Gefühle, Verhalten Objektive Vorgänge in der Umwelt Bewertung der Situation Gefühle Handlung Umdeuten

17 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll Grundannahmen Umdeuten › Eine Veränderung in der Interaktion hat Einfluss auf das gesamte System (Mobile) › Zu einem Verhalten gibt es viele Interpretationen, die zutreffen können › Durch Umdeuten problematischer Verhaltensweisen kann eine Veränderung bewirkt werden › Positive alternative Interpretation suchen › Eine veränderte Wahrnehmung beeinflusst die Handlungen und die Emotionen › Dies kann die Beziehung zwischen den Beteiligten verändern, was häufig auch zu einer Veränderung des Verhaltens des Gegenübers führt › Das Spektrum an Möglichkeiten kennen und ausschöpfen

18 Pädagogik bei Lern- und Verhaltensschwerigkeiten Mirjam Meisel-Stoll › Umdeuten (Grundlage) › Positive Konnotation des Motivs › Positive Konnotation der Funktion › Symptomverschreibung / Wetten › Durch die Hintertür stürmen › Lokalisierung von Ausnahmen  Molnar / Lindquist und Gruntz-Stoll Techniken des Umdeutens / Paradoxe Interventionen


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