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Herzlich willkommen! Grundkurs Strafrecht II Körperverletzungsdelikte 3 1.

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Präsentation zum Thema: "Herzlich willkommen! Grundkurs Strafrecht II Körperverletzungsdelikte 3 1."—  Präsentation transkript:

1 Herzlich willkommen! Grundkurs Strafrecht II Körperverletzungsdelikte 3 1

2 Entscheidung/Aufsatz Roxin, NStZ 2016, 185 (zu § 217) BGH, 3 StR 482/15, Beschl. v (Besorgnis der Befangenheit durch Facebook- Eintrag des Vorsitzenden) 2

3 Wiederholung Körperverletzung § 223: Definitionen, „oder“ -§ 224: Katalog, Abgrenzung, Werkzeug, Hinterlist, eine das Leben abstrakt/konkret gefährd. Handlg. -§ 226: Erfolgsqualifikation, § 18, Glied, wichtig, dauerhafte Entstellung -§ 226a (s. a. § 1631d BGB), Art. 3 GG -§ 225: eigenständiges Delikt, Personenkreis, roh, quälen, böswillig, Gesundheitsschädigung -§ 229: objektive Zurechnung -§ 230: Antragsdelikt: §§ 223, 229 -§ 228: Grenzen der Einwilligung - gute Sitten 3

4 Ärztliche Heilbehandlung -Prüfung: obj. TB, Rewi ? Rechtfertigung – selbst wenn gegeben, bleibt es immer eine tatbestandliche KV - RGSt 25, 375 (L) Folge: Ärzte als Verletzer (Regel/Ausnahme) Problem: Qualifikation, z. B. § 224 StGB Körper- oder Willensverletzung? Literatur: überwiegend Tatbestandsausschluss, wenn zu Heilzwecken und lege artis = Gesamtbewertung, vgl.: § 110 öStGB Differenzen: erfolgreich/nicht erfolgreich, neue Gefahren/Gefahrverringerung 4

5 Behandlungsvertrag BGB §§ 630 a ff. BGB (L!) BT-DrS. 17/ Begründung (ca. 60 Seiten) Im Wesentlichen: Bisherige Rechtsprechung in Gesetzesform gebracht§ 630 a: Vertragstypische Pflichten § 630 b: Anwendbare Vorschriften § 630 c: Mitwirkung, Informationspflichten § 630 d: Einwilligung § 630 e: Aufklärungspflichten § 630 f: Dokumentation § 630 g: Einsichtnahme in Patientenakte § 630 h: Beweislast b. Haftung wegen Behandlungs- und Aufklärungsfehlern 5

6 Einzelne Regelungen -Lebendorganspende: gesunder/s Mensch/Organ (§§ 8 I 2, III, 19 I Nr. 2 TPG – Strafgesetz) -Transfusion – Blutspende, § 6, 31 i. V. m. § 5 III 1 TFG -§ 40 AMG (Hinweis: §§ 6a, 95 AMG: Doping i. Sport) -§ 20 MPG -Sterilisation und Kastration (vgl. KastrG) -Geschlechtsumwandlung 6

7 Mutmaßliche Einwilligung Selbstbestimmungsrecht Interesse des Betroffenen Ausdrücklich geregelt im Recht der PatVfg. §§ 1901 a ff. BGB (Hinweis: BGH 2 StR 454/09) Gefahr im Verzug (Unfallopfer): Einwilligung kann nicht (rechtzeitig) eingeholt werden. Wahrscheinlichkeitsurteil Im Interesse des Betroffenen/mangelndes Interesse des Betroffenen 7

8 Hypothetische Einwilligung -≠ mutmaßliche Einwilligung -Vgl. Zivilrecht, § 630 h II 2 BGB -Keine Einwilligung, obwohl möglich -Diskussion: -PRO (nicht bei gezielter Täuschung): Einheit der RO, ultima ratio, kein Erfolgsunrecht = objektive Zurechnung: pflichtgemäßes Alternativerhalten, analog ETIrrtum: Täter will Selbstbestimmung wahren, max. § 229 aber kein Handlungsunrecht -CONTRA: Straf- ≠ ZivilR, im BGB Beweislastregel, pflg AltV + Zustimmung, tödl. Fälle, in dubio, ex tunc 8

9 Elterliche Erziehung – Züchtigung „Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet.“ Oder: „Wir sind auch nicht daran gestorben.“ „Wer sein Kind liebt, züchtigt es.“ (vgl. AT Bibel) WDR – Uhr: „Wer seine Kinder liebt …“ WDR – Uhr: Menschen hautnah – „Ein kleiner Klaps auf den Po – Wenn Eltern ihre Kinder schlagen“ Probleme: Kinder als Grundrechtsträger, Rechtsgutsinhaber Erziehung als Grundrecht der Eltern, Art. 6 II GG § 1631 II BGB – zivilrechtliche Verankerung Verfahrensrechtliche Problem: § 230 (vgl. § 247) Strafe – Folgen für die Familie Tatbestand – Rechtswidrigkeit 9

10 Sadomasochismus, Sport -Verfügbarkeit über eigenen Körper -Grenzen? Sitten -Sport: gesellschaftliche Anerkennung (insbesondere Boxen, Fußball ?) Aber mindestens: Regelkonformität 10

11 Grenzen des § 228 -Was sind gute Sitten? -Gibt es allgemein gültige moralische Maßstäbe? -Kommt es auf Moral überhaupt an? -Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden – Wie denkt man billig? -Umfang KV (Schwere) und/oder Zweck? -Rechtsgut, Todesgefahr -Rechtsprechung: BGHSt 49, 166, 171 und BGHSt 49, 34, 40 11

12 Zwischenfazit -Disposition, Freiheit, Grenzen, § 216 StGB -Sitten in der pluralistischen Gesellschaft -strikter Bezug auf das Rechtsgut i. V. m. dem freien Willen -Gefahr der Eskalation -unfreie, schwache, verletzbare Personen -gesellschaftlicher Diskurs -Klausuren: Aufbau, Argumentation, Kenntnis aktueller Fälle 12

13 § 227 -§ 227 (L!) -Vorsätzliche KV -Tod des Opfers -Verbrechen -Beziehung zw. KV und Tod: -Spezifische Gefahr – engere Verbindung -Exaktheit? Wertung? § 18! 13

14 Gefahrzusammenhang - Körperverletzungserfolg (Letalitätslehre) oder tatbestandsspezifische Gefahr in der Handlung? Bsp.: -Schlag auf den Kopf (KV-Vors) – Tod des Opfers -Ausholen – Opfer weicht aus und stirbt bei Sturz -Schlag auf den Kopf (KV-V) – Tod durch Infektion i. KH (vgl.: § 224 Abs. 1 Nr. 5: „Behandlung“) Probleme: Opferverhalten, Dritte, zeitlicher Zusammenhang 14

15 Fälle RGSt 44, 137, 139 m. Verweis auf RGSt 5, 29 BGHSt 14, 110 (Abweichen v. RGSt 44, 137) NJW 1971, 152 (Rötzel) Hochsitzfall (BGHSt 31, 96) NStZ 1992, 335 Gubener Verfolgungsfall (BGHSt 48, 34) „erfolgsqualifizierter Versuch“ 15

16 Fahrlässigkeit -Herbeiführung der schweren Folge: Problem: kein weiteres Geschehen, Erörterung bereits im Gefahrzusammenhang - Vorhersehbarkeit (subjektiv) = Wertung 16

17 Aufbau § 227 I.Tatbestand 1. Tatbestand §§ Verursachung des Todes 3. Objektive Zurechnung a) Folge als Verhalten des Täters (Opfer, Dritte?) b) Spezifischer Zusammenhang zw KV und Tod (Verletzungshandlung, erfolgsqualif. Versuch) 4. Mindestens Fahrlässigkeit bzgl. Tod (§ 18) – obj. Erkenn- und Vorhersehbarkeit des Todes II. Rechtswidrigkeit III. Schuld: subj. Erkennbarkeit des Gefahrzushg und Vorhersehbarkeit des Todes 17

18 Zusammenfassung § 227 Als Handlungs-/UnterlassForderung formuliert: -Verletze niemanden! (§ 223) -Töte nicht durch mangelnde Sorgfalt! (Verhalte dich so, dass du durch mangelnde Sorgfalt niemanden tötest! (§ 222) -Wenn du jemanden vorsätzlich verletzt dann nur so, dass du nicht dadurch fahr- lässig seinen Tod herbeiführst! (§ 227) 18

19 § Beteiligung an einer Schlägerei (L!) -Gefährdung -Problem d. Nachweises der Ursächlichkeit für Tod -Obj. Bedingung der Strafbarkeit (s. a. § 323 a) -„Gegenbeweis“ unbeachtlich, d. h. wenn Dritter als Täter feststeht, bleibt es bei §

20 Definitionen -Schlägerei: mind. 3 Pers. – tätliche Auseinanders. (Problem: Klausuraufbau: Verbrechen vor Vergehen, aber Def.: gegenseit. KV), -Angriff mehrerer: mind. zwei Personen, feindselige WillRi, unmittelbar auf den Körper abzielende Einwirkung (Mittäterschaft nicht erford.) -Aktive Teilnahme a. i. S. v. Hilfeleisten (auch Anfeuern – a. A.: § 27, Abhalten v. Hilfe) 20

21 Probleme -Zuschauer (passiv) -Schlichter (gewaltfrei?) -Gesundheitshelfer -Opfer (Schutzwehr) -Notwehr für einzelne Handlungen, dennoch § 231 -Straffreiheit gem. § 231 II: zu keinem Zeitpunkt vorwerfbar beteiligt, nicht ausweichen erlaubt 21

22 Objektive Bedingung der Strafbarkeit -Keine Entsprechung im Vorsatz, d. h. kein klassisches Element des objektiven TB -Auch gegeben, wenn Handlung rechtmäßig (z. B. § 32) Unbeteiligter (Schlichter, Zuschauer), der Opfer wird Unabhängig vom Tatbeitrag Opfer kann Täter sein Unvorhersehbare Folge (§ 18 gilt NICHT – a. A.: Schuldprinzip: gilt doch) 22

23 Zeitpunkt der Beteiligung -Umfassend: vor, während, nach -A. A: vor/nach schwerer Folge nicht -Problem: Beweisbarkeit (in dubio reo) 23

24 Zusammenfassung Körperverletzung § 223: einfache Körperverletzung § 224: gefährliche Körperverletzung § 226: schwere Körperverletzung § 340: während Ausübung/bezogen auf, lässt § 225: Täter, Tathandlung, -folgen, Gefahr § 229: Fahrlässige KV: Tathandlung? § 230: Strafantrag für §§ 223, 229 § 228: Einwilligung, Sitten, Deliktsaufbau, § 227: Körperverletzung mit Todesfolge § 231: Beteiligung, obj. Bed. der Strafbarkeit 24

25 Vorschau 11. Mai 2016: Täterschaft und Teilnahme Zuvor: Einen schönen Himmelfahrtstag (Vater-, Herren- Männer-, Donnerstag) und ein schönes Wochenende! 25


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