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KONFLIKTLÖSUNGSSTRATEGIEN IN THEORIE & PRAXIS HANDLUNGSSTRATEGIEN FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER DR. REBECCA FRIEDMANN.

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Präsentation zum Thema: "KONFLIKTLÖSUNGSSTRATEGIEN IN THEORIE & PRAXIS HANDLUNGSSTRATEGIEN FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER DR. REBECCA FRIEDMANN."—  Präsentation transkript:

1 KONFLIKTLÖSUNGSSTRATEGIEN IN THEORIE & PRAXIS HANDLUNGSSTRATEGIEN FÜR LEHRERINNEN UND LEHRER DR. REBECCA FRIEDMANN

2 WIEDERHOLUNG – FRÜHE ERFAHRUNGEN Kinder passen sich so gut wie möglich an ihre soziale Welt an Wer wir sind, erfahren wir im Spiegel der Interaktionspartner Erfahrungen bleiben als „Arbeitsmodelle“ ein Leben lang aktiv Diese Entwürfe der Welt sind meist nicht bewusst zugänglich, sondern zeigen sich als implizites Beziehungswissen Kinder können sich noch nicht selbst regulieren, das muss durch die primären Bezugspersonen geschehen Passiert das nicht, entwickelt ein Mensch Auffälligkeiten im Sozialen bis hin zu massiven Störungen der Persönlichkeit Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

3 WIEDERHOLUNG – UMGANG MIT FRÜHEN BESCHÄDIGENDEN ERFAHRUNGEN Solche „Arbeitsmodelle“ zeigen sich in Interaktionen sehr wirksam Es ist wichtig, sich dieser Verwendung zu entziehen Das „Bauchgefühl“ erteilt hier oft einen falschen Rat, so dass sich solche Verhaltensweisen maladaptiv verstärken Ohne eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion und ein großes Wissen über Innenwelten von „komplizierten“ Menschen ist keine Entwicklungsförderung möglich Ein Sprechen „über“ die Problematik ist meist nicht möglich (und nicht zielführend): Kognitives Verständnis und kognitive Veränderungsbereitschaft verändern die Problematik nicht Einzig eine haltgebende, nicht verwendende, abgegrenzte und zugewandte Beziehung hilft, um Nachreifung zu erreichen Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

4 TRAUMATISIERUNG

5 TRAUMADEFINITION (Flattern 2003) Extreme Angst und Hilflosigkeit Verlust der Handlungsautonomie Als lebensbedrohlich erlebte Situation Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

6 TRAUMAREAKTION Analog zu den Versorgungsprinzipien bei einer körperlichen Traumatisierung bemüht sich auch die psychosomatische Akutversorgung zunächst um Absicherung und weitere Schadensverhütung Traumatisierung hinterlässt immer neurobiologische Spuren, die kaum mehr veränderbar sind (Flattern 2003, Steeck-Fischer 2006) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

7 EINPRÄGUNGEN TRAUMATISCHER ERINNERUNGEN Einprägungen traumatischer Erinnerungen unterscheiden sich von normalen affektiven Gedächtnisinhalten: Dissoziierte und fragmentierte Affektzustände werden als Sinnesmodalitäten gespeichert Diese Gedächtnisinhalte sind mit „schnellen neurologischen Bahnen“ verbunden. Interne und externe Stimuli, die mit der Traumatisierungssituation verbunden sind, können als „Trigger“ wirken (van der Kolk et al. 1996) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

8 TRIGGERREIZE Bilder, Gerüche, Geräusche, Körperempfindungen, Gedanken etc. können als Trigger wirken Die Trigger müssen den traumatisierten Menschen nicht bewusst sein Das „Antriggern“ führt zu einer Aktivierung der „schnellen Bahnen“ Es kommt zu traumatischem Erinnern Traumatische Erinnerungen entsprechen den spezifischen Traumazuständen (van der Kolk et al. 1996) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

9 PSYCHOSOZIALE INTEGRATION DES TRAUMAS 85% aller Traumatisierungen werden nach 3-12 Monaten integriert Die Wahrscheinlichkeit einer PTBS nimmt ab, wenn es ein stabiles soziales Umfeld gibt sich die Traumatisierung nicht wiederholt Bei „man-made-desasters“ (z. B. Folter und Vergewaltigung) steigt die Wahrscheinlichkeit einer PTBS auf ca. 95%  sich wiederholende Traumata führen zu schwerer PTBS (Sachsse und Roth 2008, Teegen und Vogt 2002) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

10 UNGÜNSTIGE FAKTOREN FÜR ERFOLGREICHE „VERARBEITUNG“ „ man-made-desasters“ Traumatisierung in der Primärfamilie frühe Traumatisierung sich wiederholende Traumatisierungen multiple Traumatisierung (Flattern 2003) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien

11 PTBS (NACH ICD-10, F 43.1) sich aufdrängende, belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma (Intrusionen) oder Erinnerungslücken Übererregungssymptome Vermeidungsverhalten und emotionale Taubheit im Kindesalter teilweise veränderte Symptomausprägungen Nahezu alle Patienten mit PTBS bilden weitere psychische Auffälligkeiten aus. (Teegen und Vogt 2002) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

12 WIEDERHOLUNGEN DES TRAUMAS - DEADLY DANCE „Bindungstraumata hyperaktivieren das Bindungssystem, weil die Person bei der das Kind Hilfe und Unterstützung sucht, diejenige Angst verursacht“ (Fonagy 2008). Inszenierung finden meist ohne metakognitive Fähigkeiten statt Das Agieren ist oft zunächst unverständlich: Kind/Jugendlicher sucht die enge Bindung, wird dort erneut traumatisiert und entwickelt einen noch stärkeren Wunsch nach enger Bindung (vor allem zu den primären Bezugspersonen)  Dieser Teufelskreis ist ohne therapeutische Hilfe kaum zu durchbrechen. (Streeck-Fischer 2006, 2010) Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

13 BESONDERE HERAUSFORDERUNGEN IN DER INTERAKTION

14 AGGRESSIVE DURCHBRÜCHE (VGL. FRIEDMANN 2015) Inszenierungen, um ein Ziel zu erreichen (instrumentelles Motiv) Planvolles, steuerbares Handeln  Ungünstige Kosten-Nutzen-Situation herstellen Reaktion auf (vermeintliche) Provokation (reaktives Motiv) möglicherweise Hyperreagibilität, geringe Reizschwelle, geringe Frustrationstoleranz  aktuelle Situation deeskalieren, Arbeit an Affektkontrolle, -wahrnehmung und Körpersignalen Durchbruch innerer (angestauter) Spannung (intrinsisches Motiv) Negative Projektion, geringes Selbstwertgefühl, massive innere Spannung, Retraumatisierung  aktuelle Situation möglichst deeskalieren, implizite Arbeit am Selbstwert, Affektkontrolle und -wahrnehmung, Notfallstrategien entwickeln, Traumatherapie? Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

15 LACHEN Ausdruck eines Freude-Affekts Kommunikatives Signal (zur Verdeutlichung friedfertiger Intention)  Ansprechen ist nicht zielführend, da meist keine bewusste Strategie Spannungsregulation schon im Säuglingsalter durch Bezugspersonen provoziert hohe zeitliche Abstimmung erforderlich Angst und Entlastung müssen in Balance sein  Nicht ansprechen, wg. Beschämung Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

16 SCHWEIGEN (VGL. STREECK UND LEICHSENRING 2014) Aufforderung Beschämungsangst Unfähigkeit, Gedanken in eine sinnvolle Ordnung zu bringen Nachdenken/Ratlosigkeit Verweigerung Machtkampf Missbilligung Grenzziehung Hinweis auf Überschreitung der Toleranzgrenzen  Schweigen zu unterbrechen kann entwicklungsförderlich sein  Es muss zunächst in Erfahrung gebracht werden, warum der Interaktionspartner schweigt Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

17 SELBSTVERLETZUNG (VGL. SACHSSE 2002, 2015) Oft eine Form der Selbstregulation Eingesetzt gegen dissoziative Zustände oder Suizidwünsche Zunächst große Entlastung, später oft Schuld- und Versagensgefühle (die ebenfalls Suizidwünsche auslösen können) Symptom nicht nur bei Borderline-Störung  Keine „Überreaktion“  Bei persistierender Symptomatik: Gelassenheit, Abgegrenztheit, Verständnis (Keine Traumabearbeitung!)  ggf. Traumatherapie, Selbstregulationsstrategien, förderliche Beziehungsangebote Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

18 NEGATIVE ZUSCHREIBUNGEN Generalisierte Entwertung nach Versagungen oder Kränkungen Idealisierung wird ins Gegenteil verkehrt  Rückzug ansprechen, „Reparatur“ erforderlich  Milde Selbstkritik (um Modell zu bieten)  Beziehung halten Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

19 KOMMUNIKATIONS- STRATEGIEN

20 DER GEMEINSAME BEZUG AUF DAS DRITTE Lehrer(in) Schüler(in) gemeinsame Arbeit gemeinsames Problem Einstellungen Meinungen Gedanken Gefühle Einstellungen Meinungen Gedanken Gefühle Beziehung Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

21 DER GEMEINSAME BEZUG AUF DAS DRITTE Lehrer(in) Schüler(in) gemeinsame Arbeit gemeinsames Problem Verpflichtung zur Einhaltung von Rahmen & Regeln Verpflichtung zur Einhaltung der vereinbarten Rahmen & Regeln Beziehung Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

22 Achtung: Einwilligung einholen Toleranzgrenzen beachten Nur entwicklungsförderliche Rückmeldungen Nur authentische Rückmeldungen DER GEMEINSAME BEZUG AUF DAS DRITTE Lehrer(in)Schüler(in) gemeinsame Arbeit gemeinsames Problem Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

23 FALLBEISPIELE

24 Wichtige Aspekte gelingender Kommunikation mit Schüler(inne)n Toleranzgrenzen beachten Beschämungsfreie Interventionen Ziel/Auftrag klären und ggf. verhandeln Im Handeln antworten Entwicklungsförderung im Fokus Klarer Rahmen Keine Deutungen Wertschätzung „Augenhöhe“ (auch sprachlich) Lehrer(in) Schüler(in) gemeinsame Arbeit gemeinsames Problem Dr. Rebecca Friedmann, Seminarfolien zum pädagogischen Tag der Erich-Kästner-Schule

25 VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT! Dr. Rebecca Friedmann Denkzeit-Institut Institut für Fort- und Weiterbildungen Goebenstr Berlin


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